20 Jahre ISS – Astrophysiker: „Größte Verschwendung der Menschheit“

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21-11-18 04:33:00,

Wissen

17:15 21.11.2018Zum Kurzlink

„Das Verhältnis von Kosten und Nutzen war, glaube ich, bei keiner Geschichte, die die Menschheit je gemacht hat, so gering“, sagt der Astrophysiker Wolfgang Hillebrandt über die Internationale Raumstation. Für ihn ist die ISS „die größte Verschwendung der Menschheit“.

„Die komplexeste, wertvollste und unwahrscheinlichste Maschine, die die Menschheit jemals gebaut hat – zum Wohle Aller“, twitterte der deutsche Astronaut Alexander Gerst zum 20-jährigen Jubiläum der Internationalen Raumstation (ISS)-Mission.

Congratulations to humankind for 20 yrs of overcoming differences, sharing a vision and for creating the most valuable, complex & unlikely machine that has ever been built by humans — for the benefit of all. Let this be the foundation for a bright future! https://t.co/7XnBTuwssQ

— Alexander Gerst (@Astro_Alex) 20. November 2018

​Der ehemalige Direktor des Max-Planck-Instituts für Astrophysik in Garching, Wolfgang Hillebrandt, sieht das anders. Für die ISS-Mission hätten die beteiligten Raumfahrtorganisationen 150 Milliarden Dollar ausgegeben, sagte der Astrophysiker dem Radiosender Deutschlandfunk Kultur (DLF Kultur). Eine große Top-Universität dagegen verursache Kosten von etwa einer Milliarde Dollar pro Jahr – sei aber ungleich produktiver in der Forschung. Hillebrandt weiter:

„Die ISS wird eigentlich immer als eine Wissenschaftsmission verkauft. Man muss danach gucken, was eigentlich der wissenschaftliche Nutzen, der von der ISS erbracht wurde, ist. Ich glaube, da bin ich mir mit vielen Wissenschaftlern einig: Das ist äußerst mager, was da rumgekommen ist.“

Die Experimente, die dort durchgeführt würden, seien nicht, wie öffentlich behauptet, Grundlagenforschung, sondern dienten nur dem Zweck der bemannten Raumfahrt.

Von weit größerer Bedeutung für die Astrophysik sei die unbemannte Raumforschung mit Sonden. Doch dort werde gespart und das Geld für die ISS ausgegeben. Dabei gebe es im All Forschungsarbeiten zu erledigen, „die man ohne Menschen vielleicht viel besser machen könnte“, so Hillebrandt bei DLF Kultur.

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