Das Auswärtige Amt war einmal geführt und gesteuert von Maoisten. Das merkt man heute noch.

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04-06-19 03:33:00,

Das war zur Zeit, als der Grüne Joschka Fischer Bundesaußenminister war und sein KBW-Vertrauter „Joscha“ Schmierer im Planungsstab des Auswärtigen Amtes arbeitete. Ein NachDenkSeiten-Leser hat eine ausgesprochen informative Mail zum Hintergrund und der Einflussarbeit der KBWler geschickt. Das war als Ergänzung zu Jens Bergers Artikel von heute früh gedacht. Albrecht Müller.

Zum Titelbild: Joschka Fischer und Reinhard Bütikofer, früher kbw Berlin 2005 – Von 360b / Shutterstock

Wenn Sie diese Lesermail gelesen haben und die jeweiligen verlinkten Texte geöffnet haben, dann werden Sie vieles besser verstehen, was heute abläuft. Ich habe mich zum Beispiel immer wieder gewundert, wie die Grünen es zulassen konnten, dass Heinrich Bölls Namen so missbraucht wird, wie das mit der Heinrich-Böll-Stiftung unter der Leitung des KBWlers Fücks geschehen ist.

Hier ist die Lesermails von H. R.:

Die Grünen – schon seit über 2 Jahrzehnten nicht mehr die Partei Petra Kellys

Wer die heutigen Olivgrünen verstehen will, muss zurück in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts, in die Nach-68er-Zeit. Dort stößt er auf den KBW, den “Kommunistischen Bund Westdeutschlands”. Dessen Geschichte ist hier ausführlich dargelegt.

Auch bei Jutta Ditfurth findet sich dazu einiges:

“Zahltag, Junker Joschka”

Den KBW zeichnete vor allem seine als “Kampf gegen den Sozialimperialismus” kaschierte anti-sowjetische Haltung aus. Diese mündete dann endgültig im Schulterschluss mit dem US-Imperialismus, als Vietnam 1978/79 dem Terror des Pol Pot-Regimes in Kambodscha militärisch ein Ende bereitete und den vom KBW und speziell seinem Chef “Joscha” Schmierer vergötterten “Großen Führer” in den Dschungel vertrieb. Von da an gehörte nicht nur Moskau, sondern auch Hanoi zu den Orten des Bösen, das Feindbild des KBW deckte sich endgültig mit dem der US-Imperialisten.

In die 70er Jahre fällt auch der Beginn der Anti-AKW-Bewegung. Auch zu der hatte der KBW natürlich seine Meinung, verkündet durch seinen Chef Schmierer in der “Kosmischen Volkszeitung” (so hieß das Parteiblatt bei eher undogmatischen Linken): “Die Anti-AKW-Bewegung ist eine Ansammlung verängstigter Kleinbürger…”, und: “Unter Kontrolle der Arbeiter, z.B. in der Volksrepublik China, sind Atomkraftwerke selbstverständlich sicher!” (Zitiert nach Gedächtnis). Entsprechend war auch das Verhalten des KBW in der Anti-AKW-Bewegung. Ich erinnere mich an eine der letzten großen Brockdorf-Demos. Der Bauplatz war längst zu einer uneinnehmbaren Festung ausgebaut.

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Die Ukraine will einmal mehr den ESC politisieren und scheitert zum Glück

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28-02-19 10:15:00,

Der Eurovision Song Contest soll laut Eigenverständnis der Völkerverständigung in Europa dienen. Seit mehreren Jahren torpediert die Ukraine diese Mission jedoch durch ihre immer schriller werdende Politisierung des Wettbewerbs, die seit zwei Jahren in offenen Russenhass übergegangen ist. In diesem Jahr wird die Ukraine nicht am ESC teilnehmen – nicht weil Resteuropa sie – wie vielfach auch von den NachDenkSeiten gefordert – endlich ausgeschlossen hätte, sondern weil den Interpreten nun selbst der Kragen geplatzt ist und die drei Erstplatzierten des Vorentscheides die Teilnahme abgesagt hatten, nachdem der verantwortliche Sender die Siegerin mit einem Knebelvertrag zum Sprachrohr antirussischer Propaganda machen wollte. Von Jens Berger mit einem interessanten Leserbrief unserer Leserin Susanne S.

