Generalstreik bringt Katalonien zum Erliegen

21-10-19 08:03:00,

Generalstreik bringt Katalonien zum Erliegen

Mehr als eine halbe Million demonstrieren in Barcelona

von Alejandro López

Seit am 14. Oktober neun katalanisch-nationalistische Politiker zu Haftstrafen zwischen 9 und 13 Jahren verurteilt wurden, finden täglich Proteste gegen diese drakonischen Urteile statt. Am letzten Freitag zogen Hunderttausende Demonstranten durch Barcelona. Ein Generalstreik brachte ganz Katalonien zum Erliegen. Große Teile der Jugend und der Arbeiterklasse protestieren gegen die Entstehung eines Polizeistaats.

Katalonien-26-Massendemonstrationen-Massenkundgebung-Massenproteste-Kritisches-Netzwerk-democracia-independencia-autonomia-llibertat-Catalonia-Referendum-Spanien

Am Morgen blockierten Tausende in fünf Demonstrationszügen, die von der katalanischen Nationalversammlung und dem Omnium Cultural unter dem Motto „Freiheitsmarsch“ organisiert worden waren, die Autobahnen nach Barcelona. Die einzelnen Demonstrationszüge brachen in Vic, Berga, Tàrrega, Girona und Tarragona auf und trafen bis zum Nachmittag in Barcelona ein, wo sich bereits weitere Zehntausende versammelt hatten. Auf einem riesigen Transparent war in Englisch zu lesen: „Für die sofortige Freilassung der katalanischen Gefangenen.“

Auf der Autobahn AP7 bei La Jonquera, an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien, blockierten Demonstranten den Verkehr in beide Richtungen. Sie blockierten außerdem mindestens 20 wichtige Straßen, während sie nach Barcelona zu der Massenkundgebung zogen, an der auch streikende Arbeiter, Studenten und Schüler teilnahmen.

An der größten Protestveranstaltung im Stadtzentrum von Barcelona, die um 17 Uhr begann, nahmen laut Polizei mehr als eine halbe Million Demonstranten teil. Hunderttausende marschierten unter den Bannern der separatistischen Gewerkschaften “Intersindical-CSC” und “Intersindical Alternativa” und der Parole „Generalstreik für eure Rechte und Freiheiten“. Sie forderten die Freilassung der politischen Gefangenen, die Unabhängigkeit von Spanien und den Kampf gegen den Faschismus. Viele trugen die Flaggen der Sezessionisten. In den anderen katalanischen Großstädten Lleida und Girona demonstrierten mehr als 50.000 Menschen.

Katalonien-27-Freiheitsmarsch-Barcelona-Demonstrationen-Vic-Berga-Tarrega-Girona-Tarragona-Spanien-Separation-Sezessionismus-Kritisches-Netzwerk-autonomia-Autonomie

Allerdings war Sezessionismus nicht die Hauptmotivation bei den Demonstrationen. Große Teile der spanischen Bevölkerung beginnen zu erkennen, dass die herrschende Klasse rapide auf autoritäre Herrschaftsformen zusteuert.

Dass ein spanisches Gericht Jahrzehnte nach dem Ende des faschistischen Regimes von General Francisco Franco drakonische Haftstrafen gegen Politiker verhängt, weil sie zu friedlichen Protesten aufgerufen haben, löst bei Arbeitern und Jugendlichen wachsende Militanz und Widerstand aus. Das Urteil vom letzten Montag ist infam und unrechtmäßig, weil es einen Präzedenzfall schafft, jede Form von Protesten gegen den Staat als „Aufwiegelung“ zu verbieten.

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Generalstreik bringt Katalonien zum Erliegen

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21-10-19 08:03:00,

Generalstreik bringt Katalonien zum Erliegen

Mehr als eine halbe Million demonstrieren in Barcelona

von Alejandro López

Seit am 14. Oktober neun katalanisch-nationalistische Politiker zu Haftstrafen zwischen 9 und 13 Jahren verurteilt wurden, finden täglich Proteste gegen diese drakonischen Urteile statt. Am letzten Freitag zogen Hunderttausende Demonstranten durch Barcelona. Ein Generalstreik brachte ganz Katalonien zum Erliegen. Große Teile der Jugend und der Arbeiterklasse protestieren gegen die Entstehung eines Polizeistaats.

Katalonien-26-Massendemonstrationen-Massenkundgebung-Massenproteste-Kritisches-Netzwerk-democracia-independencia-autonomia-llibertat-Catalonia-Referendum-Spanien

Am Morgen blockierten Tausende in fünf Demonstrationszügen, die von der katalanischen Nationalversammlung und dem Omnium Cultural unter dem Motto „Freiheitsmarsch“ organisiert worden waren, die Autobahnen nach Barcelona. Die einzelnen Demonstrationszüge brachen in Vic, Berga, Tàrrega, Girona und Tarragona auf und trafen bis zum Nachmittag in Barcelona ein, wo sich bereits weitere Zehntausende versammelt hatten. Auf einem riesigen Transparent war in Englisch zu lesen: „Für die sofortige Freilassung der katalanischen Gefangenen.“

Auf der Autobahn AP7 bei La Jonquera, an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien, blockierten Demonstranten den Verkehr in beide Richtungen. Sie blockierten außerdem mindestens 20 wichtige Straßen, während sie nach Barcelona zu der Massenkundgebung zogen, an der auch streikende Arbeiter, Studenten und Schüler teilnahmen.

An der größten Protestveranstaltung im Stadtzentrum von Barcelona, die um 17 Uhr begann, nahmen laut Polizei mehr als eine halbe Million Demonstranten teil. Hunderttausende marschierten unter den Bannern der separatistischen Gewerkschaften “Intersindical-CSC” und “Intersindical Alternativa” und der Parole „Generalstreik für eure Rechte und Freiheiten“. Sie forderten die Freilassung der politischen Gefangenen, die Unabhängigkeit von Spanien und den Kampf gegen den Faschismus. Viele trugen die Flaggen der Sezessionisten. In den anderen katalanischen Großstädten Lleida und Girona demonstrierten mehr als 50.000 Menschen.

Katalonien-27-Freiheitsmarsch-Barcelona-Demonstrationen-Vic-Berga-Tarrega-Girona-Tarragona-Spanien-Separation-Sezessionismus-Kritisches-Netzwerk-autonomia-Autonomie

Allerdings war Sezessionismus nicht die Hauptmotivation bei den Demonstrationen. Große Teile der spanischen Bevölkerung beginnen zu erkennen, dass die herrschende Klasse rapide auf autoritäre Herrschaftsformen zusteuert.

Dass ein spanisches Gericht Jahrzehnte nach dem Ende des faschistischen Regimes von General Francisco Franco drakonische Haftstrafen gegen Politiker verhängt, weil sie zu friedlichen Protesten aufgerufen haben, löst bei Arbeitern und Jugendlichen wachsende Militanz und Widerstand aus. Das Urteil vom letzten Montag ist infam und unrechtmäßig, weil es einen Präzedenzfall schafft, jede Form von Protesten gegen den Staat als „Aufwiegelung“ zu verbieten.

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STANDPUNKTE • US-Justiz verklagt türkische Staatsbank wegen Irangeschäfte | KenFM.de

standpunkte-•-us-justiz-verklagt-turkische-staatsbank-wegen-irangeschafte-|-kenfm.de

21-10-19 04:08:00,

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Ein Standpunkt von Karl Bernd Esser.

Erst jüngst drohte Trump in einer seiner berüchtigten Twitter-Nachrichten, er werde die türkische Wirtschaft zerstören müssen, wenn Ankara die Invasion in Nordsyrien fortsetze. Was er damit gemeint haben könnte, wurde am Dienstag letzter Woche klar:

Das US-Justizministerium erhob Anklage gegen die Turkiye Halk Bankasi A.S. (Volksbank) genannt Halkbank, die zweitgrößte Bank in türkischem Staatsbesitz, wegen der Verletzung von Wirtschaftssanktionen gegen Iran im Wert von rund 20 Milliarden Dollar (1). Die Bank soll zwischen 2011 und 2016 mit dem Wissen von hochrangigen türkischen Regierungsvertretern im Gegenzug für Öl- und Gaslieferungen im großen Stil Gold und Geld nach Iran verschoben haben. Untersuchungen durch die Behörden seien mit der Zahlung von millionenschweren Schmiergeldern verhindert worden. Die Anklage gleicht jener gegen Mehmet Hakan Atilla, einen der früheren Turkiye Halk Bankasi Chefs. Während der Anklageeröffnung sagte David Denton, der stellvertretende US-Staatsanwalt, dass Atilla und seine mutmaßlichen Mitverschwörer Bestechungsgelder, gefälschte Dokumente und Scheinfirmen benutzten, um die iranische Herkunft von Finanztransaktionen zu verbergen, die über US-Banken abgewickelt wurden. Er wurde im Mai 2018 zu 32 Monaten Gefängnis verurteilt.

Auslöser der Ermittlungen um die Turkiye Halk Bankasi A.S. war die Verhaftung des türkisch-iranischen Goldhändlers Reza Zarrab am 19. März 2016 in Miami. Er soll in den Manövern zur Umgehung der amerikanischen Sanktionen eine Schlüsselrolle gespielt haben. Nach seiner Festnahme in Miami stellte Herr Zarrab ein Team von mehr als einem Dutzend Privatanwälten ein, um seinen Fall zu verteidigen. Sein Hauptanwalt ist Benjamin Brafman, ein bekannter Verteidiger, zu dessen Mandanten der Hollywood-Produzent Harvey Weinstein und der frühere Pharma-Manager Martin Shkreli gehören. Herr Zarrab stellte auch Rudy Giuliani, den ehemaligen New Yorker Bürgermeister, und Michael Mukasey, den ehemaligen US-Generalstaatsanwalt, in sein Anwaltsteam ein.

Die beiden Männer vertraten Herrn Zarrab nicht vor Gericht, sondern trafen sich mit Vertretern der USA und der Türkei, um eine diplomatische Lösung für den Fall zu finden. Während der Ermittlungen wurde eine Spende von Zarrab an eine Stiftung Emine Erdoğans bekannt, woraufhin die Anklage enge (für die Anklage wichtige) Verbindungen zwischen ihm und Recep Tayyip Erdoğan vorwarf.

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Chile: Proteste gegen die neoliberale Politik

21-10-19 03:59:00,

Bei den Protesten in Chile eskaliert die Gewaltbereitschaft. / Bild: Twitter

In nur wenigen Tagen gerät Chile außer Kontrolle. Das Land protestiert gegen die Blüten neoliberaler Politik. Präsident Piñera setzt nun das Militär ein

Am Wochenende kam es in Santiago und weiteren Städten in Chile zu heftigen Ausschreitungen. Über 200 Personen wurden verletzt, es kam zu etwa 1500 Festnahmen. Mindestens zehn Menschen sind bisher gestorben. Das Land befindet sich in der schwersten Krise seit Ende der Militärdiktatur, heißt es. Eine erneute Erhöhung der Ticketpreise binnen eines Jahres für den öffentlichen Nahverkehr löste die massiven Proteste aus. Zwar ist Ticketerhöhung wieder gestrichen, doch richten sich die Proteste nun gegen soziale und wirtschaftliche Missstände und hohe Lebenshaltungskosten im “Vorzeige”-Land Südamerikas.

