“Bei Gesprächen mit Freunden die Klappe halten.” Oder: Wie kommen wir an jene Menschen heran, die nicht mehr aufgeklärt werden wollen? Eine Frage an Sie.

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03-05-19 08:57:00,

Auf den Beitrag “Lieber dazugehören, als aufgeklärt sein” von Anette Sorg kamen eine Reihe interessanter Mails, darunter auch solche von NachDenkSeiten-Leserinnen und -Lesern, die von ihrer eigenen ähnlichen Erfahrung berichteten – von Menschen im Freundeskreis, die nicht mehr hören wollen, was ist und denen unsere kritische Begleitung ihrer Medien nicht gefällt. Einer der Leser schreibt: „Was also tun? Auf etablierte Medien zurückgreifen und abends Tagesschau gucken, um sozial integriert zu bleiben oder weiter kritisch bleiben und lernen, in den Gesprächen mit Freunden die Klappe zu halten?“ – Was also tun, das wollten wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, fragen. Albrecht Müller.

Dass ehedem kritische Mitbürgerinnen und Mitbürger müde werden, ist ausgesprochen verständlich. Dass sie sich ungern in ihrem Milieu isolieren, ist auch verständlich. Und je mehr die reaktionäre, konservative, neoliberale Bewegung dominiert und das Geschehen bestimmt, umso schwieriger ist Widerspruch.

Es bleibt uns trotzdem nichts anderes übrig, als nachzudenken, was in dieser schwierigen Situation getan werden könnte. Sie könnten uns bitte unter der E-Mail-Adresse [email protected] ihre Vorschläge oder auch nur ihre Meinung wissen lassen. Wir werden diese dann auswerten und wieder auf Sie zukommen.

Vorerst aber dokumentieren wir hier die Leserbriefe zu dem Beitrag von Anette Sorg.

Wir beginnen mit dem oben schon zitierten Leserbrief:

1. Leserbrief

„seit etwa 2-3 Jahren bin ich Leser der Nachdenkseiten und verpasse keine Folge des Podcastangebotes. Einige Folgen höre ich sogar mehrfach, um den häufig umfangreichen Inhalt der jeweiligen Folge zu verinnerlichen. Ich schreibe dies einleitend, da sich seitdem zunehmend ein Gefühl in mir breit macht, welches in dem am 30. April erschienenen Artikel „Lieber dazugehören, als aufgeklärt sein“ auf den Punkt formuliert wird. Ich werde in Gesprächen und Diskussionen regelmäßig mit Blicken gestraft, sobald ich die gängige Meinung hinterfrage. Argumente bringe ich schon keine mehr, eine gefühlte Isolation ist häufig das Ergebnis. In der Konsequenz ist es also eine Art kognitive Dissonanz, mit der ich mich da konfrontiert sehe. Was also tun? Auf etablierte Medien zurückgreifen und abends Tagesschau gucken, um sozial integriert zu bleiben oder weiter kritisch bleiben und lernen, in den Gesprächen mit Freunden die Klappe zu halten? Ich habe mich zunächst für letzteres entschieden, wenngleich damit eine Art Ohnmacht einher geht. – Ich danke Ihnen für das kritische Denken,

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