Der amerikanische Faschismus

der-amerikanische-faschismus

11-09-19 10:28:00,

Donald Trumps Wut auf China ist eines von vielen Zeichen für den Vormarsch des Neofaschismus in der amerikanischen Politik — und das zu einer Zeit, in der weder der Kongress noch die Gerichte daran interessiert zu sein scheinen, die Macht des Präsidenten zu beschränken. Trumps einzigartige Form des Neofaschismus äußerte sich anfangs durch seine Versuche, gegen kritische Journalisten wegen „Verrats“ vorzugehen sowie durch die Ausrufung eines weißen Ethno-Nationalismus mittels der Erklärung eines „Notstandes“.

Dies ermöglichte ihm die Kriminalisierung von Einwanderern, die in konzentrationslagerähnlichen Gefangenenlagern festgehalten werden, sowie die Beschlagnahmung von Steuergeldern für den Bau einer vom Kongress niemals genehmigten Mauer an der Grenze zu Mexiko.

Der aufkommende Faschismus nimmt derzeit wegen Trumps Bemühungen, die Investitionsvorschriften US-amerikanischer Unternehmen zu bestimmen und einen Handelskrieg mit China heraufzubeschwören, immer drastischere Formen an.

Ende August kündigte Trump an, er wolle den Handelskrieg mit China durch die Einführung eines zusätzlichen Zolls von 5 Prozent auf chinesische Waren im Wert von 250 Milliarden US-Dollar verschärfen. So wird zum 1. Oktober eine Steuer von 30 Prozent erreicht, verbunden mit Sonderabgaben in Höhe von 15 Prozent — im Gegensatz zu dem bisher geplanten Satz von 10 Prozent — auf weitere Importwaren im Wert von 300 Milliarden US-Dollar, die am 1. September in Kraft traten. Trotzdem ist die größte Kontroverse nicht Trumps Säbelrasseln mit China an sich, sondern sein einseitiger Versuch, amerikanische Unternehmen daran zu hindern, weiterhin Geschäfte mit China zu machen. Auf Twitter verkündete Trump:

„Unsere großartigen amerikanischen Unternehmen sind hiermit angewiesen, sich sofort nach einer Alternative zu China umzusehen. Im besten Falle heißt das, unsere Unternehmen wieder NACH HAUSE zu bringen und eure Produkte in den USA herzustellen.“

Diese „Anweisung“ war politisch motiviert und steht im Einklang mit Trumps „America-First“-Agenda, sichtbar auch an folgender Aussage: „Wir brauchen China nicht und ehrlich gesagt wären wir ohne die viel besser dran“.

Für diejenigen, die den neofaschistischen Staatschef mit dem Argument verteidigten, dass die Aussage doch nicht ernst gemeint und er US-Unternehmen nicht wirklich herumkommandieren wolle: Trump sah das ganz anders. Er erklärte auf Twitter, dass seine Verfügung gemäß dem International Emergency Economic Powers Act aus dem Jahr 1977 zulässig sei.

Dieses Gesetz ist einem Bericht der New York Times zufolge vor allem zur Strafverfolgung von Terroristen und Drogenhändlern angewendet worden und war ursprünglich dazu gedacht,

 » Lees verder

Der neue Faschismus

der-neue-faschismus

25-08-19 09:13:00,

20 Beobachtungen

1) Der neue Faschismus versteht sich als Abwehrkampf gegen Entwicklungen, die längst stattgefunden haben. Darin ist er insofern authentisch, als die positiven Entwicklungen authentisch sind, die er bekämpft.

2) Der neue Faschismus lebt in finanzieller und emotionaler Hinsicht von der Sympathie bürgerlicher Ehrenleute. Dass Olaf Henkel und Bernd Lucke keine Faschisten sind, sagt in dieser Hinsicht viel: Sie brachten dennoch die erfolgreichste faschistische Partei in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Weg. Sie legten die Behelfsbrücke, über die die Truppen marschieren wollen.

