Britischer Elektronik-Geheimdienst GCHQ sucht Mitarbeiter, die “Gegner” online “frustrieren”

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04-07-19 12:32:00,

Stellenangebot des GCHQ. Screenshot: TP

Ehemaliger Botschafter Craig Murray sieht sich als Opfer von mit Steuergeld bezahlten Trollen auf Twitter

Wer gerne robust im Internet kommuniziert, der kann sich beim britischen Internet-Geheimdienst GCHQ bis zum 22. Juli auf eine Stelle als “verdeckter Online-Operator” bewerben. In der Stellenausschreibung im Guardian wird diese Tätigkeit als “Bekämpfen” von “Leuten” beschrieben, die “unsere Werte und unsere Sicherheit bedrohen”. Dabei könne es um das “Stören der Kommunikation von Terroristen”, das “Schützen von Kindern vor der dunkleren Seite des Netzes”, das “Verhindern von Cyber-Attacken”, aber auch um das “Frustrieren von Gruppen” gehen, die “versuchen, Individuen zu radikalisieren”.

Was dem Geheimdienst nach “wie eine technologische Rolle” wirken kann, ist ihm zufolge eine Aufgabe, bei der es tatsächlich “nur um Menschen” geht – und “darum zu verstehen, wie sie sich verhalten und was sie zum Ticken bringt”:

Sie nutzen also Ihre emotionale Intelligenz, um nationale Bedrohungen abzuschrecken. Dabei arbeiten Sie mit [auch] mit Technikern und Verhaltensforschern, um Strategien zu entwickeln, die unsere Gegner stören, abschrecken und frustrieren. Und wir stellen dabei sicher, dass alles was sie machen, im Rahmen der Gesetze geschieht. (GCHQ-Stellenanzeige)

Zu den gewünschten Eigenschaften potenzieller Bewerber heißt es:

Wonach wir wirklich suchen sind Leute, die eine Leidenschaft für die Online-Welt haben. Sie sind der erste, der sieht, was viral gehen wird. Der erste, der sieht, was trendet. Und der erste, der weiß, was als nächstes kommt. (GCHQ-Stellenanzeige)

Nur 28.804 bis 32.349 Pfund Jahresgehalt

In weiterführenden Beschreibungen werden dann jedoch auch Voraussetzungen genannt, die das Bewerberfeld einschränken: So muss zum Beispiel ein Drogentest absolviert werden, und man benötigt in mindestens drei Fächern einem mit dem deutschen Abitur vergleichbaren A-Level-Abschluss mit mindestens der Note “C” (“Durchschnittlich”). Außerdem erforderlich sind ein Studienabschluss oder alternativ dazu zwei Jahre Berufserfahrung.

Die Verdienstmöglichkeiten sind angesichts dieser Erfordernisse mit nur 28.804 bis 32.349 Pfund Jahresgehalt (einschließlich nicht näher beschriebener “Vergünstigungen”) begrenzt. Im teuren London könnte man davon kaum leben. Das müssen die verdeckten GCHQ-Online-Operatoren aber auch nicht, weil die Standorte, an denen sie arbeiten, das sehr viel günstigere Scarborough im Norden von Yorkshire und der Badeort Cheltenham im südwestenglischen Gloucestershire sind. Auch am Standort Manchester, der im Falle einer Beförderung in Scarborough winkt,

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Britischer Minister unterzeichnet US-Auslieferungsgesuch für Assange

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13-06-19 01:50:00,

Screenshot von RT-Video von der Festnahme.

Entscheidung ermöglicht Gerichtsverhandlung. WikiLeaks-Gründer wird in den USA nach Anti-Spionagegesetz angeklagt

Großbritanniens Innenminister Sajid Javid hat nach eigenen Angaben einen Antrag auf Auslieferung von WikiLeaks-Gründer Julian Assange an die USA unterzeichnet. Dort ist der 47-Jährige unter anderem wegen Computer-Hackings angeklagt. Die US-Staatsanwaltschaft gründet ihre Anklage auf ein fast 100 Jahre altes Anti-Spionagegesetz, nach dem sogar die Todesstrafe verhängt werden kann (Julian Assange in USA offiziell der Spionage angeklagt).

