Globales Finanzsystem: Der Tsunami nimmt Formen an

09-02-18 10:05:00,

Symbolbild: Pixabay (C00)

In den Chefetagen internationaler Finanzinstitute und Großkonzerne sowie in den Wirtschafts- und Finanzministerien rund um die Welt dürfte es derzeit hektisch zugehen. Zwar versuchen alle Beteiligten, die Entwicklung an den Finanzmärkten nach außen herunterzuspielen, doch den meisten ist mit Sicherheit bewusst, dass das System, das nur noch künstlich am Leben erhalten wird, jederzeit kollabieren kann.

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Gastbeitrag von Ernst Wolff

Was ist geschehen? Am Freitag vergangener Woche ist der Dow-Jones-Aktienindex um 666 Punkte gefallen, am Montag dieser Woche um sage und schreibe 1175 Punkte. Er gab damit seine seit Jahresbeginn erzielten Gewinne komplett ab. Auch an den europäischen und asiatischen Börsen kam es zu erheblichen Kursverlusten.

Niemand kann voraussagen, wie es in den kommenden Tagen weitergehen wird, doch die Zeichen stehen auf Sturm, denn die Zeiten, in denen wir leben, sind alles andere als normal: Seit neun Jahren kennen die Aktienbörsen der Welt nur einen Trend: aufwärts. Allein seit der Amtsübernahme von Donald Trump ist der Dow Jones um 40 Prozent angestiegen, ein im Verhältnis zum Wirtschaftswachstum groteskes Missverhältnis. Der Hintergrund: Die extrem hohen Aktienkurse sind nicht das Ergebnis einer boomenden US-Wirtschaft, sondern einzig und allein die Folge der größten Spekulations- und Manipulationsorgie, die die Welt je gesehen hat.

Die wichtigsten Spieler im Casino: die Zentralbanken

Die wichtigsten Spieler im globalen Finanzcasino sind die Zentralbanken. Sie haben seit 2009 mehr als 15 Billionen Dollar ins System gepumpt und zu immer niedrigeren Zinsen vergeben, Staats- und Firmenanleihen sowie Aktien aufgekauft und Konzernleitungen ermöglicht, mit dem billigen Geld eigene Aktien zurückzukaufen und ihren Kurs so (zugunsten der Boni des Managements) in schwindelerregende Höhen zu treiben.

Auf diese Weise sind die Zentralbanken in den vergangenen Jahren zum Dreh- und Angelpunkt des Finanzsystems geworden. Sie allein entscheiden über die Zukunft der Märkte, und nicht wie früher das Wechselspiel von Angebot und Nachfrage auf der Grundlage realwirtschaftlicher Daten.

Doch das Ganze ist ein Spiel auf Zeit, denn so wie jedes Medikament beim Menschen unerwünschte Folgen hat, bleibt auch die Kombination von Gelddrucken und Zinssenkungen durch die Zentralbanken nicht ohne Nebenwirkungen auf das Finanzsystem: Beide Maßnahmen zusammen erhöhen die Risiken, da immer mehr spekuliert wird,

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Finanzsystem: Ist die Aktienhausse jetzt vorbei? | www.konjunktion.info

08-02-18 08:29:00,

Wer die “Börse um acht” als wichtige Informationsplattform erachtet, glaubt auch, dass Aktien und Aktienindices ein guter Indikator dafür sind, den Zustand einer Wirtschaft abzubilden bzw. darzustellen. Dabei gibt es wohl fast keinen schlechteren Indikator als die Börsen, weil sie ein extrem nachlaufender Indikator sind. Wenn Aktienmärkte einbrechen oder abstürzen, dann gab es bereits im Vorfeld – meist sogar über Jahre hinweg – entsprechende negative Signale anderer, weit wichtigerer Fundamentaldaten.