3) Weil das große, das mittlere und das kleine Bürgertum seine Interessen von der Polizei, den Geheimdiensten und der Bundeswehr beschützt sehen will (daher auch die ständigen Klagen über ihre mangelnde Schlagkraft), kann es die schleichende Übernahme der Organe durch Faschisten nicht einordnen. Die “Verirrten”, die Leichensäcke bestellen und Zehntausende Schuss Munition horten, die schwarzen Schafe, die nach und nach wie durch Zauber ganze Herden dunkel färben, die Seilschaften in den Geheimdiensten, die ihre Beobachtungsobjekte erst hochpäppeln und dann um jeden Preis schützen – sie alle bleiben auf diese Weise im hellen Tageslicht unsichtbar.

4) Von der Dummheit des neuen Faschismus und von der Verrohung der Gesellschaft reden ist leicht. Aber beides musste vorbereitet und genährt werden. Das neue Theater der Grausamkeit hatte eine Bauzeit. Ohne das hyperzynische Gehampel des Privatfernsehens und ohne Talkshows, in denen die Barbarei als Option diskutiert wurde, hätte dieses Theater keine Bühne. Der Arbeits- und Ehrbarkeitsfetisch des neuen faschistischen Kleinbürgers dröhnte schon aus “Richterin Barbara Salesch” hervor. Ohne Anne Will keine Alice Weidel.

5) Der Faschismus ist vieles, aber er ist auch eine Kultur (Christoph Spehr). Je deutlicher wird, dass er ein integraler Bestandteil der deutschen Kultur ist, desto wichtiger wird Goethe. In der Dresdner Frauenkirche ist es so sauber, weil nichts an die Ruine erinnern soll, die sie zu Recht einmal war. Dass der Fundus des Berliner “Humboldt-Forums” prallvoll mit Raubkunst aus aller Welt ist, macht das goldene Kreuz auf seinem Dach nötig.

6) Wie ihre Vorbilder sind die neuen Faschisten gerührt über ihre Großzügigkeit, wenn sie die Opferlisten nicht sofort abarbeiten. Ihr Augenmaß beweist es: Sie wollen keine Unmenschen sein. Kurz nach der Großzügigkeit setzt der Sachzwang oder die Mordlust ein, whichever comes first.

7) Ohne die Feingeister,

 » Lees verder

„Faschismus war immer Missgeburt des Kapitalismus“ – Sozialphilosoph warnt junge Deutsche

„faschismus-war-immer-missgeburt-des-kapitalismus“-–-sozialphilosoph-warnt-junge-deutsche

22-05-19 05:50:00,

Der renommierte Sozialphilosoph Dr. Michail Popow vermutet im Sputnik-Interview, dass manche Menschen sich seit der Hitler-Zeit wenig geändert haben. Nicht nur die Verharmlosung der NS-Verbrechen soll bei ihnen gewichtig sein, sondern auch die allgemeine Haltung gegenüber Faschismus – zumindest seiner wirtschaftlichen Grundlage.

Die Konzernerbin und „glückliche Kapitalistin“ Verena Bahlsen hatte Vorwürfe gegen ihre Familie blitzschnell abgetan: Dass der Keks-Konzern Bahlsen sich im Dritten Reich mindestens 250 Zwangsarbeiter habe aus der Ukraine verschleppen lassen und sie später wohl nie entschädigte, sei doch nicht das, was sie mit dem Kapitalismus gemeint habe. Übrigens sagte sie: „Das war vor meiner Zeit und wir haben die Zwangsarbeiter genauso bezahlt wie die Deutschen und sie gut behandelt.“ Also „Bahlsen hat sich nichts zu Schulden kommen lassen.“ Eine 26-jährige Millionenerbin mit einem Hang zu originellen Ideen, aber offenbar wenig Wissen über die Jahre 1933 bis 1945.

