Crypto, die Menschenrechtsverbrechen der südamerikanischen Diktaturen und das Mitwissen des deutschen Staates

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07-03-20 01:10:00,

Mit einem gemeinsamen Publikations-Projekt enthüllten Mitte Februar die deutsche ZDF-Redaktion Frontal 21 (Operation Rubikon), die US-amerikanische Washington Post (How the CIA used Crypto AG encryption devices to spy on) und die Sendereihe “Rundschau” des Schweizer Fernsehens den – wie es die Post nannte – „Geheimdienstputsch des Jahrhunderts“. Ein Kommentar von Frederico Füllgraf.

Gegenstand der Dekuvrierung ist die zwischen 1970 und 1993 praktizierte, mehr als zwanzigjährige Belauschung von rund 130 Staaten durch die US-amerikanischen und deutschen Geheimdienste CIA und BND. Beide hatten für umgerechnet 24 Millionen Euro den damals weltweit führenden Schweizer Chiffriermaschinenhersteller Crypto AG heimlich übernommen, zig Millionen Franken mit den Aufträgen jener 130 Staaten verdient und sie durch Manipulierung der ursprünglichen Algorithmen obendrein durch die Hintertür belauscht; ein schon allein unter dem Gesichtspunkt der „Kundentreue” skandalös anmutendes, dreckiges Geschäft. Die Mitte Februar in den drei zitierten Medien veröffentlichten Reportagen sollten jedoch als bloße Appetizer dienen. Das ZDF kündigte jedenfalls eine komplette, 60-minütige TV-Dokumentation mit dem Titel “Geheimoperation Rubikon“ für den kommenden 18. März an.

Der BND, “Operation Rubikon” und “Unternehmen Cóndor”

Als politischer Wert der bisher nur angedeuteten Enthüllungen haben zwei Hinweise auf Südamerika meine Aufmerksamkeit erregt: CIA und BND sollen nachweislich im Jahr 1982 den Malvinen/Falkland-Krieg zwischen Großbritannien und Argentinien zugunsten der Briten mitentschieden haben und beide Geheimdienste waren im Bilde angesichts der brutalen Menschenrechtsverletzungen, die allein in Argentinien im „Verschwinden“ – man lese: in der Ermordung – von nahezu 30.000 Oppositionellen gipfelten.

Wodurch wollen die drei zitierten Medien die Beweise dafür erhalten haben? Durch Einsicht einer 280 Seiten starken Akte in den USA. In der es heißt, dass „(verschlüsselte) diplomatische und militärische Berichte vieler wichtiger Länder der Dritten Welt, aber auch europäischer Staaten (…) flächendeckend mitgelesen werden konnten“.

Was sollte dabei das demokratisch orientierte deutsche Publikum interessieren? Als allererstes, dass die Akteneinsicht in den USA – und nicht in Deutschland – erfolgte. Als zweiter Aspekt der mehrfache, kritische Hinweis, dass es sich wahrscheinlich nicht um eine komplette, sondern um eine Teileinsicht handelt und, drittens, dass der Fernsehzuschauer bei der für den 18. März angekündigten ZDF-Dokumentation genau hinsehen und -horchen sollte, was dann als bisher unerforschtes Geheimnis gelüftet wird.

Im Fall des Malvinen/Falkland-Krieges könnte man indes behaupten,

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Die Crypto und der Journalismus

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15-02-20 10:30:00,

Zu den bemerkens­wertesten Aspekten der Crypto-Affäre gehören auch gewisse Parallelen zum modernen Journalismus.

Denn die meisten Crypto-Mitarbeiter wussten tatsächlich nicht, dass sie Teil einer globalen Geheim­dienst­operation waren. Manche wollten es auch nicht wissen. Andere ahnten es zwar, aber schwiegen, aus Angst vor Arbeits­platz­verlust – oder Schlimmerem.

Nur an der Spitze wussten einige wenige Bescheid, und wurden ziemlich reich damit.

Manipulierte Komponenten wurden vorgefertigt angeliefert und durften nicht mehr verändert werden. Einige arglose Mitarbeiter wollten die Algorithmen dennoch selbst­ständig verbessern und mussten, subtil, davon abgehalten werden.

In einem Fall warnte die NSA sogar vor der Einstellung einer Ingenieurin: diese sei »zu intelligent« und würde den Betrug durch­schauen. Was sie dann auch tat.

Doch gerade weil die meisten Mitarbeiter den Betrug nicht durchschauten wirkte die Firma seriös und war die Operation während Jahrzehnten so erfolgreich.

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Crypto AG und der (längst bekannte) „Coup des Jahrhunderts“: Wie Medien mit der massenhaften Ausspähung umgehen

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14-02-20 01:27:00,

Die aktuell thematisierte Spionage durch BND, CIA und Crypto AG bildet einerseits einen handfesten Skandal – der aber andererseits keineswegs unbekannt war. Der Vorgang betrifft außerdem nicht nur die Geheimdienste, sondern auch viele Medien, denn er provoziert eine teils unangemessene und geheuchelte Berichterstattung. Von Tobias Riegel.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

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Der BND und die CIA haben über Jahrzehnte Hintertüren in die Verschlüsselungsgeräte des Weltmarktführers Crypto AG eingebaut und konnten dadurch die Kommunikation von mehr als 130 Regierungen und Geheimdiensten mitlesen. Der BND ist in den 90er Jahren ausgestiegen, die CIA führte die Operation bis 2018 fort. Dieser Vorgang ist einerseits ein handfester Skandal: Einmal mehr stellt er die Phrasen vom „guten Westen“ und die aktuelle Aufregung über „Einmischungen“ (etwa in die letzte US-Wahl) auf eine harte Probe und klassifiziert sie als Heuchelei. Der Vorgang selber soll hier nicht Thema sein, Hintergründe dazu finden sich etwa in diesem Artikel auf „Telepolis“, unter diesem Link findet sich eine Stellungnahme der Linkspartei.

