Aufstand der Tunichtgute

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15-07-20 09:05:00,

Die Karte des Rumtreibers ist in den Harry-Potter-Romanen von Joanne K. Rowling ein überaus nützliches Werkzeug, um sich einen genaueren Überblick über das Geschehen in der Hogwarts-Schule für Zauberei zu verschaffen. Hier wird jede Bewegung der Professoren, Mitschüler und allen anderen angezeigt, und es gibt nichts und niemanden, den die Karte nicht entdeckt. Ja sogar bei der Aufklärung einer Verschwörung hilft die Karte in der Geschichte. Der Haken an der Zauberkarte ist, dass man den entsprechenden Trick kennen muss, damit sie lesbar wird. Wem also der Zauberspruch „Ich schwöre feierlich, ich bin ein Tunichtgut.“ unbekannt ist, hält lediglich ein leeres Pergament in den Händen.

Als „Tunichtgute“ bezeichnete der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann in einer Pressekonferenz am 30. Juni 2020 jene, die ihm zuvor unzählige Gesichtsmasken zugesendet hatten und die größtenteils mit den Worten „Wer Masken will, soll Masken bekommen“ beschriftet waren. Aber auch andere, harschere Worte seien offenbar Teil der Botschaften gewesen.

Insbesondere echauffierte sich Kretschmann jedoch darüber, dass die Maskenpost an seine Privatadresse geschickt wurde. In Manier eines Meisterdetektivs erkannte Kretschmann anhand der seltenen, aber auf den Briefumschlägen durchgängigen Schreibweise seiner Heimatadresse, dass es sich offensichtlich um eine gezielte Kampagne handeln müsse. Diese Kampagne von mutmaßlich mit der Politik der Landesregierung unzufriedenen Bürgern verortete der Grünen-Politiker zwar „unterhalb einer strafrechtlichen Schwelle“, fügte allerdings hinzu, dass dies Dinge seien, die man nicht macht und ungehörig sind.

Eine ganz andere Sichtweise auf die Tunichtgute hat hingegen sein Parteikollege und Darmstadts Oberbürgermeister (OB) Jochen Partsch, der ebenfalls eine Lieferung mit — im Corona-Sprech neuerdings als Alltags- oder Communitymaske bezeichnete — Mund-Nase-Bedeckungen bekommen hatte. Partsch stellte Strafanzeige gegen Unbekannt wegen versuchter Körperverletzung. Die mutmaßlich bereits benutzten Masken könnten von Viren befallen oder gar absichtlich infektiös gemacht worden sein und somit die Gesundheit seiner Mitarbeiter gefährden, so die (Verschwörungs-)Theorie im Darmstädter Rathaus.

Den Absender vermutet Jochen Partsch in den Reihen der Teilnehmer der „Querdenken 615“-Demonstrationen, die er Wochen zuvor als „verwirrte Geister“ bezeichnet hatte. Die Staatsanwaltschaft habe die Ermittlungen bereits aufgenommen und ob auf die detektivischen Kompetenzen von Kretschmann zurückgegriffen wird, bleibt unklar.

Möglicherweise wollten diese Tunichtgute aber auch nur ein „Erinner-mich“ an Winfried Kretschmann schicken. In der Harry-Potter-Reihe ist das ein nützliches Utensil, das an jemanden verschickt wird, damit dieser sich an etwas Wichtiges erinnert.

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Aufstand der Ärzte

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15-05-20 05:23:00,

Wir kennen alle solche Fernsehbilder und Fotos aus der Presse: Aggressiv und „fanatisch“ wirkende, offenkundig verwirrte Zeitgenossen attackieren besonnene Polizisten und Bürger, „die sich an die Regeln halten“. Innerhalb der gezielten Kampagnen des Mainstreams repräsentieren diese Gestalten den typischen Corona-Skeptiker, Impfgegner oder Verschwörungstheoretiker. Das Klischee wird bewusst erzeugt und gepflegt, um den Widerstand gegen übertriebene Corona-Maßnahmen zu diskreditieren.

