Chemnitz und die Psychologie der Massen

Chemnitz und die Psychologie der Massen

08-09-18 10:00:00,

Noch einmal: Ein junger Mann wird erstochen, zwei weitere werden schwer verletzt; dies mitten im Zentrum von Chemnitz und das treibt noch vor und dann nach einem Aufruf der AfD spontan mehrere hundert Menschen auf die Straße. Die Massenblätter wussten umgehend zu berichten (b1):

Bild

Was sie dort erkennen können, nennt man einen Spin (1). Der schafft nämlich eine ganz bestimmte Atmosphäre, um Menschen einzunehmen.

Danach erfuhren wir über eine Woche lang ganz Erstaunliches. Nämlich, dass der Mord eines Migranten/Asylanten/Flüchtlings — sagen wir doch einfach, der eines jungen Mannes aus dem Irak — gezeigt hat, wie ausländerfeindlich eine große Anzahl der Chemnitzer doch ist. In Politik und Medien wird die Empörung der Bürger über die Bluttat reduziert auf „rechte Gewalt“. Diese „rechte Gewalt“, dieser „rechte Mob“ hat übrigens — wenn ich das bis zum heutigen Tag richtig mitbekommen habe — keine Toten und Verletzten gefordert (2).

Ich bin irritiert.

Warum also sind viele Chemnitzer tatsächlich so aufgebracht?

Sie meinen, dass Sie darüber nichts in unseren Medien erfahren konnten?

Ganz ohne Zweifel haben Menschen bei Demonstrationen in Chemnitz den Hitlergruß gezeigt und ebenso zweifellos konnte man in der rechten Szene in den vergangenen Tagen eine zunehmend rege Aktivität beobachten. Nicht ohne Grund, denn diese Leute wussten ganz genau, dass für sie reichlich Werbung gemacht werden würde. Sie nahmen voll und ganz die Berichterstattung ein.

Merke: Wahrnehmung bedarf einer Tribüne und zum Interesse angeregte Zuschauer. Für Beides wurde reichlich gesorgt. Ja, man könnte meinen, einer Choreographie beigewohnt zu haben.

Warum aber sind denn die Chemnitzer nun wirklich so sauer?

Weil sie von der AfD mitsamt ihren Kollaborateuren vom rechten Rand verführt wurden? Ich sage nicht, dass das tatsächlich so ist, sondern vermittle ihnen nur ein Narrativ, mit dem Sie sich augenscheinlich intensiv beschäftigen sollen.

Denn schauen Sie: Wenn Sie sich nur ausgiebig mit diesem Narrativ beschäftigen, dann wird alles wieder schön einfach. Verteidigen wir gemeinsam unseren demokratischen Rechtsstaat gegen rechtes Gedankengut. Kämpfen wir entschlossen gegen braune Auswüchse, keine Toleranz bei Nazis. Dafür müssen wir nichts weiter ändern, nichts an der Gesellschaft und nichts bei uns selbst. Es genügt vollends, lautstark „Stellung zu beziehen“ — worauf ich weiter unten noch einmal eingehe. Ich möchte darauf aufmerksam machen,

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Chemnitz: Migrant Mayhem Radio interview Trendstorm Radio – Sputnik – FREESURIYAH

Chemnitz: Migrant Mayhem Radio interview Trendstorm Radio – Sputnik – FREESURIYAH

08-09-18 09:58:00,

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TRENDSTORM
10:45 08.09.2018
Andrew Korybko
Trendstorm

The German city of Chemnitz has witnessed intense protests against Chancellor Merkel’s open borders policy over the past week after two migrants were arrested for stabbing a local to death, which has in turn sparked enormous pro-migrant counter-demonstrations as well.

Thousands of people initially turned out to march against what they believe to be their government’s irresponsible position of allowing over one million migrants to enter the country since 2015, which they say has contributed to severe socio-economic tensions all throughout Germany. Although most of the participants were peaceful, middle-class folks, there were expectedly some political extremists who tried to take advantage of these protests in order to cause trouble and promote their racist-supremacist agendas.