Bereits im Januar waren die Metrotickets um 20 Peso gestiegen. Eine weitere Erhöhung, von 800 auf 830 Peso (1,04 Euro), wollen nun viele nicht mehr hinnehmen. Anfang vergangener Woche demonstrierten zunächst tausende Studierende gegen die Preiserhöhung, die mit steigenden Ölpreisen und dem schwachen Peso begründet worden war. Am Freitag kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Wasserwerfer und Tränengas wurden eingesetzt.

Am Wochenende demonstrierten tausende Menschen in Santiago friedlich, aus Solidarität mit jenen, die von der niedrigen Rente oder vom Mindestlohn leben, und bis zu einem Sechstel ihres Einkommens für Tickets ausgeben müssen. Gleichzeitig kam es zu weiteren Plünderungen und Ausschreitungen. U-Bahnhöfe, Busse und Geschäfte wurden in Brand gesetzt. Über 70 der insgesamt 168 U-Bahn-Stationen seien verwüstet, der öffentliche Verkehr in der Sieben-Millionen-Metropole wurde ausgesetzt. Die Schäden sollen sich schon jetzt auf mehr als 300 Millionen Dollar belaufen. Teile des Netzes sollen monatelang ausfallen.

Präsident Sebastian Piñera nahm am Samstagabend schließlich die Tariferhöhung zurück, erklärte kurz darauf den Ausnahmezustand und verhängte eine Ausgangssperre in Santiago und vier weiteren Städten. Der Ausnahmezustand soll zunächst für 15 Tage gelten und kann um weitere 15 erweitert werden. Laut Angaben des Verteidigungsministeriums sollen zudem mehr als 9.000 Soldaten die Krawalle eindämmen.

Zum ersten Mal seit Ende der Militärdiktatur 1990 patrouillieren nun wieder Soldaten auf den Straßen, um für Recht und Ordnung zu sorgen. Die Regierung ergreift damit Maßnahmen, die nur bei Naturkatastrophen von der Bevölkerung geduldet wurden, und die bei jenen, die unter der Militärdiktatur gelebt haben, nun alte Wunden aufzureißen droht.

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Chile: Proteste gegen die neoliberale Politik

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21-10-19 03:59:00,

Bei den Protesten in Chile eskaliert die Gewaltbereitschaft. / Bild: Twitter

In nur wenigen Tagen gerät Chile außer Kontrolle. Das Land protestiert gegen die Blüten neoliberaler Politik. Präsident Piñera setzt nun das Militär ein

Am Wochenende kam es in Santiago und weiteren Städten in Chile zu heftigen Ausschreitungen. Über 200 Personen wurden verletzt, es kam zu etwa 1500 Festnahmen. Mindestens zehn Menschen sind bisher gestorben. Das Land befindet sich in der schwersten Krise seit Ende der Militärdiktatur, heißt es. Eine erneute Erhöhung der Ticketpreise binnen eines Jahres für den öffentlichen Nahverkehr löste die massiven Proteste aus. Zwar ist Ticketerhöhung wieder gestrichen, doch richten sich die Proteste nun gegen soziale und wirtschaftliche Missstände und hohe Lebenshaltungskosten im “Vorzeige”-Land Südamerikas.

Bereits im Januar waren die Metrotickets um 20 Peso gestiegen. Eine weitere Erhöhung, von 800 auf 830 Peso (1,04 Euro), wollen nun viele nicht mehr hinnehmen. Anfang vergangener Woche demonstrierten zunächst tausende Studierende gegen die Preiserhöhung, die mit steigenden Ölpreisen und dem schwachen Peso begründet worden war. Am Freitag kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Wasserwerfer und Tränengas wurden eingesetzt.

Am Wochenende demonstrierten tausende Menschen in Santiago friedlich, aus Solidarität mit jenen, die von der niedrigen Rente oder vom Mindestlohn leben, und bis zu einem Sechstel ihres Einkommens für Tickets ausgeben müssen. Gleichzeitig kam es zu weiteren Plünderungen und Ausschreitungen. U-Bahnhöfe, Busse und Geschäfte wurden in Brand gesetzt. Über 70 der insgesamt 168 U-Bahn-Stationen seien verwüstet, der öffentliche Verkehr in der Sieben-Millionen-Metropole wurde ausgesetzt. Die Schäden sollen sich schon jetzt auf mehr als 300 Millionen Dollar belaufen. Teile des Netzes sollen monatelang ausfallen.

Präsident Sebastian Piñera nahm am Samstagabend schließlich die Tariferhöhung zurück, erklärte kurz darauf den Ausnahmezustand und verhängte eine Ausgangssperre in Santiago und vier weiteren Städten. Der Ausnahmezustand soll zunächst für 15 Tage gelten und kann um weitere 15 erweitert werden. Laut Angaben des Verteidigungsministeriums sollen zudem mehr als 9.000 Soldaten die Krawalle eindämmen.

Zum ersten Mal seit Ende der Militärdiktatur 1990 patrouillieren nun wieder Soldaten auf den Straßen, um für Recht und Ordnung zu sorgen. Die Regierung ergreift damit Maßnahmen, die nur bei Naturkatastrophen von der Bevölkerung geduldet wurden, und die bei jenen, die unter der Militärdiktatur gelebt haben, nun alte Wunden aufzureißen droht.

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Roland Berger: Die Lebenslüge „der personifizierten Deutschland AG“. Unternehmer, Politiker und Leitmedien trugen die Lüge mit – jahrzehntelang, transatlantisch.

roland-berger:-die-lebensluge-„der-personifizierten-deutschland-ag“-unternehmer,-politiker-und-leitmedien-trugen-die-luge-mit-–-jahrzehntelang,-transatlantisch.

21-10-19 03:17:00,

Mit diesem Text schildert Werner Rügemer eine spannende Geschichte. Sie war uns beiden am vergangenen Wochenende aufgefallen. Mich berührt sie auch persönlich. Siehe am Ende des Textes. Albrecht Müller.

Werner Rügemer:

„Roland Bergers Selbstbetrug – Der Beraterstar, sein Nazi-Vater und die Schuld der deutschen Wirtschaft“ – so überschrieb das „Handelsblatt“ am 18.10.2019 ihre bisher wohl längste Titelgeschichte zu einer Einzelperson, sieben Seiten lang. Untertitel: „Viele Jahre lang stilisierte Roland Berger seinen Vater zum Nazi-Opfer. In Wahrheit jedoch hat er von Arisierung profitiert – und die NSDAP gefördert.“

Roland Berger war jahrzehntelang für die Bundesrepublik so etwas wie „Mister Deutschland“. Er beriet nicht nur die wichtigsten Unternehmen, sondern auch Landes- und Bundesregierungen. Er war Mitglied in vielen Regierungskommissionen und Aufsichtsräten. Er bekam Gastprofessuren im In- und Ausland, ebenso zahlreiche Ehrungen. Ungezählt sind die Interviews in den privaten wie öffentlich-rechtlichen Leitmedien, seine Auftritte in Talkshows. In der Tat: Berger inszenierte nicht nur den eigenen jahrzehntelangen Selbstbetrug. Er repräsentiert auch den inszenierten Selbstbetrug des bundesdeutschen Unternehmer-Milieus und dessen MittäterInnen.

Die Inszenierung: Der Vater als NS-Opfer

Seit 2008 überhöhte der 1937 Geborene seine Mission durch die Gründung der Roland Berger-Stiftung. Er stattete sie zunächst mit 50 Millionen Euro Stiftungskapital aus. Jährlich vergibt er seitdem den „Preis für Menschenwürde“. Die Stiftung erinnert, so Berger, an seine eigene schwere Kindheit während der Nazizeit und vor allem an sein Vorbild, seinen Vater: Der sei als guter Christ von den Nazis verfolgt worden. Doch, so jetzt das Handelsblatt mit guten Belegen – nichts davon stimmt. Alles Lüge.

Berger inszenierte die öffentliche Heiligung seines Vaters: Als Kind habe er „miterlebt, wie entwürdigend der Vater im Dritten Reich behandelt wurde.“ Die Stiftung, so der Sohn, „geht auf meinen Vater zurück, einen überzeugten Christen.“ Aufmüpfig sei sein Vater gewesen. Standhaft habe sich der Tiefgläubige gegen das Drängen der Nazis gewehrt, aus der Kirche auszutreten. Er sei zwar NSDAP-Mitglied gewesen, aber noch vor Kriegsende „aus religiöser Überzeugung aus der Partei ausgetreten.“ Und: „Unter Gefahr für sein Leben hat er gezeigt: Mit mir nicht.“ Deshalb, so Sohn Roland: „Bis heute ist mein Vater für mich ein moralisches Vorbild. Er steht für Anstand und Mut.“

Diese Legende verbreiteten Leitmedien wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Süddeutsche Zeitung, Der Tagesspiegel, Focus, Die Zeit, Die Welt, BILD,

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Neues von der Kernfusion

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21-10-19 11:01:00,

Darstellung von ITER Tokamak. Bild: Oak Ridge National Laboratory/CC BY-SA-2.0

Wird ein weiteres altes Heilsversprechen der Wissenschaft schon bald Realität?

Die “Fridays for Future”-Demonstrationen erreichen immer neue Höhepunkte, die Große Koalition in Deutschland beschließt ein Multi-Milliarden-Klimapaket, und auf dem globalen Klimagipfel in New York profilieren sich Regierungsvertreter und Vorstandschefs multinationaler Konzerne mit ihren PR-Strategen neuerdings als wohlmeinende Klimaschützer. Es scheint, dass die Frage unserer zukünftigen Energieerzeugung und ihre schädlichen Ausstöße endlich auch im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit und Auseinandersetzung angekommen sind.

Und just zu dieser Zeit, noch ohne, dass dies eine große öffentliche Aufmerksamkeit erhält, machen die Wissenschaftler auf einem Gebiet Fortschritte, das die Probleme der globalen Energieversorgung ein für alle Mal lösen könnte: die friedliche Nutzung der Kernfusion. Dabei geht es um nichts weniger als den Traum, unbegrenzte, saubere und sichere Energie aus der thermonuklearen Fusion von Atomkernen einzulösen, dieselbe, die unsere Sonne und die Sterne antreibt.

Die Geschichte der Kernfusionsforschung ist bereits 80 Jahre alt. Seit den 1930er Jahren wissen Physiker, dass unter sehr hohem Druck und hoher Temperatur Wasserstoffkerne zu Helium-Atomkernen verschmelzen – und, dass es dieser Mechanismus (sowie die Fusion größere Atomkerne) ist, der es der Sonne ermöglicht, ihre enormen Mengen an Energie zu erzeugen. Die bei diesem Prozess freiwerdenden Energiemengen sind weitaus höher als beim bereits seit mehr als 60 Jahren in Kernkraftwerken verwendeten umgekehrten Vorgang, bei dem schwere Atomkerne gespalten werden.

Der Grund für den Energiegewinn liegt darin, dass bei der Fusion von leichten Atomkernen ein klein wenig Masse verloren geht. Dieser Massendefekt manifestiert sich direkt in der (kinetischen) Energie der erzeugten Teilchen. Nach Einsteins berühmter Formel E=mc² ist diese Energie selbst bei der geringen Menge an verloren gegangener Masse enorm: Denn diese Masse (m) wird mit dem Quadrat der Lichtgeschwindigkeit (c²) multipliziert.

