Von der Züchtung einer Mensch-Tier-Chimäre zum Zweck des Organersatzes

von-der-zuchtung-einer-mensch-tier-chimare-zum-zweck-des-organersatzes

05-08-19 08:35:00,

Schon wieder reißen Forscher eine ethische Grenze auf

Die spektakulären Berichte aus Wissenschaft und Forschung brechen nicht ab. Von immer mächtigeren künstlichen Intelligenzen, genmanipulierten CRISPR-Babys, neuen Quantentechnologien, Lebensverlängerung durch Veränderung unserer Gene, Supermedikamenten, Fleisch aus 3D-Druckern bis hin zu Wunder-Nanomaterialen – täglich erreichen uns Meldungen über den rasanten technischen und wissenschaftlichen Fortschritt.

Längst haben Forschungsergebnisse und neue technologische Durchbrüche Philosophen, Politiker und Soziologen auf den Plan gerufen, die die ethischen, politischen und gesellschaftlichen Folgen aus diesen Entwicklungen diskutieren. So stritt sich in diesem Jahr bereits eine EU-Expertengruppe über die Folgen der künstlichen Intelligenz, und der Deutsche Ethikrat beriet über Genmanipulationen am menschlichen Embryo. Beide publizierten entsprechende Empfehlungen.

Nun ist eine erneute Diskussion entbrannt. Auslöser dafür ist ein neues Gesetz in Japan, das es Forschern erlaubt, Mischwesen aus Mensch- und Tierzellen zu erschaffen und – das ist das Neue – sie schließlich auch auf die Welt zu bringen. Was nach einer Schauergeschichte aus der antik-griechischen Mythologie klingt, soll langfristig Ersatzorgane für kranke Menschen produzieren. Klingt doch großartig und ist zum Wohle der vielen Menschen, die (zu) lange auf ein Spenderorgan warten müssen. Zugleich ist eine solche Entwicklung sehr umstritten und in Deutschland durch das Embryonenschutzgesetz sogar (noch!) verboten.

Schon 1984 gelang es Forschern, eine Chimäre aus Ziege und Schaf zu erzeugen. Dabei vermengte man die Embryonen zweier Arten, und heraus kam ein Mischwesen. Bei einer solchen Chimäre vermischt sich das Erbgut der beiden Spenden nicht. Vielmehr wachsen die Zellen beider Arten genetisch voneinander getrennt heran. Dadurch können beispielsweise die Bauchspeicheldrüse von der einen Art und die Leber von der anderen Art stammen. Auch äußerlich war das vor 35 Jahren geborene Wesen eine Mischung aus beiden Tieren, was sich zuletzt sogar im Verhalten des Tieres widerspiegelte. In mancher Hinsicht agierte es ziegenähnlich, in anderer wie ein Schaf.

Doch jetzt folgt der nächste Schritt: Der an der Stanford Universität sowie an der Tokio University forschende japanische Wissenschaftler Hiromitsu Nakauchi, der bereits Bauchspeicheldrüsen und Nieren einer Maus in Rattenembryonen heranwachsen hat lassen, möchte derartige Versuche auch mit menschlichen Zellen durchführen. Dabei haben Wissenschaftler bereits tierische Embryos mit menschlichen Zellen hergestellt, ausgetragen wurden diese bisher allerdings noch nie. Nakauchi will nun auch diesen letzten Schritt gehen. Zu diesem Zweck hat die japanische Regierung bereits im März 2019 die bisherige Regelung modifiziert,

 » Lees verder

Von der Ächtung zur Bewunderung der Spekulation. Anmerkungen zum Wohn- und Mieten-Gipfel. Ein Einordnungsversuch. – www.NachDenkSeiten.de

Von der Ächtung zur Bewunderung der Spekulation. Anmerkungen zum Wohn- und Mieten-Gipfel. Ein Einordnungsversuch. – www.NachDenkSeiten.de

25-09-18 12:15:00,

25. September 2018 um 10:28 Uhr | Verantwortlich:

Von der Ächtung zur Bewunderung der Spekulation. Anmerkungen zum Wohn- und Mieten-Gipfel. Ein Einordnungsversuch.

Veröffentlicht in: Bundesregierung, Innen- und Gesellschaftspolitik, Privatisierung, Steuern und Abgaben

Albrecht Müller

Beim Wohnungsgipfel am 21. September ist Verschiedenes besprochen und beschlossen worden. Beklagt wird, dass viel zu wenige Wohnungen vorhanden sind. Es wird dann auch noch beklagt, dass es zu wenige Sozialwohnungen gibt. Komisch, dass man das jetzt erst merkt. Beklagt wird, dass das Bauland zu teuer geworden ist. Und dass mit Immobilien spekuliert wird. Die Spekulation, gerade auch die Bodenspekulation, war einmal verpönt und wurde bekämpft. Dann wurde Spekulation schick – etwa beginnend mit den neunziger Jahren. Und Spekulation wurde sogar belohnt. In der Finanzkrise wurden die Spekulanten mit Milliarden der Steuerzahler gerettet. Albrecht Müller

Zunächst noch zu Ihrer Information: Die Beschlüsse beim Wohngipfel siehe unten Anlage 1; die Mitschnitte der Pressekonferenz nach der Sitzung finden Sie in Anlage 2 .

Nun ein paar Anmerkungen zur besseren Einordnung der Klagen über den Wohnungsmarkt, über den Mangel an Sozialwohnungen und die Spekulation:

  1. Öffentliche Wohnungsbestände wurden verscherbelt – oft an politische Spezies

    Es gab eine Phase beginnend mit dem Ende der achtziger und Anfang der Neunzigerjahre, da wurde der soziale Wohnungsbau und die entsprechenden Bestände an Sozialwohnungen in den Händen von Kommunen und anderen öffentlichen Einrichtungen als nicht mehr zeitgemäß betrachtet und gescholten. Wohnungsbestände der Kommunen wurden verkauft, übrigens auch unter dem öffentlich aufgebauten Druck des Schuldenabbaus und der Propaganda für den “Schlanken Staat”. Da haben manche Kommunen ihr Tafelsilber verschleudert, also Sachvermögen abgebaut, um gleichzeitig Schulden zu vermindern. Ich erinnere mich noch gut an ein Gespräch mit einem befreundeten Vertreter des öffentlichen Wohnungsbaus, der mir gegenüber von diesem Verfahren der Kommunen schwärmte.

    Besonders apart war Helmut Kohls de facto Geschenk an Parteifreunde in Hamburg. Er ließ die Eisenbahner-Wohnungen an ein der CDU verbundenes Ehepaar verscherbeln. Siehe hier ein Artikel in der “Zeit” “Der Spender und sein Kanzler”. – Beim Wohngipfel hätte man ja auch mal darüber sprechen können, ob und was man tun kann, um die Plünderung der öffentlichen Hände durch Privatisierung der öffentlichen Wohnungsbestände wenigstens ein bisschen wiedergutzumachen.

 » Lees verder