Amazons Transparenzbericht: So viele Auskunftsersuche der US-Behörden wie nie zuvor | www.konjunktion.info

Amazons Transparenzbericht: So viele Auskunftsersuche der US-Behörden wie nie zuvor | www.konjunktion.info

17-01-18 09:28:00,

Amazon erstellt jedes Jahr einen sogenannten Transparency Report, also einen Transparenzbericht, in dem das Unternehmen angibt, wie viele Anfragen es staatlicherseits zu Kunden, Vorgängen, usw. bekommen hat. Der neueste fünfte Bericht zeigt, dass im ersten Halbjahr 2017 seitens der US-Strafverfolgungsbehörden so viele Anfragen wie nie zuvor gestellt wurden. Allein 1.936 verschiedene Anfragen wurden zwischen Januar und Juni 2017 gestellt.

Von diesen 1.936 Anträgen beantwortete Amazon insgesamt 1.465 Stück, die 1.200 Vorladungen, 189 Durchsuchungsbefehle und 76 andere Gerichtsbeschlüsse umfasste. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies eine enorme Steigerung wie die Werte von 2016 zeigen:

  • 1.618 Vorladungen, von denen Amazon 679 Fälle vollständig nachgekommen ist.
  • 229 Durchsuchungsbefehle, von denen Amazon 100 Fälle vollständig nachkam.
  • 89 weitere gerichtliche Verfügungen, von denen Amazon 46 Fällen vollständig nachkam.

Amazon machte im Übrigen keine Anmerkung, warum ein so großer Anstieg stattfand. Aber da Amazon mit dem US-Geheimdienst CIA eine Partnerschaft über 600 Millionen US-Dollar bei Cloud Servern eingegangen ist, sollte dieser Fakt verstärkt zu Denken geben. Anzumerken ist auch, dass Amazon keine Anforderungen für eine “Inhaltslöschung” erhielt. Was wiederum impliziert, dass die eingereichten Fälle nicht auf illegalen Inhalten beruhten.

Im Transparenzbericht findet man auch keine Aussage darüber, ob Behörden Daten aus den Aufzeichnungen von Amazons Echo erhalten haben. Wobei festzuhalten ist, dass Amazon im letzten Jahr Aufnahmen in einem Mordfall dem Gericht bereitstellte, was aufzeigt das der Sprachassistent Echo laufend zuhört bzw. aufnimmt und nicht nur durch Schlüsselwörter aktiviert wird wie Amazon selber sagt.

Quellen:
CIA-Connected Amazon Turns Over A Record Amount Of Data To U.S. Law Enforcement
Amazon turns over record amount of customer data to US law enforcement
US government seeks more data on Amazon customers
The Details About the CIA’s Deal With Amazon
Amazon Data Requests
The FBI Can Neither Confirm Nor Deny Wiretapping Your Amazon Echo
Smart Devices Are Snitching on Owners and Rewriting the Criminal Justice System

Ein Artikel bildet zwangsweise die Meinung eines Einzelnen ab. In Zeiten der Propaganda und Gegenpropaganda ist es daher umso wichtiger sich mit allen Informationen kritisch auseinander zu setzen.  » Lees verder

Tierversuche auf Rekordhoch – 90 Prozent der Tests scheitern in klinischen Studien

Tierversuche auf Rekordhoch – 90 Prozent der Tests scheitern in klinischen Studien

17-01-18 04:18:00,

Die Zahl der Tierversuche in Deutschland ist so hoch wie noch nie. Doch es wird „viel Zeit und Geld aufgewendet für Tests, die für Menschen keine Aussagekraft haben“. Dabei gibt es längst Alternativen zu den unnötigen Tierversuchen. Der Geschäftsführer für Wissenschaft im Deutschen Tierschutzbund, Roman Kolar, im Sputnik-Interview.

