Spiel mit dem Feuer

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09-02-20 09:39:00,

Die Erde brennt. Australien, Afrika, Amazonien, Indonesien, Kalifornien … selbst die Arktis steht in Flammen. Viele Feuer sind außer Kontrolle geraten und nicht aufzuhalten. Vor allem sind sie, darüber sind wir uns inzwischen einig, zu einem großen Teil menschengemacht. Manchen regen sie zu apokalyptischen Phantasien an. Hat der Mensch so sehr mit dem Feuer gespielt, dass er ihm nun selbst zum Opfer fällt? Ist die Menschheit am Abgrund angelangt? Geschieht es uns im Grunde ganz recht?

Es schleicht sich der Gedanke an eine Art planetarischer Ökodiktatur ein, damit wenigstens ein paar von uns überleben. Von einer halben Milliarde ist auf den Georgia Guidestones die Rede. Einem kleinen Teil der Menschheit soll gewährt werden, zu leben, während der Rest von Gewalt, Überschwemmungen, Hunger, Durst, Umweltgiften, chemischen und biologischen Waffen und zunehmender Strahlenbelastung dahingerafft wird.

Das „amerikanische Stonehenge“ wurde zu Beginn der 80er Jahre von einer kleinen Gruppe loyaler, gottgläubiger Amerikaner finanziert. Es kann als Kompass, Kalender und Uhr genutzt werden und Katastrophen überstehen. In acht modernen und vier altertümlichen Sprachen stehen dort zehn Richtlinien in den Granit gehauen, Geboten gleich, die mit der Aufforderung beginnen: „Maintain Humanity under 500.000.000“ — also die Menschheit unter 500.000.000 zu halten. Was mit den restlichen sieben Milliarden passieren soll, steht da nicht. Unklar ist auch, wer sich hinter den edlen Spendern verbirgt und wie es sein kann, dass überhaupt ein Monument errichtet werden darf, das ein indirekter Aufruf zur Ausrottung des größten Teils der Menschheit ist.

Doch anstatt über Dinge zu fabulieren, die so ungeheuerlich sind, dass sie nur als Verschwörungstheorien abgetan werden können, will ich meinen Blick vom Ende zum Beginn unserer Zivilisation schweifen lassen. Nach der griechischen Mythologie, der Wiege unserer Gesellschaft, vermählte sich Gaïa, die dem Chaos entstiegene Erde, mit Uranos, dem Himmel. Aus ihrer Verbindung gingen zahlreiche Nachkommen hervor. Da Uranos alle seine Kinder hasste, stiftete Gaïa ihren jüngsten Sohn dazu an, den Vater zu töten. Kronos — Saturn in der römischen Mythologie — entmannte den mächtigen Uranos und trieb es dann mit seinen eigenen Kindern noch schlimmer, indem er sie auffraß. Nur Zeus entkam dem Morden, indem er seinerseits den Vater tötete. Seitdem herrscht er über den Olymp.

Aus den zärtlichen Familienbanden der Götter und Titanen geht schließlich der Mensch hervor. Gaïa erschafft Adamas, den „grauen Stahl“, und Zeus erweckt Pandora zum Leben,

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Zu nah am Feuer

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30-01-20 11:55:00,

Rodićs Geschichte begann im März 1968, als er wie viele andere in einer staatlichen Firma arbeitete und eines Tages versuchte, eine Maschine zu reparieren. Er machte Überstunden, was in der kommunistischen Gesellschaft keine übliche Praxis war. Irgendwann am Abend, als er schon sehr müde war und trotzdem geduldig weiterarbeitete, kam von hinten sein Betriebsleiter auf ihn zu und schlug Rodić plötzlich scherzhaft hart auf dessen Schulter. Es hat wenig gefehlt und Radisav hätte in diesem Augenblick seine Hand verloren, die von der Maschine ergriffen wurde. Dieser unerwartete Schlag auf den Rücken und der Schmerz verursachten eine spontane Reaktion. Reflexartig griff Radisav nach einem Gummihammer und schlug seinem Vorgesetzten auf den Kopf. Beide landeten in der Notaufnahme. Rodić hat zwar seine Hand nicht verloren, ist jedoch nie mehr zur Arbeit zurückgekehrt.

