Erwachsenenbildung im Dienste der Manipulation.

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11-01-20 02:20:00,

Zu einer Kooperationsveranstaltung mit der Evangelischen Akademie Bad Boll lädt die Friedrich-Ebert-Stiftung/Fritz-Erler-Forum nach Bad Boll ein. Thema: „Zehn Jahre Verschuldungskrise in Südeuropa.“ Die Veranstalter übernehmen also die Umdeutung der Finanzkrise in eine Staats-Verschuldungskrise. Soweit sind wir schon. Aufklärung nicht einmal von der Friedrich-Ebert-Stiftung und nicht einmal in Bad Boll. Die Einladung wird am Ende des Textes wiedergegeben. Für mich ist das ein Anlass, das einschlägige Kapitel IV.3 aus meinem Buch „Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst“ allen Leserinnen und Lesern der NachDenkSeiten zur Kenntnis zu geben. Albrecht Müller.

Auszug aus:

Glaube wenig, hinterfrage alles, denke selbst

Kapitel IV.3.:

3. Von der Finanzkrise zur Staatsschuldenkrise – ein Meisterstück der Umdeutung und Umbenennung

Im Zuge der Finanzkrise, die man treffender eigentlich Spekulantenkrise nennen sollte, wurde unglaublich viel geschummelt, gedreht und verdreht – zielgerichtet, so, dass die wirtschaftlich Mächtigen aus der Schusslinie und letztlich aus der Verantwortung genommen wurden. Stattdessen erschien der Staat am Ende als Übeltäter und Versager. Leidtragender waren dann die Steuerzahler.

Meinungsmache, mit teuren Folgen für die Steuerzahler, war aus meiner Sicht von Anfang an zu bemerken. Das Ziel war klar: Die Verantwortung für die Finanzkrise musste von der privaten Wirtschaft auf den Staat geschoben werden. Was dann noch an Risiken für die Finanzwirtschaft hängen blieb, sollte dort nicht allzu hart zu spüren sein, jedenfalls nicht bei den großen Finanzinstituten und ihren Eigentümern.

Dafür erfand man den Begriff „systemrelevante Banken“. Als systemrelevant galten zum Beispiel die Industriekreditbank (IKB), die HypoRealEstate (HRE), die Commerzbank und auch einige öffentliche beziehungsweise öffentlich-rechtlich organisierte Banken wie die WestLB, die Bayerische Landesbank, die HSH Nordbank. Die Rettung der IKB hat uns Steuerzahler mindestens 10 Milliarden Euro gekostet, die Rettung der privaten HRE rund 20 Milliarden Euro. Auch die Rettung der privaten Commerzbank durch den Bund erwies sich als Milliardengrab. Gerettet wurden jeweils die Eigentümer und die Anleger.

Der Tagesspiegel hat darüber, wer im Falle der HRE die Geretteten waren, auf der Basis der Unterlagen der Deutschen Bundesbank am 13. September 2009 im Detail berichtet. Der Artikel beginnt mit einer Feststellung, die wache Beobachter damals schon hätte empören müssen:

„Für die Sanierung der Pleitebank HRE fließen zweistellige Milliardensummen aus Steuergeldern. Aber die Regierung hält die Namen der Kreditgeber geheim, die auf Staatskosten freigekauft wurden.

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Die Infokrieger im Dienste ihrer Majestät

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20-12-18 01:04:00,

Ein Leak der Hackergruppe Anonymous belegt die Existenz einer momentan im Aufbau befindlichen britischen Organisation, die vom britischen Staat und der NATO finanziert, einen offenen Informationskrieg führt. Offiziell geht es um die Abwehr russischer Desinformationskampagnen. Aktiv wurden die Infokrieger bis jetzt jedoch in Italien, Spanien und im eigenen Land, wo sie einen Schmierenkampagne gegen Jeremy Corbyn starteten. Und auch im engsten Umfeld der Kanzlerin sitzt ein Mann, den die Briten zu ihren Helfern zählen. Von Jens Berger.

Stellen Sie sich vor, es gäbe eine geheime, größtenteils staatlich finanzierte Organisation, die offiziell „Desinformationskampagnen Kremls“ abwehren soll. Stellen Sie sich nun vor, dass diese Organisation sich auch und vor allem gegen progressive Kräfte im eigenen Land richtet und selbst Schmierenkampagnen gegen den Oppositionsführer fährt. Was noch vor wenigen Wochen von Vertretern der Qualitätsmedien als Verschwörungstheorie bezeichnet worden wäre, wurde nun durch ein Leak der Hacker von Anonymous belegt. Das Programm, von dem wir reden, heißt „Integrity Initiative“ und wird von einer Organisation namens „Institute for Statecraft“ betrieben.

