Ein wilder Ort

Ein wilder Ort

14-07-18 09:07:00,

In den 90er Jahren erhielt Gabriele Freytag die Diagnose Gebärmutterhalskrebs. Sie beschloss, auf die konventionelle Behandlung ganz zu verzichten und im Einklang mit ihrem Beruf ihre Heilung ganzheitlich und möglichst nicht invasiv anzugehen. Gegen den Rat der Ärzte, die sie aufsuchte. Leichtsinnig sei sie, verantwortungslos, sich der Gefahr nicht bewusst. Nach langem Suchen fand sie schließlich eine homöopathisch ausgebildete Ärztin, die sie begleitete. Denn alleine wollte sie diesen Weg nicht gehen.

Psychotherapie wird bei Krebs gelegentlich protokollbegleitend eingesetzt. Sie soll vor allem dabei helfen, die bitteren Pillen leichter zu verdauen und den Kopf über Wasser zu halten. Als alleiniger Heilansatz wird sie jedoch nicht in Anbetracht gezogen. Aus ihrer langjährigen Praxis heraus jedoch wusste Gabriele Freytag um die psychosomatischen Zusammenhänge.

Emotionales und seelisches Ungleichgewicht kann durchaus zu gravierenden körperlichen Störungen führen. Das erfährt jeder, dem eine Situation auf den Magen schlägt oder an die Nieren geht. Erlebtes kann, das wusste Gabriele Freytag, wenn es alleine durchlitten und nicht zum Ausdruck gebracht wird, auch schwere Pathologien auslösen.

Wenn uns psychische Störungen auch körperlich krank machen können, dann können wir durch ein wiederhergestelltes emotionales und seelisches Gleichgewicht wieder gesund werden. Gabriele Freytag vertraute ihrem Körper und begleitete ihre Krankheit auf friedliche Weise. Ayurveda, Yoga, Meditation, Trancen, japanisches Heilströmen, grüne Säfte, gute Bücher, lange Spaziergänge, der Kontakt mit der Natur, und immer wieder Reisen in ihr Inneres und das Gespräch mit den außer Rand und Band geratenen Zellen.

Ihre ragazzi nannte die zwischen Hamburg und Italien lebende Autorin ihre Krebszellen. Kecke Burschen, nicht wirklich bösartig, aber verwegen die Schiebermütze im Gesicht. Sehr kommunikationsbereit waren sie, und zeigten ihr bereitwillig, wo sie zu suchen hatte.

Es sind unsere inneren Wunden, diese unbetretenen Gebiete und wilden Orte in uns, an denen der Körper zum Ausdruck bringt, wo etwas Hilfe braucht und gepflegt werden möchte. Im Laufe der Zeit entwickelte Gabriele Freytag ihre ganz eigene Heilmethode, die sie heute die kreative Psychotherapie nennt. Es ist ein mutiger Weg. Nicht nur, weil er abseits des Mainstream verläuft, sondern vor allem, weil sie sich in die eigenen bisher unbeleuchteten Tiefen hineinwagt.

Heute, 20 Jahre später, ist Gabriele Freytag gesund. Ihre Erfahrungen hat sie in ihrem Buch Ein wilder Ort auf anschauliche und bewegende Weise beschrieben. Ich habe sie mehrmals getroffen, um mit ihr über ihr Erleben zu sprechen.

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Das Ende der Pädagogik

Das Ende der Pädagogik

13-07-18 07:37:00,

Unerwartetes vernimmt, wer Kinderärzte (1) reden hört oder mit Schulpsychologinnen und Sozialpädagogen spricht: Sie behandeln in ihrer Praxis immer mehr Kinder mit psychosomatischen Problemen wie Bauchweh und chronischen Kopfschmerzen. Schülerinnen und Schüler leiden vermehrt unter Schulangst, manche zeigen ein auffälliges Verhalten. Die jungen Patienten leiden zunehmend an Beschwerden, für die es keine somatische Lesart gibt. (2)

Die Fachleute diagnostizieren drei Ursachenfelder: Neben dem gesellschaftlich-sozialen Druck sowie familiären Notsituationen sind es auch schulische Gründe. So berichtet eine Ärztin:

„Ich habe miterlebt, wie sich Kinder in der dritten Klasse selbstständig den Rechenstoff erarbeiten sollten. Am Montag präsentierte die Lehrerin eine kurze Einführung ins neue Rechenthema; dann mussten die Kinder den Rest der Woche in den Rechenlektionen und bei den Hausaufgaben allein an ihrem Dossier arbeiten.“

Als Lerncoach verteilt die Lehrerin individuelle Lerninhalte. Und genau gleich sieht es in den Fächern Deutsch und Realien aus. Wochenpläne und Arbeitsblätter müssen es richten.

Selbständig soll alles erfolgen – und allein. Das Lernen mutiert vom gemeinschaftlichen Prozess zur Einzelaktivität. Eine Klassengemeinschaft entsteht kaum. Vor allem mittelstarke und leistungsschwächere Schüler sind damit überfordert. Sie geraten unter leistungsmässigen und psychischen Druck.

Dazu kommt etwas Weiteres: Tauchen bei der Planarbeit Probleme und Fragen auf, sind primär Klassenkameraden zu konsultieren, die „Experten“, wie sie heissen. Mit ihnen soll das betreffende Kind die Thematik diskutieren. Will es die Lehrerin um Rat bitten, muss es anstehen – falls das möglich ist. Bis es an die Reihe kommt, dauert es manchmal bis zu zwanzig Minuten, so die Ärztin. Da verwundert der Ausruf nicht: „Dann frage ich halt die Eltern zu Hause!“

Kinder müssen heute selbständig lernen; sie sind ihre eigenen Lernmanager. Selbstorientiertes, selbstorganisiertes Lernen SOL nennt sich die Reformdevise. Dahinter steht das Bildungsziel der Selbstregulation. Der Begriff hat eine hohe pädagogische Akzeptanz und ist momentan vielerorts die dominante Unterrichtsform. SOL wurde zu einer Art methodischer Erlösungsformel; entwickelt hat sich ein wahrer Heilsglaube an die Macht dieser Praktik. Ob man dereinst von einem pädagogischen Kunstfehler reden wird? Es wäre nicht das erste Mal, dass nachträglich in Verdacht gerät, was vorerst wie ein Zauberwort wirkte.

Denn bis heute gibt es keinerlei empirischen Belege, dass diese Methode zu einer besseren Unterrichtsqualität führen würde. Im Gegenteil. Ohne hohe Schüleraktivität mittels intensiver Lehrersteuerung, regelmässigen Lernkontrollen und entsprechendem Feedback ist keine hohe Lernwirksamkeit zu erzielen.

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Nato setzte bei Bombardements von Libyen Uranmunition ein – Bericht

Nato setzte bei Bombardements von Libyen Uranmunition ein – Bericht

13-07-18 07:36:00,

Politik

15:44 13.07.2018(aktualisiert 16:53 13.07.2018) Zum Kurzlink

Im Jahr 2011 hat die Nato Libyen massiv bombardiert. Laut einem nun veröffentlichten Bericht von Atomwissenschaftlern setzte das nordatlantische Bündnis dabei Munition mit abgereichertem Uran ein. Die Munition wird wegen ihrer langandauernden Einwirkung auf die Umwelt im Zielgebiet international geächtet.

Eine Gruppe libyscher Atomwissenschaftler hat der “Regierung der Nationalen Einheit” in Tripolis einen Bericht übergeben, aus dem hervorgeht, dass die Nato bei ihrem Militäreinsatz gegen Libyen im Jahr 2011 Munition mit abgereichertem Uran eingesetzt hat.

Wie ein Berater des libyschen Ausschusses für Umwelt und des Ausschusses für Atomfragen, Nuri al-Druki, Sputnik mitteilte, wurde „der offizielle Bericht, der die Verwendung von abgereichertem Uran seitens der Koalition beweist, am Donnerstag an die Regierung übergeben.“

“Wir haben eine Untersuchung an einem der Hauptquartiere der libyschen Armee, das von der Nato bombardiert wurde, durchgeführt. Dort wurden Orte mit erhöhter Radioaktivität registriert. Nach genaueren Messungen konnten wir feststellen, dass diese Radioaktivität das Ergebnis des Einsatzes von Raketen mit abgereichertem Uran durch die Nato ist”, erklärte Nuri ad-Druki gegenüber Sputnik.

Er und seine Kollegen würden die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) sowie andere Weltorganisationen um Unterstützung bitten bei den sorgfältigen Untersuchungen des Gehalts des abgereicherten Urans, die sie auch in anderen Teilregionen Libyens durchführen wollten, die den Bombardements der westlichen Koalition ausgesetzt worden seien, sagte al-Druki.

Unter natürlichen Bedingungen besteht Uran aus verschiedenen Isotopen. Die wichtigsten darunter sind U-238 und U-235. Im abgereicherten Uran ist der Anteil der spaltbaren Isotope U-234 und U-235 geringer, denn diese sind aus dem natürlichen Isotopengemisch entfernt worden. Abgereichertes Uran wird in der Medizin- und der Rüstungsindustrie verwendet. Allerdings gibt es Hinweise auf die Gefährlichkeit der Substanz, die Krebs und andere schwere Erkrankungen auslösen kann.

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Geld oder Leben!

Geld oder Leben!

13-07-18 07:25:00,

Über die soziale Frage bei der Verteilung von Einkommen, über Pläne der Regierungen und über die globale Wirtschaft entscheiden fast immer die Finanzen. Der Finanzsektor ist deshalb so mächtig, weil man mit keiner Methode mehr und schneller Geld verdienen kann als mit finanziellen Transaktionen. Dabei wird stillschweigend vorausgesetzt, dass Geldverdienen für die Akteure von sich aus einen höheren Sinn hat.

Und Geld verdient man am besten mit Geld. Einfach, schnell und bequem. Voraussetzung: Man hat schon einen gewissen Sockelbetrag zur freien Verfügung, etwa 100 Millionen Dollar, Euro, Franken oder Pfund. Aus dieser Perspektive werden die materielle Lage der Menschen und Staaten und die reale, wertschöpfende Wirtschaft ziemlich uninteressant.

Dabei ist der hohe Wert des Geldes gegenüber anderen Gütern bei genauerer Betrachtung irrational. Geld ist nämlich im Überfluss vorhanden, etwa sechzigmal so viel, wie für alle laufenden Operationen nötig wäre, für die Geld benötigt wird. Abgesehen natürlich von den Spekulationen und Wetten im Finanzsektor.

Wenn es viel zu viele Tomaten auf dem Markt gibt, werden Tomaten billiger. Bei Geld ist das nicht so. Geld ist eben keine Ware und kein materieller Wert, sondern eine Zahl, die einen Marktwert nur symbolisiert. Entscheidend ist dabei die Akzeptanz. Wenn alle akzeptieren, dass ein Euro so viel wert ist wie ein Kilogramm Mehl oder ein halber Liter Rotwein, dann hat der Euro auch diesen Wert.

Die Akzeptanz des Geldes geht aber so weit, dass überall davon ausgegangen wird, 100 Milliarden Euro hätten auch den Wert von 50 Millionen Tonnen Tomaten, obwohl diese Zahl für Tomaten eine unsinnige Menge ist, die es nie geben kann und geben wird.

Schon erkennt man, dass auch die Geldmenge 100 Milliarden irgendwie fragwürdig ist. Und trotzdem ist sie in der Finanzwirtschaft eine allseits akzeptierte Größe, eben weil Geld eine Zahl ist und kein Wertgegenstand oder Konsumartikel.

Zahlen lassen sich bekanntlich immer weiter zählen, sie lassen sich bis ins Unendliche fortsetzen und auch immer wieder multiplizieren. Das kann jedes Kind: Indem es einfach am Ende der Zahl eine Null anhängt, verzehnfacht sich der Betrag. Die Zahl 1.000.000.000 = 1 Milliarde kann aber niemand mehr zählen, egal ob es Tomaten, Euro-Münzen, Sandkörner oder Krankheitserreger sind.

Man kann sich Zahlen oberhalb der Milliarde nicht wirklich vorstellen, nur Mathematik macht es möglich, dass wir damit operieren.

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Neue Hoffnung bei Krebs

Neue Hoffnung bei Krebs

13-07-18 07:22:00,

Wie gesund eine Gesellschaft ist, lässt sich an den Krankheiten erkennen, die sie entwickelt.

In unserer Gesellschaft gibt es viele: Diabetes, Multiple Sklerose, Autismus, Morbus Crohn, Alzheimer, Parkinson und Krebs sind nur einige wenige der Erkrankungen, die es bis vor 50 Jahren so gut wie nicht gab, oder die, wie Krebs, nur in seltenen Ausnahmefällen auftraten. Diese „Zivilisationskrankheiten“, das sagt ihr Name, sind eine direkte Folge unserer Lebensweise.