„Jahrhundert-Trick“ statt Verbrechen: Die stille Hochachtung vor der Dreistigkeit der Spione

Hier soll vielmehr der Blick auf den medialen Umgang mit den Ausspähungen gelenkt werden. Denn der ist in mehrfacher Weise irritierend. Da ist zum einen eine fehlende Distanz festzustellen: Zahlreiche Medien übernehmen in der Überschrift die CIA-Formulierung zum Vorgang als „Coup des Jahrhunderts“. Diese Formulierung transportiert eine stille Hochachtung vor der Dreistigkeit und dem „Erfolg“ der Operation, die dadurch eher als geglückter Spitzbubenstreich denn als schweres Verbrechen identifiziert wird. Unterhalb dieser verzerrenden Überschriften wird teils durchaus Kritik an der Spionagepraxis geübt. Aber im Titel spricht etwa der Sender n-TV vom „Jahrhundert-Trick von CIA und BND“. Die „Deutsche Welle“ nennt es den „Geheimdienst-Coup des Jahrhunderts“, ebenso das Magazin „Fokus“ und zahlreiche andere Medien.

Die US-Regierung blieb beim Chile-Putsch „untätig“

Zusätzlich wird indirekt Distanz zu mutmaßlichen Verbrechen des Westens geschaffen, etwa in Bezug auf Chile und Argentinien der 70er Jahre. Durch die Berichterstattung wird etwa teils der Eindruck erweckt, die US-Regierung sei nicht in die Vorbereitungen des Putsches gegen Salvador Allende in Chile 1973 involviert gewesen (sie sei nur „untätig“ geblieben), oder es habe die jetzigen „Enthüllungen“ gebraucht,

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Crypto ‘Whales’ Dominate Ownership Of World’s Largest-Ever ICO

Crypto ‘Whales’ Dominate Ownership Of World’s Largest-Ever ICO

05-06-18 08:26:00,

Ownership concentration has become a commonplace problem in the cryptocurrency market – but even this is extreme.

We’ve reported on bitcoin’s whale problem, where roughly 40% of all the bitcoin in circulation – an amount worth some $51 billion – are held by a group of less than 1,000 people, many of whom were among the earliest adopters.

In fact, it’s widely believed that bitcoin founder Satoshi Nakamoto alone controls a combined 1.1 million bitcoins (though it’s impossible to discern an exact number).

Ethereum is even more concentrated, with 40% of the total float owned by 100 people. But even Ethereum pales in comparison to Block.one, the largest ICO in history, which raised more than $4 billion last week.

According to Bloomberg, the 10 largest Block.one owners hold nearly 50% of coins in circulation.

EOS

The largest holder is the company itself, with 10% of the total. This situation mirrors that of Ripple, which was criticized earlier this year when CEO Chris Larsen briefly saw his net worth eclipse that of Mark Zuckerberg when ripple rallied 1240% in the span of a month, briefly making it the second-largest cryptocurrency. Larsen alone held a 17% stake in the company, raising hackles about the ease with which he and other ripple founders or early adopters could influence the price in their favor.

And it’s likely traders will soon begin sharing similar warnings about Block.one, as the token’s price rallied 13-fold.

Though they have smaller market caps, the coins Qtum and Storj are even more concentrated than Block.one, with the top holders controlling 90% of the coins in circulation, according to an analysis by Tetras Capital.

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Iceland: Crypto Mining Companies Will Consume More Energy Than Households In 2018

Iceland: Crypto Mining Companies Will Consume More Energy Than Households In 2018

13-02-18 10:15:00,

Authored by Molly Jane Zuckerman via CoinTelegraph.com,

Iceland is set to consume more energy for crypto mining than for household use this year, the Associated Press reports Monday, Feb. 12. The naturally cold climate and access to renewable energy are listed as the primary reasons for the influx of crypto mining companies to the Nordic island nation.

Icelandic businessman Johan Snorri Sigurbergsson of the energy company Hitaveita Sudurnesja predicts a doubling of the country’s cryptocurrency mining energy consumption to 100 megawatts this year, more energy than the 340,000 residents of Iceland will consume for personal use in that time.

Sigurbergsson told the AP that he “could not have predicted this trend” four months ago, “- but then Bitcoin skyrocketed.” He reports that he had just met with a mining company wanting to buy 18 megawatts.

Bitcoin mining hardware requires a large amount of energy to perform the calculations to find “hashes,” which then gives the miner a Bitcoin reward. Alternatives to the current energy-consumption-heavy method of mining have been proposed, like using a Proof-of Stake system instead of Proof-of Work, or using renewable energy to power mining computers.

Mining sites in Iceland naturally have the opportunity to produce less pollution than the coal-burning mining sites located in China, for they have access to geothermal and hydroelectric power plants, both cheaper and more environmentally friendly alternatives to coal.

Keflavik, a coastal town on the southern peninsula of Iceland, is home to three of the biggest Bitcoin mining sites in the country. These mining “farms” have walls that are open to the elements, which allows cold wind to naturally cool down the mining hardware.

In the US, when mining companies began moving en masse to Washington to take advantage of the state’s cheaper electricity, the data infrastructure of one small county became quickly overloaded and now requires an addition of 100 megawatts.

Smari McCarthy of Iceland’s Pirate Party, an anti-establishment political party that entered Iceland’s Parliament after the 2008 financial crash, brought up the possibility of taxing any profits made by Bitcoin mining,

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