Um über 50.000 Fälle ist die Zahl der Tierversuche in den zurückliegenden zwei Jahren in Deutschland angestiegen. Diese Nachricht war für viele Tierschützer hierzulande ein echter Schock. Denn spätestens nachdem vor nunmehr 15 Jahren der Tierschutz als sogenanntes Staatsziel in Form des Artikels 20a Einzug in das Grundgesetz gefunden hat, dachten viele, die Zahl der Tierversuche werde zurückgehen. Und tatsächlich waren die Zahlen zunächst rückläufig. Sie stiegen aber in den letzten Jahren kontinuierlich wieder an.

Roman Kolar, von Haus aus Biologe und im Deutschen Tierschutzbund Geschäftsführer für den Bereich Wissenschaft, macht im Gespräch mit Sputnik zwei Gründe für diese Entwicklung verantwortlich: „Das eine ist die Gentechnik, und das zweite ist einfach das mangelnde Eingreifen des Gesetzgebers bei der Genehmigung von Tierversuchen.“

Die Verwendung von gentechnisch veränderten Lebewesen in Tierversuchen, vor allem von Mäusen, hat signifikant zugenommen. Schätzungen zufolge ist inzwischen jedes dritte Tier eine Lebensform, die es so in freier Natur nicht gibt. Und für Roman Kolar geht damit das Problem schon los, bevor noch der erste Tierversuch überhaupt begonnen hat:

„Denn diese gentechnisch veränderten Tiere müssen erstmal hergestellt werden, um es etwas zynisch zu sagen. Bei der Produktion solcher gentechnisch veränderter Linien kommt es immer wieder vor, dass es missgebildete Nachkommen gibt. Und für die Muttertiere ist das meistens auch sehr belastend, denn man darf sich nicht vorstellen, dass das jetzt alles natürliche Fortpflanzungs- und Geburtsvorgänge sind, die da in den Labors stattfinden.“

Inkonsequente Politik verhindert alternative Tests ohne Tiere

Versuchstiere werden gentechnisch verändert, damit an ihnen effektiver Wirkstoffe von Kosmetika oder Medikamenten getestet werden können. Doch das ist eigentlich bereits in vielen Fällen vermeidbar, kritisiert Kolar. Insbesondere Tierversuche für kosmetische Artikel könnten deutlich reduziert werden, weil es inzwischen eine Vielzahl von – zum Teil mit Forschungspreisen hoch gelobte – Alternativen wie z.B. künstliche Haut, Zellkulturen oder sogenannte Bio-Chips gibt.

Doch nicht nur diese Ignoranz ärgert den Tierschutz-Experten, sondern vor allem die Inkonsequenz der Politik. Das Bundesforschungsministerium rühmt sich seiner sogenannten 3R-Strategie,

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Die neuen Geheimdienstkontrolleure im Bundestag

Die neuen Geheimdienstkontrolleure im Bundestag

17-01-18 03:06:00,

Nachdem heute beschlossen wurde, 23 ständige Bundestagsausschüsse einzurichten, folgt morgen die Einsetzung des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr) und die Wahl seiner Mitglieder. Das PKGr soll die drei bundesdeutschen Geheimdienste kontrollieren, also den Bundesnachrichtendienst, den Militärischen Abschirmdienst und das Bundesamt für Verfassungsschutz. Die Fraktionen haben Mitglieder zur Wahl vorgeschlagen, einige gehören dem Gremium bereits seit mehreren Jahren an, für andere wird es ein neues Aufgabenfeld.

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Abgeordnete mit Geheimdiensterfahrung

Zu den PKGr-Erfahrenen gehören die Kandidaten der Linken und der SPD. Andrè Hahn gehört seit Januar 2014 zu den Geheimdienstkontrolleuren und war ihr stellvertretender Vorsitzender. Davor hat er bereits Erfahrungen mit Landesgeheimdiensten gesammelt: Während seiner Zeit im sächsischen Landesparlament war er von 1996 bis 2013 Mitglied in der Parlamentarischen Kontrollkommission zur Überprüfung der Arbeit des Landesamtes für Verfassungsschutz. In der letzten Legislaturperiode saß er für die Linken im NSA-BND-Untersuchungsausschuss.