Prof. Dr. Sucharit Bhakdi ist das glatte Gegenteil dieses Zerrbilds: Er wirkt besonnen, weise und gütig. Zudem verfügt er als Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie über die nötige Fachkompetenz.

Was man nicht über jeden seiner Gegner behaupten kann. Denn nicht wenige, die eigentlich nur ein paar Mal Dr. Drosten in der Tagesschau gesehen haben, halten sich jetzt für Experten und echauffieren sich über alternative wissenschaftliche Meinungen. Bhakdi ist emeritierter Professor der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Er war bis 2012 Leiter des Mainzer Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene. Bekannt wurde er unter anderem durch einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Merkel und durch mehrere YouTube-Videos, die sehr große Verbreitung fanden.

Und, was in dieser Zeit nicht weniger wichtig ist: Er denkt in einem größeren Kontext. Freiheit und Demokratie sind ihm — neben Gesundheit und wissenschaftlicher Wahrhaftigkeit — etwas wert. Empathie gehört neben Wissenschaftlichkeit und Vernunft zu den Grundwerten, auf die sich der Verein Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie e.V. beruft.

Die Vereinigung will zunächst möglichst breit und unabhängig von den großen Medien über politische Fehlentwicklungen im Zusammenhang mit Gesundheitsfragen informieren.

Sie stellt über ihre Webseite https://www.mwgfd.de/, die aktuell immer wieder offline ist, Broschüren, Veranstaltungen, Plakate und Filmmaterial zur Verfügung. Auch vor einer drohenden Impfpflicht warnen die Ärzte und Wissenschaftler. Die Aktion will alle interessierten Bürger informieren, vor allem aber auch in die Fachwelt hineinwirken, will Ärzten, medizinischem Fachpersonal und Medizinwissenschaftlern Argumentationshilfen geben.

Auf der Webseite des Vereins kann man sich als Unterstützer eintragen — mit oder ohne eine Spende.

Das nachfolgende Video ist eine hilfreiche, grafisch aufgelockerte Kurzfassung vieler Thesen, die auch wir von Rubikon in den letzten Wochen zu Corona vertreten haben.


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Aufstand gegen gute, aber ungesunde Arbeitsplätze

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21-04-20 11:02:00,


Marie-Louise Zimmermann / 21. Apr 2020 –

Gewissenlose Industrien hielten Arbeiterfamilien mit Geld und Sponsoring ruhig. Doch jetzt kämpfen diese organisiert vor Gericht.

Die Raffinerien, Stahlwerke und petrochemischen Fabriken haben ihre Belegschaft gut entlöhnt sowie Sportvereine und Kinderkrippen gesponsert. Deshalb nahm die Bevölkerung im südfranzösischen For-sur-Mer westlich von Marseille die Umweltverschmutzung viele Jahre lang in Kauf. Die Konzerne vergiften die Luft seit langem so stark, dass die Arbeiterfamilien einem stark erhöhten Risiko ausgesetzt sind, an Lungen- und Krebsleiden zu erkranken.

Jetzt haben sich die Arbeiterschaft und die Bevölkerung dieses Industriegebiets organisiert und gegen die Konzerne Straf- und Zivilklagen eingereicht. Unter den Angeklagten befinden sich ArcelorMittal und eine Esso-Raffinerie, die zu Exxon Mobil gehört. Das berichtet die «New York Times» unter dem Titel «Sie riskieren ihre Existenz, um frischere Luft atmen zu können».

Eine der am stärksten vergifteten Regionen Europas

Die sonnenverwöhnte Region von Fos-sur-Mer, an einer Lagune westlich von Marseille gelegen, ist eine der meist vergifteten Gegenden Europas. Gegen ein Fünftel der französischen Schwerindustrie konzentriert sich hier, welche die EU als hochriskant für die Umwelt bezeichnet. Bis zum Horizont stossen Reihen riesiger Kamine unablässig Rauch aus. Als Folge erkranken hier mehr Menschen an Asthma als im landesweiten Durchschnitt und doppelt so viele an Krebs. Die Wartezimmer der Ärzte sind voll, und auf den Friedhöfen erinnern viele Grabsteine an jung Verstorbene.