Der ESC ist in den letzten Jahren zur Plattform für antirussische Propaganda geworden. 2014 wurden die russischen Interpreten in Kopenhagen vom Publikum lautstark ausgebuht – nachdem es u.a. von BILD vorher aufgehetzt wurde. 2015 forderte der Stern sogar ganz offen seine Leser dazu auf, die russische Künstlerin auszubuhen – das Publikum in Wien blieb jedoch vergleichsweise fair. 2016 ging die Ukraine in die Offensive und nominierte ein Lied der Sängerin „Jamala“, das die Vertreibung der Krimtataren 1944 durch Stalin zum Thema hatte und nach den Regeln des ESC eigentlich gar nicht hätte aufgeführt werden dürfen, da es vor allem im aktuellen Kontext ein klares politisches Statement gegen die Völkerverständigung ist. Zu allem Überfluss gewann dieser Beitrag auch noch – und dies aufgrund des politischen Votums der westeuropäischen Jurys, die 50% der Gesamtpunkte liefern, während das gesamteuropäische Publikum relativ klar den russischen Sänger gewählt hatte. Nach ihrem ESC-Sieg trällerte „Jamala“ ihr „1944“ übrigens mit Vorliebe auf ukrainischen Neonazi-Festivals wie dem „Banderstadt“ in Luzk, das dem Nazi-Kollaborateur und Kriegsverbrecher Stephan Bandera gewidmet ist. Man stelle sich nur einmal vor, Deutschland würde eine Band aus dem rechten politischen Spektrum zum ESC schicken, die dort musikalisch an die Vertreibung der Schlesier durch die Polen erinnert.

Im letzten Jahr durfte die Ukraine als Vorjahressieger selbst den ESC austragen und trieb dabei ihre antirussische Agitation auf die Spitze, indem sie die russische Interpretin Julija Samoilowa eigenmächtig die Einreise und damit die Teilnahme am ESC verbot. Samoilowa hatte 2015 an einem Konzert auf der Krim teilgenommen, was nach ukrainischer Lesart auch für Staatsbürger anderer Nationen einen Straftatbestand darstellt,

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Es war einmal … Ein Märchen von Menschenrechten in Deutschland

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12-01-19 01:40:00,

Über kaum ein anderes Thema wurde ein ganzes Jahrzehnt so kontrovers geschrieben, gesprochen, diskutiert und gestritten wie über die Sanktions-Paragraphen für Arbeitslosengeldempfänger. Dabei stehen sich die Gegner der Sanktionen – zumeist aus der Zivilgesellschaft – und Sanktionsbefürworter – in der Regel Vertreter aus Politik und Wirtschaft – unversöhnlich gegenüber. Zeit für klare Worte. Von Lutz Hausstein.

Es war einmal … Die zwölf faulen Knechte

Schon vor sechs Jahren habe ich mich in einem Artikel auf den NachDenkSeiten mit der Frage der Sanktionen sehr detailliert auseinandergesetzt. Darin beschrieb ich die Absurdität einer größeren Anzahl der den Sanktionen zugrunde liegenden „Vergehen“ der Betroffenen und widmete mich im zweiten Teil des Artikels der generellen Rechtmäßigkeit von Sanktionen. Um schlussendlich feststellen zu müssen, dass jegliche Sanktion, unabhängig von ihrer Höhe, verfassungswidrig ist. Aufgrund der Plausibilität dieser Darlegungen befand ich mich in dem folgenschweren Irrtum, dass eine nüchtern-sachliche Beschreibung das aberwitzige Gedankengebäude, auf welches die Logik von Sanktionen aufgebaut ist, zum Einsturz bringen müsse. Mehr als sechs Jahre und Millionen von Sanktionen später bleibt festzuhalten, dass diese Vorstellung trog. Bis zum heutigen Tage ignorieren handelnde Politiker ebenso wie meinungsbildende Medien diese Tatsachen und wiederholen die immer gleichen Phrasen, die sie als Argument deklarieren. Und so erscheint es nunmehr notwendig, mit deutlicheren Worten das menschenverachtende Prinzip der Sanktionen zu illustrieren.

