Chemiewaffen, die 2. (Teil 5) | KenFM.de

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11-02-19 12:32:00,

Wie man die Kriegslügen allgemein und selbst erkennt

von Jochen Mitschka.

Im ersten Teil der Artikelserie auf Basis eines Essays habe ich über die Beweggründe gesprochen, die dazu führten, dass Tim Anderson und ich versuchten, dem normalen Medienkonsumenten das Handwerkszeug zu vermitteln, damit er selbst vergangene und zukünftige Kriegslügen des Establishments erkennen und bewerten kann. In Teil zwei begann ich mit der Besprechung der am häufigsten genannten „Chemiewaffen“-Einsätze der Regierung Syriens. Im dritten Teil kam ich zum Fall Douma. Im vierten Teil der Artikelserie erklärte ich, wie ein BBC-Bericht eine ganz bestimmte Richtung verfolgte. Und in diesem Teil will ich erklären, warum eine solche Politik ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellt.

Die Anklage

Immer wieder wird gegen Texte, die sich kritisch mit den Darstellungen der westlichen Geopolitik auseinandersetzen, eingewandt, sie wären einseitig. Auch gegen diesen Text wird der Vorwurf erhoben werden, so zu tun, als ob bewiesen wäre, dass „Assad“ niemals Chemiewaffen eingesetzt hätte, was ein schlimmes Vergehen gegen die Wahrheit wäre – und reine Propaganda.

Stefan Schmitt hat sich auf den Nachdenkseiten im gleichen Kontext mit der Frage in einem Postscriptum auseinandergesetzt und ich möchte mich seiner Aussage anschließen.

„Der Vorwurf der Einseitigkeit geht noch tiefer. Denn er wirft die Frage auf: Mit wem darf man sich eigentlich solidarisieren? Oder: Ist das Aufstehen gegen und die Ablehnung des von den Neokonservativen geplanten und gewollten Kriegs notwendigerweise eine Parteinahme für Assad bzw. für die syrische Regierung? Die Frage gewinnt an Schärfe dadurch, dass es uns Deutschen (und auf ähnliche Weise auch dem Durchschnittsamerikaner) über die Jahrhunderte hinweg verboten wurde, für etwas anderes Partei zu nehmen als für das Reine und das Gute. Die historische Substanz dieses inneren Bedürfnisses und Imperativs, nur für das Gute eintreten und kämpfen zu können, ist die deutsche Tragödie, die sich wie ein roter Faden seit den Bauernkriegen durch die deutsche Geschichte zieht: Es ist den Deutschen gründlich ausgetrieben worden, sich mit den Falschen zu solidarisieren. (…)

Man muss diese politischen Fangfragen und den Distanzierungszwang, den man uns vorsetzt, zurückweisen, indem man sich den Impetus klar macht,

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Chemiewaffen, die 2. (Teil 4) | KenFM.de

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09-02-19 02:24:00,

Wie man die Kriegslügen allgemein und selbst erkennt

von Jochen Mitschka.

Im ersten Teil der Artikelserie auf Basis eines Essays habe ich über die Beweggründe gesprochen, die dazu führten, dass Tim Anderson und ich versuchten, dem normalen Medienkonsumenten das Handwerkszeug zu vermitteln, damit er selbst vergangene und zukünftige Kriegslügen des Establishments erkennen und bewerten kann. In Teil zwei begann ich mit der Besprechung der am häufigsten genannten „Chemiewaffen“-Einsätze der Regierung Syriens. Im dritten Teil kam ich zum Fall Douma. Im vierten Teil der Artikelserie nun ein BBC-Bericht und seine Erklärung.

Die BBC-Zusammenfassung

Tim Anderson ist der Meinung, dass es nicht notwendig ist, jeden einzelnen behaupteten Fall des Einsatzes von Chemiewaffen durch die Regierungskräfte zu besprechen, wenn man einmal die Grundsätze festgelegt hat und sich daraus jeder selbst die Meinung bilden kann. Ich will dennoch noch auf eine BBC-Zusammenfassung von dramatisch erscheinenden Chemiewaffeneinsätzen eingehen.

Am 15. Oktober 2018 erschien in der BBC ein zusammenfassender Bericht mit dem suggestiven Titel „Wie Chemiewaffen halfen, Assad zum Sieg zu bringen“. Bevor wir in die Details einsteigen, muss dem Leser bewusst werden, dass die BBC neben dem Guardian die heftigsten Vertreter eines Regime-Change in Syrien waren und sind. Und dass in mindestens einem Fall nachgewiesen wurde, dass die BBC nicht nur von Terroristen gedrehtes Bildmaterial als Beweis für Angaben der „Rebellen“ verwandte, sondern sogar selbst in Fälschungen einer Dokumentation verwickelt war.(1)

Und so gilt es den scheinbar hochwissenschaftlichen und seriösen Bericht der BBC (2), der aber doch mit einer so plakativen Überschrift für sich wirbt, mit Vorsicht zu genießen.

