DER KATALANISCHE „NATIONALISMUS“ IST EIN ANTI-NATIONALISMUS

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Zum Verständnis der aktuellen politischen Lage in Spanien

Der Katalonien-Konflikt hält Europa in Atem. Von kategorischer Ablehnung der katalanischen Unabhängigkeitsbestrebungen über genervtes Wegschauen bis zu russischer Begeisterung über das europasprengende Potential der Veranstaltung ist im Strauß der Reaktionen alles vorhanden. Unser Autor – Katalonien-Kenner und bisheriger Gegner der Unabhängigkeit – erzählt die Geschichte eines rebellischen Völkchens und versucht sich dem katalanischen Selbstverständnis anzunähern.


Von: Felix Hau

Publiziert 16-11-2017

Am 27. Oktober verfolgen Katalanen in Barcelona die Parlamentsabstimmung über die Unabhängigkeit. - Foto: © curto / Fotolia.com
Am 10. Oktober 2017 verfolgen Katalanen in Barcelona die Ansprache des katalanischen Präsidenten. – Foto: © curto / Fotolia.com

Am Abend des 11. November verwandelten in Barcelona rund 750.000 Menschen die Calle Marina – eine breite Verkehrsstraße, die vom Zentrum auf den Hafen zuläuft – auf drei Kilometern Länge in ein Lichtermeer; alle hatten die Taschenlampen-Funktion ihres Handys aktiviert. Die Katalanen lernen bereitwillig und schnell – vor allem aus eigenen Fehlern: Einige Wochen zuvor waren 250.000 Menschen mit Kerzen auf die Straße gegangen, was am Folgetag zu einem kosten- und personalintensiven Einsatz der Stadtreinigung nebst Verkehrschaos geführt hatte; das wollte man diesmal selbstverständlich vermeiden.

Bargeld-Rationierung wirft Indiens Wirtschaft weit zurück

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Ein Jahr nach der überraschenden Bargeld-Rationierung zeigen sich schwere Verwerfungen in der Volkswirtschaft Indiens.

Publikation 13-11-2017

Inder füllen Ende Dezember 2016 Anträge zur Einzahlung alter Rupien-Noten vor einer Niederlassung der indischen Zentralbank in Bangalore aus. (Foto: dpa)
Inder füllen Ende Dezember 2016 Anträge zur Einzahlung alter Rupien-Noten vor einer Niederlassung der indischen Zentralbank in Bangalore aus. (Foto: dpa)

Die am 8. November 2016 überraschend verkündete Bargeld-Reform hat der indischen Volkswirtschaft schwere Schäden zugefügt. Rund ein Jahr nach ihrer Einführung zeigen sich noch immer verheerende Folgewirkungen des Verbots der beiden größten Geldscheine des Landes.

Premierminister Modi hatte damals den 500-Rupien-Schein sowie den 1000-Rupien-Schein über Nacht für ungültig erklärt. Stattdessen sollten die Bürger ihr Geld auf die Bank bringen, und Konten eröffnen. Obwohl die Regierung die Maßnahme anfangs mit dem Kampf gegen Schwarzgeld und Terror-Finanzierung begründet hatte, verkündete Modi wenig später, dass Indien die erste komplett bargeldlose Gesellschaft auf der Erde sein sollte.

Reviving the Spirit of Existential Rebellion in a World of Propaganda, Lies and Self Deception

By: EDWARD CURTIN

Published 9-11-2017

 

Photo by Mónica Leitão Mota | CC BY 2.0

Search for nothing anymore, nothing
except truth.
Be very still and try to get at the truth.

And the first question to ask yourself is:
How great a liar am I?

– D. H. Lawrence, “Search For Truth” 

Like existential freedom, honesty and truth-seeking demand a perpetually renewed commitment. No one ever fully arrives, and all of us are blown off course on the journey.  Even when we think we have reached our destination, we are often startled by the enigma of arrival, and must set sail again.  We are all in the same boat. The search for truth is a process, an experiment, an essay – a trying without end.

