Weißrussland – eine Einschätzung des Umgangs mit diesem Land von Willy Wimmer

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19-08-20 07:09:00,

Der frühere CDU-Politiker hatte am 2. Mai 2000 einen Brief an den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) geschrieben und darin von einer Konferenz berichtet, die von zwei US-amerikanischen Organisationen in der slowakischen Hauptstadt Bratislava ausgerichtet worden war. Was dort beraten und von US-amerikanischer Seite als Planung vorgestellt wurde, erklärt im Wesentlichen das jetzt aufgetretene Problem: der weitere Versuch, den Einflussbereich von NATO und EU auszuweiten. Willy Wimmer kommt im folgenden neuen Text auf den früheren Brief zurück. Da dieser Brief immer noch aktuell ist und vieles aktuelles erklärt, ist er als Anlage angehängt. Albrecht Müller.

Willy Wimmer am 18.8.2020:

Nach dem Besuch des wenig gewinnenden amerikanischen Außenministers Pompeo letzte Woche in Wien, verfiel der österreichische Außenminister Alexander Schallenberg bei seinem Interview mit ZIB 2 geradezu in den Plauderton. Natürlich habe die Politik der Europäischen Union in den letzten Jahren dem Ziel gedient, Weissrußland von Russland zu entfremden und aus der engen Zusammenarbeit mit Moskau herauszubrechen. Es mag ein Zufall gewesen sein, diese klare Zielvorgabe in Wien zu vernehmen. Von Wien aus sind es gerade mal sechzig Kilometer nach Bratislawa, der slowakischen Hauptstadt. Dort hatten hochrangige Vertreter des amerikanischen Außenministeriums Ende April 2000 der versammelten Führungsspitze aus Mittel-und Osteuropa die amerikanische Zielvorgabe für diesen Raum verkündet. Danach sollte ein „roter Strich“ quer über den Kontinent zwischen Riga und Odessa gezogen werden. Westlich davon herrsche amerikanisches Sagen bis hin zu den Veränderungen in der römisch geprägten Rechtsordnung. Östlich davon befinde sich Russland oder das, was sich aus Russland entwickeln würde.

 

Ist das die Zielvorgabe, die die Europäische Union von einer gedeihlichen Entwicklung in Europa als dem gemeinsamen Kontinent hat? Die Fragen sind heute mehr als berechtigt, denn verantwortliche Sprecher aus dem Deutschen Bundestag lassen sich offen darüber aus, mit welchem politischen Werkzeugkasten sie sich daran machen werden, die letzte Lücke in dem NATO-Limes gegen Russland zu machen. Offen wird vom „Maidan-Modell“ nach dem Putsch-Modell aus der Ukraine gesprochen oder das Beispiel „runder Tische“ zum Machtübergang in Minsk favorisiert. Jede Zurückhaltung wird abgelegt, weil nach den klaren und unmißverständlichen Aussagen des österreichischen Außenministers in Minsk jetzt die Ernte jahrelangen Tuns eingefahren werden muß.

 

Es wird kein Zufall gewesen sein, daß derzeit der amerikanische Außenminister Pompeo durch Europa tourt, um „Gefolgschaftstreue im NATO-Zusammenhang“ herbeizuführen.

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Russische Einschätzung: Das Coronavirus schwarzer Schwan für die Weltwirtschaft | Anti-Spiegel

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03-03-20 05:51:00,

Die Auswirkungen des Coronavirus auf die Weltwirtschaft beherrschen immer mehr die Schlagzeilen. Da die russische Wirtschaft anders strukturiert ist, als zum Beispiel die deutsche, wird in Russland durchaus anders über die Gefahren und die Gründe der nun aufkommenden wirtschaftlichen Probleme berichtet.

In der TASS hat dazu ein Experte eine Einschätzung geschrieben. Nach seiner Meinung war die Krise durchaus vorhersehbar und das Coronavirus war nur der Tropfen, der das Fass zu überlaufen gebracht. Übrigens ist das – wie ich immer wieder geschrieben habe – auch meine Meinung. Dazu finden Sie zum Beispiel hier und hier Einschätzungen von mir, die sich sehr mit dem decken, was auch der Experte in der TASS geschrieben hat: Die Krise kommt nicht unerwartet.