Bereits in den frühen 1940er Jahren entwickelten der amerikanische Forscher (und spätere Vater der Wasserstoffbombe) Edward Teller und der Italiener Enrico Fermi (der 1941 auch die erste kontrollierte Kernspaltung durchgeführt hat) erste Ideen zur Stromerzeugung durch kontrollierte Kernfusion. Ihr Grundkonzept ist bis heute die Basis für die Kernfusionsforscher: Ein Deuterium-Tritium-Plasma (Deuterium und Tritium sind Isotope des Wasserstoff, d.h. ein Proton zusammen mit einem bzw. zwei Neutronen) wird in einer Art Mikrowelle auf mehrere Millionen Grad erhitzt und dann mithilfe eines Magnetfelds eingeschlossen und kontrolliert (ein solches Plasma besteht aus geladenen Teilchen und lässt sich daher über Magnetfelder steuern).

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Wie deutsche Firmen ihre Beschäftigten mit Kameras und GPS überwachen

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21-10-19 09:36:00,

In Brandenburg hat jeder Vierte eine Partei gewählt, deren Spitzenkandidat ein Neonazi ist. Und in Sachsen konnte die konservativste CDU des Landes nicht verhindern, dass die AfD fast 30 Prozent holte. Wie kommt es zu so etwas? Wo sind die Rechtsradikalen besonders stark, wo die SPD? Und gilt die alte Annahme noch, dass eine hohe Wahlbeteiligung demokratischen Parteien und der politischen Mitte nutzt? All das lässt sich empirisch untersuchen mit Wahldaten.

Die Morgenpost und andere Medien haben eine Wahlkarte mit den Ergebnissen der Gemeinden sehr gut aufbereitet. Neben der Gesamtübersicht bietet die Aufbereitung eine „Hochburgenkarte“, anhand derer man sehr schön sehen kann, in welcher Gemeinde welche Partei wo am stärksten ist.

So erfährt man auf einen Blick, dass in der Gemeinde Schradenland fast die Hälfte der Wähler:innen die Partei des Neonazis Andreas Kalbitz gewählt hat und sowohl Linke und Grüne an der 5-Prozent-Hürde scheitern. Oder sieht anhand der Einfärbung, dass im Speckgürtel um Berlin deutlich weniger AfD gewählt wird. Auch in der interaktiven Grafik von Zeit Online wird deutlich, dass Brandenburg ein geteiltes Land ist, in dem im Nordwesten die SPD noch gewinnt, im Süden aber die AfD.

Die WAZ hat eine sehr aussagekräftige Grafik zu den regionalen Gewinnen und Verlusten der Parteien in Sachsen erstellt. Hier werden (unter Punkt 3) Gewinne und Verluste mit nach oben oder unten zeigenden Dreiecken markiert, so dass auch regionale Unterschiede sehr gut zum Vorschein kommen.

Interaktive Wählerwanderungen

Der Tagesspiegel zeigt, dass die AfD bei Jungwähler:innen unter 30 Jahren in Sachsen sogar die dort traditionell dominierenden Grünen überholen konnte, und auch in Brandenburg gewinnen die Rechtsradikalen in dieser Gruppe. Auf Zeit Online kann man sich in einer interaktiven Grafik zu den Wählerwanderungen anschauen, wer die Erstwähler politisch abholen konnte. Auch hier steht die AfD erstaunlich weit oben, kann sich aber nicht an die Spitze setzen.

Das demokratische Mantra, dass man die Nichtwähler mobilisieren müsse, damit die politische Mitte gestärkt werde, sollte ausgehend von diesen Erkenntnissen in Frage gestellt werden. Es hatte sich schon bei früheren Wahlen abgezeichnet, dass die AfD von der Gruppe der aktivierten Nichtwähler überproportional profitiert. Und auch in Brandenburg und Sachsen steht die Partei bei diesem Ausschnitt der Wählerwanderung an erster Stelle.

Endlich auch freie Lizenzen

Das ZDF hat vielleicht nicht die schönsten Grafiken,

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Heute vor 50 Jahren wurde Willy Brandt zum Bundeskanzler gewählt – eine Zäsur in der deutschen Nachkriegsgeschichte

21-10-19 09:32:00,

Für viele Menschen hatte diese Zäsur eine große Bedeutung: Verständigung mit dem Osten, innere Reformen, Reform eines verkrusteten Rechtes, Integration der aufmüpfigen Jugend (68er) in die politische Arbeit, in der Folge Anstieg des politischen Interesses und der Mitarbeit in Parteien, deutliche Verbesserung des Rufes unseres Landes … Albrecht Müller.

Basis der Wahl Willy Brandts zum Bundeskanzler war die Bundestagswahl vom 28. September 1969. Siehe hier.

Quelle: Tagesschau

Willy Brandt hatte in der Nacht nach der Bundestagswahl mit dem FDP-Vorsitzenden zusammen die neue Koalition und den Kanzlerwechsel nach 20 Jahren CDU/CSU-Herrschaft vereinbart.

Brandt war nur viereinhalb Jahre im Amt – vom 21. Oktober 1969 bis 7. Mai 1974. Das ist eine sehr kurze Zeit, vor allem gemessen an Konrad Adenauers Amtszeit von 14 Jahren, Helmut Kohl mit 16 Jahren, Angela Merkel mit 14 Jahren; selbst Gerhard Schröder war mit sieben Jahren länger im Amt als Willy Brandt. Der Leistungsvergleich sei den Leserinnen und Lesern überlassen.

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Heute vor 50 Jahren wurde Willy Brandt zum Bundeskanzler gewählt – eine Zäsur in der deutschen Nachkriegsgeschichte

21-10-19 09:32:00,

Für viele Menschen hatte diese Zäsur eine große Bedeutung: Verständigung mit dem Osten, innere Reformen, Reform eines verkrusteten Rechtes, Integration der aufmüpfigen Jugend (68er) in die politische Arbeit, in der Folge Anstieg des politischen Interesses und der Mitarbeit in Parteien, deutliche Verbesserung des Rufes unseres Landes … Albrecht Müller.

Basis der Wahl Willy Brandts zum Bundeskanzler war die Bundestagswahl vom 28. September 1969. Siehe hier.

Quelle: Tagesschau

Willy Brandt hatte in der Nacht nach der Bundestagswahl mit dem FDP-Vorsitzenden zusammen die neue Koalition und den Kanzlerwechsel nach 20 Jahren CDU/CSU-Herrschaft vereinbart.

Brandt war nur viereinhalb Jahre im Amt – vom 21. Oktober 1969 bis 7. Mai 1974. Das ist eine sehr kurze Zeit, vor allem gemessen an Konrad Adenauers Amtszeit von 14 Jahren, Helmut Kohl mit 16 Jahren, Angela Merkel mit 14 Jahren; selbst Gerhard Schröder war mit sieben Jahren länger im Amt als Willy Brandt. Der Leistungsvergleich sei den Leserinnen und Lesern überlassen.

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Heute vor 50 Jahren wurde Willy Brandt zum Bundeskanzler gewählt – eine Zäsur in der deutschen Nachkriegsgeschichte

heute-vor-50-jahren-wurde-willy-brandt-zum-bundeskanzler-gewahlt-–-eine-zasur-in-der-deutschen-nachkriegsgeschichte

21-10-19 09:32:00,

Für viele Menschen hatte diese Zäsur eine große Bedeutung: Verständigung mit dem Osten, innere Reformen, Reform eines verkrusteten Rechtes, Integration der aufmüpfigen Jugend (68er) in die politische Arbeit, in der Folge Anstieg des politischen Interesses und der Mitarbeit in Parteien, deutliche Verbesserung des Rufes unseres Landes … Albrecht Müller.

Basis der Wahl Willy Brandts zum Bundeskanzler war die Bundestagswahl vom 28. September 1969. Siehe hier.

Quelle: Tagesschau

Willy Brandt hatte in der Nacht nach der Bundestagswahl mit dem FDP-Vorsitzenden zusammen die neue Koalition und den Kanzlerwechsel nach 20 Jahren CDU/CSU-Herrschaft vereinbart.

Brandt war nur viereinhalb Jahre im Amt – vom 21. Oktober 1969 bis 7. Mai 1974. Das ist eine sehr kurze Zeit, vor allem gemessen an Konrad Adenauers Amtszeit von 14 Jahren, Helmut Kohl mit 16 Jahren, Angela Merkel mit 14 Jahren; selbst Gerhard Schröder war mit sieben Jahren länger im Amt als Willy Brandt. Der Leistungsvergleich sei den Leserinnen und Lesern überlassen.

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Das politische Sachbuch, Migration und das Verlagswesen – Hannes Hofbauer bei den BUCHKOMPLIZEN | KenFM.de

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20-10-19 06:41:00,

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Das politische Buch erlebt in den letzten Jahren eine Art Renaissance. Ob das schon Anzeichen eines gesellschaftlichen Wandels sind, fragen wir auf der Frankfurter Buchmesse Hannes Hofbauer, Historiker und Verleger im Promedia Verlag.

Im Bezug auf sein aktuelles Buch „Kritik der Migration“ wollen wir natürlich auch wissen, welche politischen und gesellschaftlichen Veränderungen auf uns zukommen und welche Bedeutung dieses Thema im Buchhandel hat.

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Veröffentlicht am: 20. Oktober 2019

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Tagesdosis 19.10.2019 – Gebt Diffamierung keine Chance! | KenFM.de

tagesdosis-19102019-–-gebt-diffamierung-keine-chance!-|-kenfm.de

20-10-19 11:17:00,

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Der Krieg um unsere Denk- Fühl- und Handlungsressourcen tobt immer stärker und die Liste der psychologischen Kriegsopfer wird täglich länger. 

Ein Kommentar von Christiane Borowy.

Diesmal hat es die Professorin für Politikwissenschaft und Frauenforschung Claudia von Werlhof getroffen: Am 4. Oktober schreibt sie einen offenen Brief an Greta Thunberg und bezahlt dies mit dem sofortigen Rückzug des Verlages, der eigentlich in Kürze ihr Hauptwerk veröffentlichen sollte. Es ist ein Musterbeispiel für die Leichtigkeit, mit der psychologische Kriegsführung gemeinhin das Denken und Fühlen abschaffen will. Es besteht also dringender Handlungsbedarf. Eine Anleitung zum Ausstieg aus automatisch ablaufenden Denk- Fühl- und Handlungsmustern. 

Ken Jebsen kennt sie. Daniele Ganser kennt sie. Dirk Pohlmann kennt sie. Alle Personen des öffentlichen Lebens, die eine andere als die herrschende Meinung vertreten, kennen sie: Die Folgen von Intrigen, Diffamierung und Rufmord. Claudia von Werlhof kennt sie seit Jahrzehnten. Schließlich beschäftigt sie sich in ihrer Forschung mit der Frage, welche Mächte mit aller Kraft versuchen, den Planeten zu zerstören, und was man tun kann und muss, um die Erde und damit alles Leben zu retten. 

Sie hat deshalb, zusammen mit Wissenschaftlern und Fachleuten aus verschiedenen Bereichen, einen öffentlichen Brief an Greta Thunberg geschrieben, der an dieser Stelle verlinkt ist (1). Ihre Verlegerin hat daraufhin „Verschwörungstheorien“ gewittert und in einer Mail empathiefrei und rücksichtslos die Zusammenarbeit beendet. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, Manipulationen zu durchschauen und die eigenen, wie automatisch ablaufenden, Denk- Fühl- und Handlungsgewohnheiten zu durchbrechen, um sich nicht in den Pferch der Meinung der Herrschenden treiben zu lassen.

