Betrifft ARD: „Gniffkes Redaktion hat den kritischen Journalismus schon vor Jahren ‚beerdigt‘“

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28-03-19 12:24:00,

Der Chefredakteur von ARD-aktuell Kai Gniffke könnte bald zum Intendanten des Südwestdeutschen Rundfunks (SWR) gewählt werden. Die NachDenkSeiten sind schon mehrmals darauf eingegangen. Die Personalie ist wichtig. Deshalb legen wir nach: Zwei der bekanntesten Kritiker der ARD-Tagesschau, Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam, gehen im NachDenkSeiten-Interview scharf mit der Personalie Gniffke ins Gericht. „Diesen Kandidaten für „unabhängig“ auszugeben – und damit kann hier ja nur journalistische Unabhängigkeit gemeint sein –, zeigt, dass die Strippenzieher entweder nicht wissen, wovon sie reden, oder dass sie es nur allzu gut wissen“ sagt Friedhelm Klinkhammer. Von Marcus Klöckner.

Kai Gniffke ist einer von zwei Kandidaten, die Intendant beim Südwestdeutschen Rundfunk (SWR) werden könnten. Was halten Sie davon?

Friedhelm Klinkhammer: Gar nichts. Er ist einer von nur zwei Kandidaten, die in aller Heimlichkeit aus einem Bewerberfeld mit etlichen höher qualifizierten Interessenten ausgekungelt wurden. Für die Leitung der zweitgrößten ARD-Anstalt nur Gniffke und die Funkhaus-Direktorin Stefanie Schneider wählbar zu machen, ist die Perversion einer Intendantenwahl im öffentlich-rechtlichen Rundfunkwesen. Wobei ich offenlasse, wer bloß Zählkandidatin im abgekarteten Spiel ist. Einen Gniffke argumentationslos als Intendanten-tauglich auszugeben, ist wirklich ein freches Stück Manipulation.

Warum?

Friedhelm Klinkhammer: Werfen Sie einen Blick auf die Gruppe der ursprünglich 15 in die Vorauswahl genommenen Bewerber. Es handelt sich fast durchweg um Persönlichkeiten, die aufgrund ihrer herausgehobenen beruflichen Funktionen für die Leitung des SWR infrage kommen – wenn man ausschließlich professionelle Kriterien anlegt. 13 dieser Kandidaten ohne sachliche Begründung, ohne irgendeine verständige Rechtfertigung vorab „ausgesiebt“ zu haben, ist nicht nur für die Betroffenen ehrverletzend. Es deutet auf sachfremde Überlegungen hin, die nichts mit dem Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu tun haben. Dr. Gniffke wurde von ein paar wenigen Auserwählten einer “Findungskommission”  argumentationslos privilegiert. Seinen 13 Mitbewerbern nicht einmal Gelegenheit zu geben, sich dem 72-köpfigen Wahlgremium vorzustellen, ist Ausdruck garstiger Hinterzimmer-Politik und Kungelei. Dieses würdelose Schauspiel delegitimiert die Intendantenwahl. Leider ist die Prozedur nicht ungewöhnlich  für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

 
Wie lauten denn die Argumente, die von denjenigen vorgetragen werden, die Gniffke gerne als Intendant sehen möchten?

Er habe sich als unabhängig erwiesen, kenne als Chefredakteur von ARD-aktuell die komplizierten Strukturen der ARD, sei deshalb befähigt, dem SWR künftig mehr Gewicht in diesem Rahmen zu verschaffen und habe mit der Modernisierung von ARD-aktuell gezeigt, dass er den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in die Zukunft führen könne.

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Betrifft: L.L.Matthias: Die Kehrseite der USA. Das Buch ist nahezu verschwunden. Suchmeldung im Auftrag eines NachDenkSeiten-Lesers. – www.NachDenkSeiten.de

Betrifft: L.L.Matthias: Die Kehrseite der USA. Das Buch ist nahezu verschwunden. Suchmeldung im Auftrag eines NachDenkSeiten-Lesers. – www.NachDenkSeiten.de

10-07-18 09:18:00,

10. Juli 2018 um 10:08 Uhr | Verantwortlich:

Betrifft: L.L.Matthias: Die Kehrseite der USA. Das Buch ist nahezu verschwunden. Suchmeldung im Auftrag eines NachDenkSeiten-Lesers.

Veröffentlicht in: Aufbau Gegenöffentlichkeit, Bildungspolitik

Am 24. Mai 2018 hatten wir auf dieses „herausragende Buch“ aufmerksam gemacht und die Lektüre empfohlen. Alfred Meier-Leandri aus Basel hat sich daraufhin auf die Suche gemacht, es in der Unibibliothek gefunden und wollte es käuflich erwerben. Ohne Erfolg. Deshalb machen wir jetzt dieses kleine Experiment: wir fragen unsere Leser, ob es bei ihnen noch ein Exemplar gibt, das sie zu einem vertretbaren Preis verkaufen würden. Wir können dieses Experiment nur verantworten, weil die ganze Sache einen politischen Hintergrund hat: „Die Kehrseite der USA“ erschien 1964 und war aus meiner damaligen Sicht eines der ersten Bücher mit einer fundierten Kritik an in den USA herrschenden und realisierten gesellschaftspolitischen Vorstellungen, zum Beispiel an privater Trägerschaft und Organisation der Schulen. Albrecht Müller.

