So will die Eurokommission „Desinformation“ vor EU-Wahlen bekämpfen

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05-12-18 02:36:00,

Politik

15:33 05.12.2018Zum Kurzlink

Die Eurokommission hat am Mittwoch den offiziellen Plan zur Bekämpfung von Desinformation vor den Wahlen zum Europäischen Parlament im Frühjahr 2019 vorgelegt.

Unter anderem sieht es die Schaffung eines Alarmsystems zur schnelleren Erkennung von Desinformation, eine verbesserte Überwachung von Online-Plattformen und politischer Werbung sowie die Bewusstseinsbildung der Bürger vor.

„Zum Schutz ihrer demokratischen Systeme und öffentlichen Debatten sowie im Hinblick auf die Europawahlen 2019 und eine Reihe von nationalen und lokalen Wahlen, die in den Mitgliedstaaten bis 2020 abgehalten werden, legt die EU heute einen Aktionsplan vor, um die Bekämpfung von Desinformation innerhalb und außerhalb Europas zu verstärken“, heißt es in der Pressemeldung.

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Desinformation über den Krieg in Jemen

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21-11-18 10:35:00,

Jemen grenzt im Norden an Saudi-Arabien, im Osten an Oman. Die Häfen sind von den Saudis blockiert
© StableSeas/Al Jazeera

Jemen grenzt im Norden an Saudi-Arabien, im Osten an Oman. Die Häfen sind von den Saudis blockiert

Urs P. Gasche / 21. Nov 2018 –

Viele Medien beschönigen die Rolle der USA und übertreiben den Einfluss des Irans.

In jüngster Zeit hört und liest man in vielen Medien immer wieder die beiden fragwürdige Informationen:

1. «In Jemen kämpft eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition gegen Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden.» Häufig ist auch von einem «Stellvertreterkrieg» zwischen Iran und Saudi-Arabien die Rede.

Damit entsteht der falsche Eindruck, der Iran hätte auf den grausamen Krieg bisher einen vergleichbaren Einfluss gehabt wie Saudi-Arabien.

Tatsächlich aber kann der Iran die Huthis wenig unterstützen: Auf dem Landweg überhaupt nicht, mit Flugzeugen ebenfalls nicht, und den Zugang zu den Häfen haben die Saudis vom Meer her blockiert. Selbstverständlich ist der Schmuggel ein gutes Geschäft. Die Huthis konnten sogar vereinzelte Raketen auf Saudi-Arabien abfeuern.

2. «Die USA üben jetzt Druck auf Saudi-Arabien aus, die Bombardierung Jemens zu beenden und Friedensgespräche aufzunehmen.»

Hier kann gleich zweifach eine falsche Wahrnehmung entstehen:

  • Der Eindruck, die USA seien schon lange gegen Bombardierungen in Jemen gewesen und würden jetzt zusätzlichen Druck ausüben.
  • Der Eindruck, die Saudis hätten den Krieg in Jemen ohne aktive Unterstützung der USA geführt.

Tatsächlich aber konnten die Saudis die intensiven Angriffe in Jemen nur durchführen, weil ihnen die USA logistische Hilfe boten, unter anderem mit Satellitenaufklärung, und weil die USA die saudischen Bomber in der Luft regelmässig auftankten. Abgesehen davon liefern die USA an Saudi-Arabien das halbe Waffenarsenal einschliesslich Ersatzteile. Die USA bilden das saudische Militär auch aus.

Erst vor wenigen Tagen gaben die USA bekannt, wenigstens das Auftanken einzustellen.

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Über den Krieg in Jemen hat Infosperber regelmässig berichtet. Beachten Sie unser Dossier

Der Krieg in Jemen

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Brasilien vor der Wahl: Desinformation und Gerüchte millionenfach über WhatsApp verbreitet

Brasilien vor der Wahl: Desinformation und Gerüchte millionenfach über WhatsApp verbreitet

19-10-18 04:07:00,

Eine gute Woche vor dem zweiten Gang der brasilianischen Präsidentschaftswahlen kommen erste Details über eine groß angelegte Desinformationskampagne ans Licht. Offenbar werden millionenfach WhatsApp-Nachrichten mit Verschwörungstheorien über Fernando Haddad und seine Arbeiterpartei PT an brasilianische Wähler verschickt. Die genaue Zahl an Nachrichten sei derzeit schwer abzuschätzen. Forscher gehen davon aus, dass die Nachrichten über schätzungsweise mehrere hunderttausend Chat-Gruppen verschickt werden.


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Der rechtsextreme Kandidat Jair Bolsonaro, der sich positiv auf die brasilianische Militärdiktatur bezieht und ein Befürworter der Todesstrafe ist, hat offenbar mächtige Wahlkampfunterstützer, die Propagandafirmen in seinen Dienst stellen:

Laut einer Aufmachergeschichte in einer der führenden brasilianischen Zeitungen, Folha de São Paulo, hat Bolsonaro illegale Hilfe von einer Gruppe von brasilianischen Geschäftsleuten bekommen. Sie finanzieren eine Kampagne mit dem Ziel, WhatsApp-Nutzer mit Falschinformationen über Haddad zu bombardieren.

