Finanzsystem: Banken streichen weltweit bis zu 75.700 Stellen | www.konjunktion.info

06-12-19 09:19:00,

Geld - Bildquelle: Pixabay / Counselling; Pixabay LicenseGeld - Bildquelle: Pixabay / Counselling; Pixabay License

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Weltweit wollen Banken insgesamt bis zu 75.700 Stellen abbauen. Die neueste Arbeitsplatzabbaumeldung kommt aus Italien, wo die Unicredit 8.000 Arbeitnehmer entlassen will. Unicredit folgt mit seiner Ankündigung der Deutschen Bank, Santander, Commerzbank, HSBC und anderen. Negative Zinsen, eine einbrechende Wirtschaftslage und natürlich das “Geschäftsmodell selbst” lassen gerade die Großbanken vor der nahen Zukunft zittern.

Italiens größte Bank, die Unicredit, hat vor Kurzem ihren Plan bekannt gegeben, dass 8.000 Mitarbeit und 500 Zweigstellen bis 2023 entlassen bzw. geschlossen werden sollen. Der Vorstandsvorsitzende Pierre Mustier will damit Einsparungen in Höhe von 1 Milliarde Euro erreichen. Unicredit gab zudem bekannt, dass man Aktienrückkäufe im Wert von 2 Milliarden Euro durchführen wird und dass man 9,4 Milliarden Euro in den Ausbau der Informationstechnologie und in die Personalentwicklung stecken möchte, um technologisch und regulatorisch gerüstet zu sein. Die 8.000 Stellen entsprechen aktuell 9% der gesamten Belegschaft Unicredits, die weltweit eingesetzt wird.

Mit über 12.00 Zweigstellen in über 50 Ländern hat Unicredit 26 Millionen Kunden. Hauptmärkte sind hierbei Italien, Deutschland, Österreich, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Tschechien oder Russland.

Unicredit reiht sich damit ein in eine immer länger werdende Liste von (Groß-)Banken. Allein 75.700 Stellen werden laut Bloomberg in den nächsten Jahren wegfallen. 83% der Banken, die Stellen abbauen, sind in Europa zu Hause.

Stellenabbau bei den Banken - Bildquelle: news.bitcoin.comStellenabbau bei den Banken - Bildquelle: news.bitcoin.com

Stellenabbau bei den Banken – Bildquelle: news.bitcoin.com

Die über 63.000 Stellen in Europa sind das 10-fache dessen, was Banken in Nordamerika freistellen wollen. An der Spitze der Freistellungen liegt Deutschland. Allein 18.000 Stellen will die Deutschen Bank, die bis 2022 insbesondere ihren Investmentbereich ausdünnen will, streichen. Parallel zum Stellenabbau geben immer mehr Banken auch die Negativzinsen an ihre Kunden weiter. Eine Umfrage der Deutschen Bundesbank zeigt, das bereits 58% der Unternehmen und 23% der Privatkunden mit Negativzinsen belegt werden.

58% der Banken gaben an, negative Zinssätze für einige Einlagen von Unternehmen zu erheben, und 23% gaben an, dies auch für Privatkundeneinleger zu tun.

(58% of the banks said they were levying negative rates on some corporate deposits and 23% said they were doing the same for retail depositors.)

Selbst Regionalbanken wie die Volksbank Raiffeisenbank Fürstenfeldbruck beginnen damit Negativzinsen in Höhe von -0,5% an ihre Kunden weiter zu geben:

Negativzins Volksbank Fürstenfeldbruck - Bildquelle: news.bitcoin.comNegativzins Volksbank Fürstenfeldbruck - Bildquelle: news.bitcoin.com

Negativzins Volksbank Fürstenfeldbruck – Bildquelle: news.bitcoin.com

Das Vergleichsportal Verivox listet allein 23 Banken und Sparkassen mit Negativzinsen aus,

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Finanzsystem: Das plötzliche mediale Auftauchen der Rezession | www.konjunktion.info

20-08-19 07:56:00,

Plötzlich, fast aus dem Nichts kommend, finden wir in der Hochleistungspresse das bislang tunlichst vermeidete Wort Rezession. Ein kurzer Blick auf die Suchergebnisse diverser Suchmaschinen zeigt ein einheitliches Bild, das sich seit ein paar Tagen verfestigt:

Suchergebnisse Rezession - Bildquelle: Screenshot-Ausschnitt Google NewsSuchergebnisse Rezession - Bildquelle: Screenshot-Ausschnitt Google News

Suchergebnisse Rezession – Bildquelle: Screenshot-Ausschnitt Google News

Fast möchte man erleichtert aufschreien und sagen: Endlich! Dass sich die Weltwirtschaft nicht erst seit gestern oder vorgestern merklich “abgekühlt” hat, habe ich in diesem Blog seit Monaten geschrieben und immer wieder darauf hingewiesen, dass wir uns nicht in einer “neuen Rezession” befinden, sondern noch inmitten der 2008 durch die Finanzkrise ausgelösten. Mehrfach warnte ich bereits davor, dass wir uns ab dem Augenblick ernsthafte Sorgen machten sollten, wenn das Thema Rezession seinen Weg in die Berichterstattung des Mainstreams findet – was nun wohl der Fall ist. Nicht nur, dass mit der Inszenierung namens Handelskrieges zwischen China und den USA das Beet für eine Schuldzuweisung an Trump und seinen konservativen Kräften bereitet wurde; nein, auch die Hochleistungspresse bedient jetzt das von mir so oft erwähnte Narrativ, dass Trump mit seiner Gesamtpolitik und seiner Wirtschaftsauffassung der Hauptverantwortliche für diese Rezession sei, die natürlich nicht nur die USA, sondern die gesamte Welt treffen wird.

Die regelrechte Explosion vor allem im englischsprachigen Raum von “Rezessionsartikeln” zeigt aus meiner Sicht, dass wir es mit einer versteckten Agenda zu tun haben. Einem Drehbuch, dem die Hochleistungspresse willentlich folgt.

Suchergebnisse Recession - Bildquelle: Screenshot-Ausschnitt Google NewsSuchergebnisse Recession - Bildquelle: Screenshot-Ausschnitt Google News

Suchergebnisse Recession – Bildquelle: Screenshot-Ausschnitt Google News

Viele der Artikel wurden durch ein wichtiges Ereignis “ausgelöst”:

Die Zinsstrukturkurve warnt vor einer Rezession.

Die Spreizung zwischen den 2-Jahres- und 10-Jahres-Renditen der USA am Mittwoch war zum ersten Mal seit 2007 negativ. Eine solche Entwicklung war vor jeder US-Rezession der letzten 50 Jahre zu verzeichnen, mitunter mit einem Vorsprung von bis zu 24 Monaten .

(The yield curve is blaring a recession warning.

The spread between the U.S. 2-year and 10-year yields on Wednesday turned negative for the first time since 2007. Such a development has occurred ahead of each and every U.S. recession of the last 50 years, sometimes leading by as much as 24 months.)

Ein Thema, das ich ebenfalls schon mehrfach im Blog aufgegriffen habe.

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