DER FREIE FALL mit: Raphael Bonelli (Thema: “Mann und Frau”) | KenFM.de

28-11-19 07:29:00,

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Mann und Frau. Ein endloses Thema, über das es immer noch Neues zu besprechen gibt. Raphael Bonelli ist Psychiater und Neurowissenschaftler an der Sigmund Freud Universität in Wien und hat sich in seinem aktuellen Buch „Frauen brauchen Männer – und umgekehrt“ die Mühe gemacht, den Status Quo der wissenschaftlichen Forschung hinsichtlich der Unterschiedlichkeiten zwischen Männern und Frauen zu präsentieren. Es gibt sie, die Unterschiede zwischen Männern und Frauen auf allen drei Ebenen, die in der Psychologie mit unserer „Konstitution“ oder unserer „inneren Verfassung“ beschrieben werden: Körperliche, kognitive und emotional-psychische Eigenschaften sind bei Männern und Frauen nachweislich unterschiedlich verteilt. Während Männer mehrheitlich – nach der Gaußschen Verteilungskurve gemessen – die Voraussetzungen zum linearen Denken mitbringen, denken Frauen eher assoziativ. Die emotionale Intelligenz ist eine Kernkompetenz des weiblichen Geschlechts. Männer tendieren aufgrund ihres geringeren Empathievermögens zu einer emotionalen Distanziertheit, die auch ihre Vorteile mit sich bringt. 

Raphael Bonelli plädiert für die Verteidigung des Eros in unserer Gesellschaft, der die Lebendigkeit und die Neugier zwischen den Geschlechtern fördert und sich als Lust am Unterschied begreifen lässt. Denn der Unterschied zwischen Mann und Frau ist es, der die Attraktivität und die Anziehung überhaupt erst ermöglicht. Mit der Anerkennung dieser Unterschiedlichkeit, kann die Konkurrenz zwischen den Geschlechtern einer stimmigen Ergänzung weichen, die das Potential in sich trägt Mann und Frau gleichermaßen zu vervollkommnen.

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Veröffentlicht am: 28. November 2019

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Mann und Frau. Ein endloses Thema, über das es immer noch Neues zu besprechen gibt. Raphael Bonelli ist Psychiater und Neurowissenschaftler an der Sigmund Freud Universität in Wien und hat sich in seinem aktuellen Buch „Frauen brauchen Männer – und umgekehrt“ die Mühe gemacht, den Status Quo der wissenschaftlichen Forschung hinsichtlich der Unterschiedlichkeiten zwischen Männern und Frauen zu präsentieren. Es gibt sie, die Unterschiede zwischen Männern und Frauen auf allen drei Ebenen, die in der Psychologie mit unserer „Konstitution“ oder unserer „inneren Verfassung“ beschrieben werden: Körperliche, kognitive und emotional-psychische Eigenschaften sind bei Männern und Frauen nachweislich unterschiedlich verteilt. Während Männer mehrheitlich – nach der Gaußschen Verteilungskurve gemessen – die Voraussetzungen zum linearen Denken mitbringen, denken Frauen eher assoziativ. Die emotionale Intelligenz ist eine Kernkompetenz des weiblichen Geschlechts. Männer tendieren aufgrund ihres geringeren Empathievermögens zu einer emotionalen Distanziertheit, die auch ihre Vorteile mit sich bringt. 

Raphael Bonelli plädiert für die Verteidigung des Eros in unserer Gesellschaft, der die Lebendigkeit und die Neugier zwischen den Geschlechtern fördert und sich als Lust am Unterschied begreifen lässt. Denn der Unterschied zwischen Mann und Frau ist es, der die Attraktivität und die Anziehung überhaupt erst ermöglicht. Mit der Anerkennung dieser Unterschiedlichkeit, kann die Konkurrenz zwischen den Geschlechtern einer stimmigen Ergänzung weichen, die das Potential in sich trägt Mann und Frau gleichermaßen zu vervollkommnen.

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Veröffentlicht am: 28. November 2019

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DER FREIE FALL mit: Raphael Bonelli (Thema: “Mann und Frau”) | KenFM.de

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Veröffentlicht am: 28. November 2019

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Aus dringlichen Gründen: Ankündigung von Veranstaltungen zur Assange-Affäre

aus-dringlichen-grunden:-ankundigung-von-veranstaltungen-zur-assange-affare

26-11-19 04:11:00,

Affäre deshalb, weil es keinen „Fall“ gibt, sondern nur noch Verdächtigungen der Spionage gegen den Wikileaks-Gründer, die im Kern aber Journalismus betreffen. Dringlich, weil gestern ein Offener Brief von 60 Medizinern durch die Presse ging, der erneut beschreibt, dass Julian Assange sich im Hochsicherheitsgefängnis in London in Lebensgefahr befindet. Hier der Offene Brief auf Englisch. Nachfolgend eine Übersicht von Moritz Müller zu den Informations- und Unterstützungsveranstaltungen zur Assange-Affäre.

Am Mittwoch, den 27. November, finden in Berlin zwei Veranstaltungen statt, organisiert von der Partei Die Linke und Candles4Assange. Am Brandenburger Tor von 12 bis 13 Uhr werden unter anderem zugegen sein:

  • Dietmar Bartsch, MdB, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag
  • Sahra Wagenknecht, MdB
  • Nils Melzer, UN-Sonderberichterstatter zum Thema Folter
  • Kristinn Hrafnsson, Chefredakteur Wikileaks
  • John Shipton, Vater von Julian Assange
  • Davide Dormino, Künstler
  • Patrick Bradatsch, Candles4Assange

Für die Veranstaltung am Abend im Deutschen Bundestag, auf die wir in der letzten Woche auch schon hingewiesen haben, kann man sich leider nicht mehr anmelden.

Am Freitag, den 29. November, findet in der Uni Köln die folgende Veranstaltung statt:

Keine Auslieferung von Julian Assange an die USA!

Free the press, stop the war!

Diskussionsveranstaltung anlässlich der Inhaftierung und drohenden Auslieferung des Wikileaksgründers Julian Assange an die USA

Freitag, 29. November 2019, um 18:30 Uhr

mit John Shipton (Vater von Julian Assange)

und Sevim Dağdelen (MdB, Die Linke)

in Hörsaal A1 im Hörsaalgebäude am Albertus-Magnus-Platz, Universität Köln

Eine Veranstaltung von: Wendepunkt – Sozialisten und weitere Aktive an der Uni Köln, DFG-VK Köln, Kölner Friedensforum, Luther Kirche Evangelische Gemeinde Köln, Aufstehen Ortsgruppe Köln, Aufstehen Trägerverein NRW. e.V., DIDF-Köln, Die Linke.SDS Köln, Die Linke Kreisverband Köln.

Und ganz zuletzt noch eine Veranstaltung am Donnerstag, 28. November, für die, die im Moment gerade in der britischen Hauptstadt weilen, mit u.a.: Mark Curtis, Lisa Longstaff, Stefania Maurizi, Prof. Nils Melzer, Craig Murray und John Pilger.

Freiheit und angemessene medizinische Behandlung für Julian Assange!

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Flucht ist unmöglich

26-11-19 04:10:00,

„Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums von Apollo 11 wurde uns in diesem Sommer der neue amerikanische Traum präsentiert: Die Rückkehr zum Mond und der Start eines bemannten Fluges zum Mars. In Zusammenarbeit oder im Wettbewerb mit einer Handvoll Multimillionären, die nicht wissen, wohin mit ihrem Vermögen, plant die NASA, in den 2030er Jahren Astronauten auf den roten Planeten zu schicken. Realisierbares Projekt oder zum Scheitern verurteilte Fantasterei?

Rein technisch scheint das Vorhaben durchaus möglich zu sein. Die Hinreise würde neunhundert Tage dauern. Es gibt bereits Pläne für ein Raumschiff, das dazu in der Lage ist, genügend Lebensmittel für die Reisenden zu produzieren und ihre flüssigen und festen Abfälle zu recyceln. Der Urin spielt dabei eine zentrale Rolle. Über ihn wird nicht nur der Flüssigkeitsbedarf der Passagiere gedeckt. Er bildet außerdem den Nährboden für die Zucht nahrhafter Mikroalgen. Ein entscheidendes Problem jedoch ist noch nicht gelöst: Wie können die abhebenden Erdbewohner im Weltraum am Leben und bei guter Gesundheit bleiben?

Die erste Herausforderung ist die Schwerelosigkeit, denn das Fehlen der Schwerkraft hat gravierende Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. 2017 verbrachte der französische Astronaut Thomas Pesquet sechs Monate auf einer internationalen Raumstation. Als er zurückkam, hatte er die Hälfte seiner Muskelmasse verloren, auch des Herzens, das ja bekanntlich ein Muskel ist. Seine Knochendichte war um sechs Prozent gesunken und er war sechs Zentimeter grösser als bei seiner Abreise. Auch wenn er seitdem seine ursprüngliche Größe widererlangt hat und sein Bewegungsapparat keine irreversiblen Schäden aufzuweisen scheint, ist wahrscheinlich, dass ein längerer Aufenthalt im Weltraum tödlich verlaufen wäre.

Die Menschen, die in der Schwerelosigkeit die Beschleunigung der Herzfrequenz und den Abfall des Blutdrucks überleben, müssen körperlich außergewöhnlich fit sein. Dazu kommt das Problem der Radioaktivität. Nur wenige wissen, dass der Weltraum wie ein gigantisches Atomkraftwerk ist, dessen ionisierende Strahlungen ein ungeschütztes Lebewesen innerhalb weniger Minuten auslöschen kann. Die Strahlen der Sonne und der kosmischen Tiefen verhindern innerhalb kürzester Zeit die im Knochenmark stattfindenden Prozesse zur Bildung der roten Blutkörperchen. (…)

Um diese Probleme zu umgehen, führt die NASA verschiedene Strategeme ins Feld wie Berechnungen zur Flugbahn der Rakete und zum Vermeiden der Sonneneruptionen, besondere Schutzanzüge für die Astronauten und Aluminiumschilder für die Kapsel. Mit diesen Maßnahmen soll die schädliche Strahlung so weit reduziert werden,

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Die Menschenschinder

die-menschenschinder

26-11-19 01:41:00,

Seit einiger Zeit laufen auch im deutschen Fernsehen extreme Beispiele für unmenschliche Arbeitsbedingungen, vor allem im ferneren Ausland. Textilarbeiter in Bangladesch und Myanmar arbeiten nicht nur unter menschenunwürdigen Bedingungen für deutsche und europäische Handelshäuser, sie setzen wegen fehlender Sicherheitsmaßnahmen sogar ihr Leben aufs Spiel. Bauarbeiter aus Nepal schuften unter sklavenähnlichen Bedingungen im reichen Katar, um Fußballfans in aller Welt, auch aus Deutschland, angenehme Bedingungen bei der Fußballweltmeisterschaft im Jahre 2022 zu bereiten. Vor wenigen Jahren stand in Bangladesch eine Textilfabrik in Flammen. Dabei verloren mehr als 100 Arbeiterinnen unter schrecklichen Bedingungen ihr Leben (1). Im gleichen Land stürzte drei Jahre später eine Fabrik ein, wobei mehr als 1.000 Textilarbeiterinnen ums Leben kamen (2).

Man muss nicht einmal nach Bangladesch, Myanmar und Katar gehen, um die systematische Ausbeutung des Produktionsfaktors Arbeit zu erkennen. Auch bei uns in Deutschland läuft eine Menge schief! Daran beteiligt: Personalabteilungen, die heute vielfach mit der englischen Abkürzung HR (Human Resources) betitelt werden.