Alles nur Kulisse?

Sucht man das Institute for Statecraft in der realen Welt, stößt man auf eine Industrieruine im kleinen schottischen Dorf Gateside. Dies ist zumindest die offizielle Adresse des Instituts, das in Schottland als gemeinnützig anerkannt ist. Kaum zu glauben, dass dort ein strategisches Think Tank mit zahllosen Experten residieren soll, die sich vor allem aus ehemaligen Mitgliedern des militärischen Geheimdienstes ihrer Majestät rekrutieren und vom ehemaligen NATO-Chefberater für Zentral- und Osteuropa Christopher Donnelly geleitet wird. Recherchiert man ein wenig, stößt man jedoch schon schnell auf eine andere – wesentlich eindrucksvollere – AdresseTwo Temple House, der ehemalige Londoner Wohnsitz des US-Milliardärs William Waldorf Astor; eine der wohl teuersten Büroflächen der Welt. Wie eine vorgeblich gemeinnützige schottische Denkfabrik ohne festen Stab dazu kommt, im Herzen Londons ein repräsentatives Büro zu unterhalten, ist – wie so ziemlich alles am Institute for Statecraft – ein Geheimnis.

Nach außen hin gibt sich das Institut als unabhängige, überparteiliche Organisation, deren Interesse vor allem darin besteht, die freien britischen Werte gegen feindliche Einflussnahme zu beschützen. Und der Feind Britanniens sitzt nach Ansicht der Fellows natürlich in Moskau und führt – so die internen Papiere des Instituts – einen Informationskrieg gegen das Empire und den freien Westen.

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“Smarte Geräte”: Im Dienste der Strafverfolgungsbehörden | www.konjunktion.info

“Smarte Geräte”: Im Dienste der Strafverfolgungsbehörden | www.konjunktion.info

12-03-18 09:38:00,

Bereits mehrfach habe ich über Fälle berichtet, in denen Informationen und Daten, die von sogenannten “smarten Geräten” aufgezeichnet wurden, bei Gerichtsverfahren zum Einsatz kamen.

Bislang wurden die gewonnen Daten von Amazon Echo und Co. immer erst durch die Behörden angefragt, wenn es zu Ermittlungen kam. Doch dies scheint sich gerade zu ändern. Denn die britische Polizei versucht gerade ein Programm zu implementieren, bei dem die Nutzer präventiv die Inhalte den Ermittlungsbehörden zur Verfügung stellen sollen.

Amazon Echo 1. Generation - Bildquelle: Wikipedia / Frmorrison; GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2Amazon Echo 1. Generation - Bildquelle: Wikipedia / Frmorrison; GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2

Amazon Echo 1. Generation – Bildquelle: Wikipedia / Frmorrison; GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2

So berichtet das Online-Magazin The Intercept über ein in Lancashire, England im Einsatz befindliches Programm, dass speziell von der dortigen Polizei in einer Partnerschaft mit den Amazon Echo-Entwicklern ins Leben gerufen wurde, um bestimmte Updates und Informationen zu Straftaten in der Region zu verbreiten. Die Echo-Besitzer will man somit zu effektiven, neuen Augen und Ohren der Strafverfolgung machen. Interessant ist dabei zudem, dass die Daten nicht mehr von den Behörden verwaltet werden, sondern von Amazon:

Lancashire County wird die Verbrechensberichte der Bürger auf den Servern von Amazon speichern, statt auf denen, die von der Polizei betrieben werden.

“Wenn wir die Nachfrage über Spracherkennung oder sprachgestützte Technologie in unsere Call-Center reduzieren können und der Gemeinde tatsächlich die Informationen geben, die sie benötigen, ohne dass sie sich bei der Polizei einwählen müssen, dann ist das enorm”, sagte der Innovationsmanager Rob Flanagan von Lancashire Constabulary laut TechSpot auf der College of Policing Conference.

(Lancashire County will store citizens’ crime reports on Amazon’s servers, rather than those operated by the police.

“If we can reduce demand into our call centers via the use of voice recognition or voice-enabled technology, and actually give the community the information they need without them needing to ring into police, then that’s massive,” Rob Flanagan, Lancashire Constabulary innovations manager, told the College of Policing conference, according to TechSpot.)

The Intercept schreibt weiter, dass das Programm in mehreren Phasen ausgerollt werden soll: zuerst soll es zur Verbreitung von Informationen genutzt werden;

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