Die Analysen und Beobachtungen von L. L. Matthias halfen mir und der in der Bildungspolitik engagierten Mitbegründerin der NachDenkSeiten, Anke Bering-Müller, vor ungefähr 20 Jahren, als zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen die „Selbstständige Schule“ propagiert wurde, zu der notwendigen kritischen Betrachtung des Geschehens. Von den Forschungen und Beobachtungen des Autors L. L. Matthias konnte man lernen, dass eine solche Schule in die Hände des lokalen Mittelstands gerät, weil dieser das „Schoolboard“ beherrscht und so zum Beispiel auch über die Berufung und Abberufung von Lehrern entscheidet. Angesichts der Privatisierungstendenzen auch in diesem Bereich ist das nunmehr 54 Jahre alte Buch immer noch aktuell. Auch aus anderen Gründen.

Also, wenn Sie noch ein Exemplar zur Verfügung haben, dann schreiben Sie der NachDenkSeiten-Redaktion. Wir stellen den Kontakt her.

Zu Ihrer Information folgt jetzt noch erstens die Mail von Alfred Meier-Leandri und zweitens das Ergebnis einer Recherche von Jens Berger zur Verfügbarkeit des Buches und zur preistreibenden Wirkung des Beitrags vom Mai:

Erstens: Alfred Meier-Leandri am 9. Juli an die NachDenkSeiten:

Guten Abend,

Sie haben im Mai 2018 einen Hinweis zu obgenanntem Buch gegeben, worauf ich mich auf die Suche nach einem Exemplar machte. Bisher konnte ich noch jedes gesuchte vergriffene Buch antiquarisch finden; in diesem Fall war dies nicht möglich.

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Betrifft: Rente. Da ist die AfD genauso von den Interessen der Finanzwirtschaft und Denkfehlern irregeleitet wie die Regierungskoalition – www.NachDenkSeiten.de

Betrifft: Rente. Da ist die AfD genauso von den Interessen der Finanzwirtschaft und Denkfehlern irregeleitet wie die Regierungskoalition – www.NachDenkSeiten.de

02-07-18 05:52:00,

Betrifft: Rente. Da ist die AfD genauso von den Interessen der Finanzwirtschaft und Denkfehlern irregeleitet wie die Regierungskoalition

Veröffentlicht in: AfD, Rente, Veranstaltungshinweise / Veranstaltungen

Es gibt auch bei den NachDenkSeiten-Leserinnen und -Lesern einige, die sich – übrigens wie viele Menschen damals am Ende der Weimarer Republik von der NSDAP – von der AfD eine soziale Verbesserung erhoffen. Das ist eine große Täuschung. Die Debatte um die Rente im Vorfeld und auf dem Augsburger Parteitag vom Wochenende zeigt, dass die AfD und ihre führenden Personen nicht minder verbohrt und von Interessen geleitet sind als jene, die die Gesetzliche Rente und das Umlagesystem seiner Wirkung beraubt haben und auch im neuen Koalitionsvertrag auf dem falschen Weg weitergehen. Dazu und kurz gefasst „Was zu tun wäre“ und ein Hinweis auf eine einschlägige Veranstaltung des NachDenkSeiten-Gesprächskreises in München. Albrecht Müller.

Der AfD-Co-Vorsitzende Meuthen will die Gesetzliche Rente abschaffen, so berichtet der Deutschlandfunk: „Meuthen sprach sich auf dem Bundesparteitag in Augsburg dafür aus, die gesetzliche Rente schrittweise abzuschaffen. Deutschland müsse weg vom umlagefinanzierten Beitragssystem. Stattdessen sollte man die Menschen in eine selbstgewählte, private Form der Altersvorsorge entlassen.“ Meuthen weiter wörtlich: „Mein Misstrauen gegenüber staatlichen Lösungen ist sicherlich und aus vielerlei guten Gründen deutlich höher als das mancher Autoren dieser Arbeitspapiere.”

Gauland pocht auf die Begrenzung des Beitragssatzes auf 20 % und damit auf die Beschränkung der Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rente. Siehe hier.

Der Thüringer Landesvorsitzende Höcke will eine Sonderrente für die Deutschen, eine sogenannte „Staatsbürgerschaftsrente“: „Zeigen wir, dass die AfD die Partei des solidarischen Patriotismus ist”, wirbt er am Rednerpult in Augsburg. “Verknüpfen wir Identität und Solidarität in einem symbolpolitischen Akt.” So hier die „Zeit“:. Europarechtlich würde sich diese Idee sicher nicht verwirklichen lassen.

Übrigens interessant: Im zuvor verlinkten Bericht der „Zeit“ zu diesem Thema wird wieder einmal sichtbar, wie unbefleckt von jedem kritischen Verstand deutsche Journalisten sind: Sie berufen sich auf Raffelhüschen als Experten, sie haben also auch im Jahre 2018 noch nicht gemerkt, dass dieser ein Lobbyist im Gewand eines Professors ist. Das ist eine traurige Leistung.

Was wäre programmatisch nötig,

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