Werner Rügemer und Elmar Wigand fragen:

„Wie übersetzt man HR eigentlich? Es bieten sich an: ‚Menschenmaterial‘, ,menschliche Rohstoffe‘, ,Humankapital‘ oder auch ,menschlicher Nachschub‘ beziehungsweise ,menschliche Reserve‘. Allesamt Worte, die entweder aus der Sprache von Bergwerksdirektoren herrühren, die Rohstoffe ausbeuten und immer neue Flöze erschließen, oder eher noch aus militärischen Generalstäben, die vor dem Problem stehen, dass ihre Bataillone in der Schlacht zerrieben wurden und neue Soldaten ausgehoben werden müssen. Hinter dem Begriff Human Resources scheint sich dem Wortlaut nach also eine streng kalkulierende Mentalität zu verbergen, die Menschen als rohe Masse sieht, die gewinnbringend auszuheben ist“ (3).

Diese Denk- und Verhaltensweise überrascht nicht. Sie ist eine logische Folge des Gewinnmaximierungsprinzips. Mitarbeiter sind Kostenfaktoren. Wenn die Kosten gesenkt werden, steigt der Gewinn. Wenn Mitarbeiter also entlassen, schlecht bezahlt oder zu mehr Leistung angetrieben werden, steigt der Gewinn.

Das Statistik-Portal Statista meldet: „Im Jahr 2016 machten die Arbeitnehmer in Deutschland rund 782 Millionen bezahlte und 947 Millionen unbezahlte Überstunden“ (4). Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat ausgerechnet, dass »jeder Arbeitnehmer im Jahr 2016 durchschnittlich 24 unbezahlte und 21 bezahlte Überstunden geleistet hat, zusammengerechnet ist das mehr als eine reguläre Arbeitswoche“ (5).

Ähnliches dürfte auch für den Urlaub gelten, aber Statistiken über verfallene Urlaubstage werden in Deutschland vorsichtshalber gar nicht erst geführt.

Die offensichtlich weitverbreitete, systematische Nichtbezahlung von Überstunden und die Vorenthaltung von Urlaub ist Diebstahl!

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Jeder ein Kollegenschwein. Wie Zalando seine Beschäftigten per Algorithmus zu Petzen, Neidern und Intriganten machen will.

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26-11-19 09:33:00,

Europas größter Onlinemodehändler setzt bei seiner Jagd nach Profit auf die „Performance- und Entwicklungsplattform“ namens Zonar. Über Funktionsweise und Auswirkungen des Systems klärt eine aktuelle Studie der Hans-Böckler-Stiftung auf. Was als vermeintlich „egalitär“ und „fair“ daherkommt, befördert die Ungleichheit und verfestigt Hierarchien, befinden die Autoren.

Mithilfe der Software wird die Belegschaft in Beschäftigte erster, zweiter und dritter Klasse gespalten und alle gegen alle ausgespielt. Forciert werden überdies Kontrolle, Disziplinierung und Lohndrückerei. Das Unternehmen streitet all dies ab. Angeblich führt man nur Gutes im Schilde. Das glaube, wer will. Von Ralf Wurzbacher.

Ja, Zalando hat Recht: „Diese Studie ist nicht repräsentativ.“ Wenn von 2.000 Beschäftigten am Berliner Hauptsitz des Unternehmens lediglich zehn zu Sinn, Unsinn und Auswirkungen der Personalbewertungssoftware Zonar befragt werden, entspricht das nicht den allerhöchsten Ansprüchen der Empirie. Eine eingeschränkte „Reichweite, Vollständigkeit und Generalisierbarkeit unserer Ergebnisse“ räumen ja selbst die Verfasser ein. Wobei der Umstand, dass das Management „trotz mehrfacher Anfragen“ jede Auskunft verweigerte und damit als Datenquelle ausfiel, mindestens verminderte Schuldfähigkeit begründet.

Aber was tut das zur Sache, wo doch ihr Betrachtungsgegenstand, ein System, das George Orwells Big Brother als omnipräsentes Kollegenschwein installiert, schon für sich ein Skandal sondergleichen ist? Anders: Selbst für den Fall, dass es 99 Prozent der Belegschaft begrüßten, immerfort von ihren Mitarbeitern beäugt, bespitzelt und beargwöhnt zu werden, machte das die Sache keinen Deut besser – sondern noch viel schlimmer. Oder will und soll uns die vielbeschworene und vielgepriesene Digitalisierung womöglich genau dahin bringen? Es ganz normal zu finden, dass jeder seinem Nächsten eine Wanze, ein Spion, eine Drohne ist – und sich selbst dazu. Man könnte den Eindruck gewinnen.

Funktionsäffchen

Zonar jedenfalls macht`s möglich. Europas größter Onlinemodehändler Zalando hat seine „Performance- und Entwicklungsplattform“ seit drei Jahren im Einsatz und erreicht damit nach eigenen Angaben inzwischen 5.000 von insgesamt 14.000 Beschäftigten. Das System ist an die gängigen Internetratings angelehnt, mit denen Kunden zuvor erworbene Produkte beurteilen und benoten, wodurch andere Konsumenten beim Einkaufen im World Wide Web eine Richtschnur haben. Mit dem Vordringen der digitalen Technik in die Arbeitswelt werden Ratings indes zunehmend zu einem betrieblichen Evaluierungs- und Überwachungs- und einem Instrument der Leistungsvermessung. Geratet, gerankt und gescored werden nicht mehr nur Dinge, sondern Mitmenschen, Mitarbeiter oder, was sich Industrie und Digitalwirtschaft wünschen: Funktionsäffchen.

Die Sozialwissenschaftler Philipp Staab und Sascha-Christopher Geschke von der Berliner Humboldt-Universität haben sich im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung zwei Jahre lang damit beschäftigt,

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Uruguay – Mit knapp 1,2-prozentigem Vorsprung kann konservatives Wahlbündnis mit rechtsradikalen Militärs 15-jährige Prosperitätsära des Frente Amplio ablösen

26-11-19 08:48:00,

Rund 2,7 Millionen Wahlberechtigte von insgesamt 3,5 Millionen Einwohnern waren am 24. November zur Stichwahl zwischen dem Präsidentschaftskandidaten Daniel Martínez von der regierenden Mitte-Links-Koalition des Frente Amplio (Breite Front oder Breites Bündnis) und seinem konservativen Herausforderer Luis Lacalle Pou von der Partido Nacional (Nationale Partei) aufgerufen, dessen Sieger Uruguay für den Zeitraum 2020-2025 regieren wird. Ein Bericht von Frederico Füllgraf.

Und es kam wie längst befürchtet oder mit dem vielzitierten Romantitel Gabriel García Márquez‘ gesagt: Das Wahlergebnis vom 24. November war eine “Chronik des angekündigten Verhängnisses” der seit 15 Jahren erfolgreich regierenden Frente Amplio. Mit einer minimalen Differenz von 48,71 Prozent zu 47,51 Prozent – ein virtuelles technisches Patt – hatte sich Lacalle Pou nach Auszählung von 99,31 Prozent der geprüften Stimmen mit einem leidlichen Vorsprung von 28.666 Stimmen am Sonntagabend bereits als Wahlsieger gefeiert.

Doch das uruguayische Wahlgericht erinnerte an die gesetzlichen Bestimmungen. Gerichtspräsident José Arocena erklärte, das offizielle Ergebnis und der Wahlsieger würden frühestens am Donnerstag, dem 28. November, bekanntgegeben. Zur Begründung verwies Arocena auf ein Volumen von über 35.000 „beobachteten“, im Klartext: verdächtigen, Stimmen, deren Gültigkeit das Wahlgericht mit einer Nachzählung überprüfen müsse. Nach dem inoffiziellen Ergebnis vom Sonntagabend hatten Luis Lacalle Pou 1.160.829 Stimmen beziehungsweise Daniel Martínez 1.130.248 Stimmen erzielt. Uruguayische Wahlexperten schätzen, mit der Neuauszählung könnte sich die Stimmendifferenz zugunsten von Martínez verringern und damit die politische Spannung eines tatsächlichen technischen Patts erhöhen. Doch müsste der Kandidat der Frente Amplio 90,7 Prozent der 35.000 beanstandeten Stimmen auf sich vereinen, um als Wahlsieger hervorzugehen.

Ein Sieg der Konservativen war zu erwarten, doch fiel er überraschend kläglich aus – so überraschend wie umgekehrt der mehr als 8-prozentige Stimmenzuwachs der Frente Amplio innerhalb von nur vier Wochen.

Die unheilige Allianz nach der ersten Wahlrunde

Mit 39,1 Prozent zu 28,5 Prozent der Stimmen hatte Daniel Martínez den konservativen Luis Lacalle Pou in der ersten Wahlrunde vom vergangenen 24. Oktober besiegt. Trotz des mehr als 10-prozentigen Vorsprungs fehlten ihm jedoch 0,9 Prozent zur Erzielung der gesetzlich vorgeschriebenen 40-Prozent-Hürde für einen Sieg im ersten Durchgang.

Was sich danach im Lager der fünf konservativen Parteien zusammenbraute, hatte für die Frente Amplio fatale Folgen: Der erklärte Neoliberale von der Colorado-Partei, Ernesto Talvi (12,3 Prozent), und der vom amtierenden Präsidenten Tabaré Vázquez entlassene und zwangspensionierte General Guido Manini Ríos (10,8 Prozent der Stimmen) riefen ihre Anhänger zur Unterstützung Lacalle Pous auf,

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Uruguay – Mit knapp 1,2-prozentigem Vorsprung kann konservatives Wahlbündnis mit rechtsradikalen Militärs 15-jährige Prosperitätsära des Frente Amplio ablösen

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26-11-19 08:48:00,

Rund 2,7 Millionen Wahlberechtigte von insgesamt 3,5 Millionen Einwohnern waren am 24. November zur Stichwahl zwischen dem Präsidentschaftskandidaten Daniel Martínez von der regierenden Mitte-Links-Koalition des Frente Amplio (Breite Front oder Breites Bündnis) und seinem konservativen Herausforderer Luis Lacalle Pou von der Partido Nacional (Nationale Partei) aufgerufen, dessen Sieger Uruguay für den Zeitraum 2020-2025 regieren wird. Ein Bericht von Frederico Füllgraf.

Und es kam wie längst befürchtet oder mit dem vielzitierten Romantitel Gabriel García Márquez‘ gesagt: Das Wahlergebnis vom 24. November war eine “Chronik des angekündigten Verhängnisses” der seit 15 Jahren erfolgreich regierenden Frente Amplio. Mit einer minimalen Differenz von 48,71 Prozent zu 47,51 Prozent – ein virtuelles technisches Patt – hatte sich Lacalle Pou nach Auszählung von 99,31 Prozent der geprüften Stimmen mit einem leidlichen Vorsprung von 28.666 Stimmen am Sonntagabend bereits als Wahlsieger gefeiert.

Doch das uruguayische Wahlgericht erinnerte an die gesetzlichen Bestimmungen. Gerichtspräsident José Arocena erklärte, das offizielle Ergebnis und der Wahlsieger würden frühestens am Donnerstag, dem 28. November, bekanntgegeben. Zur Begründung verwies Arocena auf ein Volumen von über 35.000 „beobachteten“, im Klartext: verdächtigen, Stimmen, deren Gültigkeit das Wahlgericht mit einer Nachzählung überprüfen müsse. Nach dem inoffiziellen Ergebnis vom Sonntagabend hatten Luis Lacalle Pou 1.160.829 Stimmen beziehungsweise Daniel Martínez 1.130.248 Stimmen erzielt. Uruguayische Wahlexperten schätzen, mit der Neuauszählung könnte sich die Stimmendifferenz zugunsten von Martínez verringern und damit die politische Spannung eines tatsächlichen technischen Patts erhöhen. Doch müsste der Kandidat der Frente Amplio 90,7 Prozent der 35.000 beanstandeten Stimmen auf sich vereinen, um als Wahlsieger hervorzugehen.

Ein Sieg der Konservativen war zu erwarten, doch fiel er überraschend kläglich aus – so überraschend wie umgekehrt der mehr als 8-prozentige Stimmenzuwachs der Frente Amplio innerhalb von nur vier Wochen.

