Berichterstattung der “Qualitätsmedien” über die Corona-Demo in Berlin: Finden Sie den Fehler? | Anti-Spiegel

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01-08-20 09:35:00,

Wer noch Zweifel daran hat, dass die deutschen „Qualitätsmedien“ manipulativ und tendenziös berichten, dem sollte man diesen Artikel vorlegen. Er ist kurz und knapp, zeigt aber deutlich auf, wie die deutschen Medien manipulieren und ihre Leser beeinflussen wollen.

Es gibt Demonstrationen, die den deutschen „Qualitätsmedien“ gefallen und da gehen gaaaanz viele Menschen hin. Zum Beispiel letzten Sommer in Moskau, da waren es laut den deutschen Medien 50.000 Menschen, die gegen Putin demonstriert haben. Das fanden die „Qualitätsmedien“ klasse. So sahen die Bilder aus, die sie als Bestätigung der Teilnehmerzahl gezeigt haben:

Auch den Maidan fanden die deutschen „Qualitätsmedien“ ganz toll und da sind nach ihren Angaben auch schon mal 100.000 Menschen zusammengekommen. Solche Bilder wurden den deutschen Lesern als Bestätigung gezeigt:

Heute aber wurde in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung demonstriert und das finden die „Qualitätsmedien“ ganz doof. Daher sind da auch nur recht wenige hingegangen, sagen die „Qualitätsmedien“. Es waren angeblich nur 17.000 Teilnehmer. Und das sah so aus:

Merken Sie was?

Entweder stimmen die Zahlenangaben für Moskau und den Maidan nicht und da waren weniger Menschen bei den Protesten auf der Straße, als die „Qualitätsmedien“ in ihrer Euphorie gemeldet haben. Oder die Zahlen für Berlin stimmen nicht und dort waren viel mehr Menschen auf der Straße, als die „Qualitätsmedien“ melden. Egal, welche Variante nun der Wahrheit entspricht, diese Bilder zeigen, dass die deutschen „Qualitätsmedien“ ihre Leser manipulieren und bei Demos, die ihnen gefallen hohe Zahlen melden, und bei Demos, die ihnen nicht gefallen, niedrige Zahlen melden.

Der gewünschte Effekt ist klar: Die Leser sollen sich instinktiv der „Mehrheit“ anschließen, sich aber von einer „irregeleiteten“ Minderheit emotional distanzieren.

Für diese Art der Berichterstattung gibt es einen Fachbegriff, er lautet „Propaganda“.

Wenn Sie sich für mehr Beispiele für freche Verfälschungen der Wahrheit in den „Qualitätsmedien“ interessieren, sollten Sie Beschreibung meines neuen Buches lesen. Das Buch ist eine Sammlung der dreistesten „Ausrutscher“ der „Qualitätsmedien“ im Jahre 2019 und zeigt in komprimierter Form, wie und mit welchen Mitteln die Medien die Öffentlichkeit in Deutschland beeinflussen wollen. Von „Berichterstattung“ kann man da nur schwer sprechen. Über den Link kommen Sie zur Buchbeschreibung.

Mein neues Buch kommt – Wer möchte ein von mir handsigniertes Exemplar haben?

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Berichterstattung über Syrien-Resolution zeigt: ZDF bedeutet “Zynisches Deutsches Fernsehen” | Anti-Spiegel

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11-07-20 08:46:00,

Nachdem der westliche Vorschlag einer UNO-Resolution zu Syrien gescheitert ist, ist nun auch der russische Gegenvorschlag gescheitert. Das war zu erwarten und keinen Artikel wert. Aber die Berichterstattung des ZDF zu dem Thema ist einen Artikel wert. Warum man das ZDF nun „Zynisches Deutsches Fernsehen“ nennen müsste, zeige ich hier auf.

Ich habe bereits über den Streit im UNO-Sicherheitsrat berichtet, in dem es um eine Resolution zu Syrien geht. Die Details finden Sie hier.

Jetzt will ich es nur kurz in Erinnerung rufen: Der Westen verweigert jede Hilfe für die Menschen in Syrien, die in von der syrischen Regierung kontrollierten Gebieten leben. Die USA haben gerade erst wieder die Sanktionen gegen Syrien verschärft, was nun sogar die Versorgung mit Lebensmitteln in Frage stellt. Und ein etwaiges Wiederaufbauprogramm für Syrien lehnt der Westen erst recht ab.

