….eine kleine Betrachtung über “Ordnungsmächte” – aus gegebenem Anlass. Von Heiko Flottau

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13-01-20 09:34:00,

Seit der Ermordung des iranischen Generals Qassem Suleimani durch die USA erlebt ein politisches Zauberwort eine Art Wiedergeburt – in den Stellungnahmen einiger Politiker und in den Kommentaren mancher Zeitungen. Die USA sollten ihre Rolle als „Ordnungsmacht“ wieder erfüllen und „Ordnungspolitik“ betreiben.

Ordnungsmacht. Man muß die beiden Wortteile kurz analysieren, dann wird man schnell gewahr, daß beides eigentlich nicht zusammen geht. Ordnung suggeriert etwas Geordnetes, auf das sich die Beteiligten friedlich und gemeinsam geeinigt haben. Macht aber bedeutet Gewalt. Wie also gehen Ordnung und Gewalt zusammen? Gut, Kinder werden mit sanftem Zwang von ihren Eltern zur Ordnung erzogen. Im Deutschen Bundestag ergeht vom amtierenden Parlamentspräsidenten ein „Ordnungsruf“ an einen Abgeordneten, der in seiner Rede die als allgemein anerkannten gültigen Regeln des Anstandes verletzt.

Aber politische Ordnungsmacht? Die Geschichte lehrt , daß in den meisten Fällen eine führende imperiale Macht eine „Ordnung“ hergestellt hat, die ihren eigenen Interessen entsprach, den Vorstellungen der zur Ordnung gerufenen Völker aber meistens zuwiderlief. Schauen wir uns diese fatale Entwicklung an Hand der Geschichte des Iran an.

Ja, Herr Markus Lanz, Sie haben in Ihrer ZDF-Sendung vom 8.Januar 2020 einem Ihrer Gesprächspartner vorgehalten, man solle in der Diskussion über die Ermordung des Generals Suleimani nicht zu weit zurück in der Geschichte des Iran graben. Falsch. Wissen Sie, was der französische General Henri Gouraud im Jahr 1920 nach der Eroberung von Damaskus am Grab Saladins (arabisch Salah ed Din) sagte: “Wach auf Saladin. Wir sind wieder da. Meine Anwesenheit hier vollendet den Sieg des Kreuzes über den Halbmond”. Salah ed-Din hatte im Jahre 1187 die Kreuzfahrer aus Jerusalem vertrieben. Gouraud war in die Levante entsendet worden, um dort die Interessen der Franzosen zu vertreten, die sich aus dem Sykes-Picot-Geheimabkommen von 1916 ergaben. In dem Abkommen hatten Großbritannien und Frankreich den Nahen Osten unter sich aufgeteilt und somit für die Region über die Köpfe der Völker hinweg eine „Ordnung“ diktiert, die sich bis heute als fatal erwiesen hat.

Aber zurück zum Iran und der für diesen Staat von diversen Ordnungsmächten vorgesehenen Ordnungen. Kurz vor dem ersten Weltkrieg sicherten sich die Briten zu einem Spottpreis die Ausbeutung des iranischen Erdöls rund um die Stadt Abadan in der Provinz Khusistan. Die reiche Beute ermöglichte es den Briten, den Antrieb ihrer Kriegsflotte von Kohle auf Erdöl umzustellen – ein finanzieller und strategischer Gewinn.

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Zum Wochenende eine Betrachtung von Willy Wimmer zu Davos, zu Trumps Bilanz und zum Umgang derer in Washington untereinander und mit der Welt – www.NachDenkSeiten.de

Zum Wochenende eine Betrachtung von Willy Wimmer zu Davos, zu Trumps Bilanz und zum Umgang derer in Washington untereinander und mit der Welt – www.NachDenkSeiten.de

28-01-18 06:25:00,

26. Januar 2018 um 16:55 Uhr | Verantwortlich:

Zum Wochenende eine Betrachtung von Willy Wimmer zu Davos, zu Trumps Bilanz und zum Umgang derer in Washington untereinander und mit der Welt

Veröffentlicht in: einzelne Politiker

Willy Wimmer

Das sind Anstöße zum Nachdenken, wie der frühere CDU-Staatssekretär Willy Wimmer sie gelegentlich schickt. Man muss die Gedanken nicht alle teilen, aber sie wahrzunehmen lohnt sich. Albrecht Müller.

Man weiß nicht so recht, auf was man sich konzentrieren soll. Auf die Rede des amerikanischen Präsidenten vor den Teilnehmern des Weltwirtschaftsforums in Davos oder die zeitgleich laufenden Nachrichten über „volle Breitseiten“ in der New York Times an dem Tag, der für Präsident Trump sein großer Tag in der Schweiz sein sollte. Unter vergleichbaren Umständen würde man nach der vergleichbaren „Halbwert-Zeit“ für einen Staatsmann fragen, wenn man sich über die steigende Wucht der gegen Präsident Trump gerichteten Angriffe im Klaren ist. Alle anderen auf der Welt, über die derzeit aus Amerika hergezogen wird, müssen erstaunt feststellen, dass die sie betreffenden Angriffe nichts dagegen sind, wie man in Washington miteinander umgeht. Es ist kaum anzunehmen, dass man sich unter normalen Umständen mit derartigen Verhältnissen anfreunden könnte. Sich abzuwenden und sie im eigenen Saft schmoren lassen, wäre das normale Verhalten von jedermann, der sich das erlauben kann. Es ist allerdings auf der Welt so, dass sie die wenigsten so etwas erlauben können. Präsident Trump selbst bestimmt seit seiner Ankunft nicht nur Davos, sondern die Weltnachrichten.

Nicht weit von den Urspüngen des Rheins steht er auf der Bühne in Davos und erweckt den Eindruck einer unangreifbaren Gestalt aus der Sage der „Nibelungen“.

Das kennt man ja.

Präsident Trump und die „soziale Frage“, in den USA denkt man an den arbeitenden Menschen.

Die Rede des amerikanischen Präsidenten, so kurz sie auch war, muss man nicht nur vor dem Hintergrund seiner Leistungen seit Amtsantritt vor einen Jahr sehen. Die USA standen wegen des tiefsitzenden Ärgers über den Sumpf in Washington, des um sich greifenden Anti-Semitismus und der Summe der Särge aus den weltumspannenden Kriegsgebieten vor dem Zusammenbruch des bisherigen Parteiensystems und revolutionären Entwicklungen.

Diejenigen, die diese Entwicklung verursacht hatten, kamen Herrn Trump und jedem anderen, der die Explosion abwenden wollte,

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