Die unheilige Allianz nach der ersten Wahlrunde

Mit 39,1 Prozent zu 28,5 Prozent der Stimmen hatte Daniel Martínez den konservativen Luis Lacalle Pou in der ersten Wahlrunde vom vergangenen 24. Oktober besiegt. Trotz des mehr als 10-prozentigen Vorsprungs fehlten ihm jedoch 0,9 Prozent zur Erzielung der gesetzlich vorgeschriebenen 40-Prozent-Hürde für einen Sieg im ersten Durchgang.

Was sich danach im Lager der fünf konservativen Parteien zusammenbraute, hatte für die Frente Amplio fatale Folgen: Der erklärte Neoliberale von der Colorado-Partei, Ernesto Talvi (12,3 Prozent), und der vom amtierenden Präsidenten Tabaré Vázquez entlassene und zwangspensionierte General Guido Manini Ríos (10,8 Prozent der Stimmen) riefen ihre Anhänger zur Unterstützung Lacalle Pous auf,

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Tagesdosis 25.11.2019 – Von Fürsten und Knechten | KenFM.de

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25-11-19 01:50:00,

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Ein Kommentar von Dagmar Henn.

Man wird in Deutschland die alte Herrschaft nicht los. Die Nachfahren des Kartätschenprinzen, der einst die Revolution 1848 im Blut ertränken ließ, fordern eine Entschädigung. Und die Tatsache an sich löst kein Entsetzen, keine Empörung aus; nein, die Debatte dreht sich einzig darum, wie behilflich die Herren von und zu Hohenzollern (1) dabei waren, den Gefreiten aus Braunau in den Sattel zu hieven.

Das trifft juristisch zu, mag mancher einwenden. Schließlich geht es um Ländereien und Schlösser, die nach dem zweiten Weltkrieg in der sowjetischen Zone enteignet wurden, weil sie Unterstützern der Naziherrschaft gehörten. Da das die meisten der dortigen Junker waren, traf diese Einteignung fast die gesamte Klasse, nicht nur die Hohenzollern. Und ja, die Treuhand hat sich viel Mühe gegeben, den meisten dieser adligen Herrschaften ihren Besitz zurückzugeben; wenn das als Rückübertragung nicht ging (weil sie eben die Macht der Nazis gestützt hatten, und die Enteignungen aus diesem Grund durch den Einigungsvertrag festgeschrieben wurden), dann, indem man ihnen für einen Spottbetrag die Güter zurückverkaufte. Klar, dass auch die Hohenzollern als Alphatiere des Rudels da ihr Teil abhaben wollen.

Eine Debatte darüber, wie eifrig sie nun dem Gefreiten die Steigbügel gehalten haben, bleibt aber auf halber Strecke stehen, weil sie so tut, als hätten sie einen Anspruch auf diesen Besitz, wenn dem nicht so wäre. Haben sie das wirklich? Gut, einer ihrer Ahnen hat mit Voltaire Briefe gewechselt; wiegt das die Hektoliter Blut auf, die ihre Untertanen in den unzähligen Kriegen der Preußenherrscher vergießen mussten, macht das vergessen, dass Preußen wie ein Bleimantel auf den deutschen Landen lag und den Geist durch den Kommiß verjagte? ‚Schlaf, mein Kind, schlaf leis‘, heißt es in einem badischen Volkslied (2) aus dem 19. Jahrhundert, ‚da draußen geht der Preuß. Deinen Vater hat er umgebracht, deine Mutter hat er arm gemacht. Und wer nicht schläft in guter Ruh, dem drückt der Preuß die Augen zu. Schlaf, mein Kind, schlaf leis. Da draußen geht der Preuß‘.

Der deutsche Nationalstaat war, als er 1871 aus der Taufe gehoben wurde,

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Geldpyramiden bauen oder eine lebenswerte Gesellschaft?

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25-11-19 01:49:00,

Die unsichtbaren Pyramiden von Pecunia – Teil 2

Wir haben im ersten Teil unsere Wirtschaft, die von der Finanzmacht dirigiert wird, mit der ägyptischen Kultur verglichen, deren Produkte wir sichtbar in Museen vor uns haben. Die Schätze der Gräber waren aber sinnlos für die damals lebenden Menschen. Auch in unserer Zeit wird mit Hochdruck daran gearbeitet, hohe Werte abzuschöpfen und dabei alle Ressourcen auszubeuten. Das Ergebnis in unserer globalen Zivilisation, die wir Pecunia nennen, ist ein ebenso sinnloses Produkt wie die Gräber der Pharaonen, es sind unsichtbare Geldpyramiden in privatem Besitz.

Die Wirtschaft wächst und rotiert

Wenn Wissenschaftler in einer Studie gesagt haben, die Geldmenge ist dreimal so groß wie die realen Werte der Wirtschaft, dann kann es, bei der Langsamkeit wissenschaftlicher Erhebungen, inzwischen schon so weit sein, dass die Geldmenge viermal so groß ist. Dieses überschüssige Geld hat keinen Gegenwert in der realen Wirtschaft, weil es dafür nichts mehr zu kaufen gibt, außer Finanzpapieren.

Da könnte man sagen: Dann ist es uns auch egal, wenn durch den Kredit der FED an die US-Regierung eine Billion hinzu kommt, es ist Geld außerhalb der Realität und es juckt niemanden. Ganz so einfach ist es nicht. Wenn die Administration in Washington eine Billion bekommt, landet das Geld in der Realität und wird zum großen Teil ins Militär gesteckt, allgemeiner gesagt, in den militärisch-industriellen Komplex. Und die Bedrohung durch die US-Rüstung ist überall auf der Welt zu spüren, auch wenn sie von vielen sogenannten Freunden als Schutz oder sogar als Friedensgarantie wahrgenommen wird. Das Militär der USA ist aber, nach den Erfahrungen der letzten Jahre, eine Bedrohung des Friedens.

Der Staat, nicht nur der amerikanische, gibt alles Geld, was er als Kredit erhält, wieder aus. Die Gehälter fließen an Staatsangestellte und dann in die Konsumwirtschaft, die Militärausgaben in die Rüstungsindustrie und in Gehälter der Militärs. Ein großer Teil landet als private Zukunftssicherung direkt wieder in der Finanzwelt. Die Ausgaben für Straßenbau und andere Infrastruktur kurbeln wie der Konsum das Wirtschaftswachstum an.

Das Wirtschaftswachstum ist der gemeinsame Fetisch, auf den sich alle geeinigt haben: Finanzleute, Wirtschaftslenker, Regierungen, Parteien, Parlamente, aber auch Fernsehzuschauer, Wähler und Konsumenten. Niemand sagt: “Wir wollen die Geldansammlung in den Finanzpyramiden vergrößern.” Alle sagen: “Wir wollen ein Wirtschaftswachstum von einigen Prozenten erreichen.”

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Meinungsmache mit einem dubiosen „China-Experten“

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25-11-19 01:24:00,

Adrian Zenz gehörte in den letzten Tagen zu den meistzitierten Quellen in den deutschen Medien. Angefangen bei der Tagesschau, über den SPIEGEL, die Süddeutsche Zeitung, die ZEIT bis hin zu amerikanischen Propagandasendern wie Radio Free Asia ist Zenz ein gerngesehener Interviewpartner und Zitatgeber. Die FAZ nennt ihn in einem der wenigen etwas ausgewogeneren Artikel zum Thema „Der Mann mit der Million“ (hinter einer Paywall) – dabei geht es um die Zahl von mehr als einer Million Uiguren, die angeblich in chinesischen Umerziehungslagern interniert sein sollen. Diese Zahl stammt von Zenz und wird als Steilvorlage in der aktuellen Kampagne gegen China oft und gerne aufgenommen. Über den Hintergrund von Adrian Zenz schweigt man lieber. Das ist verständlich, stammt der „Experte“ doch aus einem höchst dubiosen Umfeld mit kalten Kriegern aus der amerikanischen Think-Tank- und Geheimdienstgemeinde. Das lässt an der Seriosität seiner Aussagen zweifeln. Von Jens Berger.

Wer ist Adrian Zenz? Die Tagesschau gibt sich bei der Vorstellung ihres „China-Experten“ recht wortkarg. Zenz „gilt weltweit als renommierter Experte für die Situation der Muslime in China. Zenz lebt und arbeitet in den Vereinigten Staaten von Amerika.“ Das hört sich natürlich seriös an. Doch wo arbeitete der „weltweit renommierte Experte“ eigentlich genau? Der Wissenschaftsdatenbank ORCID zufolge ist Zenz an der European School of Culture and Theology in Korntal, Baden-Württemberg, tätig. Von dieser Schule werden wohl die Allerwenigsten bislang etwas gehört haben und das ist verständlich. Die ESCT gehört zur Akademie für Weltmission, einer eher randseitigen evangelikalischen Bildungseinrichtung, die eng mit der ebenfalls in Korntal niedergelassenen Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen assoziiert ist, zu der auch die evangelikale „Chinesische Missionsgemeinschaft“ gehört. Der FAZ gegenüber beschreibt sich Zenz als „tief religiös“ und spricht von einer „Berufung“ und davon, dass Gott ihn dorthin geleitet habe, auf einem „vorbereiteten Weg“.

Seinem eigenen Eintrag bei „Academia“ zufolge ist Zenz zudem an der Columbia International University tätig und betreut dort die Doktoranden der Korntaler ESCT. Doktoranden einer evangelikalen Privatschule an der Columbia University? Ja, denn die Columbia International University ist nicht mit der renommierten New Yorker Columbia University zu verwechseln, sondern eine dubiose evangelikalische Bibelschule in Columbia, South Carolina. Deren online zu erreichenden „Doktortitel“ sind wohl eher als Skurrilität denn als „renommierte Wissenschaft“ zu bewerten.

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Sahra Wagenknecht – die beliebteste Politikerin. „Was ist das wert? Was machen Sie aus diesem Potenzial?“

sahra-wagenknecht-–-die-beliebteste-politikerin.-„was-ist-das-wert?-was-machen-sie-aus-diesem-potenzial?“

25-11-19 07:56:00,

Sehr viele Menschen äußern ihre Sympathie für Sahra Wagenknecht. Dafür gibt es gute Gründe. Viele fragen aber auch, was daraus folgt. Albrecht Müller hat diese und andere Fragen gestellt. Hier das Interview.

Albrecht Müller (A.M.): Meine Regionalzeitung schreibt am 22. November auf der ersten Seite: „Wagenknecht löst Merkel ab“. Das wäre ja ganz toll, wenn es um die Kanzlerschaft ginge. Es geht aber um eine Umfrage, wie die NachDenkSeiten am 21.11. schon berichtet haben. Dass Sie auf der Beliebtheitsskala dieser Umfrage Angela Merkel überholt haben, ist bemerkenswert und erfreulich. Aber: Was ist das wert? Was machen Sie aus diesem Potenzial?

Sahra Wagenknecht (S.W.): Ich habe mich natürlich sehr über das Umfrageergebnis gefreut, aber man sollte es auch nicht überinterpretieren. In der Umfrage sollen die Befragten mit Punkten bewerten, ob ein Politiker „ihre Interessen vertritt“. Dabei schwanken die Ergebnisse von Woche zu Woche um einige Punkte, was einen schnell um mehrere Plätze nach oben oder unten bringen kann. Insofern ist der genaue Platz nur eine Momentaufnahme. Was mich wirklich freut, ist, dass ich bei dieser und ähnlichen Umfragen in der Regel gute Ergebnisse erziele. Das zeigt, dass die Politik, für die ich stehe, von vielen Menschen unterstützt wird. Diese Zustimmung ist für mich ein wichtiger Ansporn, mich weiter politisch für andere Mehrheiten und eine Gesellschaft mit mehr sozialem Zusammenhalt und weniger Ungleichheit zu engagieren.

A. M.: Wie könnte Ihre Beliebtheit genutzt werden, um Merkel oder ihre Nachfolgerin oder ihren Nachfolger im Kanzleramt abzulösen?