Das ist nicht meine böse Fantasie, das hat der Außenbeauftragte der EU, Josep Borrel, selbst in seinem Grußwort an die angebliche „Geberkonferenz für Syrien“ gesagt:

„Wir als Europäische Union werden weiterhin Druck auf das Regime in Damaskus ausüben. Unsere Sanktionen sind in Kraft, damit das Regime vollständig und unmissverständlich begreift, dass es keine Normalisierung und keinen Wiederaufbau geben kann, bis es seinen Ansatz ändert, seiner Unterdrückung des syrischen Volkes ein Ende setzt und an [politischen] Verhandlungen teilnimmt.“

Auch der Krieg selbst, der das Land zerstört, mindestens eine halbe Million Menschenleben gefordert und Millionen in die Flucht getrieben hat, ist ein Produkt des Westens. Die USA haben den Krieg mit der CIA-Operation „Timber Sycamore“ erst möglich gemacht, in der sie ausländische Islamisten mit Milliarden von Dollar bewaffnet und ausgebildet haben. Ohne die Aktionen des Westens hätte es den Krieg, die Toten, den IS, die Flüchtlingswelle und so weiter gar nicht gegeben.

Das Ziel des Westens ist klar: Die Menschen in Syrien sollen hungern und leiden, in Ruinen leben und wenn nötig sterben, solange Assad an der Macht ist. Erst wenn sie sich gegen Assad erheben und ihn stürzen, haben sie eine Chance auf Hilfe. Wobei: Ein Blick in den Irak, nach Libyen oder Afghanistan zeigt, dass da nicht viel Hilfe zu erwarten ist.

Diese westliche Politik ohne Rücksicht auf Menschenleben würde ich „zynisch“ nennen. Das ZDF sieht das anders.

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Berichterstattung und Wirklichkeit: Das russische Verfassungsreferendum | Anti-Spiegel

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10-07-20 07:20:00,

Seit dem russischen Verfassungsreferendum sind nun 10 Tage vergangen und die westlichen Medien berichten von manipulierten Wahlen. Wie ist es um die Transparenz von russischen Wahlen bestellt? Und was ergibt ein Vergleich zwischen Russland und dem Westen in dieser Frage?

Es gibt eine eingefahrene Routine, wenn in Russland gewählt wird. Immer ist im Westen sofort von Wahlfälschung, Manipulationen und so weiter die Rede. Wir sind daran gewöhnt und selbst diejenigen, die sich als „Russland-freundlich“ bezeichnen, schließen nicht aus, dass in Russland bei Wahlen manipuliert wird. Aber wie sieht die Realität aus?

Webcams in jedem Wahllokal

Die Vorwürfe, in Russland würden Wahlen gefälscht, sind so alt, wie der moderne russische Staat selbst. Und in der Tat war in den ersten zehn oder zwanzig Jahren nicht alles so transparent, wie man es sich wünschte. Aber es war auch nicht so schlimm, wie es in den Medien dargestellt wurde. Wer Wahlberichte der OSZE liest, der stellt fest, dass die OSZE in jedem Land Verstöße bei Wahlen meldet. Auch im Westen gibt es Fälle, in denen Wahlhelfer sich für schlau halten und fingierte Wahlzettel einwerfen, um zumindest in ihrem Wahllokal ein Ergebnis „nach Wunsch“ zu erhalten. Das ist keineswegs ein russisches Phänomen, das gibt ist auch in Deutschland mehr als einmal vorgekommen. Aber ernsthafte Kritik an russischen Wahlen hat die OSZE schon lange nicht mehr gemeldet.

Im Falle Russlands werden solche Verbrechen aber groß in die Medien gebracht, was subjektiv den Eindruck erweckt, in Russland käme das ganz oft vor, ja, es wäre an der Tagesordnung. Nach der Präsidentschaftswahl 2012 hat das in Moskau zu großen Protesten geführt, aber der Versuch, einen russischen Maidan zu veranstalten, scheiterte damals.