Die Organisation „Friends of Syria – die Wahrheit enthüllen“ veröffentlichte eine Antwort von Tony Cartalucci, einem unabhängigen Analytiker mit Sitz in Bangkok, auf die Behauptungen der BBC. Er beginnt damit zu hinterfragen, wo denn in dem ganzen Artikel die Behauptung erklärt werde, dass Präsident Bashar al Assad den Krieg wegen Chemiewaffen gewonnen hätte.

Jedoch, nicht ein einziges Mal liefert die BBC eine Erklärung, warum oder wie die Chemiewaffen Damaskus näher an den Sieg gebracht hätten. Selbst wenn man die Aussage als bare Münze nehmen würde, wird die Prämisse des Artikels in jedem Absatz durch die Statistiken und die beschriebenen Ereignisse selbst in Frage gestellt.“ (3)

Der Autor erklärt,

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Chemiewaffen, die 2. (Teil 3) | KenFM.de

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08-02-19 01:41:00,

Wie man die Kriegslügen allgemein und selbst erkennt

von Jochen Mitschka.

Im ersten Teil der Artikelserie auf Basis eines Essays habe ich über die Beweggründe gesprochen, die dazu führten, dass Tim Anderson und ich versuchten, dem normalen Medienkonsumenten das Handwerkszeug zu vermitteln, damit er selbst vergangene und zukünftige Kriegslügen des Establishments erkennen und bewerten kann. In Teil zwei begann ich mit der Besprechung der am häufigsten genannten „Chemiewaffen“-Einsätze der Regierung Syriens. In dem vorliegenden dritten Teil nun komme ich zum Fall Douma.

Douma

Der vierte und ebenfalls umfangreich medial beachtete Fall war ein angeblicher Chemiewaffenangriff, von dem behauptet wurde, dass er genau in dem Augenblick stattgefunden hätte, als sich die syrische Armee daran machte, den letzten Rest der Stadt Douma von al-Kaida und verbündeten Dschihadisten zu befreien. Es war der angebliche Angriff vom 7. April 2018 auf das Krankenhaus von Douma.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die syrische Armee mit der Hilfe Russlands und des Irans die Dschihadisten langsam aber sicher aus allen urbanen Zentren vertrieben und das mit wesentlich weniger Totalbombardierungen wie die USA in Rakka vorgemacht hatte. Wieder einmal fehlte jede rationale Begründung für den Einsatz von Chemiewaffen in dieser Situation. Und doch wurde der Einsatz von der „Armee des Islam“ und der verbotenen al Nusra und deren westlichen Sponsoren behauptet.

Und wieder einmal verbreiteten die White Helmets und ihre Partner Videos, die zeigten, wie Menschen in die Rezeption des Krankenhauses eilten und wie Kindern die Augen mit Wasser ausgewaschen wurden. Das Weiße Haus und die mit ihm verbundenen Medien (darunter die BBC, CNN, Bellingcat und die in den USA ansässige „Syrisch-Amerikanische Medizinische Gesellschaft“) verbreiteten die von den Terrorgruppen erstellten Nachrichten.

Der Medienarm der „Armee des Islam“, das „Ghouta Media Centre“ verbreitete die Geschichte, dass „Hunderte“ getötet und verwundet worden wären, und zwar durch eine „Fassbombe mit Sarin“.(1) Und die gesamten Qualitätsmedien, auch in Deutschland, zögerten nicht, die Meldung zu verbreiten.

Eine Stellungnahme des Weißen Hauses bestätigt ernsthaft: „Die Vereinigten Staaten stellen mit Überzeugung fest, dass das syrische Regime am 7. April 2018 Chemiewaffen in den östlichen Vororten von Damaskus eingesetzt hat, dabei dutzende von Männern, Frauen und Kindern tötete.

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Chemiewaffen, die 2. (Teil 2) | KenFM.de

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06-02-19 03:48:00,

Wie man die Kriegslügen allgemein und selbst erkennt

von Jochen Mitschka.

Im ersten Teil der Artikelserie auf Basis eines Essays habe ich über die Beweggründe gesprochen, die dazu führten, dass Tim Anderson und ich versuchten, dem normalen Medienkonsumenten das Handwerkszeug zu vermitteln, damit er selbst vergangene und zukünftige Kriegslügen des Establishments erkennen und bewerten kann. Die drei wichtigsten Bedingungen waren zunächst zu identifizieren, wer welche Interessen in dem Konflikt vertritt und dann nur Beweise von unabhängigen Quellen, die nicht „Kriegspartei“ oder deren Unterstützer sind, zuzulassen sowie Widersprüche in den Aussagen zu erkennen und zu bewerten. In diesem zweiten Teil beginne ich mit der Besprechung der am häufigsten genannten „Chemiewaffen“-Einsätze der Regierung Syriens.

