Diffamierung ohne Reue

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28-02-20 03:01:00,

London. Der Woolwich Crown Court liegt in der Nähe des Hochsicherheits-Gefängnisses Belmarsh. Vor dem Gericht protestierten zu Prozessbeginn am Montag WikiLeaks-Anhänger gegen die Auslieferung des Australiers an die USA. Er wird dort wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente — gutes Recht und täglich Brot von Enthüllungs-Journalisten — und Verstößen gegen das Anti-Spionage-Gesetz — barbarisches Relikt aus Zeiten des Ersten Weltkriegs — angeklagt.

„Prozess gegen Assange: ‚Er ist kein Journalist‘“ so titelt die Süddeutsche Zeitung ganz im Sinne der USA. Die USA wollen den berühmtesten und erfolgreichsten Enthüllungs-Journalisten unserer Zeit, Julian Assange, zum Spion und Verräter umdeklarieren — nachdem sie ihn mit einer Justiz-Intrige zehn Jahre lang unter Vergewaltigungsverdacht stellen ließen: Mit von der schwedischen Justiz gefälschten Beweisen. Als Verräter könnten die USA ihn hinter Gitter stecken, weil er über US-Kriegsverbrechen (!) aufklärte. Doch Verbrechen können nicht den Schutz der Geheimhaltung in Anspruch nehmen.

Die Anwälte jener US-Regierung, die bei Kriegsverbrechen erwischt wurde, beschimpften zum Prozessauftakt den vielfach preisgekrönten Journalisten Assange als „gewöhnlichen Kriminellen“. Dies erfahren die Leser der SZ freilich nicht. Die SZ salbadert sich durch eine wohlmeinende Aufzählung der Litanei der Beschuldigungen gegen Assange, den sie als „unkonzentriert“ beschreibt. Schon die Überschrift repetiert US-Propaganda gegen Assange, er sein kein Journalist, der Artikel distanziert sich davon nicht, macht vielmehr Stimmung gegen den Angeklagten.

Die SZ redet den USA nach dem Munde, klaubt ablenkende Desinformation zusammen, enthält ihren Lesern aber vor, was die Anwälte des Angeklagten vorbringen: Die Wikileaks-Anwälte rügen die britische Kronjustiz für schikanöse Behandlung des Angeklagten und Behinderung der Verteidigung von Julian Assange.

Vanessa Baraitser, Richterin Ihrer Majestät, behauptet nicht zuständig zu sein, die Anwälte sollten sich doch beim Gefängnisdirektor beschweren, so der Guardian.

Assange würden in den USA nicht nur 175 Jahre Folterhaft drohen, sondern auch sein Leben sei in Gefahr, argumentiert die Verteidigung. Sie wollen einen Ex-Angestellten jener spanischen Sicherheitsfirma in den Zeugenstand rufen, die in Ecuadors Botschaft Überwachungskameras gegen Assange installiert hatte — im Auftrag der CIA. Der Zeuge hatte mitangehört, wie seine CIA-Auftraggeber debattierten, ob und wie man Julian Assange in der Botschaft vergiften könne, wenn man ihn schon nicht entführen kann. So berichtet es der Guardian.

Beim Guardian findet sich Berichterstattung die meilenweit über dem Tendenzgefasel deutscher Medien steht. Dabei hat der Guardian selbst seine Probleme mit dem Verfahren.

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Tagesdosis 19.10.2019 – Gebt Diffamierung keine Chance! | KenFM.de

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20-10-19 11:17:00,

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Der Krieg um unsere Denk- Fühl- und Handlungsressourcen tobt immer stärker und die Liste der psychologischen Kriegsopfer wird täglich länger. 

Ein Kommentar von Christiane Borowy.

Diesmal hat es die Professorin für Politikwissenschaft und Frauenforschung Claudia von Werlhof getroffen: Am 4. Oktober schreibt sie einen offenen Brief an Greta Thunberg und bezahlt dies mit dem sofortigen Rückzug des Verlages, der eigentlich in Kürze ihr Hauptwerk veröffentlichen sollte. Es ist ein Musterbeispiel für die Leichtigkeit, mit der psychologische Kriegsführung gemeinhin das Denken und Fühlen abschaffen will. Es besteht also dringender Handlungsbedarf. Eine Anleitung zum Ausstieg aus automatisch ablaufenden Denk- Fühl- und Handlungsmustern. 

