“Globukalypse” in Bayern: Landtag beschließt Studie zum Einsatz von Homöopathie statt Antibiotika

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08-11-19 10:07:00,

Mit den Stimmen von CSU und Freien Wählern hat der bayerische Landtag beschlossen, eine Studie durchführen zu lassen, die prüfen soll, ob homöopathische Mittel in bestimmten Fällen Antibiotika ersetzen können. Die Opposition kritisiert das Vorhaben als überflüssig und fahrlässig, auf Twitter sorgt es für Häme.

Wegen des Problems mit multiresistenten Keimen will der bayerische Landtag prüfen lassen, ob man statt Antibiotika auch homöopathische Mittel verschreiben kann. In der Begründung berufen sich die Antragsteller auf einen OECD-Bericht, demzufolge bis zum Jahr 2050 rund 2,4 Millionen Menschen in Europa, Nordamerika und Australien an Infektionen mit multiresistenten Keimen sterben könnten. Der Anstieg an multiresistenten Keimen sei der oft unnötigen Antibiotikaverordnung geschuldet. Weiter heißt es wörtlich:

„Wissenschaftliche Studien, speziell im Bereich der HNO-Erkrankungen, konnten auf-zeigen, dass durch den Einsatz klassischer Homöopathie sowohl ein Einsatz von Antibiotika vermieden als auch eine Verbesserung der individuellen Infektabwehr erreicht werden konnte. Weiterhin wies eine Studie zur Mortalität von Patienten mit einer schweren Sepsis darauf hin, dass eine homöopathische Behandlung eine nützliche zusätzliche Behandlungsmethode bei schwer septischen Patienten darstellen kann.“

Die CSU-Fraktion stimmte geschlossen für den Antrag, ebenso die Freien Wähler. Mit 29 Ja-Stimmen und drei Enthaltungen befürworteten auch die Grünen mehrheitlich das Vorhaben. Geschlossen dagegen sprachen sich hingegen die Fraktionen von SPD, FDP und AfD aus.

“Das Vorhaben der bayerischen Staatsregierung ist fahrlässig, weil es bereits mit der Fragestellung suggeriert, dass homöopathische Mittel wie Globuli multiresistente Keime bekämpfen könnten”, sagte Dominik Spitzer (FDP).

Linken-Landessprecher Ates Gürpinar nannte das Vorhaben ein „Konjunkturprogramm für die Pharmaindustrie.

Und dieser Grüne twitterte, er schäme sich manchmal für seine Partei.

Bei anderen Usern sorgt das Vorhaben für Belustigung und Häme.

Danke @csu_lt ! Jetzt macht sich die #Presse über Bayern lustig weil ihr wohl zu viele Zuckerkügelchen gesponsert bekommt.

Ihr lieben Mitmenschen, wir sind nicht alle wie die @csu_lt.#Globukalypse

*kann Spuren von Satire und Ironie enthalten*

— Comafrili (@cofrimali) November 8, 2019

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Tagesdosis 16.10.2018 – Blöd. Blöder. Söder: In Bayern bleibt alles beim Alten | KenFM.de

Tagesdosis 16.10.2018 – Blöd. Blöder. Söder: In Bayern bleibt alles beim Alten | KenFM.de

16-10-18 12:29:00,

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Ein Kommentar von Mathias Bröckers.

Ich bin Bayern-Fan. Nicht von Bayern München, diesen Verein mochte ich noch nie, aber die bayerischen Berge, Wiesen und Seen sind wirklich schön – und im Übrigen ist der Freistaat das Bundesland mit dem höchsten Zivilisationsgrad. Denn keine Region in Deutschland kann sich mit Bayern in der Zahl der Feiertage messen – und was, wenn nicht die Anzahl arbeitsfreier Tage, kann wirklich als Gradmesser für den Fortschritt einer Zivilisation gelten.

Religionsverächter, die einwenden, dass es sich bei diesen bayerischen Festtagen doch um nur um überkommene katholische Traditionen handelt, die abgeschafft gehören, haben den kulturellen und zivilisatorischen Wert des Feiertags nicht verstanden. Er beschert der arbeitenden Bevölkerung einen Tag des süßen Nichtstuns, der Entspannung und Muße, eine Auszeit von Stress und dumpfem Robotten – niemand kann somit ernsthaft die Überlegenheit einer Gesellschaft bestreiten, die sich reichlich Feiertage leistet. Noch dazu wie in Bayern mit so schönen Namen wie „Heilige Drei Könige“, „Fronleichnam“ oder „Mariä Himmelfahrt“. Weil dabei keiner gezwungen ist, irgendeinem Kult um Könige, Leichen oder Himmelfahrten zu huldigen, können selbst hartnäckige Atheisten ihr Recht auf Faulheit an diesen Tagen vollauf genießen. Insofern: Liberalitas Bavariae at it’s best.

Für zwei Drittel aller Bayern wurde nun auch der vergangene Wahlsonntag zu einer Art Feiertag – die gefühlt seit Jahrhunderten allein regierende CSU erzielte das schlechteste Ergebnis seit mehr als 50 Jahren. Ihrem Chef, dem Heimatminister Seehofer, wollte selbst in Hintertupfing kaum einer abkaufen, dass nicht die unbezahlbaren Mieten und schmalen Renten, sondern die Migration „die Mutter aller Probleme“ wäre. Seehofers Versuch, die AfD mit solchen Sprüchen rechts zu überholen, ging nach hinten los ….und die CSU-Wähler migrierten in Massen,  vor allem zu den Grünen. Seehofers penetrantes Fingerhakeln mit Merkel wg. „Obergrenze“ und Söders scheinheilige Aktion, in allen Amtsstuben Kruzifixe aufzuhängen, wurde von den Wählern offenbar nicht im Sinne des christlich-sozialen Markenkerns empfunden, sondern eher als unchristlich und asozial.

Dass die Grünen ihr Ergebnis verdoppeln konnten lag aber weniger an Überläufern aus der CSU, sondern am Absturz der einstigen Volkspartei SPD auf 9 Prozent.

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