Wer Fragen zum Tod von Epstein stellt, ist für den Spiegel “Verschwörungstheoretiker” | Anti-Spiegel

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12-08-19 05:11:00,

Im Fall Epstein gibt es Meldungen über seinen angeblichen Selbstmord, die uns der Spiegel verschweigt, von den Hintergründen des Skandals gar nicht zu reden. Obwohl der Fall Epstein nicht mein Thema ist, finde ich die Art, wie der Spiegel seinen Lesern Informationen vorenthält, skandalös. Daher bringe ich dazu ein Update.

Ich habe bereits über die bekannten Fakten im Fall Epstein geschrieben und empfehle daher, diese Hintergründe hier nachzulesen. Ich will hier nicht alles wiederholen, aber die Hintergrundinformationen sind für das Verständnis wichtig.

Kurz gesagt geht es bei dem Fall um einen Mann, der angeblich Wall Street Milliardär war und der vielen amerikanischen, aber auch internationalen Prominenten minderjährige Prostituierte zur Verfügung gestellt haben soll. Die Liste derer, um die es angeblich geht, liest sich wie ein Who-Is-Who der politischen, aber auch medialen Prominenz. Es geht um Bill Clinton oder Prinz Andrew, aber auch um berühmte Anwälte, Beamte, Schauspieler und so weiter. Der Mann, um den es geht, hieß Jeffrey Epstein.

Gerüchten zufolge stand er mit Geheimdiensten in Verbindung und letztlich soll es darum gegangen sein, eine Art Datenbank mit kompromittierendem Material zusammenzustellen, um diese Leute – wenn nötig – in der Hand zu haben. Das ist kaum überprüfbar, aber es heißt, es gäbe auch Aufnahmen dieser Leute beim Sex mit den minderjährigen Prostituierten, aber das ist spekulativ.

Sicher hingegen ist: Epstein hatte offensichtlich mächtige Beschützer. Bei einem ersten Prozess in dieser Sache vor über zehn Jahren kam er mit einer denkbar milden Strafe davon und aufgeklärt wurde gar nichts. Nun aber ist sein Fall erneut ins Visier der Ermittler geraten und diesmal war es kein regionales Gericht, sondern ein US-Bundesgericht, dass sich der Sache angenommen hatte. Es sah so aus, als würde die Sache dieses Mal nicht mehr unter den Teppich gekehrt werden können. Eine ganze Reihe von Menschen dürfte in den letzten Wochen seit Epsteins Verhaftung schlecht geschlafen haben.

Selbst wenn es keine Video-Aufnahmen gibt, so wären allein Epsteins Aussagen vor Gericht schon gefährlich genug gewesen. Hinzu kommen Dokumente und Fotos, die die Ermittler haben und von denen am Tag vor Epsteins Tod ein Teil öffentlich geworden ist.

Epstein hat sich am Samstag im Hochsicherheitstrakt eines New Yorker Gefängnis erhängt. Man fragt sich, wie das passieren konnte.

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Ergänzungen und Fragen zu und an Rezo

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26-05-19 06:44:00,

Neben der Anerkennung für die aufklärerische Leistung im Video von Rezo war im NDS-Text Rezos YouTube-Video ist ein großer Beitrag zur dringend notwendigen Stärkung des Interesses für politische Zusammenhänge vom 24. Mai kritische Anmerkungen gemacht worden – zum Beispiel zur einseitigen Parteinahme für die Grünen. Diese Fragen werden dringender und drängender, nachdem ein neues Video, eines mit Unterstützern, erschienen ist. Ist ein solches Video in dieser Art und ist die gesamte Aktion ohne Koordination und Steuerung möglich? Und ohne Auftraggeber und Finanzier? Im Teil A nennen und begründen wir diese Fragen, in Teil B sind Leserbriefe zum Thema zusammengestellt. Albrecht Müller

Übrigens: Den 1. Leserbrief könnten Sie zur Einstimmung auch vor Teil A lesen.

