Deutsch-chinesische Technik-Zusammenarbeit

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19-01-19 10:08:00,

Ansgar Hinz; Bild: Uwe Noelke / VDE

Ein Interview mit Ansgar Hinz, dem Vorstandsvorsitzenden des Verbands der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik

VDE und State Grid China haben im vergangenen Sommer eine enge Zusammenarbeit bei den Themen Energie und Mobilität beschlossen und in Beijing ein Memorandum of Understanding unterzeichnet. Ziel dieses MoU ist es, in den Bereichen Wissenschaft, Bildung, Prüfung und Anwendung gemeinsame Ziele zu fördern und die deutsch-chinesische Zusammenarbeit in den Bereichen Smart Energy, Cybersecurity und Smart Mobility auszubauen.

Nachdem der Versorger State Grid Corporation of China (SGCC) bei seinen beabsichtigten Investitionen in deutsche Energienetze nicht zum Zuge gekommen war und die Bundesregierung sich inzwischen immer umfangreichere Möglichkeiten schafft gegen ausländische, zumeist chinesische Investoren Widerspruch einzulegen und daneben auch der amerikanisch-chinesische Handelskonflikt immer stärkere Spuren hinterlässt, stellt sich die Frage, ob sich die Kooperation zwischen dem größten öffentlichen Versorgungsunternehmen in China, das mit 1,6 Millionen Mitarbeitern 1,1 Milliarden Menschen versorgt und dem traditionsreichen deutschen VDE noch wie beabsichtigt realisieren lässt. Telepolis hat daher in einem Interview mit Ansgar Hinz, dem Vorstandsvorsitzenden des VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik, nachgehakt.

Gibt es nach dem MoU noch mögliche politische Hemmnisse, welche eine Umsetzung noch behindern könnten?

Ansgar Hinz: Die Vereinbarung hat die Zustimmung der Gremien auf deutscher und chinesischer Seite und bedarf keiner weiteren Autorisierung mehr. Wenn es dann um konkrete Entscheidungen hinsichtlich bestimmter Einzelmaßnahmen geht, fällt dies in den Entscheidungsprozess der jeweils davon betroffenen Einheiten. Wenn es sich beispielsweise um ein Standardisierungsthema handelt, dann wird dies im Führungsgremium der DKE, der Deutschen Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE behandelt. Das gilt entsprechend auch für andere Einheiten des VDE.

Die Zusammenarbeit zwischen dem VDE und State Grid China scheint sehr umfassend zu sein. In welchen Bereichen wollen die beiden Organisationen künftig zusammenarbeiten?

Ansgar Hinz: Die vereinbarte Zusammenarbeit schließt das breite Feld der Standardisierung und Normung mit ein. Das geschieht vor dem Hintergrund, dass sich China auf der industriellen Ebene immer stärker professionalisiert und damit werden auch die Bereiche Normung, Prüfung und Zertifizierung immer relevanter werden. Hier bietet es sich für den VDE, der alle diesbezüglichen Kompetenzen im Haus hat, als Ansprechpartner bereit zu stehen und seine umfangreichen Erfahrungen einzubringen und die Entwicklung in China mitzugestalten.

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