Abschied von der Wissenschaft

09-12-20 03:11:00,

Seriöse Wissenschaftler zeichnen sich dadurch aus, dass sie nach ausreichender Bedenkzeit und umfangreichen Recherchen zur Tastatur greifen. „Ad-hoc-Stellungnahmen“ gehören daher nicht zum Werkzeugkasten evidenz-basierter Wissenschaft. Die Leopoldina hat am 8. Dezember bereits zum siebten Mal gegen dieses eherne Gesetz verstoßen, indem sie zur derzeit laufenden Pandemie-Inszenierung Stellung bezieht (1).

Die von einem bunten Sammelsurium von Akademikern in staatlichen Diensten geforderten Maßnahmen entsprechen 1:1 den von der Merkel-Regierung forcierten Restriktionen. Eine eigenständige Handschrift oder gar eine wissenschaftlich fundierte Begründung für weitere Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und weiterer gesetzlich verankerter Rechte fehlt.

Die Forderung nach einem „harten Lockdown“ wird ausschließlich mit Modellannahmen dubioser Provenienz begründet. Dabei schrecken die Wissenschaftsgaukler nicht einmal vor der Abschaffung der Schulpflicht zurück!

Ja richtig. Eine akademische Gesellschaft stellt einen Zusammenhang zwischen einer der wichtigsten Bildungserrungenschaften der letzten Jahrhunderte und der Gesundheitsgefahr durch eine Grippe her. Bildung oder Infektionsausbreitung heißt die simple Alternative. Für die Damen und Herren der Leopoldina muss die Bildung auf dem Altar der jährlichen Erkältungskrankheiten geopfert werden. Die UNICEF hat bereits im Sommer eindringlich davor gewarnt, dass mangelnde Schulbildung Millionen von Kindern die Zukunft stehlen wird (2).

Die Leopoldina wird als fortbestehende Zombie-Akademie dann nur noch von Akademikern anderer Länder bespielt werden können. Denn woanders wird seit Monaten unterrichtet und das auch noch ohne Gesichtsverhüllung und Dauerlüftung. Die Leopoldina zeigt damit Geistes- und Charakterbildung die rote Karte; denn mit den wertlosen PCR-, Antigen- und Antikörpertests könnte es bestenfalls noch im Sommerhalbjahr einen Schulunterricht geben. Allerdings auch nur, wenn nicht dauernd getestet wird … Eine Schulpflicht hätte es mit dieser Einstellung in den letzten Jahrhunderten nicht gegeben, da menschliche Nähe immer zu Infektionen führen wird.

Die Leopoldina liefert den wissenschaftlichen Heiligenschein für die weltweit gewünschte Rückkehr zur Unmündigkeit der Feudalgesellschaften. Nicht aufgrund irgendwelcher belastbarer Studiendaten. Nein, allein auf der Basis der sogenannten algorithmischen Neowissenschaften, die auf luftigen oder manipulierten Modellrechnungen beruhen. Als hätten solche Berechnungen nicht schon in der aktuellen „Covid“-Inszenierung fälschlich Millionen von Kranken und Toten vorhergesagt, die es nirgendwo gab.

Obwohl es keine einzige seriöse Studie gibt, die Mund-Nasen-Bedeckungen eine Schutzwirkung für Träger und Kontaktpersonen im realen Leben zuspricht (3), werden Masken zu den „wirkungsvollsten“ Maßnahmen gerechnet. Weder in einer aktuellen dänischen Studie (4), noch in einer Fragebogenerhebung der amerikanischen Seuchenbehörde CDC gab es Hinweise auf einen Nutzen (5). Der Aufenthalt im Freien,

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Mein Abschied von The Intercept

17-11-20 11:28:00,

von Glenn Greenwald

Heute habe ich meinen Ausstieg bei The Intercept, der publizistischen Website, die ich gemeinsam mit Jeremy Scahill und Laura Poitras im Jahr 2013 gegründet habe, sowie von der Muttergesellschaft First Look Media bekannt gegeben.