Unsere Medizin kann diese Krankheiten in aller Regel nur behandeln, aber nicht heilen. Viele von uns sind ein Leben lang abhängig von Medikamenten und Behandlungen und nähren damit ungewollt einen ganzen Industriezweig.

Es ist im Interesse dieser Industrie, dass Krankheiten so früh wie möglich diagnostiziert werden und dass wir so lange wie möglich krank sind. Denn mit gesunden Menschen lässt sich kein Geld verdienen.

So fordert es die Logik eines Systems, das sich vor allem an Wirtschaftswachstum und Profitmaximierung orientiert. Mit allen Mitteln wird versucht, sich eine möglichst große und möglichst treue Kundschaft zu sichern. Das geht inzwischen so weit, dass Krankheiten erfunden werden, wie etwa das Sissi-Syndrom, Potenzschwächen oder bestimmte Verhaltensstörungen. Wo früher gegen jedes Übel ein Kraut gewachsen war, gibt es heute für jedes Medikament ein passendes Übel.

Auch die Medizin, die nobelste aller Wissenschaften, unterliegt heute vor allem wirtschaftlichen Interessen. Krankenhäuser werden inzwischen wie Wirtschaftsunternehmen geführt und müssen in erster Linie Gewinn abwerfen. Entsprechend aufwändig sind die Leistungen. 100.000 Euro kostet heute eine Krebsbehandlung im Schnitt. Pro Jahr. In den 90er Jahren waren es noch umgerechnet ein paar Tausend Euro.

Wenn wir unsere Körper dennoch weiterhin der industrialisierten und marktwirtschaftlich ausgerichteten Medizin anvertrauen, dann liegt das daran, dass wir entweder keine Alternativen kennen oder glauben, es sei eben nur ein „Zuviel des Guten“ und würde uns doch letztlich nützen. Doch wer so denkt, der vergisst, dass jedes Medikament und jeder Eingriff dem Körper auch Schaden zufügen.

Die Kosten für ein inzwischen hoffnungslos überteuertes Gesundheitswesen trägt die Allgemeinheit. Von diesem Missstand fühlt sich der Einzelne wenig betroffen, denn die kostspieligen Behandlungen müssen wir zumeist nicht aus der eigenen Tasche bezahlen. Und da man einem vermeintlich geschenkten Gaul eben nicht ins Maul guckt, wird davon ausgegangen, dass alles schon seine Richtigkeit hat.

Nur wenige stellen sich die Frage, ob in einem Gesamtsystem,

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Haltet den Dieb!

Haltet den Dieb!

13-07-18 07:19:00,

Die Lebensversicherer häufen Jahr für Jahr ein immer gewaltigeres Vermögen in Form von Kapitalanlagen an. Das heißt, die eingezahlten Kundengelder verwandeln sich erfolgreich in Zinspapiere, in Grundstücke, in Immobilien, in Windkraftanlagen, in Aktien und andere Dinge, die allesamt satte Gewinne abwerfen.

2016 hatten die Kapitalanlagen der deutschen Lebensversicherer einen Gesamtwert von 1.151 Milliarden Euro. Ein Vermögen, das eigentlich den Kunden gehört. Die Konzerne kassierten dafür Zinsen und Kapitalerträge von rund 47 Milliarden Euro. Mit einem Rohertrag von 22,7 Milliarden Euro gehören die Lebensversicherer zu den erfolgreichsten in der deutschen Wirtschaft. Sie verblüffen mit einer durchschnittlichen Umsatzrendite von geradezu sagenhaften 20,56 Prozent im Jahr 2016.

Wie kann es nun sein, dass ausgerechnet die Versicherungskunden auf Diät gesetzt werden? Also jene Menschen, die mit ihren unerschütterlichen Einzahlungen der Versicherungswirtschaft diesen Erfolg erst ermöglicht haben. Die einfachste Erklärung: Weil die Politik das zulässt.

Schlimmer noch: Weil sie die Menschen sogar mit aller Macht in solche private Vorsorgeprodukte hineintreibt und den Anbietern keine klaren Vorgaben gibt, wie die Kunden fair zu behandeln sind. Noch viel schlimmer: Weil sie mit unsäglichen Gesetzen wie dem Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) die Konzerne geradezu anleitet, ihre Kunden zu hintergehen. Mit diesem Gesetz wurde den Konzernen 2014 hochoffiziell erlaubt, die Beteiligung ihrer Kunden an den Bewertungsreserven quasi zu stoppen. Wieso ist das so ungerecht?

Betroffen sind Kunden, deren Vertrag heute ausläuft und die zuvor 30, 40 oder mehr Jahre brav eingezahlt haben. Deren Beiträge wurden in Form von Staatspapieren, Aktien oder Immobilien angelegt. Oft sind diese Anlagen im Laufe der Zeit im Wert gestiegen, alles in allem sogar um 165 Milliarden Euro (bis 2016). Diese Schatulle soll – so will es die Bundesregierung – nun für die Kunden weitgehend verschlossen bleiben.

Doch es gibt noch mehr milliardenschwere Töpfe, an die die Kunden nicht oder nur schwer herankommen. Der wichtigste mit stark steigender Tendenz heißt Zinszusatzreserve. Derzeit enthält dieser Reservetopf 60 Milliarden Euro, doch bis 2025 sollen dort 150 Milliarden Euro gebunkert werden. Die Versicherer machen das angeblich, damit sie hieraus die hohen Garantiezinsen, die sie in den 1990er Jahren Neukunden zugesagt haben, zahlen können.

Doch dafür brauchen sie diese Reserve gar nicht. Bis heute hat noch kein Kunde auch nur einen Cent aus dieser Reserve erhalten. Und der Anteil der Kunden, die noch relativ hohe Garantiezinsen bekommen,

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Prekäres Patt

Prekäres Patt

13-07-18 07:17:00,

Am 16. Juli dieses Jahres soll geschehen, was schon längst hätte geschehen sollen: Der russische und der amerikanische Präsident wollen sich zu einem Zweiergipfel in Helsinki treffen.

Die Wahl des Ortes darf man getrost als Botschaft verstehen, die von diesem Treffen ausgehen soll. Wurden doch in Helsinki Anfang der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts mit der „Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“ erste Zeichen für die Beendigung des „Kalten Krieges“ und eine beginnende Entspannung zwischen „Westen“ und „Osten“ gesetzt, West- und Ostblock, wie es damals hieß.

In der „Schlussakte von Helsinki“ verpflichteten sich nach zweijährigen Verhandlungen im Jahr 1975 fünfunddreißig Staaten zu Zusammenarbeit, Unverletzlichkeit der Grenzen, friedlicher Konfliktlösung, Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten und Achtung sowie Förderung der Menschenrechte.

Des Weiteren vereinbarten die Staaten eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Wirtschaft, Technik, Wissenschaft und Umweltfragen. Die neue deutsche Ostpolitik, Glasnost und Perestroika in der UdSSR, die Öffnung der deutschen Grenzen gingen aus diesem Geist hervor.

Themen des bevorstehenden Treffens sollen, glaubt man Donald Trump, alle gegenwärtigen Konfliktpunkte sein – von der Ukraine, zur Krim, über Syrien, Korea, Iran, die Sanktionen bis hin zu Fragen der atomaren Abrüstung. Man könne sparen, wenn man die Rüstung zurückfahren könne, ließ Trump verlauten und außerdem könne die Abrüstung dem Frieden dienen.

Wladimir Putin wiederholt, was er und seine Vorgänger über viele Jahre immer wieder angeboten haben: die Bereitschaft eine Sicherheitspartnerschaft mit den USA einzugehen, die von den USA gekündigten Verträge zur Begrenzung der strategischen Atomwaffen zu erneuern, die UNO in ihrem Anspruch als internationales Kontrollorgan zu bestärken und so weiter.

Obwohl Putins Vorstellungen von einer übergreifenden Sicherheitspartnerschaft mit den USA selbstverständlich auch Europa, konkret die Europäische Union, mit einschließen, fürchten sich deren Politiker, übergangen und von Abmachungen zwischen den beiden Kontrahenten erdrückt zu werden. Das darf man zunächst einmal als politische Hysterie einordnen.

China hält sich zurück.

Das Treffen ist zweifellos zu begrüßen, ebenso wie das vorangegangene Treffen zwischen Trump und Kim Jong-un. Aber mehr noch als bei dem Treffen in Korea stellt sich die Frage, was tatsächlich bewegt werden wird. Das Treffen wird vor dem Hintergrund stattfinden, dass der US-Senat mit einer Mehrheit von 10 zu 85 Stimmen soeben eine Erhöhung der Militärausgaben von bisher 634 auf 716 Milliarden Dollar, also um 82 Milliarden beschlossen hat,

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Bürgerliche Lobbyisten gegen den Landschaftsschutz

Bürgerliche Lobbyisten gegen den Landschaftsschutz

13-07-18 06:26:00,

Kurt Marti / 13. Jul 2018 –

Die ständerätliche Umweltkommission will den Landschaftsschutz verwässern. Infosperber nennt Namen und Interessen der Drahtzieher.

ktm. Anfang Woche ist die Vernehmlassungs-Frist für die Revision des Natur- und Heimatschutzgesetzes (NHG) abgelaufen. Im Auftrag der «Stiftung Landschaftsschutz Schweiz» (SLS) und von «Pro Natura» hat der Zürcher Rechtsprofessor Arnold Marti ein Gutachten verfasst und zusammen mit den RechtsprofessorInnen Jean-François Aubert, Isabelle Häner, Peter Knoepfel, Andreas Stöckli und Thierry Tanquerel eine Stellungnahme unterzeichnet.

Dabei kommen die sechs RechtsprofessorInnen zum Schluss, dass die Lockerung des Schutzes der Inventarobjekte von nationaler Bedeutung «brandgefährlich und gegen den Sinn der Verfassung» ist: «Mit diesen Revisionsvorschlägen wird der schon mehrfach und auch von den eidgenössischen Räten festgestellte tendenziell ungenügende Schutz unserer schönsten Natur- und Landschaftsperlen noch deutlich mehr als bisher gefährdet und in Frage gestellt.»

Infosperber hat bereits zu Beginn der Vernehmlassung die bürgerlichen Lobbyisten gegen den Landschaftsschutz beim Namen genannt. Aus aktuellem Anlass stellt «Infosperber» den Beitrag vom 13. April 2018 noch einmal online.

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Kurz vor Ostern veröffentlichte die Umweltkommission des Ständerats ihren Bericht zur Änderung des Natur- und Heimatschutzgesetzes (NHG), wie das Regionaljournal Graubünden von SRF berichtete.

Konkret will die Umweltkommission den Einfluss der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) zurückbinden und gleichzeitig die kantonalen Nutzungsinteressen höher gewichten. Dieser Angriff wurde bereits im Jahr 2012 durch eine parlamentarische Initiative im Ständerat vorgespurt.

Die ENHK äusserte sich in ihrem Jahresbericht 2014 «äusserst besorgt über diese Entwicklung» und befürchtete, «dass die Errungenschaften aus 40 Jahren Arbeit zur Bewahrung der schönsten schweizerischen Landschaften und Ortsbilder ohne Notwendigkeit Preis gegeben werden sollen». Die Wirkung des NHG werde «ausgehöhlt» und das Ziel der Erhaltung der national bedeutenden Landschaften und Ortsbilder «faktisch aufgegeben».

Tatsächlich ist die geplante NHG-Revision nichts anderes als eine weitere Löcherung des bereits löchrigen Schutzes der sogenannten BLN-Gebiete, die im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) aufgeführt sind (siehe Infosperber: Der BLN-Schutz ist löchrig wie ein Sieb).

Auslöser Pumpspeicherkraftwerk, Hahnensee-Bahn und Inertstoffdeponie

Hinter dieser Attacke auf den Landschaftsschutz stehen allzu durchsichtige Partikular-Interessen. Besonders aufschlussreich ist die Interessenlage der Väter dieser NHG-Revision.

Der ehemalige Zuger FDP-Regierungsrat Joachim Eder wurde im Dezember 2011 in den Ständerat gewählt und schon zwei Monate später klopfte er mit einer parlamentarischen Initiative im Interesse seines Kantons auf den Tisch.

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Tagesdosis 12.7.2018 – Auf du und du mit dem NSU… | KenFM.de

Tagesdosis 12.7.2018 – Auf du und du mit dem NSU… | KenFM.de

12-07-18 07:34:00,

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…ein Geheimdienst Skandal sondergleichen.

Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Gestern wurde nach fünf langen Jahren das Urteil im sog. NSU Prozess gesprochen. Der Spiegel befand dieses Ereignis, als eines der bedeutendsten und langwierigsten Strafverfahren der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Langwierig mit Sicherheit. Inwieweit eines der bedeutendsten Strafverfahren, dürfte auch jetzt noch diskutiert werden. Bedeutend aufgrund der Opferanzahl, oder bedeutend aufgrund der bis dato völlig ungeklärten Rolle und Verantwortung des Verfassungsschutz, also des deutschen Staates? Einprägsam, ob der Verweigerung geheimdienstlicher Behörden an der Aufklärung der Morde? Für unkundige eine sehr grobe Zusammenfassung der Taten des NSU, des Nationalsozialistischen Untergrunds.

