Brüssel will automatisierten Straßenverkehr fördern und regulieren

brussel-will-automatisierten-strasenverkehr-fordern-und-regulieren

28-09-19 09:49:00,

Bild: Scania

Im Rahmen des Programms “Horizont Europa” arbeitet die EU an einer Verordnung zu Entwicklung einer EU-Strategie für die Mobilität der Zukunft

Wenn derzeit vom Verkehr der Zukunft die Rede ist, dann geht es zumeist um die Frage, ob die PKWs der Zukunft von mehr oder weniger konventioneller Verbrennern, also Benzin- und Dieselmotoren angetrieben werden oder mit Hilfe von Elektromotoren, die ihren Strom aus Batterien oder Brennstoffzellen beziehen.

Von der allgemeinen Öffentlichkeit praktisch nicht bemerkt, arbeitet die EU inzwischen an der Umgestaltung des Verkehrs durch den Erlass entsprechender Verordnungen. Eine EU-Verordnung gilt unmittelbar für alle Mitgliedsstaaten, ohne dass die nationalen Parlamente darüber abstimmen.

Verfahren

In einem ersten Durchgang zur entsprechenden Initiative, die einen langfristigen Rahmen für die Planung von Forschungs- und Einsatzvorbereitungsprogrammen für fahrerlose Fahrzeuge auf EU-weiter und nationaler Ebene bilden soll, gingen bis zum Ende der Rückmeldefrist 30 Rückmeldungen in Brüssel ein. Dabei waren Rückmeldungen vom Automobilzulieferer Robert Bosch, der Kölner Ford-Werken und der 5G Automotive Association (5GAA).

Die 5GAA hat inzwischen 120 Mitglieder und zeigt schon im Namen deutlich an, wo die Entwicklung des autonomen Verkehrs hinführen wird. Es werden keinesfalls autonome Fahrzeuge werden, die sich unabhängig von anderen auf der jeweiligen Verkehrsebene bewegen, sondern Elemente in einem mehr oder weniger zentral geregelten System, also ziemlich genau das Gegenteil von dem, was der deutsche Autofahrer heute vorfindet. Künftig wird die Transportdienstleistung von A nach B wieder in den Vordergrund treten und das dafür eingesetzte Fahrzeug eher an Bedeutung verlieren.

Dass sich die derzeit noch vielfach diskutierte Idee vom gemischten Verkehr auf die Dauer nicht aufrecht erhalten lässt und es zwingenderweise zu einer Entmischung des Verkehrs auf unterschiedliche Ebenen kommen muss, bei welchem autonome Fahrzeuge von menschengsteuerten grundsätzlich getrennt werden, ist zu erwarten. Während es beim gemischten Verkehr immer wieder zu tödlichen Unfällen kommt, zeigt sich der getrennte Verkehr heute schon als in der Praxis unfallfrei realisierbar.

Im nächsten Schritt findet bis zum 6 November 2019 eine öffentlichen Konsultation statt, die das Ziel verfolgt, die Ansichten der Interessenträger aus der EU-Forschung und Innovation (FuI) sowie der Bürgerinnen und Bürger zu den 12 vorgeschlagenen institutionellen europäischen Partnerschaften im Rahmen des künftigen Forschungs- und Innovationsprogramms “Horizont Europa”

 » Lees verder

Von der automatisierten Manipulation zur Manipulation der Automatisierung

von-der-automatisierten-manipulation-zur-manipulation-der-automatisierung

17-02-19 07:34:00,

Die Teilblindheit unseres Lebens und unserer Bedürfniserfüllung dient als Tor unbewusster Einflussnahme

Ein großer Teil unserer Wahrnehmung und ihrer Weiterverarbeitung geschieht unbewusst, denn unser Gehirn muss mit seinen Ressourcen haushalten. So gesehen gehen wir teilweise blind durchs Leben. Wir sind – wie es psychologisch heißt – unaufmerksamkeitsblind. Das können wir bei uns selbst oder in Experimenten beobachten. Nichts zeigt diese unerträgliche Automatisierung unseres Seins jedoch so deutlich, wie das sogenannte Blindsehen bei Menschen: Sie haben keine bewussten Seheindrücke, glauben also blind zu sein, reagieren jedoch auf Wahrnehmungsreize und können z.B. Hindernissen ausweichen.

Die Teilblindheit unseres Lebens und unserer Bedürfniserfüllung dient als Tor unbewusster Einflussnahme. Diese Manipulation geschieht beispielsweise durch Politiker, zum Vorteil Einzelner oder der Gemeinschaft. Gerade wenn es um das größte Einfallstor der Manipulation – die Bedürfniserfüllung – geht, ist jedoch die Manipulation zur Konsumation besonders ausgeprägt. Wir spüren, wenn wir beeinflusst werden, da Gefühle die wichtigste Kommunikationsform unseres (manipulierten) Unbewussten sind, aber wir wissen in der Regel nicht, dass es passiert – zumindest nicht im Moment.