S. W.: Ich werbe in der Linken seit Jahren für einen anderen Kurs, als ihn die derzeitige Parteiführung vertritt. Wir dürfen keine grünliberale Lifestyle-Partei werden, die mit ihren Themen und ihrer Sprache allenfalls noch im Milieu der akademisch gebildeten urbanen Mittelschicht ankommt. Aufgabe einer linken Partei ist es, die zu vertreten, die um ihren Wohlstand immer härter kämpfen müssen, also die Leidtragenden der neoliberalen Globalisierung, nicht die Gewinner. Ich will nicht behaupten, dass eine Linke, die sich als konsequenter und populärer Anwalt der unteren Mitte und der Ärmeren profiliert, morgen schon den Kanzler stellen könnte, aber sie wäre in jedem Fall deutlich stärker als die heutige Linkspartei, die leider mit Ausnahme von Thüringen und Bremen ein katastrophales Wahljahr hinter sich hat. 

A. M.: Sie sind so etwas wie die Stimme der Vernunft in einem ansonsten abgrundtief unvernünftigen Umfeld.

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Im Gespräch: Jörg Baberowski (“Räume der Gewalt”) | KenFM.de

im-gesprach:-jorg-baberowski-(“raume-der-gewalt”)-|-kenfm.de

24-11-19 08:42:00,

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Der Traum vom Weltfrieden ist unrealistisch. Er wird auch nicht in Erfüllung gehen, denn dazu müsste der Mensch ein Wesen sein, das auf Gewalt verzichtet. Immer und überall.

Das aber kann und wird nicht passieren, denn auch in einer weitgehend friedlichen Gesellschaft existieren immer individuelle Gewalttäter, Menschen, die bereit sind auch zuzuschlagen, um ihre persönlichen Ziele mit allen Mitteln durchzusetzen.

Wer Frieden wünscht, muss daher in der Lage sein diesen durchzusetzen. Er muss ihn garantieren. In letzter Konsequenz durch Abschreckung, durch die Androhung von Gewalt.

Statt sich zu wünschen, der Mensch wäre ein völlig anderes, nämlich immer friedvolles Wesen, ist es realistischer sich der Aufgabe zu widmen, wie man das angebotene Gewaltpotenzial des Menschen managen kann.

Wie lässt sich die in jedem Menschen schlummernde Möglichkeit, gewalttätig zu werden, entschärfen? Mit welchen umsetzbaren Mechanismen kommen wir einer weitgehend gewaltfreien Gesellschaft zumindest näher?

Gewaltforscher Prof. Jörg Baberowski hat sich lange mit der Thematik beschäftigt und gibt Antworten dazu, die geeignet sind, unser praktisches Zusammenleben nicht nur theoretisch friedlicher zu gestalten. Sehen wir, so gut wir es können, der Wahrheit ins Auge.

Inhaltsübersicht:

0:02:42 Gewalt muss gemanagt werden

0:13:33 Zivilisation ist kein Garant für Frieden

0:29:01 Armut macht nicht automatisch solidarisch

0:42:20 Deutschland, ein Einwanderungsland?

0:54:38 Macht und Gewalt – eine differenzierte Betrachtung

1:11:40 Die Begeisterung für Krieg

1:25:10 Wie man einen Soldaten zum Kämpfen bringt

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Veröffentlicht am: 24. November 2019

Anzahl Kommentare: 13 Kommentare

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Browder und das Magnitski-Narrativ: Ende einer Desinformationskampagne?

browder-und-das-magnitski-narrativ:-ende-einer-desinformationskampagne?

24-11-19 10:15:00,

Evgeniy Lunchenko als Sergei Magnitski im Film von Nekrasov. Bild: Piraya Film AS/Tore Vollan

Der Spiegel hat die antirussische Erzählung vom Mord am Whistleblower zerpflückt. Das Lügenkonstrukt ist schon länger bekannt, der Skandal ist, dass Medien und Politik es unhinterfragt verbreitet haben

Etwas mehr als 10 Jahre nach dem Tod von Sergej Magnitski (Magnitsky) in einem russischen Gefängnis wagt sich ein großes Medium, einen kritischen Artikel über diesen antirussischen Mythos zu schreiben. Browder, ein gerissener Geschäftsmann, der in den 1990er Jahren mit Tricks und nach der russischen Justiz auch mit Steuerhinterziehung sein Geld machte, ist eine andere Art Relotius, der seine Haltung schon auch damit demonstrierte, dass er aus Gründen der Steuervermeidung aus den USA nach Großbritannien übersiedelte. Hartnäckig und beredt hat der einstige Hedgefonds-Manager Bill Browder, der sich angeblich in einen selbstlosen Menschrechtsaktivisten verwandelte, seinen Angestellten Magnitski als todesmutigen Whistleblower und Kämpfer gegen das korrupte System von Wladimir Putin dargestellt.

Benjamin Bidder klärt in einem Artikel für Spiegel+ endlich über die Geschichte auf, die von Browder, der sich mit den Magnitsky-Gesetzen ein Denkmal setzen und sich als guten Menschen, als “schlimmsten Feind Putins”, Aufmerksamkeit verschaffen wollte, erzählt und tausendfach unkritisch wiederholt wurde. Eigentlich ist der Skandal weniger, dass Browder seinen fragwürdigen Geschäften in Russland einen Heiligenschein aufsetzen will, sondern dass er fast ohne Hinterfragen damit durchkam. Ein Beispiel dafür lieferte etwa die NZZ.

Medien und Politik glauben an alles, was in die Ideologien und in die Interessen passt. Aber das ist nicht das Thema Bidders, der auch hier den Spiegel kritisch hinterfragen müsste. Der Film wurde vielfach auch auf Betreiben Browders als Teil der angeblichen Desinformationskampagne des Kremls dargestellt, die sich auch bei den Wahlen 2016 in den USA, beim Skripal-Anschlag, bei MH17 oder beim angeblichen Giftgasanschlag in Duma gezeigt habe.

Richtig tapfer war Bidder sowieso nicht. Schon der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hatte im Fall Magnitski zu entscheiden. Er sprach im September 2019 zwar den Hinterbliebenen wegen der Haftbedingungen und der Verurteilung nach seinem Tod Schadensersatz zu, bezeichnete den Tod aber nicht als Mord, sprach auch nicht von Folter und wies zentrale Punkte von Browders Erzählung zurück (Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte untergräbt das antirussische Magnitski-Narrativ).

Schon damals hätte Medien aufhorchen können.

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Kampf gegen Kindesmissbrauch: Geheim-Strukturen hinter Dutroux-Komplex und Kampusch enttarnt

kampf-gegen-kindesmissbrauch:-geheim-strukturen-hinter-dutroux-komplex-und-kampusch-enttarnt

24-11-19 09:31:00,

Das Entführungsopfer Natascha Kampusch und der Kindermörder Marc Dutroux: Zwei Fälle von Kindesmissbrauch erschüttern bis heute Österreich und Belgien. Im Sputnik-Interview spricht der Investigativ-Journalist Manuel C. Mittas aus Wien über „unaufgeklärte organisierte Netzwerke“ hinter beiden Fällen. Eine aktuelle Spur führt nach Deutschland.

Laut eigener Aussage ist er der bekannteste Investigativ-Journalist in Österreich zu den Themen Kindesmissbrauch, rituelle Gewalt und Kindesentführungen: Manuel Cornelius Mittas. „Das liegt daran, dass Österreich ein relativ kleines Land ist“, erklärte er gegenüber Sputnik. „Und in unserem kleinen Land gibt es sonst keinen Menschen, der eine vergleichbare Arbeit liefert.“ Das „große Ganze“ im Bereich organisierter Kindesmissbrauch, rituelle Gewalt und Kindermorde habe sonst niemand in seinem Heimatland im Blick. 

Darknet (Symbolbild)

Mittas ist freischaffender Journalist und Publizist in Wien. Die österreichischen Medien und TV-Sender „ATV“, „Puls 4“, „ProSieben/Sat.1 Österreich“, der „ORF“ oder „ARTE“ sind nur einige Stationen seiner bewegten Laufbahn als Redakteur und Reporter.

Interessanter Fakt: Bei einer Straßenumfrage im Stadtzentrum von Wien im August fand der freie Journalist heraus, dass „zwei von drei Befragten Erfahrungen im engeren persönlichen und familiären Umfeld mit Kindesmissbrauch“ hatten.

Abmahnung für Journalist wegen seiner Berichte zu Kampusch

Seine derzeitigen Haupt-Recherchefelder sind die Missbrauchsfälle Natascha Kampusch – dieser Fall schockte vor Jahren ganz Österreich, Europa und die Welt – sowie Marc Dutroux.

Der Sputnik-Redaktion liegt ein Schreiben der Wiener Anwaltskanzlei von Kampusch vor, mit dem die Kanzlei den Interview-Partner Mittas im Januar 2019 abmahnen wollte aufgrund seiner Berichterstattung über den Fall.

Erst im Oktober konnte Sputnik ein Interview mit Frau Kampusch führen, die mittlerweile als Autorin und Schmuckdesignerin arbeitet. Rückblende: Die junge Natascha Kampusch wird jahrelang als Sex-Sklavin gefangen gehalten. Erst im Jahre 2006 kann sich die damals 18-jährige von ihrem Peiniger Wolfgang Přiklopil aus der Gefangenschaft befreien und fliehen. Zuvor lebt das Mädchen isoliert und gefangen nahe Wien in dem Haus des Sexualstraftäters, der in offizieller Darstellung immer noch als „Einzeltäter“ geführt wird. Selbst das US-amerikanische FBI ermittelte einst in der Sache Kampusch.

Natascha Kampusch (Archiv)

©
AFP 2019 / HERBERT PFARRHOFER / APA

Ein weiterer Fall von Kindesmissbrauch erschütterte ganz Belgien: Der lebenslänglich verurteilte Sexualstraftäter und belgische Kindermörder Marc Dutroux hielt jahrelang mit Komplizen und einer Komplizin – seiner Frau Michelle Martin – in den 1980er und 90er Jahren minderjährige Mädchen und junge Frauen in Kellerverliesen und extra dafür konstruierten „Kinder-Zellen“ fest.

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Weitere Demontage und letztlich die Zerstörung der gesetzlichen Rentenversicherung

24-11-19 09:13:00,

Die Rentenpläne der Bundesbank

Bis zum Umfallen arbeiten und dann kaum noch Rente?

von Tobias Weißert / isw München e.V.

Die Deutsche Bundesbank (DBB) hat im Monatsbericht vom Oktober 2019 ein Grundsatzpapier zur Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung vorgelegt. Die Rentenversicherung sei auf Dauer nur zu stabilisieren, wenn sowohl die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung als auch der Bundeszuschuss deutlich erhöht werden. Gleichzeitig müsse die Rentenhöhe sinken und die Lebensarbeitszeit verlängert werden.

Rentnerverarschung-Rentenkuerzung-Altersrente-Arbeitsarmut-Grundrentenmodell-Grundrentner-Rentenschwindel-Respektrente-Sozialabbau-Kritisches-Netzwerk-Rentenfuck

Die demografische Entwicklung erfordere das unausweichlich. Die Anzahl der Menschen im erwerbstätigen Alter nehme ab, die Menschen im Rentenalter dagegen nähmen zu und lebten länger. Das sei unbezahlbar. Den Aussagen der Bundesbank zur Demografie liegt die mittlere Variante der 14. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statischen Bundesamtes zugrunde. Die Bundesbank verlängert, ausgehend von diesen Daten, die Vorausschau auf das Jahr 2070. 50 Jahre vorausschauen zu wollen ist falsch! Wer im Jahr 1900 unter linearer Fortschreibung einzelner sozio-ökonomischer Daten das Jahr 1950 beschrieben hätte, wäre komplett falsch gelegen. Auch 1950 hätte eine Vorschau auf das Jahr 2000 kaum realistische Ergebnisse erbracht.

Die Lebensarbeitszeit müsse über das 67te Lebensjahr hinaus angehoben werden, nachdem laut Bundesbank die Lebenserwartung von 84,4 im Jahr 2018 bis auf 89,0 Jahre in 2070 ansteige (S. 66). Das Renteneintrittsalter soll in 2070 dann bei 69 Jahren und vier Monaten liegen.