Zwei Männer und eine Frau entscheiden sich im Jahre 1998 aus dem Fokus der Gesellschaft, heißt ihrem familiären Umfeld und dem Fokus der Polizei, heißt den ermittelnden Behörden, zu verabschieden. Aus dem rechtsradikalen Milieu der Nachwendezeit stammend, Stichwort Thüringer Heimatschutz (1), begehen lt. offizieller Darstellung die zwei Männer dieses Trios eine beispiellose Mordserie in Deutschland. Innerhalb von sechs Jahren, werden quer durch die Republik neun Männer griechischer und türkischer Herkunft, sowie (bis heute abschliessend ungeklärt) eine Polizistin erschossen. Immer mit derselben Waffe. Ihr Leben finanzierte sich die Gruppe durch 14 Banküberfälle, bis ins Jahr 2011.

Die bundesweit ermittelnden Behörden mochten über die Jahre keinerlei Zusammenhänge, keine Muster erkennen. Man gründete die Soko Bosporus, weil die Täter aus dem Umfeld der Opfer gemutmaßt wurden. Angehörige wurden massiv unter Druck gesetzt. Die Medien sprachen von den Döner Morden, obwohl nur zwei Getötete in der Gastronomie tätig waren.(2) Niemand kam auf die Idee eines rechtsradikalen Hintergrunds. Im Jahre 2012, d.h. ein Jahr nach der Aufdeckung des NSU findet sich folgender Artikel in der FAZ: Auf dem Höhepunkt der Tätersuche im Jahr 2006 waren mehr als 150 Beamte in fünf Bundesländern und beim BKA eingesetzt. Man reiste in die Schweiz, in die Tschechische Republik, in die Türkei, besprach sich mit FBI-Kollegen. Dutzende Rasterfahndungen wurden durchgeführt, mehr als zwanzig Millionen Datensätze unter anderem zu Telefonaten, Kreditkarten, Hotelübernachtungen und Tankstellenstopps bearbeitet. Die Sonderkommission „Bosporus“ habe mehr als 110.00 Personen überprüft(3).

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Der Liebes-Betrug

Der Liebes-Betrug

12-07-18 07:28:00,

Um die Qualität in Kindertagesstätten kümmern sich in Deutschland viele Menschen, von denen keiner je in einer Kindergruppe gearbeitet hat. Es gibt Qualitätshandbücher, Inventare, Qualitätssicherungsangebote, Fortbildungen ohne Ende. An jeder Uni, die etwas auf sich hält, werden Projekte, Programme, Umfragen und Kooperationen mit Einrichtungen entwickelt, die irgendetwas mit Kitas zu tun haben. Nur nicht mit den Kindern.

Nehmen wir zum Beispiel eine große Initiative zur Verbesserung der Ernährung der Kinder. Da wird wohl wieder Coca Cola oder Nestlé gesponsert haben, dass am Anfang ein großes Buffet für alle Beteiligten aus Verwaltung, Wissenschaft und aus der Praxis (Leiterinnen) bereitsteht.

Dann kommen die vollmundigen Versprechungen, die Appelle, die Zukunftsprojekte und alle gehen satt und zufrieden nach Hause.

Es wurde nicht über Zucker geredet, siehe Sponsor, aber viel über mögliche Verbesserungen, denn die Kinder sind — wie immer — unsere Zukunft, sind das Wichtigste, ihre Gesundheit muss an erster Stelle stehen, sonst lernen sie auch nicht richtig gut und so weiter.

Das Projekt ist längst in die Jahre gekommen und in unserer Stadt gibt es genau fünf Kitas, die Bioland- oder Demeter-zertifizierte warme Mahlzeiten frisch von einem örtlichen Catering-Anbieter bekommen. Fünf von circa 80 Kitas.

Immer wieder flattert uns Post ins Haus, mit der wir wieder und wieder eingeladen werden an Umfragen und Erhebungen teilzunehmen. Sieht man sich die Fragen der Institute, Studenten, Behörden an, ist es gleich zum Verzweifeln.

Beispiel: Wie fördern Sie in Ihrer Kita die Resilienz der Kinder? Wenn dann zum Inhalt nur zwei kurze Fragenkapitel kommen, von denen der Größte darauf abzielt, welche Bilderbücher Erzieherinnen wie oft zu diesem Thema einsetzen, kann man ermessen, wie unglaublich naiv die Vorstellungen sind, was Resilienz eigentlich ist und wie Kinder widerstandsfähig werden. Ganz sicher nicht durch das Lesen von Bilderbüchern!

Qualitätswettbewerbe sind mittlerweile etabliert. Aktuell ist es etwa der Deutsche Kita-Preis, der Erzieherinnen von der Arbeit abhält und der Öffentlichkeit suggeriert, es gäbe eine tolle Qualität in den Kitas.

Jüngst kam eine Einrichtung unserer Stadt in die nähere Auswahl der ersten fünf. Nach eigener Aussage haben Elternrat, Leitung und Erzieherinnen an vielen Wochenenden unentgeltlich dafür gearbeitet, die Vorgaben zu erfüllen.

Sie haben das nicht infrage gestellt, denn im Umkehrschluss heißt das: Dass niemand im Alltag Zeit für so einen Quatsch hat.

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Quantencomputer berechnen das Unberechenbare

Quantencomputer berechnen das Unberechenbare

12-07-18 07:28:00,

D-Wave -Wave 2000 Qubit Processor. Bild: Steve Jurvetson/CC BY-2.0

Forscher zeigen, dass Quantencomputer wirklich etwas Neues sind: Sie lösen ein Problem, an dem jeder klassische Rechner unendlich lange beißen würde

Was ist besonders an Quantencomputern? Ihr atemberaubendes Rechentempo, lautet die gängige Antwort. Demnach können diese künftigen Rechner zwar nicht mehr als herkömmliche Computer, manches aber sehr viel schneller. Für das Zerlegen einer riesigen Zahl in ihre Primfaktoren etwa benötigt ein PC Jahrmilliarden. Ein Quantenrechner, wie er laut Expertenmeinung schon in einem Jahrzehnt verfügbar sein könnte, hingegen nur ein paar Minuten.

Zwei Informatiker zeigen nun aber, dass die Überlegenheit des Quantencomputers über bloße Schnelligkeit hinausgeht. Ran Raz und Avishay Tal haben ein Problem gefunden, das kein normaler Rechner je wird lösen können, selbst wenn er unendlich lange dafür Zeit hätte, ein künftiger Quantencomputer jedoch schon. Demnach spielt der Quantencomputer in einer anderen Liga: Das Wort “berechenbar” überdeckt durch ihn eine größere Anzahl an Problemen – mindestens eines mehr, wie die beiden Forscher zeigen.

Raz, Professor an der Princeton University und am Weizmann Institut in Israel und sein ehemaliger Doktorand Tal, jetzt an der kalifornischen Stanford University, beschäftigen sich mit den Fähigkeiten von Computern. Klassische Rechner können zwar alles berechnen, was sich berechnen lässt, der Aufwand kann sich von Aufgabe zu Aufgabe so sehr unterscheiden, dass manches praktisch unlösbar bleibt.

Ein Beispiel ist das schon genannte Faktorisierungsproblem. Primzahlen lassen sich zwar schnell multiplizieren, auch wenn es vielstellige Zahlen sind. Doch der umgekehrte Weg, ausgehend vom Produkt auf darin enthaltenen Primfaktoren zu schließen, kann sehr schwer werden: Die Zahl der nötigen Rechenschritte wächst unverhältnismäßig mit der Größe der zu zerlegenden Zahl.

So spaltet sich die Welt der berechenbaren Aufgaben in zwei so genannte Komplexitätsklassen: Die erste heißt P und beinhaltet die praktisch lösbaren Probleme, die andere heißt NP und beinhaltet die störrischen Knacknüsse.

Für einen Quantencomputer sind auch einige NP-Probleme praktisch lösbar. Grob gesagt liegt das daran, dass er mehrere Lösungswege parallel ausführen kann, somit z.B. alle möglichen Primfaktoren simultan testen kann. Für den Quantencomputer haben Komlpexitätsforscher daher eine eigene Klasse eingeführt: Sie heißt BQP und umfasst alle Probleme, die ein Quantencomputer schnell lösen kann.

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Der Spaltpilz

Der Spaltpilz

11-07-18 04:18:00,

Einwanderung entzweit Europa und die deutsche Linke
von Diana Johnstone

Die Freizügigkeit ist der Grundwert der Europäischen Union. Die „vier Freiheiten“ sind in die bindenden EU-Verträge und Richtlinien eingeschrieben: freier Waren- und Dienstleistungsverkehr, freier Kapitalverkehr und freier Personenverkehr (Arbeitskräfte) zwischen den Mitgliedsstaaten.

Die Schlüsselfreiheit ist natürlich die Freiheit des Kapitals, die unabdingbare Voraussetzung der neoliberalen Globalisierung. Sie eröffnet dem internationalen Finanzkapital jede Möglichkeit, Profite zu erwirtschaften, über alle nationalen Grenzen hinweg. Die Europäische Union ist der Kern der weltumspannenden „Open Society“, wie sie der Financier George Soros propagiert.

Die Doktrin der „Freizügigkeit“ – erweitert auf das Phänomen der Massenimmigration – ist jedoch dabei, die Union zu entzweien.

Seit 2011 flohen Millionen Syrer ins Nachbarland Türkei – eine Folge des vom Westen finanzierten Krieges, um das Assad-Regime zu stürzen. 2015 schließlich bestand der türkische Präsident Erdogan darauf, dass Europa die Lasten mittragen muss. Bald darauf drohte er der EU damit, die „Schleusen“ für die Flüchtlinge zu öffnen, sollten seine Bedingungen nicht erfüllt werden.

Im August 2015 kündigte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel an, dass Deutschland alle echten Flüchtlinge aufnehmen würde. Deutschland hatte bereits über 400.000 Geflüchtete ins Land gelassen, weitere 400.000, so die Annahme, waren noch auf dem Weg – wenn nicht mehr. Obwohl Merkels Einladung an die Syrer gerichtet war, wurde sie weithin als unbeschränkte Einladung an alle gedeutet, die aus welchem Grund auch immer nach Deutschland kommen wollten. Zusätzlich zu einer kleineren Anzahl von Flüchtlingsfamilien strömten lange Schlangen von jungen Männern aus allen östlichen Richtungen durch den Balkan gen Deutschland oder Schweden.

Die verbrecherische Zerstörung der libyschen Regierung 2011 öffnete die Schleusen für Immigranten aus Afrika und darüber hinaus. Der Unterschied zwischen Flüchtlingen und Wirtschaftsmigranten ging in der Menge verloren.

Die Deutschen selbst waren heftig gespalten zwischen jenen, die das Engagement für christliche Nächstenliebe begrüßten, und jenen, die die wahrscheinlichen Folgen fürchteten. Die Meinungsverschiedenheiten waren emotional zu sehr aufgeladen und zu subjektiv, um sie einfach rational zu diskutieren. Letzten Endes hängt die eigene Auffassung davon ab, ob man Immigranten als Individuen oder als Masse wahrnimmt. Gegenüber individuellen Menschen überwiegt das Mitleid. Man möchte sie kennenlernen, sich mit ihnen anfreunden, ihnen helfen.

Gegenüber einer Masse verhält es sich anders, weil man die gesellschaftlichen Folgen bedenken muss und nicht weiß,

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Der Tag Null

Der Tag Null

11-07-18 04:15:00,

Der NATO-Gipfel in Brüssel am 12. Juli hat nach Bundestagsprotokoll 4109 die Zusammenarbeit der NATO mit der EU auf seiner Agenda (1). Das heißt konkret, der Militärpakt Pesco und die sogenannte Europäische Interventions-Initiative, Aufrüstungsprogramme wie die Euro-Drohne und die Raketenabwehr westlich Russlands sowie die Weiterentwicklung der Nuklear-Potentiale, die ab 2020 unter anderem in Deutschland stationiert werden sollen, sind Inhalt der Strategie-Planungen.

Es geht unter anderem um 30.000 Soldaten in schnell verlegbaren Truppen samt militärischer Ausstattung, die im Kriegsfall überall in Europa innerhalb von Stunden mobilisiert werden können. „Beim NATO-Gipfel am 11. und 12. Juli wollen die Staats- und Regierungschefs eine politische Erklärung zu dem Bereitschaftskontingent verabschieden“(2).

Ein Element konkreter Kriegsvorbereitung in Europa ist das 6,5 Milliarden-Programm zur Militärtauglichkeit der Verkehrsinfrastruktur, so dass beispielsweise Brücken dem Überqueren von Panzern standhalten (3).

