Gabor Steingart muss gehen … ach wie frei ist doch unsere hoch gelobte Presse! – www.NachDenkSeiten.de

Gabor Steingart muss gehen … ach wie frei ist doch unsere hoch gelobte Presse! – www.NachDenkSeiten.de

09-02-18 12:05:00,

9. Februar 2018 um 12:24 Uhr | Verantwortlich:

Gabor Steingart muss gehen … ach wie frei ist doch unsere hoch gelobte Presse!

Veröffentlicht in: Außen- und Sicherheitspolitik, Audio-Podcast, Erosion der Demokratie, Medienkonzentration Vermachtung der Medien, Medienkritik

„Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten“ – dieser Satz stammt von Paul Sethe, einem der Gründungsmitherausgeber der FAZ aus dem Jahr 1965. Wie Recht Sethe doch hat, zeigt ein sehr aktueller Fall. Nach Informationen des SPIEGEL, die heute vom Branchendienst Turi2 unter Berufung auf „hausinterne Quellen“ bestätigt wurden, muss Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart seinen Posten verlassen. Als Grund dafür wird ein Text von Steingart über Martin Schulz genannt, der bei näherer Betrachtung jedoch eher harmlos ist. Wahrscheinlicher ist da schon, dass Steingarts immer kritischer werdende Linie in Bezug auf die Rolle der USA und die deutsch-russischen Beziehungen der transatlantisch orientierten Holtzbrinck Gruppe (u.a. Tagesspiegel, ZEIT, Handelsblatt) ein Dorn im Auge war. Kritische Geister sind in den Chefetagen der deutschen „Qualitätszeitungen“ nicht mehr gefragt. Von Jens Berger.

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Machen Sie sich bitte selbst ein Bild. Inwiefern soll diese nette, kleine Glosse, die Gabor Steingart am Mittwoch in seinem Morning Briefing per Mail verschickte, Grund für seine Entlassung sein?

Innerhalb der SPD hat ein bizarrer Machtkampf begonnen. Der mittlerweile ungeliebte Parteichef Martin Schulz will den derzeit beliebtesten SPD-Politiker, Außenminister Sigmar Gabriel, zur Strecke bringen und an dessen Stelle im Ministerium Quartier beziehen. Das Duell wird nach den Regeln des Parteienkampfes ausgetragen, also im Verborgenen. Besondere Raffinesse wird dabei vor allem von Schulz verlangt, da er sich nicht beim Mord an jenem Mann erwischen lassen darf, dem er das höchste Parteiamt erst verdankt.

Der Tathergang wird in diesen Tagen minutiös geplant. Der andere soll stolpern, ohne dass ein Stoß erkennbar ist. Er soll am Boden aufschlagen, scheinbar ohne Fremdeinwirkung. Wenn kein Zucken der Gesichtszüge mehr erkennbar ist, will Schulz den Tod des Freundes aus Goslar erst feststellen und dann beklagen. Die Tränen der Schlussszene sind dabei die größte Herausforderung für jeden Schauspieler und so auch für Schulz,

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fakeodernews – Transparente Informationen zu kritischen Themen in einer interaktiven Spielanwendung

fakeodernews – Transparente Informationen zu kritischen Themen in einer interaktiven Spielanwendung

09-02-18 10:55:00,

fakeodernews – Transparente Informationen zu kritischen Themen in einer interaktiven Spielanwendung

In diesem Interview reden wir mit Simon Sonnenberg, Gründer und Initiator von fakeodernews, einer digitalen Plattform, die Menschen interaktiv mit Themen rund um Politik und Gesellschaft in Berührung bringen soll. Diese Plattform hat die Absicht jeden Tag kritische Fragen mit kontroversen Aussagen, informativen Antworten, transparenten Quellen und vergleichenden Statistiken zur Verfügung stellen. Dabei soll der Spielcharakter dieser Plattform eine einfache Annäherung an gesellschaftlich relevante Nachrichten bieten und die Quellen- und Informationskompetenz stärken.

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VIDEO: fakeodernews – Transparente Informationen zu kritischen Themen in einer interaktiven Spielanwendung

Wenn Sie weitere Vereine kennenlernen möchten, die mit lösungsorientierter Arbeit Tag für Tag einen Beitrag leisten, besuchen Sie unsere YouTube-Playlist „Der Funke“.

ÜBER SIMON SONNENBERG

Simon Sonnenberg fakeodernewsSimon Sonnenberg ist der Initiator von fakeodernews. Nach dem Studium der Wirtschafts- und Politikwissenschaften mit Zwischenstationen im Vertrieb und Marketing in der freien Wirtschaft, entschied er einen neuen Weg einzuschlagen, der seiner Begeisterung für die Politik gerecht würde.

Anfang 2017 entstand somit die Idee zu fakeodernews. Seitdem verantwortet er das Projekt. fakeodernews soll eine digitale Plattform werden, die Menschen interaktiv mit Themen rund um Politik und Gesellschaft in Berührung bringt, indem täglich kritische Fragen mit kontroversen Aussagen, informativen Antworten, transparenten Quellen und vergleichenden Statistiken geboten werden. Der Spielcharakter soll dabei eine einfache Annäherung an gesellschaftlich relevante Nachrichten ermöglichen und die Quellen- und Informationskompetenz stärken.

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Globales Finanzsystem: Der Tsunami nimmt Formen an

Globales Finanzsystem: Der Tsunami nimmt Formen an

09-02-18 10:05:00,

Symbolbild: Pixabay (C00)

In den Chefetagen internationaler Finanzinstitute und Großkonzerne sowie in den Wirtschafts- und Finanzministerien rund um die Welt dürfte es derzeit hektisch zugehen. Zwar versuchen alle Beteiligten, die Entwicklung an den Finanzmärkten nach außen herunterzuspielen, doch den meisten ist mit Sicherheit bewusst, dass das System, das nur noch künstlich am Leben erhalten wird, jederzeit kollabieren kann.

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Gastbeitrag von Ernst Wolff

Was ist geschehen? Am Freitag vergangener Woche ist der Dow-Jones-Aktienindex um 666 Punkte gefallen, am Montag dieser Woche um sage und schreibe 1175 Punkte. Er gab damit seine seit Jahresbeginn erzielten Gewinne komplett ab. Auch an den europäischen und asiatischen Börsen kam es zu erheblichen Kursverlusten.

Niemand kann voraussagen, wie es in den kommenden Tagen weitergehen wird, doch die Zeichen stehen auf Sturm, denn die Zeiten, in denen wir leben, sind alles andere als normal: Seit neun Jahren kennen die Aktienbörsen der Welt nur einen Trend: aufwärts. Allein seit der Amtsübernahme von Donald Trump ist der Dow Jones um 40 Prozent angestiegen, ein im Verhältnis zum Wirtschaftswachstum groteskes Missverhältnis. Der Hintergrund: Die extrem hohen Aktienkurse sind nicht das Ergebnis einer boomenden US-Wirtschaft, sondern einzig und allein die Folge der größten Spekulations- und Manipulationsorgie, die die Welt je gesehen hat.

Die wichtigsten Spieler im Casino: die Zentralbanken

Die wichtigsten Spieler im globalen Finanzcasino sind die Zentralbanken. Sie haben seit 2009 mehr als 15 Billionen Dollar ins System gepumpt und zu immer niedrigeren Zinsen vergeben, Staats- und Firmenanleihen sowie Aktien aufgekauft und Konzernleitungen ermöglicht, mit dem billigen Geld eigene Aktien zurückzukaufen und ihren Kurs so (zugunsten der Boni des Managements) in schwindelerregende Höhen zu treiben.

Auf diese Weise sind die Zentralbanken in den vergangenen Jahren zum Dreh- und Angelpunkt des Finanzsystems geworden. Sie allein entscheiden über die Zukunft der Märkte, und nicht wie früher das Wechselspiel von Angebot und Nachfrage auf der Grundlage realwirtschaftlicher Daten.

Doch das Ganze ist ein Spiel auf Zeit, denn so wie jedes Medikament beim Menschen unerwünschte Folgen hat, bleibt auch die Kombination von Gelddrucken und Zinssenkungen durch die Zentralbanken nicht ohne Nebenwirkungen auf das Finanzsystem: Beide Maßnahmen zusammen erhöhen die Risiken, da immer mehr spekuliert wird,

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Querfront der Gefühle

Querfront der Gefühle

09-02-18 09:48:00,

Redaktionelle Vorbemerkung: Wie fern, wie uneinnehmbar wirken die Festungen der Mainstream-Medienlandschaft aus junger Perspektive, wie durchgetaktet ihr redaktioneller Duktus. Gastbeitrag? Vielleicht nach drei Praktika! Doch in einer Demokratie sollten auch wir Jugendlichen ein Mitspracherecht haben. Der Rubikon setzt hierfür einen Grundstein. Unsere Jugendredaktion veröffentlicht daher in ihrer Kolumne „Junge Federn“ beständig Beiträge junger Autorinnen und Autoren, denen thematisch kaum Grenzen gesetzt sind. Wenn dich das anspricht, schreib uns gerne an: jugend@rubikon.news.

Friedensarbeit ist selbst für den sporadischen Friedensdemobesucher weiß Gott kein leichter Job. Wenn es auf den deutschen Straßen gerade nicht zum Bibbern kalt ist, verfügen in jeder deutschen Großstadt die Organisatoren der Friedensdemos über einen liebenswürdigen, aber hoffnungslos untalentierten Friedensmusiker, der in den Pausen zwischen den Redebeiträgen seine kakophonischen Klänge zum Besten gibt und damit den einen oder anderen Demonstranten in die Flucht schlägt. Hinzu kommen die Hosentaschen, die vor lauter Informationsmaterial und kommunistischer Broschüren – welche nie gelesen werden – beinah aus den Nähten platzen, sowie die Schilder und Banner über den Köpfen, die sowohl vom Inhalt wie auch vom Design in den 80ern konserviert wurden und heute genauso aussehen wie damals.

All das, um dann am darauffolgenden Tag resignierend feststellen zu müssen, dass die gesamten Strapazen im Grunde genommen keinerlei Auswirkungen auf das Weltgeschehen hatten.

Nicht selten geschieht es, dass man daraufhin der Straße frustriert den Rücken zuwendet und sich in Büchern und dem Cyberspace verliert. Das Friedensengagement erschöpft sich dann in der bloßen Informationsbeschaffung an dessen Trog das Ego gierig mitfrisst. Sich viele Informationen anzueignen mag durchaus gegen Propaganda immunisieren, aber wirklich geholfen ist damit noch lange keinem. Vielmehr kann man sich nach einer ausführlichen NachdenkSeiten-Lektüre oder einer Ausgabe „Me, Myself and Media“ in Spielfilmlänge dabei ertappen, wie man sich nun in der Rolle eines besonders Aufgeklärten und gut Informierten wähnt. Es ist eine Falle, in die man tappen kann, in der man sich suhlt, wie viel klüger man als „die Anderen“, die „Schlafschafe“, die „naiven Systemlinge“ doch nun sei. Ob nun im realen Leben oder in den Schützengräben der Kommentarspalten entsteht ein Disput, der sich nur noch um eines dreht:

Man kann mit dem Finger auf die NATO deuten, auf die Militärparaden am Roten Platz, doch vergessen wir leider nahezu immer die Kriegstreiber und Provokateure im eigenen Kopf.

Das Ego und der Neid sind zwei uns auf Schritt und Tritt folgende Begleiter,

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Finanzsystem: Ist die Aktienhausse jetzt vorbei? | www.konjunktion.info

Finanzsystem: Ist die Aktienhausse jetzt vorbei? | www.konjunktion.info

08-02-18 08:29:00,

Wer die “Börse um acht” als wichtige Informationsplattform erachtet, glaubt auch, dass Aktien und Aktienindices ein guter Indikator dafür sind, den Zustand einer Wirtschaft abzubilden bzw. darzustellen. Dabei gibt es wohl fast keinen schlechteren Indikator als die Börsen, weil sie ein extrem nachlaufender Indikator sind. Wenn Aktienmärkte einbrechen oder abstürzen, dann gab es bereits im Vorfeld – meist sogar über Jahre hinweg – entsprechende negative Signale anderer, weit wichtigerer Fundamentaldaten.

Ob wir es nun mögen oder nicht: es ist eine Tatsache, dass die Welt in psychologischer Hinsicht vom Verhalten der Akteure an den Aktienmärkten abhängig ist. Die arbeitende Masse leitet ihren eigenen ökonomischen Optimismus davon ab, wie der Dow Jones, der Dax oder der S&P 500 steht oder – bis zu einem gewissen Grad – wie die offiziellen, aber durchmanipulierten Arbeitslosenzahlen aussehen. Sobald Anleihen, Aktien zu fallen beginnen, schrecken die Menschen auf und haben plötzlich Angst und Bedenken, was die fiskalischen Gefahrenherde anbelangt – obwohl sie diese Angst und diese Bedenken eigentlich schon seit viel, viel längerer Zeit haben müssten.

