Die Inszenierung eines „Vergewaltigers“ – Pamela Anderson zum Fall Assange

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22-05-19 08:59:00,

Heute möchte ich mich als Frau zu Wort melden. Als Frau, die Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch überlebt hat. Als Frau, die weiß, wie grausam Männer sein können und wie tief die Wunden in der Seele einer Frau sind. Bis heute erinnere ich mich an den unerträglichen Schmerz. Bis heute spüre ich die Qualen. Bis heute verfolgen ihre Gesichter meinen Schlaf – ein Schicksal, das unzählige Frauen weltweit teilen. Nein, ich würde nie einen Vergewaltiger verteidigen, es kann nie eine Entschuldigung für dieses Verbrechen geben und auch keine Straffreiheit für die Vergewaltiger. Wir schulden es uns selbst, unseren Schwestern und den Mädchen, uns zu äußern und gegen die Selbstzufriedenheit anzukämpfen. Aber in unserem Bestreben, das Richtige zu tun, sollten wir nie die Gefahr von Fehlern und die Auswirkungen von falschen Anschuldigungen vergessen. Von Pamela Anderson, frei aus dem Englischen von Marco Wenzel.

Denn die gleichen Faktoren, die es so schwierig machen, Vergewaltigungsvorwürfe vor Gericht zu beweisen, machen es noch schwieriger, sie vor dem Gericht der öffentlichen Meinung zu widerlegen. Daher waren falsche Behauptungen über sexuelles Fehlverhalten immer das Mittel der Wahl für Mobbing-Kampagnen, Erpressung oder Verleumdung. Sobald jemand zum “Vergewaltiger” abgestempelt wurde, egal ob verurteilt, angeklagt oder nur verdächtigt, ist sein Ruf von der Öffentlichkeit nicht nur zum Tode verurteilt, sondern eigentlich schon hingerichtet.

Das ist der Grund dafür, warum ich mich jetzt zu Wort melde. Ich spreche, um einen Freund zu unterstützen. Einen Freund, den ich sehr liebe, dessen Gesundheit aber zerbröckelt, dessen Hoffnungen schwinden und dessen Zeit abläuft. Ein Freund, der es gewagt hat, der Macht die Wahrheit zu sagen, der deren kriminelle Taten beleuchtet hat und der jetzt den Preis dafür bezahlt. Ein Freund, dessen Stimme erdrosselt wurde, dessen Hände gefesselt sind und dessen Name verleumdet wurde. Sein Name ist Julian Assange.

Rufen wir uns doch bitte ins Gedächtnis, dass Julian nie wegen einer Sexualstraftat verurteilt wurde, dass er nie formell wegen einer solchen angeklagt wurde und dass es nie Beweise gegen ihn gegeben hat. Als die Vergewaltigungsvorwürfe im Jahr 2010 erstmals auftauchten, arbeitete Julian freiwillig mit der Polizei zusammen, beantwortete ihre Fragen und blieb in Schweden, bis ihm die Ausreise erlaubt wurde. Selbst der Generalstaatsanwalt, der alle Beweise sorgfältig geprüft hatte, schloss den Fall ab und erklärte: “Ich glaube nicht, dass es Grund zur Annahme gibt,

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Diagnose eines Arztes: Die Natur steht vor dem letzten Akt

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15-05-19 07:20:00,

Lukas Fierz

Lukas Fierz / 15. Mai 2019 –

Symptome der kranken Natur sind alarmierend: Insektenschwund, Korallenbleiche, Artenverlust. Eine rasche Therapie drängt sich auf.

Red. Der Autor ist Arzt in Bern mit Spezialgebiet Neurologie. Er politisierte früher in der Grünen Fraktion im Nationalrat.

Krankheitssymptome der Natur nehmen schon seit Jahren und Jahrzehnten zu. Es sind chronische Krankheiten geworden. Naiverweise könnte man meinen, dass das ja nicht so schlimm sei, weil es noch nicht so lange gehe und weil noch nicht alles tot sei.

Von der Medizin her kommend sieht man das anders. Bei chronischen Krankheiten signalisieren die ersten Symptome oft nicht den Anfang der Krankheit, sondern den Anfang vom Ende, den letzten Akt: Nehmen wir den Alkoholiker, der sich während Jahrzehnten eine Leberzirrhose angetrunken hat. Und jetzt bekommt er erstmals einen Wasserbauch. Wie unser Pathologielehrer Professor Uehlinger (1899-1980) zu sagen pflegte, signalisiert ein Wasserbauch als erstes Symptom nicht einen Anfang, sondern damit hebt sich der Vorhang über dem letzten Akt: Wenn der Patient weiter trinkt ist es nur noch eine Frage von Jahren, nicht mehr von Jahrzehnten.

