Verlust der Artenvielfalt – massives Umsteuern ist angesagt

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07-05-19 10:37:00,

Am 24. Februar 2017 hatte ich von eigenen Erfahrungen mit dem Verlust der Artenvielfalt berichtet: „Große Mengen von Plastikmüll in den Meeren, die Artenvielfalt schrumpft – es läuft sehr schlecht mit unserer Umwelt.“. Immerhin ist das Thema gestern zum Spitzenthema in den Medien geworden. Immerhin. (Siehe auch hier) Aber die zeitweise Herstellung von Öffentlichkeit dieser dramatischen Gefahren reicht nicht. Wir müssen über das Umsteuern, über die Konsequenzen der dramatischen Zerstörung sprechen und dann vor allem Taten folgen lassen. Albrecht Müller.

Damit ist zum Beispiel gemeint:

  • Eine Umstrukturierung der Landwirtschaft, Zurückfahren der Chemisierung und eine Reihe anderer Veränderungen.[*]
  • Verkehrsvermeidung und das verlangt genau das Gegenteil von mehr Welthandel und stattdessen
  • Regionalisierung der wirtschaftlichen Tätigkeiten und des wirtschaftlichen Austauschs sind notwendig. Dass wir uns Monate lang mit Freihandel und noch mehr Freihandel und im Kern mit einem von „external diseconomies“ geprägten Welthandel beschäftigt haben und dass dafür die politisch Verantwortlichen mehrheitlich kämpfen, zeigt die ganze Absurdität der jetzigen Situation.
  • Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene. Das verlangt große Anstrengungen zur Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit der Deutschen Bahn, und aus meiner Sicht ein Ende der Privatisierung im Schienenverkehr; volle Konzentration der Bahn auf ihr Kerngeschäft, den Schienenverkehr im Inland.
  • Geschwindigkeitsbegrenzung
  • Verringerung des Luftverkehrs und dafür auch Veränderung des Urlaubsverhaltens; das beginnt mit der Anlastung der vollen Kosten, auch der externen Kosten des Luftverkehrs. Das hat massive Konsequenzen für die Flugzeugindustrie.
  • Änderung der Energiepolitik
  • Massive Veränderung des Einkaufsverhaltens, Verpackung etc.
  • Insgesamt ist eine weit reichende und tiefgehende Veränderung des Verhaltens von uns allen notwendig. Anderes Verkehrsverhalten, anderer Umgang mit der Natur, weniger Versiegelung, mehr Vielfalt in den Gärten usw.
  • Dies wird nicht von alleine kommen. Es liegt nahe, diese Verhaltensveränderung mit einer gut ausgedachten, massiven Kampagne zur Beeinflussung des Verhaltens der Einzelnen zu stimulieren und möglich zu machen. Eine solche Kampagne muss vor allem Mut machen, sich vernünftig im Sinne der Artenvielfalt, von Natur- und Umweltschutz zu verhalten, also wirklich zum Umdenken und Umsteuern bereit zu sein. Das kommt nicht von alleine.
  • Koordination mit anderen Völkern und Regierungen

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Rettet die Artenvielfalt!

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30-01-19 08:51:00,

Die Natur ist eine Wunderkammer vielgestaltigen Lebens. Es zeigt sich in Form Abertausender von Arten: Pilzen, Mikroben, Pflanzen, Würmern, Schnecken, Insekten, Vögeln, Säugetieren — und dem Menschen. Doch während die Spezies Mensch sich immer breiter macht, zieht sich die Vielfalt des restlichen Lebens zurück, weltweit. Und das Tempo, in dem sich dieses Sterben vollzieht, ist beängstigend. Erschreckend stark ist der Artenschwund in den Ländern mit einer intensiven Landwirtschaft und hohem Flächenverbrauch, Ländern wie Deutschland also. Hier hat sich die Menge an Fluginsekten um rund 75 Prozent reduziert im Laufe der vergangenen 30 Jahre — und zwar in Schutzgebieten.

Eine immense Gefahr, denn Insekten bilden das Fundament unseres Ökosystems. Insektenfressende Vögel wie Schwalben und Goldammern, aber auch andere „Allerweltsarten“ wie Spatzen und Feldhasen werden selten, Ackerblumen und Feldhamster sowieso. Wann haben Sie zuletzt Glühwürmchen gesehen oder einen großen Schmetterling?

In Bayern kämpfen aktuell die Organisatoren des Volksbegehrens „Rettet die Artenvielfalt!“ für ein neues Naturschutzgesetz. Der von der Bayern-ÖDP auf den Weg gebrachte Gesetzesentwurf will an den Ursachen des Artensterbens ansetzen. Professor Michael Schrödl, Artenforscher und Leiter der Weichtierabteilung an der renommierten Zoologischen Staatssammlung München unterstützt die direktdemokratische Initiative.

Gespräch mit einem passionierten Artenschützer, den bisweilen ein heiliger Zorn ergreift.