Es mag einige Monate länger gedauert haben, als ich ursprünglich angenommen habe. Aber es scheint so zu sein, dass der “Moment der Enthüllung” nun gekommen ist. So wie ich es vor wenigen Tagen im Artikel Der globale Wahnsinn: Von Konfliktherden bis zum US-Dollar anklingen ließ. Innerhalb nur weniger Tage wurden die Gewinne des Aktienjahres 2018 pulverisiert. Die Frage lautet nun: ist das nur ein “Schluckauf” in einem seit Jahren befeuerten Bullenmarkt? Oder war das der “Anstich der größten Blase der Menschheitsgeschichte”?

Als ich vor den Wahlen 2016 in den USA Donald Trump als Gewinner sah, konnten mir nur sehr wenige folgen. Als ich davon schrieb, dass die Zentralbanken der Welt damit beginnen, den “Stecker des Lebenserhaltungssystems für die Aktienmärkte” zu ziehen, um es dann Trump in die Schuhe zu schieben, erntete ich viel Kritik. Und doch ist genau das alles eingetroffen. Die Fed hat ihre Programme der Zinserhöhungen und der Bilanzreduzierung fortgesetzt, was dazu führte, dass die Banken und Großkonzerne des “billigen Geldes” beraubt wurden, was wiederum dazu gedient hatte, jahrelange Aktienrückkäufe durchführen zu können. Ohne diesen konstanten und immer mehr um sich greifenden Fluss des Fiat-Geldes,

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Weltweit gebremste Freiheit

Weltweit gebremste Freiheit

08-02-18 06:24:00,

Weltkarte: Wikimedia / Public Domain. Quelle: Atlas der Zivilgesellschaft. Grafik: TP

Wo und warum Aktivisten gefährlich leben, erklärt der State Of Civil Society Report jetzt auch als “Atlas der Zivilgesellschaft”

Ein Index aus 195 untersuchten Staaten bietet Ernüchterung: Der State Of Civil Society Report 2017 beschreibt den Freiraum für zivilgesellschaftliches Engagement erdenweit. Allen Freiheitsliebenden verpasst er einen gehörigen Dämpfer. Der Bericht stuft nur einen winzigen Bruchteil der Staatengebilde (22 Staaten) als wirklich “offen” ein. Bei allen anderen Ländern hapert es offenbar an der Freiheit. Die Organisation Civicus, der Initiator des Reports, sieht sich selbst als Weltallianz der Zivilgesellschaften und koordiniert Anstrengungen auf globaler Ebene.

Im gerade vorgestellten Dossier werden die Länder in fünf Kategorien eingeteilt: closed / repressed / obstructed / narrowed / open. Mit dem Ergebnis: Nur zwei Prozent der Weltbevölkerung leben in Nationen, in denen sie ihre Grundrechte auf Meinungsäußerung, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit uneingeschränkt ausüben können. Mehr als die Hälfte der so Privilegierten soll in Deutschland leben, der Rest in Österreich, der Schweiz, Portugal, den baltischen Ländern, Norwegen, Finnland, Island und Irland. Deutschland wird so beschrieben:

Civic freedoms, including freedoms of association, peaceful assembly, and expression are widely respected in both law and practice in Germany. Civil society organisations can be formed and operate freely, most protests are peaceful and well-policed, while a vibrant media sector ensures there is a plurality of views in Germany’s public discourse. Recent political events, and the large numbers of refugees arriving in Germany in 2015 has led to an increase in hate speech, attacks on human rights defenders and others supporting refugees and some attacks by far-right groups on pro-refugee demonstrations.

Schwarze Schafe in der Überzahl

Anders ausgedrückt: Von etwa 7,4 Milliarden Menschen genießen lediglich rund 148 Millionen die Errungenschaften offener Zivilgesellschaften. Bei der Herausarbeitung der schwarzen Schafe trifft es aber keineswegs nur die “Anderen”, sondern auch die Europäer. So stuft Civicus zum Beispiel Frankreich und Großbritannien zusammen mit 62 weiteren nur unter “eingeengt” (narrowed) ein. Die beiden europäischen Musterschüler landen damit nur auf zweitbesten Plätzen, zusammen mit Trumps Imperium USA. Das kommt damit noch relativ gut davon.

Schlechter ergeht es Indien, Ungarn, Brasilien oder Peru. Bei ihnen reicht es nur für ein “beschränkt”

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Das Gruselkabinett aus Verlierern

Das Gruselkabinett aus Verlierern

08-02-18 06:09:00,

Grafik: TP

Der Untergang von Schulz, Merkel und der SPD – Ein Kommentar

Fast hätte man vergessen, dass wir seit September 2017 ohne Regierung dastehen. Vermisst hat sie sicherlich niemand und siehe an: das Land hat trotzdem funktioniert. Jetzt, nach vier Monaten und zwei Anläufen, soll die Regierungsbildung abgeschlossen sein. Da muss man neidlos anerkennen, dass manche weniger fortschrittliche Länder schneller zu Potte kommen. Wesentlich schneller einig waren sich Union, SPD, Grüne und FDP dafür bei der Erhöhung der Diäten im Dezember 2017. Aber Schwamm drüber.

Nun hat sich unsere politische Elite aus der vorherigen und eigentlich abgewählten Großen Koalition auf Teufel komm raus darauf geeinigt, sich an der Macht festzukrallen und eine zweite Auflage der unbeliebten GroKo zu schaffen. Grund hierfür ist auch die Angst vor Neuwahlen und einem weiteren Erstarken der AfD. Diese wird aber von einer Neufauflage der GroKo so oder so profitieren und unserer Ansicht nach die SPD in der Wählergunst überholen.

Wieder kommt zusammen, was nicht zusammengepasst hat, nicht zusammen sein will und vor allem nicht zusammengehört. Aber die macht- und selbstverliebten Hauptdarsteller Schulz, Merkel und Seehofer wollen um jeden Preis regieren. Und der Preis hierfür ist hoch – sehr hoch!

Schon die erste GroKo hat nichts Wichtiges initiiert und sich mit Nebenbaustellen intensiv beschäftigt. Auf der Strecke blieben das Land und essenzielle Themen wie Infrastruktur und Digitalisierung (wo wir im internationalen Vergleich auf dem absteigenden Ast sind).

Was erwartet man sich bitte schön von einer Fortsetzung? Wenn z.B. ein Film floppt, wird doch auch keine Fortsetzung gedreht, weil jeder weiß: Besser wird es nicht, weil die Story einfach schlecht ist.

Merkels Offenbarungseid und Schulz’ Inkompetenz

Ganz nach dem Merkel-Motto: “Wir schaffen das” hat man den Wählerwillen gekonnt ausgeblendet und gezeigt, was man vom Wahlergebnis und der Meinung der Bürger insgeheim hält. Die bitterere Erkenntnis ist jetzt schon: Es geht nicht um das Wohl der Menschen oder des Landes, sondern es geht vor allem um Macht, um Posten, um die Versorgung von altgedienten Merkelgetreuen, um Pensionen und Opportunismus.

Der Koalitionsvertrag und die Ministerienvergabe ist eine Bankrotterklärung unserer Politik und vor allem von Angela Merkel und der schwachen Führungsriege der CDU. Inhaltlich ist die CDU nicht definierbar – genauso wenig wie die SPD.

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GroKo-Propaganda. Von Oskar Lafontaine in Teil I. – In Teil II dann ein Kommentar von BILD und ein Hinweis der NachDenkSeiten auf verwendete Manipulationsmethoden. – www.NachDenkSeiten.de

GroKo-Propaganda. Von Oskar Lafontaine in Teil I. – In Teil II dann ein Kommentar von BILD und ein Hinweis der NachDenkSeiten auf verwendete Manipulationsmethoden. – www.NachDenkSeiten.de

08-02-18 01:38:00,

8. Februar 2018 um 14:24 Uhr | Verantwortlich:

GroKo-Propaganda. Von Oskar Lafontaine in Teil I. – In Teil II dann ein Kommentar von BILD und ein Hinweis der NachDenkSeiten auf verwendete Manipulationsmethoden.

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Bundesregierung, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Strategien der Meinungsmache

Teil I von Oskar Lafontaine: Die „Großkoalitionäre“ haben sich auf ein Papier und Posten geeinigt, jetzt läuft das große Werben um die Zustimmung der SPD-Mitglieder. Eine „sozialdemokratische Handschrift“ ist in der Koalitionsvereinbarung auch beim besten Willen nicht zu erkennen. Höhere Steuern für Superreiche und Großkonzerne wird es nicht geben, ebenso wenig eine Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen und eine Bürgerversicherung, in die alle einzahlen, also auch Selbständige, Beamte und Politiker. Albrecht Müller.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

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Die Zerstörung der gesetzlichen Rente wird nicht rückgängig gemacht, sachgrundlose Befristung und Leiharbeit werden nicht verboten, die Rutschbahn der Löhne nach unten namens Hartz IV bleibt bestehen, der gesetzliche Mindestlohn wird nicht auf ein Niveau erhöht, das im Berufsleben wie im Alter wirklich vor Armut schützt, millionenfache Altersarmut bleibt damit programmiert. Insgesamt haben sich CDU, CSU und SPD auf vier Jahre „weiter so“ verständigt.

Aber weil man mit „Weiter so“ die Gunst vieler Sozialdemokraten in der SPD nicht gewinnt, wird nun krampfhaft der Eindruck erweckt, die SPD habe sich durchgesetzt. „Bild“ führt diese Propaganda-Schlacht an:

„Um ihre Macht zu erhalten, hat sie (gemeint ist Angela Merkel) den Sozialdemokraten die wichtigsten Ministerien überlassen und damit die erste SPD-Regierung unter Führung einer CDU-Kanzlerin geschaffen.“

Auch die Wirtschaftsverbände machen bei diesem Schauspiel gerne mit – schließlich müssen sie ihre Pfründe sichern. Und so sagt der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Dieter Kempf, in der „Tagesschau“:

„Ich hoffe natürlich, dass die SPD-Basis zustimmt. Wenn wir unzufrieden sind vonseiten der Wirtschaft, dann müsste es eigentlich umgekehrt so sein, dass Teile der SPD zufrieden sind mit dem erreichten Kompromiss.“

Warum er hofft, dass die SPD-Basis einem Vertrag zustimmt, mit dem er doch eigentlich unzufrieden ist, sagt er lieber nicht.

Pflichtschuldigst applaudieren auch die Gewerkschaftsvorsitzenden.

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Der Blick in den Spiegel

Der Blick in den Spiegel

08-02-18 12:11:00,

Der Verbreitung von negativen Vorurteilen über Juden schenken Politik und Medien breite Beachtung. Gängiger Ausdruck, unter dem solche Vorurteile subsummiert werden, ist “Antisemitismus” – eine befremdliche Übernahme des positiv, selbstlobend gemeinten Begriffs, den sich die gutbürgerlichen deutschen Fremdenfeinde 1879 gaben, als der jüdische Auswandererstrom aus dem Zarenreich begann, und in dessen Namen die Nazis den industriellen Massenmord an den Juden Europas organisierten.

Der Bundestag beschloss im November 2008 und Dezember 2014 die Berufung jeweils eines Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus. Der dreihundert Seiten starke aktuelle Bericht des zweiten Expertenkreises vom April 2017 (1) enthält Empfehlungen, wie man dem Antisemitismus besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen könnte, unter anderem durch “ein regelmäßiges, vom Bund finanziertes Monitoring antisemitischer Einstellungen in Form einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung sowie qualitativer Studien unter Berücksichtigung besonderer Bevölkerungsgruppen” ((1), Seite 290).

Diese Empfehlung wird ausgesprochen, obwohl die Verbreitung negativer Vorurteile über Juden seit Jahrzehnten und zusätzlich nochmals in den letzten fünfzehn Jahren immer mehr zurückgegangen ist.

Für die letzten fünfzehn Jahre liegen sehr gut vergleichbare Daten vor, da immer die gleichen Fragebögen benutzt wurden: Solche Vorurteile wurden 2002 von ungefähr 10 Prozent der Befragten geteilt, 2016 nur noch von circa 5 Prozent ((1), Seite 62). Und auch der relativ hohe Ausgangswert von 10 Prozent von 2002 ist offenbar weit niedriger als die Zustimmungsquote zu Vorurteilen gegen Juden in der Weimarer Republik, im Dritten Reich und auch noch in der Nachkriegszeit: Laut Umfragen der US-Besatzungsmacht (zitiert in (2)) hatten noch 1946 mindestens 40 Prozent der deutschen Bevölkerung solche Vorurteile. Ein drastischer Rückgang dieser Vorurteile über die Jahrzehnte bestätigt sich auch beim Vergleich verschiedener Jahrgangsgruppen (von 1910 bis 1989) in einer 1996 und 2006 durchgeführten Umfrage mit über 5.000 Teilnehmern (3).