Für die russische Regierung war das jedoch ein Signal und sie hat reagiert. Die Wahlen sind danach so transparent geworden, wie in keinem anderen Land der Welt. Das ist kein Scherz, oder können Sie mir ein Land nennen, in dem in jedem Wahllokal Webcams hängen, sodass jeder sich jederzeit anschauen kann, was in jedem einzelnen Wahllokal vor sich geht? Alles wird gefilmt und direkt ins Netz gestellt.

Auch die Wahlergebnisse von jedem Wahllokal werden in Echtzeit veröffentlicht und jeder, der den Aufwand betreiben will, kann überprüfen, ob sich die Wahlergebnisse bei der Übertragung an die Zentrale Wahlkommission dann von dem unterscheiden,

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Was uns die Berichterstattung zur „Taubenproblematik“ über die Verbundenheit von Medien und Politik zeigt

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17-05-20 10:15:00,

Manchmal lohnt es sich, mit den Augen einer kritischen Wissenschaft auf politisch mehr oder weniger unverdächtige Themen zu schauen, wie zum Beispiel: Tauben. Minea Pejic hat in einer bemerkenswerten Studie aufgezeigt, dass viele Mediennutzer gar nicht so unrecht haben, wenn sie Journalisten vorwerfen, „herrschaftsnah“ zu berichten. Die Kommunikationswissenschaftlerin hat die Berichterstattung über ein Taubenproblem in den Städten München und Ingolstadt verglichen und dabei festgestellt: Der abgelieferte Journalismus orientiert sich stark an den Sichtweisen der vorherrschenden Politik. In München geht die Politik mit Härte gegen Tauben vor – dementsprechend fällt auch der Tenor in der Berichterstattung aus. In Ingolstadt wird auf sanfte Methoden im Umgang mit Tauben gesetzt – dementsprechend berichten die lokalen Medien. Im NachDenkSeiten-Interview berichtet Pejic über ihre Studie. Von Marcus Klöckner.

Sie haben sich in einer wissenschaftlichen Arbeit damit auseinandergesetzt, wie Medien über den Umgang mit Tauben in den Städten Ingolstadt und München berichten. Was haben Sie dabei festgestellt?

Obwohl das Thema Tauben keine weitreichende politische Dimension hat, konnte ich dennoch einen interessanten Zusammenhang zwischen der journalistischen Berichterstattung und der Politik feststellen. Bei dem Thema Tauben fungieren Medien nämlich als politischer Index.

Politischer Index? Was meinen Sie damit?

Bei meiner Untersuchung wurde deutlich, dass es einen starken Zusammenhang zwischen der Berichterstattung im Journalismus und den Entscheidungen bzw. den dominanten Positionen in der Politik gibt. Politischer Index heißt hier also: Die Berichterstattung ist so angelegt, dass sie der vorherrschenden politischen Meinung zugeneigt ist.

Das heißt, beim Thema Tauben spiegelt die Lokalberichterstattung in der Tendenz die Sichtweise der jeweilig vorherrschenden Politik wider?

Richtig, und das ist ein Problem, das in meiner Arbeit auch sehr klar wird, nämlich: Ein Teil der Wahrheit fällt so leider oft unter den Tisch. Wenn Medien zu sehr als politischer Index fungieren, führt das zu einseitiger Berichterstattung, die nicht das gesamte Spektrum der möglichen Positionen und Informationen aufzeigt, sondern nur einen Teil – den, der in der Politik am häufigsten vertreten wird.

Dass Medien sich stark an der Politik ausrichten, wird schon seit längerem kritisiert. Nur ist die hieb- und stichfeste Beweisführung oft schwierig.

Ja, das stimmt. Auch meine Arbeit hat Grenzen, da sie sich erstens nur innerhalb der Lokalpolitik und innerhalb des Lokaljournalismus bewegt und zweitens, da sie nur ein sehr kleines Thema abdeckt.

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Berichterstattung: UN-Generalsekretär vs. Dietmar Hopp

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26-03-20 11:41:00,

Aufruf zu einem globalen Waffenstillstand angesichts der Coronavirus-Pandemie. Bild: UN Photo/Eskinder Debebe

Guterres’ Forderung nach einem globalen Waffenstillstand erhält keine Resonanz, dagegen eine Fake News über CureVac

Allerorten werden drastische Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie eingefordert und erklärt. Ein großer Teil der Bevölkerungen weltweit ist offenbar bereit, massive Einschränkungen ihrer Freiheit hinzunehmen. Insgesamt hat man das Gefühl, dass die spektakulärsten Forderungen erheben, am meisten Aufmerksamkeit ernten und auch Zustimmung erhalten.