Rentnerjobs-Aufstocker-Lebensarbeitszeit-Lebensarbeitsverlaengerung-Regelaltersgrenze-Hinzuverdienst-Kritisches-Netzwerk-Ausbeutung-Nutzmenschhaltung-Minirente

Die Entwicklung der Lebenserwartung hat sich in den letzten 12 Jahren stark verlangsamt und es ist anzunehmen, dass sie sich auf Grund zunehmender sozialer und gesundheitlicher Risiken weiter verlangsamen wird.

Von den USA wird berichtet, dass die Lebenserwartung inzwischen rückläufig sei. [Artikel auf SPIEGEL ONLINE, 29.11.2018] Da unsicher sei, wie sich die Lebenserwartung konkret entwickle, schlägt die Bundesbank eine Indizierung vor. Steige die Lebenserwartung, müsse die Rente gesenkt werden. Viele Menschen sterben schon vor Erreichen des Renteneinstiegsalters. Die durchschnittliche statistische Lebenserwartung ab Geburt liegt bei Männern bei 78,5 und bei Frauen bei 83,3 Jahren. [ destatis.de]

Lebenserwartung und damit Rentenbezugsdauer sind stark von der sozialen Stellung abhängig. 27 Prozent der Männer der niedrigsten Einkommensgruppe sterben vor der Vollendung des 65ten Lebensjahres. In der höchsten Einkommensgruppe sind es dagegen nur 14 Prozent. 13,2 % der Frauen der niedrigsten Einkommensgruppe sterben vor Vollendung des 65ten Lebensjahres, in der höchsten Einkommensgruppe sind es 8,3 Prozent.

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Weitere Demontage und letztlich die Zerstörung der gesetzlichen Rentenversicherung

24-11-19 09:13:00,

Die Rentenpläne der Bundesbank

Bis zum Umfallen arbeiten und dann kaum noch Rente?

von Tobias Weißert / isw München e.V.

Die Deutsche Bundesbank (DBB) hat im Monatsbericht vom Oktober 2019 ein Grundsatzpapier zur Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung vorgelegt. Die Rentenversicherung sei auf Dauer nur zu stabilisieren, wenn sowohl die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung als auch der Bundeszuschuss deutlich erhöht werden. Gleichzeitig müsse die Rentenhöhe sinken und die Lebensarbeitszeit verlängert werden.

Rentnerverarschung-Rentenkuerzung-Altersrente-Arbeitsarmut-Grundrentenmodell-Grundrentner-Rentenschwindel-Respektrente-Sozialabbau-Kritisches-Netzwerk-Rentenfuck

Die demografische Entwicklung erfordere das unausweichlich. Die Anzahl der Menschen im erwerbstätigen Alter nehme ab, die Menschen im Rentenalter dagegen nähmen zu und lebten länger. Das sei unbezahlbar. Den Aussagen der Bundesbank zur Demografie liegt die mittlere Variante der 14. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statischen Bundesamtes zugrunde. Die Bundesbank verlängert, ausgehend von diesen Daten, die Vorausschau auf das Jahr 2070. 50 Jahre vorausschauen zu wollen ist falsch! Wer im Jahr 1900 unter linearer Fortschreibung einzelner sozio-ökonomischer Daten das Jahr 1950 beschrieben hätte, wäre komplett falsch gelegen. Auch 1950 hätte eine Vorschau auf das Jahr 2000 kaum realistische Ergebnisse erbracht.

Die Lebensarbeitszeit müsse über das 67te Lebensjahr hinaus angehoben werden, nachdem laut Bundesbank die Lebenserwartung von 84,4 im Jahr 2018 bis auf 89,0 Jahre in 2070 ansteige (S. 66). Das Renteneintrittsalter soll in 2070 dann bei 69 Jahren und vier Monaten liegen.

Rentnerjobs-Aufstocker-Lebensarbeitszeit-Lebensarbeitsverlaengerung-Regelaltersgrenze-Hinzuverdienst-Kritisches-Netzwerk-Ausbeutung-Nutzmenschhaltung-Minirente

Die Entwicklung der Lebenserwartung hat sich in den letzten 12 Jahren stark verlangsamt und es ist anzunehmen, dass sie sich auf Grund zunehmender sozialer und gesundheitlicher Risiken weiter verlangsamen wird.

Von den USA wird berichtet, dass die Lebenserwartung inzwischen rückläufig sei. [Artikel auf SPIEGEL ONLINE, 29.11.2018] Da unsicher sei, wie sich die Lebenserwartung konkret entwickle, schlägt die Bundesbank eine Indizierung vor. Steige die Lebenserwartung, müsse die Rente gesenkt werden. Viele Menschen sterben schon vor Erreichen des Renteneinstiegsalters. Die durchschnittliche statistische Lebenserwartung ab Geburt liegt bei Männern bei 78,5 und bei Frauen bei 83,3 Jahren. [ destatis.de]

Lebenserwartung und damit Rentenbezugsdauer sind stark von der sozialen Stellung abhängig. 27 Prozent der Männer der niedrigsten Einkommensgruppe sterben vor der Vollendung des 65ten Lebensjahres. In der höchsten Einkommensgruppe sind es dagegen nur 14 Prozent. 13,2 % der Frauen der niedrigsten Einkommensgruppe sterben vor Vollendung des 65ten Lebensjahres, in der höchsten Einkommensgruppe sind es 8,3 Prozent.

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Weitere Demontage und letztlich die Zerstörung der gesetzlichen Rentenversicherung

24-11-19 09:13:00,

Die Rentenpläne der Bundesbank

Bis zum Umfallen arbeiten und dann kaum noch Rente?

von Tobias Weißert / isw München e.V.

Die Deutsche Bundesbank (DBB) hat im Monatsbericht vom Oktober 2019 ein Grundsatzpapier zur Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung vorgelegt. Die Rentenversicherung sei auf Dauer nur zu stabilisieren, wenn sowohl die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung als auch der Bundeszuschuss deutlich erhöht werden. Gleichzeitig müsse die Rentenhöhe sinken und die Lebensarbeitszeit verlängert werden.

Rentnerverarschung-Rentenkuerzung-Altersrente-Arbeitsarmut-Grundrentenmodell-Grundrentner-Rentenschwindel-Respektrente-Sozialabbau-Kritisches-Netzwerk-Rentenfuck

Die demografische Entwicklung erfordere das unausweichlich. Die Anzahl der Menschen im erwerbstätigen Alter nehme ab, die Menschen im Rentenalter dagegen nähmen zu und lebten länger. Das sei unbezahlbar. Den Aussagen der Bundesbank zur Demografie liegt die mittlere Variante der 14. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statischen Bundesamtes zugrunde. Die Bundesbank verlängert, ausgehend von diesen Daten, die Vorausschau auf das Jahr 2070. 50 Jahre vorausschauen zu wollen ist falsch! Wer im Jahr 1900 unter linearer Fortschreibung einzelner sozio-ökonomischer Daten das Jahr 1950 beschrieben hätte, wäre komplett falsch gelegen. Auch 1950 hätte eine Vorschau auf das Jahr 2000 kaum realistische Ergebnisse erbracht.

Die Lebensarbeitszeit müsse über das 67te Lebensjahr hinaus angehoben werden, nachdem laut Bundesbank die Lebenserwartung von 84,4 im Jahr 2018 bis auf 89,0 Jahre in 2070 ansteige (S. 66). Das Renteneintrittsalter soll in 2070 dann bei 69 Jahren und vier Monaten liegen.

Rentnerjobs-Aufstocker-Lebensarbeitszeit-Lebensarbeitsverlaengerung-Regelaltersgrenze-Hinzuverdienst-Kritisches-Netzwerk-Ausbeutung-Nutzmenschhaltung-Minirente

Die Entwicklung der Lebenserwartung hat sich in den letzten 12 Jahren stark verlangsamt und es ist anzunehmen, dass sie sich auf Grund zunehmender sozialer und gesundheitlicher Risiken weiter verlangsamen wird.

Von den USA wird berichtet, dass die Lebenserwartung inzwischen rückläufig sei. [Artikel auf SPIEGEL ONLINE, 29.11.2018] Da unsicher sei, wie sich die Lebenserwartung konkret entwickle, schlägt die Bundesbank eine Indizierung vor. Steige die Lebenserwartung, müsse die Rente gesenkt werden. Viele Menschen sterben schon vor Erreichen des Renteneinstiegsalters. Die durchschnittliche statistische Lebenserwartung ab Geburt liegt bei Männern bei 78,5 und bei Frauen bei 83,3 Jahren. [ destatis.de]

Lebenserwartung und damit Rentenbezugsdauer sind stark von der sozialen Stellung abhängig. 27 Prozent der Männer der niedrigsten Einkommensgruppe sterben vor der Vollendung des 65ten Lebensjahres. In der höchsten Einkommensgruppe sind es dagegen nur 14 Prozent. 13,2 % der Frauen der niedrigsten Einkommensgruppe sterben vor Vollendung des 65ten Lebensjahres, in der höchsten Einkommensgruppe sind es 8,3 Prozent.

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Weitere Demontage und letztlich die Zerstörung der gesetzlichen Rentenversicherung

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24-11-19 09:13:00,

Die Rentenpläne der Bundesbank

Bis zum Umfallen arbeiten und dann kaum noch Rente?

von Tobias Weißert / isw München e.V.

Die Deutsche Bundesbank (DBB) hat im Monatsbericht vom Oktober 2019 ein Grundsatzpapier zur Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung vorgelegt. Die Rentenversicherung sei auf Dauer nur zu stabilisieren, wenn sowohl die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung als auch der Bundeszuschuss deutlich erhöht werden. Gleichzeitig müsse die Rentenhöhe sinken und die Lebensarbeitszeit verlängert werden.

Rentnerverarschung-Rentenkuerzung-Altersrente-Arbeitsarmut-Grundrentenmodell-Grundrentner-Rentenschwindel-Respektrente-Sozialabbau-Kritisches-Netzwerk-Rentenfuck

Die demografische Entwicklung erfordere das unausweichlich. Die Anzahl der Menschen im erwerbstätigen Alter nehme ab, die Menschen im Rentenalter dagegen nähmen zu und lebten länger. Das sei unbezahlbar. Den Aussagen der Bundesbank zur Demografie liegt die mittlere Variante der 14. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statischen Bundesamtes zugrunde. Die Bundesbank verlängert, ausgehend von diesen Daten, die Vorausschau auf das Jahr 2070. 50 Jahre vorausschauen zu wollen ist falsch! Wer im Jahr 1900 unter linearer Fortschreibung einzelner sozio-ökonomischer Daten das Jahr 1950 beschrieben hätte, wäre komplett falsch gelegen. Auch 1950 hätte eine Vorschau auf das Jahr 2000 kaum realistische Ergebnisse erbracht.

Die Lebensarbeitszeit müsse über das 67te Lebensjahr hinaus angehoben werden, nachdem laut Bundesbank die Lebenserwartung von 84,4 im Jahr 2018 bis auf 89,0 Jahre in 2070 ansteige (S. 66). Das Renteneintrittsalter soll in 2070 dann bei 69 Jahren und vier Monaten liegen.

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Von den USA wird berichtet, dass die Lebenserwartung inzwischen rückläufig sei. [Artikel auf SPIEGEL ONLINE, 29.11.2018] Da unsicher sei, wie sich die Lebenserwartung konkret entwickle, schlägt die Bundesbank eine Indizierung vor. Steige die Lebenserwartung, müsse die Rente gesenkt werden. Viele Menschen sterben schon vor Erreichen des Renteneinstiegsalters. Die durchschnittliche statistische Lebenserwartung ab Geburt liegt bei Männern bei 78,5 und bei Frauen bei 83,3 Jahren. [ destatis.de]

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“Leichter als Luft!” – Florian Kirner bei den BUCHKOMPLIZEN | KenFM.de

23-11-19 03:57:00,

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Florian Kirner ist Historiker, Liedermacher und Aktivist. Mit seinem Buch „Leichter als Luft“ hat er es geschafft, als erster Roman bei Westend verlegt zu werden. Ein Verlag, der sich sonst ausschließlich um das politische Sachbuch kümmert. Wie kam es dazu? Und warum die Geschichte über das Erleben der Anschläge des 11. Septembers 2001 auf einem Drogentrip in Berlin? Was ist das Motiv des Buches?