„POLITIK MUSS AUCH MAL ETWAS WAGEN“


Die Jamaika-Koalition des Landes Schleswig-Holstein hat im Koalitionsvertrag das Thema “Grundeinkommen” festgehalten. Wie es dazu kam, was daraus werden könnte und wie das Thema auf Bundesebene weitergeht erklärt der Grünen-Politiker Arfst Wagner im Info3-Interview.

Publiziert 7-11-2017

Engagiert sich bei den Grünen für das Thema Grundeinkommen: Arfst Wagner

In der Jamaika-Koalition in Schleswig-Holstein ist das Grundeinkommen als Thema festgeschrieben worden. Wie kam es dazu und was bedeutet das?

Ich war bei den Koalitionsverhandlungen Mitglied der Grünen-Verhandlungsgruppe für Soziales. Wir hatten uns auf harte Kämpfe eingestellt, die wir bereits aus den Verhandlungen mit der SPD kannten, konnten dann überraschenderweise einige strittige Themen rasch klären, weil es auch menschlich zwischen den Parteien stimmte. Denn auch CDU und FDP wissen: Unsere Sozialsysteme, also Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung, fahren in zehn, fünfzehn Jahren gegen die Wand. Ein Loblied auf das Hartz IV-System konnten wir nicht mittragen, die Passage war für uns nicht akzeptabel. Wir haben als Grüne den Standpunkt vertreten, dass wir angesichts der wahren Arbeitslosenzahlen, den zunehmenden unterbrochenen Berufsbiografien und der kommenden digitalen Gesellschaft ein Sozialsystem brauchen, dass diesen Problemstellungen gerecht wird. Wir müssen das Grundeinkommen breit diskutieren. Das Thema ist inzwischen eine öffentliche Debatte, der sich eine Jamaika-Koalition nicht entziehen kann. Die Idee des Grundeinkommens war für keinen am Tisch neu, alle waren interessiert und so entstand der Vorschlag, ein Zukunftslabor für das Grundeinkommen und die Umgestaltung der sozialen Sicherungssysteme zu gründen, was dann in den Koalitionsvertrag aufgenommen wurde. Die Uneinigkeit betraf eigentlich mehr die Bezeichnung: Die FDP wollte es „liberales Bürgergeld“ nennen, die CDU „motivierendes Grundeinkommen“ und wir als Grüne eben „bedingungsloses Grundeinkommen“. Die Einigung bestand dann darin, die drei Adjektive wegzulassen. Das Thema war in zehn Minuten durch. Die Verhandlungen werden bald beginnen.

In den Medien konnte man auch von geplanten Feldversuchen lesen?

Goldstandard und Merkantilismus

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istock/tvildanov

Von: Markus Pfeifer

 

David Humes Quantitätstheorie ist keineswegs so selbstevident, wie ihre Verteidiger oft meinen. Experimente mit dem Freihandel unter dem Goldstandard waren keine große Friedensära, sondern die Fortsetzung des Merkantilismus mit anderen Mitteln.

In der Ära der Kolonisierung war die vorherrschende Praxis der größten Staaten, Exporte billig und Importe teuer zu machen. Diese Praxis, die sich meist ad-hoc ergab und kaum theoretisch begründet wurde, nennt man heute Merkantilismus. Für die europäischen Mächte indes war diese Praxis von Vorteil: auf verschiedenen Wegen verdiente man an den Exporten mit und konnte sich so größere Heere und größere Prachtbauten leisten als der Nachbar.

15 Monate Dutertismo – Annäherungen an ein philippinisches Phänomen

www.NachDenkSeiten.de - die kritische Website

Dr. Rainer Werning, Sozialwissenschaftler und Publizist mit den Schwerpunkten Südost- und Ostasien hat für die NachDenkSeiten einen Informationstext zur Entwicklung in den Philippinen geschrieben.

Von: Rainer Werning

Publikation 9-10-2017

Vorbemerkung

Der seit Ende Juni 2016 amtierende 16. Präsident der Philippinen, Rodrigo R. Duterte, polarisiert die Gesellschaft des Inselstaates wie kein Politiker vor ihm. Für seine Anhänger ist „Rody“ oder „Digong“, wie er von ihnen liebevoll genannt wird, ein „langersehnter Messias“. Seine Gegner und Kritiker sehen in ihm indes einen mit hoher krimineller Energie aufgeladenen „Macho-Haudegen“ oder einen „Soziopathen“.