Die brasilianischen Wahlbehörden leiteten Ermittlungen wegen Verdachts auf illegale Wahlkampffinanzierung ein.

Forscher kritisieren WhatsApp

Die Forscher haben 100.000 politische Memes, die zwischen dem 16. August und 7. Oktober in brasilianischen WhatsApp-Gruppen mit politischem Bezug zirkulierten, analysiert: 56% der Prozent der am meisten geteilten Bilder enthielten irreführende Informationen. Sie beschreiben auch eine Verschiebung: Da Inhalte auf sozialen Medien wie Facebook in Brasilien nun besser gefiltert und moderiert werden, verlagern sich Desinformationskampagnen auf weit verbreitete Messengerdienste.

Sie stellen drei Forderungen auf, die WhatsApp kurzfristig umsetzen könnte, um die Verbreitung solcher Inhalte zu erschweren. Wichtig ist, dass die Maßnahmen ohne einen Angriff auf die mittlerweile standardmäßig eingesetzte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auskommen:

  1. Weiterleitungen von Nachrichten einschränken: […] Weltweit wurde die Nummer an Weiterleitungen auf 20 reduziert, in Indien auf fünf [im August 2018]. WhatsApp sollte die Maßnahme für Brasilien übernehmen, um die Reichweite von Desinformation zu begrenzen.
  2. Sammelnachrichten beschränken: WhatsApp erlaubt jedem Nutzer, eine einzelne Nachricht an bis zu 256 Kontakte auf einmal zu schicken. Eine kleine, koordinierte Gruppe kann ohne Umstände eine groß angelegte Desinformationskampagne durchführen. Das könnte verhindert werden, indem die Kontaktanzahl […] reduziert würde.
  3. Die Größe von neuen Gruppen beschränken: Neue Chat-Gruppen, die in den nächsten zwei Wochen [bis zur Wahl am 28. Oktober] erstellt werden, sollten eine limitierte Anzahl von Nutzern haben. Das würde bestehende Gruppen nicht betreffen.

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Die EU-Kommission will die Desinformation im Internet bekämpfen

Die EU-Kommission will die Desinformation im Internet bekämpfen

28-04-18 09:15:00,

  1. Die EU-Kommission will die Desinformation im Internet bekämpfen

  2. Die Ideologie vom freien Informationsfluss aus dem Kalten Krieg gefällt nicht mehr angesichts neuer Konkurrenz


  3. Auf einer Seite lesen

Im Visier stehen die Online-Plattformen als Konkurrenten der “Qualitätsmedien”, die ebenso wie Fakten-Finder gefördert werden sollen – und man will auch “qualitativ hochwertige Nachrichteninhalte über EU-Angelegenheiten” verbreiten

Die EU-Kommission will weiterhin für die angebliche Durchsetzung der Wahrheit sorgen und Desinformation bekämpfen, natürlich ohne sich, die übrigen Regierungen oder auch die Nato mit in die beanspruchte Aufklärung einzubeziehen. So will man einen “unionsweiten Verhaltenskodex für den Bereich der Desinformation, die Unterstützung eines unabhängigen Netzes von Faktenprüfern und eine Reihe von Maßnahmen zur Förderung von Qualitätsjournalismus und Medienkompetenz” umsetzen, so die Mitteilung der EU-Kommission. Dabei geht es nicht um die alten Mainstreammedien im Westen, hier pauschal “Qualitätsmedien” genannt, sondern vor allem um Internet-Plattformen. Hier würden nämlich, wie der für die Sicherheitsunion zuständige EU-Kommissar Sir Julian King meinte, “Informationen zur Waffe” gemacht.

Dass eben die Mainstreammedien von der Lügen- bis zur Lückenpresse auch in der Kritik stehen, davon will die Kommission nichts wissen. Schon alleine das ist ein schlechter Ansatz, um als Apostel der Wahrheit aufzutreten. Dabei beruft man sich auf eine Eurobarometer-Umfrage, nach der “die herkömmlichen Medien als die vertrauenswürdigste Nachrichtenquelle (Radio 70 %, Fernsehen 66 %, Printmedien 63 %)” genannt würden. Das Drittel der Bevölkerung, das das nicht so sieht, wird einfach unterschlagen.

King sieht denn auch die Internet-Plattformen in der Pflicht, “dem Missbrauch ihrer Infrastruktur durch feindliche Akteure entgegenzutreten und für die Sicherheit ihrer Nutzer und der Gesellschaft zu sorgen”. Die für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft zuständige Kommissarin Mariya Gabriel appelliert “an alle Akteure, insbesondere die Plattformen und sozialen Netzwerke”, Maßnahmen zu ergreifen, die die offenbar leicht manipulierbaren und etwas dümmlichen Bürger der EU nicht nur helfen sollen, Desinformationen zu erkennen, sondern sie auch “wirksam” davor schützen sollen. Noch sollen diese Maßnahmen im Sinne eines “gemeinsamen Verhaltenskodex” freiwillig umgesetzt werden, aber es wird auch schon gedroht: “Wir werden genau verfolgen, welche Fortschritte erzielt werden, und könnten dann bis Dezember weitere, regulatorische Maßnahmen vorschlagen, sollten sich die Ergebnisse als nicht zufriedenstellend erweisen.”

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