The same can also be said for the counter-demonstrators, too. Alarmed by what they interpreted to be a sudden upsurge in far-right support simply because of the fact that migrants were being protested against — notwithstanding that people took to the streets after two of them were suspected of brutally killing a local — they hurried to show the rest of their countrymen, Europe, and the world at large that Germans will push back against what they claimed to be racism, xenophobia, and fascism. As with the anti-migrant protesters, some of the pro-migrant ones were also a bit rowdy and contributed to the riots that broke out over the weekend over this emotional issue.

As can be seen, long-simmering tensions over the migrant question seem to finally be boiling over in the heartland of Europe’s open borders policy and precisely at the time when Chancellor Merkel is politically at her weakest, which makes it all the more interesting that the government declared that it’s going to place the Alternative for Deutschland (AfD) opposition party under surveillance because of its supposed anti-constitutional activities in cavorting with neo-Nazis while organizing the latest anti-migrant demonstrations. Proponents of this police action think that the country’s third-largest opposition force is a national security threat, though critics claim that this amounts to a policy of state intimidation against a genuinely popular movement.

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„Chemnitz ist das punktuelle Brennglas“ – Wilhelm Heitmeyer im Interview – www.NachDenkSeiten.de

„Chemnitz ist das punktuelle Brennglas“ – Wilhelm Heitmeyer im Interview – www.NachDenkSeiten.de

08-09-18 08:11:00,

7. September 2018 um 10:00 Uhr | Verantwortlich:

„Chemnitz ist das punktuelle Brennglas“ – Wilhelm Heitmeyer im Interview

Veröffentlicht in: Erosion der Demokratie, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Interviews, Rechte Gefahr

Wilhelm Heitmeyer

Die Eruptionen von Chemnitz haben sich lange angekündigt, sagt der Soziologe und Erziehungswissenschaftler Wilhelm Heitmeyer im Interview. Die Rufe nach einer „klaren Kante“ gegen „Nazis“ bezeichnet er ebenso als „leere Eliten-Rituale“ wie die aktuelle „Empörung“ weiter Teile der Politik. In Chemnitz äußere sich dieser Tage eine explosive Mischung aus kulturellen und sozialen Problemen – frühe Warnungen seien als „Alarmismus“ abgetan worden. Das Interview führte Tobias Riegel.

Als Sie letzte Woche die Bilder der Demonstrationen in Chemnitz gesehen haben – haben Sie sich da im Stillen gedacht: „Ich habe es schon immer gesagt“? Schließlich stellen Sie – basierend auf Ihren anerkannten Langzeitstudien – seit den 90er Jahren die nun aufbrechende Problementwicklung dar.

Die Ereignisse von Chemnitz sind ja nicht plötzlich vom Himmel gestürzt. Insofern sind auch manche Äußerungen und Verwunderungen insbesondere von politischen Eliten selbst verwunderlich. Außerdem muss man die Analyse breiter anlegen. In 2001 habe ich einen Aufsatz veröffentlicht mit dem Titel „Autoritärer Kapitalismus, Demokratieentleerung und Rechtspopulismus“. Die These war, dass der globale Kapitalismus immer mehr Kontrollgewinne erzielt, während die nationalstaatliche Politik immer mehr Kontrollverluste erfährt. Daraus entstehen auch soziale Desintegrationserfahrungen bzw. Ängste in Teilen der Bevölkerung mit Gefühlen der individuellen Kontrollverluste über das eigene Leben. Damit geht eine Demokratieentleerung einher, dass Teile der Gesellschaft nicht mehr das Gefühl haben, dass die regierende Politik die sozialen und auch kulturellen Probleme lösen kann. Am Ende habe ich 2001 behauptet, dass ein rabiater Rechtspopulismus der Gewinner sein wird. Die These war wohl nicht völlig falsch.