Den Politikstil des Präsidenten bezeichne ich als Dutertismo, der sich wie folgt charakterisieren lässt: Es ist dies ein Politikstil, der sich durch bizarres Mäandrieren zwischen populistischem, mitunter finster reaktionärem Poltern und links drapiertem Habitus auszeichnet. Inszeniert wird diese Pendelpolitik gemäß knallhartem Machtkalkül oder sie geschieht in impulsivem Stakkato.

China voorbij de poppenkast. Vier zaken die je moet weten over het grootste land van de wereld

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De berichtgeving in het Westen over het negentiende congres van de Chinese Communistische Partij was bedroevend. Alle aandacht ging bijna uitsluitend naar ‘de poppetjes van de zogenaamde show’, naar één man en de speculaties over hoe veel macht hij zou hebben. Nochtans ging dit congres niet over de persoon van Xi Jinping maar over de fundamentele veranderingen en uitdagingen van het grootste land ter wereld. Maar daarover kwamen we praktisch niets te weten, tenzij wat opgewarmde clichés.

Door: Marc Vandepitte en Ng Sauw Tjhoi

Publicatie 30-10-2017

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Centraal in het congres staat het gegeven dat China zich in een nieuw tijdperk van ontwikkeling bevindt. De term ‘nieuw tijdperk’ kwam 36 maal voor in de speech van president Xi. Het oude tijdperk werd gekenmerkt door de snelle ontwikkeling van de economie en technologie, gepaard gaande met sociale ongelijkheid en milieuproblemen. Het nieuwe tijdperk streeft naar een duurzame en evenwichtige groei, een hogere levenskwaliteit voor de bevolking, meer inspraak en een meer vooraanstaande rol op het wereldtoneel.[1]

Hieronder geven we wat achtergrondinformatie over een aantal domeinen van de Chinese maatschappij in volle verandering, in volle ‘ontwikkeling’. In de hoop kennis, kritiek en/of begrip sterker te kunnen onderbouwen.

Q&A with Esquire Magazine plus a warning for Trump

Political Correctness: Die Macht der Opfer

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Von: Bernd Stegemann

 

Wer das Sagbare bestimmt, beherrscht auch das Denkbare. Die Political Correctness ist die neue Waffe im Kampf um die begehrtesten Plätze, von denen aus man das Sprechen der anderen überwachen darf.

Die Geschichte der Political Correctness fängt in den Seminarräumen europäischer und nordamerikanischer Hochschulen an. In den 1960er Jahren wurde als Folge der performativen Wende dort ein Gedanke verstanden, den das Theater schon seit über zweitausend Jahren vorführt: Worte können verletzen, mit Sprache kann gehandelt werden und Kommunikation ist immer auch ein Kampf.

Die verspätete Einsicht führte bei den Dozenten und ihren Studenten als Erstes dazu, dass aus ihnen DozentInnen und StudentInnen wurden. Niemand sollte sich mehr durch die männliche Sprachform ein- oder ausgeschlossen fühlen.

De AOW leeftijd gaat in 2023 niet -verder- omhoog

Door- en publicatie van: Ad Broere, 3-11-2017

een andere en vernieuwende visie

 

De AOW leeftijd gaat in 2023 niet verder omhoog, een signaal dat niet mag worden genegeerd. De media melden dat dit het gevolg is van een nieuwe raming van het Centraal Bureau voor de Statistiek. Een jaar geleden schreef ik: ‘Leven we echt zoveel langer?’ Op grond van de statistieken van het CBS kwam ik daarin tot de conclusie dat de ramingen die leidden tot zorgen bij de overheid omtrent de betaalbaarheid van de AOW niet gestoeld waren op de feiten. Een jaar later wordt dit officieel toegegeven. De media voegen aan de ‘nieuwe’ ramingen van het CBS toe, dat dit kan leiden tot een problematische situatie voor de overheidsfinanciën op lange termijn…  Dit is een demonstratie van raar rekenen, want als de gemiddelde leeftijd waarop mannen en vrouwen overlijden niet toeneemt en de leeftijd van pensionering wel, dan nemen de problemen voor de overheidsfinanciën juist eerder af.