Trotzdem wird das Problem dieser Vorurteile weiter ernst genommen. Als neue Problemgruppe erscheint die muslimische Bevölkerung, dort insbesondere eingewanderte oder junge Personen ((1), Seite 290). In der Tat zeigte sich zum Beispiel bei einer neuen Studie aus Großbritannien (4), dass circa 13 Prozent der muslimischen Bevölkerung starke negative Vorurteile gegenüber Juden hatten, bedeutsam mehr als in der allgemeinen Bevölkerung (circa 3 Prozent).

In den Augen der Politik gilt also besondere Wachsamkeit gegenüber Vorurteilen gegen Juden, unter anderem auch insbesondere bei jungen Moslems (5). Verwirrend sind aber Ereignisse wie dieses:

“Eine jüdische Frau und ihre Mutter wurden in der New Yorker U-Bahnstation Forest Hills von einem 40-jährigen Mann verprügelt,

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Sozial in die Zukunft

Sozial in die Zukunft

08-02-18 12:05:00,

Redaktionelle Vorbemerkung: Wie fern, wie uneinnehmbar wirken die Festungen der Mainstream-Medienlandschaft aus junger Perspektive, wie durchgetaktet ihr redaktioneller Duktus. Gastbeitrag? Vielleicht nach drei Praktika! Doch in einer Demokratie sollten auch wir Jugendlichen ein Mitspracherecht haben. Der Rubikon setzt hierfür einen Grundstein. Unsere Jugendredaktion veröffentlicht daher in ihrer Kolumne „Junge Federn“ beständig Beiträge junger Autorinnen und Autoren, denen thematisch kaum Grenzen gesetzt sind. Wenn dich das anspricht, schreib uns gerne an: jugend@rubikon.news.

Wenn man an soziale Netzwerke denkt, kommen einem nicht gerade Aktivismus und Weltverbesserung in den Sinn. Zwischen Katzenvideos und Bildern von Lebensmitteln fällt es schwer, noch Zeit zu finden und sich für ein besseres Leben einzusetzen. Da erschöpft sich die Anteilnahme höchstens im Betätigen des „Gefällt mir“ Buttons, sobald einer dieser doch eher nervigen, kritischen Freunde einen interessanten, an den Grundsätzen unserer bräsigen Konsumgesellschaft rüttelnden Beitrag teilt. Doch auch der kritische Freund steht dem Bienensterben, Klimawandel, Krieg, Armut, Hunger und anderem Elend dieser Welt zumeist ratlos gegenüber. Also hofft er, mit dem bloßen Teilen des Beitrages ein Stück zur Veränderung beizutragen, eine illusorische Hoffnung, die sich in den seltensten Fällen erfüllt. Doch wie sonst soll man sich einbringen, in die öffentliche Diskussion, wie sonst zu Veränderungen beitragen? Der übliche Nutzer sozialer Netzwerke hat vielleicht viel Anteilnahme zu bieten und auch den abstrakten Willen, sich einzubringen, weiß aber zumeist nicht, wie er das anstellen soll.

Abhilfe schaffen will nun ein soziales Netzwerk neuer Art. Human Connection wurde von Dennis Hack gegründet, dem Inhaber einer Firma, die Trampoline für den internationalen Wettbewerbssport produziert. Dort, so sagt er in seinem Vorstellungsvideo, hat er gesehen, wie friedlicher und fairer Wettbewerb aussieht. Das brachte ihn auf die Idee für ein soziales, gemeinnütziges Netzwerk, das nicht vom Verkauf der Nutzerdaten lebt, aber dennoch kostenlos und ohne Werbung nutzbar ist. Auf diesem Netzwerk sollen sich interessierte Menschen und Organisationen mit Gleichgesinnten treffen, um Gutes zu tun.

Geteilte Beiträge behandeln dann nicht Katzenvideos, Urlaubsfotos oder sonstige Belanglosigkeiten, sondern beschäftigen sich mit politischen, gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Themen und werden dabei von den Nutzern selbst moderiert. Auf Wunsch können die Nutzer Themen verfolgen und weitere Informationen darüber erhalten, übersichtlich zusammengestellt, wie in einem Nachrichtennetzwerk. Doch da Human Connection die Menschen dem Namen nach verbinden soll, steht man am Ende nicht allein und erschlagen vor einem Berg niederschmetternder Informationen.

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Die Türkische Militäroffensive in Afrin und die Rolle der NATO, Russlands & der BRD | Mit Kerem Schamberger

Die Türkische Militäroffensive in Afrin und die Rolle der NATO, Russlands & der BRD | Mit Kerem Schamberger

08-02-18 12:01:00,

Die Türkische Militäroffensive in Afrin und die Rolle der NATO, Russlands & der BRD | Mit Kerem Schamberger

In diesem Video spricht Aktivist und Kommunikationswissenschaftler Kerem Schamberger   über die türkische Militäroffensive „Operation Olivenzweig“ in Nordsyrien. Er erläutert Gründe für den Einsatz sowie dessen Auswirkungen auf die vor Ort lebenden Menschen. Außerdem sprechen wir mit ihm über die Rolle Russlands, der NATO und der deutschen Bundesregierung und darüber was Menschen in Deutschland unternehmen können um dort zum Frieden beizutragen.

VIDEO: Die Türkische Militäroffensive in Afrin und die Rolle der NATO, Russlands & der BRD

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ÜBER KEREM SCHAMBERGER

Profil-Kerem-Schamberger-1024x575Kerem Schamberger ist Kommunikationswissenschaftler an der Ludwig-Maximilians-Universität München und stellvertretender Vorsitzender des Instituts für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung isw e.V. Schamberger engagiert sich unter anderem im Verein marxistische linke, ist Mitglied der Roten Hilfe und unterstützt den Verband der Studierenden aus Kurdistan YXK.

Quellenhinweis – Beitragsbild:

Link: Sınıra Askeri Araç Sevkiyatı Devam Ediyor VOA Türkçe

Quellenhinweise – YouTube & Facebook Video : „Die Türkische Militäroffensive in Afrin und die Rolle der NATO, Russlands & der BRD | Mit Kerem Schamberger“:

  • www.unric.org (26.06.1945) – „Charta der Vereinten Nationen und Statut des Internationalen Gerichtshofs“ –  https://www.unric.org/html/german/pdf/charta.pdf – Quelle: United Nations
  • en.wikipedia.org (21.01.18) – „File:Operation Olive Branch.svg“ – https://en.wikipedia.org/wiki/File:Operation_Olive_Branch.svg – Autor: MrPenguin20
  • www.youtube.com (20.01.18) – „Turkey launches Afrin offensive against Syria’s YPG“ –  https://www.youtube.com/watch?v=i5MzVFa5L_g – Quelle: Al Jazeera English
  • www.youtube.com (22.01.18) – „Turkey intensifies Afrin offensive against US-backed YPG“ –  https://www.youtube.com/watch?v=7MoB2jr116k – Quelle: Al Jazeera English
  • commons.wikimedia.org (10.08.2012) – „File:Syria, administrative divisions – de – colored.svg“ – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Syria,_administrative_divisions_-_de_-_colored.svg – Autor: TUBS
  • www.spiegel.de (27.12.17) – „Russland liefert Raketenabwehrsystem an Türkei“ – http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-russland-liefert-raketenabwehrsystem-s-400-a-1185168.html – Quelle: Spiegel Online
  • www.nato.int (2018) – „NATO on the Map” , https://www.nato.int/nato-on-the-map/#lat=58.14727239978127&lon=-18.837406423090897&zoom=0&layer-1 – Quelle: NATO
  • www.youtube.com (23.01.2016) – „U.S. MARINES IN IRAQ. REAL COMBAT – HEAVY CLASHES | WAR IN IRAQ“ –  https://www.youtube.com/watch?v=Movod0d-Ruo – Quelle: War Clashes YouTube Kanal
  • www.youtube.com (16.11.2017) – „Yemen: Millions of children and families are on the brink of starvation | UNICEF” , 

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Gabriele Krone-Schmalz: „Es ist höchste Zeit für eine neue Entspannungspolitik“ – www.NachDenkSeiten.de

Gabriele Krone-Schmalz: „Es ist höchste Zeit für eine neue Entspannungspolitik“ – www.NachDenkSeiten.de

08-02-18 11:59:00,

8. Februar 2018 um 11:11 Uhr | Verantwortlich:

Gabriele Krone-Schmalz: „Es ist höchste Zeit für eine neue Entspannungspolitik“

Veröffentlicht in: Aktuelles, Außen- und Sicherheitspolitik, Audio-Podcast, Interviews, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Medienkritik

Medial „geschlachtet“ wird, wer sich für ein differenziertes Russlandbild einsetzt. Diese Beobachtung hat die ehemalige Russland-Korrespondentin der ARD, Gabriele Krone-Schmalz gemacht. Im Interview mit den NachDenkSeiten sagt Krone-Schmalz, mittlerweile seien geradezu hysterische Zustände zu erkennen, wenn es darum gehe, sich der Dämonisierung Russlands entgegenzustellen. In den USA sei es mittlerweile so schlimm, dass „jeder Kontakt“ zu Russland sofort unter einen „Generalverdacht“ gestellt werde. „Die McCarthy-Ära lässt grüßen“, sagt Krone-Schmalz. Ein Interview über die angeschlagenen Beziehungen zu Russland, Schieflagen in der journalistischen Berichterstattung und die Möglichkeiten, die zu einer Verbesserung des Verhältnisses zwischen Deutschland und Russland führen könnten. Ein Interview von Marcus Klöckner.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

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Frau Krone-Schmalz, das Verhältnis zwischen Russland und dem Westen ist seit geraumer Zeit alles andere als gut. Was läuft hier falsch?

Eine ganze Menge. Die vorherrschende Meinung ist, dass nur Russland dafür Verantwortung trägt: etwa durch die Unterstützung des Assad-Regimes, die Intervention in der Ukraine, die Angliederung der Krim oder die Modernisierung seiner Streitkräfte.

Gut, so ist es immer wieder in den Medien zu hören.

Ja, aber die Sache ist komplizierter. Denn diese Sichtweise unterschlägt den westlichen Anteil an der Eskalation, und das ist entscheidend für die Frage, welche Politik gegenüber Russland betrieben werden soll.

Würden Sie das bitte näher erläutern?

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion sind russische Interessen immer wieder entweder nicht ernstgenommen oder gleich als illegitim beiseitegeschoben worden und man hat Wladimir Putin in seiner ersten Amtszeit mit seinen Versuchen auflaufen lassen, die Verbindungen mit dem Westen zu stärken. Gleichzeitig hat die NATO ihre Politik durchgezogen, wobei Deutschland immer wieder mäßigend gewirkt hat – sehr zum Ärger Washingtons und seiner osteuropäischen Verbündeten. Die NATO-Osterweiterung war und ist eine schwere Belastung des Verhältnisses zu Russland, und dasselbe gilt für das Raketenabwehrsystem in Polen und Rumänien,

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Ein Sieg der Seeheimer und Seehofers aller Parteien

Ein Sieg der Seeheimer und Seehofers aller Parteien

07-02-18 05:16:00,

  1. Ein Sieg der Seeheimer und Seehofers aller Parteien

  2. Der Streit um Syriza in der Europäischen Linken


  3. Auf einer Seite lesen

Scholz, Schulz, Seehofer sind austauschbar und in welchen Parteien sie Karriere machen, ist es auch

Über mehrere Tage wurden die Gespräche für eine neue Regierung aus den Unionsparteien und der SPD so inszeniert, als ginge es dabei um entscheidende Weichenstellungen und ein Großteil der Medien spielte mit. Statt kritischer Aufklärung übten sie sich in Mystifizierungen aller Art.

Das beginnt schon damit, dass immer noch die Falschbehauptung von der “großen Koalition” durch die Medien geistert, dabei hat sich hier nur ein Bürgerblock aus Konservativen und Sozialdemokraten getroffen, der rechnerisch noch eine Parlamentsmehrheit hat. Selbst die wäre nach den jüngsten Umfragen gefährdet. Das hat sicherlich mit zur jetzigen Einigung beigetragen.

Doch im Grunde war schon lange klar, dass an inhaltlichen Fragen die Zusammenarbeit nicht scheitern wird. Da wird jede Seite kreativ auslegen, dass sie das Beste für ihre Klientel rausgeholt hat und der Rest wandert in Ausschüsse, wie es bei strittigen Themen im Gesundheitswesen geschehen ist. Doch eine Bürgerversicherung stand sowieso nicht zur Debatte.