Sie bezeichnen die Phrasen von der „klaren Kante“ gegen „Nazis“ als leere Eliten-Rituale. Wie beurteilen Sie aktuelle Aufrufe von an der sozialen Fehlentwicklung mitverantwortlichen Politikern, die Bürger sollten mehr Engagement gegen Rechts zeigen? Ist das Heuchelei? Oder wichtige Handlungsanweisung? Oder beides?

Das mit der „klaren Kante“ ist wie das Pfeifen im Walde. Selbstverständlich müssen sich mehr Menschen in der Öffentlichkeit und vor allem im privaten Rahmen quasi als Basisarbeit engagieren. Gerade der private Rahmen in der Verwandtschaft, im Freundeskreis, am Arbeitsplatz,

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nachdenKEN über: Chemnitz | KenFM.de

nachdenKEN über: Chemnitz | KenFM.de

06-09-18 09:42:00,

Hallo Ken und Team,

sicher wirst Du, Ken, bei nächsten Fraglichen mit einer bunteren Palette an Leuten telefonieren.
Denn die ersten 5 Minuten von Dir waren schon ganz schön.. ..naja.. ..ich sag mal: ein bestimmtes Welt- und Angstbild-geprägt. Und ich dachte mir, dass es vor allem auch aus Eile geschah..

Und da sind wir schon beim Thema. Wer prägt mit großen Abstand hauptsächlich eine bestimmte Angst? Wer erzählt uns solche Märchen, wieder und wieder, dass eine Unordnung bzw. mehr Armut zu einem Rechtsruck führt? Denn meist führt ja Armut sogar zu einem Linksruck.. ..Wer nur ganz allein, hat es in der Hand in so kurzer Zeit soviele Linkere, Demokratiebeschützer bzw. Rechtere oder Patrioten zu erschaffen?…

Und damit komme ich zum Kern. Freilich, Gewalt die ich woanders zulasse, oder Betrug, Erpressungen, etc. werden am Ende auch bei mir an die Tür klopfen. Das hab ich schon vor der Grenzöffnung gesagt, ..auch z.B., dass ich das Na.. nicht mehr in den Mund nehme, ..denn das wollen „sie“ ja nur.

Kurz gesagt: Der Mensch ist gegen die Propaganda machtlos, 95%. Anders gesagt: Selbst wenn 95% klar wäre, dass sie gegen Krieg sein müssen – und zur einer Demo gegen Krieg oder die jetzige Rüstung gehen, ..wollen würden – Sie würden vorher in ganz andere Themen gestürzt, der Demoleiter wäre „neurechts“ (..das kennen wir ja), etc. Genauso auch per perfektester Prop dem Menschen hier vermittelt wird: der Krieg ist richtig,, wichtig, wohl der letzte und vor allem auch für unsere Wirtschaft wichtig, dann redet man von Export, dem Erhalt der Arbeitsplätze, das geht aber nur, wenn uns kein Russe oder Assad im Weg steht.. ..und so schaut der Mensch – für seinen Arbeitsplatz, Luxus weg + findet den Krieg, Kampfeinsatz, die Aufrüstung am Ende schon wichtig und richtig… ..Und die Bilder der Toten, die Worte der Gegenseite werden ja auch nicht nur im TV und Radio gefiltert, sondern schon längst auch im Internet ausgeblendet, nach hinten gesetzt, bis hin zu zensiert, zumindestens nicht in Deinem Land bei yt zu sehen.
Bzw. stürzen sich ja auch widerum die Linkspolitischen auf grausame Bilder, reißen das an sich und verschrecken dann aber mit ihrem politischen Gelaber (.sorry, kann es nicht mehr anders sagen), mit ihrem Überprüfen wer du bist und der Ansage was du ab nun alles zu sein hast (..und das betrifft auch schon längst die Mitte,

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Chemnitz #C2708: mit ganzem Herzen dagegen

Chemnitz #C2708: mit ganzem Herzen dagegen

04-09-18 07:22:00,

Letztes Wochenende gab es in Chemnitz Ausschreitungen von Rechtsextremen Demonstranten, die den Mord an einem Mann genutzt hatten um diesen für Ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Ein Kommentar von Elisa Stowe, Mitglied des deutschen Bundeskollektivs von DiEM25.