Verena Bahlsen (Archivbild)

©
AFP 2019 / Monika Skolimowska / dpa

Schaut man etwas genauer auf die Geschichte der Bahlsens, stellt sich heraus, dass Verenas Opa und seine Brüder in der NSDAP waren und die SS förderten, was den Experten zufolge nicht zwangsweise erfolgte. Also keine Regimegegner, sondern wohl Unterstützer. Der Fall Bahlsen soll daher beispielhaft für die Anbiederung deutscher Unternehmer an das Regime sein und die Selbstverständlichkeit, mit der sie ihren Profit suchten – mit den Mitteln und Möglichkeiten von Terror. Der Konzern hat sich bereits entschuldigt, wie auch Verena: Nichts liege ihr ferner, als den Nationalsozialismus zu verharmlosen; sie wolle sich jetzt intensiver mit der Firmengeschichte befassen.

Der bekannte Sankt Petersburger Sozialphilosoph, Autor des Buches „Faschismus der Gegenwart“ und Wirtschaftstheoretiker Dr. Michail Popow hat den Fall Verena Bahlsen auch mitbekommen. Er wagt es sogar zu vermuten, dass eine bestimmte Zahl von Deutschen – selbst wenn eine geringere – sich seit der Hitler-Zeit wenig geändert habe. Auf die Frage, ob es sich bei Verena um bloße Vergesslichkeit oder doch um Fahrlässigkeit geht, die die Gewinne vor andere Werte setzt, antwortet Popow: „Es geht doch nicht um die Gewinne, sondern um die – angeblich unterbewusste – Haltung gegenüber dem Faschismus.“   

„Der heutige Kapitalismus ist reaktionärer geworden“

„Wer vom Kapitalismus nicht reden will, sollte vom Faschismus schweigen“, stellte der berühmte deutsche Sozialphilosoph Max Horkheimer bereits 1939 fest. In seiner Theorie des autoritären Charakters verwies er auf die sozialpsychologischen Grundlagen des Faschismus,

 » Lees verder

„Faschismus? Riecht wie Demokratie für mich“ – Wahlspot aus Israel empört

faschismus-riecht-wie-demokratie-fur-mich-wahlspot-aus-israel-emport

22-03-19 08:36:00,

Gesellschaft

17:53 22.03.2019(aktualisiert 18:29 22.03.2019) Zum Kurzlink

In Israel kommen die Wahlen immer näher – und sie werden zunehmend radikal geführt. Laut der israelischen Politikprofessorin Fania Oz-Salzberger gerät der Wahlkampf zum „Wahnsinn“.

Wie die 58-Jährige gegenüber dem „Spiegel“ erklärte, ist der Hass mittlerweile „der kleinste gemeinsame Nenner“ bei manchen israelischen Politikern im Wahlkampf.

„Hass auf alle, die Israel kritisieren, und Hass auf alle, die nicht so denken wie die politische Rechte“, so die Expertin.

„Aus langsam wachsendem Irrsinn ist mittlerweile kompletter Wahnsinn geworden (…)‚ die Demokratisierung des Bösen‘“, sagt Oz-Salzberger.

Insbesondere eskaliere den Wahlkampf die Tatsache, dass viele Kandidaten die sozialen Netzwerke auf das Äußerste ausnutzen.

Weitere Sputnik-Artikel: „Golanhöhen sind syrisches Territorium“ – Russisches AußenministeriumWeitere Sputnik-Artikel: Pompeo bekräftigt Israels Verteidigungsrecht gegen Iran

 » Lees verder

Kalter Faschismus

kalter-faschismus

01-11-18 01:29:00,

Immer mehr Menschen in der Bundesrepublik stellen sich besorgt eine Frage:

Gibt es im heutigen Deutschland Entwicklungsprozesse, die uns an die Endphase der Weimarer Republik und an das Dritte Reich denken lassen? Und: ist es nicht nur möglich, Vergleiche anzustellen zwischen dieser Vergangenheit und unserer Gegenwart, sondern könnte dieses Vergleichen sogar erforderlich sein? Erforderlich gleich aus zwei Gründen: Erstens sachlich, weil eine derartige Diagnose – es gibt Entsprechungen zwischen damals und heute – auch einer Prognose gleichkommen könnte, und weil zweitens und in ethischer Perspektive diese Diagnose mithin eine dringliche Warnung vor einer humanitären Katastrophe enthielte.