Ob wir es nun mögen oder nicht: es ist eine Tatsache, dass die Welt in psychologischer Hinsicht vom Verhalten der Akteure an den Aktienmärkten abhängig ist. Die arbeitende Masse leitet ihren eigenen ökonomischen Optimismus davon ab, wie der Dow Jones, der Dax oder der S&P 500 steht oder – bis zu einem gewissen Grad – wie die offiziellen, aber durchmanipulierten Arbeitslosenzahlen aussehen. Sobald Anleihen, Aktien zu fallen beginnen, schrecken die Menschen auf und haben plötzlich Angst und Bedenken, was die fiskalischen Gefahrenherde anbelangt – obwohl sie diese Angst und diese Bedenken eigentlich schon seit viel, viel längerer Zeit haben müssten.

Es mag einige Monate länger gedauert haben, als ich ursprünglich angenommen habe. Aber es scheint so zu sein, dass der “Moment der Enthüllung” nun gekommen ist. So wie ich es vor wenigen Tagen im Artikel Der globale Wahnsinn: Von Konfliktherden bis zum US-Dollar anklingen ließ. Innerhalb nur weniger Tage wurden die Gewinne des Aktienjahres 2018 pulverisiert. Die Frage lautet nun: ist das nur ein “Schluckauf” in einem seit Jahren befeuerten Bullenmarkt? Oder war das der “Anstich der größten Blase der Menschheitsgeschichte”?

Als ich vor den Wahlen 2016 in den USA Donald Trump als Gewinner sah, konnten mir nur sehr wenige folgen. Als ich davon schrieb, dass die Zentralbanken der Welt damit beginnen, den “Stecker des Lebenserhaltungssystems für die Aktienmärkte” zu ziehen, um es dann Trump in die Schuhe zu schieben, erntete ich viel Kritik. Und doch ist genau das alles eingetroffen. Die Fed hat ihre Programme der Zinserhöhungen und der Bilanzreduzierung fortgesetzt, was dazu führte, dass die Banken und Großkonzerne des “billigen Geldes” beraubt wurden, was wiederum dazu gedient hatte, jahrelange Aktienrückkäufe durchführen zu können. Ohne diesen konstanten und immer mehr um sich greifenden Fluss des Fiat-Geldes,

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Finanzsystem: Jetzt kommt es auch in den Mainstreammedien an – Die Angst der Investoren vor dem Ende des billigen Geldes | www.konjunktion.info

24-01-18 07:21:00,

In unregelmäßigen Abständen werde ich auch frei zugängliche Artikel verfassen, da deren Inhalte einem größeren Adressatenkreis zugänglich gemacht werden müssen, als nur dem des geschlossenen Mitgliederbereichs von http://www.konjunktion.info. Jedoch gilt bzgl. der Kommentierung, dass diese nur nach Anmeldung möglich ist.

Immer wieder findet man auch in unserer Hochleistungspresse – eingestreut und versteckt zwischen unwichtigen Meldungen, Real Fake News und platter Propaganda – journalistische Wahrheiten. Man muss nur genau suchen und in der Lage sein zwischen den Zeilen zu lesen. Nehmen wir ein Beispiel zu den durchmanipulierten Aktienmärkten, die von einem Allzeithoch zum nächsten gehypt werden:

So berichtete die “1. Posaune der Propagandaabteilung der Finanzwelt”, die Financial Times

Nervous investors put the Bank of Japan in the spotlight (Nervöse Investoren stellen die Bank of Japan ins Rampenlicht)

…die New York Times

Investors Spooked at Specter of Central Banks Halting Bond-Buying Spree (Investoren haben Angst vor dem Schreckgespenst der Zentralbanken, die die Anleihenkäufe stoppen)

…und mit der vielleicht aufschlussreichsten Überschrift, der US-Sender CNBC

Investors fear after Japan move the last of the global market “punch bowls” are being taken away (Anleger in Angst, da Japan die letzten globale “Marktbowle” entfernt)

