Chinesische Stadt testet Gesichtserkennungssystem zur Bezahlung von U-Bahn-Fahrten

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15-03-19 09:13:00,

Newsticker

14.03.2019 • 17:58 Uhr

Chinesische Stadt testet Gesichtserkennungssystem zur Bezahlung von U-Bahn-Fahrten

Die U-Bahn der chinesischen Stadt Shenzhen testet ein System, das es ermöglicht, per Gesichtserkennungsfunktion die Fahrten zu bezahlen. Die Fahrgäste an der Station Futian brauchen keine Fahrkarten mehr vorzulegen oder QR-Codes auf ihren Handys zu scannen. Um die Zugangssperre zu passieren, soll man sein Gesicht durch ein installiertes Tablett scannen lassen. Das Geld wird dann automatisch vom Konto abgehoben.

Das System befindet sich derzeit in der Testphase. Die Einführung der Gesichtserkennung stellt einen weiteren Schritt der chinesischen Regierung dar, auf künstlicher Intelligenz basierende Technologien mit dem alltäglichen Leben zu verflechten, berichtet die Zeitung South China Morning Post

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Handelskrieg: Ist der chinesische Drache gezähmt worden? | www.konjunktion.info

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30-01-19 09:57:00,

Chinas Präsident Xi Jinping warnte laut Bloomberg dieser Tage davor, dass die “ruhmreiche Kommunistische Partei Chinas (KPC)” vor “langfristigen und komplexen Prüfungen in Bezug auf die Aufrechterhaltung langfristiger Regeln, Reformen und die Öffnung zu einer marktorientierten Wirtschaft hin, auch im äußeren Umfeld” stehe. Reuters interpretierte Xi Anmerkungen als eine Warnung vor den berühmt berüchtigten “Schwarzen Schwänen” und den weniger bekannten “Grauen Nashörnern”, während das chinesische Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf die niedrigste Wachstumsrate seit der Krise von 2009 zurückgefallen ist und Xi “die Tür für einen Krieg mit Taiwan aufgemacht hat”.

Aber was bedeutet diese Anmerkung von Xi genau? Fällt der chinesische Drache gerade wegen des Handelskrieges mit den USA um? Zerbricht gar die Macht der KPC?

Um diese Fragen beantworten zu können, muss man zwischen den Zeilen lesen. Wie bei fast allen Dingen in der asiatischen Gesellschaft, liegt die eigentliche Botschaft im Subtext der Rede Xis versteckt. Pradeep Taneja von der University of Melbourne schreibt dazu:

Die Kommunistische Partei Chinas löst niemals Alarm aus. Sie sagen nie, dass die Dinge schlecht sind. Sie geben immer vor, dass sie die Kontrolle haben.

(The Chinese Communist Party never raises alarm. They never say that things are bad. They always indicate that they are in control.)

Die Tatsache, dass Präsident Xi eine solch ominöse Sprache in seiner Rede vor der Führung der KPC einsetzte, anstatt die üblichen Nichtaussagen über den unvermeidlichen Aufstieg des “Sozialismus nach chinesischer Prägung” zu tätigen, zeigt, dass es erhebliche Bedenken innerhalb der KPC bzgl. der ökonomischen Herausforderungen, denen sich das Riesenreich gegenüber sieht, gibt.

Eine dieser Herausforderungen ist das weiter zunehmende Schuldenproblem in den ländlichen Regionen. Angesichts einer sich verlangsamenden Wirtschaft (wie die aktuellen BIP-Zahlen belegen) und der strikten Quotenregelung bei den ausgegebenen Staatsanleihen, setzen die lokalen Regierungen in China vermehrt auf sogenannte Local Government Financing Vehicles (Kommunale Finanzierungsvehikel, LGFV), um die riesigen Infrastrukturinvestitionen und andere Wachstumsprogramme durchführen zu können. Das Ergebnis ist eine tickende Schuldenbombe, die inzwischen auf annähernd 5,8 Billionen US-Dollar angewachsen sein soll.

Aber letztlich ist dieses Tatsache nichts Neues. Chinesische Offizielle haben seit 2013 vor diesem “lokalen Schuldenproblem” gewarnt.

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Der chinesische Gene-Editing-Tabubrecher ist untergetaucht oder isoliert worden

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04-12-18 09:18:00,

Der von seinem Erfolg begeisterte He Jiankui. Bild: Screenshot

Regierung und Universität wollen mit seinen Experimenten nichts zu tun haben, es bleiben Zweifel

He Jiankui, der Wissenschaftler von der Südlichen Universität für Wissenschaft und Technik (SUSTC) , der auf seinem YouTube-Channel verkündete, die ersten mit Gene Editing veränderten Kinder geschaffen zu haben (Erste Kinder angeblich geboren, die mit Gene Editing behandelt wurden), ist nach weltweiter Kritik untergetaucht oder verschwunden. Nach Gerüchten soll der “chinesische Frankenstein” festgenommen und unter Hausarrest gestellt worden sein.