Aber es gibt auch Ausnahmen. Am 23. März 2020 trat der UN-Generalsekretär António Guterres mit einer kurzen Rede vor die (virtuelle) Weltöffentlichkeit und forderte einen globalen Waffenstillstand. Er forderte von allen Konfliktparteien weltweit, die “Gewehre zum Schweigen zu bringen, wie Artillerie zu stoppen und Luftangriffe zu beenden”, damit sich die Welt dem gemeinsamen Feind, der Krankheit, entgegenstellen könne. Dieser Appell aber verhallte in der aufgeregten deutschen Berichterstattung nahezu ungehört. Weder auf Tagesschau.de noch bei DLF24.de findet sich eine entsprechende Meldung, bei Spiegel.de ist immerhin das Video seiner Ansprache verlinkt. Auch die Online-Ausgaben der großen Zeitungen schweigen sich dazu aus.

Man stelle sich das vor: Angesichts einer globalen Krise ruft der UN-Generalsekretär in einer pointierten Rede zum Weltfrieden auf – und keinen interessiert es. Hätte António Guterres irgendwas gegen China, Russland oder Assad gesagt, wäre die Medienresonanz sicher besser gewesen.

Die Rede von António Guterres wäre durchaus eine Hauptnachricht wert gewesen. Man hätte sich damit auch auf sichererem Terrain befunden als bei jener Meldung, die der Deutschlandfunk am 15.3.2020 stundenlang als Aufmacher seiner (halb-)stündlichen Nachrichten brachte. US-Präsident Donald Trump habe mit riesigen finanziellen Offerten versucht, einen Impfstoff, der gegenwärtig von der Firma CureVac in Tübingen entwickelt wird, “exklusiv für sein Land zu sichern”. Tagesschau.de berichtete quasi wortgleich, denn beide bezogen sich als Quelle auf einen Bericht der Welt am Sonntag mit derselben Formulierung, der als Quelle wiederum “deutsche Regierungskreise” nannte.

Ob und wie sich ein Land einen Impfstoff “exklusiv” sichern kann, erfuhr dabei ebenso wenig Reflexion, wie die Tatsache, dass CureVac längst Standorte in den USA unterhält und außerdem in einer frühen Phase seiner steilen Startup-Karriere Fördermittel der Pentagon-Forschungsagentur DARPA erhalten hatte. Das Unternehmen habe darauf verlautbart, “man strebe keinen Deal mit den USA an” und erhielt darauf Lob von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: “Das ist eine großartige Entscheidung und eine großartige Position…

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Berichterstattung oder Propaganda? Über gute und böse Randalierer | Anti-Spiegel

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20-11-19 04:57:00,

Dass die Medien in Deutschland nicht objektive Berichterstattung, sondern Meinungsmache betreiben, konnte man in diesen Tagen an einem weiteren Beispiel sehen. Man muss nur die Berichterstattung über die Proteste in Hongkong und Frankreich vergleichen.

In Hongkong eskaliert die Gewalt. Die „Demonstranten“ sind inzwischen ganz eindeutig radikale Krawallmacher. Und das kann man auch durchaus in den deutschen Medien lesen. Die Kunst ist jedoch, diese Dinge so zu formulieren, dass die Randalierer trotzdem irgendwie sympathisch erscheinen. Diese Diskrepanz wird besonders beim Vergleich der Medienberichte über den Jahrestag der Gelbwesten-Proteste und die Situation in Hongkong deutlich.

Die Randalierer in Hongkong haben vor einige Tagen eine Universität besetzt. Dass in Hongkong aufgrund der Randale manchmal tagelang die U-Bahn nicht fährt, daran hat man sich schon fast gewöhnt. Die Universitätsbesetzung war eine neue Eskalationsstufe. Die Demonstranten haben sich dort verbarrikadiert und mit Molotow-Cocktails, Pflastersteinen und sogar Pfeil und Bogen bewaffnet. Und sie haben mit dem Arsenal die Polizisten angegriffen.