Heute gibt es im Grunde keine Diskussionskultur mehr, denn es wird schon im Vorhinein dafür gesorgt, dass überhaupt nur ganz bestimmte (Anti-)thesen im Meinungsaustausch zugelassen sind. (2) Passt eine Meinung nicht in den so genannten „herrschenden Diskurs“ (3), der ein Diskurs der Herrschenden ist, wird sie in Gang gesetzt, die Diffamierungsmaschinerie. 

Der Begriff der Maschine ist von mir hier bewusst gewählt, denn eine Maschine „denkt“ binär, das heißt es gibt nur zwei Möglichkeiten: 0 und 1. Richtig oder falsch.

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Copy & Paste: Was der Mensch von der Natur lernen kann – Erwin Thoma und Franz Alt bei den BUCHKOMPLIZEN | KenFM.de

copy-&-paste:-was-der-mensch-von-der-natur-lernen-kann-–-erwin-thoma-und-franz-alt-bei-den-buchkomplizen-|-kenfm.de

20-10-19 11:05:00,

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Wir leben in hysterischen Zeiten. Der Klima-Kollaps steht vor der Tür, sagen die einen. Alles blanker Unfug mit dem CO2, sagen die anderen. Kaum ein Thema versetzt derzeit gesellschaftliche Gruppen so sehr in hitzigen Diskussionen oder politische Grabenkämpfe wie die Debatte um den Klimawandel. Trotz diverser Meinungen dazu, können wir eines festhalten: Die Natur ist unsere Lebensgrundlage und als Mensch sind wir maximal abhängig und ein Teil von ihr.

Was wir konkret von der Natur lernen können und wie das „System Natur“ funktioniert, erläutern der Förster, Betriebswirt und Holzhäuser-Export Erwin Thoma gemeinsam mit dem Buchautor und journalistischen Urgestein Franz Alt.

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Veröffentlicht am: 19. Oktober 2019

Anzahl Kommentare: 14 Kommentare

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„Der Griff nach Eurasien“ – Hermann Ploppa bei den BUCHKOMPLIZEN | KenFM.de

„der-griff-nach-eurasien“-–-hermann-ploppa-bei-den-buchkomplizen-|-kenfm.de

20-10-19 11:03:00,

Ab etwa 12:12. sagt Herr Ploppa, dass Hindenburg und Ludendorff Lenin in den Zug nach St. Petersburg gesetzt haben. Doch weniger bekannt ist, dass die Briten auch ihre Finger im Spiel hatten: Der Historiker Terry Boardman [von seinem youtube-Video habe ich auch den Hinweis auf John Charmley!] sagt sehr Interessantes hier in diesem Youtube-Video

https://www.youtube.com/watch?v=k1yJ0zID_xw

ab 1:06:02

[Auf der Leinwand erscheint eine Landkarte: „The Kaiser`s Dream“ ]

Boardman (übersetzt von mir): „1890 kam diese Landkarte in einem britischen Magazin heraus. Das ist eine deutsche Kopie davon. Das britische Magazin hieß „Truth“, das von einem ziemlich bizarren Charakter herausgegeben worden war… Und diese Landkarte zeigt des Kaisers Traum. 1890 – der Kaiser [Wilhelm] war gerade erst Kaiser geworden [1888], er war also gewissermaßen ein Unbekannter, und sie stellen sich schon vor, wie sie den Kaiser hypnotisieren. Sie hypnotisieren den Kaiser und er hat einen Traum und aus diesem Traum heraus bekommt er Visionen für das 20. Jahrhundert. Und in dieser Vision wird ein großer Krieg sein, in dem Deutschland mit Russland in einen Krieg verwickelt wird. Und als Ergebnis dieses Krieges wird Europa umgeformt und alle Monarchien werden verschwunden und durch Republiken ersetzt sein und Deutschland wird in mehrere Republiken auseinandergebrochen sein und Russland wird zu einer Wüste. Das ist das Ziel, sehen Sie? Nach diesem Krieg sollte Russland sozialistischen Marxismus haben, das ihm vom Westen injiziert worden wäre. Wir erinnern oft daran, dass Lenin vom deutschen Oberkommando erlaubt worden war, Deutschland zu durchqueren; denn das Oberkommando hoffte, Lenin würde die Revolution machen und die bolschewistische Revolution würde Russland aus dem Krieg herausnehmen. Doch wir vergessen oft, dass der Mann, der wirklich Krieg für die Bolschewiken wollte, Bürgerkrieg in Russland wollte, war Trotzki. Trotzki war der Mann vor Ort. Er war der oberste Organisator. Lenin stand im Hintergrund, …[??], der die Ideen produzierte, Trotzki ging hinaus und machte das ganze Organisatorische. Er war der Mann, der wirklich das Gehirn war, der diesen Krieg wollte und wer hat ihn nach Russland gelassen? Wir [Boardman meint die Briten]. Wir haben das getan. Wir haben ihn nach Russland gelassen. Er war bei seinem Versuch, nach Russland zu gelangen, in Kanada festgenommen worden. Er war dort festgenommen worden auf Befehl des MI5 und er war freigelassen worden auf Befehl des MI6.

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Plantagenarbeiter aus Nicaragua klagen gegen Pestizidhersteller

plantagenarbeiter-aus-nicaragua-klagen-gegen-pestizidhersteller

20-10-19 10:10:00,

Das Pestizid Nemagon machte unfruchtbar und Arbeiter krank. Hier Opfer von Nicaragua. © speroforum

Christa Dettwiler / 20. Okt 2019 –

Trotz gültigen Urteilen erhalten unfruchtbar gewordene Bananen-Arbeiter kein Geld. Jetzt klagen sie in Frankreich.

Der Fall zieht sich schon seit Jahrzehnten hin. Auf zentralamerikanischen Bananen-Plantagen wurden Pestizide eingesetzt, die Tausende von Arbeitern unfruchtbar machten. Dibromochloropropan (DBCP) ist ein Inhaltsstoff des Pestizids „Nemagon“. 1977 wurde es in den USA verboten, als sich herausstellte, dass es in Tausenden von Arbeitern Unfruchtbarkeit bewirkte, welche diesem Pestizid in US-Plantagen von Dow Chemical, Shell Oil und Occidental Chemical (heute OxyChem) ausgesetzt waren. Auf Bananen- und Ananasplantagen in Ländern mit tieferen Umweltstandards verwendeten US-Lebensmittelkonzerne „Nemagon“ jedoch bis in die 80er Jahre.

Im letzten Jahrzehnt verurteilten nicaraguanische Gerichte Dow, Shell und Occidental dazu, Hunderten von Opfern 805 Millionen US-Dollar Schadenersatz zu zahlen. Die Unternehmen weigerten sich mit dem Argument, die Gerichte seien nicht zuständig und hätten ihnen eine faire Verhandlung verweigert.

Jetzt haben 1’245 betroffene Arbeiter ihre Klage nach Europa getragen, wo die Unternehmen etliche Vermögenswerte besitzen. Kürzlich fror ein französisches Gericht bis zur Gerichtsverhandlung im Januar in Paris Aktien von Dow France im Wert von 99 Millionen Euro provisorisch ein.

Doch erst muss ein französischer Richter entscheiden, ob Gerichtsurteile aus anderen Ländern, in diesem Fall Nicaragua, überhaupt in Frankreich und in der EU vollstreckt werden können. Sollte das der Fall sein, wollen die Kläger einen Teil der 805 Millionen US-Dollar des nicaraguanischen Urteils gegen Dow einfordern. Sie bemühen sich auch darum, Vermögenswerte von Dow, Shell und Occidental in anderen europäischen Ländern einzufrieren und zu verkaufen. Sie berufen sich auf die EU-Regel, die vorsieht, dass ein Gerichtsurteil eines EU-Landes in allen 28 Mitgliedsländern vollstreckt werden kann.

Der französische Anwalt Francois-Henri Briard ist Teil des internationalen Teams, das die Arbeiter und ihre Familien vertritt. Es sei in einer globalisierten Welt für multinationale Firmen einfach, ihre Vermögenswerte zu verstecken, sagte er gegenüber der New York Times: „Genau das haben die US-Unternehmen in Nicaragua getan: Sie haben Menschen vergiftet, wurden dafür von den Gerichten verurteilt und verschwanden, ohne zu bezahlen.“ In einer solchen Welt sollten auch die Opfer Grenzen überschreiten dürfen, um zu ihrem Recht zu kommen.

Dow und Shell blockierten – zusammen mit Dole Fruit,

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„Wenn man weiß, wo der Verstand ist, hat der Tag Struktur“ – Alexander Unzicker bei den BUCHKOMPLIZEN | KenFM.de

„wenn-man-weis,-wo-der-verstand-ist,-hat-der-tag-struktur“-–-alexander-unzicker-bei-den-buchkomplizen-|-kenfm.de

19-10-19 09:06:00,

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Was bedeutet eigenständiges Denken? Wie frei können Gedanken sein, wenn sie auf gefilterten Informationen basieren? Wie reagiert das Umfeld, wenn man den Mainstream nicht bestätigt? Sind wir wirklich frei oder gehorchen wir vielmehr dem Gruppendenken, wenn Ausschluss aus der Gemeinschaft droht?

Diese und weitere Fragen beantwortet der Physiker, Psychologe und Buchautor Alexander Unzicker im Gespräch auf der Frankfurter Buchmesse 2019.

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Veröffentlicht am: 19. Oktober 2019

Anzahl Kommentare: 1 Kommentar

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Der Wahnsinn und die Realität

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19-10-19 08:17:00,

Anfahrt auf Berlin. Die klassische Musik im Radio wird unterbrochen. Es folgen die Nachrichten. Es ist 2:00 Uhr. Morgens. Erste Meldung: Die Bundesregierung will das „Klima-Paket“ abschwächen. Offenbar auf Druck aus der CSU. Jener CSU, deren Chef, der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, sich seit einigen Monaten als Vorzeige-Ökologe zu inszenieren sucht.

Ich fahre in den Regierungsbezirk der deutschen Hauptstadt ein. Um 2:23 Uhr finde ich einen Parkplatz. Direkt am Klimacamp. Allerdings im Halteverbot. Aber bei dem, was ich in der kommenden Woche vorhabe, kommt es auf einen Regelbruch mehr oder weniger nicht an.

Sieben Minuten später finde ich mich an einem konspirativ vereinbarten Treffpunkt ein. Handy und Computer habe ich im Auto zurückgelassen. Sieben, acht Leute kommen. Einer weiß Bescheid, wohin es geht. Wir laufen los.

Unterwegs treffen wir andere, ebenfalls kleine Grüppchen. Auf einem kleinen Platz hinter viel Gebüsch sammeln wir uns. Ich werde abkommandiert, am Straßeneck den nachkommenden Grüppchen und Einzelpersonen die Richtung zum Sammelpunkt zu weisen. Das kommt mir entgegen. Eine klare, kleine Aufgabe. Ich bin diesmal Basisaktivist, in keinerlei Strukturen eingebunden.

Ich treffe einen Freund aus dem Hambi. Wir sind jetzt vielleicht 40 Leute. Schweigend und sehr leise setzt sich unser Zug in Bewegung. Runter von der Straße. Ab in einen Park. Irgendwann halten wir. Weiter vorne auf dem Weg kreuzt ein Fahrrad mit einer sehr starken Lampe auf und ab. Ein Zug von vielleicht 20 Aktivisten kommt uns entgegen. Wir machen eine Gasse frei. Schweigend grüßen wir uns.