Der letztlich ausschlaggebende Anlass ist, dass die Redaktion von The Intercept, unter Verletzung meines vertraglichen Rechts auf redaktionelle Freiheit, einen Artikel zensierte, den ich diese Woche geschrieben habe, und sich weigerte, ihn zu veröffentlichen, wenn ich nicht alle kritischen Passagen über den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden streiche, der von allen New Yorker Intercept-Redakteuren, die an diesem Zensurversuch beteiligt waren, vehement unterstützt wird.

Der zensierte Artikel, der auf kürzlich veröffentlichten E-Mails und Zeugenaussagen basiert, warf kritische Fragen zu Bidens Verhalten auf. Die Intercept-Redakteure gaben sich nicht damit einfach zufrieden, die Veröffentlichung dieses Artikels in dem von mir mitbegründeten Internet-Magazin zu verhindern, sondern verlangten auch, dass ich auf mein Sondervertragsrecht verzichte, diesen Artikel woanders zu publizieren.

Ich hatte kein Problem damit, dass sie mit meinen Ansichten über das, was diese Belege über Biden deutlich machen, nicht einverstanden waren: Als letzten Versuch der Zensur zu entgehen, ermutige ich sie, ihre Meinungsverschiedenheiten mit mir darzulegen, indem sie in eigenen Artikeln meinen Standpunkt zu kritisieren und den Lesern die Entscheidung überlassen, wer recht hat, so wie das jedes souveräne und funktionierende Medienunternehmen tun würde. Aber moderne Medien erörtern keinen Dissens; sie zermalmen ihn. Den Weg, den diese Redakteure als Biden-Unterstützer wählten, war also eher die Zensur meines Artikels, als sich mit ihm auseinanderzusetzen.

Der zensierte Artikel wird in Kürze auf dieser Seite veröffentlicht werden — er ist bereits hier veröffentlicht, und die E-Mail-Korrespondenz mit den Intercept-Redakteuren bezüglich der Zensur sind hier. Mein Abschiedserklärung, die ich heute Morgen (29. Oktober 2020, Anmerkung des Übersetzers) an den Präsidenten von First Look Media, Michael Bloom, geschickt habe, ist nachstehend veröffentlicht.

Ab sofort werde ich meinen Journalismus hier auf Substack veröffentlichen, wohin zahlreiche weitere Journalisten — darunter mein guter Freund, der großartige und unerschrockene Reporter Matt Taibbi — gekommen sind, um Journalismus frei von dem zunehmend repressiven Klima zu betreiben, das die nationalen Mainstream-Medien im ganzen Land vereinnahmt.

Dies war keine leichte Entscheidung: Ich opfere freiwillig die Unterstützung einer großen Institution und ein sicheres Gehalt im Tausch gegen nichts als den Glauben daran,

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Der spektakuläre Abschied des investigativen Journalisten Tareq Haddads von Newsweek

06-05-20 07:55:00,

In einem langen Exposé-Essay [3] schreibt der Newsweek-Journalist Tareq Haddad [4] über das Zusammenspiel der „Zustimmung der Allgemeinheit“ (im Original: Manufacturing Consent [2]) und der „Operation Mockingbird“ [1] (Anm.d.Red.: CIA-Operation zur Überwachung und Einschüchterung von Journalisten).

Gleichzeitig ist dieser Essay ein Abschied vom Beruf, indem er erklärte, warum er bei der New Yorker Zeitschrift sehr öffentlich seinen Job [5] kündigte: „Der Journalismus stirbt schnell. Amerika macht Rückschritte, weil ihm die Wahrheit fehlt.“

Der Auslöser für seine Entscheidung war die Unterdrückung seiner Enthüllungsgeschichte über die OPCW (Organisation für das Verbot chemischer Waffen), die einen Haufen Beweise in Bezug auf den  Douma-Angriff 2018 versteckt hatte [6] und die damit den Weg für eine weitere militärische Intervention in Syrien ebnete. Aber unter der Oberfläche ging es um weit mehr als das. Haddads Essay beschrieb, wie Journalisten missbraucht werden und wie die Medien die Öffentlichkeit zum Krieg treiben, indem sie Verleumdungen von Politikern koordinieren, die sich dagegen stellen. Die spektakulärste Behauptung ist jedoch, dass es ein Netzwerk von Hunderten von Regierungsvertretern gibt, die als hochrangige Redakteure in den Nachrichtenredaktionen in ganz Amerika arbeiten, wobei er sogar denjenigen der Newsweek nannte.