Begründet wird dieses Programm mit der Russischen Politik gegenüber der Ukraine: Die Annexion der Krim, etliche Cyberattacken oder der Giftanschlag auf Skripal: Aus Sicht von NATO-Generalsekretär Stoltenberg verhält sich die russische Regierung „immer unberechenbarer und aggressiver“ (4).

Dies gehört zu den verlogenen Elementen der NATO-Strategie zur Manipulation der Öffentlichkeit in ihrem Sinne, was bis zum Auftritt von Herrn van Aken auf dem Parteitag Wirkung erzielt (5).

Es ist bekannt, dass die Eingliederung der Krim nach Russland nicht der erste derartige Rechtsbruch in Europa ist, auch wenn PolitikerInnen und Militärs der NATO-Staaten das ständig glauben machen wollen. Sie übergehen die gewaltsame Landnahme der Türkei, die lange vor dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Balkan-Staaten erfolgte (6).

Die von den Militärs „strategisch“ genannte Kommunikation, mit der sie die Friedensverstiegenheit der Öffentlichkeit überwinden wollen, missbraucht den Ukraine-Konflikt auch für die Atomrüstung:

„Atom-Pläne: Provoziert Putin ein neues Wettrüsten? (…)Die Nato ist schwer besorgt über den immer aggressiveren weltpolitischen Kurs Moskaus“ (7). In diesem Zusammenhang berichtete die Bild-Zeitung:

„‚Putins Invasion in der Ukraine hat alles verändert‘, sagt Obamas früherer Atomwaffenberater Gary Samore. ‚Diese neue Konfrontation hat es völlig unmöglich gemacht, den Waffenbestand einseitig zu verringern‘, so Samore zur ‚New York Times‘“ (8).

Das ist eine glatte Lüge. Die Stationierung völlig neuer und wegen ihrer weiterentwickelten technischen Feinheiten von den Militärs als gebrauchsfreudiger eingestuften Nuklearpotentiale beschloss die NATO nicht in Reaktion auf die Ereignisse in der Ukraine, an denen der Westen rechtsbrecherische Anteile lange vor den Krim-Ereignissen hatte (9).

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Tagesdosis 11.7.2018 – Masterplan Menschheitsfamilie | KenFM.de

Tagesdosis 11.7.2018 – Masterplan Menschheitsfamilie | KenFM.de

11-07-18 04:12:00,

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Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Der Innenminister Horst Seehofer macht seinen Namen alle Ehre. Er stellte gestern seinen Masterplan Migration vor und der sieht nicht etwa das Menschliche im Vordergrund der Flüchtlinge, sondern wie zu erwarten, das Organisatorische im Umgang mit diesen Menschen. Ab in den Hinterhof der See. Seehofers Logik eben.

Der ökologische Kollaps

Blicken wir einmal weiter, viel weiter nach vorne. Menschlichkeit. Für viele ist das gar kein Wert an sich. Eher ein Blabla. Menschlichkeit ist Geschwurbel, da Menschlichkeit der Plan der NWO (Neue Weltordnung) ist, basta! Das lese ich in letzter Zeit immer häufiger und deutlicher. Menschlichkeit sei ein links-grün versifftes Wort. Wichtiger sei, die Schotten dicht zu machen und keinen einzigen Flüchtling mehr ins Land zu lassen. Wer etwas anders betreibt sei ein Systemfreund, ein Widerling und völlig blind für die eigentlichen Probleme. Eben linker als die Linken und grüner als die Grünen. Man, so der Rat einiger seltsamer Geister, müsse weiter sehen. Weiter denken und dazu seien die von solchen dann ausgemachten Linken und Grünen Schreiberlinge nicht fähig. Hauptsache ist, dass man ein Feindbild erschaffen hat. Ob die Person, die man als links oder grün ausgemacht hat, selbst solches ist, ist vollkommen unerheblich.

Die größte Gefahr der heutigen Zeit ist solchen Denkern der Flüchtling und damit fast auf gleicher Höhe, der Terrorist. Und ganz wichtig für solche Geister ist, dass Merkel weg muss. Ja, alle müssen weg. Das linke und grüne Gesockse sowieso. Schreiberlinge die mit Menschlichkeit punkten wollen müssen auch weg, gehören entlassen. Denn nur eines ist solchen Geistern wirklich wichtig. Sie selbst und ihr Weltbild.

Gibt es denn überhaupt Probleme der Menschen, die wichtiger sind als Terroristen und Flüchtlinge? Mir erscheint die Antwort sonnenklar, aber sie ist zutiefst menschlich. Es gibt nichts Wichtigeres als unseren Nachkommen ein gutes Leben hier zu ermöglichen. Und für diese Nachkommen zerstören wir schon seit Generationen diesen Planeten. Wir zerstören die Natur, das Leben und das Lebendige an sich. Natürlich wird jetzt sofort eingewandt, dass das Wir nicht stimme und jeder sich einzeln für dieses Wir nicht zuständig erklärt.

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Alles wird intelligent

Alles wird intelligent

11-07-18 04:01:00,

Früher hätte man das, was die Dinge im IoT machen, meistens als „Steuern“ oder „Regeln“ bezeichnet. Die Wassertemperatur meiner Dusche oder die Wärme in meiner Wohnung können schon lange geregelt werden, bei Dusche oder Heizung ist nicht die Spur von Intelligenz dazu nötig. Dass man heute in diesem Zusammenhang von Intelligenz spricht, zeigt, wie heruntergekommen die Verwendung dieses Begriffs mittlerweile ist. Aber ich will ja nicht kleinlich sein.

Seit einigen Wochen kann ich das Licht in meiner Duisburger Wohnung von Wolfsburg aus an- und ausschalten. Da die Lampen auch Kameras und Bewegungsmelder beinhalten, haben die Einbrecher keine Chance. Wenn ich aus dem Urlaub zurückkomme, stelle ich schon eine halbe Stunde, bevor ich da bin, die Heizung höher. Mein Kühlschrank und meine Kühltruhe wissen, wann Nachschub bestellt werden muss und erledigen das über das Internet. Mit einer Smartphone-App kann ich unterwegs nachprüfen, was vorhanden ist und ob etwas fehlt. Dankbar bin ich, dass mein neuer smarter Fernseher Sendungen oder Serien vorschlägt, die genau meinem Geschmack entsprechen, mein intelligenter Lautsprecher erledigt dasselbe für die Musik.

Ich war vollständig zufrieden.

Einige Wochen lang lief auch alles wie gewünscht. Doch dann stellten sich merkwürdige Dinge ein: Mein Kühlschrank hatte 20 Dosen Hundefutter bestellt, obwohl ich doch eine Katze besitze. Die Heizung war heruntergeregelt, als ich nach Hause kam, obwohl ich die Temperatur wegen des frostigen Wetters ausdrücklich auf 22 Grad gestellt hatte.

Es wurde aber noch schlimmer: Die Tiefkühltruhe war abgetaut, obwohl die Kühlung einwandfrei arbeitete. Mein hochintelligenter Lautsprecher fing an, Volksmusik und Märsche zu spielen und machte sich über Gäste lustig. Dann wurde es extrem peinlich: Mein Fernseher spielte zu bester Kinderstunden-Sendezeit Pornos ab. Der Gipfel war erreicht, als ich vor wenigen Tagen von einem Besuch aus Mainz zurückkam und meine Wohnung verwüstet vorfand.

Das kann sein, wenn Inkompetenz, Gleichgültigkeit oder Skrupellosigkeit bei den Herstellern und den Nutzern in beliebiger Kombination vorhanden sind.

Jedem, der sich auch nur ein wenig mit dem Internet auseinandersetzt, muss bekannt sein: Alle Geräte, die mit dem Internet verbunden oder über Funk erreichbar sind, sind ständig vielfältigen Angriffen ausgesetzt. Eine ganze Reihe von Vorfällen ist bekannt geworden (1):

  • Kraftfahrzeuge sind aus der Ferne geöffnet oder gesteuert worden.
  • Sogenannte Bot-Netze, das heißt Netze,

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Von Bürgern zweiter Klasse – Anmerkungen zu einem Interview im Tagesspiegel – www.NachDenkSeiten.de

Von Bürgern zweiter Klasse – Anmerkungen zu einem Interview im Tagesspiegel – www.NachDenkSeiten.de

11-07-18 09:16:00,

11. Juli 2018 um 9:50 Uhr | Verantwortlich:

Von Bürgern zweiter Klasse – Anmerkungen zu einem Interview im Tagesspiegel

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Länderberichte, Strategien der Meinungsmache, Wertedebatte

Tja, da war der Tagesspiegel leider schneller. Über einen guten Freund, der hier in Moskau in einem schwulen Sportverein Volleyball spielt, wollte ich eigentlich an ein Interview mit dessen Vorstand kommen. Ich hatte angefragt, aber man hat sich offensichtlich für ein Interview mit dem  Berliner Tagesspiegel entschieden. Ein Zwischenruf von Gert-Ewen Ungar, der für die NachDenkSeiten die WM in Russland vor Ort beobachtet.

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Die Auswahl war bestimmt nicht zufällig. Der Tagesspiegel passt deutlich besser zu der von Vorstand Alexander Agapov verbreiteten Meinung als ich. Bevor man sich jetzt der im Tagesspiegel verbreiteten These anschließt, dass in Russland Schwule Menschen zweiter Klasse sind, sollte man sich die impliziten Informationen des Interviews deutlich machen.

Die offensichtlichste davon ist: Es gibt in Russland ein Netz von LGBT-Sportvereinen. Wer hätte das gedacht nach all den Nachrichten über unterdrückte Schwule und mangelnde Rechte?

Darüber hinaus nehmen die Vereine des LGBT-Sportnetzwerks nicht nur an internationalen Veranstaltungen teil, sondern richten selbst internationale und nationale Turniere aus, bieten darüber hinaus vielfache Möglichkeiten zur Begegnung. Das klingt jetzt nicht so ganz nach staatlicher Unterdrückung von LGBT.

Diese Fakten decken sich auch nicht mit der Aussage Agapovs, in Russland sei alles nur schöne Fassade, dahinter sei dann nichts. Es gibt den Dachverband des LGBT-Sports, es gibt Vereine, es gibt eine gut funktionierende Infrastruktur für LGBT in Russland. Es sind eben keine Potemkinschen Dörfer, sondern tatsächlich existierende Gruppen, Diskotheken, Bars, Vereine. Hätte man so nicht gedacht, oder? Würdigt das der Tagesspiegel? Natürlich mit keinem Wort. Es geht um den Spin.

Allerdings verdeutlicht das Interview auch ein Problem. Das Problem ist eine in Russland wohlgezüchtete Erwartungshaltung. Alles, was im Westen als konträr zum russischen politischen Mainstream wahrgenommen wird, alles, was in irgendeiner Weise nach westlichen, liberalen Werten riecht, wird hier in Russland aus dem Ausland finanziert und man erwartet eine solche Finanzierung auch.

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KenFM im Gespräch mit: Mirko Hannemann (Batterie-Pionier) | KenFM.de

KenFM im Gespräch mit: Mirko Hannemann (Batterie-Pionier) | KenFM.de

10-07-18 09:35:00,

Elektromobiler Individualverkehr im kapitalistischen System oder nur ein weiteres Pflaster für den metastasierenden Tumor.

Elektromobilität und Nachhaltigkeit – sind E-Autos wirklich grüner?
13. August 2016 von Manfred Prescher

Elektroautos fahren ohne direkten Schadstoffausstoß, die Elektromobilität ist daher also „grün“ in ihrer unmittelbaren Umgebung. Doch in Sachen Nachhaltigkeit bleibt bei der Elektromobilität trotzdem noch reichlich Entwicklungsbedarf…

(…)
Halbes Kilo Seltene Erden pro Hybrid-Elektroauto

Autos mit Elektromotor schonen die Umwelt dort, wo man sie fährt. Das heißt allerdings nicht, dass es um ihre Nachhaltigkeit so gut bestellt ist, dass global denkende Menschen unbedenklich zugreifen können.
Es hakt und zwickt noch in zwei Bereichen: Erstens ist die Herstellung extrem ressourcenfressend (siehe: Elektroauto-Rohstoffe werden knapp) und daher alles andere als nachhaltig. Zweitens ist bei der Elektromobilität der Treibstoff ein zentrales Thema.