Die Bevölkerung hat dies jahrzehntelang akzeptiert und geschwiegen, weil die fast zweihundert Fabriken, Lagerhallen und Gasterminals gute und sichere Arbeitsplätze boten. Zudem köderten die Umweltverschmutzer die Bevölkerung mit zahlreichen finanziellen Unterstützungen. Auf den Basketball-Club «Fos Provence», der in der obersten französischen Liga spielt, ist man besonders stolz. Er wird von zahlreichen lokal tätigen Industrien wie Esso oder Ascometal gesponsert.

Aufkommender Widerstand

Die Kritik von Umweltschützern ist lange Zeit auf kein grosses Echo gestossen. Einige wandten sich immer wieder erfolglos mit ihren Umweltsorgen an die zuständigen Behörden. «Die haben gar nichts getan», sagt Daniel Moutet, der sich seit bald zwanzig Jahren gegen die Luftverschmutzung durch die Industrie einsetzt. Moutet erzählt, dass er lange verspottet wurde, wenn er mit seiner Kamera Umweltsünden dokumentierte. «Wichtiger waren die von der Industrie ermöglichte Arbeitssicherheit, der relative Wohlstand, die komfortablen Wohnsiedlungen, die Kinderkrippen, das neue Stadion. Der Chemiegestank in der Arbeitskleidung liess sich wegwaschen.»

Doch in jüngster Zeit,

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Der gelenkte Aufstand

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19-11-19 01:26:00,

Südlich von Beirut, unweit des Vorortes Khalde wurde am Dienstag ein Mann tödlich getroffen, als Soldaten unter dem Einsatz von Schusswaffen versuchten, eine Menschenansammlung nach einem heftigen Streit von einer wichtigen Verkehrskreuzung zu vertreiben. Der Mann, dessen Name mit Alaa Abou Fakher angegeben wird, war Mitglied der Progressiven Sozialistischen Partei (PSP), für die er im Stadtrat von Khalde saß. Der PSP-Vorsitzende und Drusenführer Walid Jumblatt forderte die Demonstranten auf, „auf den Staat zu zählen“, weil „das Land sonst ins Chaos gestürzt“ werde. Die Armeeführung leitete eine Untersuchung gegen den betreffenden Soldaten ein.

Präsident Michel Aoun äußerte sich am Dienstag im Rahmen eines Interviews mit dem Sender Al Mayadeen zu den Forderungen der Demonstranten nach einer Regierung aus Technokraten. „Eine Regierung nur aus Technokraten kann nicht die Politik des Landes bestimmen“, so Aoun. Er wolle eine Regierung je zur Hälfte aus Technokraten und Politikern bilden.

Die Demonstranten forderte Aoun auf, nach vier Wochen Protesten das Land wieder freizugeben: „Wenn Sie so weitermachen, zerstören Sie den Libanon und Ihre eigenen Interessen.“ Man arbeite „Tag und Nacht daran, die Lage zu stabilisieren“. Auf die Frage, ob der zurückgetretene Ministerpräsident Saad Hariri in sein Amt zurückkehren werde, erwiderte Aoun, noch sei nichts entschieden. Zwischenzeitlich war der ehemalige Finanzminister Mohammad Safadi vorgeschlagen worden, das Amt des Ministerpräsidenten zu übernehmen. Nur nach wenigen Tagen zog Safadi seine Zustimmung zurück. IWF und Weltbank warten schon.

