Für die SRF-Tagesschau war das Wort «Bankenrettung» tabu

Für die SRF-Tagesschau war das Wort «Bankenrettung» tabu

21-08-18 09:16:00,

Urs P. Gasche / 21. Aug 2018 –

«Hilfspakete» für Griechenland zum Vermeiden eines Staatsbankrotts, war der Tenor. Gerettet wurden vor allem westliche Grossbanken.

Es steht ausser Frage, dass Griechenland jahrelang über seine Verhältnisse gelebt hat. Das war jedoch nur aus zwei Gründen möglich:

  1. Griechenland hat mit der Herausgabe von Staatsanleihen grobfahrlässig Milliardenkredite aufgenommen.
  2. Europäische Grossbanken haben Griechenland grobfahrlässig Milliardenkredite gewährt.

Die Geldgeber mussten wissen, in welchem Zustand sich die griechische Wirtschaft und Bürokratie befand. Doch die Grossbanken konnten auf ihre Eigenschaft als «Too Big to Fail» zählen und hohe Risiken ihrer Geldanlagen eingehen, nur um minimal höhere Zinsen zu ergattern. Die Geschichte der letzten Jahre hat gezeigt, dass die EU, die Europäische Zentralbank EZB und der Weltwährungsfonds IWF alles taten, um den Grossbanken ihre griechischen Junk-Papiere abzunehmen.

Deshalb mussten die Grossbanken und einige Versicherungskonzerne keine Verluste einstecken und ihre Bilanzen nicht deponieren, wie dies jeder unvorsichtig überschuldete Bäcker oder Bauunternehmer hätte tun müssen.

Der Löwenanteil, wohl über 80 Prozent, der fast 290 Milliarden Euro «Griechenland-Hilfe» ging nicht an den griechischen Staatshaushalt, sondern diente der Rückzahlung von Staatsanleihen und damit der Schonung und Rettung mancher europäischen Grossbank.

Die «Hilfe an Athen» war ebenso eine «Hilfe an europäische Grossbanken». Von der EU-Kommission und den Regierungen war nicht zu erwarten, dass sie dies offen aussprechen.

Das Wort «Hilfe» verschleiert ohnehin den wahren Sachverhalt.

Kein Wort in der Tagesschau

Die Hauptausgabe der SRF-Tagesschau vom 20. August brachte es in einem über sechs Minuten langen Bericht über das «Ende des Euro-Rettungsschirms» fertig, die Worte «Grossbanken» oder «Bankenrettung» kein einziges Mal zu erwähnen.

Anders die Tagesschau der ARD in einem gut zweiminütigen Beitrag. Griechenland-Korrespondentin Ellen Trapp stellte fest: «Mit dem Grossteil der Rettungsmilliarden von EU, EZB und IWF sind europäische Banken gerettet worden. Das sagen viele Griechen. Und sie wissen auch: Der heutige Tag bringt keine Unabhängigkeit.»

Als einzige Erleichterung erlauben die europäischen Institutionen Griechenland, die Milliardenschulden erst in einigen Jahrzehnten zurückzuzahlen, so dass bis dann «nur» die Zinszahlungen zu stemmen sind.

Yanis Varoufakis: «Griechenland ist nicht gerettet»

«Griechenland steht am selben Punkt, im gleichen schwarzen Loch, und es versinkt jeden Tag tiefer darin»,

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