Genauso lange wie Hahn ist Burkhard Lischka Mitglied im PKGr. Das Vorstandsmitglied der SPD-Bundestagsfraktion saß ebenso im NSA-BND-Untersuchungsausschuss, bei dem die Zusammenarbeit der deutschen Geheimdienste mit US-Diensten, vor allem der NSA, unter die Lupe genommen wurden. Sein Parteikollege und Ex-Polizist Uli Grötsch begleitete hingegen den NSU- sowie den Edathy-Untersuchungsausschuss als Obmann seiner Fraktion.

Alte Bekannte aus dem NSA-BND-Untersuchungsausschuss

Diese Vergangenheit teilt er mit Armin Schuster von der CDU. Wie andere auch bringt der CSUler Stephan Mayer PKGr- und NSA-BND-Ausschusserfahrung mit, der dem Kontrollgremium eine weitere Legislaturperiode erhalten bleibt. Neu dazu kommt aber Patrick Sensburg, der ehemalige Vorsitzende des NSA-BND-Untersuchungsausschusses.

Der Grüne Konstantin von Notz, der die PKGr-Nachfolge von Hans-Christian Ströbele antreten wird, ist ein weiterer Bekannter aus dem Ausschuss. Damit hat sich etwa die Hälfte der Mitglieder in den letzten Jahren bereits intensiv mit internationalen Kooperationen der deutschen Dienste befassen dürfen und dabei auch einige Kontrolldefizite kennengelernt.

Die vorgeschlagenen der neu in den Bundestag Eingezogenen hatten dazu wenig Gelegenheit. Stephan Thomae von der FDP war in der vorletzten Legislatur zwar bereits einmal Bundestagsabgeordneter, saß damals aber im Rechts- und Haushaltsausschuss.

Als Kandidat der AfD ist der Oberstaatsanwalt Roman Johannes Reusch aufgestellt. Der Rechtspopulist geriet in die Schlagzeilen, als er zum Leiter der Abteilung „Einlieferung und Auslieferung ausländischer Straftäter“ der Generalstaatsanwaltschaft Berlin ernannt wurde.

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„Gegen Wagenknecht und Lafontaine“ – Und was will das ISM stattdessen? – www.NachDenkSeiten.de

„Gegen Wagenknecht und Lafontaine“ – Und was will das ISM stattdessen? – www.NachDenkSeiten.de

17-01-18 02:43:00,

17. Januar 2018 um 13:34 Uhr | Verantwortlich:

„Gegen Wagenknecht und Lafontaine“ – Und was will das ISM stattdessen?

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, DIE LINKE, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Lobbyorganisationen und interessengebundene Wissenschaft

Der Vorstoß in Richtung einer „linken Sammlungsbewegung“ sorgt für Furore. Während die Idee von Seiten der kritischen Öffentlichkeit vornehmlich begrüßt wird, reagieren die meisten Medien und Teile der Linkspartei geradezu hysterisch. Unter den immer wieder zitierten Gegnern einer solchen Sammlungsbewegung wird dabei vor allem das „Institut Solidarische Moderne“ (ISM) zitiert – ein Think Tank, der sich mit namhaften Personen aus dem linken Spektrum schmückt und ursprünglich selbst als eine Art „linke Sammlungsbewegung“ angetreten ist. Man wollte die verschiedenen Strömungen im linken Spektrum vereinen und damit eine rot-rot-grüne Alternative aufzeigen. Mittlerweile hat man sich jedoch voll auf die Seite einer Strömung geschlagen und spaltet, statt zu vereinen. Nun fürchtet man offenbar um die sich selbst zugeschriebene Deutungshoheit und torpediert dabei den eigenen Auftrag. Ein Trauerspiel. Von Jens Berger.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

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Wer über Personalfragen hinweg verstehen will, was momentan innerhalb der politischen und gesellschaftlichen Linken vor sich geht, der sollte sich ruhig einmal den „Gründungsaufruf“ des ISM anschauen. Hier wurde bereits 2010 vorexerziert, was Jahre später zu einem Konflikt werden sollte, der seit längerem vor allem in den Spitzengremien der Linkspartei tobt. Das ISM machte damals zwei Strömungen innerhalb der Linken aus. Die „klassische Linke“, die man mit dem Begriff „industrielle Moderne“ versieht und ein „breites Spektrum neuer sozialer Bewegungen“, das man als „Postmoderne“ bezeichnet.