Schon die Fertigung elektrischer Autos ist aufwendig. Der Antriebsstrang gilt als höchst problematisch, so Jörg Grotendorst, Geschäftsführer von Siemens eCar Powertrain: „Die momentan verwendeten Elektromotoren brauchen die sogenannten Seltenen Erden, etwa Neodym oder Dysprosium. Diese lassen sich nur schwierig gewinnen und verarbeiten.“ Grotendorst, unter dessen Führung man an neuen Antriebs- und Ladekonzepten forscht, erklärt, dass der Abbau der Seltenen Erden die Umwelt massiv schädigt. „Für einen Hybridmotor wird beispielsweise je nach Leistung rund ein halbes Kilo an Seltenen Erden aufgewendet“, so Grotendorst. Diese Erden, die eigentlich Metalle sind und in Kleinstmengen in der Natur vorkommen, stellen ein besonderes Nachhaltigkeitsproblem dar: Will man an sie herankommen, braucht es mehrere hundert Arbeitsschritte. Bei jedem Schritt muss sehr viel Energie eingesetzt werden, auch fallen dabei große Mengen an giftigen, häufig sogar radioaktiven Rückständen an.

https://utopia.de/fragen/elektromobilitaet-nachhaltigkeit/

Auto-Trends: Kunststoffeinsatz im Fahrzeugbau steigt weiter
Leichtbau mit Kunststoffen
    
Der Kunststoffanteil in Kraftfahrzeugen steigt stetig. Grafik 2 zeigt den durchschnittlichen Gewichtsanteil reiner Kunststoffe – ohne Verbundwerkstoffe und verstärkte Kunststoffe – in einem Auto. Schließt man verstärkte oder Kompositkunststoffe ein, liegt das Gewicht synthetischer Materialien pro Auto fast doppelt so hoch. PKWs bestehen heute zu 15 % oder mehr aus Kunststoffen und Kunststoffverbundwerkstoffen. Frost & Sullivan prognostiziert eine jährliche Gewichtszunahme von Polymerwerkstoffen pro Auto um 1,8 % bis 2019. Haupttreiber ist die mit den leichten Materialien erzielbare Gewichtsreduzierung. Im Mittel ersetzen 100 kg Kunststoff etwa 200 bis 300 kg herkömmlicher Werkstoffe.

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Weg mit der NATO!

Weg mit der NATO!

10-07-18 09:29:00,

Niemand braucht die NATO
von Craig Murray

Zum kommenden NATO-Gipfel in Brüssel und einem anschließenden Treffen mit der britischen Premierministerin reist Donald Trump nach Europa, im Gepäck die üblichen lautstarken Forderungen nach mehr Steuergeldern für die Waffenindustrie.

Dabei ist die NATO eine erwiesenermaßen nutzlose Institution. Ihr größter aktiver Militäreinsatz – 12 Jahre in Afghanistan – führte zu einer militärischen Niederlage in 80 Prozent des Landes, der Errichtung eines Regimes mit äußerst begrenztem Einflussbereich und einem boomenden Heroin-Export zur Finanzierung der kriminellen Unterwelt in praktisch allen NATO-Staaten.

BBB

Man sehe sich bloß diese Grafik an und rufe sich staunend in Erinnerung, dass die NATO-Besetzung Afghanistans Anfang 2002 begann.

Durch den Einmarsch in Afghanistan und die Stärkung der Heroin-Kriegsherren haben sich die NATO-Staaten selbst destabilisiert.

Die zweitgrößte Militäroperation der NATO war der Angriff auf Libyen, wo sie unfassbare 14.200 Bombeneinsätze mit hochexplosiver Munition durchführte und dadurch sowohl die Infrastruktur des Landes als auch ganze Städte zerstörte. Auf dem folgenden Bild ist die libysche Hafenstadt Sirte nach der NATO-„Befreiung“ zu sehen.

Bild

Die direkte Auswirkung der Verwüstung Libyens und der Zerstörung seiner staatlichen Infrastruktur ist die gewaltige, ungehinderte Massenflucht, insbesondere aus Westafrika, durch Libyen hindurch und in Booten über das Mittelmeer. Dies hat nicht nur zu erschütternder Ausbeutung und zum tragischen Tod vieler Migranten geführt, sondern auch die Regierungen der europäischen NATO-Staaten und deren öffentlich geäußerte politische Gesinnung grundsätzlich geschwächt. Dadurch erlebt rechter Populismus in vielen Teilen der EU einen Aufschwung.

Kurz gesagt: Durch die Zerstörung Libyens haben sich die NATO-Mitglieder selbst destabilisiert.

Nun richtet die NATO ihre Aufmerksamkeit erneut auf die ursprüngliche „Bedrohung“, die abzuwehren sie sich zur Aufgabe gemacht hat: den Einmarsch Russlands in Westeuropa.

Russland hat keinerlei Absichten, in Westeuropa einzumarschieren. Schon der Gedanke ist lächerlich. Die NATO wird nicht gebraucht, um eine Bedrohung abzuwehren, die nicht existiert.

Bereits Polen, Tschechien und die Slowakei zusammengenommen erzielen das gleiche Bruttosozialprodukt wie Russland. Fügt man bei der Betrachtung der Kaufkraft noch Estland, Lettland und Litauen hinzu, können es diese osteuropäischen Staaten wirtschaftlich mit Russland aufnehmen. Im Hinblick auf die Kaufkraftparität ist das BIP aller NATO-Staaten zusammen zwölf Mal größer als das BIP Russlands.

Für seine Größe hat Russland eine unverhältnismäßig große militärische Macht – doch ganz so groß auch wieder nicht.

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Tagesdosis 10.7.2018 – Triumph des Wollens | KenFM.de

Tagesdosis 10.7.2018 – Triumph des Wollens | KenFM.de

10-07-18 09:24:00,

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Ein Kommentar von Mathias Bröckers.

Nach ein paar Wochen WM vermisse ich meine Fussballpause am globalen Lagerfeuer. Weil ich gerade an einer größeren Arbeit sitze, hatten die Spiele die Tage irgendwie schön strukturiert. Dass auch die deutsche Mannschaft wie Spanien, Italien und Argentinien dem Weltmeister-Syndrom zum Opfer fiel und früh ausschied, störte nicht weiter. Bei diesem Syndrom scheint es sich ja auch weniger um ein sportliches als um ein systemisches Problem zu handeln, weil man die Turnierhelden, wenn sie ihre Schuldigkeit getan und den Titel geholt haben eben nicht einfach in die Wüste schickt, sondern ihnen schon ehrenhalber Stammplätze und Platzhirschstatus einräumt. Was den Aufstieg der Jungen und eine Auswahl der wirklich Besten naturgemäß erschwert. Und weil Platzhirsche oft nicht mehr so richtig wollen, weil sie ja schon mal hatten, kommen dann so saft,-und kraftlose Auftritte heraus wie die der Deutschen gegen Mexiko, Schweden und Südkorea.

Fußball, so konnte man bei den Spielen dieser Weltmeisterschaft sehen, ist eben auch ein Triumph des Wollens und nicht nur der Passgenauigkeit und des Ballbesitzes. Wer blasiert und bräsig die Kugel hin und herschiebt wie La Mannschaft kann keinen Blumentopf mehr gewinnen. Dass viele Teams ins Viertelfinale gekommen sind, deren Marktwert nur einen Bruchteil dessen der ausgeschiedenen Teams wie Deutschland oder Spanien beträgt, ist ein gutes Zeichen: Wollen und Willen, Courage und Engagement,  Mannschaftsgeist und Teamspirit – immaterielle Eigenschaften, die sich nicht so einfach zusammenkaufen lassen – sind für den Ausgang der Spiele mindestens so wichtig wie der Marktwert der Spieler.

„Aufgabe des Fußballs ist es, den Nationalismus in Folklore zu verwandeln“ hat der Spielmacher des FC Schmiere, Wolfgang Neuss, einmal zu mir gesagt, als ich über das Fähnchen,-Hymnen und Nationalgehabe bei Weltmeisterschaften meckerte. Ein sehr kluger Satz, der mir dann auch das ganze „Schland“-Getue beim „Sommermärchen“ 2006 erträglich machte. Die These, dass dadurch Nazitum und AfD gefördert worden wären, halte ich für Quatsch. Richtig dagegen ist, das auch ideologisch aufgeladene Begriffe wie „Heimat, „Vaterland“, „Nation“ nichts anderes sind als Folklore und der Fußball, bei dem nur mit Bällen statt mit Raketen geschossen wird und sich die feindlichen Lager statt mit Kanonen mit Fähnchen,

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Die kranke Gesellschaft

Die kranke Gesellschaft

10-07-18 09:22:00,

Angst als die existenzielle Grundbefindlichkeit des Menschen lässt unser Dasein unsicher, zerbrechlich und kostbar erscheinen. Weil das Leben tödlich endet und das jederzeit der Fall sein kann, sind wir ständig bedrohte Wesen, auf der Suche nach Schutz, Halt und Geborgenheit. Aus dieser Tatsache geht all unsere Kreativität hervor: Angst macht nachdenklich und lässt Bewusstsein entstehen, macht erfinderisch, um unsere Not zu lindern, und lässt uns zu Sehnsüchtigen werden, die sich mit Schönheit trösten.

Doch Angst steht auch am Anfang aller Verirrungen und Störungen unseres Seelenfriedens und unserer Klarheit: Sie kann uns in den Wahnsinn treiben, körperliche Beschwerden und Krankheiten aller Art verursachen, und sie ist der Antrieb hinter jeder Gewalt, jeder Sucht und jeder Verdrängung, die dann als Trauma wiederkehren.

Durch die in der Angst subjektiv erlebbare Todesnähe ist sie im Grunde auch das leitende Schlüsselsymptom jeder psychosomatischen Erkrankung, ja womöglich jeder Störung des inneren Gleichgewichts.

Sie mag uns ebenso veranlassen – sobald eine akute Attacke vorüber ist –, über die Bedeutung einer bestimmten angstauslösenden Situation nachzudenken, das heißt, darüber wie die Angst zu einer dramatischen existenziellen Erschütterung werden kann, die uns in einem verfehlten Leben zur Besinnung und Umkehr ruft und letztlich Kraft zum Handeln freisetzt.

Das ist die eigentliche, existenzielle Dimension der Angst und der Unruhe: sein Leben nicht gelebt zu haben, die unbewusste, dunkel zu erahnende Entfremdung vom Selbst, die zuerst nur irritiert. Bleibt sie jedoch unberücksichtigt, wird sie mit der Zeit immer gravierender und manifestiert sich als verstörendes, chronisches Symptom. Die Angst bleibt dem Menschen zeitlebens als Warnsignal und Frage, ob er sich im Einklang mit seinem Wesen und seinen ureigenen schöpferischen Möglichkeiten befindet.

Je bewusstloser die Angst den Einzelnen zurücklässt, je erschreckender und bedrohlicher sie ihm erscheint, desto klarer zeigt sie den Grad der Entfremdung von einem selbstbestimmten Leben an.

Schon die ersten überlieferten Erklärungsversuche der Welt und jener „Gottheiten“, die diese Welt hervorgebracht zu haben und ihre Geschicke zu lenken schienen, waren Versuche, diese Angst zu bannen. Die Menschen suchten nach Deutungen und Gründen für das Unbegreifliche. Aus der Quelle unserer Angst vor dem Nichts, des quälend erlebten Nichtwissens, woher wir kommen, wer wir sind und wohin wir gehen, haben sich auch Philosophie und Religion, die Künste und alle Wissenschaften entwickelt.

Alle ernsthaften Überlegungen und Bemühungen des Menschen,

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Betrifft: L.L.Matthias: Die Kehrseite der USA. Das Buch ist nahezu verschwunden. Suchmeldung im Auftrag eines NachDenkSeiten-Lesers. – www.NachDenkSeiten.de

Betrifft: L.L.Matthias: Die Kehrseite der USA. Das Buch ist nahezu verschwunden. Suchmeldung im Auftrag eines NachDenkSeiten-Lesers. – www.NachDenkSeiten.de

10-07-18 09:18:00,

10. Juli 2018 um 10:08 Uhr | Verantwortlich:

Betrifft: L.L.Matthias: Die Kehrseite der USA. Das Buch ist nahezu verschwunden. Suchmeldung im Auftrag eines NachDenkSeiten-Lesers.

Veröffentlicht in: Aufbau Gegenöffentlichkeit, Bildungspolitik

Am 24. Mai 2018 hatten wir auf dieses „herausragende Buch“ aufmerksam gemacht und die Lektüre empfohlen. Alfred Meier-Leandri aus Basel hat sich daraufhin auf die Suche gemacht, es in der Unibibliothek gefunden und wollte es käuflich erwerben. Ohne Erfolg. Deshalb machen wir jetzt dieses kleine Experiment: wir fragen unsere Leser, ob es bei ihnen noch ein Exemplar gibt, das sie zu einem vertretbaren Preis verkaufen würden. Wir können dieses Experiment nur verantworten, weil die ganze Sache einen politischen Hintergrund hat: „Die Kehrseite der USA“ erschien 1964 und war aus meiner damaligen Sicht eines der ersten Bücher mit einer fundierten Kritik an in den USA herrschenden und realisierten gesellschaftspolitischen Vorstellungen, zum Beispiel an privater Trägerschaft und Organisation der Schulen. Albrecht Müller.