Die Frage hinter meiner Frage lautet daher:

Gibt es – in der Tat: ich riskiere dieses Wort! – Entmenschlichungstendenzen in der Bundesrepublik, die den Faschisierungstendenzen während der Weimarer Republik ähneln, und bedrohen diese Entmenschlichungstendenzen womöglich schon jetzt die humane Integrität der Bundesrepublik?

Ich gehe bei dieser Frage von einer Aussage aus, die ich nach wie vor für gültig halte, von der berühmt gewordenen Sentenz Max Horkheimers aus seinem Aufsatz „Die Juden in Europa“, verfasst 1939: „Wer vom Kapitalismus nicht reden will, der sollte auch vom Faschismus schweigen“.

Faschismus damals und heute: Strukturwandel, Austausch der Ideologeme – und Entsprechungen

Auch aus meiner Sicht ist Faschismus ein Krisenprodukt des Kapitalismus, das in Deutschland während der Endphase der Weimarer Republik aufkam, weil es mehr und mehr Menschen sozioökonomisch schlechtging; weil der deutsche Faschismus finanziert und an die Macht intrigiert wurde unter anderem von Vertretern der Rhein-Ruhr-Schwerindustrie. Und weil sich in anderen Ländern Europas – in Ungarn, Österreich, Polen zum Beispiel – unter den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise ähnliche Rechtstendenzen entwickelten, da sozioökonomischer Verfall und Aufstieg von Rechtsparteien wieder und wieder – genau in dieser Verschränkung – auch das Geschehen nach dem Zweiten Weltkrieg bestimmte, lässt sich mit einigem historischen Recht der Satz formulieren: Der Kapitalismus birgt unablässig in sich die Faschisierungsgefahr. Kommt zu einer bestimmten Psychologie

• die Angst vor dem eigenen materiellen Abstieg hinzu,

• sehen sich diese Menschen verraten von den etablierten Parteien

• und zu wenig geschützt von der Demokratie,

• wird außerdem dieser Entwicklungsprozess von den politischen und/oder ökonomischen „Eliten“ des Landes aktiv unterstützt oder befördert,

dann droht in bestimmten Bevölkerungsschichten bei Menschen mit einer bestimmten Mentalität fast zwangsläufig das Abdriften nach rechts.

 » Lees verder

Faschismus 2.0

faschismus-2.0

29-10-18 08:55:00,

Weltweite Zunahme von Neonazismus
von Hannah Rosenthal

Als ehemalige Sonderbeauftragte des amerikanischen Außenministeriums für die Überwachung und Bekämpfung von Antisemitismus bin ich nach wie vor besorgt, dass dieses Amt in den letzten 18 Monaten (der Artikel stammt vom 6. August; Anmerkung der Übersetzerin) unbesetzt geblieben ist. Die Abwesenheit eines Sonderbeauftragten macht es umso notwendiger, dass die Medien ihre Rolle bei der Beleuchtung von Ausbrüchen von Gewalt und Antisemitismus wahrnehmen. Aus diesem Grund war ich äußerst alarmiert zu sehen, dass die New York Times in einem kürzlich erschienenen Artikel über die Ukraine eine Neonazi-Gang verharmlost und beschönigt.

