Wie Medien Falsches berichten, weil es ins Narrativ past

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16-07-19 11:01:00,

Die gefundene Rakete. Bild: poliziadistato.it

Gestern nahm die italienische Polizei drei Rechtsextreme fest, die eine Rakete und ein Waffenlager in Besitz hatten. Sie hatten in der Ukraine gegen die Separatisten gekämpft. Viele Medien machten daraus “pro-russische” Kämpfer

Kurz vor dem Jahrestag des Abschusses der malaysischen Passagiermaschine MH17 zirkuliert eine Meldung durch die Medien, die deutlich macht, wie der Blick der Medien und Journalisten im westlichen antirussischen Narrativ gefangen ist. Sie lässt auch erkennen, wie konform Medien berichten, die Meldungen von Nachrichtenagenturen verbreiten.

Gestern wurde bekannt, dass die italienische Polizei unter der Leitung der Staatsanwaltschaft von Turin in einer Operation gegen Rechtsextreme Razzien in Mailand, Varese, Pavia, Novara und Forlì ausgeführt hat. Es wurden drei Männer festgenommen, ein Schweizer und zwei Italiener. Der frühere Zollinspektor Fabio Del Bergiolo war Mitglied der rechtsextremen Forza Nova. Gefunden wurde bei den drei Männern ein großes Waffenlager und eine funktionsfähige Luft-Luft-Rakete des Typs Matra, die in Katar gekauft wurde und vermutlich weiterverkauft werden sollte.

Bild: poliziadistato.it

Die Antiterror-Abteilung DIGOS in Turin hat seit einem Jahr die Rechtsextremen überwacht und abgehört, nachdem diese an Kämpfen in der Ukraine gegen die Separatisten teilgenommen haben. Dort kämpfen bekanntlich in rechtsnationalistischen und faschistischen Milizen – am bekanntesten ist das Azow-Bataillon – auf der Seite der ukrainischen Armee. Das Azow-Bataillon zog kampfwillige Rechtsextreme aus vielen anderen Ländern an, darunter auch aus Deutschland oder aus Russland.

Hier konnten die Rechtsextremen an Waffen gelangen sowie den Umgang mit Waffen aller Art im Kampfeinsatz trainieren. So wurde die Ukraine auch zum Trainingslager für gewaltbereite Rechtsextremisten, die wie im Fall der Festgenommenen auch im Waffenhandel tätig sind. Neben der Rakete fanden die Polizisten 9 Sturmgewehre, eine Maschinenpistole, 7 Pistolen, 3 Schrotflinten, 20 Bajonette, fast tausend Patronen und viele Waffenteile. Beschlagnahmt wurden auch zahlreiche Nazi-Symbole.

Zurechtgebogene Weltsicht

Interessant ist bei der Meldung, darauf machte mich ein Leser aufmerksam, dass in vielen Medien die Rede davon war, dass die Rechtsextremen auf der Seite der Separatisten gekämpft hatten. So lautet die Unterzeile des Berichts im Tagesspiegel: “Die Razzien richteten sich gegen mutmaßliche pro-russische Ukraine-Kämpfer.” Bei n-tv gibt es eine kleine Abwandlung: “Die Verdächtigen sollen pro-russische Ukraine-Kämpfer gewesen sein.” In der Mitteilung der Polizei steht allerdings ausdrücklich,

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Falsches Verständnis

Falsches Verständnis

07-09-18 07:22:00,

8,541 Milliarden Euro standen im deutschen Bundeshaushalt im Jahr 2017 für die Entwicklungshilfe zur Verfügung. Zum Vergleich: Im selben Jahr gab Deutschland 44,3 Milliarden Euro für Rüstung aus. Die Bundesregierung bevorzugt also eine Industrie, die Zerstörung, Leid und Tod über die Menschen bringt, gegenüber Programmen, die Menschen helfen sollen.

Mit seinen Ausgaben für Entwicklungshilfe bleibt Deutschland zudem hinter dem von der OECD festgelegten Ziel, hierfür 0,7 Prozent des BIP auszugeben, zurück. Im Jahr 2015 waren es nur 0,52 Prozent. Trotz dieses geringeren Prozentsatzes lag die Bundesregierung allerdings noch immer über dem Durchschnitt der OECD Länder. Kein „entwickeltes“ Land scheint sich also ernsthaft für das Fortkommen der als „unterentwickelt“ bezeichneten Länder einzusetzen.

Doch auch die Gelder, die für angebliche Entwicklungshilfe ausgegeben werden, sind zumeist nichts anderes als eine Außenwirtschaftsförderung. So subventionieren die Bundesregierung und die europäische Union in Afrika agierende, westliche Konzerne, damit diese dort Land privatisieren und eine auf Monokultur basierende Landwirtschaft aufbauen, wobei sie nicht selten Menschen von ihrem Land vertreiben. Was das mit „Hilfe“ zu tun haben soll, erschließt sich wahrscheinlich nur einem vom Neoliberalismus verblendeten Großindustriellen.