Die Analysen und Beobachtungen von L. L. Matthias halfen mir und der in der Bildungspolitik engagierten Mitbegründerin der NachDenkSeiten, Anke Bering-Müller, vor ungefähr 20 Jahren, als zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen die „Selbstständige Schule“ propagiert wurde, zu der notwendigen kritischen Betrachtung des Geschehens. Von den Forschungen und Beobachtungen des Autors L. L. Matthias konnte man lernen, dass eine solche Schule in die Hände des lokalen Mittelstands gerät, weil dieser das „Schoolboard“ beherrscht und so zum Beispiel auch über die Berufung und Abberufung von Lehrern entscheidet. Angesichts der Privatisierungstendenzen auch in diesem Bereich ist das nunmehr 54 Jahre alte Buch immer noch aktuell. Auch aus anderen Gründen.

Also, wenn Sie noch ein Exemplar zur Verfügung haben, dann schreiben Sie der NachDenkSeiten-Redaktion. Wir stellen den Kontakt her.

Zu Ihrer Information folgt jetzt noch erstens die Mail von Alfred Meier-Leandri und zweitens das Ergebnis einer Recherche von Jens Berger zur Verfügbarkeit des Buches und zur preistreibenden Wirkung des Beitrags vom Mai:

Erstens: Alfred Meier-Leandri am 9. Juli an die NachDenkSeiten:

Guten Abend,

Sie haben im Mai 2018 einen Hinweis zu obgenanntem Buch gegeben, worauf ich mich auf die Suche nach einem Exemplar machte. Bisher konnte ich noch jedes gesuchte vergriffene Buch antiquarisch finden; in diesem Fall war dies nicht möglich.

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Haft von Ex-Präsident Lula da Silva spaltet Justiz in Brasilien

Haft von Ex-Präsident Lula da Silva spaltet Justiz in Brasilien

10-07-18 06:29:00,

Bild: Paulo Pinto/Agência PT/CC BY-2.0

Richter ordnete Freilassung des ehemaligen Staatschefs an, Kollegen setzen Entscheidung aus. Linkspolitiker führt Wahlumfragen an

In Brasilien und Lateinamerika ist die Entscheidung des Präsidenten eines Berufungsgerichtes auf heftige Kritik gestoßen, den ehemaligen Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva (2003-2011) trotz der gegenteiligen Entscheidung eines untergeordneten Richters in Haft zu behalten.

Der Vorsitzende des Berufungsgerichtes in Porto Alegre, Carlos Eduardo Thompson, revidierte damit am Sonntag eine Order des Berufungsrichters Rogerio Favreto. Der Jurist hatte überraschend einem Antrag zweier Abgeordneter der Arbeiterpartei (Partido dos Trabalhadores, PT) Lula da Silvas auf Haftentlassung stattgegeben.

Mit dem Justizstreit spitzt sich drei Monate vor der Präsidentschaftswahl in dem südamerikanischen Land der Disput um den Prozess und die Verurteilung des ehemaligen Präsidenten massiv zu. Lula da Silva führt trotz seiner Inhaftierung die Umfragen um das höchste Staatsamt deutlich an. Seine Anhänger haben die Losung “Wahlen ohne Lula sind Betrug” ausgegeben.

Während sich tausende Anhänger Lula da Silvas vor dem Gefängnis in Curitiba versammelten, um seine sofortige Freilassung zu fordern, kritisierten politische Persönlichkeiten aus dem lateinamerikanischen Ausland die Entscheidung des Gerichtspräsidenten in Porto Alegre. Die Anweisung, Lula da Silva in Haft zu behalten, “verlängere das Unrecht”, schrieb Boliviens Präsident Evo Morales im Kurznachrichtendienst Twitter: “Lula steht weder politisch noch juristisch alleine.” Das einzige Delikt des Inhaftierten sei es, der aussichtsreichste Kandidat zu sein, fügte Morales an. Die in Argentinien inhaftierte Aktivistin Milagro Sala beklagte eine “Politisierung der Justiz” in ihrem Land wie in Brasilien. Die Vorsitzende der Arbeiterpartei, Gleisi Hoffmann, unterstellte Teilen der Justiz, aus “Angst” vor einem künftigen Präsidenten Lula da Silva zu handeln: “Es ist klar, dass sie alles tun, um die Entlassung zu verhindern.”

Favreto hatte zunächst trotz des Widerspruchs seiner Kollegen auf seiner Anordnung zur Freilassung beharrt und dafür eine Frist von einer Stunde gesetzt. Die Bundespolizei reagierte auf dieses Ultimatum nicht. Brasilianische Medien hinterfragten die Order von Favreto derweil mit der Behauptung, der Jurist sei bis zu seiner Berufung ins Richteramt 2010 Mitglied der Arbeiterpartei von Lula da Silva gewesen.

Richter Sergio Moro, der die Verurteilung des Ex-Präsidenten in einem mehrfach kritisierten und von Verfahrensverstößen geprägten Prozess vorangetrieben hatte,

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Macron und die Homo-Lobby im Kampf gegen Werte, Familie und Tradition

Macron und die Homo-Lobby im Kampf gegen Werte, Familie und Tradition

10-07-18 05:46:00,

Bild: Hintergrund By Remi Mathis [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons, Tänzer Quinn Dombrowski via flickr , Macron Gouvernement français [CC BY-SA 3.0 fr (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/fr/deed.en)], via Wikimedia Commons. Bearbeitung und Zusammenstellung: Info Direkt (FL)

Frankreich: Präsident Emmanuel Macron lud zum „Fest der Musik“ in den Elysee-Palast. Mehr als 1500 Menschen kamen zu der Feier, die den Bildern nach von Homo- und Transsexuellen dominiert wurde. Im erhabensten Veranstaltungsort des offiziellen Frankreich fand eine Afro-Techno-Homoparty statt. Schwarzafrikaner tanzten dort in Stöckelschuhen und Frauenkleidung, mittendrin der französische Präsident. Die geballte Dekadenz der säkular-laizistischen Kulturrevolution. Was geht in den Köpfen des globalistischen Establishments Frankreichs vor?

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Von Alexander Markovics

Frontalangriff gegen den Katholizismus

Dabei kämpft der französische Staat nicht etwa gegen den Islam, der in der Grande Nation seit den Anschlägen von Bataclan immer radikaler wird. Im Fokus stehen die traditionelle Familie und das Christentum. Die führenden Köpfe hinter dieser Politik sind Macrons Chefberater: Jacques Attali und der ehemalige Bildungsminister Vincent Peillon. Attali forderte erst vor kurzem die Aufnahme von weiteren Millionen Einwanderern aus Afrika. Migranten-Zeltstädte in Paris? Überbordende Ausländergewalt? In Frankreich kein Grund für ein Ende von „Refugees Welcome!“. Doch geht dies Attali nicht weit genug. Er fördert auch die Homosexualität und fordert in einem seiner Bücher die Euthanasie älterer Menschen, da es sich bei ihnen um „unnütze Esser“ handele. Seine Zukunftsvision ähnelt dabei der „Brave New World“ von Aldous Huxley: Kinder sollen in künstlichen Gebärmüttern ausgetragen werden. Ebenso sollen Homosexuelle Kinder adoptieren dürfen.

Die Französische Revolution zu Ende bringen

Attali macht auch vor einer Forderung nach der Legalisierung des Inzests nicht halt, ebenso wie er die Ersetzung der Ehe durch die Polyamorie/Polyfamilie fordert. Geht es nach ihm, soll Frankreich in einem EU-Staat aufgelöst werden. Mit seinen Forderungen steht er dabei in der Tradition des Vincent Peillon, der eine Vollendung der Französischen Revolution forderte. Am Ende dieses Prozesses soll die christliche Religion durch einen zivilreligiösen, republikanischen Glauben ersetzt werden.

Wehret den Anfängen!

Die kirchenfeindliche Ideologie der französischen Staatsführung trägt erste Früchte: So wurde eine Kirche in Toulouse mit der Aufschrift „Satan bestraft die Homophoben“ und „Laßt die Kirchen brennen“ beschmiert.

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„Der Herr der Ringe“ entschlüsselt: „Weltkriege und globale Finanz-Eliten“

„Der Herr der Ringe“ entschlüsselt: „Weltkriege und globale Finanz-Eliten“

08-07-18 06:51:00,

„Der Herr der Ringe“ von John R. R. Tolkien zählt zu den Klassikern der Weltliteratur und hat das Fantasy-Genre geprägt. „Doch viele wissen nicht: Das Werk bezieht sich auch auf weltpolitische Ereignisse“, sagt Autor Ludwig Gartz im Sputnik-Interview. „So steht die Schlacht von Helms Klamm für den Zweiten Weltkrieg.“

„Ich gehe davon aus, dass Tolkien früher in seinem Leben Dinge gesehen hat, die er dann in dieser Form symbolisch verarbeitet und wiedergegeben hat“, sagte Ludwig Gartz, Schriftsteller aus Hessen und Analytiker des Werkes „Der Herr der Ringe“, im Sputnik-Interview. „Es ist in ‚Herr Der Ringe‘ deutlich zu sehen, dass Bewusstseinsprozesse verschlüsselt sind, die sehr genau zu verschiedenen historischen Ereignissen und deren Chronologie, also zur zeitlichen Abfolge, passen.“ So lautet die Analyse des hessischen Autors, der sich in jahrelanger Recherche-Arbeit dem umfangreichen Werk gewidmet hatte.

Mehr zum Thema: Türkei von demokratischen Normen weit entfernt — Anwältin über Erdogan-Gollum-Prozess

Tolkien, der Erschaffer des Roman-Epos, hatte für die britische Armee am Ersten Weltkrieg teilgenommen und auch die blutige „Schlacht an der Somme“ miterleben müssen. Diese Erfahrung bewegte den englischen Schriftsteller tief und wurde zu einem Grundthema seines Lebens und seiner Literatur.

„Kampf des Balrog gegen Gandalf“: Beginn des Ersten Weltkriegs

©
Foto : Privat

Ludwig Gartz

Ein Schlüsselereignis im Roman ist für Gartz die Stelle, „als die Ringgemeinschaft durch Moria geht. Dann kommt der Zeitpunkt, wo Gandalf von einem Balrog (ein Dämon, Anm. d. Red.) in die Tiefe gestürzt wird. Das ist eine der markantesten Szenen. Der Zauberer Gandalf steht für das menschliche – auch spirituelle – Unterscheidungsvermögen, in unserem Leben unterscheiden zu können zwischen wichtigen und unwichtigen, also vergänglichen Dingen.“

Der Angriff des Balrog auf den weißen Magier markiert laut Autor Gartz den Beginn des Ersten Weltkriegs.

„Balrog ist ein altes Symbol für Wut und Hass, und seine Feuerpeitsche ist dieses nicht zu bremsende Feuer, wenn man in Wut gerät“, erläuterte der Schriftsteller. Die Szene sei historisch und chronologisch klar zu verorten. „Es ist klar, dass das 1914 ist: Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Der Krieg hatte sich angedeutet. Die ganze Atmosphäre in und außerhalb Moria war zuvor sehr feindselig.“

Das repräsentiere die Feindseligkeit und das Misstrauen der europäischen Staaten untereinander in den Jahren kurz vor dem Weltkrieg.

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Verlogene Milliardäre | KenFM.de

Verlogene Milliardäre | KenFM.de

08-07-18 06:23:00,

Die Lebensversicherer generieren mit ihrem legalen Betrug am Kunden gigantischen Profit.

Hinweis zum Rubikon-Beitrag: Der nachfolgende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

von Holger Balodis.

Es gibt Skandale, die scheinbar endlos und ungestraft weitergehen. Ein solcher ist das Treiben der Lebensversicherer und ihr Umgang mit den Kunden. Bereits 1983 bestätigte das Landgericht Hamburg, dass es sich bei den Verträgen der Lebensversicherungen um legalen Betrug handele. Seitdem muss die Branche mit diesem Makel leben, doch geändert hat sich so gut wie nichts. Die zweite Folge unserer Rubikon-Serie hat die unglaublichen Gewinne der Lebensversicherungskonzerne zum Thema.

Der frühere Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer verkündete nach Einführung der Riester-Rente: „Es ist so, als ob wir auf einer Ölquelle sitzen. Sie ist angebohrt, sie ist riesig und sie wird sprudeln.“ Diese Aussage gilt nicht nur für die Riester-Rente, sondern generell für private Rentenversicherungen.

Seitdem der damalige Kanzler und Maschmeyer-Vertraute Gerhard Schröder zusammen mit Walter Riester die gesetzliche Rente demontierte und dem Volk die private Rente quasi als Pflicht verordnete, wurden vermutlich über 100 Millionen solcher Verträge verkauft (viele wurden längst wieder mit hohen Verlusten gekündigt!). Ein sensationelles Konjunkturprogramm für die Verkäufer von Lebensversicherungen, denn dazu gehören auch die privaten Renten:

Seit 2001 floss die unglaubliche Summe von rund 130 Milliarden Euro an sogenannten Abschlussaufwendungen. Das Geld stammt letztlich von den Kunden. Sie zahlen mitunter viele Tausend Euro Abschlusskosten für einen einzelnen Vertrag. Also dafür, dass sie sich über viele Jahre verpflichten, regelmäßig Geld in eine schlecht verzinste Altersvorsorge zu stecken, die ihnen im schlimmsten Falle sogar riesige Verluste beschert.