Am 20. April dieses Jahres veranstaltete eine Organisation mit dem Namen C14 – die gemäß Radio Free Europe und anderen Medienkanälen Mitglieder hat, die offen Neonazi-Ansichten bekunden – ein entsetzliches Anti-Roma-Pogrom in Kiew. Während der folgenden zwei Monate wüteten vier weitere Pogrome in der Ukraine, darunter eines, bei dem ein Mann brutal getötet und vier andere verletzt wurden. Der Ausbruch von ethnisch motiviertem Hass wurde von der UNO in der Ukraine, vom United States Holocaust Memorial Museum in Washington, D.C., und in einem gemeinsamen Brief von Human Rights Watch, Amnesty International, Front Line Defenders und Freedom House verurteilt. All diese Organisationen verliehen ihrer tiefen Besorgnis sowohl über die Straffreiheit der rechtsextremen Banden als auch über die laxe Reaktion der Regierung Ausdruck.

Am 21. Juli entschied sich die New York Times endlich, über die Situation zu berichten, wobei sie sich vornehmlich auf das erste Pogrom vom 20. April konzentrierte, welches C14 stolz gefilmt hatte.

Der Artikel beginnt mit der Darstellung der Pogrome als „Er-hat-gesagt-sie-hat-gesagt“-Zänkerei zwischen C14 und den Roma:

„Die Roma, die in planengedeckten Lagern und verlassenen Gebäuden in und um die ukrainische Hauptstadt Kiewleben, sagen, sie verdienen ihr Geld auf harmlose Weise, indem sie wilde Blumen pflücken und diese als Sträuße an Verliebte auf den Straßen der Stadt verkaufen.

Doch Mitglieder ukrainischer nationalistischer Gruppen sagen, dass die Roma vielmehr Taschendiebstahl betreiben, Metallschrott klauen, die Stadt durch ihre Anwesenheit beschmutzen und beim Betteln oftmals Lumpen oder Altkleider tragen.“

Von Beginn an werden Angriffe durch Neonazis auf eine ethnische Gruppe als eine Auseinandersetzung dargestellt,

 » Lees verder

Der Faschismus der anderen

Der Faschismus der anderen

22-09-18 08:14:00,

Madeleine Albright mit NATO-Offizieren. Bild: BasilioC / gemeinfrei

  1. Der Faschismus der anderen

  2. Abgründe von Morallosigkeit


  3. Auf einer Seite lesen

Über Madeleine Albright, den freien Westen und die Feinde der Demokratie

Madeleine Albright, die 81-jährige Ex-US-Außenministerin, ist beunruhigt über den Zustand der Welt. In ihrem neuen Buch Faschismus – eine Warnung sorgt sie sich um die Demokratie und malt ein dunkles Bild der “neuen Autokraten” von Trump bis Putin. Sie setzt deren Aufstieg in Verbindung zur Entstehung des Faschismus in den 1920er und 1930er Jahren.

Albrights Buch ist ein Medienereignis, ein internationaler Bestseller, in den USA landete es auf Platz 1 der New-York-Times-Liste, die deutsche Übersetzung schaffte es im August auf Platz 4 der Spiegel-Bestsellerliste. Übersetzungen ins Spanische und Holländische sind ebenfalls bereits erschienen. Albright ist populär, auch in den Medien, sie gilt vielen als modern, liberal, ist bekannt für ihre uneitle Art und ihren Humor. Doch wie schlüssig ist ihre These? Und wie definiert die Autorin eigentlich den Begriff Faschismus?

Für mich ist ein Faschist jemand, der sich stark mit einer gesamten Nation oder Gruppe identifiziert und den Anspruch erhebt, in deren Namen zu sprechen, jemand, den die Rechte anderer nicht kümmern und der gewillt ist, zur Erreichung seiner Ziele jedes Mittel zu ergreifen, einschließlich Gewalt.

