Die falsche Wahl

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31-08-19 06:49:00,

Die EU-Wahl, nicht die Europa-Wahl wie versucht wird immer wieder in die Köpfe zu hämmern, hat den Wählern wieder einmal vor Augen geführt, dass ihre Wahl eigentlich keinerlei Einfluss darauf hatte, wer welches Amt bekam oder welche Politik verfolgt wird. Und „unsere“ Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das auch ganz ungeniert selbst gesagt:

„Wir können im Rückblick auf die Geschichte der Bundesrepublik sagen, dass all die großen Entscheidungen keine demoskopische Mehrheit hatten, als sie gefällt wurden“ (1).

Sie nennt es das Primat der Politik. Und meint die Herrschaft der Parteien.

„Und an dem sollte auch festgehalten werden“ (1). Sie erklärt indirekt auch, wie es möglich ist, dass die Politik Entscheidungen gegen die Mehrheitsmeinung der Deutschen fällen kann, ohne dass letztere auf die Barrikaden gehen. „Erst im Nachhinein hat sich in vielen Fällen die Haltung der Deutschen verändert“ (1). Indirekt erklärt sie, warum die Parteien in der Lage waren, ihre Macht zu behalten, denn diese Änderung der Meinung in einigen — nicht allen Fällen — verdanken die Parteien den Medien. Diese sorgen dafür, dass kein Zweifel an der Legitimation des Systems auftreten.

Aber die EU-Wahlen haben auch gezeigt, wovor das politische Establishment und die von diesem profitierenden Kreise Angst haben: vor der Delegitimation durch zu niedrige Wahlbeteiligung. Und so führten vor der letzten EU-Wahl nicht nur die Parteien eine in diesem Ausmaß ungewöhnliche Werbekampagne, sondern alle Kräfte des Establishments, wie zum Beispiel die Industrieverbände. Dabei wurde versucht, folgende falsche Narrative in die Köpfe der Empfänger der Nachrichten zu implementieren:

  1. Die EU wurde als „Europa“ bezeichnet, obwohl sie weniger als die Hälfte der Landmasse Europas umfasst.
  2. Die EU wäre ein „Friedensprojekt“, obwohl es im Kosovo-Angriffskrieg vom 24. März 1999 bis 9. Juni 1999 auf Seiten der UCK Serbien bombardierte (2) und in allen Kriegen der USA irgendwie involviert war und ist.
  3. Die EU würde es ermöglichen, innerhalb „Europas“ (gemeint ist wieder die EU) frei zu reisen, obwohl natürlich schon vor dem Wegfall der Grenzkontrollen eine freie Reise möglich war, nur eben, dass man seinen Pass vorweisen musste.
  4. Die EU wäre notwendig, damit die Stimme der europäischen Länder (gemeint sind wieder die EU-Länder) in der Welt ein Gewicht hat, und das, obwohl sich die EU im Prinzip der NATO untergeordnet hat und in seinen Assoziierungsverträgen eine „Harmonisierung“ der Sicherheitspolitik verlangt,

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Das falsche Angriffsziel

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20-07-19 08:17:00,

Am 15. Juli des Jahres hob die Polizei in mehreren norditalienischen Städten beeindruckende Waffenlager von Rechtsextremisten aus. Sie sicherte große Mengen an Schusswaffen und Munition sowie Devotionalien aus der Zeit des Nationalsozialismus (1, b1).

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Clou des Ganzen war eine in Katar erworbene Luft-Luft-Rakete des französischen Waffenherstellers Matra (2, b2).

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Die mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit fliegende und mit einem 31 Kilogramm schweren hochexplosiven Splittergefechtskopf ausgerüstete Waffe kann Ziele bis zu einer Entfernung von 40 Kilometern zerstören. Die Extremisten beabsichtigten wohl den Weiterverkauf dieser Rakete, wobei die Ukraine in den Fokus gerät. Ein Jahr lang hatte die italienische Polizei die Verdächtigen überwacht und dabei festgestellt, dass enge Verbindungen italienischer Neonazis zu gleichgesinnten Gruppen im — nach Russland — größten europäischen Land bestehen. Einige dieser Leute hatten direkt an Kampfhandlungen gegen die ukrainischen Separatisten teilgenommen (3, 4, a1).

Soweit die Tatsachen, welche den Nachrichten-Agenturen zur Verfügung standen. Die großen Medien beziehen in der Regel Nachrichten aus zweiter Hand. Sie verlassen sich auf die Agenturen, deren Aufgabe im Sammeln und Verkaufen von Informationen besteht. Damit kommt den Nachrichten-Agenturen eine besondere Rolle im Propaganda-Theater zu. Denn schon dort werden Informationen „frisiert“ und mit Bewertungen im Sinne der Meinungshoheit versehen. Die Wertung wird also nicht dem Konsumenten überlassen, sondern sie wird ihm emotional aufgedrückt.

Das erklärt auch die Einseitigkeit in der Berichterstattung der Massenmedien. Sie übernehmen — aus mehreren Gründen — einfach das, was die Nachrichten-Agenturen liefern. Für den oben umrissenen Fall der Polizeiaktion gegen Rechtsextreme in Italien lässt sich das ein weiteres Mal gut sichtbar machen (Hervorhebung jeweils durch Autor):

„Der Spiegel: 15. Juli 2019, 19:12 Uhr

Bei einer Razzia im rechtsextremen Milieu hat die italienische Polizei zahlreiche Kriegswaffen beschlagnahmt — darunter eine dreieinhalb Meter lange Rakete. Sie sei ukrainischen Separatisten zum Verkauf angeboten worden.

[…] Der 60-Jährige, der vor Jahren für eine neofaschistische Partei kandidiert haben soll, habe die Rakete an Extremisten in der Ukraine verkaufen wollen. (Quelle: asc/dpa)“ (5).