Teil A: Ergänzungen und Fragen

Über 80 meist junge Personen, sogenannte Inflencer, deren Beruf es ist, Einfluss zu nehmen – über YouTube und andere Kanäle und meist sehen mit Werbung –, unterstützen ihren Kollegen Rezo. 31 treten mit einem Statement direkt auf, die Namen der anderen werden unten fortlaufend genannt. Es lohnt sich, dieses Video anzuschauen. Dazu ein paar Anmerkungen und Fragen:

  1. Die meisten der auftretenden 31 Personen unterstützen und nennen den Schwerpunkt Klimawandel und den Kampf dagegen. Die Bedeutung dieses Themas und die Konzentration auf dieses Thema hinterfrage ich nicht, sondern unterstütze ich. Einige Leserbriefschreiber sind allerdings kritischer. Siehe unten in Teil B.
  2. Es fällt auf, dass als Begründung dafür, sich um den Klimawandel zu kümmern, penetrant der Hinweis auf die Wissenschaft angeführt wird. Es wird darauf hingewiesen, wie schon im ersten Video von Rezo, dass 26.000 deutschsprachige Wissenschaftler vor dem Klimawandel warnen und Umsteuerung verlangen. Die Influencer berufen sich auf die Experten und stellen sich auf ihre Seite. Man könnte diese penetrante Berufung auf die Wissenschaft ohne Differenzierung als Manipulation bezeichnen – der Zweck heiligt die Mittel.
  3. Als Argument taucht wie im ursprünglichen Video auch hier wieder der Hinweis auf Hunderte Millionen von Flüchtlingen auf, die den Klimawandel zu „verdanken“ sein werden.
  4. Die 31 Influenzer formulieren noch eindeutiger, als Rezo in seinem ursprünglichen Video, die Empfehlung, CDU, gemeint ist CDU und CSU, und SPD, und selbstverständlich auch die AfD heute bei der Europawahl nicht zu wählen. „Wir bitten euch alle“ – heißt es da ausdrücklich.

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Türkei: Neue Fragen zum Ablauf des Putschversuchs 2016

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10-02-19 09:40:00,

Das Protokoll eines Staatsanwaltes aus der Putschnacht bestärkt den Verdacht einer Inszenierung

Kritiker des türkischen Präsidenten Erdogan vermuteten schon kurz nach dem Putschversuch im Juli 2016, dass es sich um eine Inszenierung handeln könnte, die den Startschuss zur Eliminierung der Opposition in einem vorher nicht dagewesenen Ausmaß gab.

Erdogan beschuldigte den im amerikanischen Exil lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen, den Putsch vorbereitet zu haben. Einst waren Erdogan und Gülen beste Freunde – bis Gülen 2013 bewirkte, dass die türkische Justiz umfassende Korruptionsermittlungen zu Politikern und Geschäftsleuten aus dem Umfeld des damaligen Regierungschefs einleitete. Schon damals warf Erdogan dem Prediger einen Putschversuch vor.

Er ließ tausende Polizisten, Staatsanwälte und Richter, die angeblich zur Gülen-Bewegung gehörten, entlassen oder versetzen. Bei dem erneuten Putschversuch 2016 nutzte Erdogan die Gunst der Stunde, nicht nur gegen die Gülen-Bewegung vorzugehen, sondern gegen die komplette Opposition, allen voran gegen die demokratische Partei HDP. Kritiker brachten den Putschversuch immer wieder mit den darauf folgenden parlamentarischen Aktivitäten in Verbindung, die Erdogans alleinige Macht mittels eines Referendums festschrieb.

Auch die nationalistisch-kemalistische Oppositionspartei CHP spricht von einem “kontrollierten Putsch”. Die türkische Regierung habe von den Putschplänen gewusst und diesen für sich instrumentalisiert, heißt es mithin. Auch deutsche Medien und Experten zogen damals eine Inszenierung in Erwägung. Darunter auch der renommierte Islamwissenschaftler Udo Steinbach:

Erdogan ist jemand, der gerne mit dem Feuer spielt. Er geht sehr weit, wenn es um die Verwirklichung seines obersten politischen Interesses geht – ein Präsidialsystem zu errichten, in dem er größtmögliche Macht hat. Wer einen Krieg von der Dimension des Kurdenkonflikts anfeuert, um seine innenpolitische Machtbasis zu festigen, dem wäre theoretisch auch zuzutrauen, so einen Putsch gegen die Regierung zu inszenieren, um danach besser argumentieren zu können, warum er mehr Macht und Befugnisse haben sollte.

