Der Kampf gegen Desinformation gebiert weitere Desinformation

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08-01-19 02:58:00,

In den USA wurden weitere Beeinflussungskampagnen von demokratischen Aktivisten aufgedeckt, der angebliche Kampf gegen Fake News ist längst zu einem Geschäft geworden

Während durch die aufmerksamkeitsökonomisch nach und nach erfolgenden Leaks von Anonymous, wer auch immer dahinter stecken mag, die Hintergründe und Ziele der britischen Kampagne gegen Russland unter dem Deckmantel der Bekämpfung von Desinformation bekannter werden, tauchen auch in den USA für die Demokraten unangenehme Desinformationskampagnen auf. Es waren bekanntlich die Demokraten, die zusammen mit den Geheimdiensten schon im Präsidentschaftswahlkampf 2016 immer wieder die russische Gefahr beschworen. Eine russische Hacker- und Beeinflussungskampagne sollte Donald Trump fördern, dessen Wahlkampfteam und ihm zudem geheime Verbindungen mit der russischen Regierung unterstellt wurden. Im Mai 2017 wurde der Sonderermittler Robert Mueller zur Untersuchung der “collusion” eingesetzt.

Ende Dezember hatte sich heraus gestellt, dass die Firma New Knowledge, die sich als Aufdecker der russischen Desinformationskampagne engagierten und einen entsprechenden Bericht für den Geheimdienstausschuss des Senats, selbst 2017 die angeblichen russischen Mittel der Beeinflussung angewandt hatte, um die öffentliche Meinung für den demokratischen Kandidaten und gegen den republikanischen Kandidaten in Alabama für den Senat in Washington zu manipulieren. Facebook hatte deswegen einen Account von Jonathon Morgan, dem Chef der “Cybersicherheitsfirma” und ehemaligen Darpa-Mitarbeiter, gesperrt

Morgan hatte mit seinen Mitstreitern eine Facebook-Seite erstellt, auf der sie sich als Konservative darstellten. Zudem verwendeten sie Twitter-Accounts, die im Sinne einer “False-Flag-Operation” als russische ausgegeben wurden, um vorzutäuschen, dass Russen hinter dem republikanischen Kandidaten stünden, der sich lobend über Putin geäußert hatte. Das Wahlbeeinflussungsprojekt hatte zwar allein schon wegen des geringen Budgets von 100.000 US-Dollar kaum Chancen, wirklich etwas zu bewegen, nämliches ließe sich freilich auch bei den angeblichen oder wirklichen russischen Beeinflussungskampagnen sagen. Ziel war es, einen Unterschied von 50.000 Stimmen durch Microtargeting zu erwirken, 650.000 wahrscheinliche Alabama-Wähler seien angezielt worden. Nach einem geleakten internen Bericht brüstete man sich, so erfolgreich gewesen zu sein, dass der Demokrat gewonnen habe.

Morgan sagte nach dem Bekanntwerden, die Aktivitäten hätten nur dazu gedient, mehr über die russischen Methoden zu lernen, man habe nie die Wahl beeinflussen wollen. Er habe eine Facebook-Seite gestartet und Twitter-Retweets gekauft, um zu sehen, ob sich darüber konservative Wähler erreichen lassen, die aber nicht beeinflusst werden sollten. Es sei nur ein “kleines Experiment” gewesen (Aufdecker von russischer Desinformation führten Wahlbeeinflussungskampagne durch).

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Tagesdosis 18.12.2018 – Desinformation in Klumpen | KenFM.de

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18-12-18 03:16:00,

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Ein Kommentar von Dirk Pohlmann.

Die Welt ist in Gefahr. Russland will die Demokratie zerstören. Russland ist das Böse und Putin ist sein Darth Vader. Aus der Tiefe des Internets kommen immer neue Angriffe. Sagt unsere Regierung, sagen die meisten Politiker, sagen unsere Medien, sagen die Sprecher unserer Verbündeten.