Florian Kirner gibt Antworten auf diese und weitere Fragen im Gespräch auf der Frankfurter Buchmesse 2019.

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Veröffentlicht am: 23. November 2019

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“Leichter als Luft!” – Florian Kirner bei den BUCHKOMPLIZEN | KenFM.de

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23-11-19 03:57:00,

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Florian Kirner ist Historiker, Liedermacher und Aktivist. Mit seinem Buch „Leichter als Luft“ hat er es geschafft, als erster Roman bei Westend verlegt zu werden. Ein Verlag, der sich sonst ausschließlich um das politische Sachbuch kümmert. Wie kam es dazu? Und warum die Geschichte über das Erleben der Anschläge des 11. Septembers 2001 auf einem Drogentrip in Berlin? Was ist das Motiv des Buches?

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Veröffentlicht am: 23. November 2019

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“Wir sind Geschöpfe des Waldes” – Wolf-Dieter Storl bei den Buchkomplizen | KenFM.de

“wir-sind-geschopfe-des-waldes”-–-wolf-dieter-storl-bei-den-buchkomplizen-|-kenfm.de

23-11-19 03:57:00,

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Wolf-Dieter Storl ist ein Pionier der Permakultur, Ethnobotaniker, Kulturanthropologe und ein Gegner der allseits verbreiteten Meinung, CO2 allein sei Schuld am Klimawandel. Für ihn ist CO2 die Grundlage des Lebens.

Als Kenner und Freund aller Pflanzen leugnet er damit keineswegs den Klimawandel, sondern fordert ein vielseitigeres Denken und einen bewussteren Umgang mit unserer Umwelt. Die Bewegung „Fridays for Future“ sieht er mehr als kritisch und plädiert dafür, alles Natürliche nicht als Gegenstände, sondern als Lebewesen anzusehen.

Pflanzen brauchen CO2. Wir Menschen brauchen einen klaren Verstand.

Wolf-Dieter Storl mit seinem neuen Buch „Wir sind Geschöpfe des Waldes“ auf der Frankfurter Buchmesse 2019.

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Veröffentlicht am: 23. November 2019

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Geringe Arbeitslosigkeit und boomende Wirtschaft basieren auf Schaffung prekärer Jobs

geringe-arbeitslosigkeit-und-boomende-wirtschaft-basieren-auf-schaffung-prekarer-jobs

23-11-19 11:03:00,

In den USA wurden seit 1990 zunehmend Jobs im Niedriglohnbereich geschaffen, die Kluft zwischen Gering- und Gutverdienenden geht weiter auf, die Erwerbstätigenquote vor allem bei den Jungen zurück

In den USA ist es ähnlich wie in Deutschland. Der Wirtschaft ging es lange Zeit gut, die Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Börse boom, Kredite sind billig, der Reichtum wächst. Es gehe den Menschen so gut wie noch nie, alle hätten am wachsenden Wohlstand teil, die Zufriedenheit sei hoch, wird von denen gepredigt, die alles beim Alten lassen wollen und dabei die Wirklichkeit für viele schönreden.

Ganz offensichtlich ist dies in den USA der Fall. Dafür gibt es Indizien. Nach einer Umfrage des Financial Health Network, das letztes Jahr schon nach der finanziellen Situation gefragt hatte, ist der Anteil der Amerikaner, die darum kämpfen, mit ihrem Einkommen zurechtzukommen, trotz Wirtschaftswachstums gleich geblieben. Nur 29 Prozent der Amerikaner seien finanziell “gesund”, dagegen haben 70 Prozent Probleme mit einem Aspekt wie Verdienst, Schulden, Vorsorge, Sparen oder anfallende Rechnungen bezahlen. 20 Prozent der Mittelklasse-Angestellten, die zwischen 30.000 und 100.000 US-Dollar verdienen, sagen, sie geben mehr aus, als sie verdienen. Vier Prozent mehr als 2018. 20 Prozent der Frauen sind wegen Geld im Stress, bei den Männern sind es 13 Prozent.

Insgesamt gelten 17 Prozent als finanziell gefährdet. Zur Unsicherheit kommt hinzu, dass offenbar das Einkommen beträchtlich schwanken kann. Die “finanzielle Gesundheit” wird von der Organisation auf einer 100-Punkte-Skala erfasst. Mehr als die Hälfte von denjenigen, die letztes Jahr befragt wurden, erfuhren eine durchschnittliche Veränderung von 7,5 Punkten nach oben oder nach unten. Nach einer Umfrage des Urban Institute vom letzten Jahr kämpfen fast 40 Prozent der Amerikaner jeden Monat damit, grundlegende Ausgaben wie Miete, Lebensmittel oder Medikamente bezahlen zu können.

Geringverdiener in der Abwärtsschleife

Im Hintergrund steht, dass Wirtschaft und sinkende Arbeitslosigkeit darauf basieren, dass Gehälter stagnieren oder zunehmend prekäre Jobs geschaffen werden. Nach einem neuen U.S. Private Sector Job Quality Index (JQI), der von Wissenschaftlern der Cornell University, der Coalition for a Prosperous America, der University of Missouri, Kansas City und dem Global Institute for Sustainable Prosperity erstellt wird, ist die Qualität der Jobs seit den 1990er um über 14 Prozent zurückgegangen.

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Geringe Arbeitslosigkeit und boomende Wirtschaft basieren auf Schaffung prekärer Jobs

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23-11-19 11:03:00,

In den USA wurden seit 1990 zunehmend Jobs im Niedriglohnbereich geschaffen, die Kluft zwischen Gering- und Gutverdienenden geht weiter auf, die Erwerbstätigenquote vor allem bei den Jungen zurück

In den USA ist es ähnlich wie in Deutschland. Der Wirtschaft ging es lange Zeit gut, die Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Börse boomt, Kredite sind billig, der Reichtum wächst. Es gehe den Menschen so gut wie noch nie, alle hätten am wachsenden Wohlstand teil, die Zufriedenheit sei hoch, wird von denen gepredigt, die alles beim Alten lassen wollen und dabei die Wirklichkeit für viele schönreden.

Ganz offensichtlich ist dies in den USA der Fall. Dafür gibt es Indizien. Nach einer Umfrage des Financial Health Network, das letztes Jahr schon nach der finanziellen Situation gefragt hatte, ist der Anteil der Amerikaner, die darum kämpfen, mit ihrem Einkommen zurechtzukommen, trotz Wirtschaftswachstums gleich geblieben. Nur 29 Prozent der Amerikaner seien finanziell “gesund”, dagegen haben 70 Prozent Probleme mit einem Aspekt wie Verdienst, Schulden, Vorsorge, Sparen oder anfallende Rechnungen bezahlen. 20 Prozent der Mittelklasse-Angestellten, die zwischen 30.000 und 100.000 US-Dollar verdienen, sagen, sie geben mehr aus, als sie verdienen. Vier Prozent mehr als 2018. 20 Prozent der Frauen sind wegen Geld im Stress, bei den Männern sind es 13 Prozent.

Insgesamt gelten 17 Prozent als finanziell gefährdet. Zur Unsicherheit kommt hinzu, dass offenbar das Einkommen beträchtlich schwanken kann. Die “finanzielle Gesundheit” wird von der Organisation auf einer 100-Punkte-Skala erfasst. Mehr als die Hälfte von denjenigen, die letztes Jahr befragt wurden, erfuhren eine durchschnittliche Veränderung von 7,5 Punkten nach oben oder nach unten. Nach einer Umfrage des Urban Institute vom letzten Jahr kämpfen fast 40 Prozent der Amerikaner jeden Monat damit, grundlegende Ausgaben wie Miete, Lebensmittel oder Medikamente bezahlen zu können.

Geringverdiener in der Abwärtsschleife

Im Hintergrund steht, dass Wirtschaft und sinkende Arbeitslosigkeit darauf basieren, dass Gehälter stagnieren oder zunehmend prekäre Jobs geschaffen werden. Nach einem neuen U.S. Private Sector Job Quality Index (JQI), der von Wissenschaftlern der Cornell University, der Coalition for a Prosperous America, der University of Missouri, Kansas City und dem Global Institute for Sustainable Prosperity erstellt wird, ist die Qualität der Jobs seit den 1990er um über 14 Prozent zurückgegangen.

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Sozialer Wohnungsbau – Der Riese schwankte und fiel

23-11-19 11:00:00,

Wenn man verstehen will, warum Gewerkschaften heute nicht das Gewicht und den Einfluss haben, die sie vor 50 Jahren hatten, dann ist es gut, Aufstieg und Fall der Neuen Heimat zu studieren. Man lernt dabei auch etwas darüber, warum der soziale Wohnungsbau in den letzten 30 Jahren sträflich missachtet wurde, und letztlich auch etwas über den Niedergang des linken Lagers insgesamt. Hermann Kaienburg[*] beschreibt im folgenden diesen Vorgang. Danke vielmals. Albrecht Müller.

Die Neue Heimat schaffte bezahlbaren Wohnraum – Aufstieg und Niedergang einer sozialdemokratischen Utopie. Von Hermann Kaienburg

Wenn die Wohnkosten explodieren wie gegenwärtig, gelten gemeinnützige Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften oft als wichtige Alternative zum ungesteuerten kapitalistischen Wohnungsmarkt. Früher waren solche Organisationsformen nicht nur im Wohnungs- und Finanzwesen (z.B. Sparkassen), sondern auch in anderen wirtschaftlichen Bereichen, etwa als Konsumgenossenschaften, weiter verbreitet als heute.

Eine große, von den Gewerkschaften gegründete gemeinnützige Wohnungsgesellschaft war die Neue Heimat (NH). Sie entstand unter anderem Namen in der Weimarer Republik, wurde in der NS-Zeit der Deutschen Arbeitsfront unterstellt und nach dem Krieg von der britischen Treuhandverwaltung den Gewerkschaften zurückgegeben. Das wichtigste Ziel war zunächst, zur Behebung der großen Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg beizutragen. Von Hamburg ausgehend, breitete sie sich durch Übernahme gleichartiger Unternehmen in den 1950er Jahren auf viele Bundesländer aus. Innerhalb weniger Jahre baute sie tausende von Wohnungen wieder auf und errichtete in großem Umfang neue. In den folgenden Jahrzehnten wuchs sie zum größten nichtstaatlichen Wohnungskonzern Europas an. In den 1970er Jahren verwaltete sie über 400.000 Wohnungen. Anfang der 1980er Jahre brach sie zusammen. Wie konnte das geschehen?

Die Ausstellung „Die Neue Heimat [1950-1982]. Eine sozialdemokratische Utopie und ihre Bauten“, die von Ende Juni bis Anfang Oktober 2019 im Museum für Hamburgische Geschichte zu sehen war (demnächst auch in Frankfurt/M. und Berlin), hat viel Material dazu zusammengetragen – Informationstexte, Fotos, Organisationsschemata, Modelle, Filmaufnahmen und anderes. Gezeigt wird die Geschichte des Konzerns von den Anfängen bis zum Zusammenbruch. Im Mittelpunkt stehen aber die Bauten, die die NH entwarf und errichtete, vom sozialen Wohnungsbau bis hin zu Kongresszentren und ganzen Stadtvierteln. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Frage, wie moderner Wohnungs- und Städtebau gestaltet werden kann und sollte.

„Moderner Wohnungsbau“ am Osdorfer Born (Foto: ProQuartier)

Die NH gehörte zu einer großen Gruppe von gewerkschaftseigenen Unternehmen.

