Bekannter russischer Putin-Kritiker stellt längst fällige Frage

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13-09-20 09:11:00,

Ilya Ponomarev, prominenter russischer Oppositioneller in Kiev
© Oleg Petrasiuk, Kyiv Post

Ilya Ponomarev, prominenter russischer Oppositioneller in Kiev

Christian Müller / 13. Sep 2020 –

Nawalnys Vergiftung sei klar nicht im Interesse Putins. Warum sollte Putin etwas tun, das für ihn absolut kontraproduktiv ist?

Fast alle westlichen Medien gehen davon aus, dass die Vergiftung Nawalnys – so es denn eine war – das Werk von Putin ist. Selbst Angela Merkel erklärte vorschnell, die entscheidenden Fragen zu diesem Verbrechen könne nur der Kreml beantworten.

Ist Putin wirklich so dumm, in einer international extrem angespannten Situation etwas zu tun, das ihm im In- und Ausland nur schaden kann? Warum stellt niemand diese Frage?

Jetzt hat der ehemals russische Parlamentsabgeordnete und heutige internationale Unternehmer Ilya Ponomarev, ein erklärter Putin-Gegner, in einem Interview in der ukrainischen Zeitung «Kyiv Post» diese Frage öffentlich gestellt – und indirekt beantwortet: Für Putin kommt diese Attacke gegen Nawalny höchst ungelegen, seine Politik gegenüber Nawalny war immer und ist eine ganz andere: nämlich ihn totzuschweigen, um ihn nicht populärer werden zu lassen.

«Es ist kontraproduktiv für den Kreml»

Hier der Beginn des Interviews:

Sergii Leshchenko: Was ist Ihrer Meinung nach mit Alexej Nawalny passiert?

Ilya Ponomarev: Das ist eine mysteriöse Geschichte. Jetzt, da wir in der Nähe der deutschen Botschaft (in Kiev, Red.) sitzen, möchte ich keinen Schatten auf die Aussagen von Angela Merkel werfen, obwohl die Idee einer Novitschok-Vergiftung ziemlich weit hergeholt ist. Ich verstehe nicht, was passiert ist. Ich bin davon überzeugt, dass man in Tomsk (der Stadt, wo Nawalny ins Flugzeug stieg, Red.) nach den Wurzeln (der Vergiftung) bei den Leuten suchen sollte, die daran interessiert sind, eine weitere Untersuchung von Nawalny zu verhindern. Ich glaube nicht, dass der Kreml das angeordnet hat, weil ich nicht verstehe, warum er das überhaupt hätte wollen sollen. Es ist kontraproduktiv für den Kreml. Die gesamte Verhaltensweise des Kremls besteht darin, so zu tun, als gäbe es keinen Nawalny, ihn nicht beim Namen zu nennen und einen Schatten einer möglichen Zusammenarbeit mit russischen Sonderdiensten auf ihn zu werfen – nicht, um ihn ins Gefängnis zu stecken, sondern um ihn mit nur bedingten Strafen (auf Bewährung) statt mit unbedingten Strafen (mit Gefängnis) zu verurteilen. Auf diese Weise hielten die Behörden Nawalny immer in Schach.

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Für Kohleabbau: Bekannter Immerather Dom abgerissen

Für Kohleabbau: Bekannter Immerather Dom abgerissen

09-01-18 01:19:00,

Von Alf van Beem – Eigenes Werk, Gemeinfrei, Link

Umweltaktivisten wollten den Abriss des Immerather Doms im letzten Moment noch verhindern. Doch dann rückten zwei Bagger aus und zerstörten den Dom, dessen Wurzeln bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen.

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Die Kirche war ein Wahrzeichen der Region und eigentlich denkmalgeschützt. Jetzt sollen die „Rückbauarbeiten“ innerhalb von nur zwei Wochen abgeschlossen sein, um auf dem Gebiet Braunkohleabbau betreiben zu können.

Umweltaktivisten ketteten sich an Bagger

Gestern nahmen 300 Personen an einer Protestkundgebung teil und auch heute morgen versuchten Umweltaktivisten noch, den Abbruch zu verhindern. Sie kletterten auf die Fassade der Kirche und ketteten sich an einen Bagger. Ihre Transparente trugen die Aufschrift „Wer Kultur zerstört, zerstört auch Menschen“.

Die Polizei beendete schließlich die Aktion gegen den Abriss und die Bagger konnten ausrücken, um den künftigen Braunkohleabbau zu ermöglichen. Die Kirche St. Lambertus, im Volksmund als „Immerather Dom“ bekannt, liegt nämlich auf dem Gebiet des Braunkohletagebaus Garzweiler II, der von RWE Power betrieben wird. Auf Facebook gibt es mehrere Videos, die den Abriss dokumentieren:

Kirche aus dem 12. Jahrhundert

Die romanische Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert. Im 14. Jahrhundert wurde sie erweitert. 1888 erfolgte ein Abbruch der alten Kirche, um sie mit den Spenden der Bürger im neoromanischen Stil zu erneuern. Kurz vor dem heutigen Abriss konnten in einem Noteinsatz noch die künstlerischen Glasfenster gerettet werden. Auch in Keyenburg und Kuckum stehen Kirchen, die in den nächsten Jahren dem Kohleabbau weichen sollen.

Folge der Glaubenskrise?

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