Wer sind „ukrainische Separatisten“? Der geschulte Medienkonsument erkennt natürlich, dass die „prorussischen Separatisten“ im Osten der Ukraine gemeint sind — also „Extremisten in der Ukraine“. Die so Titulierten sind übrigens jene Menschen in der Ostukraine, die sich gegen den verfassungswidrigen Staatsstreich wandten,

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Die falsche Grundfrequenz deiner Musik fördert Energiemangel daher beachte die 432Hz (mit Videos)

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23-04-19 06:28:00,

Wusstest Du, dass Dein Körper und seine Zellen auf die Grundfrequenz Deiner gestimmten Musik negativ reagieren kann auch wenn dir die Musik gefällt? Das hängt davon ab, auf welcher Frequenz der Kammerton „A“ gestimmt ist.

Eine Frequenz ist die Anzahl der Bewegungen nach oben und unten pro Sekunde – gemessen in Hertz. Energie ist die Fähigkeit sich zu bewegen, dass was die Bewegung nach oben und unten anfacht. Die Töne/die Musik/der Sound wird durch diese Bewegung nach oben und unten erschaffen. Wenn unsere Stimmbänder schwingen oder sich die Flügel eines Insekts bewegen, werden Töne erzeugt.

Bei einer Gitarre, die auf 432Hz gestimmt ist, bedeutet das, wenn jemand eine ihrer Saiten zupft, gehen diese 432 Mal pro Sekunde auf und ab. Während die Frequenzen sich in ihre Umgebung verbreiten wird der Körper der Gitarre anfangen, mit dieser Frequenz zusammen zu vibrieren. So gelangt die Frequenz ringsherum in die Umgebung der Gitarre, einschließlich der Menschen. Dies ist eine starke Kraft. Ihr wisst, dass eine Stimme Glas zum Bersten bringen kann. Viele Studien haben die Wirkung von Musik auf unsere körperliche, geistige und emotionale Gesundheit nachgewiesen.

Töne in genau dieser Frequenz, wie z.B. Musik von Verdi, Songs von Whitney Houston, Enya, Adele und John Lennon, aber auch das Sonar der Delphine und tibetische Klangschalen können deshalb unsere Zellen harmonisieren und unseren Körper besonders gut in seiner Heilung unterstützen.

432Hz kann auch unsere Gehirnhälften ausgleichen, was seelische Stabilität bewirkt und die spirituelle Weiterentwicklung verstärkt.

Und noch mehr: Über den Sonnenton 432Hz gelangt unsere DNA in Resonanz mit der Phi-Spirale der Natur, die wir in fast allen Formen des Lebens wiederfinden. Ein wunderbarer Weg also über die Musik mit dem Kosmos in „Ein“-Klang zu kommen.

Ist der Mensch richtig „gestimmt“ – ist sein Leben auch stimmiger…

Die gesundheits-, kunstfördernde und therapeutische Wirkung des 432Hz Kammertons ist vielfach erforscht und bewiesen. Ein höchst interessantes und aktuelles Thema für Musiker sowie für beratende und therapeutische Berufsgruppen!

432 Hz ist harmonischer für uns

Der echte und einzig richtige Kammerton A, also der echte Richtwert in der Musik, in den Noten, beträgt bzw. betrug einmal, 432 Hz.

432Hz-Musik hört sich wärmer und sanfter an, wir nehmen sie in unserer Mitte wahr – im Herz- und Wirbelsäulenbereich – in ihrer Ausdehnung ist sie „rund“.

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Das falsche Pferd

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10-04-19 07:08:00,

Es ist in den deutschen Medien still geworden um Juan Guaidó. Er ist von den Titelseiten der Printmedien immer weiter auf die hinteren Bänke geschoben worden. Auch bei den Öffentlich-Rechtlichen steht er nicht mehr so sehr im Mittelpunkt. Die Berichterstattung ist knapper und insgesamt sachlicher, wenn auch immer noch sehr parteiisch. Aber man scheint zurückhaltender geworden zu sein. Liegt es nur daran, dass es weniger aus Venezuela zu berichten gäbe oder wartet man einfach nur ab?

Auffällig ist, dass Medien und Politik in Europa das Thema mittlerweile mit mehr Vorsicht zu behandeln scheinen. Darin unterscheidet man sich ganz erheblich von den USA, wo der Regime Change offensichtlich und mit Nachdruck weiterverfolgt wird. Dabei scheint der Regierung in Washington die Meinung der Welt mittlerweile ziemlich schnuppe zu sein. Man nimmt kein Blatt mehr vor den Mund und gibt sich keine Mühe, die eigenen kriminellen Absichten zu verbergen.

Auch das Völkerrecht kümmert die US-Regierung einen feuchten Kehricht und schon gar nicht die venezolanische Verfassung, mit der Washington und der Wertewesten ursprünglich Guaidós Anspruch auf das Präsidentenamt begründet hatten. Denn „die maximale Amtszeit eines Interimspräsidenten von 30 Tagen ist inzwischen überschritten“ (1). Er ist also gar kein Übergangspräsident mehr, sondern nur noch selbsternannt.

In diesem Konflikt scheinen die Europäer mehr auf Distanz zu Washington, aber auch zu Guaidó selbst zu gehen. Unüberhörbar war die Ernüchterung in den Beiträgen der FAZ nach dem 23. Februar dieses Jahres, als an der kolumbianisch-venezolanischen Grenze die wirklichen Kräfteverhältnisse in Venezuela offensichtlich geworden waren.

Guaidó hatte das Kräftemessen verloren. Er verfügte nicht über den Rückhalt in der Bevölkerung, den die Bilder aus Caracas hatten vermuten lassen und die genau diesen Eindruck erwecken sollten.

Noch geringer scheint sogar der Einfluss auf das Militär zu sein, wie die geringe Zahl derer zeigte, die nach Aufforderung Guaidós von der Fahne Maduros gegangen waren.

