Die Eliten unter sich

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08-03-19 06:37:00,

Der Organisation Attac, die für eine Finanztransaktionssteuer wirbt und sich an verschiedenen Kampagnen für Reformen im vermeintlichen öffentlichen Interesse beteiligt, wurde der Gemeinnützigkeitsstatus aberkannt. Ganz anders bei der Bertelsmann-Stiftung, die dank ihres massiven politischen und medialen Einflusses Politik macht, oft zum Nutzen des Bertelsmann-Konzerns, und allzu oft mit manipulativen Studien. Hier ein neues Beispiel.

Folgendes hat die Stiftung gerade auf Ihrer Website publiziert, basierend auf einer Studie zu den Vorteilen der Globalisierung:

„Seit das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) in Kraft getreten ist, ist das Land ‚open for business‘. Das reale BIP je Einwohner ist in Mexiko zwischen 1990 und 2016 um 2.070 Euro gestiegen. Davon sind rund 270 Euro der zunehmenden Globalisierung zu verdanken Die Resultate sprechen für sich: Die neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten haben dazu beigetragen, die Lebensqualität im Land während der letzten Jahre deutlich zu steigern. Hier profitierten hauptsächlich die Bereiche Bildung und Gesundheit sowie der Arbeitsmarkt.“

Um 270 Euro oder sensationelle 10 Euro pro Jahr ist das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner also globalisierungsbedingt gestiegen. Das macht etwa 0,1 Prozent pro Jahr, deutlich unterhalb des Messfehlers und sehr weit unterhalb der Schwankungen des Wechselkurses. Diese 10 Euro pro Person und Jahr haben also die Lebensqualität im Land deutlich gesteigert, wovon vor allem Bildung und Gesundheit profitiert haben sollen.

Das ist solch lächerliche Propaganda, dass einem fast die Worte fehlen. Wenn man dann noch ins Bild nimmt, dass die ohnehin extreme Einkommensungleichheit noch zugenommen hat, dann bedeutet das, dass für ärmere Mexikaner und wohl für die Mehrheit der Bevölkerung kein Wohlstandsgewinn durch die Globalisierung und vermutlich sogar ein Rückgang herausgekommen ist. So heißt es etwa in einem Oxfam-Bericht :

„Obwohl die mexikanische Wirtschaft zwischen 2005 und 2014 kaum Wachstum verzeichnete, der Durchschnittslohn gleich blieb und die Anzahl derer, die in Armut leben, eher zunahm, gelang es den Milliardären, ihren Wohlstand jährlich um durchschnittlich fünf Prozent zu steigern.“

Das ist eine Stoßrichtung, wie man sie auch von Attac kennt, also nicht gemeinnützige politische Bildung, sondern Kampagnentum; mithin etwas ganz anderes als die selbstlosen Initiativen der Bertelsmann Stiftung zur konzernfreundlichen Meinungsmanipulation.

Mehr zum gemeinnützigen Wirken der Bertelsmann Stiftung zum Wohl der internationalen Konzerngemeinschaft:

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Den Eliten gefällt das … Schülerproteste stoßen auf Hass und Häme

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07-03-19 09:59:00,

Unter dem Motto „Fridays For Future“ gehen seit vielen Wochen an jedem Freitag weltweit Schüler auf die Straße, um für eine ernsthafte Klimapolitik zu demonstrieren. Alleine in Deutschland sind es zur Zeit mehr als 20.000 Schüler, die sich Woche für Woche an den Demos beteiligen. Wer nun meint, dass diese längst überfällige „Wiedergeburt“ der Protestkultur unter Jugendlichen von Erwachsenen, die man durchaus dem kritischen Lager zurechnen kann, durchweg positiv gesehen wird, kennt jedoch den destruktiven Einfluss der (a)sozialen Netzwerke auf unsere Meinungsbildung noch nicht gut genug. Was im besten Fall ein demokratisches Netzwerk zur Aufklärung und Information hätte werden können, ist auf dem besten Weg, zu einem gigantischen reaktionären Stammtisch zu werden. Jedes Fünkchen der Aufklärung wird dort von einer dumpfen, populistischen Meinungsführerschaft niedergemacht. Den Eliten gefällt das. Von Jens Berger.

