Corona-Demo, Nawalny, Krieg und Frieden: Der unterirdische Zustand deutscher Medien

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02-09-20 12:42:00,

Eine nochmalige Verschärfung der Meinungsmache der vergangenen Jahre ist aktuell zu beobachten: Seit dem Ausrufen der „Corona-Pandemie“ stehen viele große deutsche Medien noch unseriöser an der Seite von Entscheidungsträgern. Der gesteigerte journalistische Herdentrieb mündet in eine absurde mediale Eintönigkeit. Die bezieht sich nicht nur auf Corona. Von Tobias Riegel.

Die NachDenkSeiten haben bereits vor geraumer Zeit in diesem Artikel beschrieben, dass ein „medialer Schutz vor politischen Kampagnen und so aufwendigen wie durchschaubaren Inszenierungen“ schon lange nicht mehr existiert: „Die Bürger sind in dieser Hinsicht auf sich allein gestellt und müssen sich dementsprechend mit Medienkompetenz wappnen.“ Doch seit Veröffentlichung des Beitrags hat sich diese Dynamik nochmals erheblich gesteigert – für politische Orientierung sind die großen deutschen Medien mittlerweile einer der ungeeignetsten Orte überhaupt. Dieses Phänomen wird durch aktuelle Kampagnen belegt: Wer sich (unter anderem) bei den Themen Corona-Politik, Corona-Demo, „Reichstags-Sturm“, Nawalny, Russland, Belarus, Linkspartei oder Krieg und Frieden nur in den großen deutschen Medien informiert, wird massiv in die Irre geführt.

Wir erleben aktuell nochmals eine Verschärfung der verzerrenden, eintönigen und angepassten Meinungsmache, wie sie bereits in den vergangenen Jahren und besonders extrem seit den manipulativen Kampagnen zum „Maidan“ 2014 zu bezeugen war: Seit dem Ausrufen der „Corona-Pandemie“ stehen viele große deutsche Medien noch unseriöser und enger an der Seite von politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern als ohnehin schon. „Ausreißer“ aus der medial hergestellten Corona-Deutung, oder jener zu Russland und anderen Themen, werden mit harter sozialer Ausgrenzung bestraft. Ein nochmals gesteigerter journalistischer Herdentrieb mündet in eine absurde mediale Eintönigkeit, die seit dem Ausrufen der „Pandemie“ geradezu exzessiv betrieben wird: In einer Zeit, die eine kritische Debatte extrem nötig hätte, haben viele Redakteure großer Medien ihren Dienst am Bürger endgültig eingestellt.

Wie man die „Reichsbürger“ medial groß macht

Und alle reden jetzt von den „Reichsbürgern“. Eine solche traumhafte Mega-PR hätte sich diese Splitter-Truppe noch vor Kurzem nicht träumen lassen. Aber die radikale Formation erfüllt den Zweck der medialen Nebelkerze perfekt. Das Vorhaben, die Corona-Demo durch eine Überbetonung der Rechten bei weniger informierten Bürgern zu verteufeln, hat teilweise sicher funktioniert, aber mit dem hohen Preis, dass einmal mehr die Rechten medial übergroß gemacht wurden – angeblich beim Versuch der Redakteure, sie klein zu halten. Zu diesem destruktiven Medienphänomen gab es im DLF ein (streckenweise) interessantes Interview.

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Nach Auftritt bei Corona-Demo: Flensburger Grünem droht Ausschluss aus Partei

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31-08-20 10:36:00,

Nach der Rede eines grünen Kommunalpolitikers gegen die staatlichen Anti-Corona-Maßnahmen am Samstag in Berlin will die Flensburger Ratsfraktion über seinen Ausschluss beraten.

Wie der Vorsitzende Clemens Schmidt gegenüber den Medien mitteilte, werde die Fraktion über den möglichen Ausschluss am Montagabend beraten. Das sogenannte bürgerschaftliche Mitglied der Grünen-Fraktion in Flensburg, David Claudio Siber, hatte in Berlin die Schutzmaßnahmen der Bundesregierung in der Corona-Pandemie, die Medien und die eigene Partei vehement kritisiert.

„Wer auf Demos von Verschwörungsfundis redet, zu denen AfD und NPD mobilisieren, und wo später nebenan in völliger Enthemmung und unter Reichsfahnen der Deutsche Bundestag ‘gestürmt’ werden soll, ist bei uns Grünen falsch“, erklärte der Landesvorsitzende der Nord-Grünen, Steffen Regis.

Unter Berufung auf nach eigenen Angaben wissenschaftliche Studien hatte Siber unter anderem gesagt, alle Daten verorteten die Gefährlichkeit des Coronavirus in den Bereich einer saisonalen Grippe. Weltweit stürben mehr Menschen an Grippe und Lungenentzündung als an Covid-19.