Ken Jebsen kennt sie. Daniele Ganser kennt sie. Dirk Pohlmann kennt sie. Alle Personen des öffentlichen Lebens, die eine andere als die herrschende Meinung vertreten, kennen sie: Die Folgen von Intrigen, Diffamierung und Rufmord. Claudia von Werlhof kennt sie seit Jahrzehnten. Schließlich beschäftigt sie sich in ihrer Forschung mit der Frage, welche Mächte mit aller Kraft versuchen, den Planeten zu zerstören, und was man tun kann und muss, um die Erde und damit alles Leben zu retten. 

Sie hat deshalb, zusammen mit Wissenschaftlern und Fachleuten aus verschiedenen Bereichen, einen öffentlichen Brief an Greta Thunberg geschrieben, der an dieser Stelle verlinkt ist (1). Ihre Verlegerin hat daraufhin „Verschwörungstheorien“ gewittert und in einer Mail empathiefrei und rücksichtslos die Zusammenarbeit beendet. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, Manipulationen zu durchschauen und die eigenen, wie automatisch ablaufenden, Denk- Fühl- und Handlungsgewohnheiten zu durchbrechen, um sich nicht in den Pferch der Meinung der Herrschenden treiben zu lassen.

Heute gibt es im Grunde keine Diskussionskultur mehr, denn es wird schon im Vorhinein dafür gesorgt, dass überhaupt nur ganz bestimmte (Anti-)thesen im Meinungsaustausch zugelassen sind. (2) Passt eine Meinung nicht in den so genannten „herrschenden Diskurs“ (3), der ein Diskurs der Herrschenden ist, wird sie in Gang gesetzt, die Diffamierungsmaschinerie. 

Der Begriff der Maschine ist von mir hier bewusst gewählt, denn eine Maschine „denkt“ binär, das heißt es gibt nur zwei Möglichkeiten: 0 und 1. Richtig oder falsch.

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Diffamierung statt Aufklärung

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21-09-19 10:07:00,

Laut Duden handelt es sich bei einer Glosse um eine „(spöttische) Bemerkung, Randbemerkung“, einen „knappen (polemischen) Kommentar (in Presse, Rundfunk oder Fernsehen) zu aktuellen Ereignissen oder Problemen“.

Den Stoff für journalistische Glossen finden Autoren und Autorinnen in weltpolitischen oder auch lokalen Themen. Mittlerweile 73 Jahre umfasst die Sammlung der SZ-Streiflichter, die für die Zeitung als „Markenzeichen“ gelten. Die Rubrik ist so prominent, dass sie mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurde und 2003 sogar den Deutschen Sprachpreis zur Pflege der Reinheit der deutschen Sprache erhielt.

Der Schöpfer des Streiflichts Franz-Josef Schöning wollte mit der Rubrik „eine Art Leuchtturm im Sturmgebraus der täglichen Hiobsbotschaften“ bieten. Das, was die SZ Mitte September in dieser Rubrik der Öffentlichkeit zumutete, hatte mit Journalismus nichts zu tun. Der Autor oder die Autorin lieferte sprachlich einen Text mit Wortsaltos und Spezialeffekten ab, der Inhalt war allerdings gleich null.

Die Rubrik wurde vielmehr für einen Rundumschlag auf geradezu unterirdischem Niveau gegen den Herausgeber der NachDenkSeiten, Albrecht Müller, gegen das Internetportal, seine Mitarbeiter und die Autorinnen und Autoren missbraucht. In diskriminierender Weise wird Müller zudem sein Alter vorgehalten. Der Autor, die Autorin und die verantwortlichen Redakteure, die die Veröffentlichung des Schmierenstücks zugelassen haben, stehen der BILD-Zeitung in nichts nach.

Mit diesem Stück reiht die SZ sich in den Reigen der Medien und Journalisten ein, die sich nicht inhaltlich mit Geschehen und Ereignissen — international, regional, lokal — auseinandersetzen und in alle Richtungen recherchieren, um aufzuklären, sondern die andere Kollegen und Kolleginnen oder Medien angreifen, lächerlich machen und verleumden.

