100 Franken am Automaten abheben, höchstens 97 Franken bekommen

100-franken-am-automaten-abheben-hochstens-97-franken-bekommen

17-03-19 09:32:00,

Urs P. Gasche

Urs P. Gasche / 16. Mär 2019 –

Der Weltwährungsfonds IWF empfiehlt, bei der nächsten Finanzkrise die Leute vom Bezug von Bargeld abzuschrecken.

«Sicher ist nur die nächste Finanzkrise» titelte die NZZ am 15. März 2019. An einer Konferenz von 260 hochrangigen Notenbankern, Finanzmarkt-Regulierern und Finanzdienstleistern in Basel hätten mehr als die Hälfte der Teilnehmenden erklärt, bereits «in den nächsten paar Jahren» mit einer neuen globalen Finanzkrise zu rechnen. Die restlichen 46 Prozent würden «im nächsten Jahrzehnt» ein solches «Ereignis» erwarten. Alle halten es demnach für sicher, dass eine globale Finanzkrise bevorsteht.

Schöne Aussichten.

Dazu passt, dass der Weltwährungsfonds IWF in einer neuen Veröffentlichung darlegt, wie man Menschen in einer Wirtschaftskrise davon abhält, ihr Geld in bar abzuheben. Denn wenn die Europäische Zentralbank EZB nach Ausbruch der nächsten grossen Krise den Leitzins noch stärker senkt, könnten die Leute mit dem Halten von Bargeld den Negativzinsen bei den Banken ausweichen. Deshalb könnte ein negativer Zins auch auf dem Bargeld helfen, dass die Leute das Geld bei den Banken nicht abheben, sondern zum Konsumieren ausgeben. Denn ihr Vermögen schmilzt, gleichgültig, ob sie es auf einem Bank- oder Postkonto lassen, oder ob sie ihre Guthaben in Form von Bargeld abheben.

Das IWF-Papier trägt den Titel «Monetary Policy with Negative Interest Rates: Decoupling Cash from Electronic Money». Im ganzen Papier geht es nur um die Frage, wie man Sparer in der nächsten Wirtschaftskrise davon abhält, ihr Vermögen bei der Bank in bar abzuheben und es zu Hause aufzubewahren.

Die Autoren schlagen ein einfaches Rezept vor: Das Abheben von Geld ab Bankkonto oder ab Bankomat oder Postomat soll mit einem Strafzins in Höhe von drei Prozent bestraft werden. Anders ausgedrückt: Wer 100 Franken abheben will, erhält am Geldautomaten nur noch 97 Franken in cash.

Genügt dies nicht, könnte man die Strafe erhöhen. Ein Sparer werde sich das Horten von Bargeld dreimal überlegen, falls ein Strafzins von 15 Prozent dazu führt, dass er für 100 Franken auf einem Konto nur noch 85 Franken Bargeld bekommt. «Unsere Diskussion zeigt, dass dieses System technisch möglich ist und auch keine drastischen Veränderungen in den Mandaten der Zentralbanken verlangen würde»,

 » Lees verder