Dann kommt das Fahrrad mit dem starken Licht heran. „Die Schilder, die Schilder…“, flüstert es durch unsere Reihen. Eine Tüte mit Schildern kommt zum Vorschein. Transparente werden aus Rucksäcken geholt. Wir setzen uns wieder in Bewegung und sammeln uns dann hinter der Böschung einer großen Straße. In der Gegend sind schon einige andere Gruppen aktiv. Wir sind etwas unentschlossen. „Polizei!“, flüstert es. Oben auf der Kreuzung sehen wir einen Polizeiwagen. Er bleibt stehen. Wir ziehen uns langsam zurück, unter die Büsche. Dann aber setzen wir uns schnell in Bewegung, laufen auf die Straße, dort sind schon andere, es kommen noch mehr Aktivisten dazu. Wir bilden eine Kette über die ganze, mehrspurige Straße.

Die Straße ist „der 17. Juni“. Wir sind jetzt 100 oder 120 Leute. Ein Mannschaftswagen der Polizei kommt und sichert die Kreuzung.

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Der letzte Akt

der-letzte-akt

19-10-19 08:13:00,

Unsere Geschichte ist nicht neu. Die eklatanten Lügen und Dummheiten der unfähigen und korrupten Eliten. Die Unfähigkeit, die kostspieligen, endlosen Krieg aufzuhalten und die gigantischen Ausgaben für das Militär zu senken. Die Plünderung einer belagerten Bevölkerung durch die Reichen. Die Zerstörung des Ökosystems. Der Zerfall und die Aufgabe einer einst effizienten Infrastruktur. Der Zusammenbruch der Institutionen, die einen funktionierenden Staat aufrechterhalten, von der Bildung bis zur Diplomatie. Die Welt hat all das schon gesehen. Es ist die altbekannte Krankheit des Endes einer Zivilisation. Zunächst ist es auf eine düstere Art unterhaltsam, sogar inmitten des zunehmenden Leids. Doch am Ende wird jedem das Lachen vergehen.

Die Natur des Menschen ändert sich nicht. Sie folgt ihren bekannten und zyklischen Mustern. Der Unterschied ist, dass diesmal der ganze Planet mit uns untergehen wird. Bis zum Ende werden wir unter dem Bann von Narren und Betrügern gehalten. Denn was sind Demagogen wie Donald Trump und Boris Johnson oder Vertreter der Positiven Psychologie und Prognostiker der „besten aller möglichen Welten“ wie Steven Pinker anderes als Scharlatane, die darauf bestehen, dass die Tragödie, der wir gegenüberstehen, nicht real ist?

Was sind die Technokraten und Wissenschaftler, die uns erzählen wollen, dass Bildung und westliche Zivilisation uns in rationale Wesen verwandeln können, anderes als Schamanen? Und was sind die Konzern-Titanen, die ein Vermögen mit ihren Waffen, Chemikalien, fossilen Brennstoffen oder umweltzerstörerischer Tierzuchtindustrie machen, anderes als Menschenopfer fordernde Hohepriester?

Die menschliche Geschichte ist immer die gleiche. Gekleidet in neue Kostüme und unter Verwendung neuer Hilfsmittel erleben wir sie immer und immer wieder. Würden wir uns nach wie vor mit Philosophie, Literatur, Geschichte, Poesie und Theologie beschäftigen, käme es für uns nicht überraschend, dass Gier, Hedonismus und Hybris mühelos die Empathie und Vernunft zunichtemachen.

Aber weil wir das nicht tun, weil wir lieber jeden Tag mehrere Stunden damit verbringen, durch das Anstarren elektronischer Bildschirme kleine Mengen an Dopamin auszuschütten, denken wir, dass es seit Beginn der Menschheit nichts uns Vergleichbares gegeben hat. Wir sind blind gegenüber der Tatsache, dass die Klimabedingungen, die in den vergangenen 10.000 Jahren die Entfaltung von Zivilisationen ermöglichten, bald durch einen brutalen Überlebenskampf ersetzt werden.

Der Mensch lebt seit ungefähr 200.000 Jahren auf einem Planeten, der schon seit 4,5 Milliarden Jahren existiert.

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Tagesdosis 18.10.2019 – NATO-Bündnisfall in Nordsyrien? – Verrückter geht‘s nicht. | KenFM.de

tagesdosis-18102019-–-nato-bundnisfall-in-nordsyrien?-–-verruckter-geht‘s-nicht-|-kenfm.de

18-10-19 08:28:00,

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Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Letzte Woche hat die Türkei ihre lange geplante Militäroffensive in Nordsyrien begonnen. Erklärtes Ziel ist es, die von den Amerikanern bewaffneten und ausgebildeten Kurdenmilizen der YPG aus einem 35 Kilometer tiefen Streifen entlang der türkisch-syrischen Grenze zu verjagen und die zivile Kurdenbevölkerung in einem Akt der ethnischen Säuberung gleich mit zu vertreiben. In dem so geleerten Grenzstreifen sollen dann auf syrischer Seite unter Kontrolle des türkischen Militärs arabisch-stämmige syrische Flüchtlinge aus der Türkei zurückgeführt und angesiedelt werden.

Diese unter dem Schutz türkischer Bajonette zurückgeführten syrischen Flüchtlinge würden dann – so das Kalkül in Ankara – in dem Grenzstreifen eng mit den türkischen Besatzern/Beschützern zusammenarbeiten. Um ihre neuen Häuser, Felder und Dörfer gegen alle Rückkehrversuche der vertriebenen Kurden zu verteidigen, würden die neu angesiedelten syrisch-arabischer Bewohner des Grenzstreifens jedes Eindringen kurdischer YPG-Kräfte sofort melden. Damit wäre aus Sicht Ankaras ein dauerhafter Keil zwischen die YPG-Kurden in Syrien und der als kurdische Terror-Organisation angesehenen PKK in der Türkei getrieben. Die türkische Militärinvasion, die unter dem Namen „Friedensquelle“ abläuft, hätte ihre Mission erfüllt.

Aber es kam anders.

Bereits wenige Tage nach der türkischen Invasion hatte der politische Arm der YPG, der unter dem Namen „Syrische Demokratische Kräfte“ (SDF) firmiert, mit der syrischen Regierung von Baschar al- Assad eine Vereinbarung getroffen, wonach diese den Kurden bei der Verteidigung Rojavas, – so heißt das syrisch-kurdische Stammgebiet, in dem die YPG operiert –  zu Hilfe kommt. Das war das Resultat langjähriger und zäher Vermittlungen russischer Diplomaten. Viele Indizien deuten darauf hin, dass die Syrisch Arabische Armee (SAA) von Präsident Assad auf diese Entwicklung vorbereitet war, denn sie konnte in einer unglaublichen Schnelle darauf reagieren.

Unter dem Vorwand, das letzte verbliebene Nest der islamistischen Kopfabschneider in der Provinz Idlib im Nordosten Syriens in einer Großoffensive zu befreien, wurden in den letzten Wochen SAA-Verbände mit schwerem Gerät in der Nähe der Kurdengebiete zusammengezogen. Sofort nach Inkrafttreten des Abkommens mit den YPG-Kurden stießen dann Einheiten der russischen Militärpolizei, begleitet von Lotsen der YPG bis zu den syrisch-türkischen Grenzübergängen vor.

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Bei der Geschwindigkeitsbegrenzung geht es nicht nur um km/h, es geht auch um den “Geist”, der unser Zusammenleben prägen soll.

bei-der-geschwindigkeitsbegrenzung-geht-es-nicht-nur-um-km/h,-es-geht-auch-um-den-“geist”,-der-unser-zusammenleben-pragen-soll.

18-10-19 08:28:00,

Im Deutschen Bundestag wurde gestern über den Antrag der Grünen für ein generelles Tempolimit von 130 Km/h abgestimmt. Für den Antrag stimmten 126 Abgeordnete, dagegen 498. Das ist ein niederschmetterndes Ergebnis. Es zeigt, dass die Mehrheit der Abgeordneten – und ursächlich wohl vor allem die CDU/CSU – die Gesamtzusammenhänge nicht begreift und außerdem wohl von der Automobilwirtschaft beeinflusst wird. Die Bedeutung, die die Geschwindigkeitsbegrenzung insgesamt für unser Zusammenleben haben könnte, sieht die Mehrheit im Deutschen Bundestag offensichtlich nicht. Albrecht Müller.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

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Vor kurzem kamen wir im Gespräch mit zwei meiner besten Freunde auf die Geschwindigkeitsbegrenzung zu sprechen. Sie meinten, eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung sei schon deshalb Unsinn, weil eine Geschwindigkeitsbegrenzung schon auf fast allen Autobahnen gelten würde. Auf der A5 und auf der A8, und auf der A6 und auf der A1 und auf der A2 usw. gelte immer mal wieder eine Begrenzung auf 130 oder 100. Das sei doch schon eine nahezu allgemeingültige Geschwindigkeitsbegrenzung. – Ich habe daraufhin versucht zu erklären, dass diese einzelnen Einschränkungen, und seien es noch so viele, Wichtiges nicht ändern: den aggressiven Geist, der auf unseren Straßen und insbesondere auf den Autobahnen herrscht. Dieser muss gebrochen werden. Wir müssen hierzulande das erreichen, was zum Beispiel Frankreich mit seiner Geschwindigkeitsbegrenzung auf 130 auf den Autobahnen und 80 auf Landstraßen erreicht hat: ein unaufgeregter Umgang miteinander auf den Straßen.

In Frankreich wird die Geschwindigkeitsbegrenzung zusätzlich effizient kontrolliert und das bedeutet, dass allenfalls jene, denen eine hohe Strafe finanziell nichts ausmacht, meinen könnten, sie könnten den allgemeinen Konsens mit ihren protzigen Autos durchbrechen. Das geschieht aber wenig. Die Atmosphäre ist verändert.

Die allgemeine und kontrollierte Geschwindigkeitsbegrenzung könnte der Einstieg dafür sein, den Umgang miteinander grundsätzlich zu verändern: kommunikativer, rücksichtsvoller, weniger egoistisch, solidarischer.

Das würde gehen und das hätte große Auswirkungen für unsere Gesellschaft und für das Wohlergehen jedes Einzelnen. Denn wie wir uns fühlen, und wie es uns geht, das hängt ja nicht nur davon ab, was wir verdienen oder haben, ob wir einen festen Arbeitsvertrag oder einen befristeten haben, und auch nicht nur davon, ob wir gesund sind oder nicht, ob wir in einer guten Partnerschaft leben und einen interessanten Freundeskreis haben,

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Bei der Geschwindigkeitsbegrenzung geht es nicht nur um km/h, es geht auch um den “Geist”, der unser Zusammenleben prägen soll.

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18-10-19 08:28:00,

Im Deutschen Bundestag wurde gestern über den Antrag der Grünen für ein generelles Tempolimit von 130 Km/h abgestimmt. Für den Antrag stimmten 126 Abgeordnete, dagegen 498. Das ist ein niederschmetterndes Ergebnis. Es zeigt, dass die Mehrheit der Abgeordneten – und ursächlich wohl vor allem die CDU/CSU – die Gesamtzusammenhänge nicht begreift und außerdem wohl von der Automobilwirtschaft beeinflusst wird. Die Bedeutung, die die Geschwindigkeitsbegrenzung insgesamt für unser Zusammenleben haben könnte, sieht die Mehrheit im Deutschen Bundestag offensichtlich nicht. Albrecht Müller.