Mit der „industriellen Moderne” vollzog sich nicht nur die gesellschaftliche Durchsetzung der Warenökonomie, sondern auch, als Erbe der Aufklärung, der Aufstieg jener politischen Leitideen, die das Denken und Handeln der „klassischen” Linken bestimmten: Gleichheit und Gerechtigkeit, Solidarität und Demokratie. Die soziale Frage des Industriezeitalters und der „industriellen Linken” war die Frage nach der Verteilung des gesellschaftlich geschaffenen Mehrprodukts. Kritik am Kapitalismus entzündete sich in Form von Gerechtigkeitsforderungen vorrangig dort, wo materieller Reichtum ungleich verteilt wurde. Das soziale Handeln richtete sich auf die materielle Verwirklichung der Ideen der Aufklärung,

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“Smartphone-Sucht”: Grund für steigende Krebsraten? | www.konjunktion.info

“Smartphone-Sucht”: Grund für steigende Krebsraten? | www.konjunktion.info

17-01-18 09:59:00,

Smartphones sind für einen Großteil der Menschen zu einer klassischen Sucht geworden. Einem Süchtigen gleich wird nach dem “elektronischen Helferlein” gegriffen, wenn sich dieses mit einem Vibrieren, einem Ton oder einem Aufblinken meldet. Manche Menschen bekommen regelrechte Angstattacken, wenn sie ihr Smartphone verlegt haben und nicht gleich finden können. Andere wieder starren wie gebannt auf ihre Geräte, um ja nicht den neuesten Post von irgendeinem ihrer Pseudofreunde in Facebook oder WhatsApp zu verpassen.

George Orwell hätte es sich in seiner Dystopie 1984 wahrlich nicht besser ausdenken können.

Laut eines am 30. November 2017 veröffentlichten Artikels mit dem Titel Smartphone addiction creates imbalance in brain study suggests (Studie ermittelt: Smartphone-Sucht schafft Ungleichgewicht im Gehirn), der sich mit einer Studie der Radiological Society of North America beschäftigt, können Smartphones ein nichtstoffliches Suchtverhalten auslösen:

Forscher haben ein Ungleichgewicht in der Gehirnchemie von jungen Menschen gefunden, die süchtig nach Smartphones und dem Internet sind.

Weitere Studien sind notwendig, um die klinischen Implikationen der Ergebnisse zu verstehen, aber Dr. Seo glaubt, dass eine erhöhte GABA im anterioren cingulären Gyrus bei der Internet- und Smartphone-Abhängigkeit mit dem funktionellen Verlust der Integration und Regulation der Verarbeitung im kognitiven und emotionalen Nervensystem zusammenhängen könnte.

Die gute Nachricht ist, dass die Verhältnisse von GABA zu Glx bei der süchtigen Jugend nach einer kognitiven Verhaltenstherapie signifikant verringert oder normalisiert sind.

“Die erhöhten GABA-Spiegel und das gestörte Gleichgewicht zwischen GABA und Glutamat im anterioren cingulären Cortex könnten zu unserem Verständnis der Pathophysiologie und Behandlung von Süchten beitragen”, sagte Dr. Seo.

(Researchers have found an imbalance in the brain chemistry of young people addicted to smartphones and the internet.

More study is needed to understand the clinical implications of the findings, but Dr. Seo believes that increased GABA in the anterior cingulate gyrus in internet and smartphone addiction may be related to the functional loss of integration and regulation of processing in the cognitive and emotional neural network.

The good news is GABA to Glx ratios in the addicted youth significantly decreased or normalized after cognitive behavioral therapy.

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