Udo Steinbach

Bis heute wird dies als Verschwörungstheorie vom Tisch gewischt; auch wenn einiges dagegen sprach.

Nun verdichten sich die Indizien, dass an den Vermutungen was dran sein könnte. Den Stein ins Rollen brachte ein aktuell veröffentlichtes Protokoll eines Staatsanwaltes aus der Putschnacht des 15. Juli 2016. Das Protokoll befand sich in einer offiziellen Gerichtsakte und gelangte offensichtlich in die Hand des Journalisten Ahmet Dönmez,

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Die entscheidenden Fragen tauchen in der “Nationalen KI-Strategie” nicht auf

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03-12-18 11:24:00,

Globaler Wettlauf um die schlausten Algorithmen – Teil 2

Weil sich die handels- und geopolitischen Spannungen verschärfen, fragmentiert der Weltmarkt für Digitaltechnik. Gerade im Bereich der Künstlichen Intelligenz hat ein neues technologisches Wettrüsten begonnen. Und Deutschland? Mit ihrer neuen “Nationalen KI-Strategie” will die Bundesregierungen an die Weltspitze – ohne industriepolitisches Konzept, ohne Europa und ohne Rücksicht auf die gesellschaftlichen Folgen.

Die wachsenden internationalen Spannungen führen nun in gewissem Umfang zu einer Wiederentdeckung der Industriepolitik. Diese “digitale Industriepolitik” greift ins Marktgeschehen ein, um die Wettbewerbsfähigkeit der einheimischen Produzenten zu sichern und mobilisiert dafür große Ressourcen. Von Japan bis Österreich, von Neuseeland bis Kanada, überall auf der Welt bringen Regierungen “Nationale KI-Strategien” auf den Weg und überbieten sich gegenseitig mit Fördergeldern für ihre Forschungseinrichtungen. Im Gegensatz zum vergangenen Jahrhundert verfolgt diese Industriepolitik aber keine sozial- oder arbeitspolitischen Ziele, sondern zielt lediglich auf marktfähige “Innovation”.

Teil 1: Globaler Wettlauf um die schlauesten Algorithmen

Gerade für Deutschland – ökonomisch völlig abhängig vom Export hochpreisiger Produkte – steht beim Wettlauf um die schlauesten Algorithmen viel auf dem Spiel. Sollte KI tatsächlich in immer mehr Produkte wandern, geraten einheimische Hersteller in Abhängigkeit und verlieren ihre Fähigkeit, Preise zu setzen. Die Technologie wird vermutlich vor allem für Interfaces eine wichtige Rolle spielen – Stichwort Sprachsteuerung. Selbst wenn dann beispielsweise die Kraftwagen weiterhin hierzulande gefertigt werden, kommt das Betriebssystem für das autonome Fahren möglicherweise aus den USA oder China. Dienstleistungen, die sich übers Internet abwickeln lassen, könnten völlig von ausländischen Anbietern übernommen werden. Insofern ist die Angst davor, technologisch abgehängt zu werden und in der internationalen Arbeitsteilung abzusteigen, nicht irrational. Wer KI aufkaufen muss, rutscht in der Wertschöpfungskette nach hinten und kann nicht mehr Preise setzen.

Wie reagiert nun die Bundesregierung auf diese Herausforderung? Am 3. Dezember wird sie auf dem “Digital-Gipfel” ihre Strategie verabschieden. Drei Milliarden Euro sind vorgesehen – vor allem für die Forschung, aber auch als Starthilfen für Unternehmensgründungen und ähnliche Maßnahmen. “Deutschland soll zum weltweit führenden Standort für KI werden”, heißt es in den bereits veröffentlichten Eckpunkten der “Nationalen KI-Strategie”.

Daten-Dürre in Deutschland

Ein ambitioniertes Ziel: Deutschland ist zwar in der akademischen Forschung gut aufgestellt, im Vergleich mit den USA und China aber weit abgeschlagen.