Kahn al Asal

Der erste Fall der angeblichen Nutzung von Chemiewaffen durch die syrische Regierung fand im April 2013 bei Khan al A­sal statt, in den westlichen Außenbezirken von Aleppo. Die syrische Regierung berichtete der UNO, dass regierungsgegnerische, bewaffnete Gruppen Sarin-Gas genutzt hätten und damit 25 Menschen getötet und dutzende verwundet hatten. Darunter Soldaten der syrischen Armee als auch Zivilisten. Im Mai 2013 bestätigte die Ermittlerin Carla del Ponte, dass die UNO Beweise hätte, dass die „Rebellen“ Sarin-Gas benutzt hatten.(1) Sie gab ihr Amt jedoch auf, da sie der Meinung war, dass die UNO keine wirkliche Aufklärung betreiben wollte.

Ebenfalls im Mai 2013 berichtete die die türkische Polizei vom Fund eines Kanisters mit zwei Kilogramm Sarin bei der Razzia in einem Haus eines Mitglieds der Terrororganisation Jabhat al Nusra, eines Al-Kaida-Ablegers.(2)

Die UNO sandte dann endlich Waffen-Inspekteure im August 2013 nach Damaskus, nachdem die syrische Regierung über Monate (!) interveniert hatte.(3) Jedoch gerade als diese Inspektoren in Damaskus ankamen, wurde ein Sarin-Vorfall in Ost-Ghouta berichtet.

Ost-Ghouta

Videos und Fotos von toten oder erkrankten Kindern wurden veröffentlicht und die bewaffneten Gruppen und ihre Sponsoren machten die syrische Armee verantwortlich. Syrien dementierte. Die bewaffneten Gruppen behaupteten, dass 1.400 Menschen getötet worden wären, allerdings wurden nur acht Körper beerdigt.

Syrien hinterfragte die Fotografien der Kinder, da das Gebiet seit langer Zeit Kriegszone und verlassen von Zivilisten war, eher eine Geisterstadt, ohne Schulen. Man vermutete, dass es sich um entführte Kinder gehandelt hatte.(4) Dieser Vorfall überschattete und verhinderte zunächst die Untersuchung von Khan al Asal und führte zu einer internationalen Krise,

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Chemiewaffen, die 2. (Teil 1) | KenFM.de

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05-02-19 11:32:00,

von Jochen Mitschka.

Immer wieder trifft man auf Menschen, die trotz hunderter entlarvter Kriegslügen seit dem zweiten Weltkrieg, von denen sie sogar einige selbst kennen, immer wieder auf die Geschichten hereinfallen, die ihnen das Establishment präsentiert. Ein Beispiel ist die immer wieder für Bombardierungen von Syrien benutzte Behauptung, der Staat würde Chemiewaffen gegen die eigene Zivilbevölkerung einsetzen. Gemeinsam mit Tim Anderson habe ich darüber nachgedacht, wie man ohne auf jede einzelne der unzähligen Lügen, Verdrehungen und Halbwahrheiten einzugehen, dem normalen Medienkonsumenten erklären kann, wie er sich eine unabhängige Meinung über solche Geschichten selbst bilden kann. Das Ergebnis war ein Essay, und Auszüge daraus als Artikel bei KenFM.

Thomas Pany hat in seinem Artikel auf Telepolis richtigerweise darauf hingewiesen, dass es im Fall der Massenvernichtungswaffen, respektive Chemiewaffen in Syrien längst nicht mehr um Beweise geht. Er stellt fest, dass es um die Deutungshoheit, Lagerzugehörigkeit und den Glauben geht. Auch wenn er ein Fragezeichen dahinter setzt. Er hat Recht. Sein Artikel schließt mit der Feststellung:

„Die Gewissheit für den Angriff ist rein politisch belegt. Aufpoliert fürs Menschenrechts-Schaufenster sieht die Begründung so aus, dass der Gebrauch von Chemiewaffen geahndet werden muss, um aufzuzeigen, dass jemand mit harter Hand aufpasst; empirisch sieht es so aus, dass dieser Grundsatz bei Chlor-Gas-Vorkommnissen in der Vergangenheit bei weitem nicht so wichtig war. In der Erzählung, die den militärischen Einsatz und alle nicht so sauberen Mittel rechtfertigt, hat Trump nun die an mittelalterliche Anschauungen gemahnende Metapher gefunden, dass es um den Kampf gegen ein Tier geht.“

Und tatsächlich sind wir wieder zurück im Mittelalter. Wer die Macht der Waffen hat, bestimmt die Regeln, ist das Völkerrecht.

In einem E-Mail-Wechsel mit Tim Anderson sagte mir Tim sinngemäß auch, es mache keinen Sinn, die einzelnen Vorwürfe, die sich zu einer lächerlichen endlosen Kette verwoben hatten, Stück für Stück zu widerlegen, denn das wäre wie der Versuch, einer Hydra den Kopf abzuschlagen. Vielmehr müsse man grundsätzlich an Beispielen zeigen, wie jeder Medienkonsument selbst herausfinden kann, warum diese Nachrichten, die uns mit angeblichen „Chemiewaffeneinsätzen des Regimes“ überschwemmen, alle auf falschen Angaben basieren.

Und so habe ich mich entschlossen, auf Basis seiner Vorschläge und einigen weiteren Überlegungen, dem Leser dieses Essays das Handwerkszeug vorzuschlagen,

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