Margerete Moulin: Sie stehen hinter dem Volksbegehren in Bayern, was will es erreichen?

Michael Schrödl: Als Artenforscher und Mensch befürworte ich das Volksbegehren, ja! Ziel ist, ins Parlament ein wirksameres Naturschutzgesetz einzubringen, das an den Ursachen des Artensterbens ansetzt, und die liegen vor allem in der industriellen Landwirtschaft. So soll der Ökolandbau auf 30 Prozent deutlich ausgebaut werden, dafür der Einsatz von Pestiziden massiv zurückgedrängt und mehr Blühwiesen geschaffen.

Verinselte Lebensräume sollen durch grüne Korridore zu einem bayernweiten Biotopverbund vernetzt und Uferstreifen an Gewässern zu Schutzzonen erklärt werden, in denen weder Gülle noch Dünger noch Pestizide ausgebracht werden, damit dies nicht alles im Wasser landet. Aber auch die Staatsforste sollen in naturnahe, artenreiche Wälder umgewandelt werden. Die Umsetzung der Maßnahmen wird überwacht und transparent gemacht. Und, ganz wichtig, Naturschutz wird als Bildungs- und Erziehungsziel festgeschrieben. Das ist dringend nötig, wie ich als Ausbilder von jährlich Hunderten von Studierenden der Biologie berichten kann.

Was bedeutet Artenschwund oder Artensterben genau?

Artensterben funktioniert so: Lebewesen wandern aus oder sterben, wenn die Lebensräume verschwinden und die Umweltbedingungen nicht mehr passen.

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Das Volksbegehren „Artenvielfalt“ in Bayern: Eine historische Chance

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28-01-19 11:49:00,

Anfang Februar findet in Bayern ein Volksbegehren zur Artenvielfalt statt. In vieler Hinsicht ging dort alles viel zu schnell, die Zulassung des Volksbegehrens war erst Mitte November und es ist wahrscheinlich Teil der Strategie der bayerischen Regierung, den Eintragungszeitraum unerwartet früh anzusetzen, so dass zu wenig Zeit für die Meinungsbildung der (kirchlichen und anderer) Institutionen bleibt. Leider kommt das Volksbegehren in den bayerischen Mainstream-Medien nur sehr spärlich, wenn überhaupt, vor. Deswegen hier ein Beitrag von Rolf Gerdes. Bitte geben Sie den Text an bayrische Freunde und Bekannte weiter, damit diese mit ihrer Unterschrift, zumindest einmal, eine weiterreichende Debatte über dieses überlebensnotwendige Thema anstoßen können! Moritz Müller.

Das Volksbegehren „Artenvielfalt“ in Bayern: Eine historische Chance

In Bayern wird aktuell ein Volksbegehren organisiert, das endlich eine Wende weg von monotonen Agrarwüsten bedeuten könnte.

Ausgangspunkt des Volksbegehrens ist das größte Artensterben seit dem Aussterben der Dinosaurier. Selbst in Naturschutzgebieten sind in den letzten 30 Jahren Schmetterlinge, Bienen und andere Fluginsekten um 75 Prozent zurückgegangen. Diesen Verlust können Ältere unter uns bestätigen, die sich gut daran erinnern, dass früher bei jeder längeren Autofahrt ein Zwischenstopp notwendig war, um Insektenreste von der Windschutzscheibe zu entfernen. Mit dem dramatischen Verlust an Insekten geht ein Schwund an Vögeln einher, so dass sich selbst „Allerweltsvögel“ wie die Feldlerche mittlerweile auf der „roten Liste“ wiederfinden. Insgesamt leben in Bayern nur noch halb so viele Vögel wie vor 30 Jahren. Die bisherigen freiwilligen Leistungen der Landwirte im Vertragsnaturschutzprogramm und im Kulturlandschaftsprogramm konnten den Artenrückgang nicht aufhalten, obwohl die bayerischen Landwirte dafür ca. 250 Millionen Euro pro Jahr erhalten.

Die Möglichkeit, diese Entwicklung zumindest in Bayern zu stoppen oder umzukehren, ist aktuell so real wie nie zuvor. Dazu müssen sich 10% der bayerischen Wählerinnen und Wähler zwischen dem 31. Januar und dem 13. Februar 2019 in den Rathäusern für das Volksbegehren Artenvielfalt eintragen.

In Reaktion auf die Bedrohung unserer Umwelt wurde in Bayern das Volksbegehren Artenvielfalt von der ÖDP initiiert. Mittlerweile sind auch Die Grünen/Bayern, der Landesbund für Vogelschutz (LBV) und der Bund Naturschutz in Bayern im Trägerkreis. Zudem wird das Volksbegehren von einem breiten Bündnis engagierter Menschen und über 170 Unternehmen und Verbänden getragen, darunter Imker- und Fischereiverbände sowie ökologisch wirtschaftende Landwirtschaftsverbände.

Das Volksbegehren ist mit einem konkreten Gesetzesvorschlag verbunden,

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