Kommunikation, das einzige Thema beim G-7-Gipfel in Biarritz, von Thierry Meyssan

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27-08-19 09:36:00,

Der G7 Gipfel, der ursprünglich ein Ort des Austauschs zwischen westlichen Führern war, um die jeweiligen Standpunkte besser zu verstehen, ist ein Kommunikationsspiel geworden. Weit davon entfernt, hinter verschlossenen Türen die Substanz ihrer Gedanken vorzustellen, sind die Gäste zu Schauspielern in einer Medienshow geworden, in der jeder versucht, ein gutes Gesicht zu machen. Das Schlimmste wird die Überraschung gewesen sein, die Emmanuel Macron für Journalisten und gegen seinen amerikanischen Gast ausgeheckt hat.

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Ein Verein, keine Entscheidungsorganisation

Als er 1976 von Valéry Giscard d’Estaing und Helmut Schmidt gegründet wurde, war der G-6 eine informelle Diskussionsgruppe. Der französische Präsident und der deutsche Kanzler wollten sich mit ihren Amtskollegen austauschen, um ihre Gedanken im Zusammenhang mit der Dollarkrise, die sich aus dem Ende des Krieges gegen Vietnam ergab, zu klären. Es ging nicht darum, Entscheidungen zu treffen, sondern über die Zukunft der westlichen Wirtschaft nachzudenken. Die Gäste waren die gleichen wie die, die vom US-Finanzministerium, aus dem gleichen Grund, ein wenig früher versammelt wurden. Diesmal kamen jedoch nicht die Finanzminister zusammen, sondern die Staats- und Regierungschefs und Italien war auch dazugekommen. Im darauffolgenden Jahr wurde auch Kanada eingeladen.

Mit der Auflösung der Sowjetunion und dem Ende der Teilung der Welt in zwei Lager, befasste sich der G-7 mit politischen Fragen und hat Russland dann in seine informellen Gespräche einbezogen. Doch als Moskau sich wieder aufgerichtet hat, sich der NATO in Syrien widersetzt und den Putsch in der Ukraine zurückgewiesen hat, war das Vertrauen gebrochen und der Westen beschloss, sich erneut untereinander zu treffen. Diese Episode schließt jeglichen Wunsch aus, China miteinzubeziehen.

Die letzten G-7 Gipfel haben eine Reihe von Statements und Kommuniqués hervorgebracht. Diese Verlautbarungen enthielten keine einzige Entscheidung, sondern entwickelten einen umso ausschweifenderen gemeinsamen Diskurs, als die US-Innenpolitik von “politischer Korrektheit” dominiert wurde. Wie immer hat mit dem fehlenden Bewusstsein der Existenz von Gegenkräften die Trennung zwischen Realität und dem entsprechenden Diskurs weiter zugenommen.

2005 kam es im Vereinigten Königreich zu einer Kursabweichung, als der britische Premierminister und seinerzeitige Leiter der G8, Tony Blair, durch die Versicherung, dass der G8 die Schulden der 18 ärmsten Länder Afrikas erlassen würde, die Aufmerksamkeit aller auf sich zog. In Wirklichkeit war es eine leere Ankündigung: Der G8 hat diese Entscheidung nie getroffen. In der Folge akzeptierten 14 Länder die erpresserischen Bedingungen Großbritanniens und bissen sich dann in die Finger.

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Tagesschau – eine einzige Katastrophe

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07-02-19 02:48:00,

Heute Früh habe ich auf den Button ARD meines iPads getippt. Es erscheint dann wie immer, was die Tagesschau aktuell vorrätig hat. Heute wieder einmal geballte Propaganda. Zusammenstellung siehe unten. Dem tollsten Stück „Donald Trump. Eine Marionette Putins?“ widmete die Tagesschau sogar noch einen sogenannten Faktenfinder. Albrecht Müller.

Darauf machte NachDenkSeiten-Leser Udo Helms aufmerksam:

„Unter dem Titel “Eine Marionette Putins?” von Silvia Stöber wird ein abstruses Bild von Putin und Trump gezeichnet, dass einem der Atem stockt. – Dieses Stück Propaganda könnte eigentlich als “Real-Satire” durchgehen. Ich befürchte allerdings, Frau Stöber glaubt an ihr “Geschreibsel”. Interessant auch die Kommentare, aus denen hervorgeht, dass viele Leser die Propaganda der Tagesschau durchschauen!“

Ein kleines Detail an diesem Faktenfinder-Artikel fand ich besonders apart. Die folgende Abbildung war sozusagen als Beleg für die Beobachtungen von Frau Stöber in den Text eingeblendet, Trump eine Puppe:

Hillary Clinton, diese herausragende Zynikerin und Kriegstreiberin als Zeugin! Das markiert das Milieu, in dem unsere ARD-Redakteure zu Hause sind.

Hier noch andere heute früh auf der Übersicht der ARD-Tafel präsentierten Beiträge:

Das waren jetzt fünf von sieben wie üblich angezeigten Sendungen.

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