Madeleine Albright

So schreibt es Albright gleich im ersten Kapitel – und da fangen die Probleme auch schon an. Denn nach dieser Definition könnte sie auch Barack Obama zum Faschisten erklären. Unbestreitbar griff er zur Erreichung politischer Ziele zu extremer Gewalt, warf Bomben auf zahlreiche Länder und beanspruchte dabei immer wieder, im Namen einer überlegenen Nation zu sprechen. So betonte er 2014, während seiner zweiten Amtszeit, in einer Rede vor Soldaten:1

Ich glaube an die amerikanische Außergewöhnlichkeit mit jeder Faser meines Wesens.

Barack Obama

Albrights Faschismusdefinition trägt nicht besonders weit, was darin gründet, dass die Politikerin noch ein weiteres Kriterium benutzt, welches sie in ihrem Buch aber nicht offen ausspricht. Auf dem Weg zum Faschismus befinden sich für sie nicht bloß Staatsführer, die autoritär,

 » Lees verder

Neoliberaler Faschismus

Neoliberaler Faschismus

15-07-18 07:32:00,

Mit dem Aufstieg des Finanzkapitalismus seit Ende der 1970er Jahre haben die herrschenden Klassen und ihre politischen Handlungsbevollmächtigten in den Regierungen den Klassenkompromiss schleichend aufgekündigt und den wohlfahrtsstaatlich organisierten Kapitalismus sukzessive zerstört. Dadurch wurde der Neoliberalismus zur herrschenden Ideologie des Kapitals, der „westlichen Wertegemeinschaft“ und der herrschenden Regime.

Der „freie Markt“ ist die „natürliche Ordnung der Dinge“, dies ist die Grundaussage des Neoliberalismus. Als Ideologie des Finanzmarktkapitalismus trägt der Neoliberalismus insofern religiöse Züge, als er beansprucht, „alternativlos“ zu sein. „There is no Alternative.“ (Margret Thatcher)

Tatsächlich ist der Neoliberalismus eine marktradikale Selbstimmunisierungsideologie totalitären Charakters, da die Marktfreiheit und die (unregulierte) Freiheit des Finanzkapitals allen demokratischen Prinzipien vorgeordnet sind. Deregulierung, Liberalisierung und Privatisierung sind die Grundpfeiler dieser säkularisierten „heiligen Dreifaltigkeitsordnung“.

Gleichzeitig versteht sich der Neoliberalismus als Kampfauftrag gegen die westliche Demokratie, da der „freie Markt“ über dem Souverän, der Demokratie und ihren Institutionen steht. Der Staat und seine Institutionen haben dem Markt zu dienen. Es war und ist die „große Leistung“ der Neoliberalen, den „Ökonomismus“ als die neue Religion im Alltagsbewusstsein der Menschen verankert zu haben.

Der Neoliberalismus ist ein „ideologisches Chamäleon“. Er passt sich an herrschende politische und ökonomische Verhältnisse „geschmeidig“ an, um sie zu modifizieren. Damit verfolgt er das alleinige Ziel: Er will die Dominanz des Marktes herstellen. Von großer Bedeutung ist dabei die Integration der Argumente seiner Kritiker, die er marktgerecht zu transformieren versteht, indem er sie in moderne Management-, Controlling- und Governance-Strategien integriert.

Freiheit ist der zentrale Kampfbegriff der Neoliberalen. „Freiheit“ ist dann verwirklicht, wenn sich die Märkte ohne Hindernisse durch gesetzliche (zum Beispiel Sozial- und Umweltregulierungen) oder sonstige Friktionen wie Arbeitnehmerorganisationen, Zölle, Kontingente, politisch motivierte Sanktionen „frei“ entfalten können. Zudem müssen sich Konzerne sowie Individuen [Oligarchen/ Plutokraten] ungehemmt zu Lasten Dritter, der Allgemeinheit oder der Natur bereichern können.