Zutiefst verachten wir die abscheulichen Naziausschreitungen, die sich letzte Woche in Chemnitz ereigneten.

Am Rande des jährlichen Stadtfestes in Chemnitz wurde ein 35-jähriger Mann durch einen Messerangriff getötet.

Kurz darauf rief die rechts-extreme AFD zum Gedenken an das Opfer zu einem Trauermarsch auf. Schnell wurde aber klar, dass dieses selbst-ernannte Trauerritual nichts, als ein weiterer Akt der Instrumentalisierung von Emotionen war. Innerhalb der nächsten zwei Tage transformierte sich die Stadt Chemnitz in eine dystopische No-Go Zone. Der anfängliche Trauermarsch mündete in eine Serie von Naziattacken auf Ausländer*innen und Migrant*innen. Menschen wurden durch die Stadt verfolgt, bedroht und angegriffen, Journalist*innen mussten sich in Sicherheit bringen. Auf Chemnitz Straßen wurden öffentlich Hitlergrüße gezeigt, xenophobische Parolen waren überall hörbar. Die demokratische Opposition war auch da- jedoch in einem asymmetrischen Verhältnis.

Sachsens Polizei, hieß es, sei von den Ausschreitungen überwältigt worden.

Der CDU- Innenminister des Bundeslandes Wöller, bezeichnete die Protestierenden als Chaoten. Sowohl deutsche Medien, als auch etablierte Politiker*innen liefern ganz plötzlich Analysen der Vorkommnisse, zeigen mit dem Finger auf andere, während es scheinbar so schwer ist, was geschah zu benennen.

Aber wir müssen nun die richtigen Worte wählen!

Die Ausschreitungen in Chemnitz waren eine Serie von gewaltvollen Naziangriffen auf Menschen und die freiheitliche Grundordnung, die ihr friedliches Zusammenleben sichert.

Welche Wahrheit auch immer man bevorzugt, die Vorkommnisse in Chemnitz bringen eine grausame Realität zum Ausdruck, die gerne übersehen und unterschätzt wird: rechtsextreme, faschistische Strukturen sind in Deutschland nie verschwunden- im Gegenteil. Wie uns die Ausschreitungen in Chemnitz zeigten, haben rechtsextreme Gewalt und die Geschwindigkeit von Mobilisierung der Bewegung immens zugenommen. Hinter dieser Mobilisierung atmet ein politisches Monster, das nicht länger ignoriert werden kann, das längst in Aufsichtsräte, Landeskriminalämter und in die Gesellschaft gedrungen ist. Es findet seinen legitimen parlamentarischen Ausdruck in der rechtsextremen Partei Alternative für Deutschland.

Manche fürchten nun, dass die Ausschreitungen in Chemnitz nur den Auftakt einer weiteren Folge fremdenfeindlicher, nazistischer Gewalt markieren durch eine Bewegung, die nicht nur zahlen-, sondern vor allem strategiemäßig enorm gewachsen ist.

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Chemnitz: Bürger-Beschimpfung durch die SPD geht weiter – www.NachDenkSeiten.de

Chemnitz: Bürger-Beschimpfung durch die SPD geht weiter – www.NachDenkSeiten.de

03-09-18 12:44:00,

3. September 2018 um 11:07 Uhr | Verantwortlich:

Chemnitz: Bürger-Beschimpfung durch die SPD geht weiter

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Innere Sicherheit, Rechte Gefahr, SPD

Die SPD-Politiker Heiko Maas und Wolfgang Thierse haben sich am Wochenende fragwürdig zu den Unruhen von Chemnitz geäußert. Mit der Diffamierung des „Einzelnen“ wollen die Sozialdemokraten von eigenen Verantwortlichkeiten ablenken. Doch diese Strategie führt in die Sackgasse. Von Tobias Riegel.