Aber nicht nur die Medien, auch die europäischen Politiker werden zurückhaltender gegenüber Guaidó. Letzter Höhepunkt dieser Entwicklung ist die Ablehnung des von ihm als Botschafter entsandten Diplomaten, der von Berlin nicht als Vertreter Venezuelas akkreditiert wurde (2). Allmählich setzt sich in Europa die Erkenntnis durch, „dass die tatsächliche Macht im Land immer noch bei Maduro liege“ (3). Die Wirklichkeit ist eben doch nicht so leicht außer Acht zu lassen und richtet sich auch nicht immer nach den Wünschen und Prophezeiungen derer,

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Falsche Fakten, Polemik und Effekthascherei | KenFM.de

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25-02-19 09:49:00,

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Von Dr. Lars Jaeger.

Wie wissenschaftliche Forschungsergebnisse mit einem Mal in das Zentrum einer heftigen politischen Diskussion geraten, erlebten wir jüngst mit der Debatte um die gesundheitlichen Folgen von Luftverschmutzung, Feinstaub und Stickoxiden. Ausgelöst wurde sie durch die Publikation eines Positionspapiers des Pneumologen (Lungenforschers) Dieter Köhler zusammen mit dem lange in der Automobilindustrie tätigen Ingenieurwissenschaftler Thomas Koch vom 22. Januar 2019.

In ihrem zweiseitigen Papier, das eher die Form einer Presseerklärung als einer wissenschaftlichen Stellungnahme oder gar Forschungsstudie hat, behaupten die Autoren keck, dass die von diversen Gesundheitsorganisationen (darunter die Weltgesundheitsorganisation WHO) geteilten Ansichten zu Gesundheitsgefährdungen durch Luftverschmutzung, Feinstaub und Stickoxide einer soliden wissenschaftlichen Grundlage entbehren.

Die vielen Studien zu den Gefahren von Luftverschmutzung hätten große Schwächen, die herangezogenen Daten seien einseitig interpretiert worden, und ganz generell seien die Stickoxidforscher parteiisch, so die Autoren. Harter Tobak. Wäscht hier endlich mal jemand der wissenschaftlichen Gemeinschaft den Kopf und erklärt uns, wie es wirklich ist? Die aufgestellten Behauptungen wiegen derart schwer, dass man erwarten sollte, dass sie auch mit entsprechend validen und starken Argumenten, bestenfalls harten wissenschaftlichen Belegen untermauert werden.

In diesem Fall wäre eine solche Stellungnahme wünschenswert und würde der wissenschaftlichen wie gesellschaftlichen Debatte in dieser wichtigen Frage sehr helfen. Schließlich ist das Thema um die mit dem Verkehr verbundenen gesundheitlichen Belastungen im Auto-Land Deutschland und den jüngsten Manipulationsskandalen von VW und Konsorten besonders brisant. Doch hier herrscht leider komplette Fehlanzeige: Statt der erwarteten wissenschaftlichen Belege begeben sich die Autoren in eine peinliche Scheindebatte mit teils haarsträubenden Begründungen, die doch sehr an die Argumentationsmuster von Klimawandelleugnern und Tabaklobbyisten erinnern. Betrachten wir sie im Folgenden im Einzelnen.

Als erstes ziehen Köhler und Koch das banale Argument heran, dass Korrelationen keine Kausalitäten darstellen. Wir kennen diese Aussage aus anderen wissenschaftsskeptischen Zirkeln. Was sie für viele Menschen so verführerisch macht, ist, dass sie wahr ist, auch wenn sie gar keine Anwendung findet. Natürlich können wir aus einer Datenstudie, die uns Korrelationen aufzeigt, niemals ganz sicher auf Kausalitäten schließen.

Wer das behauptet (oder als Kritikpunkt an einer bestehenden Auffassung anführt), hat das Wesen der Wissenschaft nicht begriffen.

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Der falsche Gegner

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26-01-19 10:15:00,

Vor kurzem wurde hier das neue Buch „Zwischen Anarchismus und Populismus“ von Götz Eisenberg besprochen. Den ersten Band seiner „Trilogie zur Sozialpsychologie des entfesselten Kapitalismus“ (1) habe ich mit Genuss und großem Gewinn gelesen. In der Besprechung des neuen Buchs (2) auf Rubikon finden sich aber Zitate, die mich zum Widerspruch herausgefordert haben.

So heißt es beispielsweise:

„Wir müssen die Reißleine ziehen, den Generalstreik ausrufen gegen die Überwältigung des Lebendigen durch das Tote, das Maschinell-Mechanische. ‚Künstliche Intelligenz‘, Roboter und Algorithmen rauben uns Arbeit, Erfahrung und die Kontrolle über unsere Daseinsbedingungen.“

oder

„Irgendwann könnte es zu spät sein, nämlich dann, wenn es der Maschinenwelt gelungen ist, die Menschen nach ihrem Bild und ihrer Logik zu formen. Unter dem Stichwort ‚Selbstoptimierung‘ sind viele Menschen bereits dabei, sich an das Maschinen-Ideal anzupassen und sich zu Maschinenmenschen zu entwickeln. (…) Wie Lemminge stürzen wir uns von der digitalen Klippe.“

In den Zitaten tritt Technik als aktiv handelnd auf. Roboter und Algorithmen rauben uns Arbeit, der Maschinenwelt kann es gelingen, die Menschen nach ihrem Bild und ihrer Logik zu formen, und so weiter. Nein, das kann sie nicht!

Haben sich etwa die Dieselkraftwagen überlegt, wie man am besten die Abgasprüfstände hereinlegen kann? Nein, das waren die Manager und die willfährigen Ingenieure der Automobilindustrie.

Haben die Smartphones sich entschieden, dass sie keine Akkus mehr haben wollen, die man wechseln kann? Auch das waren die Manager, Marketing-Leute und Ingenieure.

Wollten die Laptops irgendwann einmal ein verklebtes Innenleben haben, damit man sie nicht mehr reparieren kann?