Von den Medien hochgejazzte Themen

Auch die in den Medien so hochgejazzte Debatte um den Familienzuzug von Migranten spielte nur in einer bestimmten politischen Blase eine entscheidende Rolle. Da wird auch oft mit viel Moral argumentiert. Es geht natürlich vor allem darum, dass in Zeiten von prognostizierten massiven Einbrüchen bei den Arbeitskräften Nachwuchs aus dem Ausland dringend herangezogen werden und für ihre Aufgabe in der deutschen Wirtschaft konditioniert werden muss.

Die Interessenvertreter dieser Kapitalfraktionen sitzen in Deutschland eher bei den Grünen und nur zu einem sehr geringen Teil bei Union und SPD. Deshalb spielte das Thema bei den Koalitionsverhandlungen ein untergeordnetes Thema und wurde schon vor einer Woche schnell abgeräumt.

Da war es dann auch nicht verwunderlich, dass sich dann sowohl der SPD-Vorsitzende als auch die CSU als Sieger in diesem Streit gerieren konnten. Das ist auch gar kein Widerspruch, wenn man die moralinsaure Ummantelung mal beiseite schiebt und die ökonomischen Interessen wahrnimmt. Auch die CSU-Klientel weiß, dass jenseits ihrer Deutschland-Zuerst-Parolen die Wirtschaft perspektivisch auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen ist.

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Kleinste Plastikteilchen könnten global terrestrische Ökosysteme negativ verändern

Kleinste Plastikteilchen könnten global terrestrische Ökosysteme negativ verändern

07-02-18 05:15:00,

Polyacrylfasern im Erdreich. Bild: Anderson Abel de Souza Machado

Nicht nur die Meere und Gewässer sind von teils toxisch wirkenden Mikroplastikteilchen kontaminiert, sondern wahrscheinlich in weit höherem Maße auch die Böden – und über die Nahrung nehmen die Menschen sie auf

In den Meeren sammelt sich das moderne Wundermaterial Plastik zu riesigen Inseln an, rieselt in Form von Mikroplastik auf den Meeresboden, Tiere nehmen diese mitsamt den Giftstoffen auf, so dass sie letztlich auch wieder im menschlichen Körper landen (Müllhalde Ozean). Und es wird immer schlimmer. Weltweit wurden 2016 335 Millionen Tonnen Plastik produziert. Ohne Plastik würde die Landwirtschaft nicht mehr funktionieren, ganze Regionen verschwinden unter einem Plastikmeer, das sich entsprechend auf dem Land und im Grundwasser verbreitet (“Europas größter Wintergarten” aus dem Weltall gesehen).

In jedem Lebensmittelladen, auch in Bio-Läden, ist Plastik allgegenwärtig, auch wenn nun eher symbolisch zum Einpacken auch Papiertüten angeboten werden. In den Haushalten, in der Technik und in der Industrie ist Plastik allgegenwärtig. Mehr als 8 Milliarden Tonnen Plastik wurden weltweit in 60 Jahren hergestellt, fast 5 Milliarden Tonnen sind bislang in der Umwelt oder auf Müllhalden gelandet (Milliarden Tonnen an biologisch nicht abbaubaren Plastikmüll haben sich in der Umwelt angesammelt).

Das Problem ist lange bekannt. So einfach Plastik zu produzieren und so praktisch es ist, so problematisch ist es auch, weil es in der Regel nicht biologisch abbaubar ist, sondern zerfällt und sich dann auch in Form von Mikropartikeln überall in der Umwelt und in den Körpern ablagert. Dass das Problem sich keineswegs nur auf die Meere und Binnengewässer erstreckt, sondern auch auf die Böden, haben nun Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und der FU Berlin in einer Studie in ihrer Studie hervorgehoben, die in der Zeitschrift Global Change Biology erschienen ist. Bislang wurde dies nur wenig beachtet.

Lehmiger Sandboden. Bild: Abel de Souza Machado

Die Wissenschaftler haben Studien über die Auswirkungen von Mikroplastik (Partikel kleiner als 5mm) auf terrestrische Ökosysteme ausgewertet. Es zeigt sich, dass Plastikpartikel, die durch den Zerfall größerer Teile entstehen, weltweit praktisch überall vorhanden sind. Offenbar überziehen wir die Welt in einem planetaren Versuch mit Plastik.

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Ein Regierungspräsident i. R. versucht den Ruf unseres Landes zu heilen – mit einem sehr guten Brief nach Wolgograd – www.NachDenkSeiten.de

Ein Regierungspräsident i. R. versucht den Ruf unseres Landes zu heilen – mit einem sehr guten Brief nach Wolgograd – www.NachDenkSeiten.de

07-02-18 05:07:00,

7. Februar 2018 um 8:00 Uhr | Verantwortlich:

Ein Regierungspräsident i. R. versucht den Ruf unseres Landes zu heilen – mit einem sehr guten Brief nach Wolgograd

Veröffentlicht in: Aktuelles, Audio-Podcast, Friedenspolitik, Gedenktage/Jahrestage

Die meisten NachDenkSeiten-Leserinnen und Leser werden davon unterrichtet sein, dass unsere amtierende Regierung und der Bundespräsident ausgesprochen schäbig mit dem Gedenken an das Ende der Schlacht um Stalingrad und die vielen Opfern, Russen wie Deutsche und Menschen aus anderen Völkern umgegangen sind. Zum 75. Jahrestag am 2. Februar ist kein offizieller deutscher Vertreter in Wolgograd erschienen. Erstaunlich viele deutsche Medien haben sich über die Gedenkfeiern in Russland eher mit Spott als mit Sympathie und Trauer hergemacht. Der frühere Regierungspräsident von Braunschweig Karl-Wilhelm Lange, lange auch Präsident des Volksbundes deutscher Kriegsgräberfürsorge, hat an die ihm aus der Zusammenarbeit bekannte Museumsdirektorin Valentina Sorokoletova einen Brief geschrieben, den zu lesen und zu verbreiten wirklich lohnt. Albrecht Müller.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Podcast: Play in new window | Download

Karl-Wilhelm Lange – Beethovenstraße 25 – 34346 Hann. Münden – 3. Februar 2018

Regierungspräsident i.R.

Wolga-Don-Kanal-Museum

Frau Museumsdirektorin

Valentina Sorokoletova

Volgograd. Russia 400082

Liebe Valentina,

heute vor 75 Jahren kapitulierten die Reste der 6.Armee unter General Paulus in Stalingrad nach monatelangen schweren Kämpfen, bei denen auf beiden Seiten fast 500.000 Soldaten, Zivilisten – auch viele Kinder unter ihnen – ihr Leben verloren. Ich wäre heute gern bei Euch, unter den Zehntausenden gewesen, die sich zum Trauern und Gedenken in Wolgograd versammelt haben. Denn ich weiß um die Gefühle der Veteranen und Veteraninnen, die an diesem Tage nicht nur einen Sieg über die deutschen Aggressoren feiern, sondern sich auch an das Leiden, an das Sterben und den Tod erinnern, der keinen Unterschied machte zwischen Soldaten und Zivilisten, zwischen Frauen und Kindern und auch nicht zwischen Russen und Deutschen.

Du hast zahlreiche Briefe der jungen deutschen Soldaten aus dem Wolgograder Militärmuseum veröffentlicht, die ihren sicheren Tod vor Augen einen letzten Gruß an ihre Mutter richteten, Briefe die die Heimat nicht mehr erreichten.

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Die Max Frisch-Identität

Die Max Frisch-Identität

07-02-18 05:04:00,

Der Schweizer Literat arbeitete für die CIA, ohne es zu wissen

Gegen Ende seines Lebens befasste sich Max Frisch intensiv mit dem Schweizer Inlandsgeheimdienst. In der sogenannten Fichen-Affäre war 1990 bekannt geworden, dass der Schweizer Staat seinen berühmten Dichter von 1948 an 42 Jahre überwacht hatte. In seinem unvollendeten Werk Ignoranz als Staatsschutz? rechnete Frisch spöttisch mit der eidgenössischen Spitzelei ab. Allerdings lagen die Schweizer Geheimen nicht völlig falsch, denn tatsächlich war Frisch ein Geheimagent – allerdings einer, dem seine Rolle auf dem politischen Schachbrett offenbar gar nicht bewusst war.

Dieser Tage beleuchtet die Schweizer Presse das Wirken der CIA, die in den 1950er Jahren westliche Künstler förderte, solange solche sich nicht dem Kommunismus zuwandten. Auch Max Frisch kam 1951 in den Genuss eines Stipendiums der Rockefeller-Stiftung, die ihm ein Jahr in den USA ermöglichte. Die Rockefellers kooperierten aufs Engste mit der CIA.

Der mächtige Strippenzieher und späterer CIA-Direktor Allen Dulles war zeitlebens zugleich auch Rechtsanwalt des Rockefeller-Konzerns, dem der US-Geheimdienst die Voraussetzungen für Schürfrechte im Ausland besorgte. Die Rockefellers wiederum finanzierten der CIA u.a. das unheimliche MKUltra-Programm, bei dem man Menschen nicht mit Lügen, sondern mit medizinischer Gehirnwäsche in willenlose Geheimagenten verwandeln wollte. Nelson Rockefeller vertuschte als Vizepräsident die Verbrechen seiner Handlanger (Zensierter Bericht über CIA-Morde von 1975).

Das wohl effizienteste Instrument der CIA war die politische Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch Export von Kultur wie Jazz und Spielfilmen, die für ein positives Verhältnis zur atombombenwerfenden Supermacht sorgten. Bewährt hatte sich dieses Konzept bereits bei den Rockefellers persönlich, die vormals die verhasstesten Personen der USA waren, bis die Rockefeller-Stiftung die intriganten Milliardäre als noble Philanthropen erscheinen ließ. Bekannteste antikommunistische Tarnorganisation war der in Paris angesiedelte Kongress für kulturelle Freiheit, wo man auch Linksintellektuelle einsammelte. Die vom Geheimdienst geförderten Künstler glaubten bis 1967, das Geld stamme von der US-Gewerkschaft American Federation of Labor.

Wie nun der Schweizer Tagesanzeiger berichtet, investierte die CIA auch in Max Frisch. Der Harvard-Professor Henry Kissinger empfing häufig deutschsprachige Autoren und Lektoren wie etwa Martin Walser und Siegfried Unseld zum Sommer-Seminar. Frischs Kontaktperson bei der Rockefeller-Stiftung Charles B. Fahs war sogar ein ehemaliger Agent des CIA-Vorläufers OSS. Fahs versuchte, Frisch zur Gründung einer politischen Zeitschrift zu bewegen.

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Der Westen tötet im Orient 329 Menschen. Jeden Tag. Seit 27 Jahren. – JusticeNow!

Der Westen tötet im Orient 329 Menschen. Jeden Tag. Seit 27 Jahren. – JusticeNow!

07-02-18 03:38:00,

Durch Krieg und genozidale Sanktionen tötete der Westen im Irak, Afghanistan, Libyen, Somalia, Jemen und Pakistan in den letzten 27 Jahren 3.303.287 Menschen – im Schnitt 329 jeden Tag.

Das ist der deprimierendste Artikel, den ich je geschrieben habe. Als Naturwissenschaftler ist es meine Aufgabe, Dinge auszurechnen. An der Uni lernte ich, dies auf professionelle Weise zu tun. Doch die Reaktionskinetik enzymatischer Prozesse zu berechnen, ist das Eine – tote Menschen bis in den Himmel hochzuaddieren, das Andere. Dieser Text soll dazu beitragen, die Blasen, in denen wir leben, zum Platzen zu bringen. Er soll die fest zugekniffenen Augen für das Leid anderer Menschen öffnen.

Im Iran-Irak-Krieg (Erster Golfkrieg) zwischen 1980 und 1988 war Saddam Hussein ein enger Verbündeter des Westens, auch noch nach seinem Genozid an den Kurden im Nordirak mit Giftgas made in Germany. Als er im Anschluss jedoch das ölreiche Kuwait überfiel, wurde er zur Persona non grata und provozierte eine massive Bombenkampagne der USA, die in 43 Tagen insgesamt 110.000 Luftschläge gegen den Irak flog und im großen Stile zivile Infrastruktur vernichtete: die Operation Desert Storm, der Zweite Golfkrieg. Im opferreichsten Einzelangriff der modernen Luftkriegsführung warfen in der Nacht zum 13. Februar 1991 US-Tarnkappenbomber zwei lasergelenkte ‘smart bombs‘ auf einen Schutzbunker in Bagdad ab und töteten 408 Zivilisten, die im Flammeninferno verbrannten.