Der am häufigsten gebrauchte Vorwurf, der angeblich die Anwendung von Sanktionen unabdingbar machen würde, lautet: Verweigerung von Arbeit. Nun ist allerdings diese durchaus griffige Behauptung alles andere als wahr, auch wenn sie noch so oft wiederholt wird. Diese Begründung greift nur bei rund 10 Prozent der Sanktionen (übrigens auch noch in der Kombination „Annahme/Fortführung einer Arbeit/Ausbildung/Maßnahme“ – also keineswegs in jedem Fall existenzsichernde, nicht einmal immer sinnvolle Tätigkeiten; diese bilden eher die Minderzahl). Nichtsdestotrotz ist das Schlagwort „Arbeitsverweigerung“ das ständige, häufig sogar das einzig gebrauchte Standardargument. Drei Viertel der Sanktionen werden hingegen wegen sogenannter Meldeversäumnisse verhängt, weitere 9 Prozent wegen Nichterfüllung von Pflichten aus der Eingliederungsvereinbarung. Die Standard-Entgegnung auf diese konkretisierten Fakten lautet in steter Regelmäßigkeit unisono, es sei wohl auch nicht zu viel verlangt, ab und zu einmal einen Gesprächstermin wahrzunehmen. Ob dieses Argument nun greift oder nicht, kann getrost unerörtert bleiben, denn es ist schlicht irrelevant.

Es ist vielmehr die Frage zu stellen, ob diese Gründe nun also dazu führen sollen,

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Sollen Sie sich doch einmal Auszeit gönnen! Die Idee des „Grundeinkommensjahres“ zeigt, wie weit die SPD sich mittlerweile von den Menschen entfernt hat – www.NachDenkSeiten.de

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08-11-18 11:30:00,

8. November 2018 um 12:11 Uhr | Verantwortlich:

Sollen Sie sich doch einmal Auszeit gönnen! Die Idee des „Grundeinkommensjahres“ zeigt, wie weit die SPD sich mittlerweile von den Menschen entfernt hat

Veröffentlicht in: Das kritische Tagebuch

Jens Berger

Die jüngsten Umfragen legen nahe, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis die SPD auch von Linken und FDP überholt wird und ihren Weg in Richtung außerparlamentarische Opposition fortsetzt. Unzählige Male haben wir auf den NachDenkSeiten mögliche Auswege aufgezeigt, die jedoch von der Partei offenbar nicht wahrgenommen werden. Stattdessen tritt man mit einer Schnapsidee nach der anderen an die Öffentlichkeit. Nun will die SPD mit einem „Grundeinkommensjahr“ punkten, bei dem Arbeitnehmer sich ein Jahr Auszeit nehmen können. Finanzieren soll dies der Steuerzahler. Fragt sich nur, welcher Arbeitnehmer sich eigentlich ein Jahr frei nehmen kann und dann mit 1.000 Euro im Monat auskommt. Anstatt die wirtschaftlichen und sozialen Probleme der Opfer ihrer Politik anzugehen, verhöhnt die SPD die Menschen anscheinend lieber. Von Jens Berger.

Lars Klingbeil weist eine Vita auf, wie sie für „moderne“ Jungpolitiker nicht unüblich ist. Neben Schule, Zivildienst und Studium war Klingbeil bereits seit seiner Jugend bei den Jusos aktiv. Als Student wurde er von der Partei großzügig mit einem Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung und einem Nebenjob im Wahlkreisbüro von Gerhard Schröder bedacht. Nach einem kurzen Intermezzo als Nachrücker im Bundestag verblieb er im Dienst der Partei und zog dann 2009 selbst als MdB in den Bundestag ein. Nebenbei verdient sich Klingbeil als Rüstungslobbyist seine Sporen. Über eine „echte“ Berufserfahrung verfügt der heutige SPD-Generalsekretär nicht. Wie es draußen, abseits des Berliner Polit- und Hauptstadtzirkus im „echten Leben“ aussieht, dürfte für einen Berufspolitiker wie Lars Klingbeil nur schwer zu fassen sein. Wer unter der Käseglocke des Regierungsviertels gefangen ist und sich innerhalb einer abgeschotteten Echokammer von Gleichgesinnten sozialisiert, kann schon mal schnell die Bodenhaftung verlieren. Nur so lässt sich erklären, wie Klingbeil überhaupt auf die Idee kommt, mit der irrwitzigen Idee eines Grundeinkommensjahres der SPD wieder ein sozialpolitisches Profil zu geben.