Zum Beispiel der Vizepräsident der EU Kommission und frühere Ministerpräsident Estlands Andrus Ansip: „Wir müssen unsere Demokratien gegen Desinformation schützen. Wir haben Versuche gesehen, in Wahlen und Referenden einzugreifen, und es gibt starke Beweise, dass Russland die Hauptquelle dieser Kampagnen ist“

Der Staatspropagandasender Deutsche Welle weiß:  „Die Staats- und Regierungschefs der EU wollen jetzt in die Informationsoffensive gehen. Grundlage ist ein Aktionsplan, den die Kommission umsetzen soll. Demnach sollen zunächst die EU-Organe und -Mitgliedsländer miteinander vernetzt werden. Außerdem sollen der Privatsektor (Google, Twitter und Facebook) sowie NATO und G-7 mit ins Boot geholt werden. Das Ziel: Ein engerer Austausch, um schneller und gemeinsam gegen Fake News vorgehen zu können. Es soll ein Frühwarnsystem entstehen, das quasi in Echtzeit vor russischen Desinformationskampagnen warnt.“

Die Zeit, wie die Süddeutsche, die FAZ und die Welt bewährtes Verlautbarungsorgan des Zentralkomitees der Atlantikbrücke, kennt sich aus mit Desinformation – und warnt davor, Zitat: „In ihrem Buch „LikeWar: The Weaponization of Social Media“ schildern die beiden US-Autoren Peter W. Singer und Emerson T. Brooking, wie die sozialen Medien zu einem virtuellen Kriegsgebiet werden konnten. Es kämpfen dort unübersichtlich viele Akteure mit den Mitteln der Propaganda und Desinformation: Gerade Russland hat das vor knapp fünf Jahren im Ukraine-Konflikt gezeigt.“

Russland, so wird uns seit einigen Jahren nicht täglich, sondern minütlich eingehämmert, ist durchtrieben, hinterhältig, bösartig, verlogen und benutzt alles, wirklich alles auf dieser Welt als Waffe, um westliche Demokratien zu bekämpfen. Weaponization heißt das im transatlantischen Neusprech.

Hier ist eine unvollständige Liste der perfiden Weaponization-Kampfstoffe, deren Einsatz gegen die Freiheit wachsame westliche Qualitätsmedien enthüllt haben: Riesenkraken, abnorme Satelliten, Heuchelei, Behinderte, Wikileaks, die US Medien, Postmodernismus, Judo, Popularität, der Brexit, Syrienflüchtlinge, Kultur, Roboterschaben und Humor.

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So will die Eurokommission „Desinformation“ vor EU-Wahlen bekämpfen

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05-12-18 02:36:00,

Politik

15:33 05.12.2018Zum Kurzlink

Die Eurokommission hat am Mittwoch den offiziellen Plan zur Bekämpfung von Desinformation vor den Wahlen zum Europäischen Parlament im Frühjahr 2019 vorgelegt.

Unter anderem sieht es die Schaffung eines Alarmsystems zur schnelleren Erkennung von Desinformation, eine verbesserte Überwachung von Online-Plattformen und politischer Werbung sowie die Bewusstseinsbildung der Bürger vor.

„Zum Schutz ihrer demokratischen Systeme und öffentlichen Debatten sowie im Hinblick auf die Europawahlen 2019 und eine Reihe von nationalen und lokalen Wahlen, die in den Mitgliedstaaten bis 2020 abgehalten werden, legt die EU heute einen Aktionsplan vor, um die Bekämpfung von Desinformation innerhalb und außerhalb Europas zu verstärken“, heißt es in der Pressemeldung.

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Desinformation über den Krieg in Jemen

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21-11-18 10:35:00,

Jemen grenzt im Norden an Saudi-Arabien, im Osten an Oman. Die Häfen sind von den Saudis blockiert
© StableSeas/Al Jazeera

Jemen grenzt im Norden an Saudi-Arabien, im Osten an Oman. Die Häfen sind von den Saudis blockiert

Urs P. Gasche / 21. Nov 2018 –

Viele Medien beschönigen die Rolle der USA und übertreiben den Einfluss des Irans.

In jüngster Zeit hört und liest man in vielen Medien immer wieder die beiden fragwürdige Informationen:

1. «In Jemen kämpft eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition gegen Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden.» Häufig ist auch von einem «Stellvertreterkrieg» zwischen Iran und Saudi-Arabien die Rede.

Damit entsteht der falsche Eindruck, der Iran hätte auf den grausamen Krieg bisher einen vergleichbaren Einfluss gehabt wie Saudi-Arabien.

