Berliner Waldorfschule lehnt Kind eines AfD-Abgeordneten ab

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17-12-18 01:25:00,

Eine Berliner Waldorfschule lehnt die Aufnahme des Kindes eines AfD-Abgeordneten ab. Das Kind besucht bereits den Kindergarten der Waldorfschule. Trotzdem haben Eltern und Lehrer die Einschulung abgelehnt, weil sie eine ideologische Störung des Schulfriedens befürchten.

Die „Berliner Zeitung“ berichtet, dass eine beliebte Berliner Waldorfschule beschlossen hat, das Kind eines AfD-Abgeordneten nicht zur Einschulung zuzulassen. Auf einer Elternversammlung hatten Eltern und Lehrer der Schule über diesen Fall diskutiert. Da es zu keiner Einigung kam und starke Bedenken sowohl von Eltern als auch von Lehrern geäußert wurden, hat sich der Trägerverein der Schule entschlossen, die Einschulung des Kindes abzulehnen.

Der Geschäftsführer des Trägervereins begründete die Entscheidung: „Angesichts dieses Konfliktes sieht die Schule keine Möglichkeit, das Kind mit der nötigen Unvoreingenommenheit und Unbefangenheit aufzunehmen – beides sind Grundvoraussetzungen, um die Entwicklung des Kindes angemessen zu fördern.“

Bei Waldorfschulen handelt es sich um staatlich anerkannte Privatschulen. Im Gegensatz zu staatlichen Schulen, die bei freien Plätzen verpflichtet sind, jedes Kind aufzunehmen, können Privatschulen dies selbst entscheiden. Allerdings gibt es in Berlin eine sogenannte Privatschulaufsicht, die wohl auch gerade diesen Fall noch einmal prüft. So soll festgestellt werden, ob die Ablehnung des Kindes gegen das Antidiskriminierungsgesetz verstoße. Inwieweit diese Kommission den Entscheidungsprozess revidieren kann, ist bisher unklar.

Diskriminierung an privaten Schulen?

Der Fall dieser Waldorfschule schlägt in Berlin gerade hohe Wellen, und es ist eine Diskussion darüber entbrannt, inwiefern man Kinder in Sippenhaft nehmen darf für die politische Tätigkeit ihrer Eltern. So bezeichnete die Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) die Entscheidung der Waldorfschule gegenüber der „Berliner Zeitung“ als „äußerst kritisch“.

Auch der bildungspolitische Sprecher der Waldorfschulen in Berlin-Brandenburg, Detlef Hardorp, äußerte gegenüber der „Berliner Zeitung“: „Menschen aller politischen Einstellungen sollten ihre Kinder auf Waldorfschulen schicken können.“

Der Vorsitzende der Vereinigung der Berliner Oberstudiendirektoren, Ralf Treptow, sagte dem „Tagesspiegel“: „Ich halte das für unglaublich (…). Offensichtliche Diskriminierung darf es weder an staatlichen noch an privaten Schulen geben.“

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Tagesdosis 23.6.2018 – Wie die Berliner Politik die Fußball-WM für sich nutzt | KenFM.de

Tagesdosis 23.6.2018 – Wie die Berliner Politik die Fußball-WM für sich nutzt | KenFM.de

23-06-18 08:20:00,

Tagesdosis 23.6.2018 – Wie die Berliner Politik die Fußball-WM für sich nutzt | KenFM.de

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Funkzellenabfrage 2017: So oft hat die Berliner Polizei in deinem Kiez Handys erfasst

Funkzellenabfrage 2017: So oft hat die Berliner Polizei in deinem Kiez Handys erfasst

14-05-18 10:12:00,

Ohne davon zu wissen, geraten jedes Jahr Millionen Unschuldige in das Fahndungsraster der Polizei. Grund dafür ist die Funkzellenabfrage: Um Tatverdächtige zu ermitteln, analysiert die Polizei Millionen Handyverbindungen. In Berlin haben Ermittler laut Jahresbericht die Ermittlungsmethode 474 mal eingesetzt. Im Jahr zuvor gab es 491 Funkzellenabfragen. Erstmals gibt es detaillierte Angaben über die örtliche Verteilung der Funkzellenabfragen. Wir haben daraus eine interaktive Karte erstellt.

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Bei jeder Funkzellenabfrage erhält die Polizei vom Netzbetreiber umfangreiche Datensätze. Diese geben Auskunft über alle Verbindungen, die ein Handy mit dem abgefragten Funkmast aufbaut, etwa wer wann wen anruft, eine SMS schreibt oder mobiles Internet nutzt. Informationen über Kommunikationsinhalte bekommt die Polizei dadurch nicht. Im Jahr 2017 erhielt die Berliner Polizei so Zugriff auf rund 59 Millionen Verkehrsdatensätze. Im Vorjahr waren es noch fast doppelt so viele. In 2.222 Fällen ermittelten die Beamten anschließend die Inhaber der Handynummer. Wir haben die Zahlen aus dem 725-seitigen Jahresbericht extrahiert und in einer Karte aufbereitet.