„Lassen wir doch die Allgemeinheit entscheiden, ob wir eine Pandemie haben oder nicht“, sagte Siber in Bezug auf die Medien.

Nach Angaben der Grünen in Schleswig-Holstein habe sich die Partei von seinem Auftritt sowie den Inhalten seiner Rede distanziert. Siber habe sich mit seinem Auftritt eindeutig gegen die Werte der Grünen gestellt, hieß es in deren Erklärung.

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REUTERS / CHRISTIAN MANG

„Er hat sich mit seinem Auftritt in eine Reihe gestellt mit jenen, die später das Reichstagsgebäude, das Herz unserer Demokratie, zu stürmen versucht haben und sich sowohl in Reden als auch mit ihren Parolen unmissverständlich gegen unsere Demokratie und unseren Staat gewendet haben“, hieß es in der Erklärung der Grünen.

Demonstration gegen Corona-Politik in Berlin

Am Samstag, dem 29. August, hatte in Berlin die umstrittene Demonstration gegen die Corona-Politik der Regierung stattgefunden. Es blieb eine lange Zeit unklar, ob diese erlaubt wird oder nicht. Am frühen Samstagmorgen hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bestätigt, dass das Verbot der Berliner Polizei keinen Bestand habe. Nach Schätzungen der Polizei hatten an der Demonstration in Berlin-Mitte rund 18.000 Menschen teilgenommen.

Am Rande hatte es Angriffe von Reichsbürgern und Rechtsextremisten auf Polizisten gegeben. Eine größere Menge, darunter abermals Anhänger solcher radikaler Gruppen, war über Polizeiabsperrungen hinweg auf die Freitreppe des Reichstags vorgedrungen.

ac/mt/dpa

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Corona-Demo und das Neueste vom “Sturm auf den Reichstag” – Wie die Medien ihre Leser desinformieren | Anti-Spiegel

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31-08-20 10:34:00,

Wider besseren Wissens verbreiten die „Qualitätsmedien“, dass Teilnehmer der Corona-Demo die Treppe des Reichstags gestürmt hätten, dabei handelte es sich um Teilnehmer einer ganz anderen Demo, die Berlin jedoch ebenfalls in der Gegend zugelassen hatte. Damit wurde sichergestellt, dass alle Untaten der anderen, ebenfalls zugelassenen Demos medial den Corona-Demonstranten angelastet werden können.

Ich habe schon berichtet, dass ich der Berichterstattung über die „Erstürmung der Reichstagstreppe“ sehr skeptisch gegenüber stehe und die Vermutung geäußert, dass es sich dabei um eine geplante Provokation gehandelt hat. Nun habe ich weitere Informationen über den Vorfall erhalten, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.

Wie der Spiegel seine Leser desinformiert

Der Vorfall am Reichstag vom Samstag hat die Berichterstattung des Spiegel am Montag klar dominiert. Es wurden so viele Artikel veröffentlicht, dass man gar nicht auf alle eingehen kann. Die Zusammenfassung ist sinngemäß folgende: Die Corona-Demonstranten sind gewaltbereit, grenzen sich nicht von „Rechten“ ab oder sympathisieren gar mit denen, die Politik ist entsetzt über die Bilder vom Reichstag und so weiter.

Ich will die Art der Desinformation nur an einem Beispiel zeigen, bevor wir zu den aktuellen Neuigkeiten kommen. In einem Artikel über die empörte Reaktion von Bundespräsident Steinmeier konnte man im Spiegel lesen (Links wie im Originalartikel):

„Die Verteidigung der freiheitlichen Demokratie obliege nicht allein der Polizei, sagte er nach einem Treffen mit Beamten, die bei den teils gewaltsamen Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen im Einsatz gewesen waren.“

Wenn Text mit einem Link hinterlegt ist, dann soll das dem Leser suggerieren, dass dort eine Bestätigung für die Behauptungen im Text zu finden sind. Also kann man ja mal auf den Link unter den Worten „teils gewaltsamen Demonstrationen“ klicken und man kommt zu einem Spiegel-Video, das zeigt, wie Demonstranten auf die Reichstagstreppen stürmen. Das sind keine schönen Bilder, aber Gewalt sieht man da nicht. Dem Leser wird aber suggeriert, die Demonstranten seien gewalttätig gewesen, was der Link nicht bestätigt.

Mehr noch: Es waren nicht einmal Teilnehmer der Corona-Demo. Dazu gleich mehr.

Übrigens gab es tatsächlich einige gewaltsame Szenen am Samstag, aber die fanden vor der russischen Botschaft statt und auch das waren Teilnehmer einer anderen Demonstration. Die Medien melden aber über dreißig verletzte Polizisten und tun so,

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Corona-Demo in Berlin – Die offenen Fragen zum “Sturm auf den Reichstag” | Anti-Spiegel

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31-08-20 09:19:00,

Medien und Politik in Deutschland haben derzeit Schnappatmung, weil Demonstranten angeblich versucht haben, am Samstag den Reichstag zu stürmen. Wer die Bilder des Tages aufmerksam beobachtet hat, findet einige interessante Ungereimtheiten.