Gegenüber der BBC sagte Javid am heutigen Donnerstag, Assange sei “zu Recht hinter Gittern”. Es gebe einen Auslieferungsantrag der USA, über den am morgigen Freitag vor Gericht verhandelt werde. “Gestern habe ich den Auslieferungsantrag gegengezeichnet und damit bestätigt, und das wird morgen vor Gericht gehen”, so Javid.

Die formelle Entscheidung des britischen Innenministers ermöglicht ein Gerichtsverfahren über den Fall. Möglich wäre eine Auslieferung an die USA. Assange ist dort wegen 18 Delikten angeklagt, wie das US-Justizministerium inzwischen eingestanden hat. Darunter befinden sich auch Anklagen nach dem Anti-Spionagegesetz, das auf das Jahr 1917 zurückgeht. Ihm wird auch vorgeworfen, geheime Informationen zusammengetragen und veröffentlicht zu haben. Assange sei zudem an einer Verschwörung beteiligt gewesen, um einen Regierungscomputer zu hacken.

Die Entscheidung werde letztlich von den Gerichten gefällt, sagte Javid: “Aber der Innenminister hat in dieser Sache ein Wort mitzureden und ich möchte, dass das Recht herrscht. Wir haben einen legitimen Auslieferungsantrag, also habe ich ihn unterzeichnet, aber die endgültige Entscheidung liegt jetzt bei den Gerichten.”

Im vergangenen Monat war der 47-jährige Australier zu krank, um an einer Anhörung vor dem Amtsgericht Westminster zum Antrag der USA zu erscheinen. Diese Anhörung wurde auf Freitag verschoben und kann – je nach Zustand Assanges – auch im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh im Osten von London stattfinden, wo er inhaftiert ist.

Javids Entscheidung erfolgte eine Woche, nachdem die schwedische Justiz einen neuen Haftbefehl gegen Assange abgelehnt hatte. Das zuständige schwedische Bezirksgericht in Uppsala entschied, die Voruntersuchungen in Ermittlungen wegen Sexualdelikten zwar weiter zu verfolgen. Allerdings müsse Assange dafür nicht ausgeliefert werden, sondern könne in Großbritannien befragt werden. Die Ermittlungen aufgrund von Vergewaltigungsvorwürfen gegen Assange waren in Schweden seit Mai 2017 mehrfach eingestellt und wieder aufgenommen worden (Schweden ermittelt zum zweiten Mal in gleicher Sache gegen Julian Assage).

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Britischer Ex-Botschafter in Syrien gibt zwölf Antworten auf Fake News

Britischer Ex-Botschafter in Syrien gibt zwölf Antworten auf Fake News

17-09-18 01:55:00,

Der ehemalige britische Botschafter in Syrien widerlegt in zwölf Thesen gängige Begründungen des Westens für ein notwendiges militärisches Eingreifen in dem Bürgerkriegsland. Der ehemalige Top-Diplomat und jetzige Mitarbeiter der Vereinten Nationen bezieht sich sowohl auf Idlib, als auch auf mögliche Chemiewaffeneinsätze und die Rolle Russlands.

Peter Ford ist ein früherer britischer Diplomat, der von 1999 bis 2003 Botschafter in Bahrain und von 2003 bis 2006 Botschafter in Syrien war.

Nach seiner Pensionierung im Jahre 2006 wurde er Vertreter des Generalkommissars des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge (UNRWA).

Der sich selbst als „Insider“ bezeichnende Ex-Diplomat hat nun einen Artikel auf der amerikanischen Website 21centurywire veröffentlicht, in dem er Behauptungen westlicher Medien und Regierungen in Bezug auf Syrien widerlegt.

Ford nennt seine Liste “Das schmutzige Dutzend — 12 Lügen, die uns kontinuierlich untergeschoben werden, um eine bevorstehende Bombardierung Syriens zu rechtfertigen.”

1. In Idlib gibt es mehr Babys als Dschihadisten

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AP Photo / Ugur Can/DHA

Zufällig ist dieses Juwel der moralischen Erpressung unwahr. Es gibt doppelt so viele Dschihadisten (etwa 100.000) wie Babys (0-1 Jahr) (55.000). Was soll dieses Faktoid überhaupt sagen? Versuchen sie nicht, ein Gebiet mit Dschihadisten zu befreien, weil sie vielen Kindern schaden könnten? Die westliche Koalition achtete kaum auf diese Überlegung als sie Mosul und Rakka zerstörten, um ISIS zu vernichten. Es werden immer noch Babys aus dem Schutt in Rakka herausgezogen.