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14 Fragen plus Nachfragen an Daniele Ganser

14 Fragen plus Nachfragen an Daniele Ganser

27-08-18 09:28:00,

Urs P. Gasche / 27. Aug 2018 –

Er sei der «Superstar der Verschwörungstheorien» (SoZ) und leide an «Verfolgungswahn» (Schawinski). Infosperber hat ihn interviewt.

«Illegale Kriege»

1. FRAGE
GASCHE: Ihr Buch über «illegale Kriege» der Nato-Länder seit dem Zweiten Weltkrieg behandelt viele militärische Interventionen des Westens, vom Iran 1953 über Guatemala, Ägypten, Kuba, Vietnam, Nicaragua, Libyen, Panama, Serbien, Afghanistan, Irak bis in den jüngsten Jahren zu Syrien und Jemen.
Alle diese militärischen Einsätze und Kriege hätten gegen die Uno-Charta verstossen und seien deshalb illegal erfolgt. Das «Imperium USA» habe seit dem Zweiten Weltkrieg über 20 Millionen Todesopfer zu verantworten.
Trotzdem aber herrscht bei uns die Meinung vor, dass nicht die Nato, sondern in erster Linie die Sowjetunion und heute Russland das Völkerrecht missachten und gegen Menschenrechte verstossen, sowie auch China, das sich im Chinesischen Meer gewaltsam ausbreiten will. Wie erklären Sie sich das?

GANSER: Seit dem Zweiten Weltkrieg haben die Leitmedien NZZ, Spiegel, ARD, ZDF und SRF stets vorwiegend Negatives über Russland berichtet und die USA meistens in einem positiven Licht dargestellt. Beispielsweise sogar, als die Nato im Jahr 2011 Libyen bombardierte.

GASCHE: Die Sowjetunion wurde doch mit Recht an den Pranger gestellt, als sie mit Panzern 1956 in Ungarn und 1968 in der Tschechoslowakei einmarschierten, und 1979 in Afghanistan.

GANSER: Ja. Das waren ebenfalls illegale Kriege und klare Verstösse gegen das Völkerrecht, weil weder ein Mandat der Uno vorlag noch eine legitime Selbstverteidigung. Das Gleiche gilt für Chinas Invasion von Tibet 1951. Doch die USA und die Nato haben seit 1945 viel mehr Kriege geführt. Auf diesem Auge sind wir blind.

DAS UNO-VERBOT VON KRIEGEN

Die Charta der UNO hat das Gewaltverbot in Artikel 2 verankert:

«Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede … Androhung oder Anwendung von Gewalt.»

Zu diesem Kriegsverbot sieht die Charta nur zwei Ausnahmen vor: 1. Das Recht auf Selbstverteidigung, wenn ein Land angegriffen wird. 2. Wenn der UNO-Sicherheitsrats mit einem Mandat den Krieg gegen ein Land beschliesst.

Geheimarmeen der Nato

2. FRAGE
GASCHE: In Ihrer Doktorarbeit hatten Sie aufgedeckt, dass hinter politisch motivierten Terroranschlägen in Italien, die man den «Roten Brigaden» und andern Linksextremen in die Schuhe schob,

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Fragen zum Fall Skripal – Bundesregierung und Medien gehen auf Tauchstation – www.NachDenkSeiten.de

Fragen zum Fall Skripal – Bundesregierung und Medien gehen auf Tauchstation – www.NachDenkSeiten.de

30-05-18 09:44:00,

Fragen zum Fall Skripal – Bundesregierung und Medien gehen auf Tauchstation

Veröffentlicht in: Außen- und Sicherheitspolitik, Bundesregierung, Innere Sicherheit, Medienkritik

Die Zeichen verdichten sich, dass die Bundesregierung zum Zeitpunkt der Ausweisung russischer Diplomaten im Zuge der Skripal-Affäre sehr genau wusste, dass die britischen Vorwürfe gegen Russland, auf die auch Berlin sich damals öffentlich berief, unwahr sind. Dies geht zumindest zwischen den Zeilen aus einer nicht beantworteten Anfrage einer Gruppe von Abgeordneten der Linkspartei rund um Sevim Dağdelen hervor. Das Schweigen des Kanzleramts lässt eigentlich nur zwei Interpretationen zu, die beide ein sehr schlechtes Licht auf die Regierung werfen. Angela Merkel und Heiko Maas können sich glücklich schätzen, dass die großen Medien den Fall mittlerweile anscheinend zu den Akten gelegt und vergessen haben. Von Jens Berger.