Haben die SUVs das Bedürfnis gehabt, überschwer zu werden und dennoch mit 240 Kilometern pro Stunde über die Autobahn zu rasen? Auch hier waren es die Manager, Verkaufsspezialisten und Ingenieure, die glaubten, den Wünschen kaufkräftiger Fahrer folgen zu müssen — Fahrer, an deren Verantwortungsgefühl oder sogar geistiger Gesundheit man zweifeln muss.

Will Software intelligenter werden als die Menschen und sich über sie erheben? Nein, das waren und sind Programmierer, die vorgegebenen oder eigenen Zielen folgen. Die Computer, auf denen die Programme laufen, können abgeschaltet werden, wenn Schaden erkennbar ist; allerdings kommt der Schaden einigen Menschen recht.

Ein abschließendes drastisches Beispiel: Hatten die auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfenen Atombomben den Wunsch, ihre Stärke zu erproben?

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Der falsche Boom | KenFM.de

Der falsche Boom | KenFM.de

15-10-18 01:15:00,

In Trumps Amerika boomen Not und Elend.

Hinweis zum Rubikon-Beitrag: Der nachfolgende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

Präsident Trump wirbt damit, dass es den USA unter seiner Ägide wirtschaftlich besser geht als je zuvor. Doch in der Lebenswirklichkeit vieler Amerikaner ist der angebliche Aufschwung nicht angekommen. Zwei Studien zum Jahr 2017, ausgeführt von der US-Notenbank sowie dem Meinungsforschungsinstitut Gallup-Sharecare, belegen gar einen Rückgang des Wohlbefindens. Betroffen sind wieder einmal die Schwächsten der Gesellschaft.

Ein Beitrag von David Rosen.

Es ist nun beinahe ein Jahrzehnt vergangen seit der letzten Finanzkrise, die eingeläutet hat, was als die „Große Rezession“ bezeichnet wird. Sie wirkte sich verheerend auf das US-Bankensystem und den Wohnungsmarkt aus und stürzte Millionen Amerikaner in abgrundtiefe Verzweiflung. Obwohl viele gebräuchliche Konjunkturindikatoren den Aufschwung der Wirtschaft suggerieren, befindet sich ein erheblicher Teil der amerikanischen Bevölkerung dem Gefühl nach in einer festgefahrenen Situation mit düsteren Zukunftsaussichten.

Am 6. August twitterte Präsident Trump: „Großartige Geschäftszahlen werden fast täglich verkündet. Die Wirtschaft war nie besser, das Jobangebot ist auf einem historischen Höhepunkt.“ Warum also fühlt sich eine zunehmende Zahl von Amerikanern trotz solcher guten Nachrichten unwohl?

Zwei kürzlich veröffentlichte Studien zeigen die wachsende Verzweiflung vieler Amerikaner, die sowohl von Trump als auch den Massenmedien unbeachtet bleibt. Eine Studie der US-Notenbank mit dem Titel „Bericht über das wirtschaftliche Wohlergehen der US-Haushalte im Jahr 2017“ und der „Wohlbefindens-Index“ des Meinungsforschungsinstituts Gallup-Sharecare schlüsseln ergänzende Details dieser Verzweiflung auf. Zusammengenommen zeichnen diese Studien ein beunruhigendes Bild des Leids der Amerikaner, insbesondere der schutzbedürftigsten Bevölkerungsgruppen des Landes.

Das Ende des American Dream

Während Trump versucht, jegliche Infragestellung seiner hohlen Prahlereien als „Fake News“ zurückzuweisen, wächst unter den Amerikanern der Eindruck, dass der einst stolz verkündete „American Dream“ ausgeträumt ist. Diesen Eindruck teilen Kapitalismuskritiker und einige Experten des Mainstreams ebenso wie (auf inkohärente Weise) jene,

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Brasilien hat die falsche Wahl

Brasilien hat die falsche Wahl

09-10-18 08:07:00,

Jair Bolsonaro. Bild: Fabio Rodrigues Pozzebom/Agência Brasil/CC BY-2.0

Der Rechtsextreme Bolsonaro hat nur Chancen auf das Präsidentenamt, weil die Demokratie in dem südamerikanischen Land angeschlagen ist

Brasilien erholt sich Anfang dieser Woche von einer ebenso absurden wie gefährlichen Präsidentschaftswahl: Der rechtsextreme Ex-Militär Jair Bolsonaro ging am Sonntag aus der ersten Runde der Abstimmung deutlich als Sieger hervor, obwohl er ein Außenseiter ohne institutionelle Unterstützung oder gar Erfahrung ist.

Die mögliche, vielleicht wahrscheinliche Wahl des 63-Jährigen ist auch das Ergebnis eines stillen und scheinbar unaufhaltsam fortschreitenden Putsches der Oberschicht gegen weite Teile der Bevölkerung und gegen die demokratische Ordnung. Das gefährliche Spiel der radikalen brasilianischen Oligarchie ist auch möglich, weil sie auf die Unterstützung der Finanzmärkte und der Industriestaaten, darunter auch Deutschland, setzen kann. So wird sich bei der Stichwahl am 28. Oktober zeigen, ob Brasiliens parlamentarische Demokratie in die Hände eines rechtsextremen Regimes fällt, dessen prominentester Vertreter schon jetzt unverhohlen mit schweren Menschenrechtsverletzungen droht.

Bolsonaro hatte bei der Wahl am Sonntag rund 46 Prozent der Stimmen erlangt, so die Wahlbehörde. Der linksgerichtete Fernando Haddad von der Arbeiterpartei (PT) erhielt rund 29 Prozent der Stimmen.

Das Ergebnis ist zwiespältig für Bolsonaro: Zwar hatten Umfragen ihn zuletzt bei etwa 36 Prozent der Stimmen gesehen. Dennoch hoffte der bekennende Anhänger der brasilianischen Militärdiktatur (1964-1985) auf eine absolute Mehrheit im ersten Wahlgang. Die zweite Runde dürfte für den Ultrarechten deutlich knapper werden. Zudem hat seine Partei PSL trotz großer Zugewinne im Kongress nur ein Zehntel der Sitze erlangt, im Senat sind es gerade einmal fünf von 66 Mandaten.