Wie würde wohl berichtet werden, wenn das in Deutschland passiert wäre? Wenn Demonstranten in einer deutschen Stadt eine ganze Uni besetzen und verwüsten und die anrückende Polizei mit Pfeilen beschießen und mit Molotow-Cocktails bewerfen würden? Ob die Medien auch so viel Verständnis zeigen würden?

Uns wird berichtet, die Polizei in Hongkong sei brutal. Das liest man in jedem Artikel zu dem Thema. Aber es waren die Demonstranten, die einen Mann getötet haben. Der 70-jährige wollte Steine von einer Straße räumen, als Demonstranten ihm etwas, vermutlich ein Pflasterstein, an den Kopf geworfen haben. Der Mann fiel um und war tot.

70-year-old man hit hard by brick during clash with protesters


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Aber der Spiegel berichtete seinen Lesern das nicht. Er berichtete zwar, dass es einen Toten gegeben hat, aber nicht, wer ihn getötet hat. Dafür gab es wieder das Wort „Polizeigewalt“ und viel Verständnis für die Demonstranten. Der Spiegel hat also nicht offen gelogen, aber der Leser bekommt aus dem Gesamtkontext den Eindruck, die böse Polizei sei Schuld. Und das klingt dann so:

„Am Rande der seit Monaten tobenden Anti-Regierungsproteste in Hongkong hat es einen weiteren Toten gegeben. Laut Mitteilung der Behörden am Donnerstagabend erlag ein 70-jähriger Mann seinen schweren Verletzungen. Wie lokale Medien zuvor berichtet hatten, war der Mann am Mittwoch in einer Auseinandersetzung zwischen Anti-Regierungsdemonstranten und Anwohnern von einem Pflasterstein am Kopf getroffen worden.“

Kein Wort über die Umstände und wer den Mann getötet hat,

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Antirussische Berichterstattung im Deutschlandfunk – drei kleine Fallbeispiele

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13-03-19 11:42:00,

Aufmerksame NachDenkSeiten-Leser werden schon mitbekommen haben, dass vor allem der vermeintlich so seriöse und ausgewogene Deutschlandfunk in steter Regelmäßigkeit in unseren Hinweisen des Tages mit Beiträgen verlinkt ist, die sich durch eine besonders üble propagandistische Linie gegenüber Russland auszeichnen. Das heutige Morgenprogramm lieferte wieder drei Fallbeispiele, die sehr bezeichnend sind für die antirussische Schlagrichtung der Berichterstattung.
 

Den Anfang machte heute morgen die Meldung, dass in Russland zehntausende Menschen gegen die russischen Internet-Pläne protestieren würden.

Es ist natürlich nicht uninteressant, etwas über die „Internet-Pläne“ Russlands zu erfahren. Dies aber just an dem Tag so prominent auf Sendung zu nehmen, an dem der Bundestag sich in einer aktuellen Stunde kritisch mit den „Internet-Plänen“ der EU beschäftigt, zeugt schon von einem merkwürdigen Koordinatensystem.

Danach ging es um ein US-Bundesgericht, das ein höheres Strafmaß für den ehemaligen Trump-Berater Paul Manafort wegen „antiamerikanischer Agententätigkeit“ fordert. Man hätte aus dem Prozess gegen Manafort ein lehrreiches Stück über das ausufernde Geschäft der politischen Berater und PR-Agenturen in den USA und dem Rest der Welt machen können. Man hätte das geforderte Strafmaß für die Whistleblowerin Chelsea Manning ins Verhältnis setzen können, die 35 Jahre Haft dafür bekommen hat, dass sie Kriegsverbrechen der USA offenkundig gemacht hat, während Paul Manafort für ein Potpourri an Straftaten weniger als vier Jahre Haftstrafe drohen – übrigens nicht wegen „antiamerikanischer Agententätigkeit“, wie der Deutschlandfunk suggeriert, sondern wegen Betrugs und Steuerhinterziehung. Der Deutschlandfunk ignoriert jedoch den Zusammenhang und nutzt den Fall Manafort, um weiter an der abstrusen Geschichte über die angeblich von Russland manipulierten Präsidentschaftswahlen in den USA zu stricken.