Die Aufregung war groß, als eine Gruppe von Abgeordneten der Linkspartei am 9. April eine kleine Anfrage an die Bundesregierung richtete, deren Fragen zum Teil identisch mit den 64 Fragen der russischen Regierung waren, über die die NachDenkSeiten wenige Tage zuvor berichtet hatten. Der Tagesspiegel kanzelte die kritischen Abgeordneten sogleich als „Russlands Stimme im Bundestag“ ab, SPIEGEL Online fantasierte gar in alter Kalter-Krieg-Rhetorik etwas von „Putins Bollwerk in Berlin“. Wieder einmal hatten die Kollegen ihren Beruf falsch verstanden und verteidigten die Regierung in vorauseilendem Gehorsam und schrillen Tönen gegen kritische Fragen, anstatt diese Fragen selbst zu stellen.

Kurze Zeit später wurden sie jedoch vom gemeinsamen Rechercheteam von SZ, NDR und WDR eines besseren belehrt. Die Journalisten deckten Anfang Mai auf, dass auch der BND im Besitz des Nowitschok-Kampfstoffs war, der von den Briten als mutmaßliche Tatwaffe beim Anschlag auf die Skripals ermittelt wurde. Dies widerspricht jedoch im Kern dem einzigen(!) Indiz der Briten, das sie als Beleg für eine russische Täterschaft nennen können. Offiziell hieß es, dass nur Russland als Täter in Frage kommen könne, da nur Russland in Besitz dieser Substanz sei – eine klassische Lüge, wie die NachDenkSeiten in zahlreichen Artikeln belegen konnten. Durch die Recherchen von SZ und Co. und anderen mittlerweile ans Licht gekommenen Meldungen muss man davon ausgehen,

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Fragen und Antworten zum Fall Skripal bei der Tagesschau – wenn Subjektivität objektiv daherkommt – www.NachDenkSeiten.de

Fragen und Antworten zum Fall Skripal bei der Tagesschau – wenn Subjektivität objektiv daherkommt – www.NachDenkSeiten.de

16-03-18 11:15:00,

16. März 2018 um 9:59 Uhr | Verantwortlich:

Fragen und Antworten zum Fall Skripal bei der Tagesschau – wenn Subjektivität objektiv daherkommt

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Innere Sicherheit, Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Medienkritik, Strategien der Meinungsmache

Tagesschau.de hat ein FAQ, also eine Seite mit Fragen und Antworten, zum vermeintlichen Giftgasanschlag auf den russischen Doppelagenten Sergej Skripal geschaltet. Das ist löblich, denn Fragen und Antworten gibt es zuhauf. Gar nicht löblich ist jedoch, dass die Tagesschau sehr einseitig informiert. Mehr noch – durch das Weglassen zahlreicher Informationen wird ein vermeintlich objektiver Antwortkatalog präsentiert, der eigentlich doch sehr subjektiv ist und in Teilen sogar ganz direkte Meinungsmache enthält. Von Jens Berger.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Podcast: Play in new window | Download

Wichtig wäre hier zu erwähnen, dass Artikel IX der Chemiewaffenkonvention keine „Kann-Bestimmung“ ist, sondern die unmittelbare Zusammenarbeit auf Basis des OVCW-Statuts (engl. OPCW) als Regelfall festgelegt wird. Die Anrufung anderer internationaler Organisationen, wie des UN-Sicherheitsrats, den Großbritannien ja eingeschaltet hat, sieht die Chemiewaffenkonvention zwar generell vor – aber eben nicht im „Verfahren bei einem Ersuchen um Klarstellung“, um das es hier ja erst einmal geht. Großbritannien hat also entgegen des klar festgelegten Verfahrensablaufs der Chemiewaffenkonvention die Phasen der Klarstellung und Feststellung übersprungen und geht gleich zu einem Verfahrensschritt über, der im Maßnahmenkatalog eigentlich erst viel später auftaucht. Das wirft natürlich die Frage nach dem „Warum“ auf …