Damit ist schon jetzt klar, dass Bolsonaro auf ein Bündnis mit den beiden großen Machtblöcken im Kongress setzen muss: den Agrar-Unternehmern sowie den Evangelikalen, die beinahe die Hälfte der Abgeordneten kontrollieren. Die Armeeführung hat ihm indes bereits Unterstützung signalisiert. Haddad hingegen wird nun versuchen, den Widerstand der aufgeklärten Mittelschicht und der Armen, vor allem im afrobrasilianischen Nordosten, zu vereinen.

Bolsonaros Vormarsch war nur durch Manipulation möglich

Westliche Medien verwiesen nach dem Urnengang vom Sonntag wiederholt darauf, dass Bolsonaro einen Wahlkampf gegen die linke Arbeiterpartei geführt und sich als Kämpfer gegen die Korruption im Land inszeniert habe. Das stimmt durchaus, erklärt seinen Sieg aber nicht,

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Die falsche Israelpolitik

Die falsche Israelpolitik

05-09-18 10:40:00,

Ich brauche die Leser des Rubikon sicher nicht davon zu überzeugen, dass die Anbiederung der deutschen Behörden an Israel verwerflich ist. Daher werde ich mich weder zum deutschen Waffenhandel mit Israel noch zur absurden Behauptung äußern, die Sicherheit Israels sei deutsche Staatsräson. Dennoch möchte ich zwei allgemeine Bemerkungen über die offizielle Einstellung Deutschlands zu Israel machen.

Typischerweise rechtfertigen alle Bundesregierungen ihre Israelpolitik mit der Behauptung, Deutschland trüge eine historische Schuld gegenüber dem jüdischen Volk und müsste daher den Staat Israel besonders unterstützen. Ich hingegen behaupte, dass diese Erklärung verlogen ist und dass die Unterstützung des Staates Israel seitens Deutschlands und der westlichen Staaten in erster Linie auf weltlichen und strategischen Gründen beruht. Das zu belegen ist nicht schwer.

Gewiss trägt Deutschland eine historische Verantwortung gegenüber verschiedenen Volksgruppen wegen der Verbrechen des Dritten Reichs, wobei die Verfolgung der Juden beispiellose Maßstäbe erreichte. Der Staat Israel verkörpert aber nicht beziehungsweise nicht nur „die Juden“, sondern vertritt alle seine Bürger. Die Mehrheit der Bürger des Staates Israel ist weder Opfer des Dritten Reiches, noch ist sie deren Ahnen. Auf der anderen Seite leben sehr viele jüdische Opfer und Nachkommen der Opfer des Dritten Reiches außerhalb Israels. Nicht der Staat Israel noch das „jüdische Volk“ waren Opfer des Dritten Reiches, sondern Menschen. Staaten können nicht leiden. Viele der individuellen Opfer wurden von der Bundesrepublik finanziell und moralisch entschädigt, teilweise großzügig, was ich persönlich bestätigen kann. Darauf darf die Bundesrepublik stolz sein und kann sich als Vorbild für Israel im Umgang mit Vertriebenen betrachten.

Deutschland trägt aber auch eine weitere Verantwortung wegen der Verbrechen des Dritten Reiches. Deutschland müsste sich besonders gegen jegliche Art rassistischer Diskriminierung einsetzen, denn der Genozid an den Juden beruhte auf dem rassistischen Konzept von „Blut und Boden“.

Gerade der Staat Israel ist einer der übrig gebliebenen Staaten, die auf rassistischer Diskriminierung beruhen. Hier ist ein kurzer Exkurs zur Terminologie der Begriffe Rasse, Rassismus und rassistisch angebracht: Das Wort Rassismus beruht auf der Annahme, dass es unterschiedliche Menschenrassen gibt, die sich wesentlich voneinander unterscheiden. Der Begriff der rassistischen Diskriminierung wird wegen seines Sprachgebrauchs in internationalen Menschenrechtsorganisationen aufrechterhalten. Es handelt sich also um jegliche Diskriminierung auf Grund der Herkunft, Hautfarbe, Nationalität, Ethnie, und so weiter. Die Judenverfolgung seitens der Nazis war daher keine Rassenverfolgung, da Juden keine Rasse sind, sondern die Verfolgung von Menschen auf Grund ihrer religiösen Zugehörigkeit.

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Das falsche Leben

Das falsche Leben

30-08-18 11:05:00,

Wenn viele Menschen traumatisiert sind, wenn viele von ihnen in Täter-Opfer-Dynamiken innerlich feststecken, werden auch die menschlichen Kollektive zu traumatisierten und traumatisierenden Gesellschaften. Woran kann man diese erkennen? Das ist ähnlich wie bei einem einzelnen Menschen, bei dem sich seine Traumatisierungen in Form von körperlichen und psychischen Symptomen sowie in seinen Trauma-Überlebensstrategien zeigen. Auch in den Gesellschaften drücken sich ihre Traumatisierungen anhand von massenhaft auftretenden negativen sozialen Symptomen aus sowie in den gesellschaftlich bevorzugten Überlebensstrategien, um mit diesen Symptomen umzugehen. Solche sozialen Symptome können u.a. sein:

