Der Banken-Fusionsreigen beginnt

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09-09-20 08:20:00,

Bild (2011): Jordiferrer/ CC BY-SA 3.0

In Spanien soll mit der Fusion der Caixabank und Bankia die größte Bank entstehen, die zehntgrößte in Europa. Es riecht nach Bankenrettungen

Am kommenden Sonntag dürften Nägel mit Köpfen gemacht werden, dann werden vermutlich die Verwaltungsräte der beiden spanischen Großbanken Caixabank und Bankia die Fusion zum größten Kreditinstitut des Landes beim Inlandsgeschäft beschließen. Seit langem wird der Vorgang hinter verschlossenen Türen vorbereitet. Im Juni wurden die Gespräche verstärkt, um aus der einstigen Absturzbank Bankia und der Caixabank die zehngrößte Bank in Europa mit einer Bilanzsumme von gut 660 Milliarden zu machen.

Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez hat am Montag in einem Fernseh-Interview die Fusion verteidigt, die den Steuerzahler viel Geld kosten wird. Denn Bankia, die 2010 aus dem Zusammenschluss von sieben abstürzenden Sparkassen geschaffen wurde, ist mit etwa 24 Milliarden Euro aus dem Staatssäckel gerettet worden. Bisher sind davon nur etwa drei Milliarden zurückgeflossen. Im Interview wollte Sánchez sich nicht festlegen, ob die Milliarden jemals zurückfließen: “Wir sind weit davon entfernt”, erklärte er.

In seiner Koalitionsregierung gibt es – wieder einmal wie beim Umgang mit der Korruption in der Monarchie – massiven Streit, da das Linksbündnis “Unidas Podemos” (UP) auch in diese Vorgänge nicht eingeweiht worden war. Der Ministerpräsident erklärte, nur das Wirtschaftsministerium habe die Gespräche geführt, um “Vertraulichkeit zu wahren”.

Dass er als Regierungschef nichts von den Vorgängen wusste, ist wenig glaubwürdig, und auch in der Frage der Flucht des Königs hatte er schon gelogen. Dass der Sozialdemokrat nicht einmal seinen Stellvertreter Pablo Iglesias eingeweiht hat, ist aus dessen Sicht sogar logisch. Denn für das Linksbündnis sollte Bankia die Grundlage für eine staatliche Bank bilden.

Real hat man es nun eher mit ihrer verdeckten Privatisierung zu tun, zu der sich Spanien gegenüber der EU-Kommission mündlich verpflichtet hatte. Noch kontrolliert der Staat über die Rettungsmilliarden von einst die viertgrößte Bank, da er fast 62 Prozent der Bankia-Aktien hält. Nach einer Fusion würde der Anteil an der neuen Großbank auf 14 Prozent schrumpfen, weshalb er kaum noch Einfluss auf die Politik der Bank hätte. Die Rettungsmilliarden dürften weitgehend verloren sein, da das staatliche Aktienpaket nur noch etwa ein Zehntel dessen wert ist, was die Rettung den Staat einst kostete.

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