Hätte der Autor, die Autorin des SZ-Schmierenstücks sich informiert, wüssten sie, dass die Geschehen am 11. September 2001 in New York, die Ereignisse in Hongkong und selbst die deutsche Politik und Außenpolitik in der internationalen Presse sehr viel differenzierter ausgeleuchtet werden als in deutschen Medien. Das Gleiche gilt für den israelisch-palästinensischen, in Deutschland so genannten „Nahost-Konflikt“, für die Kriege im Jemen und in Syrien, einschließlich des angeblichen Giftgaseinsatzes der syrischen Armee in Syrien.

Deutschsprachige Journalisten und Autoren, die selber vor Ort recherchieren, die historische Zusammenhänge herstellen und zumindest internationale Berichte, Studien und Bücher bei der eigenen Arbeit einbeziehen, finden in den bekannten deutschsprachigen Medien wenig Raum. Das ist nicht nur auf Stellenabbau und sinkende Auflagen der Zeitungen zurückzuführen.

Viele deutsche Medien bewegen sich bei ungeklärten Fragen wie in einem Korsett und bieten den Lesern und Zuschauern oder Hörern die „Einordnung“ eines Geschehens durch bestimmte Wortwahl,

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Diffamierung als politische Waffe

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05-03-19 10:59:00,

Der „Göttinger Friedenspreis“, seit 1998 von der Dr. Roland Röhl Stiftung ausgelobt und an herausragende Institutionen wie PRO ASYL und Reporter ohne Grenzen sowie an Persönlichkeiten wie Egon Bahr und Konstantin Wecker verliehen, geht in diesem Jahr an den Verein „Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost“ (JS). Dieses Bündnis, das sich als deutscher Ableger der „European Jews for a Just Peace“ (EJJP) versteht, setzt sich aus säkularen und praktizierenden Jüdinnen und Juden aus Deutschland zusammen, aus Menschen, die entweder deutsch-jüdische Wurzeln und Holocaust-Überlebende als Vorfahren haben oder in den letzten Jahren aus Israel nach Deutschland, vorwiegend nach Berlin, ausgewandert sind — meist weil sie die politischen Verhältnisse in ihrer Heimat nicht ertragen konnten.

Die Ankündigung der Preisverleihung rief den Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, auf den Plan, der die Schamlosigkeit besaß, die JS wegen ihrer punktuellen Unterstützung der BDS-Bewegung öffentlich als antisemitisch zu diffamieren. Die FDP-Abgeordnete Oldenburg schloss sich dieser Diffamierung an, weitere Proteste gegen die Preisverleihung folgten. Das Ergebnis: Der Göttinger Oberbürgermeister, der seit Anbeginn der Preisverleihung zum Empfang der Stadt einlädt, sagt für dieses Jahr den Empfang ab; die Uni-Präsidentin entzieht der Veranstaltung, die seit 1998 jährlich in der Universitätsaula ausgerichtet wird, die Räumlichkeit; und die Sparkasse, die traditionell 2.000 € für die Nebenkosten der Preisverleihung zur Verfügung stellt, zieht ihr Sponsoring zurück. Alle drei begründen ihre Schritte damit, sie wollten „neutral“ bleiben.

Unter Jüdinnen und Juden, die sich für eine friedliche Lösung, für Ausgleich und Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern einsetzen, erzeugen diese Verleumdungen und der Druck, der damit ausgeübt wird, Entsetzen und Wut. Die Mit-Gründerin der Jüdischen Stimme, emeritierte Professorin und ehemalige Präsidentin der Internationalen Liga für Menschenrechte Fanny-Michaela Reisin schrieb daher einen persönlichen Brief an ihre Kollegin Frau Prof. Dr. Ulrike Beisiegel, Präsidentin der Georg-August-Universität Göttingen. Darin kritisiert sie die Entscheidung des Präsidiums der Göttinger Universität, dem Festakt der Verleihung in diesem 21. Jahr wegen der Auszeichnung der JS für ihre menschenrechts- und friedenspolitische Arbeit ohne Angabe von triftigen Gründen eine Absage zu erteilen. Zu erwarten sei von der Universität nicht zuletzt aufgrund ihres weltweit anerkannten Rufs zumindest der Mut, eine Mittlerrolle zwischen den Konfliktparteien um die Auszeichnung wahrzunehmen und ein Rundtischgespräch zu ermöglichen, wie vom Jury-Vorsitzenden Andreas Zumach gefordert.

Fanny-Michaela Reisin hat sich entschieden, diesen sehr persönlichen Brief der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

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