  • Hohe Raten von Abtreibungen, viele frühe Schwangerschaften bei jugendlichen Müttern,
  • viele Frauen, die ungewollt Mutter werden und zu viele Kinder bekommen,
  • hohe Raten von Geburtskomplikationen, die mit schweren körperlichen und psychischen Verletzungen für Mütter und Neugeborene verbunden sind (Zangen-, Vakuum-, »Kaiser«schnitt-Geburten),
  • geringe Anzahl stillender Mütter,
  • hoher Prozentsatz von Babys, die zu früh und zu lange von ihren Müttern getrennt werden (Kinderkrippen, Weggeben der Neugeborenen zu den Großeltern, ältere Geschwister, die sich wie Eltern um die jüngeren Geschwister kümmern müssen),
  • frühe Verwahrlosung von vielen Kleinkindern mit psychosomatischen Erkrankungsfolgen (z.B. langes Bettnässen, Ohren-, Hals- und Hauterkrankungen),
  • sehr viele alleinerziehende Mütter,
  • hohe Fallzahlen von sexueller Traumatisierung von Babys, Klein-, Vorschul- und Schulkindern,
  • schulischer Konkurrenzdruck mit hohen Raten von »Schulversagern«, mit Folgen wie »Depressivität«, »Hyperaktivität« oder »Mobbing« bei den Schülern,
  • hoher Druck auf die Eltern, Familien- und Arbeitsleben in einer Konkurrenzökonomie zu »vereinbaren«,
  • Ausbeutung und Lohn-Sklaverei,
  • hohe Arbeitslosigkeitsquoten bei der arbeitsfähigen Bevölke-rung,
  • weitverbreitete Geldarmut in allen Lebensaltern,
  • keine Altersabsicherung oder niedrige Renten für einen Groß-teil der arbeitenden Menschen,
  • hohe Verbrechensraten (Diebstähle, Einbrüche, Betrügereien, Morde) und viele Menschen, die nach Gefängnisstrafen oft noch stärker psychisch gestört sind als zuvor,
  • Gewalt- und Actionfilme auf allen Medienkanälen, gewaltverherrlichende Computerspiele,
  • allgegenwärtige Pornographie und Prostitution mit den dazu-gehörigen kriminellen Milieus,
  • weitverbreiteter Suchtmittelkonsum und süchtiges Verhalten in verschiedenster Form (Medikamente, Alkohol, Heroin, Kokain, Designer-Drogen, Spiel-, Kauf-, Arbeits-, Fress- oder Beziehungssucht),
  • hohe Raten chronifizierten körperlichen Leidens und ein Gesundheitssystem, das dafür keine effektiven Heilbehandlungen anbieten kann,
  • hohe Raten von Menschen mit chronifizierten psychischen Auffälligkeiten, die durch das Psychiatrie- und Psychotherapie-System nicht geheilt, sondern nur verwaltet werden (»Drehtür-Psychiatrie«),
  • hohe Selbstmordraten,

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Tagesdosis 17.8.2018 – Falsche Flagge gegen Iran? | KenFM.de

Tagesdosis 17.8.2018 – Falsche Flagge gegen Iran? | KenFM.de

17-08-18 12:05:00,

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Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Ende letzten Monats ging unter Berufung auf einen Bericht eines australischen Senders die Warnung rund um die Welt, dass der Tiefe Staat in Washington mit der Hilfe von australischen und britischen Komplizen einen Angriffskrieg gegen Iran vorbereitet. Noch in diesem Monat August, so die Berichte, wollten die Kriminellen in Nadelstreifen-Anzügen mit ihren Menschenvernichtungsmachinen losschlagen, um – so das Urteil des Nürnberger Tribunals gegen die Nazis – ein weiteres Mal das „schlimmste aller Verbrechen“ zu begehen, nämlich einen Angriffskrieg zu führen.

Sollte es tatsächlich zu diesem Krieg gegen Iran kommen, dann wird natürlich die westliche Öffentlichkeit von den brutalen Fakten dieser Aggression geschützt werden. Die ungeschminkte Wahrheit dieser Kriege, die aus einer Mischung von Menschenverachtender Machtgeilheit gepaart mit geo-strategischen und wirtschaftlich lukrativen Interesses geführt werden, kann man zu Hause dem auf Humanitätsduselei getrimmten Wahlvolk nicht zumuten. Allein deshalb muss ein Krieg gegen Iran, auf den sich die von Deutschen gehätschelte israelische Regierung besonders freut, als humanitäre Operation dargestellt werden.

Aber das allein wird für die Durchführung einer „robuste“ Intervention, wie es im NATO-Jargon heißt – nicht mehr reichen, denn große Teile der Bevölkerung sind misstrauisch geworden, was man ihnen angesichts der „humanitären“ Zerstörung des libyschen Wohlfahrtsstaates und der Gesellschaft des Landes durch die westlichen Verbrechergemeinschaft nicht verdenken kann. Um dennoch einen Krieg gegen Iran rechtfertigen zu können, musste schon eine spektakuläre, unter falscher Flagge gegen die USA geführte Operation her. Und zwar eine Operation, die von derart abscheulichen Umständen begleitet ist, dass die ganze „zivilisierte“ Welt des Westens vor Empörung aufschreit und die Bestrafung Teherans fordert.

In der Tat warnte der US-Armee Oberst Douglas Macgregor am 25. Juli dieses Jahres auf im populären US-TV-Sender „VOX“ die US-Öffentlichkeit, dass die zionistischen, neokonservativen Kriegstreiber in den US-Geheimdiensten mit einer „Falschen Flagge Operation“ gegen US-Streitkräfte im Persischen Golf Präsident Trump in einen Schießkrieg gegen Iran hineinmanipulieren könnten. Was mit dem Präzedenzfall im Golf von Tonkin funktioniert hat, um den US-Bombenkrieg gegen Nordvietnam zu rechtfertigen, könnte doch genauso gut im Persischen Golf wieder funktionieren. Und so abwegig ist diese Überlegung nicht,

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Das falsche Tabu

Das falsche Tabu

31-07-18 12:04:00,

Um es sogleich und aufrichtig vorweg zu nehmen: Die gerade erschienenen Studie „Antisemitismus 2.0 und die Netzkultur des Hasses“ (1) enthält manche lehrreiche Passagen. Alleine die angeführten Zitate lassen einen beim Lesen die Notwendigkeit spüren, eine Antisemitismusdebatte zu führen. Auch andere Passagen sind teilweise lesenswert und es wird gewiß noch an anderen Stellen darüber berichtet werden. Ich erlaube mir aber diesen Teil der Lesung auszusparen: nicht, um diese Dinge zu unterschlagen, sondern, um Aspekte vorzutragen, die aus meiner Sicht zuerst geklärt werden sollten.