2. Die Berichte (über den bevorstehenden Angriff mit chemischen Waffen) müssen wahr sein, denn Assad hat es schon einmal getan.

Falsch. Seit 2013, als Assad unter Aufsicht der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) chemische Waffen aufgegeben hat, hat die OPCW die Orte angeblicher Attacken in von Dschihadisten beherrschten Gebieten nicht mehr besucht, sondern Berichte von Pro-Dschihad- Organisationen wie den Weißhelmen und der Syrian American Medical Society sowie Beweise von feindlichen Geheimdiensten akzeptiert. Im Falle des einen Ortes, den die OPCW besucht hat, Duma, sagte ihr Bericht, dass sie keine Beweise für Sarin, keine unerwünschten Spuren in den Blutproben von „angeblichen Opfern“ (ihre Bezeichnung) und keine eindeutigen Beweise für die Verwendung von Chlor gefunden hätten.

3. Der Bericht der OPCW über Duma war fehlerhaft, weil die Russen und Syrer Verzögerungen verursachten.

Falsch. Wie im Bericht der OPCW dokumentiert,

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Britischer Ex-Diplomat: Wem der Fall Skripal die meiste Dividende bringt

Britischer Ex-Diplomat: Wem der Fall Skripal die meiste Dividende bringt

20-03-18 01:33:00,

Politik

12:13 20.03.2018(aktualisiert 12:49 20.03.2018) Zum Kurzlink

Der Ex-Botschafter Großbritanniens in Usbekistan, Craig John Murray, hat in einem Sputnik-Interview seine Sicht auf den Skandal um die Vergiftung des Ex-Doppelagenten Sergej Skripal geäußert und die Handlungen der Regierung in London eingeschätzt.

Ihm zufolge kommt diese Geschichte in erster Linie der Spionage-Industrie zugute. Die Reaktion aus London „sieht in Vielem faszinierend aus“. „Wenn Theresa May wirklich daran glaubt, dass Skripal Opfer eines Anschlags russischer Behörden war, ist ihre Antwort darauf sehr schwach und inadäquat“, sagte Murray. Die Ausweisung von 23 Diplomaten werde ja niemandem einen großen Schaden zufügen. 

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Sputnik / Wladimir Bogatyrew

London habe von Anfang an zu verstehen gegeben, dass es Russland für den Fall verantwortlich machen wolle, wie auch immer die Beweise dafür sein mögen. „Wir wissen aber bislang nicht, was für Beweise das sind.“

Dabei verwies der Ex-Diplomat darauf, dass die westlichen Länder daran zweifeln, ob das Nervengas Nowitschok überhaupt irgendwann hergestellt worden sei. Vor zwei Jahren habe der Chef des britischen Forschungsgeländes Porton Down einen wissenschaftlichen Artikel publiziert, in dem geschrieben stehe, dass es keine Beweise für die erfolgreiche Synthetisierung von Nowitschok gebe, und dass es sich womöglich nur um ein theoretisches Konzept auf dem Papier handele. 

„Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen hat diese Substanz gerade deshalb niemals verboten, weil sie keine Beweise hat, dass Nowitschok irgendwann physisch existierte. Und nun behauptet die britische Regierung, dass das Gift anhand seiner Komponenten aufgefunden wurde, die ihrer eigenen Behauptung vor zwei Jahren zufolge niemals existierten“, sagte Murray.

Ihm zufolge profitiert von dieser Kampagne zur Anheizung der Russophobie, die mit der angeblichen Einmischung Russlands in die Präsidentenwahl in den USA gestartet wurde, die Militär- und Spionage-Industrie. „Dutzende und Tausende Spione sind in der Regierungskommunikationszentrale, in MI6 und MI5 tätig“, sagt der Ex-Diplomat. Rund 100.000 Menschen bedienen diese Organisationen, und alle hätten ihr Finanzinteresse.

„Das Budget von Porton Down ist im Zusammenhang mit diesen Anschuldigungen bereits um 85 Millionen Pfund erhöht worden. Ein Parlamentsmitglied der Konservativen hat wesentlich mehr Ausgaben für Waffen gefordert. Sie sehen also selbst, wem das Profite verschafft“, sagt Murray weiter. „In alledem ist der Wunsch zu erkennen, die Russophobie im Interesse der Waffenhersteller, der Sicherheitskonsultanten und Spione anzuheizen.“ 

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