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Die bedrückenden Unruhen von Chemnitz haben wichtige Fragen aufgeworfen. Aber zu den zentralen sozioökonomischen Ursachen herrscht noch immer Sprachlosigkeit – statt dessen erhebt sich eine Bürgerbeschimpfung, die Außenminister Heiko Maas (SPD) am Wochenende auf eine neue Ebene gehoben hat: “Meine Generation hat Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie geschenkt bekommen”, sagte Maas der „Bild am Sonntag“. “Wir mussten das nicht erkämpfen, nehmen es teilweise als zu selbstverständlich wahr. Es hat sich in unserer Gesellschaft leider eine Bequemlichkeit breitgemacht, die wir überwinden müssen.“ Mit Blick auf die Ausschreitungen in Chemnitz forderte er: “Da müssen wir dann auch mal vom Sofa hochkommen und den Mund aufmachen. Die Jahre des diskursiven Wachkomas müssen ein Ende haben.”

Auch Ex-Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) stimmte bei Anne Will in die Strategie ein, dem „Einzelnen“ die Verantwortung für die sich in Chemnitz manifestierende Verunsicherung zuzuschreiben: Wer nicht wisse, wohin mit seinem Ärger und seiner Wut, trage als Bürger dennoch die Verantwortung, nicht mit Rechten zu marschieren und die Fehler „nur in der Politik zu suchen“. In Chemnitz kämen zwei Dinge zusammen: Die rechtsextreme Szene – aber eben auch “die Menschen, die ihre Wut dahin tragen“. Es sei eine “üble Tradition“, die Schuld bei anderen zu suchen.

Gegendemos sind billiger als ein funktionierender Sozialstaat

Zwei prominente SPD-Politiker rufen nun also „Haltet den Dieb“. Das ist nachvollziehbar, denn die SPD ist in der Zwickmühle: Die Partei hat durch die Hartz-IV-Gesetze und die Mitarbeit in der Großen Koalition die neoliberalen Grundlagen für die aktuellen gesellschaftlichen Konflikte mit installiert, die sich in Chemnitz äußern. Indem man den einzelnen Bürger und sein angeblich fehlendes Engagement gegen Rechts als Kern des Problems darstellt,

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Die Debatte über #Chemnitz zeigt, wie zwiegespalten unsere Gesellschaft mittlerweile ist – www.NachDenkSeiten.de

Die Debatte über #Chemnitz zeigt, wie zwiegespalten unsere Gesellschaft mittlerweile ist – www.NachDenkSeiten.de

31-08-18 12:36:00,

31. August 2018 um 12:48 Uhr | Verantwortlich:

Die Debatte über #Chemnitz zeigt, wie zwiegespalten unsere Gesellschaft mittlerweile ist

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Das kritische Tagebuch

Jens Berger

Deutschland ist sich weitestgehend einig darin, dass Nazis und gewaltbereite Rechtsextremisten in diesem Land keinen Platz haben dürfen. Gut so. Eigentlich sollte dies mittlerweile Kosens sein und nicht extra betont werden müssen. Die Instrumentalisierung der Vorfälle in Chemnitz durch Rechtsextremisten und die dadurch ausgelöste Debatte zeigen jedoch auch, dass der gemeinsame Konsens hinter diesem kleinsten gemeinsamen Nenner bereits aufhört. Eine umfassendere Debatte, die auch die sozioökonomischen und politischen Gründe beleuchtet, ohne die der zunehmende Rechtsruck in unserer Gesellschaft kaum vorstellbar wäre, findet nicht statt. Stattdessen klopfen wir uns lieber gegenseitig auf die Schultern und beteuern tagein tagaus, wie doof wir Nazis finden. Das ist zwar vollkommen richtig aber auch nicht gerade umwerfend originell. Von Jens Berger.