Was mich beschäftigt, ist die Frage, wie sich manch Undifferenziertheit und manch mangelnde wissenschaftliche Präzision in Schwarz-Friesels Studie einschleichen konnten, obschon die Studie über mehrere Jahre hinweg – nämlich von 2014 bis 2018 – angefertigt wurde. Ich möchte also nicht so unhöflich sein und annehmen, dass es sich um Flüchtigkeitsfehler handelt.

Wer über Antisemitismus spricht, sollte zuerst definieren, worüber er spricht. Schwarz-Friesel schlägt folgende Definition vor:

„Antisemitismus ist eine feindselige, ressentimentgeleitete Einstellung gegenüber Jüdinnen und Judentum, sowie seit der Staatsgründung auch Israel gegenüber, das als jüdischer Staat im besonderen Fokus aller antisemitischen Aktivitäten steht, da es das ostentative Symbol für jüdisches Überleben und genuin jüdische Lebensweise nach dem Holocaust ist.“ (Seite 12 in (1))

Diese Definition, von Antisemitismus schließt also ganz explizit eine „feindselige, ressentimentgeladene Einstellung gegenüber Israel“ ein. Ich halte diese Definition für absurd, weil damit

  1. orthodoxe Juden, die aus religiösen Gründen radikal antizionistisch denken, sprechen und handeln und gerne Israelfahnen verbrennen (2,3), als Antisemiten einzustufen wären; weil es
  2. nicht sehr klug erscheint, die sprachliche Differenzierung zwischen der feindseligen Einstellung zu einem Land bzw. dessen Politik/politischer Entstehungsgeschichte und einer besonderen Form von Rassismus aufzugeben; und weil
  3. eine Differenzierung der beiden Themen möglich und nötig ist, da die beiden Begriffe weder deckungsgleich sind, noch der eine ein Überbegriff für den anderen ist: natürlich gibt es Antisemiten die eine „feindselige ressentimentgeladene Einstellung gegenüber dem Staat Israel haben“ (wahrscheinlich der Normalfall), aber es mag auch Antisemiten geben, die den Staat Israel befürworten in dem Sinne, dass „die Juden am besten abgesondert vom Rest der Welt“ leben sollten.

Schwarz-Friesel macht mit Ihrer Definition also gleich zu Beginn klar, dass sie nicht gewillt ist, eine sprachlich angemessene Differenzierung an den Tag zu legen. Das wird natürlich zu einigen Missverständnissen führen.

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Mittelmeer-Migranten: Falsche Slogans und Hotspots am falschen Ort

Mittelmeer-Migranten: Falsche Slogans und Hotspots am falschen Ort

22-06-18 07:50:00,

Das Rettungsschiff “Lifeline” im Hamburger Hafen unter dem früheren Namen Sea-Watch 2. Foto (von 2016): Hol and / CC BY-SA 4.0

  1. Mittelmeer-Migranten: Falsche Slogans und Hotspots am falschen Ort

  2. Die Dringlichkeit in den Köpfen und die Fakten

  3. Die Lösung: Hotspots in Nordafrika …


  4. Auf einer Seite lesen

Mission Lifeline – das nächste Rettungsschiff mit Migranten, das einen sicheren Hafen sucht. Wie könnten europäische Lösungen aussehen?

Der Streit zwischen den Seenotrettern-NGOs und der neuen italienischen Regierung geht weiter. Nach der Aquarius hat nun das Rettungsschiff Lifeline Migranten an Bord, für die sie einen sicheren Hafen sucht. Über 200 sind es, die Versorgung auf dem Schiff kann nur kurzfristig gewährleistet werden. Der italienische Innenminister gab Bescheid, dass italienische Häfen für das Schiff der deutschen NGO geschlossen sind.

Es ist keine bloße Wiederholung des Aquarius-Dramas. In diesem Stück geht es schärfer zu und es werden andere Hintergründe aufgezogen. Innenminister Salvini begnügt sich nicht mit der Erklärung, dass Italien keine Migranten von der Lifeline auf italienischen Boden lässt, sondern er erhebt schwere Vorwürfe gegen die Besatzung.

Sie habe in einem Bereich agiert, wofür die libysche Küstenwache verantwortlich sei und darüber hinaus falsch gehandelt, weil sie damit mehr Gerettete aufnahm, als ihre technischen Möglichkeiten zulassen. Zuletzt warf der italienische Innenminister den Verantwortlichen des Rettungsschiffes vor, dass sie unter falscher Flagge fahren, weswegen er – zusammen mit dem Transportminister – die Absicht äußerte, das Schiff der Mission Lifeline wie auch den Seefuchs der NGO Sea-Eye zu beschlagnahmen.

Die Story zum Feindbild

Beides sind deutsche NGOs und passen damit zu einem Feindbild, mit dem Salvini großen Publikumserfolg hat und auch hierzulande Beifall bekommt: Die NGOs sind in diesem Bild “deutsche Taxis” im Mittelmeer, die das Geschäft der Schlepper betreiben und zig Tausende Migranten nach Italien bringen. Das Verhalten der NGOs wird in den Anklagen, die in Foren nicht nur in Italien zu einem Chor der Entrüstung angewachsen sind, mit einer gewissen Überheblichkeit des Verhaltens Deutscher in Europa verbunden.

Es ist eine Diffamierungskampagne.

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Tagesdosis 3.4.2018 – Falsche Flaggen: Von Anthrax bis Novichok | KenFM.de

Tagesdosis 3.4.2018 – Falsche Flaggen: Von Anthrax bis Novichok | KenFM.de

03-04-18 12:08:00,

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Ein Kommentar von Mathias Bröckers.