Dasselbe beim chronischen Nierenversagen, beispielsweise durch Schrumpfniere. Eine Niere beziehungsweise die Hälfte der Nierenfunktion kann man verlieren, ohne etwas zu bemerken. Der Organismus hat eine Sicherheitsreserve. Professor Uehlinger pflegte zu fragen, wieviel man denn verlieren könne, ohne etwas zu merken und gab selber die Antwort: Eigentlich können Sie für viele Organe sagen 80 Prozent.

Ähnlich die Situation bei der Lunge. Verlust einer Lunge ist im Alltag nicht bemerkbar. Interessant ist der Lungenschaden beim Raucher. Früher konnte man den Schaden erst nach Jahrzehnten nachweisen. Wenn einmal die Anstrengungsatemnot auftrat, so wusste man, das ist jetzt der letzte Akt. Seitdem man die Atemwiderstände messen kann, weiss man aber, dass der Lungenschaden schon in den ersten Jahren des Rauchens beginnt, nur bleibt er unbemerkt, weil er kompensiert werden kann.

Auch am Herzen können Krankheiten wie hoher Blutdruck oder Herzklappenfehler jahrzehntelang symptomlos kompensiert werden, und wenn dann Symptome auftreten ist man schon in einem fortgeschrittenen Stadium. Bei der Verengung der Aortenklappe (die Klappe der Hauptschlagader) kann der Herztod sogar wie aus heiterem Himmel aus scheinbarer Gesundheit eintreten.

In jedem dieser chronischen Prozesse mobilisiert das biologische System zuerst seine manchmal beträchtlichen Kompensationsmechanismen.

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Tragischer Tod eines Epoche-prägenden russischen Journalisten. Von Ulrich Heyden, Moskau.

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14-05-19 12:06:00,

Der russische Fernseh- und Radiojournalist Sergej Dorenko wagte viel Kritik an russischen Politikern und Zuständen, verkaufte sich aber nicht an die Putin-Gegner. Am 9. Mai 2019 starb der 59 Jahre alte Journalist nach einem Motorradunfall.

Am 9. Mai 2019 kam der bekannte russische Radio- und Fernsehjournalist Sergej Dorenko ums Leben, als er die Kontrolle über sein Motorrad verlor. Das Fahrzeug schlitterte in hohem Tempo auf die Gegenfahrbahn und stieß dann gegen eine Straßenbegrenzung.

Nach ersten Untersuchungen war die Aorta des Journalisten geplatzt, weshalb er die Kontrolle über das Motorrad verlor. Der Journalist starb im Krankenhaus. Hinweise auf einen politischen Hintergrund des Todes gibt es nicht. Die Ehefrau des Toten erklärte, dass bei ihrem Mann 2016 eine Aorta-Schwäche festgestellt wurde, die Ärzte aber nicht zu einer Operation geraten hätten.

Karrierebruch nach U-Boot-Reportage

Der mit seinem Motorrad auf tragische Weise Verunglückte prägte die russische Medienlandschaft vor allem in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre. Zum Karrierebruch kam es nach dem Untergang des russischen Atom-U-Bootes Kursk im August 2000, bei dem alle Besatzungsmitglieder starben. Dorenko fuhr nach dem Unglück mit seinem Kamerateam in den Norden Russlands, in die kleine Stadt Bidjajewo, wo das U-Boot Kursk seinen Heimathafen hatte.

In seiner Reportage für den damals wichtigsten Fernsehkanal, ORT, beschrieb der Journalist schonungslos das ärmliche Leben der U-Boot-Fahrer und ihrer Familien. Eine Kernthese der Reportage war, dass das russische Verteidigungsministerium nicht rechtzeitig etwas zur Rettung der Besatzung unternommen hatte. Diese Kritik wurde damals auch massiv von deutschen Medien vorgetragen.

Russlands gerade neugewählter Präsident, Wladimir Putin, der damals nach Bidjajewo gefahren war, um den Angehörigen der toten Marine-Soldaten Rede und Antwort zu stehen, nahm die russische Militärführung damals in Schutz.

