Völlig anders als in Deutschland: Wie das russische Fernsehen über die Lage in den USA berichtet | Anti-Spiegel

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26-08-20 07:56:00,

Derzeit läuft der Parteitag der US-Republikaner und wieder einmal ist es spannend, wie unterschiedlich deutsche und russische Medien berichten.

Wenn der Parteitag vorbei ist, werde ich die Berichterstattung der deutschen Medien über die Parteitage der Republikaner und der Demokraten vergleichen. Es ist schon wirklich offensichtliche und plumpe Propaganda, die die deutschen Medien bei dem Thema machen. Während sie in den schönsten Farben über den Parteitag der Demokraten berichtet haben, ohne zum Beispiel groß darauf einzugehen, dass viele der Reden dort aus der Konserve gekommen sind und keineswegs live vorgetragen wurden, was sich leicht an bestimmten Aussagen festmachen lässt, die veraltete Daten zum Beispiel zu Corona-Opfern enthielten, verteufeln sie den Parteitag der Republikaner mit Überschriften, die von „Trumps Horrorshow“ berichten. Mein persönlicher Höhepunkt war bisher ein Spiegel-Bericht über einen Jungen, der erzählte, wie Biden ihn von seinem Stottern geheilt habe. Biden der Messias und Wunderheiler, lächerlicher geht es nun wirklich nicht mehr. Denke ich zumindest, aber vielleicht toppen die „Qualitätsmedien“ ja auch das noch einmal.

Aber den Artikel über all diese Dinge, schreibe ich gegen Ende der Woche. Heute will ich als Kontrastprogramm zur deutschen Berichterstattung einen russischen Beitrag über den Parteitag der Republikaner und die Situation in den USA übersetzen, der am Dienstag in den russischen Abendnachrichten gelaufen ist. Zusammen mit meiner Übersetzung wird das Video auch ohne Russischkenntnisse verständlich sein und da die Bilder durchaus interessant sind, empfehle ich, den Beitrag nach der Lektüre der Übersetzung anzuschauen.

Beginn der Übersetzung:

Unterstützung für Trump und neue Proteste: Die Lage in den USA

In der Nacht vom 24. auf den 25. August verwüsteten Demonstranten erneut die Straßen in US-Städten. Proteste toben auch in North Carolina, wo der zweite Tag der Republican National Convention stattfindet. Donald Trump hat nun unerwartet Unterstützung von einigen demokratischen Gegnern erhalten.

Aus den USA berichtet unser Korrespondent.

Es sind Bilder, wie aus einem Film über die Apokalypse. Kenosha ist eine Stadt in Wisconsin, die in der zweiten Nacht in Folge von Demonstranten beherrscht wird. Die Videos, die im Internet erschienen, ähneln den Aufnahmen aus Filmen über die Apokalypse. Häuser brennen. Zuvor brannten sie eine Kirche und ein Autohaus ab, die Zahl kaputter Autos geht in die Dutzende. Während die einen zerstören, plündern die anderen, obwohl in der Stadt Ausgangssperre herrscht und die Nationalgarde der Polizei zur Hilfe gekommen ist.

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Völlig anders als in Deutschland: Wie in Russland über die Unruhen in den USA berichtet wird | Anti-Spiegel

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26-07-20 03:36:00,

In Deutschland wird in den „Qualitätsmedien“ von Demonstrationen gegen Rassismus berichtet und die Medien kritisieren Trump, wenn er – auch gegen den Willen der Bürgermeister – föderale Ordnungshüter schickt. Das russische Fernsehen zeigt ungeschönt, was in den USA vor sich geht. Ob die Redakteure deutscher Medien auch gegen zusätzliche Ordnungshüter wären, wenn das bei ihnen vor der Tür passieren würde?

Was in den USA abläuft, muss man als „amerikanischen Maidan“ bezeichnen. Also als den Versuch, bestimmter Gruppen, gewaltsam die Regierung zu stürzen. Die Finanziers und Organisatoren sind sogar die gleichen, wie beim Maidan. Und auch die Mittel sind identisch. Nur ist der Maßstab größer, denn was sich in Kiew auf einen Platz beschränkt hat, passiert in den USA im ganzen Land.

Bemerkenswert ist dabei, dass die deutschen „Qualitätsmedien“ die Ausschreitungen der „Partyszene“ in Deutschland kritisieren, aber bei viel heftigeren, tödlicheren und länger andauernden Unruhen in den USA gegen den sind, der diese Zustände beenden will.

Ich habe – als Kontrastprogramm zur deutschen Berichterstattung – einen Bericht des russischen Fernsehens zu dem Thema übersetzt. Mit meiner Übersetzung sollte der Bericht auch ohne Russischkenntnisse verständlich sein.

Beginn der Übersetzung:

Polizei kann Massenproteste in den USA nicht kontrollieren, Trump ist unzufrieden

Portland, Chicago, Seattle – Die USA sind in Massenproteste gefangen. Die Antirassismus-Aktivisten sind gegen die Sicherheitskräfte, die Donald Trump in die Städte des Landes geschickt hat, um die Ordnung wiederherzustellen. Demonstranten organisieren Pogrome und Brandstiftungen, greifen Polizisten und sogar einander an.