Tatsächlich aber kann der Iran die Huthis wenig unterstützen: Auf dem Landweg überhaupt nicht, mit Flugzeugen ebenfalls nicht, und den Zugang zu den Häfen haben die Saudis vom Meer her blockiert. Selbstverständlich ist der Schmuggel ein gutes Geschäft. Die Huthis konnten sogar vereinzelte Raketen auf Saudi-Arabien abfeuern.

2. «Die USA üben jetzt Druck auf Saudi-Arabien aus, die Bombardierung Jemens zu beenden und Friedensgespräche aufzunehmen.»

Hier kann gleich zweifach eine falsche Wahrnehmung entstehen:

  • Der Eindruck, die USA seien schon lange gegen Bombardierungen in Jemen gewesen und würden jetzt zusätzlichen Druck ausüben.
  • Der Eindruck, die Saudis hätten den Krieg in Jemen ohne aktive Unterstützung der USA geführt.

Tatsächlich aber konnten die Saudis die intensiven Angriffe in Jemen nur durchführen, weil ihnen die USA logistische Hilfe boten, unter anderem mit Satellitenaufklärung, und weil die USA die saudischen Bomber in der Luft regelmässig auftankten. Abgesehen davon liefern die USA an Saudi-Arabien das halbe Waffenarsenal einschliesslich Ersatzteile. Die USA bilden das saudische Militär auch aus.

Erst vor wenigen Tagen gaben die USA bekannt, wenigstens das Auftanken einzustellen.

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Über den Krieg in Jemen hat Infosperber regelmässig berichtet. Beachten Sie unser Dossier

Der Krieg in Jemen

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Keine

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Brasilien vor der Wahl: Desinformation und Gerüchte millionenfach über WhatsApp verbreitet

Brasilien vor der Wahl: Desinformation und Gerüchte millionenfach über WhatsApp verbreitet

19-10-18 04:07:00,

Eine gute Woche vor dem zweiten Gang der brasilianischen Präsidentschaftswahlen kommen erste Details über eine groß angelegte Desinformationskampagne ans Licht. Offenbar werden millionenfach WhatsApp-Nachrichten mit Verschwörungstheorien über Fernando Haddad und seine Arbeiterpartei PT an brasilianische Wähler verschickt. Die genaue Zahl an Nachrichten sei derzeit schwer abzuschätzen. Forscher gehen davon aus, dass die Nachrichten über schätzungsweise mehrere hunderttausend Chat-Gruppen verschickt werden.


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Der rechtsextreme Kandidat Jair Bolsonaro, der sich positiv auf die brasilianische Militärdiktatur bezieht und ein Befürworter der Todesstrafe ist, hat offenbar mächtige Wahlkampfunterstützer, die Propagandafirmen in seinen Dienst stellen:

Laut einer Aufmachergeschichte in einer der führenden brasilianischen Zeitungen, Folha de São Paulo, hat Bolsonaro illegale Hilfe von einer Gruppe von brasilianischen Geschäftsleuten bekommen. Sie finanzieren eine Kampagne mit dem Ziel, WhatsApp-Nutzer mit Falschinformationen über Haddad zu bombardieren.

Die brasilianischen Wahlbehörden leiteten Ermittlungen wegen Verdachts auf illegale Wahlkampffinanzierung ein.

Forscher kritisieren WhatsApp

Die Forscher haben 100.000 politische Memes, die zwischen dem 16. August und 7. Oktober in brasilianischen WhatsApp-Gruppen mit politischem Bezug zirkulierten, analysiert: 56% der Prozent der am meisten geteilten Bilder enthielten irreführende Informationen. Sie beschreiben auch eine Verschiebung: Da Inhalte auf sozialen Medien wie Facebook in Brasilien nun besser gefiltert und moderiert werden, verlagern sich Desinformationskampagnen auf weit verbreitete Messengerdienste.