Die überzogenen Kosten sind einer der Gründe, weshalb viele Versicherte am Ende „Miese“ machen.

Denn Lebensversicherungen lohnen sich vor allem für den, der sie verkauft.

Sie sind eine sichere Einnahme für Versicherungsvertreter, Makler, Banken und sogenannte Strukturvertriebe wie die Deutsche Vermögensberatung (DVAG),

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Die nächste Revolution

Die nächste Revolution

07-07-18 06:44:00,

Im vorherigen Beitrag haben wir uns mit den Gründen der Notwendigkeit einer neuen Revolution befasst. Wir haben gesehen, dass das gegenwärtige System nicht nur den Menschen versklavt und seiner Dogmatik des Konsums und der Produktion unterwirft, sondern auch die Lebensgrundlage des Menschen, die Umwelt, fortschreitend zerstört. In gebotener Kürze habe ich dargelegt, aus welchen Gründen eine Revolution trotz all der offenkundigen Gründe bisher ausblieb. Im Folgenden werde ich nun darauf eingehen, welche Fehler alle bisherigen Revolutionsversuche begangen haben ‒ warum sie nie zu einem vollkommenen Umsturz der herrschenden Ordnung führen konnten. Hiernach werden wir zusammen ein Ausblick auf die Konditionen einer neuen Revolution wagen.

Nun ist es nicht so, dass eine Revolution etwas vollkommen Neues, etwas nie Dagewesenes darstellen würde. Die Geschichte weist im Gegenteil zahlreiche Beispiele auf. Die bekanntesten sind wohl die Französische Revolution sowie die bolschewistische Revolution in Russland. Auch nach dem zweiten Weltkrieg gab es mit der sogenannten 68er-Bewegung in den westlichen Staaten eine Strömung, die sich wohl als revolutionär bezeichnen lassen könnte, da sie sich hauptsächlich gegen verkrustete, autoritäre Strukturen und Hierarchien sowie die kriegerische Politik westlicher Staaten richtete und somit gängiges staatliches Handeln fundamental in Frage stellte. Keiner dieser revolutionären Bewegungen gelang es jedoch, das System grundlegend zu verändern. Natürlich hat die französische Revolution den feudalen Ständestaat beendet und den König entthront, ebenso wie die bolschewistische die Herrschaft der Zaren beendete.

Doch wurde dadurch nur eine mächtige Klasse durch eine andere ersetzt.

In Frankreich hat das Bürgertum nur den Adel abgelöst, um an seiner Stelle die Herrschaft über das Volk auszuüben. Es richtete eine Herrschaft des Terrors ein, um Andersdenkende zu unterdrücken und schreckte auch vor Waffengewalt gegenüber friedlichen Versammlungen nicht zurück (1, 2).

Die Bolschewisten hingegen propagierten die Diktatur des Proletariats, durch welche die Klassengesellschaft aufgelöst und die Produktionsgüter in die Hand des Volkes gelegt werden sollten. Doch wie in jeder Diktatur zeigt sich nach der Revolution ein Unwille, die Macht tatsächlich abzugeben oder auch nur zu teilen, sobald sie einmal in den eigenen Händen liegt.

Und so bildete sich eine kleine, herrschende Klasse heraus, die sich nun nicht mehr durch Adelstitel, sondern durch Waffengewalt „legitimierte“. Zwar unterstützten die Bolschewiki vor der Oktoberrevolution den Aufbau von Arbeiterräten, nach ihrer Machtergreifung wandten sie sich jedoch gegen diese.

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Raus aus der Machtlosigkeit!

Raus aus der Machtlosigkeit!

07-07-18 06:44:00,

Der Zustand unseres globalen Dorfes ist so prekär wie nie zuvor. Eine marktradikale Wirtschaftsweise und ein materialistisch-orientiertes Herrschaftsdenken, die als Anspruch auf Weltherrschaft, als Unterwerfung von Mensch und Natur daherkommen, führen sich vor unseren Augen gerade selbst ad absurdum. Francis Fukuyamas These vom Kapitalismus als dem „Ende der Geschichte“ scheint sich auf zynische Weise zu bewahrheiten (1).

Der globale Kapitalismus in seiner zugespitzen Form des Neoliberalismus herrscht als „anonym-alternativlose Gewalt“ über uns und lässt dabei die verantwortlichen Personen im Dunkeln. Es ordnet uns Zwecken unter, die nicht die unseren sind, mutet uns Arbeits- und Lebensbedingen zu, die wir nicht wollen, zwingt uns Kriege auf, die wir nicht wollen und so weiter. Statt als Subjekte unseres eigenen Lebens fühlen wir uns als hilflose Objekte einer über uns verhängten Struktur, an der wir leiden, der wir aber gleichzeitig unser Überleben verdanken.

Das System des Kapitalismus braucht unsere Bereitschaft zur Selbstverneinung, zum Verzicht auf unsere eigene Identität und unser eigenes, selbstbestimmtes Leben, um sich erhalten zu können. Er braucht unser Gefühl der Ohnmacht und ist bemüht, dieses immer wieder in uns zu erzeugen (2). „Das Gefühl der Machtlosigkeit“, so die Theologin Dorothee Sölle, „ist die tiefste Form der Entfremdung, die unsere Kultur hervorgebracht hat“ (3).

Ohnmacht und Selbstentfremdung sind zwei Seiten einer Medaille. Denn wenn wir nicht wissen, wer wir sind, wissen wir auch nicht, was in uns steckt.

Ohne das Wissen um uns selbst fehlt uns der Orientierungssinn. Wir werden zu Schachfiguren „übergeordneter“ Interessen, verfolgen fremde Ziele und glauben, es wären die unseren (4).

„Der Verlust des Wissens um uns selbst“, so der US-amerikanische Psychologe James Hillman, „lässt die demokratische Gesellschaft in eine Menge von Kaufwütigen zerfallen, die im Irrgarten eines Kaufhauses vergeblich den Ausgang suchen“ (5).

Wenn aber unser Gefühl von Machtlosigkeit, unser Zustand der Selbstentfremdung und Selbstverneinung nötig sind, um das System am Leben zu erhalten, dann liegt genau hier seine verwundbare Stelle und damit die Möglichkeit, ihm seine Grundlage zu nehmen.

Wenn wir verstehen, wer wir wirklich sind und was wir wirklich wollen, werden wir unsere innere Macht wieder in Besitz nehmen und dem System mehr und mehr seine Energien entziehen. Diese Art der Revolution liefe nicht nur gewaltfrei ab, sie brächte auch eine große Anzahl selbstbewusster und freier Menschen hervor.

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Die letzte Revolution

Die letzte Revolution

07-07-18 06:43:00,

Herr Dr. Lieb, was waren die Anstöße für die Studentenbewegung?

Ausgangspunkt war zunächst die Hochschule und die mit dem Übergang zur Massenuniversität einhergehende Kritik an den geplanten technokratischen Hochschulreformen, wie etwa die Einführung der Regelstudienzeit, die Zwangsexmatrikulationen, die Trennung von Grund- und Aufbaustudium mit Zwischenprüfung oder das Ordnungsrecht. Zur Eskalation beigetragen hat das bornierte Autoritätsgebaren der Hochschulleitungen, etwa das Vorschützen des Hausrechts gegen das Recht der freien Rede.

Hinter der Auflehnung gegen längst überholte, nur noch den Schein vor sich hertragenden Autoritäten – also dem „Muff der 1000 Jahre“ –, stand als Grundmotiv das Aufbegehren gegen die unbewältigte Nazi-Vergangenheit der Vätergeneration und die damalige Schlussstrichmentalität. Dieser antifaschistische Grundimpuls war übrigens für mich und viele andere auch das Motiv für den Widerstand gegen die damals anstehenden Notstandsgesetze. Darin sahen wir eine historische Parallelität zum „Notverordnungsartikel“ der Weimarer Verfassung, mit dem Hitler die Macht an sich gerissen hat. Gerade in Berlin, wo ich studierte, kam dann noch die tiefe Enttäuschung über die amerikanische „Schutzmacht“ und deren brutalen Kriegseinsatz in Vietnam hinzu.

Wie wurde aus der Studentenbewegung die außerparlamentarische Opposition APO?

Die Studentenbewegung war alles andere als eine einheitliche politische Bewegung und es war auch keineswegs so, wie das heute vielfach dargestellt wird, dass der SDS das allein tragende Element war. Der SDS hatte – hoch geschätzt – höchstens 3.000 Mitglieder und dem SDS angehörende Studenten stellten kaum irgendwo und wenn, dann nur kurz, die AStA-Vorsitzenden.

Von einer „außerparlamentarischen Opposition“ sprach man eigentlich erst nach der Schwächung der innerparlamentarischen Opposition mit der ersten Großen Koalition. Es gab innerparteiliche Oppositionsgruppen, wie etwa den Sozialdemokratischen Hochschulbund innerhalb der SPD oder den Liberalen Studentenverband bei der FDP. Es gab darüber hinaus Gruppen und Einzelpersönlichkeiten, die von den etablierten Parteien verstoßen wurden, wie etwa den SDS oder dessen Förderorganisation, den Sozialistischen Bund. Es gab linke Parteigründungsversuche und eine Vielzahl von Initiativen, etwa die „Kampagne für Abrüstung und Demokratie“, oder Diskussionsforen, wie die „Republikanischen Clubs“ oder die „Humanistische Union“.

So vielfältig die theoretischen oder weltanschaulichen Positionen auch gewesen sein mögen, Einigkeit bestand im Widerspruch und im latenten oder auch offenen Misstrauen gegenüber allem, was zum so-genannten „Establishment“ gerechnet wurde. Man vereinigte sich in der direkten Aktion zum Beispiel gegen die Notstandsgesetze oder gegen den Vietnam-Krieg oder nach dem Anschlag auf Dutschke gegen den Springer-Konzern.

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Alter Juncker, junger Kurz

Alter Juncker, junger Kurz

07-07-18 06:39:00,

Schon an der nahen U-Bahnstation empfangen einen schwer bewaffnete Polizisten, die angesichts des spärlichen Andrangs in Richtung Konferenzzentrum mehr mit sich selbst als mit der Umgebung beschäftigt sind. Weiträumige Absperrungen verhindern einen direkten Zugang, stattdessen weisen junge Männer mit großen pfeilförmigen Schildern den Umweg zur Sicherheitsschleuse. Gut 500 Meter hetzen vereinzelte Journalisten und verspätete EU-Delegierte durch moderne Häuserschluchten. Dem letzten lebenden Wegweiser haben die Fallwinde der Gebäudemonster bereits den Richtungspfeil geknickt. Er versucht das Missgeschick lächelnd zu überspielen und deutet mit der Hand zum Haupteingang. Der üblichen Durchleuchtung folgt ein weiterer dreiminütiger Fußmarsch durch leere Hallen entlang ungenutzter Garderoben und Buffeteinrichtungen.

Um zum Pressezentrum zu gelangen, heißt es wieder hinaus in den Wind, treppab, treppauf, vorbei an einem Lieferwagen der Landespolizeidirektion Wien, auf dessen Dach eine Videokamera positioniert ist, die jeden Vorübergehenden digital begleitet. Bevor es ins Untergeschoß des Austria Center geht, in dem das Pressezentrum eingerichtet ist, wiederholt sich die Prozedur der Durchleuchtung. Auch der Wochen zuvor ausgestellte spezielle Ausweis, der die Akkreditierung für die Zeit des EU-Ratsvorsitzes bestätigt, wird gescannt. Drei Dutzend Journalisten, die meisten mit Kamera-Assistenten, lümmeln in den großzügig aufgestellten Garnituren herum und folgen den Bildschirminformationen. 10 Uhr 45: Gruppenfoto der Delegation der Europäischen Kommission mit Vertretern des österreichischen Parlaments in Halle X 1; 11 Uhr: Plenarsitzung des Kollegiums der Europäischen Kommission (Achtung: nur Foto- und Kamerateams); 11 Uhr 30: Pressekonferenz mit Jean-Claude Juncker und Sebastian Kurz in Halle K 1.

Die Pressevertreter werden kurz gehalten, und das ist nicht als Wortspiel gemeint. Drei Kaffeemaschinen mit Selbstbedienungskapseln und ein Berg von Croissants, die vom Bäcker bereits um 7 Uhr früh angeliefert worden sein dürften, umfasst das Sortiment der vormittäglichen Verpflegung. Zwölf Jahre zuvor, im Jahr 2006, als Österreich zuletzt die Ratspräsidentschaft innehatte, war das noch anders gewesen. Damals gab es USB-Sticks, Laptop-Taschen, Handbags und T-Shirts für die Presse. Die Tagungen fanden im ehrwürdigen Gebäude der Wiener Hofburg, mitten im Zentrum der Donaumetropole, statt. Auch in den kleinen Details merkt der Beobachter, wie die Zeiten sich geändert haben.