Doch es geht noch absurder: Die sehr interessante Dokumentation „Konzerne als Retter“ zeigt einen Fall, in dem ein aus Europa stammender Unternehmer in einem von Armut geprägten afrikanischen Land mit europäischer Entwicklungshilfe Kühlhäuser errichtet hat, um dort Fertigpizzen eines namhaften Herstellers verkaufen zu können. Fertigpizza überdies, die sich ein Durchschnittsbürger dieses Landes überhaupt nicht leisten kann.

Dieses Beispiel offenbart sehr anschaulich das Problem der sogenannten Entwicklungshilfe. Westliche Regierungen wähnen sich als großzügige Gönner und selbstlose Unterstützer armer, „unterentwickelter“ Regionen, indem sie einen verschwindend geringen Teil ihres Haushaltes für diese Länder bereitstellen. Doch nur circa ein Viertel der Gelder sind „Zuschüsse“, also Gelder, die nicht zurückverlangt werden. Das bedeutet im Umkehrschluss: Für den Rest erwarten die westlichen Länder eine Gegenleistung oder eine Rückzahlung.

Der Zweck dieser Gelder soll sein, in den betreffenden Ländern eine nach westlichem Vorbild konstituierte Wirtschaft aufzubauen, sodass diese eine eigene Industrie, eine industrielle Landwirtschaft oder einen Technologiesektor errichten können. Auf diese Weise sollen die Länder „wettbewerbsfähig“ werden. Doch tun die westlichen Länder das aus purer Menschenfreundlichkeit?

Natürlich nicht. Es scheint vielmehr, dass – nachdem China sich zu einem immer wichtigeren und mächtigeren Wirtschaftsreich erhebt – die westlichen Länder eine neue Werkbank für ihren Konsum benötigen.

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Falsches Spiel | KenFM.de

Falsches Spiel | KenFM.de

27-06-18 11:52:00,

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Falsches Spiel

Falsches Spiel

20-06-18 09:26:00,

Leider ist der neue Antisemitismusbeauftragte Felix Klein gleich eine Woche nach Amtsantritt dabei deutlich übers Ziel hinausgeschossen: Laut Zeit.de lief Klein in der ersten Reihe beim sogenannten „Marsch des Lebens“ mit, einer Demonstration, die sich den Kampf gegen Antisemitismus und Israelhass auf die Fahnen geschrieben hat, Israelfahnen schwenkt und dabei gut verhüllt, wes Geistes Kind sie tatsächlich ist.

Veranstalter ist nämlich die „TOS Dienste Deutschland e. V.“ (einstmals Tübinger Offensive Stadtmission), eine 1987 gegründete neupfingstlich-charismatische, fundamentalistische Christen-Gemeinde. Deren Ziel ist es – ähnlich wie bei den Kreationisten oder Evangelikalen – dass alle Juden sich im ‚Heiligen Land’ zusammenfinden, also das, was auch Zionisten, religiöse Juden und gewisse israelische Politiker anstreben. Das Ziel der TOS ist aber nicht die Judaisierung Palästinas, im Gegenteil: Ihrer Vorstellung nach sollen sich dort erst einmal die Juden aus aller Welt sammeln. Dann erst kann der Messias, also der Jude Jesus, ein zweites Mal erscheinen, und dann – aber erst dann – können alle Juden endlich begreifen, dass die wahre Heilslehre in ihm liegt und sich endlich selbst zum Christentum bekehren.

Anders gesagt:

Eigentliches Ziel dieser verquasten Glaubensgemeinschaft im Deckmantel des Christentums, der Brüderlichkeit und der Antisemitismusbekämpfung ist das krasse Gegenteil: Die Welt von Juden frei zu machen, sie an einem Ort zu konzentrieren und sich schließlich ganz des Judentums zu entledigen, indem Juden am Ende zu Christen werden.

Da diese Spinner nur vergleichsweise Wenige sind und meiner Meinung nach kaum konkrete Gefahr von ihnen ausgeht, will ich mich nicht weiter mit ihnen befassen. Viel bedenklicher ist es, dass der Antisemitismusbeauftragte offensichtlich in eine Falle getappt ist, die ihm noch viele Male in dieser oder ähnlicher Form begegnen wird – und das halte ich für gefährlich.

Die Bundesregierung hat sich zwar um eine neue Definition von Antisemitismus bemüht, diese ist allerdings in eine Nicht-Definition ausgeartet, wie Prof. Norman Paech im Rubikon-Artikel vom September 2017 eindrücklich beschreibt .

Aber ist diese (Nicht-) Definition geeignet, um Menschen hierzulande wirklich begreiflich zu machen, wer Antisemit ist? Und umgekehrt: Ist jeder, der Israel-Fahnen schwenkt, per se ein Judenfreund? Oder ist es nicht wirklich an der Zeit, klar zu unterscheiden zwischen Menschen, die – warum auch immer – etwas gegen Juden haben, sprich: Antisemiten sind, und Menschen, die etwas gegen die Politik des Staates Israel in Bezug auf Besatzung,

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