Um was geht es? In einem Interview mit der ZEIT umriss Lars Klingbeil gestern die Idee eines „Grundeinkommensjahres“ – Arbeitnehmer sammeln pro Arbeitsjahr einen Monat Anspruch auf ein Grundeinkommen an,

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BILD zeigt einmal mehr, wie hauchdünn die Decke unserer Zivilisation doch ist – www.NachDenkSeiten.de

BILD zeigt einmal mehr, wie hauchdünn die Decke unserer Zivilisation doch ist – www.NachDenkSeiten.de

09-08-18 11:05:00,

9. August 2018 um 13:01 Uhr | Verantwortlich:

BILD zeigt einmal mehr, wie hauchdünn die Decke unserer Zivilisation doch ist

Veröffentlicht in: Medienkritik, Wertedebatte

“Darf man sich freuen, dass Syriens mörderische Mutter Krebs hat?”. Mit diesem infamen Gedankenspiel kommentiert heute der BILD-Redakteur Daniel Böcking die Meldungen der Krebserkrankung der syrischen Präsidentengattin Asma al-Assad. Man darf, dies ist nur all zu menschlich, aber christlich sei dies nicht, so Böcking sinngemäß, der ansonsten vor allem als frisch bekehrter Christ und Autor christlicher Erweckungsliteratur von sich reden macht. Nun sollte selbst für die letzten Zweifler klar sein, dass BILD nicht nur keinen Anstand hat, sondern in puncto Verkommenheit und Niedertracht mittlerweile jeden Maßstab sprengt. Die Tatsache, dass die BILD immer noch die meistgelesene Tageszeitung des Landes ist und bild.de zu den reichweitenstärksten deutschen Internetseiten gehört, wirft ein dunkles Licht auf uns und unsere Mitbürger. Ein Kommentar von Jens Berger.

Manchmal fragt man sich, wo eigentlich heutzutage die Grenzen unserer Zivilisation verlaufen. Sicher – wenn wir uns heute auf unseren Marktplätzen versammeln, bejubeln wir nicht mehr das Erhängen, Köpfen, Pfählen oder Vierteilen anderer Menschen und brutale Gewalt gilt heute als Verbrechen und ist weitestgehend zivilisatorisch geächtet. Doch vielleicht trügt der Schein. Immer wieder gibt es „Grenzsituationen“, die zeigen, wie dünn die Decke unserer Zivilisation doch eigentlich ist. An dieser Stelle sollte man sich aber davor hüten, zu verallgemeinern. Im Mittelalter war nicht jeder Mensch ein brutaler Folterknecht, genau so wenig wie heute jeder Mensch ein niederträchtiges ********* ist, das sich zwischen den Zeilen über die Krebserkrankung einer jungen dreifachen Mutter freut – und sei sie die Ehefrau des Leibhaftigen höchstpersönlich. Menschen, die den Mantel der Zivilisation abgelegt haben, eint vielmehr über die Jahrhunderte hinweg eine bestimmte moralische Verrohung und das komplette Fehlen jeglicher Empathie, was wohl nötig ist, um solche Berufe überhaupt ohne seelischen Schaden ausüben zu können.

Doch was tun? Wahrscheinlich wird BILD für diese Schlagzeile einmal mehr eine Rüge des Presserats bekommen, mit denen BILD-Chef Julian Reichelt mittlerweile schon sein Büro tapezieren kann. So what? Warum sollte die BILD den Pressekodex anerkennen, wenn sie generell die Regeln unserer Zivilisation nicht anerkennt? Es ist hoffnungslos, sich über BILD aufzuregen oder gar an die Moral der BILD-Macher zu appellieren.

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Schauen wir doch einmal genauer auf die russischen Medien – www.NachDenkSeiten.de

Schauen wir doch einmal genauer auf die russischen Medien – www.NachDenkSeiten.de

04-07-18 09:04:00,

Schauen wir doch einmal genauer auf die russischen Medien

Veröffentlicht in: Medien und Medienanalyse, Medienkonzentration Vermachtung der Medien, Strategien der Meinungsmache

Ein Kommentator der Tagesthemen regte unlängst an, bei Russland etwas genauer hinzuschauen. Die NachDenkSeiten hatten diesen Kommentar bereits kritisiert und Leserbriefe dazu veröffentlicht. Man sollte die Kernaussage aber ernst nehmen und auf jeden Fall genauer auf Russland schauen. Schade, dass die ARD es meist nicht ihrem Auftrag entsprechend tut, obwohl sie doch alle Freiheit dazu hätte – zumindest auf den ersten Blick. Ein Zwischenruf von Gert-Ewen Ungar, der für die NachDenkSeiten die WM in Russland vor Ort beobachtet.