Die US-Regierung weigerte sich, die Opferstatistiken des Golfkriegs zu recherchieren. „Wir haben keine Möglichkeit, die genauen Opferzahlen zu ermitteln,“ erklärte der damalige Verteidigungsminister Dick Cheney nach dem Krieg, „wir werden es vielleicht nie erfahren.“ Die junge Bevölkerungswissenschaftlerin Beth Osborne Daponte von der University of Chicago erarbeitete für die US-Zensusbehörde jedoch ebendiese Zahlen – und wurde für ihre Ergebnisse schließlich aus dem Staatsdienst gefeuert. In ihrer soliden wissenschaftlichen Studie wertete Daponte unter anderem Daten von UNICEF, des US-Außenministeriums und der Harvard University aus und kam zu dem Ergebnis, dass durch direkte und indirekte Kriegsfolgen des US-Bombardements 205.500 Menschen getötet wurden, 74.000 Kinder darunter. Der UK Medical Educational Trust errechnete nahezu dieselbe Zahl.

Als Strafmaßnahme für Saddams Überfall auf Kuwait wurde gegen den Irak ein nahezu absolutes Finanz- und Handelsembargo erlassen, welches in seiner Brutalität ungekannt in der modernen Geschichtsschreibung war und von August 1990 bis zum Sturze Saddams im Mai 2003 das Land buchstäblich ausbluten ließ und Hunderttausende Menschen tötete.

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Die AfD und ihre unfreiwilligen Helfer. Von Oskar Lafontaine. – www.NachDenkSeiten.de

Die AfD und ihre unfreiwilligen Helfer. Von Oskar Lafontaine. – www.NachDenkSeiten.de

06-02-18 11:03:00,

6. Februar 2018 um 14:26 Uhr | Verantwortlich:

Die AfD und ihre unfreiwilligen Helfer. Von Oskar Lafontaine.

Veröffentlicht in: AfD, Strategien der Meinungsmache

In einem beachtenswerten Kommentar hat Jakob Augstein unter der Überschrift „Die AfD und der nationale Sozialismus“ geschrieben: „Die AfD dürfte künftig auf einen Politikmix setzen, der in der deutschen Geschichte schon einmal furchtbar erfolgreich war: Rassismus plus Sozialstaat. Dann droht der Aufstieg der Rechten zur Massenbewegung.“ Zwar ist noch nicht ausgemacht, ob der Höcke-Flügel die Neoliberalen – an ihrer Spitze das Mitglied der Hayek-Gesellschaft Alice Weidel – verdrängen kann. Aber dass dieses Szenario Wirklichkeit werden kann, kann man nicht mehr übersehen.

Weiter heißt es: Es war die „Vernachlässigung der Wirklichkeit, mit der die liberalen Eliten den Rechten in der Vergangenheit Raum zum Wachstum gelassen haben.“

Noch mehr als die liberalen Eliten haben führende Politiker linker Parteien, allen voran die Sozialdemokraten, der AfD den Raum zum Wachstum gelassen. Zu Recht weist Augstein darauf hin, dass 15 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder, in Ostdeutschland 22 Prozent, bei der letzten Bundestagswahl für die AfD gestimmt haben.

Die „Export“-Gewerkschaften wollen Arbeitsplätze in Deutschland schaffen oder erhalten und drücken deshalb beim Lohndumping und der Prekarisierung der Arbeit schon mal ein Auge zu. Gewerkschaftsmitglieder wollen aber feste Arbeitsplätze, die gut bezahlt sind. Politiker linker Parteien, die das Credo des Neoliberalismus, offene Grenzen für Waren, Geld und billigere Arbeitskräfte nachbeten, übersehen, dass diese “schöne neue Welt” zwar wohlsituierte Besserverdienende begeistern kann, bei Millionen schlecht bezahlten Arbeitnehmern in unsicheren Arbeitsverhältnissen und Rentnern mit Minijobs aber nur auf Verständnislosigkeit und Ablehnung stößt. Spätestens dann, wenn die Konkurrenz um schlecht bezahlte Arbeitsplätze und preiswerte Wohnungen geleugnet wird, fühlen sich diese Menschen nicht mehr vertreten.

Kann die politische Linke den Aufstieg der Rechten noch verhindern? Ja, wenn sie aufhört, Menschen, die Existenzängste und Sorge vor sozialem Abstieg haben, als Rassisten zu beschimpfen. Wenn sie lernt, dass Flüchtlings-Solidarität zu allererst dazu verpflichtet, den Ärmsten zu helfen – dass man also mit einer Milliarde Euro das Leid von ungleich mehr Menschen in den Lagern und Hungergebieten lindern kann (wozu die Migrationsforschung rät), als durch die Aufnahme und Betreuung in den Industriestaaten – dass man selbst die Milliarden, die der Staat durch die Besteuerung des ungerechtfertigten Reichtums einnehmen könnte,

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Der Mensch ist das größte Geheimnis

Der Mensch ist das größte Geheimnis

06-02-18 10:55:00,

Von Maik Hosang

 

Grund dieser jahrzehntelangen Verdrängung – denn bis Mitte des 20. Jahrhunderts war er bekannter als heute – ist letztlich Böhmes „Ganzheitlichkeit“ oder „Integralität“, welche sich mit den Normen moderner instrumenteller Wissenschaft nicht fassen lässt. Gelingt es dieser neuen Ausstellung und Buchveröffentlichung, Böhme wieder lebendiger werden zu lassen?

Ja und Nein. Ja, weil Buch und Ausstellung einen so noch nicht dagewesenen Gesamtblick zu Böhme bieten. Das Grundgerüst dazu bilden sieben Begriffe, die – nach Meinung der Macher – zentral für Böhme waren: Natur, Finsternis, Schöpfung, Kosmos, Wiedergeburt, Licht und Freiheit. Nein, weil trotz aller scheinbaren Ganzheitlichkeit doch wiederum vorwiegend ein religiös-mystischer Blick auf Böhme geworfen wird. Dies zeigt sich bereits an der Auswahl der sieben Begriffe. Um dieser mystizistischen Sicht auf Böhme etwas entgegenzusetzen, hatte ich bereits vor Jahren im Wikipedia-Eintrag zu Böhme das zu viele Gerede um seine Gottesbegriffe durch seine beiden zentralen Kategorien „Freiheit“ und „Sophia als weibliche Weisheit“ ergänzen wollen. Die Freiheit hat man immerhin in den Text aufgenommen, die „weibliche“ Weisheit nicht. Und wenn man schon zentrale Begriffe bei Böhme herauskristallisiert, dann hätte man für ein modernes Verständnis statt „Finsternis“ und „Licht“ in heutiger Zeit doch besser „Mensch“ und „Liebe“ – die für ihn letztlich wesentlicher sind – nehmen sollen.

Wer ein erstes gutes Bild über Böhme mitsamt seiner Wirkung auf Kultur und Kunst bekommen will, dem seien das neue Buch und auch die Ausstellung dennoch empfohlen. Wer noch mehr von Böhme verstehen will, ergänze dies jedoch um die den Geist Böhmes noch besser treffende philosophische Romanbiografie, welche die Griechin Edith Mikeleitis bereits vor rund 50 Jahren veröffentlichte. Aus diesem ist auch die Überschrift dieses Textes entnommen. Man findet dieses einst sehr populäre Buch z.B. digital hier.

 

Alles in Allem. Die Gedankenwelt des mystischen Philosophen Jacob Böhme. Denken · Kontext · Wirkung Herausgeber: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Claudia Brink, Lucinda Martin, 196 Seiten, 124 farbige Abb., Sandstein Verlag 2017, € 18,- ISBN 978-3-95498-328-5. Auch als Bundle mit Textband für € 35,-

 

Dr. Maik Hosang ist ist Philosoph, Zukunftsforscher und Sozialökologe und lebt in der Nähe von Görlitz.

 

 

 

 

 
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Die Münchner Sicherheitskonferenz & soziale Sicherheit | Mit Michaela Amiri

Die Münchner Sicherheitskonferenz & soziale Sicherheit | Mit Michaela Amiri

06-02-18 10:35:00,

Die Münchner Sicherheitskonferenz & soziale Sicherheit | Mit Michaela Amiri

In diesem Interview zum Thema soziale Sicherheit sprechen wir mit Michaela Amiri, politische Aktivistin, Ratsmitglied von Attac Deutschland als Vertreterin der Bundesarbeitsgruppe ArbeitFairTeilen und Mitorganisatorin des Aktionsbündnis gegen die NATO-Sicherheitskonferenz, die am 17.02.18 stattfindet.

Um weitere Interview-Videos mit den Organisatoren der Demonstration gegen die Münchener Sicherheitskonferenz zu sehen, klicken Sie hier.

VIDEO: Die Münchner Sicherheitskonferenz & soziale Sicherheit

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ÜBER MICHAELA AMIRI

Michaela Amiri (45) aus München ist politische Aktivistin, Mitglied im Rat von Attac Deutschland als Vertreterin der Bundesarbeitsgruppe ArbeitFairTeilen, Mitglied von Attac München, ver.di und der Linken und eine der Organisatoren/innen im Aktionsbündnis gegen die NATO-Sicherheitskonferenz (MSC, ehemals Wehrkundetagung), wo sie u.a. auch im Redaktionsteam tätig ist.

Quellenhinweis – Beitragsbild:

Link: https://cdn.pixabay.com/photo/2015/01/09/05/57/poverty-593754_960_720.jpg

Quellenhinweise – YouTube & Facebook Video : „Die Münchner Sicherheitskonferenz & soziale Sicherheit | Mit Michaela Amiri“:

  • www.antisiko.de (2017) – „Unterstützt uns!“ –  http://www.antisiko.de/unterstuetzt-uns/ – Quelle: AntiSiko
  • www.muenchen.paxchristi.de/ (2017) – „pax christi“ – http://www.muenchen.paxchristi.de/ – Quelle: pax christi
  • www.bmvg.de (2017) – „Entwicklung und Struktur des Verteidigungshaushalts“ – https://www.bmvg.de/de/themen/verteidigungshaushalt/entwicklung-und-struktur-des-verteidigungshaushalts – Quelle: Bundesministerium der Verteidigung
  • www.tafel.de (2017) – „Zahlen & Fakten“ – https://www.tafel.de/ueber-uns/die-tafeln/zahlen-fakten/ – Quelle: Tafel Deutschland e.V.
  • www.einsatz.bundeswehr.de (Januar 2018) – „Weltkarte mit den Einsätzen der bundeswehr” , http://www.einsatz.bundeswehr.de/resource/resource/NmU3NTZjNmMzMzMxMzkzMDMwMzAzMDMwMzAzMDMwMzAzMDMwMzAzMDZhNjM2YTMyNzc2ZDZlNmUyMDIwMjAyMDIw/Karte_Eins%C3%A4tze_JAN18-1_popup.jpg – Quelle: UNICEF
  • www.aufschrei-waffenhandel.de (2017) – „Bayern / Rüstungsregion München“ –http://www.aufschrei-waffenhandel.de/Muenchen-Bayern.405.0.html – Quelle: Bundesministerium der Verteidigung
  • Fotos im Video, Stellen: 1 MIN 50 SEK, 5 MIN 15 SEK) – Fotograf: Marco Gierschewski & Franz Haslbeck

 

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Julian Assange sitzt weiterhin in London fest

Julian Assange sitzt weiterhin in London fest

06-02-18 10:23:00,

Julian Assange (2014) ist seit 2012 in der Botschaft eingeschlossen. Bild: David G Silvers. Cancillería del Ecuador/CC BY-SA-2.0

Gericht lehnt Aufhebung eines Haftbefehls ab, Ecuador bekräftigt Botschaftsasyl

Der Mitbegründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks, Julian Assange, bleibt auch weiterhin in den Räumen der ecuadorianischen Botschaft in London gefange. Ein Gericht in der britischen Hauptstadt wies am heutigen Dienstag den Antrag des Assange-Anwalts Mark Summers zurück, den Haftbefehl gegen den inzwischen 46-Jährigen aufzuheben.

Der Internetaktivist hat die beengten Räume seit 2012 nicht mehr verlassen. Er hatte sich in die Botschaft des südamerikanischen Landes geflüchtet, weil er eine Auslieferung an die USA befürchtete. Dort würde ihm eine lebenslange Haft drohen. Diskutiert wurde in der Vergangenheit auch die Gefahr der Todesstrafe nach einer Auslieferung an die USA.

Führende US-Vertreter hatten dem WikiLeaks-Mitbegründer wiederholt vorgeworfen, durch die Veröffentlichung geheimer Dokumente der nationalen Sicherheit des Landes geschadet und womöglich Menschenleben gefährdet zu haben. Die Enthüllungsplattform hatte unter Assanges Verantwortung mehrfach große Mengen geheimer Dokumente zu den Militäreinsätzen der USA in Afghanistan und Irak veröffentlicht und damit auch Kriegverbrechen enthüllt.