„Freiheit“ oder auch individuelle Freiheit im Sinne der Neoliberalen ist dann verwirklicht, wenn die Freiheit des Marktes in all ihren Formen als Waren-, Dienstleistungs-, Kapital- und Arbeitsmarktfreiheit und der Zugriff des Kapitals auf das kollektive Eigentum (Staatseigentum) durch Privatisierung und auf den Reichtum der Natur sicher gestellt ist. Der Freiheitsbegriff der Neoliberalen hat mit der Freiheit des Individuums auf Verwirklichung und Selbstentfaltung nichts zu tun. Es handelt sich um einen pervertierten Freiheitsbegriff.

„Wettbewerb“ ist das neoliberale Mantra. „Wettbewerb“ steht für das kapitalistische Verdrängungsprinzip.

 » Lees verder

Meinung: Der Weg in den Faschismus | www.konjunktion.info

Meinung: Der Weg in den Faschismus | www.konjunktion.info

21-03-18 01:20:00,

IMHO - Bildquelle: Wokandapix, CC0 Public DomainIMHO - Bildquelle: Wokandapix, CC0 Public Domain

IMHO – Bildquelle: Wokandapix, CC0 Public Domain

Bislang gibt es keinerlei Beweise dafür, dass Russland für den Giftanschlag auf den MI6-Doppelagenten Sergei Skripal und seine Tochter verantwortlich ist. Und doch werden diejenigen, die sich kritisch dazu äußern – nicht nur in Großbritannien – mundtot gemacht, weil sie eine andere Sicht auf die Dinge haben als die britische Regierung und offensichtliche Fragen stellen, die die Hochleistungspresse nicht stellen will.

Die britische Premierministerin Theresa May ließ die Welt wissen:

Es gibt keine Alternative zu der Schlussfolgerung, dass Russland verantwortlich war.

(There is no alternative to the conclusion that Russia was responsible.)

Diese Worte Mays sind bei genauer Betrachtung keine normale Aussage bei irgendeiner Pressekonferenz oder im Parlament mehr – vielmehr sind sie ein Befehl, die “Vorgaben” der Regierung nicht zu hinterfragen. Analog zu Merkels “Es gibt keine Alternative.” wird den Menschen geradezu befohlen, nicht zu hinterfragen, sich einzureihen und keinerlei Kontroversen zu beginnen.

All das nach monatelangen hysterischen Anti-Russland-Kampagnen, unglaublicher Propaganda und ekelhafter Rhetorik gegen Moskau, die ähnlich klingen, wie die Hasstiraden George W. Bushs und Tony Blairs nach 9/11. Damals wurden diese Tiraden in ähnlicher Weise eingesetzt, um Saddam Hussein der Bevölkerung als Wiedergänger Hitlers zu verkaufen, als den Diktator, der auf einem ganzen Arsenal an Massenvernichtungswaffen sitzt. Die gleiche Taktik wird aktuell gegen Putin und Russland gefahren. Die gleiche Taktik, die die Menschen zum Krieg aufhetzen soll.

Diejenigen, die wirklich das politische Spiel betreiben, um ihren finsteren Ziele zu erreichen, wissen, dass die Menschen vergessen. Dass sich nur noch die wenigsten an die “nicht vorhandenen Massenvernichtungswaffen Husseins”, an die “Brutkastenlüge” oder an diverse andere “Zwischenfälle” erinnern können, die dann als Rechtfertigungsgründe herhalten mussten, damit der militärisch-industrielle-mediale Komplex seinen “nächsten Krieg” bekam. May, Merkel, Macron, Trump und Co. können sich daher sehr sicher fühlen, wenn sie Putin als den neuen “Schwarzen Mann” hinstellen. Sie sind sich offenbar sicher darin, dass die Menschen sich so manipulieren lassen, dass diese bereit sind gegen Russland in einen Krieg zu ziehen, nur weil irgendein obskurer sowjetischer Ex-Doppelagent mit einem noch obskureren Gift auf britischen Boden vergiftet wurde.

 » Lees verder