Die Proteste in Seattle gingen fast sofort über das hinaus, was man „friedlich“ nennen kann. Demonstranten setzten Gebäude in Brand, lösten Explosionen in der Nähe einer Polizeiwache aus und schlugen Fenster ein. Und die Polizisten selbst bewarfen sie mit Steinen, Flaschen, und Sprengkörpern.

Mehrere Polizisten wurden bereits mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Die gewalttätigsten Demonstranten werden festgenommen. Die Polizei nennt das, was vorgeht, einen Aufstand (Hier ist der im Beitrag gezeigte Tweet der Polizei, es gab aber in der Nacht noch eine ganze Reihe anderer Tweets, das Zitat ist eine korrekte Zusammenfassung der Meldungen der Polizei aus der Nacht, wie man hier sehen kann).

Due to the ongoing damage and public safety risks associated with this incident,

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Nach Corona anders zusammenleben! Wie? Was soll anders werden?

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25-03-20 02:43:00,

Zurzeit machen sich schon erstaunlich viele Menschen Gedanken darüber, was hierzulande anders werden soll, wenn wir die jetzige Pandemie und die getroffenen Einschränkungen unseres Zusammenlebens überwunden haben. Amtspersonen, die bis dahin mit dem Wort „Solidarität“ und mit dem Sozialstaat distanziert umgingen, bekennen sich dazu. Manche schwärmen von der in der Krise praktizierten Solidarität, vom gemeinsamen Singen und von der Hilfe für andere Menschen. Das soll hier nicht schlechtgemacht werden. Es soll allerdings die Frage gestellt werden, wie die jetzigen Lippenbekenntnisse einschließlich der guten Taten von heute dann künftig auch Wirklichkeit werden und bleiben. Was soll anders werden? Wie könnte eine solidarische Gesellschaft aussehen? Was muss dazu konkret geschehen? Der Beantwortung dieser Fragen wollen wir eine Serie widmen und daran auch NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser beteiligen. Siehe unten A. Albrecht Müller.

In mehreren Talkshows und Nachrichten-Sendungen ist die Vorstellung, dass wir nach Überwindung der jetzigen Pandemie anders, eben solidarischer zusammenleben sollten, propagiert worden. Auffällig deutlich hat das Olaf Scholz formuliert. Der Sozialstaat sei manchmal besser als sein Ruf, hat er in diesem Zeit-Interview gemeint. Andere äußerten sich ähnlich. Die wichtige Frage ist, wie lange diese Einsichten anhalten und ob sie die erwarteten positiven Folgen haben. Nach der Finanzkrise gab es ja immerhin auch die Einsicht, wir müssten die Spekulation eindämmen und die Finanzmärkte besser regulieren. Daraus wurde aber nicht sehr viel.

In jedem Fall scheint es heute wichtig zu sein, dass wir klar formulieren, was anders werden muss, wenn Solidarität und die Einsicht in die Qualität des Sozialstaats nicht nur Lippenbekenntnisse bleiben und stattdessen Realität werden sollen.

In „Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst“ gibt es mit Kapitel IV. 8. ein einschlägiges Kapitel über den in der deutschen Geschichte vollzogenen Wandel von sozialstaatlichen Ansätzen zur neoliberalen Philosophie und Praxis nach dem Motto „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Dieses Kapitel wird hier unter C als Auszug abgebildet.

Vorsicht: Die Restauration ist mächtig und medial präsent

Wie wichtig es ist, darauf zu pochen und zu beharren, dass wir anders zusammenleben wollen, können Sie daran erkennen, wie die Gegenseite, die Restauration, schon mobil macht. Zum Beispiel Claus Kleber im Heute Journal gestern und vorgestern. Zum Beispiel hier im Berliner Tagesspiegel von heute:

Deutschland in der Coronakrise

Warum wir Schröder und Merkel dankbar sein müssen

Der Reformkanzler und die Sparkanzlerin haben Deutschland solide gemacht.

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Ganz anders, als in Deutschland: Wie in Russland über die Münchner Sicherheitskonferenz berichtet wird | Anti-Spiegel

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17-02-20 05:05:00,

In diesem Tagen fand die Münchner Sicherheitskonferenz statt und es ist faszinierend, was alles nicht in deutschen Medien berichtet wurde.

Ich habe schon darüber geschrieben, dass die Äußerungen Macrons, der eine Zusammenarbeit mit Russland anmahnte, im Spiegel zum Beispiel vollkommen verschwiegen worden sind. Selbst in einem Artikel des Spiegel, der sich unmittelbar mit Macrons Auftritt beschäftigt hat, fand sich darüber kein Wort.

Ganz anders im russischen Fernsehen. Dort wurde nicht nur das berichtet, was wir auch in Deutschland über die Konferenz lesen konnten, sondern auch das, was es nicht in die deutsche „Berichterstattung“ geschafft hat. Daher habe ich den Bericht des russischen Fernsehens übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

In München fand die diesjährige Sicherheitskonferenz statt. Was dort geschieht, spiegelt die Realitäten in der heutigen Welt sehr gut wider.