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Zeitungen werden über möglichst schrille Schlagzeilen verkauft und im ohnehin schon hyperventilierenden Onlinebereich muss man sogar noch ein Schippe drauflegen, um Klicks und damit Werbeeinnahmen zu generieren. Anders ist die momentane Dauererregung der veröffentlichten Meinungen kaum noch zu erklären. Ein Superlativ jagt den nächsten, wenn es nicht gleich ein Hauch von Weimar ist, so werden zumindest Parallelen zu den Ausschreitungen in Rostock Lichtenhagen gezogen. Geht es nicht ein bisschen kleiner und leiser? Sogar der vielzitierte Begriff „Hetzjagd“ erscheint bei unaufgeregter und differenzierter Betrachtung überzogen. Kann man die widerliche Hetze und den Hass, der zweifelsohne von ein paar Dutzend rechtsextremer Aktivisten in Chemnitz hinausgebrüllt wurde, nicht scharf kritisieren, ohne die Situation derart maßlos zu dramatisieren?

Nun werden sicher auch einige Leser sagen, dass man gerade beim Thema Rechtsextremismus nicht vorsichtig genug sein kann und es doch besser sei, einmal mehr auch in schrillen Tönen zu warnen, als einmal zu wenig. Ist das wirklich so? Ich habe da meine Zweifel. Die eigentliche Frage sollte doch sein, wen und was man überhaupt erreichen will. In meiner eigenen Echokammer muss ich dieses Thema überhaupt nicht mehr anschneiden – da ist man sich ohnehin einig,

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Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) de opstand is begonnen! 1989 is terug! – FREESURIYAH

Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) de opstand is begonnen! 1989 is terug! – FREESURIYAH

31-08-18 12:15:00,

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Afbeeldingsresultaat voor karl marx stad

 

Live-streaming aus Chemnitz:

Foto: Info-Se (Erich Honecker en zijn vrouw bij de Buste van Karl Marx).Chemnitz  is een  Stadt in het westen van de Duitse deelstaat Saksen. De stad is na Leipzig en Dresden de derde stad in grootte in Saksen.  Chemnitz heeft een technische universiteit. Bekend is het Karl Marx-monument, een van de grootste bustes ter wereld. Van 1953 tot 1990 heette de stad Karl-Marx-Stadt.

Karl-Marx-Stadt, was ooit een stadt in de voormalige DDR, een bloeiende stadt met een gerenommerde universiteit, maar het was (en is) ook een stadt van revolutie en activisme. Twintig prozent van de industriële productie van de DDR vond in Karl-Marx-Stadt plaats, van alle werktuigbouw kwam een derde uit deze stad. In 1990 werd de stadt Chemnitz genoemd. De naam Chemnitz stamt van de rivier die door de stad stroomt, is van Sorbische oorsprong en betekent zoveel als ‘steenbeek’. In de DDR draaide het leven om het collectief (samen), vrouwen en mannen werkten, kinderen werden opgevangen in créches. Iedereen was gelijk. Natuurlijk is deze utopie niet gelukt, het simpele feit is dat veel mensen verschillend zijn. Maar het socialisme is altijd beter geweest dan het kapitalisme, er waren nog  vakbonden en men was meer solidair!
Op onderstaande Youtube video is te zien dat het niet om zo maar een paar honderd mensen gaat, de mensen zijn woedend en roepen “Wir sind das Volk”, dat is geen rechtradicale uitspraak, dat riepen ze in Dresden in 1989! Een zeer moderende tolerante jongeman zegt het precies goed: De linkse kant roept NAZI RAUS, terwijl, zo zegt hij de “linksen” zelf NAZI geworden zijn.. Intolerant (ANTIFA) en bovenalles bescherming van ook criminele vluchtelingen.. Dat zegt alles eigenlijk, van hoe de situatie in elkaar zit! Red: De originele video is verwijderd door Youtube (waarheid mag niet gezegd worden), dus een vervangende video!