Am vergangenen Wochenende hatte die Weltbank den Libanon aufgefordert, „innerhalb einer Woche“ ein neues Kabinett zu berufen, um den weiteren wirtschaftlichen Absturz zur stoppen. Libanon ist hoch verschuldet, und obwohl die im Ausland lebenden Libanesen Milliarden von US-Dollar auf den libanesischen Banken haben, können sie über ihr Geld nicht verfügen. Die Banken haben seit Jahren private Einlagen an die libanesische Zentralbank zur Finanzierung der Regierungsgeschäfte abgegeben, erklärte der Leiter der Zentralbank Riad Salame kürzlich in einem CNN-Interview. Man habe den Banken bis zu 20 Prozent Zinsen zugesagt.

Doch wurden weder die Zinsen bezahlt noch das geborgte Geld zurückgegeben. Seit Wochen bleiben die Banken geschlossen und haben nur vereinzelt für wenige Stunden geöffnet. Inhabern von US-Dollar-Konten bleibt der Zugang zu ihrem Geld verwehrt, in den Banken soll es teilweise zu Handgreiflichkeiten zwischen den Kontoinhabern und dem Bankpersonal gekommen sein. Geldautomaten, die bis Anfang Oktober noch US-Dollar und Libanesische Währung ausgaben, stellen nur noch Libanesische Pfund (LBP) zur Verfügung.

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Aufstand der Friedliebenden

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26-10-19 09:24:00,

„Nun, natürlich, das Volk will keinen Krieg“, sagte der Feldmarschall.

„Aber schließlich sind es die Führer eines Landes, die die Politik bestimmen, und es ist immer leicht, das Volk zum Mitmachen zu bringen, ob es sich nun um eine Demokratie, eine faschistische Diktatur, um ein Parlament oder eine kommunistische Diktatur handelt.“

Und er fügt hinzu:

„Das Volk kann mit oder ohne Stimmrecht immer dazu gebracht werden, den Befehlen der Führer zu folgen. Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land.“

Der Autor dieser Sätze war Hermann Göring. Sein Statement ist in höchstem Maß entlarvend. „Mit oder ohne Stimmrecht“ — damit meint er: Der Wille von Staatenlenkern, einen Krieg zu führen, wird sich immer durchsetzen. In einer Demokratie, in der nominell der Wille des Volkes zählt, muss dieser Wille eben umgangen oder zurechtgebogen werden. Dies erfolgt vor allem mit den Mitteln der Propaganda. Und wo ein Propagandaministerium aus historischen Gründen obsolet scheint, hält man sich Medien, die gegenüber den Konsumenten Unabhängigkeit simulieren, jedoch denselben Zweck erfüllen. Herrschaftswissen ist dort längst in die Köpfe und tief ins Unterbewusstsein der Medienschaffenden eingesickert.

Einer der größten Feinde eines wirklich vehementen Friedensengagements ist es, den Gegner zu unterschätzen. Propaganda wirkt am besten, wo man sie nicht als solche erkennt.

Ein anderer Hemmschuh besteht in der Annahme, einen „großen Krieg“ werde es ohnehin niemals geben. Speziell vor einem Angriff auf Russland würden die NATO-Staaten zurückschrecken. Dies sei schließlich Selbstmord und obendrein unmenschlich. Wer eine solch abwiegelnde Haltung einnimmt, könnte sich jedoch getäuscht sehen. Maßgebliche Kreise, besonders in den USA, halten einen Krieg gegen die Macht im Osten wieder für führ- und gewinnbar. Wenn etwas wie Kriegsvorbereitung aussieht, muss man auch davon ausgehen, dass es irgendwann tatsächlich zum Krieg führen kann. Warum sonst gibt es massive Truppenbewegungen in Osteuropa? Warum sonst massive Feindbildpropaganda, die durch die Realität russischer Politik in keiner Weise gerechtfertigt ist.

Man will uns den Krieg wieder aufschwatzen, notfalls aufzwingen. Der Grund ist seit hundert Jahren derselbe: die Vollendung einer Entwicklung hin zur totalen „Global leadership“ der USA — zur Weltherrschaft.

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