Wir sind immer – mehr oder weniger – unaufmerksamkeitsblind. Zumindest können wir im Nachhinein über manipulierende Aussagen und ihr Auslösen von Angst oder Freude reflektieren. Wir haben also immerhin die Möglichkeiten, Beeinflussungen zu erkennen und uns vor weiterer Manipulation zu wappnen. Das wird sich mit der technischen Durchdringung des Alltags ändern, ob zum Positiven oder Negativen liegt in unserer Hand.

Denn genauso wie das automatisierte Unbewusste unseres Leben die Durchführung von routinierten Tätigkeiten erleichtert, indem unser Bewusstsein nicht eingreifen muss, kann uns auch die technische Automatisierung im Alltag unterstützen. Wir kennen und schätzen unsere Helfer, ob das unser Smartphone oder Navigationssystem ist. Andererseits kann der Unterschied zwischen Helfen und Bevormunden auch in technischen Unterstützungssystemen gering werden. Denn um uns zufrieden zu stellen, wollen uns die virtuellen Helfer immer besser kennen lernen, um es euphemistisch auszudrücken.

Wir kennen das bereits von Google, Facebook und Amazon: Unser Internet-Verhalten wird automatisch erfasst, damit uns angepasste Inhalte präsentiert werden können. Ob uns diese Inhalte gefallen oder nicht, melden wir direkt oder indirekt zurück (Kauf, Klick etc.). Durch diese Feedbackschleife lernen solche Systeme immer besser, was sie uns präsentieren müssen, um unsere Bedürfnisse anzusprechen, und wissen implizit dadurch auch immer besser, wie sie unsere Bedürfniserfüllung –

 » Lees verder

Die automatisierten Robotikrestaurants kommen

Die automatisierten Robotikrestaurants kommen

07-08-18 02:14:00,

In China ist ein Wettkampf ausgebrochen, wer schneller möglichst vollautomatische Restaurants eröffnet, Alibaba ist mit Roboterkellnern an den Start gegangen

Bedienungen in Restaurants verdienen nicht viel. Gleichwohl werden sie womöglich eine der Berufsgruppen sein, die am schnellsten von Roboter verdrängt werden. Und das nicht nur in den reichen Ländern. In China hat Alibaba bereits Restaurants in Hema-Supermärkten unter dem Namen Robot.He eröffnet, in denen Roboter das Essen zum Tisch oder in die Nähe des Tisches bringen. Und der Rivale JD.com will ganz schnell, bis 2020, 1000 vollautomatische Restaurants in China eröffnen.

In den USA ist in Boston mit Spice das angeblich weltweit erste Restaurant im Frühjahr an den Start gegangen, in dem eine sich selbst reinigende Robotikküche eine Auswahl von Mahlzeiten kocht. Die Rezepte kommen von Meisterkoch Daniel Boulud, realisiert wurde die Technik von MIT-Studenten. Zwar wird das Essen automatisch in Woks gekocht, die Robotikküche holt sich die Zutaten aus dem Kühlschrank, aber die Lebensmittel müssen weiter von Menschen (Gardemanger ) vorbereitet werden, was Spice outgesourct hat, auf dem Teller wird das Essen auch noch arrangiert.

Spice will mit der Qualität der Mahlzeiten und den günstigen Preisen (7,5 US-Dollar) in die Konkurrenz mit Restaurants treten, in denen noch Menschen kochen: “CULINARY EXCELLENCE, elevated by technology.” Natürlich gibt es auch vegane, vegetarische oder Gluten-freie Mahlzeiten. Abgesehen von Huhn wird kein Fleisch angeboten. Die Herstellung von Rinderfleisch sei ökologisch nicht nachhaltig.

In Frankreich soll dieses Jahr EKIM, ein Restaurant mit einem dreiarmigen Roboter eröffnen, der Pizzas fabriziert. Oder es gibt in den USA den Roboter Flippy, der 150-300 Burger grillen kann. Der “autonome Küchenassistenzroboter” soll auch lernfähig sein.

Es tut sich mithin einiges in der Gastronomie. Ob sich die Automatisierung und Robotisierung der Gastronomie wirklich rechnet, ist erst einmal fraglich. Aber das Wettrennen um das beste Konzept hat längst begonnen. Gleichwohl argumentiert man bei Alibaba mit den Kosten: “In Shanghai kostet eine Bedienung 10.000 Yuan (1500 US-Dollar) im Monat. Das sind Hunderttausende an Kosten im Jahr. Und es sind Angestellte für zwei Schichten erforderlich”, so Cao Haitao, der Produktmanager von Alibaba, der das Restaurantkonzept entwickelt hat. “Aber wir brauchen für Roboter keine zwei Schichten und sie sind jeden Tag im Dienst.”

 » Lees verder