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Vor kurzem kamen wir im Gespräch mit zwei meiner besten Freunde auf die Geschwindigkeitsbegrenzung zu sprechen. Sie meinten, eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung sei schon deshalb Unsinn, weil eine Geschwindigkeitsbegrenzung schon auf fast allen Autobahnen gelten würde. Auf der A5 und auf der A8, und auf der A6 und auf der A1 und auf der A2 usw. gelte immer mal wieder eine Begrenzung auf 130 oder 100. Das sei doch schon eine nahezu allgemeingültige Geschwindigkeitsbegrenzung. – Ich habe daraufhin versucht zu erklären, dass diese einzelnen Einschränkungen, und seien es noch so viele, Wichtiges nicht ändern: den aggressiven Geist, der auf unseren Straßen und insbesondere auf den Autobahnen herrscht. Dieser muss gebrochen werden. Wir müssen hierzulande das erreichen, was zum Beispiel Frankreich mit seiner Geschwindigkeitsbegrenzung auf 130 auf den Autobahnen und 80 auf Landstraßen erreicht hat: ein unaufgeregter Umgang miteinander auf den Straßen.

In Frankreich wird die Geschwindigkeitsbegrenzung zusätzlich effizient kontrolliert und das bedeutet, dass allenfalls jene, denen eine hohe Strafe finanziell nichts ausmacht, meinen könnten, sie könnten den allgemeinen Konsens mit ihren protzigen Autos durchbrechen. Das geschieht aber wenig. Die Atmosphäre ist verändert.

Die allgemeine und kontrollierte Geschwindigkeitsbegrenzung könnte der Einstieg dafür sein, den Umgang miteinander grundsätzlich zu verändern: kommunikativer, rücksichtsvoller, weniger egoistisch, solidarischer.

Das würde gehen und das hätte große Auswirkungen für unsere Gesellschaft und für das Wohlergehen jedes Einzelnen. Denn wie wir uns fühlen, und wie es uns geht, das hängt ja nicht nur davon ab, was wir verdienen oder haben, ob wir einen festen Arbeitsvertrag oder einen befristeten haben, und auch nicht nur davon, ob wir gesund sind oder nicht, ob wir in einer guten Partnerschaft leben und einen interessanten Freundeskreis haben,

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The Wolff of Wall Street: Europäische Union | KenFM.de

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18-10-19 08:16:00,

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Geld regiert die Welt. Nur, wer regiert das Geld?

Wirtschaftsjournalist Ernst Wolff erklärt jeden Freitagmittag, um 12.00 Uhr, Begriffe, Mechanismen und Gesetze aus der Finanzbranche, die uns täglich als alternativlos verkauft werden, aber nur Wenige verstehen. Das soll sich ändern! THE WOLFF OF WALL STREET erklärt uns heute: „Europäische Union“.

Die Europäische Union und ihre Vorgängerorganisationen galten jahrzehntelang als Garant für Sicherheit und Wohlstand in Europa.

Seit einigen Jahren aber erleben wir einen immer stärkeren Zersetzungsprozess der EU, der sich unter anderem im Brexit oder in den separatistischen Bewegungen in Spanien, Belgien, Italien und Großbritannien äußert. Und in Brüssel hat sich eine riesige Bürokratie aus Karrieristen etabliert, die eine größere Nähe zu Industrie- und Finanzlobbyisten aufweist als zum Rest der europäischen Bevölkerung.

Was sind die Gründe für diese Entwicklung? Weshalb haben sich Anspruch und Wirklichkeit so weit voneinander entfernt? Werfen wir dazu einen Blick auf die Geschichte der EU vor dem Hintergrund der globalen politischen und wirtschaftlichen Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte.

1957 haben Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, die Niederlande und Luxemburg die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gegründet. 1967 wurde die EWG um mehrere Länder erweitert und in „Europäische Gemeinschaft“, kurz EG, umbenannt.

Sowohl die Gründung als auch die Erweiterung fanden mit der Zustimmung der USA statt, die die Welt damals militärisch, politisch und wirtschaftlich dominierten und im Zusammenrücken Westeuropas die Errichtung eines Bollwerks gegen ihren globalen Gegenspieler, die Sowjetunion, sahen.

Diese weltpolitische Konstellation ging allerdings mit dem Fall der Sowjetunion und der deutschen Wiedervereinigung zu Beginn der Neunziger Jahre zu Ende. Als 1993 die EU gegründet wurde, beobachteten die USA die Entwicklung mit Sicherheit sehr viel kritischer als zuvor.

Durch die Wiedervereinigung war nämlich Deutschland, in zwei Weltkriegen der große Gegenspieler der USA, zur wirtschaftlich und politisch stärksten Kraft in der EU aufgestiegen und konnte von nun an erheblichen Einfluss auf ihre weitere Entwicklung nehmen.

Der erste große Meilenstein der deutschen Dominanz in der EU war die Einführung des Euros. Da die DM damals sehr gefragt war und deshalb unter hohem Aufwertungsdruck stand,

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Auf der Suche nach dem mehrfachen Mehrwert

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18-10-19 07:37:00,

Im Zuge der letzten Jahre ist die Aufmerksamkeit für den Klimawandel deutlich angestiegen. Kaum ein Gespräch unter Freunden, das sich nicht irgendwann um das Klima dreht. Und auch in der öffentlichen Diskussion ist das Thema plötzlich ganz oben auf der Tagesordnung. Endlich!

Auch die Klimaforscher haben plötzlich entdeckt, dass es einen Domino-Effekt gibt, der das Klima sehr rasch ändern könnte.

Ich habe in meinem abschließenden Bericht an das Sekretariat für Zukunftsforschung schon 1996 eingehend vor den selbstverstärkenden Effekten im Klimasystem gewarnt und dies in mehreren Artikeln noch einmal verdeutlicht. Zuletzt 2005 in einer Artikelserie für Telepolis mit dem Titel „Kommt das Jahrhundert der Jahrhundertkatastrophen?“:

Gleichzeitig habe ich damals in meiner Panik, dass unser Klimasystem tatsächlich „kippen“ könnte, einen Ansatz entwickelt, wie wir aus der selbstzerstörerischen Dynamik des ökonomischen Mehrwerts aussteigen können: indem wir die Ökonomie erweitern, von einem einfachen — immer nur individuell berechneten Mehrwert — zu einem mehrfachen Mehrwert.

Damals hatten wir im Sekretariat für Zukunftsforschung zahlreiche gute Ideen, wie wir eine nachhaltige Gesellschaft entwickeln können, und waren aktiv daran beteiligt, als das nördliche Ruhrgebiet zum „Emscher Park“ umgebaut werden sollte. Mit unseren Ideen stießen wir aber immer wieder gegen „ökonomische Betonmauern“. „Wer soll das bezahlen?“, war eine beliebte Frage, oder „Ihre Ideen sind gut, aber wenn ich das mache, bin ich in drei Monaten meinen Posten los“, sagte mir einmal ein Vorstandsvorsitzender einer großen Firma.

Dann fiel mir jedoch auf, dass sowohl Ökonomie wie auch Ökologie denselben Wortstamm haben: Oikos.

Befasst man sich einmal eingehender mit dem Unterschied zwischen Ökonomie und Ökologie, kommt man zu einem erstaunlichen Ergebnis: Beide sind im Grunde Lehren vom guten Haushalten.

Sowohl Ökonomie als auch Ökologie leiten sich etymologisch vom griechischen Wort Oikos ab. „Oikos“ ist das Haus oder der Haushalt, „Nomos“ ist die Lehre oder das Gesetz, Ökonomie ist also die Lehre vom guten Haushalten. „Logos“ ist der Sinn oder der Lehrsatz. Ökologie ist also ebenfalls eine Lehre vom guten Haushalten. Wo liegt da eigentlich der Widerspruch?

Ökonomie ist die Lehre vom eigenen Haushalten — was ist meins und wie kann ich es mehren?

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Die Real-Utopie

die-real-utopie

18-10-19 07:35:00,

Kurz hinter dem Trou Du Diable, dem Teufelsloch, wie die Tahitianer den Fels nannten, durch den die Brandung rauschte, halfen Rudolfs Krieger Cording eine steinerne Terrasse hinauf, deren Stufen etwa eine Höhe von anderthalb Metern hatten. Die sieben Stufen, waren Restbestände eines jahrhundertealten Tempels. Doch er konnte die nötige Ehrfurcht für diesen historischen Ort im Moment nicht aufbringen, stattdessen verfluchte er die Steine, an denen er fortwährend abrutschte, während die anderen nicht die geringsten Schwierigkeiten mit ihnen zu haben schienen. Immerhin war Maeva diskret genug, seine peinlichen Bemühungen zu ignorieren.

Als er keuchend auf der Ebene anlangte, versuchte er als erstes, seinem rasselnden Atem Einhalt zu gebieten. Das funktionierte nur, indem er die Luft anhielt. Eine angemessene Reaktion angesichts eines solchen Bühnenbildes. Auf einer Fläche, die bequem fünfzig Personen und drei Kokospalmen Platz bot, saßen die Tänzer von OTahiti E im Gras.

Die Männer trugen weite Trainingshosen und die Mädchen sahen aus, als seien sie aus den muffigen Proberäumen eines Balletts in die Natur geflüchtet. Sie trugen wollene Stulpen und zerrissene Trikots, wie überall auf der Welt, wo der grazile Ausdruck des Tanzes auf hartem Training basiert. Ein Mann in Cordings Alter, der sich ein Handtuch um den Hals geschlungen hatte, trat vor die Truppe. Das fröhliche Geplauder erstarb und es war nur noch der Gesang der Vögel zu hören.

„Unsere Erde schreit vor Schmerz,“

deklamierte der Mann mit fester Stimme.

„Die nährende Erde leidet.

Aber hören wir sie?

Nein, wir wollen nicht hören.

Wir wollen ihr Leid nicht wahrnehmen.

Sind wir bereits so degeneriert, dass wir unsere eigenen Interessen höher stellen, als die Erde?

Schaut hin, schaut, was die Menschen machen:

SIE VERGEWALTIGEN IHRE MUTTER!

Die Erde wird uns dafür verschlingen. Die Menschen werden sterben.

Nur Liebe und Respekt können sie retten.“

Der Mann klatschte in die Hände: „So, das Ganze noch mal im Chor! Und denkt daran, es sind die Schlusssätze des Stücks. Also ein bisschen mehr Ausdruck, wenn ich bitten darf. Die Mädels nach links, die Jungs nach rechts! Wir proben den Text noch einmal von Anfang an!“

Cording saß die nächste Stunde wie gebannt im Gras.

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Eine Frage des Wollens

eine-frage-des-wollens

18-10-19 07:33:00,

Veränderung ist einfach, wenn man sie wirklich will. Das fand Gerald Hüther in seinen Forschungen über die Funktionsweise unseres Gehirns heraus (1).