Zunächst muss ich vorweg sagen, dass ich es nie gut heiße, wenn Demonstranten Regierungsgebäude oder Behörden stürmen. In meinen Augen sollte der Diskurs nicht mit Gewalt, sondern in der Diskussion geführt werden. Wenn die Straße die Macht übernommen hat, ist dabei nie etwas Gutes herausgekommen. Wer jetzt die DDR 89 anführt, der vergisst, dass damals keine Regierungsgebäude gestürmt wurden, sondern es wurde friedlich auf den Straßen demonstriert und das ist völlig in Ordnung. Solche Proteste sollten zu einem Dialog führen und in der DDR ist das geschehen: Die Regierung hat reagiert, es gab runde Tische und so weiter. Es waren friedliche Proteste.

So sollte es ablaufen. Wenn aber Regierungsgebäude und Behörden gestürmt werden, dann endet es meist tragisch, wir haben das zum Beispiel auf dem Maidan beobachten können, um nur ein Beispiel zu nennen. Gleiches gilt auch für den Reichstag: Ihn zu stürmen, ist nicht zulässig. Probleme müssen im Diskurs gelöst werden, die Bundesregierung müsste jetzt eigentlich mit den Demonstranten und ihren Vertretern sprechen, das zumindest fordert sie in vergleichbaren Situationen von anderen Staatschefs.

Die philophische Frage, was denn zu tun sei, wenn die Regierung nicht reagiert und Recht zu Unrecht wird, will ich hier nicht behandeln, denn wer entscheidet denn, was Recht und was Unrecht ist? Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen, wie das Beispiel Ukraine wieder zeigt. Die westlichen Medien und Politiker fanden die Ergebnisse des Maidan ganz toll, obwohl es ein Putsch war, bei dem eine kleine Minderheit die Demonstranten angestachelt hat und die Abstimmungen im Parlament, die zum Machtwechsel geführt haben, haben stattgefunden, während maskierte und bewaffnete „Demonstranten“ im Plenarsaal waren. Mit Demokratie und einem freien Parlament hatte das nichts zu tun.

So etwas ist in der Ukraine genauso abzulehnen, wie in Deutschland.

Gab es den Versuch, den Reichstag zu stürmen?

Wer sich die Bilder anschaut, der wird skeptisch. Die Demonstranten haben zwar die Absperrung durchbrochen und sich auf der Treppe des Reichstags breit gemacht, aber von einem Versuch, das Gebände zu stürmen, ist auf den Bildern und Videos nichts zu sehen. Die Demonstranten haben sich stattdessen mit Flaggen und Transparenten vor dem Eingang des Reichstages aufgestellt,

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Corona-Demo in Berlin abgesagt: „Ein Grundrecht wird gebrochen!“ – Uli Gellermann

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26-08-20 04:39:00,

Interview – Podcasts

17:50 26.08.2020(aktualisiert 17:53 26.08.2020)

Zum Kurzlink

https://cdnde1.img.sputniknews.com/img/32696/34/326963458_0:0:2049:1153_1200x675_80_0_0_141c1f3403ad04d2d135d1acd43408db.jpg

Sputnik Deutschland

https://cdnde2.img.sputniknews.com/i/logo.png

Benjamin Gollme, Marcel Joppa. Sputnik Deutschland

https://de.sputniknews.com/interview-podcasts/20200826327804086-corona-demo-in-berlin-abgesagt-ein-grundrecht-wird-gebrochen–uli-gellermann/

Die geplante Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung am 29.8. wurde vom Berliner Senat untersagt. Das ist Wasser auf die Mühlen derer, die schon lange Grundrechte durch die Hygieneverordnungen in Gefahr sehen. Einer von Ihnen ist der Journalist und Autor Uli Gellermann. Für ihn ist das Verbot mit keinen Fakten zu begründen.

Es erklingt wie ein Paukenschlag in Corona-Deutschland: Berlins Innensenator Andreas Geisel verbietet die für den kommenden Samstag geplante Demonstration gegen die Pandemie-Maßnahmen der Regierung.

„Ich bin zutiefst erschrocken“ – so äußerte sich direkt nach dem Verbot der Journalist und Autor Uli Gellermann gegenüber Sputnik zu dem Fall.

Gellermann war von Beginn an Teilnehmer der Berliner „Hygiene“-Demonstrationen, in der jetzigen Entscheidung des Berliner Senats erkennt er diktatorische Züge. SNA Radio-Moderator Benjamin Gollme und Sputnik-Politikchef Marcel Joppa haben mit ihm gesprochen.

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