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Sozialer Wohnungsbau – Der Riese schwankte und fiel

sozialer-wohnungsbau-–-der-riese-schwankte-und-fiel

23-11-19 11:00:00,

Wenn man verstehen will, warum Gewerkschaften heute nicht das Gewicht und den Einfluss haben, die sie vor 50 Jahren hatten, dann ist es gut, Aufstieg und Fall der Neuen Heimat zu studieren. Man lernt dabei auch etwas darüber, warum der soziale Wohnungsbau in den letzten 30 Jahren sträflich missachtet wurde, und letztlich auch etwas über den Niedergang des linken Lagers insgesamt. Hermann Kaienburg[*] beschreibt im folgenden diesen Vorgang. Danke vielmals. Albrecht Müller.

Die Neue Heimat schaffte bezahlbaren Wohnraum – Aufstieg und Niedergang einer sozialdemokratischen Utopie. Von Hermann Kaienburg

Wenn die Wohnkosten explodieren wie gegenwärtig, gelten gemeinnützige Wohnungsgesellschaften und -genossenschaften oft als wichtige Alternative zum ungesteuerten kapitalistischen Wohnungsmarkt. Früher waren solche Organisationsformen nicht nur im Wohnungs- und Finanzwesen (z.B. Sparkassen), sondern auch in anderen wirtschaftlichen Bereichen, etwa als Konsumgenossenschaften, weiter verbreitet als heute.

Eine große, von den Gewerkschaften gegründete gemeinnützige Wohnungsgesellschaft war die Neue Heimat (NH). Sie entstand unter anderem Namen in der Weimarer Republik, wurde in der NS-Zeit der Deutschen Arbeitsfront unterstellt und nach dem Krieg von der britischen Treuhandverwaltung den Gewerkschaften zurückgegeben. Das wichtigste Ziel war zunächst, zur Behebung der großen Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg beizutragen. Von Hamburg ausgehend, breitete sie sich durch Übernahme gleichartiger Unternehmen in den 1950er Jahren auf viele Bundesländer aus. Innerhalb weniger Jahre baute sie tausende von Wohnungen wieder auf und errichtete in großem Umfang neue. In den folgenden Jahrzehnten wuchs sie zum größten nichtstaatlichen Wohnungskonzern Europas an. In den 1970er Jahren verwaltete sie über 400.000 Wohnungen. Anfang der 1980er Jahre brach sie zusammen. Wie konnte das geschehen?

Die Ausstellung „Die Neue Heimat [1950-1982]. Eine sozialdemokratische Utopie und ihre Bauten“, die von Ende Juni bis Anfang Oktober 2019 im Museum für Hamburgische Geschichte zu sehen war (demnächst auch in Frankfurt/M. und Berlin), hat viel Material dazu zusammengetragen – Informationstexte, Fotos, Organisationsschemata, Modelle, Filmaufnahmen und anderes. Gezeigt wird die Geschichte des Konzerns von den Anfängen bis zum Zusammenbruch. Im Mittelpunkt stehen aber die Bauten, die die NH entwarf und errichtete, vom sozialen Wohnungsbau bis hin zu Kongresszentren und ganzen Stadtvierteln. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Frage, wie moderner Wohnungs- und Städtebau gestaltet werden kann und sollte.

„Moderner Wohnungsbau“ am Osdorfer Born (Foto: ProQuartier)

Die NH gehörte zu einer großen Gruppe von gewerkschaftseigenen Unternehmen.

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Libanon am Scheideweg

23-11-19 10:54:00,

Als Initialzündung der Protestbewegung gilt der 17. Oktober 2019. An diesem Tag verkündete der libanesische Telekommunikations-Minister Mohammed Choucair eine neue Gebühr für Sprachanrufe auf das Voice-Over-Internet-Protokoll (VoIP), das von Anwendungen wie WhatsApp, FaceTime oder Skype verwendet wird. Telefondienste sind im Libanon extrem teuer. Die Branche ist, wie nahezu alle lukrativen Wirtschaftszweige, von regierungsnahen Großindustriellen monopolisiert worden.

Als ich mir vor gut einem Monat eine Telefonnummer zulegte, musste ich allein 30.000 Libanesische Pfund (LBP), umgerechnet circa 20 US-Dollar, für eine SIM-Karte bezahlen. Dazu kamen noch circa 26 Dollar für fünf Gigabyte mobile Datennutzung. Damit nicht genug: Die Nutzung einer Mobilfunknummer ist monatlich begrenzt, so dass für eine Verlängerung zusätzliche Kosten anfallen. Die billigste Option ist eine SIM-Karte mit reiner WhatsApp-Flatrate für circa 4 US-Dollar. Diese Variante nutzen sehr viele Libanesen, um mit ihrer Familie im Ausland Kontakt pflegen zu können.

Seit dem zweiten libanesischen Bürgerkrieg (1975 bis 1989) ist ein großer Anteil der Bevölkerung emigriert. Aus diesem Grund existiert eine große Diaspora auf der Arabischen Halbinsel, in Europa, Nordamerika, Lateinamerika, Ozeanien und Westafrika. Offizielle Statistiken gibt es nicht, jedoch wird die libanesische Diaspora mittlerweile größer eingeschätzt als die einheimische Bevölkerung mit circa 6 Millionen Einwohnern.

Vor diesem Hintergrund traf die Besteuerung der Internetkommunikation das Volk ins Mark. Ironischerweise verbreiteten sich die Bilder der Demonstrationen vor allem über WhatsApp und Facebook, so dass sich am Abend des 17. Oktobers weitere Tausende dem Protestzug auf dem zentralen Märtyrerplatz und auf dem Riad-al-Solh-Platz vor dem Parlamentssitz in Beirut anschlossen.

Die aufgebrachten Demonstranten errichteten in zahlreichen Beiruter Vierteln brennende Straßenbarrikaden, von denen einige außer Kontrolle gerieten. Im Luxusviertel Downtown gerieten zwei sich noch im Bau befindende Gebäude in Brand. In dem Feuerinferno kamen zwei syrische Bauarbeiter ums Leben. Als sich der Konvoi des Ministers für Hochschulbildung Akram Chehayeb einer Straßensperrung näherte, hinderten dutzende Demonstranten diesen an der Weiterfahrt. Einer seiner Leibwächter schoss wild mit einer Maschinenpistole in die Luft, um dem Konvoi einen Weg zu bahnen. Eine bis heute unbekannte Frau trat ihm trotz seiner Maschinenpistole in die Genitalien. Die Aufnahme dieser Szene sollte zum Symbol des libanesischen Aufstandes werden.

Es wurden große Feuer vor der Blauen Moschee und der orthodoxen Kirche nahe dem Märtyrerplatz entfacht. Die nebeneinander stehenden Gotteshäuser stellen das Symbol für die friedliche Koexistenz der 18 Religionsgemeinschaften im Libanon dar.

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Libanon am Scheideweg

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23-11-19 10:54:00,

Als Initialzündung der Protestbewegung gilt der 17. Oktober 2019. An diesem Tag verkündete der libanesische Telekommunikations-Minister Mohammed Choucair eine neue Gebühr für Sprachanrufe auf das Voice-Over-Internet-Protokoll (VoIP), das von Anwendungen wie WhatsApp, FaceTime oder Skype verwendet wird. Telefondienste sind im Libanon extrem teuer. Die Branche ist, wie nahezu alle lukrativen Wirtschaftszweige, von regierungsnahen Großindustriellen monopolisiert worden.

Als ich mir vor gut einem Monat eine Telefonnummer zulegte, musste ich allein 30.000 Libanesische Pfund (LBP), umgerechnet circa 20 US-Dollar, für eine SIM-Karte bezahlen. Dazu kamen noch circa 26 Dollar für fünf Gigabyte mobile Datennutzung. Damit nicht genug: Die Nutzung einer Mobilfunknummer ist monatlich begrenzt, so dass für eine Verlängerung zusätzliche Kosten anfallen. Die billigste Option ist eine SIM-Karte mit reiner WhatsApp-Flatrate für circa 4 US-Dollar. Diese Variante nutzen sehr viele Libanesen, um mit ihrer Familie im Ausland Kontakt pflegen zu können.

Seit dem zweiten libanesischen Bürgerkrieg (1975 bis 1989) ist ein großer Anteil der Bevölkerung emigriert. Aus diesem Grund existiert eine große Diaspora auf der Arabischen Halbinsel, in Europa, Nordamerika, Lateinamerika, Ozeanien und Westafrika. Offizielle Statistiken gibt es nicht, jedoch wird die libanesische Diaspora mittlerweile größer eingeschätzt als die einheimische Bevölkerung mit circa 6 Millionen Einwohnern.

Vor diesem Hintergrund traf die Besteuerung der Internetkommunikation das Volk ins Mark. Ironischerweise verbreiteten sich die Bilder der Demonstrationen vor allem über WhatsApp und Facebook, so dass sich am Abend des 17. Oktobers weitere Tausende dem Protestzug auf dem zentralen Märtyrerplatz und auf dem Riad-al-Solh-Platz vor dem Parlamentssitz in Beirut anschlossen.

Die aufgebrachten Demonstranten errichteten in zahlreichen Beiruter Vierteln brennende Straßenbarrikaden, von denen einige außer Kontrolle gerieten. Im Luxusviertel Downtown gerieten zwei sich noch im Bau befindende Gebäude in Brand. In dem Feuerinferno kamen zwei syrische Bauarbeiter ums Leben. Als sich der Konvoi des Ministers für Hochschulbildung Akram Chehayeb einer Straßensperrung näherte, hinderten dutzende Demonstranten diesen an der Weiterfahrt. Einer seiner Leibwächter schoss wild mit einer Maschinenpistole in die Luft, um dem Konvoi einen Weg zu bahnen. Eine bis heute unbekannte Frau trat ihm trotz seiner Maschinenpistole in die Genitalien. Die Aufnahme dieser Szene sollte zum Symbol des libanesischen Aufstandes werden.

Es wurden große Feuer vor der Blauen Moschee und der orthodoxen Kirche nahe dem Märtyrerplatz entfacht. Die nebeneinander stehenden Gotteshäuser stellen das Symbol für die friedliche Koexistenz der 18 Religionsgemeinschaften im Libanon dar.

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Neoliberalismus reloaded

neoliberalismus-reloaded

23-11-19 10:50:00,

von Reiner Braun und Kristine Karch

„Auf eine halbe Revolution folgt immer eine ganze Konterrevolution.“ Karl Marx 1848/49.

Ist es nicht langsam Zeit für die Linke, Schlussfolgerungen aus den politisch negativen Veränderungen in Latein- und Zentralamerika, in Venezuela, Ecuador, Brasilien, Bolivien, El Salvador möglicherweise auch Uruguay, zu ziehen? Fast sieht es nach einem Siegeszug von „Neoliberalismus reloaded“ aus, der auch eine Abkehr von den positiven Abkommen zu regionaler fairer Kooperation und Zusammenarbeit wie ALBA, Unasur, PetroCaribe zugunsten einer Unterordnung unter die Interessen des US-Imperiums beinhaltet.

Wir wünschen allen aktuellen großen Protestbewegungen das Maximum an Erfolg. Denn sie sind Ausdruck des Widerstandes großer Teile der Bevölkerung in Lateinamerika gegen Unterdrückung und soziale Verelendung. Vieles, was von den linken oder Mitte-links-Regierungen in diesem Jahrtausend erreicht wurde, ist begeisternd und tief beeindruckend. Umso notwendiger ist es, über das Scheitern der Regierungsbeteiligungen nachzudenken. Dabei sind die Bedingungen und Konstellationen in den einzelnen Ländern sicher unterschiedlich, trotzdem werfen wir die Frage auf: Gibt es nicht gemeinsame Lehren?

Wir sehen die folgenden:

  1. Nach der Regierungsübernahme durch linke oder Mitte-links-Regierungen ist in keinem Land die Eigentumsfrage sowohl für die Wirtschaft als auch die Landwirtschaft (Landreform zur Beseitigung des Großgrundbesitzes) gestellt worden. Die vorher politisch Mächtigen blieben die ökonomisch Mächtigen, ihre Machtbasis wurde nicht beseitigt. Dies gilt auch und besonders für Handelskonzerne. Wo grundlegende Veränderungen begonnen wurden, wurden sie schnell durch den Druck der ökonomisch Mächtigen verwässert und eingestellt. Eine Strategie zur Schaffung einer Kräftekonstellation, die eine Übertragung des Eigentums zu denen, die alle Werte schaffen, zulässt beziehungsweise möglich macht, war und ist nicht erkennbar.