Alle drei Artikel beschäftigen sich mit der Bank of Japan (BoJ) und deren jüngster Entscheidung, die Aufkäufe japanischer Staatspapiere zurück zu fahren. Eine “Geldpolitik”, die die BoJ seit nunmehr fünf Jahren verfolgte und die sie analog zu den anderen Zentralbanken auf der Welt aufgibt. So wie ich es seit Monaten immer wieder schreibe: als konzertierte Aktion unter Federführung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Die Aufkäufe der BoJ beliefen sich bislang auf mehrere Milliarden US-Dollar an Anleihen pro Monat – seit 2014. Was dazu führte, dass die BoJ der größte Investor bei japanischen Staatsanleihen geworden ist. Und, als wäre das nicht bereits genug, hatte die BoJ noch im letzten Sommer erklärt, dass man unlimitiert Staatsanleihen aufkaufen würde, während die anderen Zentralbanken diese Politik bereits peu à peu einstampften. Im Sommer verwiesen noch viele Kritiker der damaligen Artikel darauf, dass eben die BoJ nicht mit im Boot sei und daher nicht von einer konzertierten Aktion der Notenbanken gesprochen werden könne.

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Finanzsystem: Oxfam – 2017 Das Jahr der Milliardäre | www.konjunktion.info

24-01-18 09:16:00,

Im vergangenen Jahr kam jeden zweiten Tag ein neuer Milliardär zur Kaste der Superreichen hinzu. Gleichzeitig flossen 82% des im Jahr 2017 weltweit geschaffenen Vermögens nur 1% der gesamten Weltbevölkerung zu, während die Hälfte der Weltbevölkerung, also über 3,7 Milliarden Menschen, 0,0%, Nichts, Nada abbekamen.

Diese erstaunlichen Zahlen entstammen dem neusten Bericht der Organisation Oxfam, der das Ungleichgewicht der Vermögensverteilung thematisiert. Der am Montag veröffentlichte Bericht trägt den vielsagenden Titel Reward Work, Not Wealth (Arbeit belohnen, nicht Reichtum).

Oxfam-Bericht 2017

Oxfam führt im Bericht weiter aus, dass das Vermögen der Superreichen regelrecht explodiert ist, während die Einkommen und Vermögen der Normalsterblichen weiter stagnieren und immer mehr Menschen in Armut leben. Oxfam gibt an, dass inzwischen nur noch 42 Menschen soviel besitzen wie die Hälfte der Menschheit. Diese Zahl sinkt jedes Jahr um ca. 1/3 ab, so dass wohl im nächsten Jahr nur noch 30 Menschen die Hälfte des weltweiten Vermögens besitzen dürften.

Der Milliardärsboom ist kein Zeichen für eine florierende Wirtschaft, sondern ein Symptom für ein gescheitertes Wirtschaftssystem. Die Leute, die unsere Kleidung herstellen, unsere Telefone zusammenbauen und unser Essen anbauen, werden ausgebeutet, um eine stetige Versorgung mit billigen Gütern sicherzustellen und die Profite von Kapitalgesellschaften und milliardenschweren Investoren anzukurbeln. – Winnie Byanyima, Geschäftsführerin von Oxfam International

(The billionaire boom is not a sign of a thriving economy but a symptom of a failing economic system. The people who make our clothes, assemble our phones and grow our food are being exploited to ensure a steady supply of cheap goods, and swell the profits of corporations and billionaire investors. – Winnie Byanyima, Oxfam’s executive director of Oxfam International)

Einige weitere bemerkenswerte Fakten aus dem Oxfam-Bericht:

  • Das Vermögen der Milliardäre ist seit 2010 im Jahresdurchschnitt um 13 Prozent gestiegen – sechsmal schneller als die Löhne der einfachen Arbeiter, die im Jahresdurchschnitt um nur zwei Prozent gestiegen sind. Die Zahl der Milliardäre stieg zwischen März 2016 und März 2017 alle zwei Tage um einen zusätzlichen Milliardär an. Ein bisher beispielloses Tempo.
  • Es dauert nur vier Tage, bis ein CEO einer der fünf weltweit führenden Modemarken das verdient, was eine Textilarbeiterin aus Bangladesch in ihrem Leben verdient.

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