Die Einschätzung in der TASS kommt von Michail Khanov, dem Chef von Algo-Kapital. Das ist in Deutschland kaum jemandem ein Begriff, dabei ist dieser russischer Investmentfond von der Barcleys Bank 2018 in die Liste der Top-10 der weltweit besten Fonds aufgenommen worden. Für wirtschaftlich interessierte Menschen ist die Lektüre seiner Analyse interessant, da er in wichtigen Details zu anderen Schlüssen kommt, als ich sie in westlichen Medien in der Regel finde. Daher habe ich die in der TASS veröffentlichte Einschätzung übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Der unerwartete Ausbruch des asiatischen Coronavirus ist Anfang 2020 zu einem wichtigen Nachrichtenthema geworden. Die bisher unbekannte Infektion wurde über Nacht zu einem globalen Problem. Die Nachrichten zu diesem Thema sind nicht so sehr medizinischer Natur, denn dieses Ereignis hat bereits sichtbare wirtschaftliche Schocks auf globaler Ebene verursacht, die sich in den nächsten Quartalen zeigen und entwickeln werden.

Man muss vorausschicken, dass das Virus 2019-nCoV eine weniger gefährliche Krankheit ist, ähnlich wie die bekannte Influenza oder Tuberkulose. Zumindest die Sterblichkeit durch diese bisher unbekannte Krankheit ist niedriger als bei diesen Krankheiten. (Anm. d.Übers.: Da bin ich durchaus anderer Meinung, wie ich hier aufgezeigt habe, aber es gibt noch keine endgültigen Zahlen zur Gefährlichkeit des Coronavirus)

Der unvorhersehbare „schwarze Schwan“

Der praktisch orientierte Investor und Spekulant interessiert sich jedoch mehr nicht für medizinische Feinheiten, sondern für die Auswirkungen des Coronavirus auf die Weltwirtschaft. Zweifellos erleben wir ein sehr lehrreiches, sozioökonomisches Phänomen, das bereits starke Auswirkungen auf die Rohstoff- und Aktienmärkte hatte.

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Putins Einschätzung des ukrainischen Präsidenten Selensky im O-Ton | Anti-Spiegel

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06-10-19 10:32:00,

Am Donnerstag hat Putin an der Podiumsdiskussion des Valdai-Klubs teilgenommen und ein Zuschauer aus dem Publikum hat ihm eine Frage zum neuen ukrainischen Präsidenten gestellt.

Auf dem Valdai-Klub findet jedes Jahr die Podiumsdiskussion statt, an der auch Putin teilnimmt und seine Aussagen auf der Bühne machen jedes Jahr Schlagzeilen. In diesem Jahr war das Thema jedoch Asien, weshalb es zu Europa nicht so viele Aussagen gab. Aber ein Zuschauer wollte Putins Einschätzung des neuen ukrainischen Präsidenten wissen. Ich habe die Frage und Putins Antwort übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Frage aus dem Publikum: Ich komme aus der Ukraine und unser Land durchläuft schwierige Zeiten. Ich möchte Wladimir Putin eine Frage stellen.

Wir alle wissen, dass es in diesem Jahr wichtige Wahlen gegeben hat, wir haben sowohl die Legislative als auch die Exekutive „neu gestartet“. Diese Wahlen und Umfragen zeigen, dass die öffentliche Meinung nachhaltig eine friedliche Lösung im Osten des Landes fordert.

Aber die ersten Schritte, die die neue Regierung zu unternehmen versucht, sind sehr scheue Schritte in diese Richtung auf der Suche nach Frieden. Sie sind so zaghaft, dass sie überhaupt die Bereitschaft und Fähigkeit in Frage stellen, eine Lösung in dem Prozess zu erreichen.

Wie sehen das? Können Sie vielleicht politische Kräfte in der Ukraine nennen, die als Treiber dieses Prozesses der politischen Lösung fungieren könnten?