Nach der Veröffentlichung der Reportage am 2. September 2000 musste Dorenko den Fernsehkanal ORT verlassen. Hauptaktionär des Kanals war damals der Oligarch Boris Beresowski, der Wladimir Putin zunächst unterstützte, sich dann aber mit ihm überwarf und nach London emigrierte.

Chef der russischen Eisenbahn der Korruption bezichtigt und Prozess verloren

Dorenko, der sich in 1990er Jahren schon mehrmals einen neuen Job suchen musste, fand eine Stelle beim liberalen Radio Echo Moskwy, wo er seit 2004 ein Morgen-Programm moderierte. Doch der Journalist wechselte erneut. 2008 wurde er Chefredakteur beim Radio-Sender Russkaja Sluschba Nowostej.

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Große Gefahr eines weiteren Dammbruchs in Brasilien

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24-03-19 09:57:00,

Newsticker

24.03.2019 • 10:15 Uhr

Große Gefahr eines weiteren Dammbruchs in Brasilien (Symbolbild)

Rund zwei Monate nach dem verheerenden Dammbruch an einer Eisenerzmine im Südosten Brasiliens mit mehr als 200 Toten droht in der Gegend erneut ein Damm zu bersten. Ein unabhängiger Prüfer habe herausgefunden, dass die Stabilität des Sul-Superior-Damms an der Gongo-Soco-Mine kritisch sei, gab der Bergbaukonzern Vale am Samstag (Ortszeit) bekannt. Das Anheben auf die höchste Risikostufe drei habe bereits zu Evakuierungen geführt.

Die Stufe bedeute, dass die “drohende Gefahr” eines Dammbruchs bestehe, sagte Flavio Godinho vom Zivilschutz dem Sender Globo. Die Eisenerzmine Córrego do Feijão im südöstlichen Bundesstaat Minas Gerais wurde ebenfalls von Vale betrieben. Am 25. Januar hatte der Dammbruch dort eine Schlammlawine freigesetzt, die über Teile von Brumadinho und angrenzende Siedlungen hinweg rollte. Die mit Schwermetallen durchsetzte flüssige Masse gelangte auch in den angrenzenden Fluss Paraopeba und kontaminierte ihn. Bisher seien 203 Leichen geborgen, wie der Zivilschutz von Minas Gerais auf seiner Webseite schreibt. 105 Menschen gelten nach wie vor als vermisst. (dpa)

Mehr zum Thema – Nach Damm-Tragödie in Brasilien: Chef von Bergbaukonzern tritt zurück

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Brexit wird zum Ort eines Stellvertreterkonfliktes zwischen den USA und der EU

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30-11-18 10:58:00,

Trump kritisiert Brexit-Deal und favorisiert “No deal”-Situation

Als hätte Großbritanniens Premierministerin Theresa May nicht schon genug Probleme in Sachen Brexit, bläst ihr nun auch aus den USA ein rauer Wind um die Ohren. Am Dienstag verkündete US-Präsident Donald Trump seine Kritik am Entwurf des EU-Austrittsvertrages über die Medien. Das Abkommen sei “ein großartiger Deal für die EU, welcher den Handel zwischen Großbritannien und den USA stoppen könnte”. Man werde sich “die Sache gut anschauen müssen”, so Trump weiter, “um herauszufinden ob Großbritannien unter diesen Umständen weiter handeln darf. Wenn man sich den Entwurf anschaut sieht es so aus, dass ihnen der Handel mit uns nicht erlaubt sein wird. Hoffentlich kann sie (Theresa May) da etwas unternehmen.”

Trumps Kritik zielt auf Form und Inhalt der geplanten Übergangsregelung welche am Tag nach dem Austrittstermin Großbritanniens am 29. März in Kraft treten soll. Diese Übergangsregelung bindet Großbritannien über Jahre hinweg an das regulatorische Regime der EU. Im Gegenzug bleibt Großbritannien für diese Zeit mit der EU in einer Zollunion verbunden. Während dieser Zeit muss Großbritannien auch die Handelspolitik der EU mittragen und hat in diesen Bereichen nur begrenzte eigenständige Handlungsmöglichkeiten.