Glaubt man westlichen Medien, dann ist es um die Freiheit der Presse in Russland schlecht bestellt. In Russland gibt es staatliches Fernsehen und staatliche Presse, im jährlichen Ranking von Reporter ohne Grenzen schneidet die Russische Föderation regelmäßig schlecht ab. Andere NGOs wie Human Rights Watch bescheinigen dem Land schwere Missstände im Hinblick auf die Einhaltung von Menschenrechten. Allerdings wird man sich wohl an den Gedanken gewöhnen müssen, dass westliche NGOs eben keine unabhängigen, objektiven Beobachter sind, sondern selbst eine politische Agenda verfolgen.

Man wird das sicherlich in jedem Einzelfall nachweisen müssen, für Reporter ohne Grenzen steht es jedoch fest. Sie sind nicht objektiv. Schließlich versuchte die Organisation doch unlängst den Schweizer Presseclub zu zensieren, weil dort Kritik an den syrischen “Weißhelmen” zu erwarten war. Reporter ohne Grenzen zeigten damit deutlich, dass sie keineswegs eine unabhängige NGO sind, sondern tatsächlich ein eigenes politisches Programm verfolgen.

Da westliche NGOs in ihrer Bewertung unzuverlässig sind, lohnt ein eigener, ein eigenständiger Blick auf die russische Medienlandschaft. Ich will das im Folgenden versuchen.

Ja, es stimmt. Es gibt hier Staatsfernsehen, es gibt hier staatliche Agenturen und staatliche Zeitungen. Besser wäre es allerdings zu sagen: Es gibt hier auch staatliche Medien. Denn die russische Medienlandschaft erschöpft sich keineswegs in einigen staatlichen Sendern und Verlagshäusern. Die russische Medienlandschaft ist vielfältig. Eine Marktkonzentration auf wenige Verlage, wie sie in Deutschland stattgefunden hat, gibt es in der Russischen Föderation nicht.

Während in Deutschland wenige Medienkonzerne den Markt beherrschen, gibt es in Russland eine Vielzahl von Verlagen,

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Es war einmal … – www.NachDenkSeiten.de

Es war einmal … – www.NachDenkSeiten.de

02-07-18 05:49:00,

2. Juli 2018 um 12:19 Uhr | Verantwortlich:

Es war einmal …

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Innen- und Gesellschaftspolitik, Medienkritik

Eines muss man dem SPIEGEL ja lassen. Er schafft es mit seinen Titelgeschichten in unregelmäßigen Abständen doch tatsächlich immer wieder, sich selbst zu unterbieten. Der aktuelle Titel „Es war einmal ein starkes Land“ gehört zweifelsohne dazu. Da wird munter vermischt, was selbst mit viel Fantasie einfach nicht in einen Zusammenhang zu bringen ist – die Performance der deutschen Fußballnationalmannschaft und die Performance der deutschen Kanzlerin. Zwischen jeder Menge Merkel-Vergötterung lautet die Botschaft: Früher war alles wunderbar und heute schwächeln „wir“. „Wir“ – das sind oberflächlich Jogi Löw und Angela Merkel; gemeint sind jedoch absurderweise wir alle. Diese „Früher-war-alles-besser”-Rhetorik mutet schon recht absurd an. Was, lieber SPIEGEL, war denn abseits des Fußballplatzes während der letzten Jahre so toll? Von Jens Berger.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

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In der Parallelwelt der SPIEGEL-Redakteure muss das letzte Jahrzehnt wunderbar gewesen sein. Deutschland wurde nicht nur Export-, sondern auch Fußballweltmeister, „wir“ waren „Schland“, so herrlich multikulti, patriotisch und doch unverkrampft, geführt von Angela Merkel, der Überkanzlerin. Der SPIEGEL bezeichnet sie dann auch gleich als „heimliche Anführerin der westlichen Welt, mindestens aber Europas“ – da ist sie wieder diese Bescheidenheit, für die wir Deutschen seit Kaisers Zeiten so geliebt werden. Und genau hier ist bereits der erste große Riss in der Matrix des SPIEGELs.