Da aller guten Dinge bekanntlich drei sind, wies der Deutschlandfunk nach diesen beiden Meldungen noch in einem Trailer auf die aktuelle Sendung von „Europa heute“ hin, in der es – mal wieder – um die Missstände in der russischen Kaukasusrepublik Tschetschenien geht. Auch dies wäre sicherlich ein interessantes Thema, wenn man es nicht isoliert aus antirussischer Perspektive, sondern im globalen Kontext betrachten würde. In den letzten sechs Sendungen von „Europa heute“ ging es viermal um Tschetschenien und zweimal um Russland – natürlich jedes Mal in einem negativen Kontext. Missstände, die im Zusammenhang mit der Außenpolitik der USA oder der NATO stehen, kamen kein einziges Mal vor.

Diese drei Fallbeispiele hat uns heute morgen ein aufmerksamer Leser geschickt.

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Tendenziöse Berichterstattung über die Ukraine-Krise 2014? – Putin vs. Obama

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09-03-19 11:03:00,

Mirjam Zwingli hat eine 140seitige Masterarbeit zur Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung während der Ukraine-Krise geschrieben. Für die NachDenkSeiten hat sie nun eine gekürzte kritische Analyse der Darstellung Putins und Obamas mit Bezug zur Ukraine-Krise in der Süddeutschen Zeitung verfasst. Wird die selbsterklärte Sachlichkeit des Qualitätsmediums eingehalten oder aber in erster Linie die redaktionelle Sichtweise vermittelt?

„Our ability to shape world opinion helped isolate Russia right away. (…) Because of American leadership, the world immediately condemned Russian actions.“[2]

Diese Worte sind einer Rede des amerikanischen Präsidenten Barack Obama bezüglich der Ukraine-Krise im Mai 2014 in der US-Militärakademie West Point, einer der renommiertesten Hochschulen der Vereinigten Staaten, entnommen. Selbstredend sagen sie viel über die Berichterstattung unserer deutschen Leitmedien aus. Dies wird die Analyse eines Leitmediums in Bezug auf die Darstellung der beiden Politiker Putin und Obama zeigen.[3]

Die Ukraine-Krise und stellvertretend dafür der Absturz des Fluges MH17 über der östlichen Ukraine wird im Folgenden untersucht, da dieses Ereignis die Einseitigkeit des Leitmediums Süddeutsche Zeitung in besonderer Weise manifestierte und immer noch manifestiert. Auf der Basis von Siegfried Jägers Kritischer Diskursanalyse im Gefolge des französischen Soziologen und Philosophen Michel Foucault wird das vermittelte Wissen der SZ herausgearbeitet. Ist das Credo der journalistischen Neutralität und Sorgfaltspflicht nur noch Lippenbekenntnis? Eine geradezu indoktrinierte Ausrichtung des Feinbildes Russland unter Putin wirkt in der Berichterstattung und den damit verbundenen Bewusstseinsinhalten. Wie ist das nun im Detail zu verstehen?

Die noch recht junge Diskurstheorie Foucaults (1926-1984) analysiert die Mechanismen und Institutionen in kapitalistischen und sozialistischen Gesellschaften, die Geschriebenes wie Gesprochenes restringieren, kontrollieren und determinieren, also Macht ausüben. Es geht dabei im Wesentlichen um den Macht-Wissens-Komplex und darum, mit welchen Bildern im menschlichen Bewusstsein oder dem Diskurs Normalitäten erzeugt werden. Je stärker jemand oder etwas sich im Fluss des „Normalen“ befindet, umso mehr Macht ist damit letztendlich verbunden. Dabei spielen die Medien unserer Zeit eine immer zentralere Rolle.

An dieser Stelle noch ein Wort zur Feinbildung in der Diskursanalyse. Es gibt zwei Formen der Feind“bildung“ im Kriegsdiskurs: Einmal die Entpersonifizierung des „Feindes“ zur gesichtslosen, außenstehenden Masse. Zum anderen die Personifizierung des „Feindes“ als Irrer, der zu vernünftigen

Entscheidungen nicht mehr fähig ist, somit Verhandlungen sinnlos erscheinen und gezwungenermaßen „andere (militärische?) Vorgehensweisen“ ergriffen werden müssen.

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