Der Agrar-Sortenschutz bedroht Kleinbauern in aller Welt

der-agrar-sortenschutz-bedroht-kleinbauern-in-aller-welt

23-02-20 04:55:00,

Sortenvielfalt, Freihandel, Kleinbauern
© naturland

Diese Kleinbauerninitiative in Peru kultiviert über 400 an die Höhe angepasste Kartoffelsorten.

Daniela Gschweng / 23. Feb 2020 –

Freihandelsabkommen sollen den Handel erleichtern und den Wohlstand sichern. Für Kleinbauern bedeuten sie oft das Gegenteil.

Die Schweiz und auch die EU bestehen in Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten, Indonesien oder jüngst Malaysia immer wieder auf die Einführung und Einhaltung strenger Gesetze zum landwirtschaftlichen Sortenschutz. Das nützt grossen Saatgutkonzernen, die ihre eigenen Sorten geschützt haben, macht Kleinbauern aber zu Kriminellen und gefährdet die Ernährungssicherheit in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Die Vertragspartner, so verlangen es die westlichen Industrie-Staaten, sollen gemäss internationalen Übereinkommen ein Gesetz nach «UPOV 91» einführen. «UPOV» steht für «Internationale Union zum Schutz neuer Pflanzenvarianten» und stellt eine Art Urheberrecht auf Pflanzenzüchtungen dar. Die Agrokonzerne können selbstgezüchtete Sorten registrieren und für deren Nutzung während einer gewissen Anzahl von Jahren Nutzungsgebühren verlangen. So soll die Landwirtschaft ertragreicher und die Sortenvielfalt erhalten und gleichzeitig sollen Züchtungsanstrengungen unterstützt werden.

Was der Industrie dient, ist für Schwellenländer ungeeignet

Praktisch geschieht in vielen Ländern genau das Gegenteil. Von den Sortenschutzgesetzen profitieren grösstenteils die globalen Saatgutkonzerne. Nur sie sind in der Lage, Saatgut im grossen Rahmen herzustellen und dieses registrieren und lizenzieren zu lassen. Anders als in Europa, wo fast jede Sorte registriert ist, gibt es in vielen Ländern ein informelles bäuerliches Saatgutsystem. Registriert sind nur wenige Sorten. Für die dortige Sortenvielfalt und für die Bevölkerung in Entwicklungs- und Schwellenländern ist der strenge Sortenschutz kontraproduktiv.

Eine von Swissaid mitfinanzierte Studie, die sich mit den Auswirkungen der Sortenschutzgesetze in Westafrika beschäftigt hat und 2019 publiziert wurde, kam zu ernüchternden Ergebnissen. Von den 17 Staaten, die an «UPOV 91» gebunden sind, nutzen den Sortenschutz nach zehn Jahren lediglich zehn, trotz grossem Aufwand und hohen Kosten. Im privaten Sektor wird er gar nicht angewendet. Für die Saatgutmärkte in Entwicklungs- und Schwellenländern sei das Regulierungsinstrument nicht geeignet, schliessen die Autoren.

Die traditionelle Landwirtschaft kann mit Sortenschutz nicht überleben

Bis zu 70 Prozent der weltweiten landwirtschaftlichen Produktion finden immer noch in Klein- und Kleinstbetrieben statt. Die Landwirte leben von dem, was ihr Land hergibt, und verkaufen die Überschüsse. Meist bauen sie verschiedene Pflanzenarten an. Saatgut wird informell weitergegeben,

 » Lees verder

Das Internet bedroht die Demokratie. – EINWAND! Die größere Bedrohung sind die gesteuerten Kampagnen der dominierenden Medien.

das-internet-bedroht-die-demokratie-–-einwand!-die-grosere-bedrohung-sind-die-gesteuerten-kampagnen-der-dominierenden-medien.

11-02-20 04:29:00,

Über dieses Thema diskutieren die Gäste eines Treffens in Aachen am Mittwoch, 12.2.2020 ab 18:00. Genaueres zu den Veranstaltern und zum vorgesehenen Inhalt der Debatte finden Sie in diesem Flyer. Es ist bewundernswert, was die einladenden Einrichtungen und Initiativen als Gruppe an politischer Bildungsarbeit auf die Beine stellen. Auch NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser sind herzlich eingeladen. Ich würde mich freuen, dort viele von Ihnen zu treffen. Es folgt zur Einführung noch ein kurzer Text aus dem Einladungsflyer. Albrecht Müller.

„Der Zerfall der Öffentlichkeit in den „Echokammern“ der sozialen Medien wird als Bedrohung der Demokratie beklagt. Das sind ausgesprochen verlogene Parolen. Tatsächlich haben zuerst die etablierten Medien versagt. Sie beteiligen sich regelmäßig an den systematisch geplanten und von Interessen geleiteten Kampagnen der Meinungsbildung. Nahezu keine der großen politischen Entscheidungen ist ohne diese Fremdbestimmung vorbereitet worden und gefallen.