An der zur Zeit wohl populärsten Schwedin der Welt scheiden sich vor allem im Netz die Geister. Für die Einen ist Greta Thunberg eine Ikone, die es geschafft hat, die Notwendigkeit eines radikalen Umbruchs in der Klimapolitik wieder in die Schlagzeilen zu bringen. Für die Anderen ist Greta eine „Marionette des Systems“, die uns wahlweise von „wichtigeren Themen“ ablenken soll und/oder für die „wirtschaftlichen Interessen“ ihrer „Hintermänner“ instrumentalisiert wird. Welche Interessen das sein sollen, bleibt dabei – wie so vieles – im Vagen. Einig sind Freund und Feind lediglich darin, die kleine Greta als Gesicht der Schülerproteste zu sehen.

An dieser Stelle ist ein einführendes „ceterum censeo“ von Nöten. Ja, es ist natürlich auffällig, dass die Medien sich derart massiv auf die junge Schwedin stürzen und ihr eine „Expertenfunktion“ zuschreiben, die sie rein objektiv nicht erfüllen kann. Ja, es ist auch seltsam, dass eine 16-jährige Schülerin plötzlich auf internationalen Konferenzen Rederecht bekommt. Und wer die „Greta-Tour“ eigentlich finanziert, wäre auch interessant. Ja, man muss kritisieren, dass die Medien wie im Gleichklang ihr Hohelied auf die junge Schwedin anstimmen, ohne auf diese kritischen Fragen einzugehen.

Andererseits kann man ja wohl kaum das junge Mädchen dafür verantwortlich machen, dass die Medien einmal mehr ihren Job nicht richtig machen. Auf Facebook hat sich unter eigentlich kritischen Menschen sogar die „Logik“ breit gemacht, dass die Schülerproteste deshalb abzulehnen seien, weil die Medien darüber so positiv berichten. Einige Leserbriefe, die wir bekommen haben, gehen auch in diese Richtung. Nach dieser „Logik“ müsste dann auch die Entspannungspolitik falsch sein,

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„Die Eliten wollen uns versklaven!“

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07-03-19 08:44:00,

Nicolas Riedl: Seit dem Echo-Krimi sind jetzt relativ viele mediale Kugeln auf dich geflogen — von der BILD-Zeitung bis zur New York Times. Was mich dann gewundert hat: Auf deinem letzten Kollabo-Album „Platin war Gestern“ haben die Medien und ihre Schreibtischrambos relativ wenig Disses abbekommen. Warum?

Kollegah: Warum sollte man jetzt auch als Löwe, der oben auf dem Berg rumsteht, gegen jedes Schaf nochmal runterbellen? Die sind ja in der Position, in der sie keinerlei Verantwortung dafür tragen können, was die da schreiben, weil sie eben in diesem Job sind und auch Anweisungen haben. Die meisten Redakteure der Mainstream-Medien, der großen Magazine dürfen ja nicht einfach das schreiben, was sie wollen.

Das war ja wochenlang Thema Nummer eins in Deutschland, da wird schon ganz genau gesagt, was geschrieben wird, in welche Richtung das gehen soll, ob das eine positive oder ob das eine Schmähkritik sein soll oder ob es halt eine richtige Schlammschlacht wird – oder eben eine Hetzkampagne. So wie das bei uns war. Und wenn das in dem Moment die Anweisung ist, du bist der Redakteur, der das jetzt schreiben soll, und du weißt, du verlierst deinen Job, wenn du das jetzt nicht machst, dann bist du zwar immer noch eine Fotze, wenn du es machst – aber nicht die größte Fotze im Laden. Du bist halt einfach nur ein kleiner Pisser, der das tut, was ihm gesagt wird.

Du meinst also, dass sie, die Journalisten, deswegen nicht würdig waren, angegriffen zu werden, weil sie Sklaven wie Ersguterjunge-Mitglieder sind, oder?

Das würde ich jetzt nicht sagen! Sklaven? Die müssen das ja nicht machen. Die haben sich ja dazu entschieden, diesen Job auszuführen. Und ich denke mal, die wussten, worauf sie sich eingelassen haben. Das spiegelt ja schon mal die grundsätzliche Geisteshaltung: „Okay, ich steh gar nicht für das gerade, was ich hier herumposaune und eventuell fütter‘ ich die ganze Welt mit falschen Infos – aber wenn es mein Job ist und es von mir verlangt wird, dann mach ich das für das Geld.“

Das zeigt, dass man für nichts steht, für nichts einsteht und sein Gewissen noch nicht einmal so ausgeprägt hat, dass man nicht über die möglichen Konsequenzen nachdenkt, die Berichte anrichten können. Es haben sich schon Leute umgebracht wegen Zeitungsartikeln! Es ist nicht zu unterschätzen,

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Die Angst der Eliten – Wer fürchtet die Demokratie? | KenFM.de

Die Angst der Eliten – Wer fürchtet die Demokratie? | KenFM.de

08-06-18 04:18:00,

Ist unsere Demokratie noch zu retten? Brauchen wir mehr direkte Demokratie, oder ist das Volk zu ‚dumm‘, um in wesentlichen Fragen selbst zu entscheiden? Wer entscheidet, was ‚richtige‘ und was ‚falsche‘ Politik ist? Und was sind überhaupt die gesellschaftlichen Voraussetzungen für eine funktionierende Demokratie?