Da gibt es keine „Unklarheit“. Großbritannien hat die OVCW nicht eingeschaltet[*], wie aus einem Schreiben der russischen OVCW-Delegation vom 13. März klar hervorgeht und von der OVCW auch so bestätigt wird. Falsch ist demnach auch, dass „beide Seiten auf stur geschaltet“ hätten. Russland verlangt vielmehr seit gut einer Woche (siehe Schreiben der Delegation), dass Großbritannien endlich ein formelles Verfahren bei der OVCW eröffnet, um gemäß der in der Chemiewaffenkonvention festgelegten Abläufe seinerseits aktiv werden zu können. Wenn britische Regierungsmitglieder abseits der Chemiewaffenkonvention in Reden, die für die Medien und die Öffentlichkeit bestimmt sind,

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Ethische Fragen bei Künstlicher Intelligenz: Mit welchen Herausforderungen müssen wir umgehen?

Ethische Fragen bei Künstlicher Intelligenz: Mit welchen Herausforderungen müssen wir umgehen?

06-01-18 11:32:00,

Die französische nationale Datenschutzbehörde CNIL (Commission Nationale de l’Informatique et des Libertés) feiert heute ihr vierzigjähriges Bestehen. Anders als in Deutschland wirkt die Behörde unter ihrer Präsidentin Isabelle Falque-Pierrotin am öffentlichen Diskurs über viele Facetten der digitalen Zukunft sichtbar mit und versucht, Debatten zu stimulieren und mit Expertise anzureichern.

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Wenn etwa der deutsche Innenminister Thomas de Maizière und sein französischer Amtskollege Bernard Cazeneuve in einer gemeinsamen Erklärung Pläne zur Schwächung von kryptographischen Schutzmaßnahmen vorstellen und an die Europäische Union appellieren, Anbietern von verschlüsselten Messengern einen Zugangsweg für staatliche Behörden aufzuzwingen, positioniert sich die CNIL-Präsidentin umgehend und in deutlichen Worten in einem Namensartikel in Le Monde dagegen. Ihre Behörde könne dem Vorhaben nicht zustimmen, da bei den Hintertür-Plänen zur Umgehung von Verschlüsselungsmaßnahmen die Tatsache zu wenig Beachtung gefunden hätte, wie wichtig Verschlüsselung für die Online-Sicherheit sei. Ganz im Gegensatz zur aktuellen deutschen Bundesdatenschutzbeauftragten Andrea Voßhoff beteiligen sich Falque-Pierrotin und ihre Behörde aktiv daran, einen sachlichen öffentlichen Diskurs in Frankreich zu führen.

CNIL regte so auch eine Diskussion an, die sich um Software und maschinelle Entscheidungen, Roboter und maschinelles Lernen dreht. Die Behörde startete im letzten Jahr eine öffentliche Debatte mit vielen Veranstaltungen rund um das Thema und legte im Juni 2017 einen Zwischenstand vor.

CNIL report

Wir nehmen das heutige Jubiläum zum Anlass, um auf den Bericht der Behörde von Ende Dezember hinzuweisen, der sich mit den wichtigsten ethischen Fragen rund um Künstliche Intelligenz (KI) und Algorithmen auseinandersetzt, die in der Diskussion identifiziert wurden: Comment permettre à l’Homme de garder la main? Rapport sur les enjeux éthiques des algorithmes et de l’intelligence artificielle (pdf, 75 Seiten).

Seitdem vielfältige Entscheidungen an Computerprogramme und auch an autonome Systeme delegiert werden können, ist in vielen Ländern eine Diskussion darum entstanden, mit welchen ethischen Fragen wir uns beschäftigen müssen und welche der computerisierten Entscheidungssysteme wie zu regulieren wären. Die CNIL hat in der mehrmonatigen Diskussion die wichtigsten ethischen Fragen und Antworten gesucht, die sie nun in dem Bericht zusammenfasst.

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