  2. Der Extraktivismus in einigen Ländern hat zu einer Nichtentwicklung der nationalen Ökonomie geführt, die Steuereinnahmen wurden für sozialen Fortschritt — so begrüßenswert das ist — nicht aber für eine nationale längerfristige eigenständige ökonomische Entwicklung ausgegeben. „Buen vivir“ blieb ein Schlagwort für die Sonntagsreden. Vor allem in Venezuela, tendenziell auch in anderen Ländern, wurde nicht Abschied von einer Rentenökonomie genommen.

  3. Die Medien bleiben zum übergroßen Teil in den Händen der alten kapitalistischen Eigentümer, eine Demokratisierung und Dezentralisierung der Medien fand nur teilweise statt und betraf nicht die zentralen bürgerlichen beziehungsweise konservativen Leitmedien.

  4. Die neuen linken Regierungen entwickelten ihre eigene Bürokratie, eine Abgehobenheit und teilweise Arroganz.

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Der Gernegroß

23-11-19 10:47:00,

Die Bundesregierung inszeniert sich als friedensorientiert, als vom humanitären Menschenrecht und von der UN-Charta geleitete Vertreterin deutschen Interesses am Gemeinwohl der Welt. Nur Lichtvolles, kein Schatten. Den Erfolg ihrer Selbstinszenierung garantiert ihr ein kritikloses, konformistisches Informationswesen, in dem ARD-Tagesschau, ZDF-heute und Deutschlandradio die Leithammel abgeben und in dem die Ausscheidungen von BILD bis ZEIT das öffentliche Meinungsbild verkoten.

Im Verdrehen und Beschönigen von Tatsachen ist unsere Regierung spitze. Wenn es für den Machterhalt nützlich erscheint oder den Interessen der deutschen Wirtschaftselite dient, dann statten Kanzlerin und Minister, als „Partner“ tituliert, dem jeweiligen US-Machthaber auch schon mal eine Rektalvisite ab (5) — selbst wenn es sich ums Hinterstübchen des ungeliebten und heimlich verachteten Donald handelt. Dann wird die Hinnahme von Trumps Hohn für unvermeidlich und sowieso unbeachtlich erklärt (6). Hauptsache, er hat uns wieder lieb …

Und ARD-aktuell? Die Redaktion bewährt sich als Mikrofonhalter und Presseabteilung der führenden Politiker, selbst wenn offenkundige Unwahrheiten verkündet werden. Die „anerkannten journalistischen Grundsätze“, vom Rundfunkstaatsvertrag zum Maßstab der Berichterstattung gemacht, sind aus der Tagesschau-Realität nach unbekannt verzogen. Sogar die Sprechblasen eines pubertär eitlen Spätkonfirmanden im Außenamt werden distanzlos und kritikfrei ins Publikum geblubbert, bloße Behauptungen als Fakten ausgegeben (7).

Eigenständiges Abwägen und Einordnungshilfe finden nicht statt. Maas tönte im Januar auf einer Pressekonferenz in Moskau über den INF-Vertrag:

„Er berührt unsere Sicherheitsinteressen auf elementare Art und Weise. (…) Wir sind der Auffassung, dass Russland den Vertrag retten kann“ (8).

Der Tagesschau und ihren Moskauer Korrespondenten fiel es nicht ein, zu fragen, wie sich solche Statements mit der destruktiven deutschen Rolle im UN-Sicherheitsrat vertragen. Dort hatte Russland zuvor einen Resolutionsentwurf zur Aufrechterhaltung des INF-Vertrags eingebracht, aber die USA und ihre NATO-Vasallen im Gremium wollten keine Diskussion. Sie blockierten. Das Micky-Maus-Merkel-Maas-Deutschland stand mit auf der Bremse. Auf diese Widersprüchlichkeit machte die Tagesschau natürlich nicht aufmerksam.

Dass Deutschlands „Spitzendiplomat” Maas Russland dennoch Versäumnisse vorwarf, kennzeichnet das miese Niveau deutscher Außenpolitik. Ihr Häuptling hat bisher nicht einen einzigen erfolgreichen Beitrag zu einer friedensförderlichen internationalen Konfliktlösung vorzuweisen. Aber unverdrossen bekundet unsere Regierung ihren Willen, weltweit „mehr Verantwortung” zu übernehmen.

Da, wo Merkel es wirklich einmal versuchte, beim Befriedungsprojekt für die Ost-Ukraine (Minsk II), ging es allerdings auch in die Hose. Es sieht derzeit ganz danach aus, als werde es allein Russlands hocheffizienter Außenpolitik zu verdanken sein,

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Der Gernegroß

23-11-19 10:47:00,

Die Bundesregierung inszeniert sich als friedensorientiert, als vom humanitären Menschenrecht und von der UN-Charta geleitete Vertreterin deutschen Interesses am Gemeinwohl der Welt. Nur Lichtvolles, kein Schatten. Den Erfolg ihrer Selbstinszenierung garantiert ihr ein kritikloses, konformistisches Informationswesen, in dem ARD-Tagesschau, ZDF-heute und Deutschlandradio die Leithammel abgeben und in dem die Ausscheidungen von BILD bis ZEIT das öffentliche Meinungsbild verkoten.

Im Verdrehen und Beschönigen von Tatsachen ist unsere Regierung spitze. Wenn es für den Machterhalt nützlich erscheint oder den Interessen der deutschen Wirtschaftselite dient, dann statten Kanzlerin und Minister, als „Partner“ tituliert, dem jeweiligen US-Machthaber auch schon mal eine Rektalvisite ab (5) — selbst wenn es sich ums Hinterstübchen des ungeliebten und heimlich verachteten Donald handelt. Dann wird die Hinnahme von Trumps Hohn für unvermeidlich und sowieso unbeachtlich erklärt (6). Hauptsache, er hat uns wieder lieb …

Und ARD-aktuell? Die Redaktion bewährt sich als Mikrofonhalter und Presseabteilung der führenden Politiker, selbst wenn offenkundige Unwahrheiten verkündet werden. Die „anerkannten journalistischen Grundsätze“, vom Rundfunkstaatsvertrag zum Maßstab der Berichterstattung gemacht, sind aus der Tagesschau-Realität nach unbekannt verzogen. Sogar die Sprechblasen eines pubertär eitlen Spätkonfirmanden im Außenamt werden distanzlos und kritikfrei ins Publikum geblubbert, bloße Behauptungen als Fakten ausgegeben (7).

Eigenständiges Abwägen und Einordnungshilfe finden nicht statt. Maas tönte im Januar auf einer Pressekonferenz in Moskau über den INF-Vertrag:

„Er berührt unsere Sicherheitsinteressen auf elementare Art und Weise. (…) Wir sind der Auffassung, dass Russland den Vertrag retten kann“ (8).

Der Tagesschau und ihren Moskauer Korrespondenten fiel es nicht ein, zu fragen, wie sich solche Statements mit der destruktiven deutschen Rolle im UN-Sicherheitsrat vertragen. Dort hatte Russland zuvor einen Resolutionsentwurf zur Aufrechterhaltung des INF-Vertrags eingebracht, aber die USA und ihre NATO-Vasallen im Gremium wollten keine Diskussion. Sie blockierten. Das Micky-Maus-Merkel-Maas-Deutschland stand mit auf der Bremse. Auf diese Widersprüchlichkeit machte die Tagesschau natürlich nicht aufmerksam.

Dass Deutschlands „Spitzendiplomat” Maas Russland dennoch Versäumnisse vorwarf, kennzeichnet das miese Niveau deutscher Außenpolitik. Ihr Häuptling hat bisher nicht einen einzigen erfolgreichen Beitrag zu einer friedensförderlichen internationalen Konfliktlösung vorzuweisen. Aber unverdrossen bekundet unsere Regierung ihren Willen, weltweit „mehr Verantwortung” zu übernehmen.

Da, wo Merkel es wirklich einmal versuchte, beim Befriedungsprojekt für die Ost-Ukraine (Minsk II), ging es allerdings auch in die Hose. Es sieht derzeit ganz danach aus, als werde es allein Russlands hocheffizienter Außenpolitik zu verdanken sein,

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Der Gernegroß

der-gernegros

23-11-19 10:47:00,

Die Bundesregierung inszeniert sich als friedensorientiert, als vom humanitären Menschenrecht und von der UN-Charta geleitete Vertreterin deutschen Interesses am Gemeinwohl der Welt. Nur Lichtvolles, kein Schatten. Den Erfolg ihrer Selbstinszenierung garantiert ihr ein kritikloses, konformistisches Informationswesen, in dem ARD-Tagesschau, ZDF-heute und Deutschlandradio die Leithammel abgeben und in dem die Ausscheidungen von BILD bis ZEIT das öffentliche Meinungsbild verkoten.

Im Verdrehen und Beschönigen von Tatsachen ist unsere Regierung spitze. Wenn es für den Machterhalt nützlich erscheint oder den Interessen der deutschen Wirtschaftselite dient, dann statten Kanzlerin und Minister, als „Partner“ tituliert, dem jeweiligen US-Machthaber auch schon mal eine Rektalvisite ab (5) — selbst wenn es sich ums Hinterstübchen des ungeliebten und heimlich verachteten Donald handelt. Dann wird die Hinnahme von Trumps Hohn für unvermeidlich und sowieso unbeachtlich erklärt (6). Hauptsache, er hat uns wieder lieb …

Und ARD-aktuell? Die Redaktion bewährt sich als Mikrofonhalter und Presseabteilung der führenden Politiker, selbst wenn offenkundige Unwahrheiten verkündet werden. Die „anerkannten journalistischen Grundsätze“, vom Rundfunkstaatsvertrag zum Maßstab der Berichterstattung gemacht, sind aus der Tagesschau-Realität nach unbekannt verzogen. Sogar die Sprechblasen eines pubertär eitlen Spätkonfirmanden im Außenamt werden distanzlos und kritikfrei ins Publikum geblubbert, bloße Behauptungen als Fakten ausgegeben (7).

Eigenständiges Abwägen und Einordnungshilfe finden nicht statt. Maas tönte im Januar auf einer Pressekonferenz in Moskau über den INF-Vertrag:

„Er berührt unsere Sicherheitsinteressen auf elementare Art und Weise. (…) Wir sind der Auffassung, dass Russland den Vertrag retten kann“ (8).

Der Tagesschau und ihren Moskauer Korrespondenten fiel es nicht ein, zu fragen, wie sich solche Statements mit der destruktiven deutschen Rolle im UN-Sicherheitsrat vertragen. Dort hatte Russland zuvor einen Resolutionsentwurf zur Aufrechterhaltung des INF-Vertrags eingebracht, aber die USA und ihre NATO-Vasallen im Gremium wollten keine Diskussion. Sie blockierten. Das Micky-Maus-Merkel-Maas-Deutschland stand mit auf der Bremse. Auf diese Widersprüchlichkeit machte die Tagesschau natürlich nicht aufmerksam.

Dass Deutschlands „Spitzendiplomat” Maas Russland dennoch Versäumnisse vorwarf, kennzeichnet das miese Niveau deutscher Außenpolitik. Ihr Häuptling hat bisher nicht einen einzigen erfolgreichen Beitrag zu einer friedensförderlichen internationalen Konfliktlösung vorzuweisen. Aber unverdrossen bekundet unsere Regierung ihren Willen, weltweit „mehr Verantwortung” zu übernehmen.

Da, wo Merkel es wirklich einmal versuchte, beim Befriedungsprojekt für die Ost-Ukraine (Minsk II), ging es allerdings auch in die Hose. Es sieht derzeit ganz danach aus, als werde es allein Russlands hocheffizienter Außenpolitik zu verdanken sein,

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