Für Antworten auf diese Fragen empfehlen wir die Lektüre von Paul Schreyers Buch „Die Angst der Eliten“.

In Kürze ist der Autor bei „KenFM im Gespräch“ zu Gast – also unbedingt reinschauen.

Mehr zum Buch findet ihr hier: https://www.westendverlag.de/buch/die-angst-der-eliten/

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KenFM jetzt auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar! Über unsere Homepage kommt Ihr zu den Stores von Apple und Google. Hier der Link: https://kenfm.de/kenfm-app/

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Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

Veröffentlicht am: 8. Juni 2018

Anzahl Kommentare: noch keine

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Die Eliten und wir

Die Eliten und wir

24-02-18 09:31:00,

Zu Beginn ist mir die Herausstellung eines Unterschiedes wichtig, dem zwischen Elitendenken und systemischem Denken.

Das große Ganze zu betrachten, ist keinesfalls elitäres Gehabe. Es ist der sehr notwendige Blick von außen auf komplexe Strukturen und Prozesse. Durch Abstraktion werden mittels Betrachtung aus unterschiedlichen Perspektiven verschiedene Modelle erstellt und damit Teilaspekte von Systemen beschrieben. Ein Beispiel dafür ist die Beschreibung von Gesellschaften aus der Sicht von Klassen. Systemisches Denken hilft auf allen Ebenen, gute Entscheidungen zu treffen. So wie es uns auch die Kompliziertheit dieser Welt vor Augen führt.

Das systemische Denken beinhaltet den Blick auf die Vergangenheit des Systems. Es versucht, so weit wie möglich umfassend zu sein. Systemisches Denken ist Denken über den Tellerrand hinaus und hilft so, auch empathisch geprägte Entscheidungen zu fällen. Denn es schließt auch menschliche Schicksale außerhalb des Alltagshorizonts in seine Betrachtungen ein.

Systemisch zu denken ist ein Lernprozess. Die Herausforderung besteht darin, die Vielfalt eines Systems zu begreifen und sich nicht nur auf einen Aspekt zu versteifen, der uns dann nämlich zu einem Tunnelblick verführt. So sind Klassen nur EIN Aspekt, EINE Art von Betrachtung, mit der man Gesellschaften und deren Prozesse untersuchen kann. Aber natürlich ist das ein stark reduziertes Bild von Gesellschaften. Tunnelblicke blenden das Ganzheitliche aus. Was zur Separierung eines bestimmten Aspekts sinnvoll ist, wird als dann dominierende resultierende Handlungsanweisung für das ganze System zu fatalen Folgen führen.

Systemisch zu denken, hilft uns bei der Formung unseres ganz persönlichen einzigartigen Weltbildes. Es ermöglicht uns ein wahrhaft selbst verantwortetes Leben – mehr noch dessen Vorleben. So ist unsere individuelle Herangehensweise, sowohl der systemischen Betrachtung als auch der resultierenden praktischen Umsetzung, ein lebendiges Angebot für unsere Mitmenschen.

Modelle sind nicht die Realität sondern die Annäherung an einen Teil derselben. Sie sind Abstraktionen, sehr, sehr große Vereinfachungen, die helfen, Systeme zu beschreiben.

Gesellschaftssysteme sind allerdings dermaßen komplex und dynamisch, dass ihre versuchte Änderung auf Basis von Modellen regelmäßig in das Desaster führt. Genau wenn das passiert, sind sie wieder am Werk, diejenigen die sich als außergewöhnlich wissend, als einzigartig sehend, als Eliten begreifen. Das Gottgleiche meinen Eliten – unterbewusst – in sich zu haben.

Das Elitäre macht sich fest: Einerseits an der Stellung, die man für sich selbst im (hierarchisch wahrgenommenen) System sieht; andererseits an der Dominanz des eigenen Denkens und Tuns gegenüber anderen Akteuren.

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