Lange Zeit bestand gegen Assange ein Haftbefehl der schwedischen Staatsanwaltschaft wegen Vergewaltigungsvorwürfen. Dieser Haftbefehl wurde im Mai vergangenen Jahres überraschend fallengelassen. Mit dem heute verhandelten Antrag wollte die Verteidigung des Internetaktivisten erreichen, dass auch die britische Justiz von der Festnahme ihres Mandanten absieht. Dies lehnte die Richterin jedoch ab: Indem Assange sich 2012 in die Botschaft des südamerikanischen Staates geflüchtet hat, habe er gegen die damaligen Kautionsauflagen verstoßen und damit ein eigenständiges Delikt begangen. Ihm drohe dafür bis zu einem Jahr Haft in Großbritannien. Für Assange ist das heikel, weil die Behörden des engen Verbündeten der USA bisher nicht der Aufforderung nachgekommen sind, eine Auslieferung auszuschließen.

Assange reagierte verhalten auf das Urteil. Während der Verhandlung bezeichnete er erste Meldungen über einen negativen Bescheid als “Fake News”, weil die Richterin über mehrere Anträge zu beraten hatte. Später beschränkte er sich auf Retweets von Reaktionen auf das Urteil. Nachdem zunächst Unterstützer vor dem Gericht protestiert hatten, sorgte eine Sendung an den quasi inhaftierten Aktivisten für Aufregung. Unbekannte hatten ein Paket mit weißem Pulver an die Botschaft geschickt. Die britische Polizei sicherte die Sendung und untersuchte sie auf eine mögliche Toxizität.

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FBI-Memo: Eins zu null für Trump gegen den “Washingtoner Sumpf” | KenFM.de

FBI-Memo: Eins zu null für Trump gegen den “Washingtoner Sumpf” | KenFM.de

06-02-18 09:34:00,

Nachdem der Vorsitzende des Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses des US-Kongresses mit Zustimmung des Präsidenten am [letzten] Freitag das bis dahin streng geheime Dokument veröffentlicht hatte, wurde Washington von einem massiven politischen Erdbeben erschüttert.

Meinung von Rainer Rupp.

Ausgesuchte Mitglieder des Kongresses und hochrangige Vertreter der US-Sicherheitsorgane, die bereits Tage vor der Veröffentlichung unter dem Eid der Verschwiegenheit in einem speziell gesicherten Raum den ganzen, weitaus umfangreicheren Bericht des „Nunes-Geheimdienstausschusses“ einsehen durften, zeigten sich erschüttert und entsetzt, weil sie „in den Abgrund geblickt“ hätten.

Sie hätten die Zerstörung jeglicher Rechtsstaatlichkeit durch die staatlichen Organe, namentlich durch das Justizministerium und das FBI gesehen. Die hätten das FISA-Gesetz zur Bekämpfung ausländischer Spionage zu eigenen, politischen Zwecken gegen unschuldige Mitarbeiter des Präsidentschaftskandidaten Trump missbraucht, mit dem Ziel, mit Hilfe einer frei erfundenen Geschichte über eine geheime Zusammenarbeit mit den Russen („Russia-Gate“) die Wahl Trumps zu verhindern, bzw. danach den gewählten Präsidenten in der Führung seines Amtes zu behindern und Trump für ein Amtsenthebungsverfahren angreifbar zu machen.

Wenn das alles stimmt, und laut der republikanischen Mitglieder des Geheimdienstausschuss liegen die entsprechenden Dokumente und Beweise vor, dann übertrifft der desolate Zustand der einst funktionierenden Strukturen der bürgerlichen Demokratie USA die schlimmsten Phantasien von Autoren der Spionagethriller.

Kein Wunder, dass der republikanische Abgeordnete Paul Gosar von Arizona bereits einen Tag nach der Veröffentlichung der Nunes-Denkschrift die strafrechtliche Verfolgung von FBI- und DOJ-Beamten bis in die obersten Etagen angekündigt hat.

Anzeige hat Kongressabgeordnete Gosar erstattet wegen „allumfassenden, illegalen Fehlverhaltens und des kriminellen Missbrauchs des FISA-Gesetzes (zur Bekämpfung ausländischer Spionage) durch James Comey, (der Ende letzten Jahres von Trump gefeuerter FBI-Direktor), durch Andrew McCabe, (stellvertretender FBI-Direktor, der einen Tag nach Veröffentlichung des Nunes-Berichts sein Büro nicht mehr betreten durfte), durch Sally Yates (unter Obama stellvertretende Generalbundesanwältin und pro-Clinton Aktivistin) und durch Rod Rosenstein, (der stellvertretende Justizminister und Generalbundesanwalt und ehemaliger Clinton-Günstling)“.

Sie alle bezeichnete Gosar in einer offiziellen Erklärung unter Nennung ihrer Namen als „Verräter unserer Nation“, ein extrem schwerer Vorwurf, den man nicht einfach mal so dahin sagt.

Dieser Skandal scheint alles bisher an US-Regierungsskandalen Dagewesene in den Schatten zu stellen. Er hat das Potential, das eingefahrene politische System aus den Angeln zu heben.

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Tagesdosis 6.2.2018 – Unabhängig, unerschrocken, unbeugsam
 (Podcast) | KenFM.de

Tagesdosis 6.2.2018 – Unabhängig, unerschrocken, unbeugsam
 (Podcast) | KenFM.de

06-02-18 12:27:00,

Zum Tod von Robert Parry, der mit dem „Iran-Contra“-Skandal die dunkle Allianz von Krieg und Drogengeschäft aufdeckte

Ein Kommentar von Mathias Bröckers.

Mit Robert Parry ist Ende Januar einer der besten und letzten unabhängigen Journalisten der Vereinigten Staaten gestorben. In den 80er Jahren, als Ronald Reagan und sein Vize George Bush Todesschwadronen und Terrormilizen in lateinamerikanischen Ländern unterstützten, war er einer der wenigen Reporter, der diese Art von  Außenpolitik als das beschrieb was sie war: mörderisch und kriminell. Für die Nachrichtenagentur AP und das Magazin „Newsweek“ berichtete er von der Front dieser illegalen Kriege – nicht als „emebededes“ Propaganda-Organ, sondern als echter Journalist. Ein Glücksfall, denn sonst wäre 1986 der Absturz eines amerikanischen Transportflugzeugs über dem nicaraguanischen Dschungel samt seiner Kokain-Landung wohl eher im Sande verlaufen. So aber brachten Robert Parrys Reportagen ins Rollen, was als „Iran-Contra-Skandal“ bekannt geworden und mittlerweile in die Geschichtsbücher eingegangen ist: als dokumentiertes Beispiel  für Terrorismus, Waffen,- und Drogenhandel im Namen des Staats.

Kurz gefasst wurden in diesem Fall direkt aus dem Weißen Haus, dirigiert von Bushs Adjutant Oliver North, illegal Waffen  an den Iran verkauft und der „Contra“-Miliz der Import von Kokain in die USA gestattet, um mit den Profiten aus diesen Geschäften einen Krieg gegen die linksgerichtete nicaraguanische Regierung zu finanzieren. Robert Parrys Berichte sorgten dafür, dass der US-Kongress einen Untersuchungsausschuss  startete, der zwar am Ende nur ein paar Bauernopfer kostete, aber dennoch einige Enthüllungen zeitigte, die sehr hilfreich sind. Wenn man verstehen will, wie der „Krieg gegen Drogen“ und der „Krieg gegen Terror“ eigentlich funktionieren und warum sie nicht für weniger, sondern  für mehr Drogen  und mehr Terror sorgen.

Der Chefpilot der Iran-Contra-Flotte, Barry Seal,  hatte wöchentlich bis zu 1.500 Kilo Kokain in die USA gebracht, im Auftrag und unter Aufsicht der CIA, ausgestattet mit modernstem Gerät der US-Armee zur Überlistung der Radarüberwachung. Als dies ruchbar wurde und der Kongress einen Untersuchungsausschuss einberief, kosteten schon die Voruntersuchungen, wie Robert Parry damals schrieb, den Leiter des Ausschusses John Kerry „fast seine Karriere“. Dass er später noch Außenminister wurde und Karriere machte – wie auch die wegen Mitwisserschaft und Vertuschung verurteilten hochrangigen Beamten,  Exverteidigungsminister Caspar Weinberger, Sicherheitsberater Robert McFarlane und Admiral John Pointdexter,

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Dow Jones: Einbruch um mehr als 1.110 Punkte an nur einem Tag – 10% Verlust seit seinem Höchststand | www.konjunktion.info

Dow Jones: Einbruch um mehr als 1.110 Punkte an nur einem Tag – 10% Verlust seit seinem Höchststand | www.konjunktion.info

06-02-18 10:48:00,

Dow Jones - Bildquelle: Wikipedia / Dow Jones & Company, Inc.; gemeinfreiDow Jones - Bildquelle: Wikipedia / Dow Jones & Company, Inc.; gemeinfrei

Dow Jones – Bildquelle: Wikipedia / Dow Jones & Company, Inc.; gemeinfrei

Um mehr als 1.100 Punkte brach der Dow Jones gestern im Handel ein. Der größte Einbruch seit sechseinhalb Jahren.

Letztlich ist genau das eingetreten, wovor ich im letzten Jahr in zahlreichen Artikeln immer wieder gewarnt habe. Die Aktienmärkte haben zur “Umkehr geblasen” und der gestrige “Aufgalopp” dürfte nur der Anfang dessen sein, was die Investoren und Anleger scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass sich all die Gewinne des Aktienjahres 2018 in den nächsten Wochen in Rauch auflösen werden.

Aktienmärkte und Aktien sind keine gute Indikatoren, um mittels deren Stände abzuleiten, wie gut oder schlecht es einer Wirtschaft geht. Sie sind kein “Prognoseindikator”. Die echten Fundamentaldaten (auch jenseits der “Zahlenwelt”, die uns in offiziellen Meldungen der Regierungen und Behörden immer als Beweis für eine Aufschwung verkauft wird) stehen schon seit längerem auf rot. Und offenbar ist endlich diese Realität auch im Aktienmarkt eingekehrt.

Auch aus diesem Grund war ein Kurssturz in dieser Größenordnung leicht vorhersehbar und das wird sich meiner Meinung nach auch in 2018 noch fortsetzen. Trump, der sich in den letzten Monaten immer als derjenige feiern ließ, der diese Hausse zu verantworten habe, wird sich nun die Frage stellen müssen, ob daraus eine nationale Krise in den USA entstehen kann, wenn sich die Märkte weiter gen Süden in einer ähnlichen Geschwindigkeit bewegen sollten. Für sich allein werden dieser und nachfolgende Einbrüche nicht zu einer nationalen Krise in den USA führen. Aber kommt zu einer solchen “Marktschwäche” noch eine geopolitische Komponente (wie ein Krieg mit Nord-Korea) dazu, dann ist eine solche Krise fast unausweichlich. Die sich dann wie Mehltau auch auf den Rest der Welt legen wird.

Anbei noch ein kurzer Auszug aus einem Bloomberg-Artikel zum gestrigen Dow-Einbruch:

Die US-Aktien gaben so stark nach wie in den letzten 6 1/2 Jahren nicht mehr, als der Dow Jones Industrial Average mehr als 1.100 Punkte einbüßte und der Aktienausverkauf einen Höhepunkt erreichte, während die Sorge wuchs, dass die Inflation die Zinssätze erhöhen würde. Die Staatsanleihen erholten sich und Gold stieg in seiner Nachfrage als sicherer Hafen.

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Zensur schlägt auf Zensoren zurück

Zensur schlägt auf Zensoren zurück

06-02-18 10:43:00,

Emmanuel Macron kündigte in seiner Neujahrsansprache vor der Presse am dritten Januar einen Gesetzesentwurf an, der darauf abzielt, die Verbreitung sogenannter „Falschnachrichten“ im Internet zu bekämpfen sowie „den Kampf gegen jeglichen Destabilisierungsversuch durch von ausländischen Staaten kontrollierte oder beeinflusste Fernsehsender“ aufzunehmen – wobei sich letzteres zweifellos auf den russischen Kanal RT bezieht.

Auf diese Weise möchte Macron das, was er als „liberale Demokratien“ bezeichnet, verteidigen, offenbar ohne sich dessen bewusst zu sein, dass dieses neue Gesetz eine durch und durch anti-liberale Maßnahme ist – schließlich stellt die Meinungsfreiheit historisch gesehen den liberalen Wert schlechthin dar.

Das Vorgehen Macrons zeugt von einer gravierenden Transformation unserer „liberalen Demokratien“, welche immerhin den Kalten Krieg überlebten ohne die „kommunistische Propaganda“ der damaligen Zeit oder die Propaganda der Rechtsextremen (für ein „französisches Algerien“ zum Beispiel) zu verbieten.