Unsere Freiheit und die Vernunft politischer Entscheidungen sind deshalb bedroht. Wir müssen wieder lernen, weniger zu glauben, alles zu hinterfragen, selbst zu denken. Wir müssen bei wichtigen Fragen unseres Zusammenlebens und des Zusammenlebens mit anderen Völkern eine Gegenöffentlichkeit zur herrschenden veröffentlichten Meinung aufbauen. Das wird nur zu schaffen sein, wenn sich die Zweifelnden zusammen tun. Anpassung oder Zweifeln – das ist die Frage.“

In Aachen wird auch die Gelegenheit bestehen, auf die Vorstellung meiner Gesprächspartner beim Funkhaus-Gespräch des WDR in Köln vom 30. Januar zurückzukommen, es gäbe keine Kampagnen der Meinungsbeeinflussung. Siehe den Bericht dazu hier.

Die NachDenkSeiten sind für eine kritische Meinungsbildung wichtig, das sagen uns sehr, sehr viele – aber sie kosten auch Geld und deshalb bitten wir Sie, liebe LeserInnen, um Ihre Unterstützung.
Herzlichen Dank!

 » Lees verder

Der Russe bedroht uns! – Die NDS bringen die Übersetzung der Brandrede des britischen Generalstabschefs Carter und verweisen auf den Scharfmacher im Schafsfell Ischinger – www.NachDenkSeiten.de

Der Russe bedroht uns! – Die NDS bringen die Übersetzung der Brandrede des britischen Generalstabschefs Carter und verweisen auf den Scharfmacher im Schafsfell Ischinger – www.NachDenkSeiten.de

05-02-18 08:48:00,

5. Februar 2018 um 14:58 Uhr | Verantwortlich:

Der Russe bedroht uns! – Die NDS bringen die Übersetzung der Brandrede des britischen Generalstabschefs Carter und verweisen auf den Scharfmacher im Schafsfell Ischinger

Veröffentlicht in: Außen- und Sicherheitspolitik, Audio-Podcast, Aufbau Gegenöffentlichkeit, Strategien der Meinungsmache

Weil wir den Aufbau von Feindbildern und Spannungen zwischen dem Westen und Russland für gefährlich halten, und weil aus unserer Sicht die Kriegsgefahr wächst, weisen wir Sie immer wieder auf entsprechende Dokumente hin. Am Ende dieses Textes vom 2. Februar Willy Wimmer zum Wahnsinn der deutschen Politik im Umgang mit Russland haben wir eine Rede des britischen Generalstabschefs verlinkt. Angelika Eberl hat entscheidende Teile dieser Rede für die NachDenkSeiten übersetzt und in Fußnoten kommentiert. Dafür herzlichen Dank. Die Rede ist ein wichtiges Dokument. Sie zeigt, wie sich westliche Führungskräfte auf den Kriegspfad, jedenfalls auf den Weg der Konfrontation begeben haben. Das kann man bezogen auf den Vorsitzenden der Münchner Sicherheitskonferenz Ischinger auch an seinen Texten ablesen. Und beides wird vermutlich die Münchner Sicherheitskonferenz prägen. Achten Sie darauf. Albrecht Müller.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Podcast: Play in new window | Download

Eine Vorbemerkung zu den Inhalten:

Da Angelika Eberl die wichtigsten Aussagen des britischen Generalstabschefs Carter kommentiert hat, kann ich mich auf das aus meiner Sicht Alarmierende beschränken:

  • dass der oberste Militär der Briten offensichtlich die Geschichten zur angeblichen Einmischung Russlands in die inneren Angelegenheiten des Westens glaubt und schlimm findet und überhaupt nicht berücksichtigt, dass der Westen und herausragend auch sein eigenes Land GB diese Art von Einmischung unentwegt und tatsächlich wirkungsvoll und im eigenen Interesse betrieben haben und betreiben,
  • dass Carter die Bedrohung des Westens durch Russland als besonders bedrohlich darstellt, indem er Russland eine militärische Vorwegstrategie unterstellt und damit den möglichen Erstschlag des Westens zu begründen versucht;
  • dass Carter wie auch Ischinger die Geschichte der neu gewachsenen Konfrontation zwischen West und Ost verkürzt erzählt und damit den Russen die Verantwortung für die neue Konfrontation und den möglichen Ernstfall eines Krieges zuschreibt. Siehe zu dieser Methode auch meine Rede bei der Medien- und Friedenskonferenz in Kassel: Wie können wir uns gegen Manipulation und Irreführung schützen?

 » Lees verder