Onder deze (socialistische) omstandigheden hebben de mensen van Karl-Marx-Stadt geleefd en gewoond tot 1990 en misschien nog wel later dan dat. Zij waren gewend aan het socialisme! Het fenomeen neo-nazisme is te vinden in héél Duitsland en is niet uniek in Oost-Duitsland,

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Chemnitz’ Schrei nach Liebe: Warum wir einen starken Staat brauchen – und wie sich Neoliberale aus der Verantwortung stehlen wollen – www.NachDenkSeiten.de

Chemnitz’ Schrei nach Liebe: Warum wir einen starken Staat brauchen – und wie sich Neoliberale aus der Verantwortung stehlen wollen – www.NachDenkSeiten.de

31-08-18 10:38:00,

31. August 2018 um 12:16 Uhr | Verantwortlich:

Chemnitz’ Schrei nach Liebe: Warum wir einen starken Staat brauchen – und wie sich Neoliberale aus der Verantwortung stehlen wollen

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Demoskopie/Umfragen, Innere Sicherheit, Markt und Staat, Medienkritik, Rechte Gefahr

Nicht nur auf den Straßen von Chemnitz äußert sich dieser Tage in bedrückender Form eine große Sehnsucht nach einem starken Staat. Auch in einer aktuellen Umfrage fordert eine große Mehrheit die Eroberung der öffentlichen Handlungsfähigkeit. Diese Tendenzen sollte man nicht diffamieren, sondern erkennen und nutzen. Von Tobias Riegel.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

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Es erscheint wie das Erwachen aus einem neoliberalen Dornröschenschlaf: Plötzlich sind sich alle einig – Bürger, Medien und sogar die FDP kritisieren den Rückzug des Staates von seinen zentralen Aufgaben. Zusammengehalten wird diese merkwürdige Koalition durch das Erschrecken über die Berichte aus Chemnitz, die Jens Berger bereits analysiert hat. Insofern können die bedrückenden Bilder von Bürgern, die in ihrer Verunsicherung selbst die Nähe von Neonazis nicht mehr scheuen, auch positiv aufrütteln. Sie könnten ein heilsamer Schock sein. Leider wird die richtige Diskussion durch falsche Motive befeuert: Die Distanzierung neoliberaler Politiker und Journalisten vom mitverantworteten gesellschaftlichen Scherbenhaufen ist heuchlerisch und soll mutmaßlich der Rettung der eigenen Haut dienen. Zudem belegt eine neue Umfrage die große Sehnsucht der Bürger nach einem handlungsfähigen Staat – diesen Zug möchten Politiker und Medien wohl nicht verpassen.

Es ist eine Erhebung, deren beachtliche Ergebnisse auch für die Analyse der Vorgänge in Chemnitz von Bedeutung sind: Fast 80 Prozent der Menschen im öffentlichen Dienst wünschen sich einen handlungsfähigen „starken Staat“, nur zehn Prozent vertrauen noch darauf, dass „der Markt“ die Dinge verträglich regeln kann. Das besagt eine aktuelle Umfrage von Forsa für den deutschen Beamtenbund. Die Bedeutung des Rückzugs des Staates für die schockierenden Ereignisse in Chemnitz sehen auch Rassismus-Forscher: „Ein klarer, starker Staat ist wichtig.“ In Chemnitz kamen allerdings zwei Versagen zusammen: Zum einen der durch Kürzungen befeuerte langfristige Rückzug des Staates von immer mehr zentralen Aufgaben, der sich seit Jahrzehnten abspielt und der tiefe Verunsicherungen geschaffen hat.

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