Haddad wusste, welche Konsequenzen es nach sich zieht, so etwas öffentlich anzusprechen:

„Letztendlich war diese Entscheidung ziemlich einfach, und ich weiß, dass die Konsequenzen für mich nicht wünschenswert sein werden. Ich werde arbeitslos sein, Geldprobleme bekommen und wahrscheinlich keinen Job in der Branche finden, die mir so sehr am Herzen liegt. Wenn ich ein wenig Glück habe, werde ich als Verschwörungstheoretiker, vielleicht als Assad-Verteidiger oder sogar als russischer Aktivposten – die lächerlichste Verleumdung dieser Tage –  verunglimpft werden“ [7].

MintPress News bat ihn um einen Kommentar. Er antwortete, er sei sich sicher, dass es fähigere und wohlmeinendere Reporter als ihn gäbe, denen er den Vorzug geben würde. „Hoffentlich werden diese Journalisten den Mut haben, das Thema mit ihren Redakteuren voranzutreiben oder aber sich der Peinlichkeit zu stellen, die die Branche erleben wird, wenn die Wahrheit offensichtlich wird“, erklärte er.

Newsweek waren nicht die einzigen [8], die es versäumten, über die Enthüllungen der OPCW zu berichten. Praktisch die gesamte Mainstream-Presse (mit Ausnahme von Tucker Carlson [9]) ignorierte oder verharmloste die Erkenntnisse, die den syrischen Bürgerkrieg in ein ganz anderes Licht rücken.

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Abschied vom Sterben

23-08-19 08:45:00,

Vor dreißig Jahren fiel mir ein Buch in die Hände, dessen Titel mich auf Anhieb faszinierte. Er lautete: „Unfug des Lebens und des Sterbens“. Den Autor Prentice Mulford kannte ich damals nicht, inzwischen ist er mir durch andere hinzugekaufte Werke wohl vertraut. Mulford (1834 bis 1891) war ein US-amerikanischer Journalist, Philosoph und Schriftsteller. Er starb alleine, in einem Segelboot vor Long Island treibend.

Die österreichische Schriftstellerin Bertha Diener (1874 bis 1948), besser bekannt unter ihrem Pseudonym Sir Galahad, schrieb über Mulford:

„Er ist ein Heiliger, ein Durchschiffer spiritueller Ozeane. Seine Weisheit wuchert wild wie ein Dornbusch. Nie wird ihm eine Erkenntnis aus zweiter Hand. Wollte unser Herr Jesus Christus ihn in eine längere Offenbarung verwickeln, er würde vielleicht höflich, jedenfalls entschieden ablehnen und zöge es vor, sich seine Informationen vom lieben Gott direkt zu holen.“

Bertha Diener hat die Schriften Mulfords übersetzt. Sie wurde sein größter Fan. Tatsächlich ist es kaum möglich, sich der unbekümmerten, humorvollen und gleichzeitig radikalen Gedankenwelt dieses Mannes zu entziehen, dessen deutschstämmige Eltern ein Hotel in Sag Harbor besaßen, zu dem ihr Sohn unterwegs war, als er starb. Der Fischer Verlag schrieb 1977 einleitend über das in seinem Hause verlegte Buch „Unfug des Lebens und des Sterbens“:

„Haben wir es noch nötig, zu sterben? Oder sterben wir nur, weil wir glauben, dass wir es müssen? Sollten wir nicht lieber leben lernen — denn richtig leben wird sterben überflüssig machen. Durch eine Vielzahl köstlicher Essays zieht sich wie ein roter Faden diese Aufforderung: doch von unserem Kleinmut und unserer geistigen Enge zu lassen und uns stattdessen aufzuschwingen zu der Freiheit und der Macht des Bewusstseins, das wir in Wirklichkeit sind.“

