Edward Snowden Event – An Exclusive look Behind the Scenes

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On the 15th of January 2017, acTVism Munich hosted it’s largest event to date with Edward Snowden, Jeremy Scahlll, Richard D. Wolff, Jürgen Todenhöfer, Paul Jay & Srecko Horvat. This event was sold out three months in advance, viewed by 53,000 people via livestream and the releases on YouTube reached circa 1 Million people worldwide.This event was organized, planned and executed by acTVism’s volunteers on an independent & non-profit basis. Although the event was planned months in advance and was undertaken successfully, it was not without struggle.

This video documents the last 2 days leading up to the event.

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Das Snowden Interview in München, dem die deutschen Medien keinerlei Aufmerksamkeit schenkten

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Dieses Interview wurde von acTVism Munich am 15. Januar 2017 in München durchgeführt und aufgrund technischer Schwierigkeiten in mehreren Teilen veröffentlicht. Daher wird es heute als vollständige Version nochmals bereitgestellt.

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Edward Snowden Exclusive | The Deep State & Revolution

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This interview was undertaken by acTVism Munich on the 15th of January 2017 in Munich and was published in different parts due to technical difficulties. Hence it was republished today as one full version.

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Edward Snowden: Rede beim Sam Adams Award 2015 (Deutsch)

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Am 22 Januar wurde William Binney, ehemals technischer Leiter der NSA, mit dem Sam Adams Award 2015 für seine Verdienste als Whistleblower während des Vietnamkriegs ausgezeichnet. Der Sam Adams Award wird von den Sam Adams Associates for Integrity in Intelligence („Sam Adams Mitstreiter für Integrität in Geheimdiensten“) verliehen, einer Bewegung ehemaliger Kollegen des früheren CIA-Analysten Samuel A. Adams. In diesem Jahr wurde William Binney geehrt, weil er „Licht in die dunkelsten Ecken gheiemer Staats- und Konzernmacht brachte“, wie es in der offiziellen Stellungnahme der Sam Adams Associates heißt.
Edward Snowden, Preisträger des Sam Adams Awards 2013, war bei der diesjährigen Zeremonie per Webcam zugeschaltet und hielt eine Rede zu Ehren von William Binney. acTVism Munich war vor Ort in Berlin und zeichnete auf.

Transkription:

„Okay, zunächst einmal entschuldige ich mich für die technischen Schwierigkeiten.
Danke für die Gelegenheit, hier zu sprechen. Es ist wirklich eine Ehre, diese Anerkennung zu erhalten. Und bevor ich irgendetwas anderes sage, möchte ich eins loswerden: Danke, William.
Wenn wir darüber nachdenken, wie es mir 2013 und nach den jüngsten Enthüllungen ergangen ist, ist es wichtig, über den Kontext, in dem diese Dinge stattfinden, nachzudenken. Wie kommt es, dass einem dieses Fehlverhalten überhaupt auffällt? Wer legt den Grundstein?
Als ich bei der CIA anfing, wurde ich mit einer Floskel bekannt gemacht, die von unserer Führungsspitze verwendet wurde, wonach wir – alle Geheimdienstmitarbeiter – die Verpflichtung hatten, den Mächtigen die Wahrheit ins Gesicht zu sagen. Das bedeutete, dass es unsere zivile Pflicht war, auszusprechen, wenn wir Zeuge von Unrecht wurden, selbst wenn es ein Risiko bedeutete, selbst wenn es in politischer Hinsicht oder für die Karriere nicht hilfreich war.
Wenn unsere Informationen ein anderes Bild vermittelten, als die Politiker in Führungsebenen gerne sehen wollten, war es unsere Pflicht, aufzustehen und unsere Stimme zu erheben. Bei den Individuen, die uns das so beibrachten, handelte es sich allerdings nur um Lippenbekenntnisse. Ich begann mit meiner Arbeit für die CIA im Jahr 2005. Im selben Zeitraum wurde William Binney gerade vom FBI mit vorgehaltener Waffe aus der Dusche gezerrt, weil er Bedenken zu Programmen zur Massenüberwachung und der Tatsache, dass alles überhand nahm, äußerte. Er arbeitete innerhalb des Systems und wollte frühzeitig davor warnen, dass diese Dinge falsch seien und wir etwas dagegen unternehmen müssten.
Anstatt William Binney auszuzeichnen, wurden er und Tom und die anderen bestraft. Und das ging noch Jahre so weiter. Und damit muss Schluss sein. Es herrscht eine Diskrepanz zwischen dem, was an der Spitze dieser Behörden gesagt wird und dem, was bei den Menschen am unteren Ende ankommt. Als ich meine Bedenken gegenüber meinen Kollegen äußerte und wissen wollte, was wir tun und wie wir das geradebiegen sollten. Als ich ihnen mitteilte, dem Einhalt zu gebieten und etwas dagegen zu unternehmen, sagten sie nur: tue es nicht. Sie sagten, das sei eine Falle, ich sähe doch, was mit den anderen passiert sei.
Doch genau das ist die wichtige Entscheidung. Und es macht das, was Bill und Tom und so viele andere getan haben, so wichtig. Vor allem Bill hatte so etwas wie eine Vorreiterrolle inne, was die Planung und Gedanken angeht, wie man tatsächlich etwas verändern kann. Es sieht immer jemand zu. Selbst wenn man es innerhalb des Systems versucht, selbst wenn man bestraft wird, bedeutet das nicht, dass es eine Verschwendung war. Ich sah die Berichte in den Nachrichten, ich sah was diese Menschen sagten, ich wusste, warum Bill Binney recht hatte. Nicht von Beginn an, aber im Laufe der Jahre. Und als ich schließlich weitere Programme enthüllte, wurde mir eine Aufmerksamkeit zuteil, die ich auf mich allein gestellt niemals erreicht hätte. Ohne William Binney gäbe es auch keinen Edward Snowden. Und dafür möchte ich danke sagen. Danke vielmals.
Ich glaube, wir stehen in der Schuld dieser seltenen Individuen, die trotz des enormen Risikos aufstehen und sagen: Wisst ihr was? Auch wenn jeder andere schweigt, ich nicht. Ich werde mich nicht so verhalten, das bin ich mir selbst schuldig. Ich habe eine Verpflichtung, zu versuchen, etwas zu ändern. Veränderung beginnt mit mir. Veränderung beginnt mit uns.
Vielen Dank.“

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