Und die zweite Frage ist kurz, es ist eine halbe Frage. In der Ukraine waren vor allem politische Talkshows aus Russland beliebt. Jetzt gibt es Beschwerden, dass die Ukraine auf einigen Kanälen, in einigen Sendungen, nicht gerade in einem guten Licht dargestellt wird. Dieser Versuchung, so scheint es, ist auch das beliebte Programm von Wladimir Solowjow erlegen (Anm. d. Übers.: Solowjow ist ein Journalist, der eine beliebte Politik-Talkshow ähnlich den deutschen Formaten in ARD und ZDF leitet). Glauben Sie nicht, dass es an der Zeit ist, diese redaktionelle Richtlinie verändern?

Putin: Es mag seltsam klingen, aber unsere Kanäle und Fernsehsender, auch die staatlichen, machen eine unabhängige redaktionelle Politik. Aber dass, wie Sie sagten, dass die Ukraine in einem ungünstigen Licht dargestellt wird, dem stimme ich zu.

Wenn das so ist, dann ist das nicht richtig. Wir sollten unseren nächsten Nachbarn und unser Brudervolk,

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Wer grün will, wählt den Krieg. Eine Einschätzung von Willy Wimmer.

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06-08-19 09:21:00,

In diesen Tagen werden aus der Führungsspitze der Partei „Die Grünen“ prominente Stimmen laut, die sich einen Einsatz der Bundeswehr im Persischen Golf durchaus vorstellen können. Das ist kein Wunder, wenn man sich über die Förderung des völkerrechtswidrigen Krieges gegen die Bundesrepublik Jugoslawien 1999 die Mutation der Partei „Die Grünen“ von der Kerntruppe der sogenannten „Friedensbewegung“ hin zur aktiven Förderung amerikanischer Globalaggression seit Petra Kellys Zeiten ansieht. Seit diesem „Geniestreich“ der politischen Manipulation, der auf Dauer mit dem Namen von Herrn Joschka Fischer verbunden ist, kann man sich in Deutschland auf eines verlassen: Wenn es um Krieg und seine Unterstützung aus Deutschland geht, sind die Grünen bei der Stange. Schlimm genug, vor allem deshalb, weil es die Grünen gewesen sind, die unter Herrn Fischer der einst machtvollen Friedensbewegung das Rückgrat gebrochen haben. Von der damaligen Umwidmung aller Werte hat sich die Friedensbewegung bis heute nicht erholt.

Dabei deuten die Einsatzphantasien aus der grünen Parteispitze auf einen anderen Umstand innen- und außenpolitisch hin. Damit wird in einem Kernbereich vor jeder deutschen Regierungsbildung die NATO-Kriegsgefolgschaft für eine künftige und neue Regierung sichergestellt. Das zu einem Zeitpunkt, wo unter der umsichtigen außenpolitischen Weichenstellung durch den Übergangs-Fraktionsvorsitzenden der SPD, Herrn Dr. Mützenich aus Köln, der Versuch unternommen wird, deutsche Politik in der Friedensfrage wieder auf das Grundgesetz, das Völkerrecht und die internationale Diplomatie zurückzuführen. Mit der SPD scheint hier nicht das machbar zu sein, was in den Personen Kramp-Karrenbauer und Habeck wie ein künftiges schwarz-grünes Handlungskonzept daherkommt. Das könnte schneller der Fall sein, als den meisten Deutschen bewusst ist.

Bereits die September-Wahlen in Österreich versprechen Aufschluss über ein künftiges schwarz-grünes Regierungsmodell in Deutschland: Wien als Testlauf für Berlin. Anders kann man die Wut und Verbissenheit nicht werten, mit der in Österreich der bisherige Koalitionspartner ÖVP gegen Führungspersonen des Koalitionspartners FPÖ schießt. In Österreich führt dieser Weg in eine andere Koalition, in Deutschland aller Wahrscheinlichkeit nach in einen Kriegseinsatz, der sich vorher die genehme Regierung gesucht hat.

Dabei wäre eine kriegsbestimmte deutsche Regierungskoalition zwischen „schwarz und grün“ nur Ausdruck einer parteiübergreifenden Entfernung eines bisherigen Partei-Markenkerns, die deutsche Parteien derzeit geradezu übergreifend auszeichnet. Die deutsche Öffentlichkeit hat es sich angewöhnt, mit der Agenda 2010 diesen Umstand bei der SPD festzumachen. Die SPD büßt dies bis heute und nähert sich der Dimension einer Splitterpartei.

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