Jedes Jahr sucht der Präsident der Münchner Konferenz, Ischinger, nach einer Möglichkeit, eine Diskussion zu provozieren. Das ist sein Job. In diesem Jahr hat er sich ein neues Wort einfallen lassen: „Westlessness“ – „Westlosigkeit“. Irgendwie so. Es bedeutet, dass der Westen als kollektive Einheit die Weltbühne verlässt. Der erste, der diese These unterstützte, war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: „Unser engster Verbündeter, die Vereinigten Staaten, ist nicht mit der Ideen einer Weltgemeinschaft einverstanden. Ganz so, als ob die Position „jeder für sich selbst“ die Grundlage der internationalen Politik sein könnte“, sagte der Politiker.

Die Delegation aus Washington war wie immer die größte, aber intern gespalten in die, die „für“ und die, die „nicht völlig gegen“ Trump sind. Die erste, die in einem großen schwarzen Auto aus amerikanischer Produktion vorgefahren kam, war die Führerin der demokratischen Mehrheit im Kongress, Nancy Pelosi. Sie schimpfte auf China.

„China versucht, seine digitale Autokratie mit Hilfe des Telekommunikationsriesen Huawei zu exportieren“, sagte sie.

Die USA mögen das chinesische 5G, chinesische Waren, Geld, Spione und Schiffe im Südchinesischen Meer nicht. Es stellte sich heraus, dass all dies trotz interner Streitereien zwischen Demokraten und Republikanern gleichermaßen missbilligt wird, wie später ein Mann aus dem Trump-Team, Außenminister Michael Pompeo, bestätigte. Die Hauptbedrohungen sind für Washington: China an erster Stelle, Iran und Südkorea an zweiter und der IS an dritter Stelle. Und Steinmeier liegt vollkommen falsch.

„Ich habe gute Nachrichten. Und es gibt viele davon.

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Ganz anders als in Deutschland: Wie das russische Fernsehen den Abgang von Bolton beurteilt | Anti-Spiegel

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15-09-19 07:39:00,

In der Sendung des russischen Fernsehens „Nachrichten der Woche“ ging es am Sonntag ausführlich um die Frage, warum Präsident Trump seinen Sicherheitsberater Bolton so plötzlich gefeuert hat. Und wieder einmal werden dort Hintergründe beleuchtet, die in der deutschen Berichterstattung keine Rolle spielen.

Das russische Fernsehen hat dazu Zusammenhänge aufgezeigt, über die in den deutschen Medien nicht berichtet wurde. Es geht um die Ukraine, die Rolle des Landes im letzten US-Wahlkampf und um eine Korruptionsaffäre rund um den Sohn von Joe Biden, der in der Ukraine in undurchsichtige Geschäfte verwickelt war. Als der damalige Staatsanwalt der Ukraine in der Sache ermittelt hat, wurde auf persönlichen Druck von Joe Biden gefeuert und durch einen treuen Staatsanwalt ersetzt. Das ist nicht etwa russische Propaganda, Biden selbst hat die Geschichte öffentlich und damals noch sehr stolz erzählt, wie Sie hier inklusive Video selbst überprüfen können. Das könnte sich nun rächen.

Die russische Sendung hat dem Thema zwei Beiträge gewidmet, zunächst kam ein Kommentar aus dem Studio und dann ein Korrespondentenbericht aus den USA. Ich habe beider Beiträge hier nacheinander übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Präsident Trump hat seinen nationalen Sicherheitsberater John Bolton „gefeuert“. Dieses Wort wird im Englischen verwendet, wenn jemand sofort zum Rücktritt gezwungen wird. Trump verkündete seine Entscheidung via Twitter und Reportern erklärte er unvermittelt, dass Bolton mit dem Präsidententeam im Weißen Haus nicht ausgekommen sei und grobe außenpolitische Fehler gemacht habe. Als Beispiel nannte er die Zerstörung positiver Dynamiken in den Verhandlungen mit Nordkorea, als Bolton plötzlich beschloss, Kim Jong-Un vor der Presse mit dem „libyschen Szenario“ zu drohen. Das bedeutet, dass das Land bombardiert, sein Führer Muammar Gaddafi getötet wurde, der Staat zerstört und das Volk ins Mittelalter gejagt wurde.

Jetzt macht Trump keinen Hehl daraus, dass er nach Boltons Worten über das „libysche Szenario“ für Nordkorea wütend war, obwohl er damals dazu schwieg und Bolton erlaubte, weiterhin zu verkünden, dass Bolton keine Meinungsverschiedenheiten mit dem US-Präsidenten habe und dass alle Gerüchte darüber nur bösartige Fakes von Amerikas Feinden, insbesondere aus Russland, wären. Die amerikanische Presse, allen voran die New York Times und Bloomberg, haben Bolton unterstützt und verbreiteten die These von der Einheit im Weißen Haus, die, wie jetzt ganz klar ist, das wirkliche Fake war.

Bolton selbst hat Trump unterdessen in eine außenpolitische Sackgasse nach der anderen geführt.

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