Lehrkräfte, Professoren, politische Bildungseinrichtungen… bitte mal kurz herhören: im Zusammenhang mit dem vergifteten britisch-russischen Spion Skripal und seiner Tochter sind jetzt Dokumente aufgetaucht, die sich ganz hervorragend für das Medienkompetenz-Training von Studierenden eignen. Es handelt sich um die geleakten Papiere, mit denen die britische Regierung die europäischen Nationen erfolgreich überzeugte, sich an der Ausweisung russischer Diplomaten zu beteiligen.  Beweise werden auf den fünf Seiten des Briefings keine benannt – außer dass das Gift sehr wahrscheinlich von einem Typ sei, der in der Sowjetunion entwickelt wurde. In dem Papier heißt es allerdings, dass  dieser “Novichok” genannte Gifttyp “nur  von Russland” entwickelt worden sei.  Ein Hinweis darauf, dass die Formeln seit Jahrzehnten allgemein bekannt sind und im Prinzip jeder so ein Gift herstellen kann, legten die Briten ihren EU-Kollegen nicht vor. Stattdessen aber eine beeindruckende Seite, warum nur Russland als Täter in Frage kommt und dass dies eine – Zitat –  “neue Phase der russischen Aggression” bedeuten würde. Zwölf Schwerverbrechen werden dem Täter hier zur Last gelegt: von der Vergiftung Alexander Litvinenkos 2006 über die “Destabiliserung” der Ukraine 2014  und den Abschuss der MH-17 bis zur “Einflussnahme auf die US-Wahlen und den ominösen “Bundestagshack”.

Für keine dieser “Taten” liegen Beweise vor, die von einem Gericht oder einer internationalen Behörde geprüft und anerkannt sind –  das  Vorstrafenregister ist somit komplett im Bereich der Verdächtigung, Vermutung, sowie der üblen Nachrede anzusiedeln. Es handelt sich dabei um nichts anderes als Verschwörungstheorien, also Hypothesen, für die es Indizien und Spuren geben mag, aber eben keine Beweise. Doch reicht eine solche Litanei von Behauptungen ganz offensichtlich aus, um die “Solidarität” anderer EU-Staaten einzufordern und eine internationale diplomatische Krise herauf zu beschwören.

Um zu zeigen, wie “Fake News” und “Verschwörungstheorien” funktionieren, wenn sie von höchster Stelle verlautbart und von den McMedien-Konzernen konzertiert und unhinterfragt verbreitet werden, bieten die sechs geleakten Power-Point-Folien samt ihrer politischen Folgen einen hervorragenden Anschauungsunterricht. Und wer nicht glauben will, dass mit derart dreisten Unterstellungen Politik gemacht wird, der kann sich von der “Zeit” belehren lassen: “Es braucht keine eindeutigen Beweise!” heißt es da.

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Falsche Flaggen

Falsche Flaggen

03-04-18 10:36:00,

Es handelt sich um die geleakten Papiere, mit denen die britische Regierung die europäischen Nationen erfolgreich überzeugte, sich an der Ausweisung russischer Diplomaten zu beteiligen. Beweise werden auf den fünf Seiten des Briefings keine benannt – außer dass das Gift sehr wahrscheinlich von einem Typ sei, der in der Sowjetunion entwickelt wurde.

In dem Papier heißt es allerdings, dass dieser “Novichok” genannte Gifttyp “nur von Russland” entwickelt worden sei. Ein Hinweis darauf, dass die Formeln seit Jahrzehnten allgemein bekannt sind und im Prinzip jeder so ein Gift herstellen kann, legten die Briten ihren EU-Kollegen nicht vor. Stattdessen aber eine beeindruckende Seite, warum nur Russland als Täter in Frage kommt und dass dies eine – Zitat – “neue Phase der russischen Aggression” – bedeuten würde. Zwölf Schwerverbrechen werden dem Täter hier zur Last gelegt: von der Vergiftung Alexander Litvinenkos 2006 über die “Destabiliserung” der Ukraine 2014 und den Abschuss der MH-17 bis zur “Einflussnahme auf die US-Wahlen und den ominösen “Bundestagshack”.

Für keine dieser “Taten” liegen Beweise vor, die von einem Gericht oder einer internationalen Behörde geprüft und anerkannt sind – das Vorstrafenregister ist somit komplett im Bereich der Verdächtigung, Vermutung, sowie der üblen Nachrede anzusiedeln. Es handelt sich dabei um nichts anderes als Verschwörungstheorien, also Hypothesen, für die es Indizien und Spuren geben mag, aber eben keine Beweise. Doch reicht eine solche Litanei von Behauptungen ganz offensichtlich aus, um die “Solidarität” anderer EU-Staaten einzufordern und eine internationale diplomatische Krise herauf zu beschwören.

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Um zu zeigen, wie “Fake News” und “Verschwörungstheorien” funktionieren, wenn sie von höchster Stelle verlautbart und von den McMedien-Konzernen konzertiert und unhinterfragt verbreitet werden, bieten die sechs geleakten Power-Point-Folien samt ihrer politischen Folgen einen hervorragenden Anschauungsunterricht. Und wer nicht glauben will, dass mit derart dreisten Unterstellungen Politik gemacht wird, der kann sich von der “Zeit” belehren lassen: “Es braucht keine eindeutigen Beweise!” heißt es da. Erstaunlich in einem einst für den liberalen Rechtsstaat stehenden Blatt, für Frontmagazine des Kalten Kriegs aber üblich. Wenn’s gegen den Richtigen geht, sind Rechtsnormen und Prozessordnung zweitrangig.

Unterdessen wird aus London pünktlich zu Ostern eine Wiederauferstehung von den Toten gemeldet: die angeblich mit dem militärischen Kampfstoff “Novichok” vergiftete Julia Skripal ist wieder bei Bewußtsein.

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