Nachdem er arbeitslos geworden war, gründete Rodić im Jahre 1968 ein privates Bauunternehmen. Sein Meisterstück war die Installierung der größten Radaranlage auf dem Balkan in der Nähe von Belgrad, die im März 1999 von der ersten NATO-Rakete bei der Bombardierung Serbiens zerstört wurde.

Neben Radaranlagen baute seine Firma Umspannwerke, Hoch- und Niederspannungsnetze, Wasser- und Abwasserleitungen und machte auch andere Infrastrukturarbeiten. Elf Jahre seiner privatunternehmerischen Arbeit brachten ihn in Konflikt mit dem damals ineffizienten System. Privatunternehmer wurden zu dieser Zeit in Serbien wie Staatsfeinde gesehen. Folgerichtig landete Radisav Rodić im Mai 1979 wegen der „Schaffung rechtswidriger Vermögensvorteile“ vor dem Kadi und wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Es gelang ihm, mit Papieren, die ihm in Kroatien ausgestellt wurden, das Land zu verlassen und sich ins Ausland abzusetzen.

In Mailand gründete er seine erste internationale Handelsfirma „BE-RA“, kurz darauf in den USA zusammen mit seinem Partner Bruce Ralston eine Firma zum Bedrucken von Etiketten und flexiblen Verpackungen. Sein Aufstieg als Geschäftsmann war atemberaubend.

In der Zwischenzeit brach in Jugoslawien (SFRJ) eine Finanzkrise aus, das Land litt unter starken restriktiven finanziellen Maßnahmen, die zur politischen und sozialen Destabilisierung in der multiethnischen Gemeinschaft führten. Der Druck des IWF unter seinem Sonderberater Jeffrey Sachs führte dazu, dass emigrierte Privatunternehmer mit ihrem Kapital wieder begehrenswert waren, insbesondere wenn sie über Kontakte zu ausländischen Volkswirtschaften verfügten, die in Jugoslawien investieren wollten. Rodić ergriff die Chance und kehrte 1988 mit einem Kapital von mehreren Dutzend Millionen US-Dollar in sein Haus unterhalb von Avala/Belgrad zurück.

Schon im Jahr darauf,

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Frankreichs Zorn und Feuer: Ein Jahr Gelbwesten-Proteste – Sputnik-Video

frankreichs-zorn-und-feuer:-ein-jahr-gelbwesten-proteste-–-sputnik-video

17-11-19 01:27:00,

Videoklub

11:02 17.11.2019(aktualisiert 11:45 17.11.2019)

Zum Kurzlink

Heute vor einem Jahr, am 17. November 2018, begannen in Frankreich die massiven und landesweiten Proteste der Bewegung der Gelben Westen. Sputnik resümiert die Geschichte der Demonstrationen an ihrem Jahrestag mit einem Video.

Was als spontane Aktion gegen den rapiden Anstieg der Treibstoffpreise begonnen hatte, entwickelte sich mit der Zeit zu einer breiten, wenn auch dezentralisierten Organisation, die zahlreiche Forderungen an die Regierung stellt und durchgreifende Reformen im Lande anstrebt.

Französischer Präsident Emmanuel Macron, den die Gelbwesten schwer unter Druck setzen, versprach Reformen und Stabilität im Land, doch die Proteste setzen sich bis heute fort. Dazu sagte aber Macron im September, die Gelbwesten wären für ihn einigermaßen gut gewesen – „sie haben mich daran erinnert, wer ich bin”.

Bei den ständigen Protesten kommt es regelmäßig zu Zusammenstößen mit zahlreichen Opfern. Auch am Vortag des Jahrestages des Protestbeginns ist es in Paris zu massiven Ausschreitungen gekommen.

Medienberichten zufolge nahmen Tausende Menschen am Freitag im ganzen Land an den Demos teil. Einige der Protestler zerschlugen Fenster, zertrümmerten Autos und setzten sie in Brand.

isch/msch/sb

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