2004 lag das Land laut SPIEGEL am Boden. Politisch und wirtschaftlich galt „Deutschland [demnach] als der kranke Mann Europas“ und gleichzeitig schied die Fußballnationalmannschaft bei der EM sang- und klanglos bereits nach der Vorrunde aus. Dann kam die Wende. Jürgen Klinsmann brachte den deutschen Fußball auf Vordermann und Gerhard Schröder setzte die neoliberalen Reformen um, die auch vom SPIEGEL mit Nachdruck gefordert wurden. In der aktuellen Titelstory zitiert man den Fußballmanager Oliver Bierhoff mit dem dümmlichen Vergleich, „beide (gemeint sind Merkel und Löw) hätten von einer guten Vorarbeit profitiert“. Dies ist geschickte Propaganda, da man die erfolgreichen und sympathischen Neuerungen des Fußballtrainers Jürgen Klinsmann mit den katastrophalen Reformen des Kanzlers Schröder in einen Topf wirft.

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Datenschutz: Einmal die Einwilligung für alles, bitte

Datenschutz: Einmal die Einwilligung für alles, bitte

24-05-18 09:34:00,

Dem Nutzer die Pistole an die Brust setzen: Mit dieser Methode nutzen manche Konzerne gerade die neuen EU-Datenschutzregeln für sich, um mehr statt weniger Nutzerdaten abzugreifen. Allen voran ist dabei wieder einmal Facebook. Und deutschen Datenschützern sind in einigen Fällen fürs Erste die Hände gebunden.

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Während die Debatte um die Datenschutzgrundverordnung sich in den vergangenen Wochen verstärkt um ihre Auswirkungen auf kleinere Datenverarbeiter drehte, war ein Aspekt erstaunlich wenig im Blick: Wie gehen eigentlich größere Unternehmen und Datenkonzerne mit den neuen Regeln um? Wenn solche Anbieter es in die Medien schafften, dann ging es oft eher darum, dass Dienste sich vom europäischen Markt zurückziehen. Dabei sollte man jedoch nicht vergessen, dass hinter diesen Entscheidungen immer Abwägungsprozesse von Firmen stehen. An deren Ende stand mal das Ergebnis, die eigene Praxis bis auf Weiteres nicht den europäischen Regeln zu unterwerfen; sie so umzusetzen, dass ganze Nutzergruppen ausgeschlossen sind; oder eine Umstellung zu aufwändig zu finden und kurzerhand den gesamten Dienst einzustellen.

Der kritische Blick auf mögliche Kollateralschäden bleibt wichtig. Aber ob die Datenschutzgrundverordnung ihr Versprechen eines faireren Machtverhältnisses zwischen Datenverarbeitern und Betroffenen einlösen kann, wird auch davon abhängen, wie sie in den kommenden Jahren um- und durchgesetzt wird. Wir haben uns deshalb drei Beispiele aus den vergangenen Wochen angeschaut, bei denen große Firmen einen – freundlich gesagt – kreativen Umgang mit den Vorgaben suchen. Wer weitere Fälle hat, darf sie gerne mit uns teilen – hier in der Kommentarspalte oder per Mail. Auf englisch entsteht zudem gerade eine Hall of Shame der absurdesten Umsetzungen.

Facebook: Zeit für Gesichtserkennung und Datenzusammenführung

Das prominenteste Beispiel ist dabei wieder mal Facebook. Nur einen Tag nach Mark Zuckerbergs denkwürdigem Termin im Europäischen Parlament verkündete das Unternehmen, künftig doch im großen Stil Daten von Whatsapp-Nutzern mit Facebook und anderen Diensten zu teilen. Kommunikationsinhalte sind demnach zwar weiter verschlüsselt, für seine Verhaltensanalysen braucht das Unternehmen aber ohnehin nur Meta- und Bestandsdaten. Eine große Rolle spielt dabei künftig die Auswertung des Kommunikationsverhaltens: Wer nutzt welche Whatsapp-Funktionen,

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