Sie stellen drei Forderungen auf, die WhatsApp kurzfristig umsetzen könnte, um die Verbreitung solcher Inhalte zu erschweren. Wichtig ist, dass die Maßnahmen ohne einen Angriff auf die mittlerweile standardmäßig eingesetzte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auskommen:

  1. Weiterleitungen von Nachrichten einschränken: […] Weltweit wurde die Nummer an Weiterleitungen auf 20 reduziert, in Indien auf fünf [im August 2018]. WhatsApp sollte die Maßnahme für Brasilien übernehmen, um die Reichweite von Desinformation zu begrenzen.
  2. Sammelnachrichten beschränken: WhatsApp erlaubt jedem Nutzer, eine einzelne Nachricht an bis zu 256 Kontakte auf einmal zu schicken. Eine kleine, koordinierte Gruppe kann ohne Umstände eine groß angelegte Desinformationskampagne durchführen. Das könnte verhindert werden, indem die Kontaktanzahl […] reduziert würde.
  3. Die Größe von neuen Gruppen beschränken: Neue Chat-Gruppen, die in den nächsten zwei Wochen [bis zur Wahl am 28. Oktober] erstellt werden, sollten eine limitierte Anzahl von Nutzern haben. Das würde bestehende Gruppen nicht betreffen.

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Die EU-Kommission will die Desinformation im Internet bekämpfen

Die EU-Kommission will die Desinformation im Internet bekämpfen

28-04-18 09:15:00,

  1. Die EU-Kommission will die Desinformation im Internet bekämpfen

  2. Die Ideologie vom freien Informationsfluss aus dem Kalten Krieg gefällt nicht mehr angesichts neuer Konkurrenz


  3. Auf einer Seite lesen

Im Visier stehen die Online-Plattformen als Konkurrenten der “Qualitätsmedien”, die ebenso wie Fakten-Finder gefördert werden sollen – und man will auch “qualitativ hochwertige Nachrichteninhalte über EU-Angelegenheiten” verbreiten

Die EU-Kommission will weiterhin für die angebliche Durchsetzung der Wahrheit sorgen und Desinformation bekämpfen, natürlich ohne sich, die übrigen Regierungen oder auch die Nato mit in die beanspruchte Aufklärung einzubeziehen. So will man einen “unionsweiten Verhaltenskodex für den Bereich der Desinformation, die Unterstützung eines unabhängigen Netzes von Faktenprüfern und eine Reihe von Maßnahmen zur Förderung von Qualitätsjournalismus und Medienkompetenz” umsetzen, so die Mitteilung der EU-Kommission. Dabei geht es nicht um die alten Mainstreammedien im Westen, hier pauschal “Qualitätsmedien” genannt, sondern vor allem um Internet-Plattformen. Hier würden nämlich, wie der für die Sicherheitsunion zuständige EU-Kommissar Sir Julian King meinte, “Informationen zur Waffe” gemacht.

Dass eben die Mainstreammedien von der Lügen- bis zur Lückenpresse auch in der Kritik stehen, davon will die Kommission nichts wissen. Schon alleine das ist ein schlechter Ansatz, um als Apostel der Wahrheit aufzutreten. Dabei beruft man sich auf eine Eurobarometer-Umfrage, nach der “die herkömmlichen Medien als die vertrauenswürdigste Nachrichtenquelle (Radio 70 %, Fernsehen 66 %, Printmedien 63 %)” genannt würden. Das Drittel der Bevölkerung, das das nicht so sieht, wird einfach unterschlagen.

King sieht denn auch die Internet-Plattformen in der Pflicht, “dem Missbrauch ihrer Infrastruktur durch feindliche Akteure entgegenzutreten und für die Sicherheit ihrer Nutzer und der Gesellschaft zu sorgen”. Die für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft zuständige Kommissarin Mariya Gabriel appelliert “an alle Akteure, insbesondere die Plattformen und sozialen Netzwerke”, Maßnahmen zu ergreifen, die die offenbar leicht manipulierbaren und etwas dümmlichen Bürger der EU nicht nur helfen sollen, Desinformationen zu erkennen, sondern sie auch “wirksam” davor schützen sollen. Noch sollen diese Maßnahmen im Sinne eines “gemeinsamen Verhaltenskodex” freiwillig umgesetzt werden, aber es wird auch schon gedroht: “Wir werden genau verfolgen, welche Fortschritte erzielt werden, und könnten dann bis Dezember weitere, regulatorische Maßnahmen vorschlagen, sollten sich die Ergebnisse als nicht zufriedenstellend erweisen.”

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