„Aber das mit dem Wollen ist eben so ein Problem. Das wissen ja die wenigsten Leute, aber das Gehirn ist ja nicht so sehr zum Denken da. (…) Das große Anliegen des Hirns besteht darin, möglichst viel Energie zu sparen. (…) Schon einen Gedanken daran zu haben, dass wir uns verändern könnten, da fangen die Nervenzellen kräftig an zu feuern, dann geht der Energieverbrauch in die Höhe. Und dann macht man das, was man meistens macht, dass man in die alten Muster zurückfällt und dann hat man wieder Ruhe“ (1).

Um das Gehirn zu motivieren, müsste man also auf der Bewusstseinsebene ein Bild entwickeln, das größer ist, als dass man jetzt einfach nur den nächsten Tag überstehen will.

„Das heißt, man müsste eine Vision haben“ (1).

Wenn es bisher also an konkreten Maßnahmen zum Schutz unseres Planeten mangelt, liegt das vielleicht daran, dass uns nichts Positives dazu motiviert?

In der aktuellen Klimadebatte fällt es schwer, in Visionen zu denken, da das Narrativ durch die Vermeidung des Negativen („der Öko-Katastrophe“) bestimmt ist. Diese Denkweise würde zum Beispiel beim Fußball bedeuten, dass man nur spielt, um nicht zu verlieren. Wie motivierend wäre das für ein Team? Anstatt immer nur gegen etwas zu kämpfen, könnten wir uns fragen:

Wofür engagieren wir uns? Was möchten wir gewinnen? In welcher Welt möchten wir leben?

Wir brauchen Klarheit darüber, wohin die Reise gehen soll. Demonstrieren, diskutieren, „Wir müssten“-Reden schwingen bringen uns nicht weiter. Das liegt in der Natur unseres Gehirns. Deshalb höre ich jetzt an dieser Stelle auch damit auf.

Wenn Sie sich nach etwas Erholung von der Klima-Debatte und von den verwirrenden Informationen über das Klima sehnen, empfehle ich Ihnen, die Trilogie von Dirk C. Fleck um das Tahiti-Projekt zu lesen. Vielleicht kann es auch in Ihnen den Funken entfachen, ergebnisorientiert und hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken.

Nach einem hektischen Tag nehme auch ich mir heute endlich die Freiheit, einfach mal wieder auf meiner Terrasse zu lesen. Vor allem, weil ich diesen Artikel für unsere Rubikon-Sonderausgabe zum Thema Umwelt schreiben möchte und dabei sofort an ebendiese Bücher von Dirk C.

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Rebellion mit Empathie

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18-10-19 07:30:00,

„Until we win!“, lautet der Ausruf, mit dem die Plenumssitzungen der Extinction Rebellion (kurz: XR) weltweit enden. Diese unterscheiden sich von jenen zahlreichen Plenarsitzungen, die jeder politisch mehr oder weniger aktive Mensch meist total ermüdend und nervenzerrend schon erlebt hat. Nicht so bei XR! Bei Extinction Rebellion sind die Plenarsitzungen von einer angenehmen, zügigen und vor allem empathischen Gesprächskultur geprägt. Ein ausgeklügeltes Handzeichen-System gibt jedem Teilnehmer einen unsichtbaren Konsolencontroller in die Hand, durch den er die Sitzung zielführend beeinflussen kann.

Dieser Aspekt steht sinnbildlich für die XR-Bewegung. Wer von Bewegungen enttäuscht wurde, die an dem Narzissmus, der Dickköpfigkeit und der Sturheit einzelner Protagonisten gescheitert sind — wie beispielsweise „Aufstehen“ —, dem dürfte bei XR regelrecht das Herz aufgehen. Das Miteinander ist von einer Empathie und einer Herzlichkeit geprägt, die man in vielen linken, von intellektuellem Narzissmus durchtränkten Bewegungen schmerzlich vermisst.

XR ist eine taufrische Graswurzelbewegung — im Herbst 2018 in London gegründet —, die sich in Windeseile über die gesamte Erdkugel verbreitete und von Vornherein auf teilweise äußerst spektakulären zivilen Ungehorsam setzte. XR veranstaltet keine „Latschdemos“ (Florian Kirner), bei denen man ein bisschen mitläuft, sich Reden anhört und anschließend wieder nach Hause geht. Nein, XR initiiert kreativen, wirksamen Protest, der es vermag, die Öffentlichkeit zu irritieren sowie die Passanten und die Berufstätigen auf die drohende Klimakrise aufmerksam zu machen. Gemäß der jeweiligen Risikobereitschaft kann jedes Mitglied selber entscheiden, in welchem Grad es sich an den Formen des zivilen Ungehorsams beteiligt. Der Fokus liegt klar und deutlich auf der Selbstermächtigung des Einzelnen. So heißt es auf der Internetseite von XR:

„Wir können nicht mehr warten! Regierungen werden unsere Welt nicht retten. Wir müssen selbst handeln und die Verantwortung übernehmen — für unsere Umwelt, aber auch für den achtsamen Umgang untereinander.“

Zur Erlangung dieses Ziels besitzt XR eine innovative Organisationsstruktur, die auf dem Studium sämtlicher sozialer, emanzipatorischer Bewegungen basiert. Diese wurden daraufhin geprüft, welche ihrer Methoden zum Erfolg führten und welche nicht. So agiert XR absolut gewaltfrei und friedlich und kommt ohne individuelle Schuldzuweisungen aus. Die Schuld wird im System als Ganzem verortet. Die Kommunikation innerhalb der Bewegung verläuft im physischen Beisammensein, wie oben bereits beschrieben, durch ein Handzeichensystem schnell, effizient sowie empathisch, und im Online-Austausch verschlüsselt.

XR ist die erste Bewegung in dieser Größenordnung und Effizienz,

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Systemwechsel für den Wandel!

systemwechsel-fur-den-wandel!

18-10-19 07:29:00,

Die Herrschenden haben Grund zur Besorgnis. „Kapitalismus tötet“, hieß es auf einem Banner von F4F in Hannover. Vor der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt am Main forderte die Bewegung: „Verbrennt den Kapitalismus, nicht die Kohle“. Die Systemfrage wird nicht nur in Deutschland laut.

Bei den Protesten in Deutschland am 20. September blieb erstmals ziviler Ungehorsam nicht aus. Zum Beispiel in Berlin, Gießen und Hamburg blockierten junge Leute Straßen und Plätze. Ihre Aktionen blieben friedlich, aber der Polizei in der Hansestadt waren die Jugendlichen wohl zu stur. Die Beamten räumten die sich hartnäckig immer wieder Hinsetzenden schließlich mit Gewalt weg. Dafür erntete die Polizei nicht nur Kritik. In sozialen Netzwerken wurde sie vom autoritären Spektrum dafür geradezu gefeiert.

Entsprechend reagieren die Markt-Fetischisten und ihre medialen Propaganda-Organe. „Radikalisiert sich F4F?“, titelte die zum Madsack-Verlag gehörende Zeitung Die Neue Presse zwei Tage vor dem globalen Klimastreik. Aufgeregt warnte sie: In Hannover mische die vom Verfassungsschutz beobachtete „Interventionistische Linke“ mit. Denn diese wolle schließlich „das System“ stürzen.

Diverse Springer-Blätter verfielen in ähnliche Hysterie. In Hamburg und Schleswig-Holstein wollten im Rahmen von F4F „Linksextreme den Verkehr lahmlegen“, schrieb am 18. September Die Welt. Die Aktivisten hielten es „nicht nur für legitim, sondern sogar für notwendig, Aktionen des zivilen Ungehorsams durchzuführen“, wetterte das Blatt. Und das Hamburger Abendblatt trommelte: Der Verfassungsschutz warne bereits ausdrücklich vor Linksextremisten bei der Klimademo.

Auch Politiker verteidigen eifrig den „heiligen Markt“, der dem Kapital doch Profit in die Taschen spülen muss. So zeterte der CDU-Mann und BlackRock-Millionär Friedrich Merz in den Zeitungen, die vom Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) mit Artikeln beliefert werden: Bei F4F gehe es „gegen unsere freiheitliche Lebensweise, um die Zerstörung der marktwirtschaftlichen Ordnung“.

Die gleiche Panik schiebt der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki. Laut Handelsblatt warf der Großaktionär F4F eine „starre Haltung“ vor. „Der Rigorismus der Klima-Bewegung wird irgendwann dazu führen, dass Konflikte nicht mehr friedlich ausgetragen werden, sondern im Zweifel gewalttätig“, so Kubicki.

Die rechts- und marktradikale AfD bläst in das gleiche Horn. Deren Bundestagsabgeordneter Götz Frömming jammerte am Tag der Proteste: „Wenn Greta Thunberg dazu aufruft, sich nicht mehr an die Spielregeln zu halten und fordert, dass alles sich ändern müsse,

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WSI-Verteilungsbericht: Einkommensungleichheit auf neuem Höchststand

18-10-19 06:47:00,

Einkommensungleichheit auf neuem Höchststand

Arme Haushalte zunehmend tiefer unter der Armutsgrenze

Neuer WSI-Verteilungsbericht / Pressemeldung der Hans-Böckler-Stiftung

Die Schere bei den verfügbaren Einkommen hat sich in Deutschland weiter geöffnet. Die Einkommensungleichheit befindet sich trotz der über Jahre guten wirtschaftlichen Entwicklung auf einem historischen Höchststand. Das zeigen übereinstimmend Berechnungen mit unterschiedlichen statistischen Maßen zur Einkommensverteilung.

Armutsschere-Reichtumsschere-Armut-Reichtum-Einkommensarmut-Einkommensschere-Einkommensspreizung-Einkommensungleichheit-Kritisches-Netzwerk-Ungleichheit So lag der Gini-Koeffizient, das gebräuchlichste Maß für Ungleichheit, Ende 2016 sogar noch um zwei Prozent höher als 2005 – dem Jahr, das unter Forschern nach einem drastischen Anstieg der Einkommensspreizung seit Ende der 1990er Jahre als besonders „ungleich“ gilt. Zwei Faktoren haben die materielle Ungleichheit in den vergangenen Jahren vor allem wachsen lassen: Hohe Einkommensgruppen haben von sprudelnden Kapital- und Unternehmenseinkommen profitiert und dadurch die große Mehrheit der Haushalte in Deutschland beim verfügbaren Einkommen deutlich hinter sich gelassen.

Gleichzeitig sind die 40 Prozent der Haushalte mit den geringsten Einkommen zurückgefallen – auch gegenüber der Mitte, deren Einkommen wiederum durch die gute Arbeitsmarktlage und spürbare Lohnsteigerungen real solide zunahm.

Dementsprechend liegt die Armutsquote ebenfalls auf hohem Niveau. Und die Armutslücke, sie beschreibt das Jahreseinkommen, das armen Haushalten rechnerisch fehlt, um die Armutsgrenze von 60 Prozent des mittleren Einkommens zu überschreiten, ist zwischen 2011 und 2016 preisbereinigt um 29 Prozent gewachsen: Um 779 Euro auf mehr als 3400 Euro. Zu diesen Ergebnissen kommt der neue Verteilungsbericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Basis der Studie sind die aktuellsten vorliegenden Daten aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP), der größten repräsentativen Panel-Befragung in Deutschland, für die jährlich über 25.000 Menschen in Deutschland interviewt werden.