Staatliche Behörden hatten das angeblich eigenmächtige Vorgehen gerügt und behauptet, nichts von den Experimenten gewusst zu haben. Das Wissenschafts- und Technikministerium hat eine Untersuchung angekündigt und angeordnet, Forschungen einzustellen. Eine Sprecherin seiner Universität sagte SMCP etwas windelweich: “Jetzt ist keine Information genau, nur die offiziellen Kanäle sind dies.” Man könne die Fragen jetzt nicht beantworten, würden aber Neuigkeiten über die offiziellen Kanäle mitteilen. Angeblich wurde He Jiankui, nachdem er letzte Woche auf dem Zweiten Internationalen Gipfel zum menschlichen Genome Editing in Hongkong aufgetreten war, vom Präsidenten seiner Universität nach Shenzhen zurückgebracht und zu Hausarrest verdonnert.

Seine Universität hatte sich deutlich von ihm distanziert. Die Universität sei “zutiefst schockiert”, die Forschung sei außerhalb des Campus durchgeführt und ohne Wissen und Genehmigung der Universität durchgeführt worden. Überdies sei er seit Februar 2018 beurlaubt. Betont wird, dass die Forschung der Universität mit der internationalen akademische Ethik übereinstimmen müsse.

Allerdings hatte der Wissenschaftler Genehmigungen für die Gene-Editing-Experimente an Menschen von der Ethik-Kommission der Universität auf seiner Website ebenso verlinkt wie die Aufklärung der Eltern, um deren Zustimmung zu erlangen. Auffällig ist, dass die Genehmigungen auf der Website Chinese Clinical Trial Registry (ChiCTR), auf der alle genehmigten Versuche aufgelistet werden, gerade nicht mehr zu finden sind. Auch seine Website www.sustc-genome.org.cn/ ist derzeit nicht aufrufbar. Ist hier eine Säuberungsaktion im Gange?

Nach der Befruchtung wird das CRISPR/Cas-System in Zelle injiziert. Bild: Screenshot aus Video

Man könnte den Verdacht hegen, dass He Jiankui mit offizieller Unterstützung aber nicht im Namen des Forschungsministeriums und der Universität einen Testballon starten wollte, wie in der wissenschaftlichen Welt und der Politik der Tabubruch ankommt,

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Chinesische Regierung weitet Überwachung von religiösen Minderheiten aus

Chinesische Regierung weitet Überwachung von religiösen Minderheiten aus

22-08-18 01:56:00,

Nach einem Medienbericht nutzt die chinesische Regierung vogelähnliche Drohnen zur Überwachung ihrer Bürger. Die Flugbewegungen der Drohnen sollen so realistisch wirken, dass selbst echte Vögel sich nicht davor scheuen, an ihrer Seite zu fliegen. Das Projekt läuft unter dem Codenamen „Dove“ (engl. Taube) und wird vor allem in der Xinjiang-Provinz eingesetzt, eine Region im Nordwesten Chinas, welche großteils von der muslimischen Minderheit der Uiguren bewohnt wird. Der Einsatz der „Dove-Drohne“ ist dabei, neben der schon implementierten Gesichtserkennung, den intelligenten Brillen für Polizisten und dem Sozialkredit-System, eine zusätzliche Maßnahme zur Ausweitung der staatlichen Überwachung.

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Die Regierung in Peking lässt die gesamte chinesische Bevölkerung überwachen, dabei liegt der besondere Fokus jedoch auf religiösen und ethnischen Minderheiten. Die Uiguren sind eine davon. Ein großer Teil der uigurischen Bevölkerung strebt Unabhängigkeit vom chinesischen Staat an, was sich in gewaltsamen Protesten im Jahr 2009 in Xinjiang und immer wieder vorkommenden Anschlägen widerspiegelt. Daraufhin ist die Zahl der Repressionen gegenüber den Bewohner von Xinjiang in den letzten Jahren enorm angestiegen. Seitdem sammelt die Regierung zum Beispiel DNA-Proben, Fingerabdrücke, Iris-Scans, Stimmenproben und Blutgruppen von den Bürgern der Region.

„Sie wenden einen sehr, sehr weitreichenden Lösungsansatz für das an, was sie als ideologische Gefahr betrachten. In Xinjiang hat sich die Definition von Extremismus so weit ausgedehnt, dass praktisch alles, was man als Muslim tut, unter die Definition fällt“, sagte James Millward, ein Professor für chinesische Geschichte an der Georgetown-Universität.

Diesen Monat machen sich um die 11.500 Muslime aus China auf die Pilgerreise (Hadsch) nach Mekka und Medina. Gläubige Uiguren müssen sich um die Erlaubnis, an der Hadsch teilnehmen zu dürfen, bewerben. Dafür müssen sie ihr Alter, ihren Beruf und ihren gesundheitlichen und ökonomischen Status angeben. Außerdem müssen sie der Kommunistischen Partei Chinas die Treue schwören sowie zwischen fünfzig und siebzig Jahre alt sein. Ein Teil der Pilger erhielt sogenannte „smart cards“, welche sie an einem Schlüsselband um den Hals tragen und die mit GPS-Trackern und individuellen persönlichen Daten ausgestattet sind. Laut der Chinesischen Islamischen Vereinigung,

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