Die Brexit-Befürworter in der Regierung, darunter Handelsminister Liam Fox, haben immer argumentiert, dass der Brexit den Abschluss neuer Handelsverträge ermöglichen würde, allen voran mit den USA. Tatsächlich gibt es in diese Richtung schon seit einigen Monaten informelle Gespräche zwischen dem Vereinigten Königreich und den USA. Trump stellt mit seinen Äußerungen den Erfolg dieser Verhandlungen in Frage. Schon während seines Staatsbesuches in London im August hatte Trump Theresa May während eines Staatsbanketts kritisiert und den ehemaligen Außenminister Boris Johnson empfohlen. Dieser würde einen “großartigen” Premierminister abgeben, während Theresa Mays agieren in Sachen Brexit eher “unglücklich” sei.

In der britischen Medienlandschaft wurde diese Intervention Trumps seinerzeit als “Präzedenzfall” gewertet. Allerdings gibt es eine lange Geschichte US-amerikanischer Einmischung in die britische Innen- und Außenpolitik. Großbritannien ist der engste Nato-Partner der USA und als solcher ein atlantischer Brückenkopf in Europa. Unter anderem deshalb intervenierte der damalige US-Präsident Barack Obama sowohl in das schottische Unabhängigkeitsreferendum als auch in das Brexit-Referendum.

Beide Male ging es ihm darum, einerseits die territoriale Integrität Großbritanniens aufrecht zu halten und andererseits dessen Platz innerhalb der Europäischen Union gewährleistet zu sehen. Sollte Großbritannien aus der EU austreten müsse,

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Vermächtnisse eines imperialen Traums – www.NachDenkSeiten.de

Vermächtnisse eines imperialen Traums – www.NachDenkSeiten.de

05-09-18 07:42:00,

5. September 2018 um 8:36 Uhr | Verantwortlich:

Vermächtnisse eines imperialen Traums

Veröffentlicht in: Das kritische Tagebuch

Vor 73 Jahren, am 2. September 1945, endete mit Japans Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde der Zweite Weltkrieg in Ost- und Südostasien – seine Erblasten sind indes längst nicht abgetragen. Von Rainer Werning[*].

„Im Herbst 1940, als die japanischen Faschisten in Indochina eindrangen, um es als Stützpunkt im Krieg gegen die Alliierten zu benutzen, verrieten die französischen Kolonialherren unser Land, gaben es in die Hände der Eroberer und kapitulierten vor Japan. Seitdem hat unser Volk unter dem doppelten japanisch-französischen Druck zu leiden. Das verschlechterte die ohnehin jammervolle Lage des Volkes. Ende 1944 und Anfang 1945 starben in weiten Gebieten, von Quang Tri im Süden bis zum Norden des Landes, über zwei Millionen unserer Landsleute an Hunger. Am 9. März 1945 entwaffneten die Japaner die französischen Truppen. Und wieder sind die französischen Kolonialherren geflohen, oder sie haben vor den Japanern kapituliert. So vermochten sie nicht nur nicht, uns zu ‚schützen’, sondern sie verkauften im Gegenteil unser Land im Laufe von fünf Jahren zweimal an die Japaner. (…) De facto hat unser Land im Herbst 1940 aufgehört, französische Kolonie zu sein; es wurde zu einer japanischen. Nach der Kapitulation Japans stand das ganze Volk unseres Landes auf, nahm die Macht in seine Hände und gründete die Demokratische Republik Vietnam. So haben wir eigentlich unsere Freiheit und Unabhängigkeit den Japanern und nicht den Franzosen entrissen.“

Auszug aus der Unabhängigkeitserklärung von Ho Chi Minh am 2. September 1945 in Hanoi anlässlich der Gründung der Demokratischen Republik Vietnam

„Wir haben uns geirrt, schrecklich geirrt. Menschen können sich irren. Ich gebe mit schmerzhafter Offenheit und schweren Herzens zu, dass dieser Gemeinplatz, bezogen auf Vietnam, auch auf mich und die amerikanische Führungselite meiner Generation zutrifft.“

Robert McNamara, von 1960 bis 1968 US-Verteidigungsminister und später Weltbank-Präsident, 1995 in seinem Memoirenband „In Retrospect: The Tragedy and Lessons of Vietnam“

Kolonien werden unabhängig

Am 14. August 1945, wenige Tage nach den Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki, nahm der japanische Kaiser Hirohito seine Kapitulationsrede auf, die am nächsten Tag im Radio ausgestrahlt wurde. Am 2. September schließlich kam es auf dem in der Sagami-Bucht vor Tokio ankernden US-Schlachtschiff USS Missouri offiziell zur Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde.

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