„Die aktuellen Daten zeigen, dass all jene Politiker und Ökonomen falsch liegen, die Entwarnung geben wollten, weil sich der rasante Anstieg der Einkommensspreizung nach 2005 zunächst nicht fortgesetzt hat“, sagt WSI-Expertin Dr. Dorothee Spannagel. „Richtig ist: Die Ungleichheit wächst aktuell deutlich langsamer, und die Entwicklung unterminiert nicht mehr so stark die Position der Haushalte mit mittleren Einkommen wie vor anderthalb Jahrzehnten: Wer eine feste, reguläre Arbeitsstelle hat, der hat zuletzt auch nach Abzug der Inflation spürbar mehr Einkommen zur Verfügung, insbesondere, wenn sie oder er nach Tarif bezahlt wird.“

spd_arbeitsmarktliberalisierung_niedriglohn_sozialabbau_vertrauensverlust_neoliberalismus_waehlerwille_kritisches_netzwerk_glaubwuerdigkeit_kredibilitaet_andrea_nahles_olaf_scholz.jpg Trotz dieses positiven Trends, so die Forscherin

„[. .] geht die Polarisierung in Deutschland weiter.

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WSI-Verteilungsbericht: Einkommensungleichheit auf neuem Höchststand

wsi-verteilungsbericht:-einkommensungleichheit-auf-neuem-hochststand

18-10-19 06:47:00,

Einkommensungleichheit auf neuem Höchststand

Arme Haushalte zunehmend tiefer unter der Armutsgrenze

Neuer WSI-Verteilungsbericht / Pressemeldung der Hans-Böckler-Stiftung

Die Schere bei den verfügbaren Einkommen hat sich in Deutschland weiter geöffnet. Die Einkommensungleichheit befindet sich trotz der über Jahre guten wirtschaftlichen Entwicklung auf einem historischen Höchststand. Das zeigen übereinstimmend Berechnungen mit unterschiedlichen statistischen Maßen zur Einkommensverteilung.

Armutsschere-Reichtumsschere-Armut-Reichtum-Einkommensarmut-Einkommensschere-Einkommensspreizung-Einkommensungleichheit-Kritisches-Netzwerk-Ungleichheit So lag der Gini-Koeffizient, das gebräuchlichste Maß für Ungleichheit, Ende 2016 sogar noch um zwei Prozent höher als 2005 – dem Jahr, das unter Forschern nach einem drastischen Anstieg der Einkommensspreizung seit Ende der 1990er Jahre als besonders „ungleich“ gilt. Zwei Faktoren haben die materielle Ungleichheit in den vergangenen Jahren vor allem wachsen lassen: Hohe Einkommensgruppen haben von sprudelnden Kapital- und Unternehmenseinkommen profitiert und dadurch die große Mehrheit der Haushalte in Deutschland beim verfügbaren Einkommen deutlich hinter sich gelassen.

Gleichzeitig sind die 40 Prozent der Haushalte mit den geringsten Einkommen zurückgefallen – auch gegenüber der Mitte, deren Einkommen wiederum durch die gute Arbeitsmarktlage und spürbare Lohnsteigerungen real solide zunahm.

Dementsprechend liegt die Armutsquote ebenfalls auf hohem Niveau. Und die Armutslücke, sie beschreibt das Jahreseinkommen, das armen Haushalten rechnerisch fehlt, um die Armutsgrenze von 60 Prozent des mittleren Einkommens zu überschreiten, ist zwischen 2011 und 2016 preisbereinigt um 29 Prozent gewachsen: Um 779 Euro auf mehr als 3400 Euro. Zu diesen Ergebnissen kommt der neue Verteilungsbericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Basis der Studie sind die aktuellsten vorliegenden Daten aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP), der größten repräsentativen Panel-Befragung in Deutschland, für die jährlich über 25.000 Menschen in Deutschland interviewt werden.

„Die aktuellen Daten zeigen, dass all jene Politiker und Ökonomen falsch liegen, die Entwarnung geben wollten, weil sich der rasante Anstieg der Einkommensspreizung nach 2005 zunächst nicht fortgesetzt hat“, sagt WSI-Expertin Dr. Dorothee Spannagel. „Richtig ist: Die Ungleichheit wächst aktuell deutlich langsamer, und die Entwicklung unterminiert nicht mehr so stark die Position der Haushalte mit mittleren Einkommen wie vor anderthalb Jahrzehnten: Wer eine feste, reguläre Arbeitsstelle hat, der hat zuletzt auch nach Abzug der Inflation spürbar mehr Einkommen zur Verfügung, insbesondere, wenn sie oder er nach Tarif bezahlt wird.“

spd_arbeitsmarktliberalisierung_niedriglohn_sozialabbau_vertrauensverlust_neoliberalismus_waehlerwille_kritisches_netzwerk_glaubwuerdigkeit_kredibilitaet_andrea_nahles_olaf_scholz.jpg Trotz dieses positiven Trends, so die Forscherin

„[. .] geht die Polarisierung in Deutschland weiter.

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Tiefer Staat – Wie können wir ihn enttarnen? – Ullrich Mies und Dirk Pohlmann bei den BUCHKOMPLIZEN | KenFM.de

tiefer-staat-–-wie-konnen-wir-ihn-enttarnen?-–-ullrich-mies-und-dirk-pohlmann-bei-den-buchkomplizen-|-kenfm.de

18-10-19 07:53:00,

Erst vor wenigen Tagen habe ich in der Tagesdosis vom 15.10.2019 bei KenFM unter den Text von Herrman Ploppa: „Ja, was ist denn mit den Amerikanern los?“ einige symptomatische Aussagen von Sigmar Gabriel und Düzen Tekkal und anderen zusammengetragen, die meiner Ansicht nach Indizien für den transatlantischen Plan darstellen, Europa künftig die Rolle des militärisch Eingreifenden im Nahen Osten und anderswo zu übertragen.

Ich stellte dann abschließend die Frage , ob man bei den transatlantischen Thinktanks beschlossen habe, einer von Deutschland geführten EU künftig die Rolle des „Welt-Schurken“ zu übertragen, während die Welt-Ideologie allerdings weiterhin in den angelsächsisch-transatlantisch denkenden, liberal-demokratischen Kreisen bleiben solle und Deutschland de facto weiterhin, als Helot der Westmächte, ohne Mitbestimmung bleiben solle? (https://kenfm.de/tagesdosis-15-10-2019-ja-was-ist-denn-mit-den-amerikanern-los/#comment-172488)

GESTERN (!!), bei Maybritt Illner waren wieder Düzen Tekkal und Sigmar Gabriel geladen und Gabriel hat sozusagen dargelegt – so habe ich ihn jedenfalls verstanden – dass Europa künftig die Rolle des Weltpolizisten einnehmen solle, da man sich auf die USA nicht mehr verlassen könne. Da kann ich nur sagen: Da sei Gott davor. Denn:

Erstens: Weshalb sollten Russland, Iran und Syrien und andere asiatische Staaten in Asien nicht ihre Interessen wahren dürfen? SIE BEWOHNEN DOCH SEIT JAHRTAUSENDEN ASIEN! Und nicht die Europäer oder Amerikaner!

Und zweitens:

Warum setze ich „Weltpolizist“ mit „Welt-Schurke“ gleich? Wegen der Rolle der US-Geheimdienste beim bisherigen „Weltpolizisten“, den USA: Diese betrieben nämlich beinahe ein ganzes Jahrhundert lang eine Politik der moralischen Doppelstandards: Während sie nach außen für „Demokratie“ und „Menschenrechte“ zu kämpfen vorgaben, hatten ihre Geheimdienste nämlich die Länder, die sie später zu „Schurkenstaaten“ erklärten, vorher entweder durch geheimdienstlich unterstützte Regime Changes destabilisiert oder ihnen wohlgesonnene Oligarchen an die jeweilige Staatsspitze gebracht, die zunächst gut für amerikanische Wirtschaftsinteressen waren aber oft nicht so gut für die betreffenden Völker. Eine Aussage von Kissinger ist bezeichnend: „He is a bastard, but he is our bastard.“ Beispiele für US-betriebene Regime Changes lassen sich zahlreiche finden, z. B. Mossadegh, Arbenz, Allende in Chile, Saddam Hussein, Gaddafi, Poroschenko ect…

Andreas v. Bülow hat in einem youtube-Video mal ausgesagt, dass die Geheimdienste in den USA in mehr als 50 Regime Changes involviert gewesen seien. Sehr aufschlussreich ist auch der Vortrag von Lawrence Wilkerson, siehe hier: https://www.nachdenkseiten.de/?p=45368#more-45368

Wenn ein „Weltpolizist“ so tut,

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Internationale Umfrage: Zweidrittel der Angestellten ziehen ein KI-System ihrem Vorgesetzten vor

18-10-19 07:44:00,

Bild: Nasa

65 Prozent der Befragten sind angeblich “optimistisch, erfreut und dankbar”, mit Robotern zusammenzuarbeiten, was dann doch misstrauisch macht

Wenn es um autonome Kampfroboter geht, schrecken die einen davor zurück und fordern, dass letztlich ein Mensch über tödliche Handlungen entscheiden müsse. Irgendwie unterstellen, dass ein Mensch “humaner” oder moralischer entscheiden könne, was die Grausamkeiten zwischen Menschen verdrängt. Deswegen sagen andere, Maschinen könnten ethische Prinzipien. Etwa Vorschriften den Kriegsrechts, besser und genauer umsetzen als Menschen, weil sie regelgeleitet und ohne Emotionen agieren. Das sind die Fragen, die für die meisten Menschen weit weg sind, ihnen dürfte es auch egal sein, ob sie von einem Menschen oder einem Roboter getötet oder verletzt werden.

Aber für viele könnte die Situation eintreten, dass nicht nur KI-Systeme darüber entscheiden, welche Jobs Menschen erhalten oder nicht, sondern dass eine Maschine der Boss ist, der die Abläufe in einem Büro, einer Redaktion oder einem Betrieb steuert. Auch hier könnte man sich fragen, ob man lieber unter einem Vorgesetzten arbeitet, der kühl Regeln befolgt oder der auch von Emotionen geleitet wird, von Vorurteilen, spontanen Entscheidungen, schlechter Laune, Abneigungen und Bevorzugungen. Lässt man sich von einer Maschine steuern, die vielleicht nur die Arbeitsabläufe oder die Teambildung vorschreibt, sondern auch, wann man eine Lohnerhöhung erhält, in der Hierarchie aufsteigt oder Urlaub bekommt?

Nach einer erstaunlichen Umfrage haben 82 Prozent der Angestellten in China ein höheres Vertrauen in Roboter als in menschliche Vorgesetzte. In Indien sind es sogar 89 Prozent, weltweit, so die Umfrage von Oracle und Future Workplace aber auch fast Zweidrittel. Auch in Singapur (83%), Brasilien (78%), Japan (76%) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (74%) würden mehr Robotern als ihren menschlichen Vorgesetzten trauen. In den westlichen Ländern ist man da skeptischer, auch wenn es noch mehr als die Hälfte sind: in Australien/Neuseeland noch 58 Prozent, in den USA 57, in Frankreich 56 und in Großbritannien 54 Prozent. Deutsche wurden nicht befragt.

Misstrauen die Menschen sich selbst?

Das Misstrauen in menschliche Vorgesetzte ist also überall hoch, man möchte also lieber von einem mutmaßlich neutralen Mechanismus gelenkt werden als von einem Menschen. Für die Studie von Oracle und Future Workplace wurden 8370 Angestellte in 10 Ländern befragt.

Auffällig ist, dass mehr Männer als Frauen Vertrauen in KI haben.

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