Amazonien – Aufschrei zur Rettung der weltgrößten Klimaanlage

15-08-20 04:41:00,

Teil 2: Jair Bolsonaros programmierter Corona-Genozid der indigenen Völker

Selbst konservative brasilianische Medien sprechen es offen aus: Die vom Bolsonaro-Regime programmierte Massenansteckung der Bevölkerung, mit 3,3 Millionen Covid-19-Infizierten und 105.000 Toten (Stand: 13. August), ist ein Genozid. Von den Großstädten hat die Pandemie sich schlagartig auf indigenes Land, insbesondere nach Amazonien, ausgebreitet. Einer nach dem anderen fallen namhafte ältere Häuptlinge des indigenen Widerstands – wie Paulinho Payakan, Aritana Yawalapiti oder João Luís Nazareno Lima vom historischen Stamm der Taurepang – dem Virus zum Opfer, das, nach dem Stand vom 13. August, 24.942 ihrer Stammesmitglieder ansteckte und 669 von ihnen tötete. Von Frederico Füllgraf.

Lesen Sie bitte hierzu auch noch einmal den 1. Teil der Reportage.

Raonis Hilferuf

Der legendäre, 90-jährige Häuptling Raoni Metuktire wurde im Juli auf die Intensiv-Station eingeliefert, hatte Glück und erholte sich bis Ende des Monats. Raoni empfing in den 1980er Jahren den britischen Rockmusiker Sting in Amazonien und folgte ihm auf Europa-Solidaritäts-Tour. Nach rund 30 Jahren trafen sie sich im Mai 2017 in São Paulo wieder, als der Indianer-Häuptling schwere Vorwürfe gegen die De-facto-Regierung Michel Temer vortrug. Im Mai 2019 wurde Raoni vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron im Élysée-Palais und von Papst Franziskus im Vatikan empfangen. Im darauffolgenden August 2019 reiste Raoni ein zweites Mal nach Frankreich, um den Staatschefs der G7 eine Petition zur Rettung der vom Bolsonaro-Regime bedrohten indigenen Völker und Amazoniens auszuhändigen.

Was bewegt Raoni Metuktire?

Drei Wochen lang reiste der Häuptling durch Europa, marschierte mit jungen Menschen für das Klima, wurde von Staatsoberhäuptern empfangen und traf sich mit dem Papst. Seine Botschaft lautete: Amazonien, das sich über neun Länder erstreckt, wird von 390 Völkern mit gesonderter kultureller Identität und Sprache bewohnt und beherbergt mindestens noch 120 freie Dörfer, die sich für die freiwillige Isolation von der weißen Gesellschaft entschieden haben. Dieses Gebiet, das von rund 34 Millionen Menschen bewohnt wird, birgt 20 Prozent des nicht gefrorenen Süßwassers, 34 Prozent der Primärwälder und 30 bis 50 Prozent der Tier- und Pflanzen-Arten des Planeten.

Doch diese lebenserhaltende Pracht ist seit der Machtübernahme durch Jair Bolsonaro am 1. Januar 2019 in ihren Grundfesten bedroht. Ein Grund,

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Der unbequeme Aufschrei

13-02-19 08:00:00,

Vorbemerkung für die Leser:

„Desinformation durch Unterlassung“: Nicht ein einziges journalistisches Mainstream-Medium im Westen hat Nicolas Maduros Offenen Brief an das US-amerikanische Volk veröffentlicht, zitiert oder es kommentiert.

Dieser Brief ist adressiert an das US-amerikanische Volk. Bitte verbreiten Sie diesen Brief im ganzen Land.

US-Amerikaner können sich dann entscheiden — bin ich für oder gegen eine militärische Intervention der Trump-Regierung in Venezuela?

Wenn ich über etwas Bescheid weiß, dann sind es die Menschen, denn wie auch Sie alle bin ich ein Mensch des Volkes. Ich wurde in einem Vorort von Caracas geboren und wuchs dort auf. Ich formte mich selbst in der Hitze der Volks- und Gewerkschafts-Kämpfe eines Venezuela, das durch Ausgrenzung und Ungleichheit charakterisiert war.

Ich bin kein Tycoon, ich bin ein Arbeiter, durch Herz und Vernunft bestimmt, und heute genieße ich das Privileg, einem neuen Venezuela vorzustehen, das auf dem Entwicklungsmodell von Inklusion und sozialer Gleichheit beruht, an dem Kommandant Hugo Chávez, inspiriert durch das bolivarische Erbe, seit 1998 schmiedete.

Wir leben heute in einem Zustand historischer Trance. Diese Tage werden die Zukunft unserer Länder entscheiden: Wird es Frieden geben oder Krieg?

Ich sage dem US-amerikanischen Volk: Eure Repräsentanten in Washington wollen denselben Hass an ihre Grenzen tragen, den sie in Vietnam gesät haben.

Sie wollen in Venezuela einfallen und intervenieren — im Namen der Demokratie und der Freiheit, so sagen sie heute und haben es auch damals gesagt, aber so ist es nicht. Die Geschichte der Usurpation der Macht in Venezuela ist so falsch wie die der Massenvernichtungswaffen im Irak. Es ist eine Falschaussage — aber eine, die dramatische Konsequenzen für unsere ganze Region haben kann.

Venezuela ist ein Land, das auf Grund seiner Verfassung von 1999 seine partizipatorische und protagonistische Volks-Demokratie umfassend ausgebaut hat und das in beispielloser Weise eines der Länder ist, das in den letzten zwanzig Jahren die höchste Anzahl an Wahlvorgängen weltweit vorweisen kann.

Sie mögen unsere Ideologie nicht mögen, Sie mögen unser Erscheinungsbild nicht mögen, es gibt uns aber und wir sind Millionen.

Ich richte diese Worte — unterschrieben von Millionen Venezolanern — an das US-amerikanische Volk, um es dringend auf die Schwere und Gefährlichkeit hinzuweisen, die durch die Absicht mancher Teile des Weißen Hauses entsteht,

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