Wo es 2017 Funkzellenabfragen gab

In der interaktiven Karte sind die Berliner Postleitzahlbezirke nach Häufigkeit der Ermittlungsverfahren mit Funkzellenabfragen eingefärbt. Durch einen Klick auf einen Bereich erscheinen die Postleitzahl und die Anzahl an Verfahren. In den hellen Gegenden kam die Handyrasterfahndung in einigen wenigen Verfahren zum Einsatz; in den dunkel markierten Gebieten deutlich häufiger. Hellblau sind die Gegenden, in denen die Funkzellenabfrage letztes Jahr in keinem Verfahren genutzt worden ist. Die Angaben gelten nur für die Berliner Polizei; Funkzellenabfragen von Bundesbehörden oder Geheimdiensten sind nicht enthalten.

Die meisten Abfragen gab es im letzten Jahr im Postleitzahlbereich 12347 im Neuköllner Ortsteil Britz. Dort setzten die Strafverfolger in 13 verschiedenen Ermittlungsverfahren auf eine Funkzellenabfrage. Mit großem Abstand folgen die benachbarten Postleitzahlbezirke 12359 (Britz) und 12099 (Tempelhof) mit sieben Verfahren. Weitere Hotspots lagen in 13158 (Wilhelmsruh, Rosenthal) und 10719 (Wilmersdorf).

Je nach Zeitpunkt und Ort einer Funkzellenabfrage können leicht einige zehntausende Unschuldige ins Raster geraten. Das zeigt das Beispiel der umfangreichsten Funkzellenabfrage aus dem letzten Jahr, die zwischen dem 16. und 19. Juni in der Berliner Innenstadt durchgeführt wurde. In 60 Stunden gerieten dort rund 315.000 Handynummern ins Raster der Polizei.

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Brief aus Gaza: „Wie an der Berliner Mauer: Schießbefehl gegen uns Bewohner” – www.NachDenkSeiten.de

Brief aus Gaza: „Wie an der Berliner Mauer: Schießbefehl gegen uns Bewohner” – www.NachDenkSeiten.de

10-04-18 09:08:00,

10. April 2018 um 8:40 Uhr | Verantwortlich:

Brief aus Gaza: „Wie an der Berliner Mauer: Schießbefehl gegen uns Bewohner”

Veröffentlicht in: Innere Sicherheit, Israel, Strategien der Meinungsmache

Abed Schokry, 48, studierte in Darmstadt Maschinenbau und promovierte in Berlin. Seit 2007 lebt er wieder in Gaza Stadt. Er ist Vater von vier Kindern und arbeitet als Professor für Qualitätsmanagement und Arbeitsschutz. Er berichtet seinen deutschen Bekannten und Freunden regelmäßig über die Situation im Gazastreifen. So auch hier wieder. Christian Kercher und Thilo Haase haben den Brief an uns weitergeleitet. Danke vielmals. Albrecht Müller.

Wir bringen diesen zweiten Text nach dem gestrigen zu dem Massaker im Gazastreifen: „Nur die Toten finden hier ein besseres Leben.“ – Das Massaker und die blutigen Tage von Gaza. Wir veröffentlichen diese Texte verbunden mit einem schlechten Gewissen. Wir, die für die NachDenkSeiten Verantwortlichen, haben etwas zu lange gebraucht, bis wir auf die Ereignisse im Gazastreifen in der Vor-Osterwoche zu sprechen kamen. Das war kein böser Wille. Wir entschuldigen uns trotzdem für die Verzögerung.

Im Text des Briefes kommt die wachsende Hoffnungslosigkeit zum Ausdruck. Das ist wohl eine realistische Einschätzung der Situation. Bei der Lektüre von Ilan Pappes „Die ethnische Säuberung Palästinas“ ist mir klar geworden, dass die Palästinenser jede Hoffnung fahren lassen können.

Der Autor des Briefes, Abed Schokry, ist zu bewundern, dass er trotzdem durchhält und dass er offensichtlich ein einigermaßen gesichertes Leben in Deutschland gegen die gewollte Zerstörung seines und seines Volkes Lebensraums im Gazastreifen aufgegeben hat.

Hier also der Brief aus Gaza:

Dr. Abed Schokry

Dr. Abed Schokry

Sehr geehrte Damen und Herrn,

Liebe Freundinnen und Liebe Freunde,

Gaza am 08ten April, 2018

Ich bin verzweifelt und ich bin auch wütend.

Gaza wehrt sich gegen die unmenschlichen Lebensbedingungen, gegen die völkerrechtliche Abriegelung, die den Gazastreifen zu einem Gefängnis für zwei Millionen Menschen macht. Initiiert wurden die Proteste von verzweifelten Menschen, an denen an beiden Wochenenden jeweils 20 000-30 000 teilnahmen.

Einer der Initiatoren ist der 43 Jahre alte Lehrer Al-Kurd, der anlässlich der alljährlichen Erinnerung an Flucht und Vertreibung der Palästinenser durch die Israelis bzw.

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