Ein übergroßes Bild, auf dem eine Handvoll Segelschiffe vor bergiger Kulisse über den Attersee kreuzen, beherrscht den Raum. Langsam trudelt der journalistische Begleittross des Kommissionspräsidenten ein; man tauscht sich über die Flugbedingungen und das gestrige Abendessen aus und wiederholt hörbar den Small-Talk, den man zuletzt in Brüssel, Sofia und Straßburg geführt hat.

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Das Euro-Chaos

Das Euro-Chaos

07-07-18 06:32:00,

Bild

Abbildung 24 zeigt die Wirtschaftsentwicklung der vier großen Eurostaaten, betrachtet relativ zum Basisjahr 2008. Seit 2008 sticht Deutschland innerhalb dieses Kreises als Land mit vermeintlich starker Entwicklung hervor, es ist sogar Spitzenreiter – und das, obwohl der Einbruch in 2009 in Deutschland besonders tief war.

Frankreich dagegen erzielte seit der Krise nur noch sehr geringes Wachstum. Die Lage in den beiden größten Ländern der Währungsunion hat sich somit umgekehrt: Vor der Krise galt Deutschland lange als „kranker Mann“, erzielte nur sehr kurze Aufschwünge von 1999 bis 2000 und von 2006 bis 2007, während Frankreich unter dem Euro zunächst eine sehr stetige und deutlich lebhaftere Entwicklung verzeichnete.

In Italien, das vor der Krise eine ähnlich schlechte Entwicklung wie Deutschland verbuchte, hat sich die Lage seither dramatisch weiter verschlechtert: Das Land steckt irgendwie fest, kommt nicht wieder in Gang, scheint in eine Falle getappt zu sein, aus der es sich bislang nicht befreien konnte.

Spanien wiederum erlebte ein rasantes Auf und Ab: erst einen langen Boom, dann der jähe Absturz, der wie in Italien den Verlauf einer Doppelrezession nahm. Seit ein paar Jahren verzeichnet das Land im Südwesten der Währungsunion gemessen an den offiziellen BIP-Zahlen wieder eine vergleichsweise starke Entwicklung. Allerdings bleibt die Arbeitslosigkeit weiterhin sehr hoch.

So verwundert es nicht, dass Deutschland aus dem Kreis der großen Euro-Mitgliedsländer heute in den Medien und in der Politik gemeinhin als Modell und Vorbild gepriesen wird, während Frankreich und Italien nach offizieller Lesart ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben und daher, gänzlich selbst verschuldet, der Entwicklung hinterherhinken beziehungsweise auf der Stelle treten.

Mit den vermeintlich versäumten Hausaufgaben sind natürlich „Strukturreformen“ gemeint, konkreter: die dringend notwendige Liberalisierung des Arbeitsmarkts und das Zurückdrängen des Staats, welche für die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit unumgänglich seien.

Selbst die globale Finanzkrise von 2007 bis 2009 und die immer noch nicht verarbeitete Eurokrise seit 2009 haben die wirtschaftspolitisch Verantwortlichen nicht zur Besinnung und zum Nachdenken anregen können. Europa hält unbeirrt weiterhin am Neoliberalismus fest.

Frankreich und Italien stehen aus dieser Sicht ihrem eigenen Glück im Weg, weil sie die Medizin der wundersamen Heilungskraft des Markts verweigern. Dies wird heute aus vermeintlich sachkundigen Mündern gebetsmühlenartig abgespult und von den Medien nachgebetet. Das folgende Zitat von François Villeroy de Galhau, Gouverneur der Banque de France,

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Die “Lügenpresse” und ihre Lügenfressen

Die “Lügenpresse” und ihre Lügenfressen

07-07-18 06:32:00,

Wie der Spiegel auszog, die Trolle das Fürchten zu lehren, die er selber ausbrütet. Ein Kommentar zum Elend der deutschen Medienlandschaft im europäischen Vorfaschismus

Dem Spiegel reicht es! Das unter dem branchenüblichen Auflageschwund leidende Sturmgeschütz der Demokratie ruft dazu auf, all die Trolle ins Visier zu nehmen, die unsere “gewohnte liberale Ordnung” verstärkt attackieren. Die schweigende “große Mehrheit” müsse den “Kampf gegen Trolle aufnehmen” – und gegen Populisten und Extremisten: “Warum wir den Kampf gegen Trolle aufnehmen müssen”.

Bei dieser Frontstellung scheint somit die liberale Welt noch in Ordnung: Auf der einen Seite das seriöse Nachrichtenmagazin als die nüchterne Informationsquelle der großen liberalen Mehrheit, dem gegenüber die irrlichternden Wahnhorden des irrationalen Populismus und Extremismus sich zusammenrotten, zunehmend die “öffentliche Debatte” bestimmen und Spiegel, Stern und Co. gerne als “Lügenpresse” titulieren.

Zuallererst müsste eigentlich geklärt werden, wieso diese populistischen und extremistischen Lügenfressen es tatsächlich geschafft haben, die “öffentliche Debatte” zu bestimmen. Und: Woher kommt der Hass der unzähligen, durch das Netz marodierenden Trollbrigaden, der inzwischen – wie der Spiegel lamentiert – in den USA, in Italien, Österreich oder Bayern von politischen Borderlinern in Regierungspolitik gegossen wird?

Alles Schlechte kommt von draußen

Vielleicht würde bei der Beantwortung dieser Frage ein Blick ins eigene Archiv helfen? Ach was, die Tagesberichterstattung, etwa anlässlich der Regierungsbildung in Italien, reicht vollkommen. Wie man Ressentiments schürt, den Hass auf den Ausländer auf Touren bringt, das macht SPON-Kolumnisten niemand vor. Jan Fleischhauer etwa durfte Italien als eine Nation von Schnorrern beschimpfen, die sich auf Kosten deutscher Sparer ein schönes Leben machte. Italien, das sei laut Fleischhauer eine Nation aggressiver Bettler: “Der Bettler sagt wenigstens Danke, wenn man ihm den Beutel füllt. Aggressives Schnorren trifft die Sache schon eher.”

Die Italiener, die Südländer, sie wollen alle nur unsere schönen, deutschen Euro – hier sind sind Zeitungsredaktion und Stammtisch einig. Der Spiegel bebilderte seine Titelstory zur jüngsten Italienkrise drohend mit einem Galgen, der aus Spaghetti gestrickt wurde.

Alles Böse kommt von außen, während die Nation als potenziell widerspruchsfrei gilt – spätestens seit dem Ausbruch der Eurokrise haben gerade die “meinungsbildenden” Massenmedien eben dieses Narrativ in der Bevölkerung popularisiert. Die Krise sei das Produkt südländischer Korruption und Flauheit, der Südländer lebe auf Deutschlands Kosten.

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Denkfehler 7: „Jetzt hilft nur noch private Vorsorge.“ – www.NachDenkSeiten.de

Denkfehler 7: „Jetzt hilft nur noch private Vorsorge.“ – www.NachDenkSeiten.de

07-07-18 06:31:00,

6. Juli 2018 um 14:36 Uhr | Verantwortlich:

Denkfehler 7: „Jetzt hilft nur noch private Vorsorge.“

Veröffentlicht in: Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Leserbriefe, Riester-Rürup-Täuschung, Privatrente

Der gestrige Artikel „Das internationale Große Geld beherrscht uns und die Europäische Union. Ihre Bosse entscheiden z.B. darüber, wie wir unsere Altersvorsorge organisieren. Demokratie gleich null.“ löste einige Leserbriefreaktionen aus. Zusammenstellung siehe unten. Im ersten Leserbrief wird auf einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung von gestern hingewiesen. Die SZ-Journalistin Boehringer schreibt dort: „Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist bekannt, dass das staatliche Rentensystem in Richtung Grundversorgung schrumpft.“ Sie wirbt dafür, sich mit dem Anlegen von Geld zu beschäftigen, auch für die private Altersvorsorge, denn „die Renten werden weiter sinken“. Wenn man das liest, dann kann man eigentlich nur noch verzweifeln. Diesen Denkfehler 7: “Jetzt hilft nur noch private Vorsorge.”-Artikel hatten die NachDenkSeiten am 4. Januar 2005 veröffentlicht. Der Text stammt aus meinem Buch „Die Reformlüge“, das im August 2004 erschien und in dem ich 40 Denkfehler, Mythen und Legenden abhandle. Das ist jetzt 14 Jahre her. Bei der Lektüre der Süddeutschen Zeitung und auch bei der Lektüre anderer Mails zum gestern veröffentlichten Artikel muss ich den Eindruck gewinnen, dass Aufklärung eigentlich nicht möglich ist. Albrecht Müller.

Dass auch bei demographischem Wandel der Generationenvertrag und die gesetzliche Rente tragen, dass die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rente bewusst und massiv vermindert worden ist, um der Versicherungswirtschaft und den Banken neue Geschäftsfelder zu eröffnen, welche Lobby dahinter steckte – das haben wir und das haben auch andere Autoren und Wissenschaftler immer wieder erläutert, belegt, mit Zahlen unterfüttert. Es hilft offensichtlich wenig.

Dennoch, man darf ja nicht aufgeben, ich empfehle noch einmal die Lektüre jenes Artikels vom 4. Januar 2005. Auf 14 Buchseiten hatte ich, wie ich meine verständlich, erläutert, dass die gesetzliche Rente und der Generationenvertrag auch in Zeiten demographischen Wandels trägt, wie übrigens auch schon im letzten Jahrhundert. Und die NachDenkSeiten haben unentwegt darauf hingewiesen und belegt, dass die Privatvorsorge teuer und weniger effizient ist als das Umlageverfahren und die Gesetzliche Rente.

Der erwähnte Leserbriefschreiber, es ist Jürgen Voß aus Oberhausen, hat in seinem Leserbrief an die Süddeutsche Zeitung die Zusammenhänge erläutert und auch darauf aufmerksam gemacht,

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Tagesdosis 6.7.2018 – Wer missbraucht WM-Fußballspiele für Hass-Propaganda? | KenFM.de

Tagesdosis 6.7.2018 – Wer missbraucht WM-Fußballspiele für Hass-Propaganda? | KenFM.de

07-07-18 06:27:00,

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Der deutsche „Qualitätsjournalismus“!

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

„Die Welt zu Gast bei Feinden: Drei-Minuten-Hass im ZDF“, lautetet der Titel eines Kommentars von Wladislaw Sankin bei „Russia Today Deutsch“ am Dienstag dieser Woche. Mit Recht zeigte sich Sankin darüber verwundert, wie die Journaille der westlichen Unwertegemeinschaft praktisch jede positive Nachricht über die begeisternde Atmosphäre in Russland einen, oft an den Haaren herbei gezogenen, Kommentar über den bösen Kreml und vor allem Putin abgeben muss. Während die WM-Besucher aus anderen Nationen wegen ihrer tollen Erfahrungen im gastfreundlichen Russland von einem neuen „Sommermärchen“ schwärmen, führen die journalistischen Kalten Krieger in den Redaktionsstuben der deutschen Medien mit eiserner Verbissenheit ihre anti-Russland Hetzkampagne weiter. Die regierungsnahen öffentlich-rechtlichen wie ARD und ZDF führen sich dabei besonders wild auf.

Auch Kommentator Sankin gibt dazu einig Beispiele. Etwa eine halbe Stunde nach dem fulminanten Achtelfinalspiel Belgien-Japan, unmittelbar nachdem die englische Fußballlegende Gary Lineker dem ZDF ein Interview gegeben hatte, in dem er auch die Organisation und die tolle Stimmung bei der WM in Russland gelobt hatte, hat die ZDF-Chef-Redaktion einen Beitrag eingeschoben, der mit der Weltmeisterschaft so gut wie nichts zu tun hat, aber dafür sehr viel Verständnis für die faschistischen Russenhasser in der ukrainischen Hauptstadt Kiew zeigte. Der Titel des Beitrags: „Die Ukraine quält sich mit der WM“ ist noch vergleichsweise harmlos, im Gegenteil zu dessen Inhalten.

Der ZDF-Korrespondent, der direkt aus einer Kiewer Sport-Bar während des Spiels Russland-Spanien berichtete, begleitete die Aufnahmen mit den Worten aus dem Off: „Alle Anwesenden sind für Spanien. Und wie!“ Dann ließ er zwei der anti-russischen Extremisten in der Bar persönlich zu Wort kommen: „Die russische Mannschaft hat es in die Viertelfinale geschafft. Wir wünschen ihr alles Pech der Welt!“, sagt einer. Der andere sagte mit Opfermiene, dass seit Beginn der Spiele bereits zehn ukrainische Soldaten bei den Kämpfen in der Ostukraine gestorben seien. Prompt ergänzt der deutsche Presstituierte mit verständnisvoller Stimme und erinnerte vielsagend an die angeblich über 10.000 Opfer des Krieges. Er weist jedoch nicht darauf hin, dass es vor allem die faschistischen und ultra-nationalistischen,

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