Ernstiger dan de overheidsfinanciën is de vraag: ‘Waarom leven we gemiddeld niet langer’? Wat is er aan de hand dat er relatief steeds meer mensen overlijden voor hun pensioengerechtigde leeftijd, terwijl er aan de andere kant een groep is die na hun pensioengerechtigde leeftijd een toenemende levensverwachting heeft? Deze vraag beantwoord je niet met de economisch-statistische rekenmodellen van het CPB. Om hierop een antwoord te vinden moet je voorbij de economie gaan, want die wetenschap geeft geen inzicht in sociologische en psychologische vraagstukken. De economie heeft een zuiver materialistische kijk op de mens: oneindige behoeftes en schaarse middelen om die behoeftes te bevredigen, waardoor er voortdurend rationele keuzes worden gemaakt over hoe die behoeftes het best kunnen worden bevredigd. De rekenmodellen van het CPB zijn op deze eenzijdige visie gebaseerd en de politiek neemt zijn beslissingen op basis van de uitkomsten van die rekenmodellen. Angst, onzekerheid, gebrek aan zingeving etc. tellen niet mee. In mijn volgende boek ga ik hier dieper op in.

Long, personal interview with William Leith in The Guardian on ‘Talking to my Daughter About the Economy’

Interview with: William Leith

Published 3-11-2017

Yanis Varoufakis is telling me about the birth of his daughter, Xenia. “What I felt was an immense weight of responsibility,” he says. “Absolutely blind love and the sense of focusing on one individual.” But the experience didn’t make him feel like a different person. “It didn’t change my internal constitution or the way I looked at the world.”

He was in an odd situation. Xenia was born in Australia. But Varoufakis himself was “not exactly” living in Australia. “My daughter came to life as the result of a broken-down marriage. “My former wife and I managed to do that which I always loathed when people did it. We managed to have a child when we were breaking up. Not a good idea … but it turned out brilliantly.”

Mündet die Ära Michelle Bachelet in neuer konservativer Wende?

www.NachDenkSeiten.de - die kritische Website

Chiles fortschrittliche Genderpolitik und schlaffe soziale Verantwortung – mündet die Ära Michelle Bachelet in neuer konservativer Wende?

Ein Bericht von Frederico Füllgraf

Publikation 17-10-2017

Am kommenden 19. November 2017 wählt Chile eine/n neue/n Staatschef/in und die Erneuerung des Unter- und Oberhauses des Parlaments, mit 120 Abgeordneten und 38 Senatoren. Zur Präsidentschaftswahl treten 8 Kandidatinnen und Kandidaten an, doch nur drei von ihnen haben eine reale Chance: der Kandidat von Michelle Bachelets Mitte-Links-Koalition, Alejandro Guillier, der konservative Multimilliardär Sebastián Piñera und die liberale Beatriz Sánchez von der linken „Frente Amplio”. Nach jüngsten Meinungsumfragen des chilenischen Instituts Cadem, vom September 2017, läge Piñera im ersten Wahlgang mit 43 Prozent der Stimmabsichten weit vor seinen Herausforderern Guillier (20 Prozent) und Sánchez (15 Prozent) und würde auch eine Stichwahl gegen Guillier mit 50 Prozent gegen 38 Prozent gewinnen.

Unfolding Peasant Rebellion in India

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100 Years After Peace-Land-Bread and 50 Years After Naxalbari Peasants Rebellion. Where Do We Stand Now

By: Sandeep Banerjee

On the Sept 22, 2017, during a march of All India Kisan Sangharsh Co-ordination Committee, one of its leaders Mr Yogendra Yadav(henceforth YY) told us:

“So, what we are witnessing is the beginning of something that can only be described as a peasant rebellion”[1] Because, there were outbursts of peasants’ movement in several states of India in the last 12-14 months, and also, “Second, they are being run by different organisations, but the demands are actually common. Every single protest boils down to two demands: fair and remunerative price and complete loan waiver…. This de-facto common agenda has emerged in the formation of the All India Kisan Sangharsh Co-ordination Committee, bringing together more than 150 farmer organisations. So, there is a possibility.”[2]