Doch was genau sind überhaupt Falschmeldungen und worin besteht ihre Bedeutung?

Ein erstes Beispiel bezieht sich auf den Giftgasangriff nahe Damaskus im August 2013. Hierbei wurde die Verantwortung für den Anschlag von einer nahezu einstimmigen Presse dem „syrischen Regime“ zugeschrieben, eine Einschätzung, der ein Bericht des ehemaligen Inspektors der UNO, Richard Lloyd, und des Professors für Wissenschaft, Technologie und Nationale Sicherheitspolitik am Massachusetts Institute of Technology (MIT), Theodore A. Postol, eindeutig widerspricht (1). Um das Richtige vom Falschen unterscheiden zu können, sollte man zunächst die jeweiligen Beweggründe vergleichen: Für die Regierung und die Medien, die sich aus „offiziellen Quellen“ speisen, begründet die vermeintliche Schuld Assads die Hilfe des Westens für die „Rebellen“. Man kann allerdings nur schwerlich ein „pro-Assad“ Motiv bei solch angesehenen Menschen wie Lloyd und Postol finden oder annehmen, diese Experten seien inkompetent bezüglich Fragen der elementaren Physik.

Ein aktuelleres Beispiel betrifft „Russiagate“, also die angebliche russische Einmischung in die Wahl von Trump in den Vereinigten Staaten. Bis heute existieren keine Beweise für eine solche Einmischung. In Anbetracht der Spionagemöglichkeiten, über welche die verschiedenen amerikanischen Geheimdienste verfügen, fällt es schwer zu glauben, dass diese Einmischung nicht aufgedeckt und öffentlich nachgewiesen worden wäre, wenn sie denn tatsächlich real und schwerwiegend gewesen wäre und nicht auf ein paar Twitter oder Facebook-Messages beschränkt (2). Und selbst wenn solch eine Einmischung schließlich nachgewiesen werden sollte, müssten ihre konkreten Auswirkungen noch eingeschätzt werden. Jedenfalls ist die Tatsache, dem Ganzen ohne Beweis bedenkenlos Glauben zu schenken, wie es die gesamte „liberale Presse“ in den USA und ihr Pendant in Europa tun,

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Fed: Mehr als “nur” drei Zinserhöhungen in 2018? | www.konjunktion.info

Fed: Mehr als “nur” drei Zinserhöhungen in 2018? | www.konjunktion.info

05-02-18 09:39:00,

Einige Marktteilnehmer dachten nach dem Ausscheiden von Janet Yellen als Fed-Vorsitzende, dass die Fed ihren Kurs der Zinserhöhungen revidieren könnte. Weit gefehlt…

Zwar sprach sich John Williams von der “Fed-Niederlassung Kalifornien” dafür aus, einen moderateren Weg bei den drei Zinserhöhungsschritten zu beschreiten,

Der Präsident der Federal Reserve Bank von San Francisco, John Williams, spielte die Sorgen herunter, dass die US-Notenbank bei einer Aufhellung der Konjunkturaussichten überreagieren würde, indem sie das Tempo der Zinserhöhungen beschleunigte.

“Ich habe meine Wachstumsprognosen für dieses Jahr erhöht, aber ich sehe keine grundlegend veränderte Wirtschaft”, sagte er in einer Rede, die am Freitag in San Francisco vorbereitet wurde. In Anbetracht der Tatsache, dass die Fed im Jahr 2018 einen Weg für schrittweise Zinserhöhungen skizziert hatte, sagte Williams: “Ich bin der Meinung, dass wir bei diesem Plan bleiben sollten.”

(Federal Reserve Bank of San Francisco Fed President John Williams downplayed concerns that the U.S. central bank would overreact to a brightening economic outlook by ramping up the pace of interest-rate increases.

“I have boosted my growth forecasts for this year, but I don’t see an economy that’s fundamentally shifted gear,” he said in remarks prepared for delivery Friday in San Francisco. Noting that the Fed had outlined a path of gradual rate hikes in 2018, Williams said “my own view is we should stick to that plan.”)

jedoch bereitet fast zeitgleich sein Pendant in Texas, Robert Kaplan, die Öffentlichkeit auf die Möglichkeit von MEHR als nur drei Zinserhöhungen im Jahr 2018 vor:

Der Präsident der Dallas Fed, Robert Kaplan, sagte am Freitag in Austin (Texas), er habe die Möglichkeit einer schnelleren Zinserhöhung offen gelassen als die drei Zinserhöhungen, die die Fed-Vertreter für dieses Jahr angedacht haben. “Ich habe gesagt, dass ich denke, dass der Basisfall für 2018 drei Preiszugeständnisse sein sollten, und wir werden sehen – es könnten mehr sein, wir müssen sehen”, sagte Kaplan.

(Speaking earlier Friday in Austin, Texas, Dallas Fed President Robert Kaplan said left open the possibility of a faster pace of rate increase than the three hikes Fed officials have penciled in for this year,

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Wikipedia regulieren? Tja, wenn Sie betroffen wären… – www.NachDenkSeiten.de

Wikipedia regulieren? Tja, wenn Sie betroffen wären… – www.NachDenkSeiten.de

05-02-18 09:37:00,

4. Februar 2018 um 9:45 Uhr | Verantwortlich:

Wikipedia regulieren? Tja, wenn Sie betroffen wären…

Veröffentlicht in: Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Medienkritik, Strategien der Meinungsmache, Veranstaltungshinweise / Veranstaltungen

Der folgende Artikel enthält einige Missverständnisse. Wir kommen darauf und auf Wikipedia morgen noch einmal zurück.

Gäbe es über jeden Bürger einen Personenartikel auf Wikipedia, wäre schlagartig klar, welche Macht von der amerikanischen Foundation ausgeht. Wer schreibt, wer löscht, wer entscheidet, was drin steht? Markus Fiedler drehte zwei Filme über Meinungsmanipulation durch Wikipedia. Auf der Medientagung IALANA im Januar in Kassel erläuterte er, warum er Transparenz und Regulierung fordert.

Von Ulrike Sumfleth

Ja, ist denn schon wieder Sommerloch? Nein. Auf der Tagung erläuterte Markus Fiedler, von Beruf Biologielehrer, warum er für die beliebte Wikipedia eine Regulierung fordert. Wikipedia besitzt eine Monopolstellung. Es stellt ein Instrument zur Meinungsbildung dar. Es wird als „echte“ Enzyklopädie wahrgenommen – ist aber keine. Bei Wikipedia kommt es zu einer Konzentration von Meinungsmacht, die laut Bundesverfassungsgericht zu verhindern ist. Wikipedia ist eine amerikanische Foundation, eine Art Stiftung. Wir haben kein deutsches Klagerecht. Vieles, erklärte er, ist in Ordnung. Aber nicht die Darstellung von Politik und insbesondere Geopolitik. Hauptziel von Manipulation seien Systemkritiker der US-amerikanischen Politik.

Wo und wie wird manipuliert?

Keine Angst, mit den Schmetterlingsartikeln ist alles in Ordnung. Soll heißen: Naturwissenschaft ist ein klassisches Beispiel dafür, dass es vielfach gar nichts zu meckern gibt. Doch das sollte nicht davon ablenken, dass in den Biografien unliebsamer Personen manipuliert werde. Durch Autoren und anonyme Akteure. Durch Signalwörter oder neudeutsch „Framing“ werden z.B. gezielt Diffamierungsbegriffe wie „Verschwörungstheoretiker“ oder „Holocaust-Leugner“ in Personenartikeln platziert. Eine andere Methode ist das Längen: Indem man eine Masse an Informationen hinzufügt, kann man brisante Infos darin „verschwinden“ lassen.

Fiedler legte nahe, dass der britische Geheimdienst GCHQ und die amerikanische NSA auf Wikipedia tätig sind und über ein Netzwerk dafür sorgen, dass anonyme Akteure in großem Stil Artikel beeinflussen.

Es soll hier nicht der Inhalt der Filme wiedergegeben werden. „Die dunkle Seite der Wikipedia“ und „Zensur“ gibt es auf YouTube. Im Folgenden darum nur ein Beispiel dafür,

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Der Russe bedroht uns! – Die NDS bringen die Übersetzung der Brandrede des britischen Generalstabschefs Carter und verweisen auf den Scharfmacher im Schafsfell Ischinger – www.NachDenkSeiten.de

Der Russe bedroht uns! – Die NDS bringen die Übersetzung der Brandrede des britischen Generalstabschefs Carter und verweisen auf den Scharfmacher im Schafsfell Ischinger – www.NachDenkSeiten.de

05-02-18 08:48:00,

5. Februar 2018 um 14:58 Uhr | Verantwortlich:

Der Russe bedroht uns! – Die NDS bringen die Übersetzung der Brandrede des britischen Generalstabschefs Carter und verweisen auf den Scharfmacher im Schafsfell Ischinger

Veröffentlicht in: Außen- und Sicherheitspolitik, Audio-Podcast, Aufbau Gegenöffentlichkeit, Strategien der Meinungsmache

Weil wir den Aufbau von Feindbildern und Spannungen zwischen dem Westen und Russland für gefährlich halten, und weil aus unserer Sicht die Kriegsgefahr wächst, weisen wir Sie immer wieder auf entsprechende Dokumente hin. Am Ende dieses Textes vom 2. Februar Willy Wimmer zum Wahnsinn der deutschen Politik im Umgang mit Russland haben wir eine Rede des britischen Generalstabschefs verlinkt. Angelika Eberl hat entscheidende Teile dieser Rede für die NachDenkSeiten übersetzt und in Fußnoten kommentiert. Dafür herzlichen Dank. Die Rede ist ein wichtiges Dokument. Sie zeigt, wie sich westliche Führungskräfte auf den Kriegspfad, jedenfalls auf den Weg der Konfrontation begeben haben. Das kann man bezogen auf den Vorsitzenden der Münchner Sicherheitskonferenz Ischinger auch an seinen Texten ablesen. Und beides wird vermutlich die Münchner Sicherheitskonferenz prägen. Achten Sie darauf. Albrecht Müller.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Podcast: Play in new window | Download

Eine Vorbemerkung zu den Inhalten:

Da Angelika Eberl die wichtigsten Aussagen des britischen Generalstabschefs Carter kommentiert hat, kann ich mich auf das aus meiner Sicht Alarmierende beschränken:

  • dass der oberste Militär der Briten offensichtlich die Geschichten zur angeblichen Einmischung Russlands in die inneren Angelegenheiten des Westens glaubt und schlimm findet und überhaupt nicht berücksichtigt, dass der Westen und herausragend auch sein eigenes Land GB diese Art von Einmischung unentwegt und tatsächlich wirkungsvoll und im eigenen Interesse betrieben haben und betreiben,
  • dass Carter die Bedrohung des Westens durch Russland als besonders bedrohlich darstellt, indem er Russland eine militärische Vorwegstrategie unterstellt und damit den möglichen Erstschlag des Westens zu begründen versucht;
  • dass Carter wie auch Ischinger die Geschichte der neu gewachsenen Konfrontation zwischen West und Ost verkürzt erzählt und damit den Russen die Verantwortung für die neue Konfrontation und den möglichen Ernstfall eines Krieges zuschreibt. Siehe zu dieser Methode auch meine Rede bei der Medien- und Friedenskonferenz in Kassel: Wie können wir uns gegen Manipulation und Irreführung schützen?

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Neugründung der Lokalgruppe Bremen

Neugründung der Lokalgruppe Bremen

05-02-18 08:42:00,

Neugründung der Lokalgruppe Bremen

DiEM25 Germany

Mo 02, 2018, DSC News

Am 31.01.2018 hat sich die DiEM25 Lokalgruppe in Bremen zum zweiten Mal getroffen und damit ihre Neugründung gefestigt.

Nachdem sich im Laufe des Jahres 2017 die Lokalgruppe in Bremen aufgelöst hatte, hat sich 2018 bereits ein neues DSC gefunden. Spencer Ryan hatte die Initiative ergriffen und dafür gesorgt, dass ein Spontaneous Collective zusammen fand und nun über Mail und über Facebook zu erreichen ist.

Außerdem wurde bereits inhaltlich gearbeitet und DiEMs European New Deal besprochen. Ebenso das Manifest, womit alle grundsätzlich übereinstimmten. Weiter wurden der VW-Skandal und Transparenz allgemein thematisiert.

Die Lokalgruppe Bremen möchte darüber hinaus eine Plattform für alle Interessierten in Bremen und Umgebung sein. Die DiEM-Community sagt herzlich willkommen und freut sich auf die ersten Treffen und aufs persönliche Kennenlernen.