Die Macht des Bewusstseins. Eine ungeheure Kraft. Unser Geist, so Prentice Mulford, hat die wunderbare Fähigkeit, dieses Leben, diese Kraft an sich zu ziehen. Und was er einmal an sich gezogen hat, bleibt ihm in alle Ewigkeit. Leider ist die europäische Kultur von dem Gedanken geprägt, dass Kraft dazu da ist, für oder gegen etwas angewendet zu werden. Das ist falsch. Kraft zu haben bedeutet, voll und ganz gegenwärtig zu sein. Wir müssen wieder lernen, die simple Wahrheit der Zusammengehörigkeit allen Lebens zu verstehen. Das kann doch nicht so schwer sein. Zumal es das einzige wirkliche Vergnügen ist, welches das Leben für uns permanent bereithält.

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Abschied vom Abendland

05-07-18 09:04:00,

„Nicht um die Erfinder von neuem Lärme: um die Erfinder von neuen Werten dreht sich die Welt; unhörbar dreht sie sich“, schreibt Friedrich Nietzsche in „Also sprach Zarathustra“ (1).

Die Bekehrung zum Christentum ging nicht – wie noch von Jesus vorausgesetzt – mit einer tiefgreifenden Veränderung der Charakterstruktur des Menschen und seiner Lebensweise einher, sondern war „begleitet von einer mehr oder weniger weitgehenden Unterwerfung“ unter die Strukturen und die Praxis der nach seinem Tod sich etablierenden christlichen Kirche (2).

Inzwischen – so Erich Fromm – erübrigt sich schon der Nachweis, dass die gesamte abendländische Geschichte durch eine ständig wiederkehrende Anwendung von Gewalt, von Eroberung, Ausbeutung und Unterdrückung gekennzeichnet ist. Die Schuld dafür allein dem Machtwillen, der Habgier und der Gewissenlosigkeit einiger weniger Anführer zuzuschreiben, reicht aber nicht aus, denn diese hätten ihre Ziele niemals erreichen können, „wenn der Wunsch, zu erobern und über andere zu siegen“, nicht auch in der Charakterstruktur eines großen Teils der Menschen selbst „verwurzelt gewesen wäre und es noch immer ist“ (3).

Die Geschichte des christlichen Abendlandes erweist sich damit als ein äußerst vielschichtiger und widersprüchlicher Prozess. Sie ist eben nicht nur eine Geschichte großer wissenschaftlicher Entdeckungen und wirtschaftlicher Erfolge sowie der Verkündung hoher moralischer Werte, wobei sich viele selbst auch gern als ein nachahmenswertes Beispiel für andere Kulturen sehen, sondern sie ist auch „eine Geschichte der Eroberungen, der Eitelkeit und der Habgier; unsere höchsten Werte sind: stärker als andere zu sein, andere zu unterjochen und auszubeuten“ (4).

Selbstsüchtiges Verhalten, Habsucht und Egoismus sind zu einem nicht unwesentlichen Teil die Produkte der jeweils vorherrschenden kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung. Sie führen weder zu einem inneren Frieden der Menschen noch zu dauerhaft friedlichen Beziehungen zwischen ihnen, sondern bilden – ganz im Gegenteil – die Grundlage für ein ‚falsches Leben‘ und werden damit zum Ausdruck für eine Lebensweise, die der menschlichen Natur weitgehend widerspricht. Diese Art zu leben ist nicht von Geburt an gegeben, und bringt zunehmend pathogene Charakterzüge hervor, welche „schließlich den Menschen und damit die Gesellschaft krank machen“ (5).

So sind rein ökonomische Grundsätze und Prinzipien, wie Wettbewerbsdenken, Konkurrenzverhalten und Marktorientierung, inzwischen längst zu Leitbildern der individuellen Lebensführung geworden. Diese Entwicklung führt unter anderem auch dazu, „daß das klassische Leistungsprinzip zunehmend durch das Prinzip des Erfolgs ersetzt“ wird (6). In der Gesellschaft wird dadurch „eine immer striktere Unterscheidung zwischen ‚Gewinnern‘ und ‚Verlierern‘“ befördert,

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