Ein Termin für das nächste Treffen wird derzeit gesucht. Im Falle der gewünschten Teilnahme reicht eine kurze Anfrage per Mail oder Facebook. Auf der Agenda für das nächste Treffen stehen:

  • Besprechen mit wem und wie wir in Kontakt treten wollen
  • Kontakte herstellen
  • Inhaltliche Verständigung über Schwerpunktsetzung der Einzelnen

Möchtest du über die Aktionen von DiEM25 informiert werden? Registriere dich hier.

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Warum will Trump Guantanamo für die Aufnahme weiterer Gefangener vorbereiten?

Warum will Trump Guantanamo für die Aufnahme weiterer Gefangener vorbereiten?

05-02-18 12:39:00,

Raqqa nach der Einnahme durch die SDF. Bild: VOA/public domain

In seiner Rede sagte er, das Pentagon müsse Terroristen einsperren können, angeblich haben die Kurden der SDF bei der Befreiung von Raqqa Hunderte von IS-Terroristen inhaftiert

In Trumps Rede zur Nation fiel u.a. auf, dass er nicht nur am Gefangenen-Lager in Guantanamo festhalten will, sondern auch am Status von Gefangenen als “feindliche Kämpfer”. Damit wurden unter der Präsidentschaft von George W. Bush Terrorverdächtige als weitgehend Rechtlose gefangen, nach Guantanamo verschleppt, dort auch mittels Folter, genannt verschärfte Verhörmethoden, vernommen und festgehalten, ohne Anspruch auf einen Prozess und unter der Drohung einer unbegrenzten Inhaftierung. Barack Obama hatte versprochen, willkürliche Verschleppungen und Folter zu beenden sowie Guantanamo zu schließen. Das wurde vom Kongress verhindert, aber während seiner Präsidentschaft wurden um die 200 Gefangene, viele unschuldig, ihren Heimatländern oder Ländern übergeben, die sie unter Druck von Washington aufnahmen.

Terroristen, sagte Trump in seiner Rede, die Bomben in Krankenhäuser legen, sind “böse”. Er verwies dabei auf einen US-Soldaten, der in einem Krankenhaus bei Raqqa, das von Sprengfallen gesäubert werden sollte, durch eine Explosion schwer verletzt wurde. “Wenn möglich”, so Trump, “annihilieren wir sie.” Damit machte er einerseits deutlich, dass er an der Strategie festhält, möglichst keine Gefangenen zu machen, wie das schon nach dem weltweiten Aufschrei unter Bush, als Guantanamo und Folter von Gefangenen bekannt wurden, praktiziert wurde. Der zunehmende Einsatz von bewaffneten Drohnen ist Ausdruck dieser Strategie, Verdächtige zu exekutieren und dabei Kollateralschäden in Kauf zu nehmen.

Dabei greift Trump mit der Annihilierung zu einer sprachlichen Formel, die indiziert, dass Terroristen als Böse keine Menschen sind, sondern eher Ungeziefer, womit man sich der Sprache der Terroristen annähert. Wenn notwendig, müsse man sie aber festnehmen und verhören: “Aber wir müssen klar sein: Terroristen sind nicht einfach Kriminelle. Sie sind ungesetzliche feindliche Kämpfer. Und wenn sie im Ausland gefangen wurde, sollten sie wie Terroristen, die sie sind, behandelt werden.”

Sie fallen also aus dem Gesetz heraus. Symptomatisch spricht er nicht davon, dass Terroristen überführt werden müssen, sie sind Terroristen, wie das schon in der Bush-Zeit so gemacht wurde, auf Verdacht hin. Weil aber das Gesetz irgendwie für alle Personen gleichermaßen in den USA gilt, dürfen sie nicht auf amerikanischem Territorium festgehalten werden, sondern im (rechtlichen) Niemandsland.

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Im Labyrinth der Vertuschung

Im Labyrinth der Vertuschung

04-02-18 08:01:00,

Redaktionelle Vorbemerkung: Hier finden Sie die Teile 1 und 2 dieser Serie.

Präsident Kennedy, der zusammenfährt und sich scheinbar an den Hals fasst. Der vor ihm sitzende Gouverneur von Texas, der sich umdreht und dann erkennbar getroffen wird. Die scheinbare Ewigkeit bis zum finalen Treffer. Die förmliche Explosion von Kennedys Schädel, bei der eine rote Masse nach hinten oben wegspritzt. Jackie Kennedy, die nach hinten klettert. Der Bodyguard des Secret Service, der den Wagen laufend erreicht. Und der Fahrer, der sich erst zu Kennedy umdreht und dann aufs Gas steigt, woraufhin die Todeslimousine unter einer Unterführung verschwindet.

Diese Bildfolge hat sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt.

Es sind die Bilder, die ein Herr mittleren Alters, der Textilunternehmer Abraham Zapruder, am 22. November 1963 auf der Dealey-Plaza in Dallas mit seiner 8 mm Bell & Howell Zoomatic aufgenommen hat.

Der Zapruderfilm ist das bedeutendste Beweismittel des Kennedy-Attentats.

Sehen wir uns den Zapruderfilm in Zeitlupe an:

Dass wir den Zapruder-Film besitzen, ist für die Aufklärung des Attentats von überragender Bedeutung. Dieses Dokument bleibt ein unüberwindliches Problem für die anhaltenden Bemühungen, die These von Lee Harvey Oswald als Alleintäter durchzusetzen.

Denn wirklich jeder, der sich die wenigen Sekunden des Zapruderfilms ohne Vorwissen ansieht, wird spontan zu dem Schluss kommen, dass die entscheidende, tödliche Kugel nicht von hinten gekommen sein kann, aus dem sechsten Stock des Texas Schulbuchverlags. Sie kam offensichtlich von vorne rechts, vom Grassy Knoll, und warf Kennedy nach hinten links.

Dass der Zapruderfilm überlebt hat und schließlich an die Öffentlichkeit kam, war in der komplizierten Aufklärungsgeschichte des Attentats ein Meilenstein – und eine der größeren Pannen im anderweitig perfekt orchestrierten Staatsstreich gegen Kennedy.

Die Aufräumarbeiten unmittelbar nach dem Attentat waren schließlich ein essentieller und wohlorganisierter Aspekt des Mordkomplotts gewesen. Die Schüsse waren kaum verhallt, als Geheimdienstleute und in die Verschwörung eingeweihte Polizisten auf die Jagd nach Filmen und Fotos gegangen waren. Mehrere Amateurfilme und ungezählte Fotoaufnahmen des Attentats wurden so eingesammelt. Sie tauchten nie wieder auf – schon gar nicht in den Ermittlungsakten. Einige gingen an die Eigentümer zurück, mitunter in manipulierter oder beschädigter Form.

Übrigens stammen die Fotos vom Tatort in der Regel von Lokalreportern oder von Hobbyfotografen. Ein Pressebus mit den Journalisten der Hauptmedien,

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Inquisition, Kriegshetze und Dekadenz | KenFM.de

Inquisition, Kriegshetze und Dekadenz | KenFM.de

04-02-18 07:57:00,

Eine Politik der Lüge, Ablenkung und Gewalt.

von Wolfgang Bittner.

Was sind das für Zeiten? Vortragsräume werden verweigert, Bankkonten gekündigt, Mitgliedschaften in Vereinen verhindert, weil jemand als Antisemit diffamiert wird oder einer nicht genehmen, wenn auch im Bundestag vertretenen Partei angehört. Denunziation und Intrigen haben Konjunktur, Blockwartmentalität und Hexenjagd. Es wird gehetzt und gespalten, bis in die Parteien hinein. Offensichtlich gibt es Organisationen – von wem auch immer begründet und gesponsert –, die auf Rufmord und Unterwanderung spezialisiert sind, weltweit.

Soeben hat die US-Regierung eine Sanktionsliste mit 210 russischen Staatsbürgern veröffentlicht. Darauf stehen 114 Politiker und 96 sogenannte Oligarchen, die alle von ihren Verbindungen zum russischen Präsidenten Putin profitiert haben sollen. Unter den Verfemten befinden sich die Verwaltung des russischen Präsidenten, wie sie auf der Webseite des Kreml aufgeführt wird, sowie das gesamte russische Kabinett einschließlich des Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew und Außenminister Sergej Lawrow. Eine „beispiellose“ Liste – so der Sprecher Putins –, die dokumentiert, dass die USA sämtliche Regierungsmitglieder als Feinde betrachten.

Kein Aufschrei, keine Empörung westlicher Politiker und Medien. Kritiklos kann die US-Regierung sich erdreisten, eigenmächtig Sanktionen gegen andere Staaten und deren Bürger zu verhängen? Keine Frage nach der Legitimation. Dabei gehörten sämtliche Präsidenten der letzten Jahre und viele US-Politiker nach Recht und Gesetz vor den internationalen Strafgerichtshof (den die USA wohlweislich nicht anerkennen), zum Beispiel der immer noch auf leisen Sohlen so sympathisch daherkommende Ex-Präsident Barack Obama, der in seiner Amtszeit sieben Kriege geführt und täglich Drohnenmorde abgesegnet hat.

Wo werden die Interventionskriege der USA und die von ihnen inszenierten blutigen Regimewechsel thematisiert? Stillschweigen, Opportunismus, Anbiederung. Was für eine verlogene, verhetzte, dekadente Bagage in Politik und Medien! Schon lange ist das Völkerrecht außer Kraft gesetzt und wird nur noch in Feld geführt, wenn es ins Kalkül passt. Die USA haben über Jahrzehnte hinweg ein menschenverachtendes System geschaffen, ein Netzwerk der Ausplünderung, Desinformation und Indoktrination über die ganze Welt gespannt. Wer sich dagegen auflehnte, wurde eliminiert, wer sich gegenwärtig wehrt, wie zum Beispiel Russland, China, Iran, Venezuela oder Nordkorea, wird mit Sanktionen belegt und mit Krieg bedroht.

Als Grund für die Wirtschaftssanktionen gegen Russland wird gebetsmühlenartig die angebliche Annexion der Krim im März 2014 angeführt. Dass es sich bei dem Anschluss der Krim an die Russische Föderation nicht um eine Annexion,

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Tagesdosis 3.2.2018 – Marx, Goethe und das globale Finanzsystem | KenFM.de

Tagesdosis 3.2.2018 – Marx, Goethe und das globale Finanzsystem | KenFM.de

04-02-18 07:55:00,

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Ein Kommentar von Ernst Wolff .

Karl Marx, der im Mai vor 200 Jahren geboren wurde, hat einmal gesagt: „Die herrschenden Gedanken einer jeden Epoche sind die Gedanken der herrschenden Klasse“. Wie sehr seine Beobachtung zutrifft, lässt sich in unserer Zeit besonders klar erkennen.

Die überwiegende Mehrheit der Menschen ist überzeugt, in einer Demokratie zu leben. In ihren Augen dienen die Wahlen dazu, alle vier Jahre „Volksvertreter“ zu bestimmen, die anschließend im Auftrag des Volkes regieren. Die Mehrheit ist auch der Meinung, dass wir Pressefreiheit genießen und vor dem Gesetz alle gleich sind.

Was das Finanzsystem angeht, so nehmen die meisten Menschen an, es brauche sie nicht zu interessieren, da es ihr Leben nicht direkt berühre. Fragt man nach der Rolle, die die Zentralbanken in unserer Gesellschaft spielen, so glauben fast alle Befragten, es handle sich um staatliche Einrichtungen, die neben der Geldschöpfung die Aufgabe haben, die Banken zu beaufsichtigen und zu kontrollieren.

Keine einzige dieser Ansichten entspricht der Wahrheit. Würden wir tatsächlich in einer Demokratie leben, so müssten die Entscheidungen der Regierenden den Willen der Bevölkerung widerspiegeln. Deren überwiegende Mehrheit ist aber ganz und gar nicht dafür, dass Waffen exportiert, Kriege geführt, die Umwelt zerstört und zukünftige Generationen mit Schulden belastet werden, die sie nicht zu verantworten haben. Sie will auch nicht, dass eine winzige Minderheit sich hemmungslos bereichert, während der Anteil derer, die immer härter ums Überleben kämpfen müssen, beständig zunimmt.

Die Wahlen, die alle vier Jahre abgehalten werden, sind auch keineswegs ein Beweis für Demokratie. Zum einen kosten Wahlkämpfe enorm viel Geld, zum anderen werden sie ganz erheblich durch die Medien manipuliert, die sich im Besitz der winzigen Minderheit von Ultrareichen befinden und in erster Linie nicht der Information, sondern der Erwirtschaftung von Gewinnen dienen.

Außerdem werden die wirklich wichtigen Entscheidungen nach den Wahlen in der Regel hinter verschlossenen Türen getroffen und spiegeln oft das Gegenteil dessen wider, was die Mehrheit der Bevölkerung möchte. Schlussendlich werden Parlamente dann, wenn die Herrschaft der Finanzelite in Gefahr gerät, ganz einfach kaltgestellt,

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