Friedensgespräche: Gewinner und Verlierer in Afghanistan | KenFM.de

friedensgesprache-gewinner-und-verlierer-in-afghanistan-kenfm.de

13-02-19 07:07:00,

Bei den Friedensgesprächen zwischen USA und Taliban gab es einen Durchbruch. Trump will irgendwie die USA als Sieger aus Afghanistan holen. Dafür scheint jetzt ein Ausweg gefunden, US-Vasallen und Marionetten am Hindukusch hängen plötzlich hilf- und ratlos in der Luft.

von Rainer Rupp.

Die Vereinigten Staaten und die Taliban haben nach ihren intensiven Friedensverhandlungen in Doha, Katar, unerwartet große Fortschritte gemacht(1). Beide Seiten scheinen erfreut über das Ergebnis der Gespräche zu sein, obwohl Berichten zufolge die Taliban in diesen Gesprächen gegenüber Washington eindeutig die Oberhand gehabt hätten.

Noch jüngst waren die Taliban fest entschlossen, bis zur vollständigen Niederlage und Vertreibung der Amerikaner aus Afghanistan zu kämpfen. Aber jetzt kommen sie anscheinend auch ohne solchen Endkampf an ihr Ziel. Es sieht nämlich ganz danach aus, als könnten sie ihren Anhängern schon bald triumphierend verkünden, dass sie nach der ersten Supermacht UdSSR nun auch die einzig verbliebene Supermacht USA de facto besiegt und aus ihrem Land vertrieben haben.

Seit nunmehr 18 Jahre haben die USA in diesem Land am Hindukusch Krieg geführt. Schon lange vor dem Abzug der Sowjetunion war Afghanistan in früheren Jahrhunderten zum Grab von Expeditionsarmeen damaliger Supermächte geworden war, z.B. zu Zeiten weltumspannenden Macht der Briten. Aber auch Begehrlichkeiten indischer Eroberer endeten schon an den Bergen, die seither ihren Namen Hindukusch tragen, was so viel bedeutet wie „Killer der Hindus“. Und die Ohrensessel-Krieger im US-Kongress können sich mit ihrer Niederlage vielleicht besser anfreunden, wenn man sie daran erinnert, dass selbst der mazedonische „Welteneroberer“ Alexander nicht mehr lebend aus Afghanistan zurückkam. Die Spuren seiner ansonsten als unbesiegbar geltenden Armee haben sich in den unwegsamen Bergen und Schluchten dieses Landes verloren.

Über 16 lange Jahre haben die US-Präsidenten George W. Bush und Barack Obama ihren Generälen geglaubt, dass der Sieg schn greifbar nahe sei, nur noch ein paar Monate länger durchhalten, noch etwas mehr Bombardierungen oder eine etwas abgewandelte Strategie. Das änderte sich erst vor zwei Jahren, als ein ganz anders gestrickter Präsident ins Weiße Haus einzog. Ein Kernelement seines Wahlversprechens „Macht Amerika wieder großartig“ war es, die Vereinigten Staaten aus dem Morast der endlosen „Kriege gegen den Terror“ zu ziehen und die Soldaten – gegen den nachhaltigen Widerstand in den eigenen politischen Reihen – wieder zurück nach Hause zu holen.

Mit der Wahl Donald Trumps 2016 hat sich in den USA manches dramatisch verändert.

 » Lees verder

Das Friedensgespräch

Das Friedensgespräch

22-06-18 08:34:00,

Dr. Eugen Drewermann ist international bekannter Theologe, erfolgreicher Schriftsteller und Psychotherapeut. Seit Jahrzehnten setzt er sich unermüdlich für den Frieden ein.

Er lebt zurückgezogen in Paderborn. Und am Titel seines neuen Buches „Wenn mir‘s nur gruselte! Von Angst und ihrer Bewältigung“ kann man erkennen, dass sein Arbeitspensum auch in hohem Alter kaum weniger geworden ist. Er wird dieser Tage 78 Jahre alt.

Umso erfreulicher, dass er sich bereit erklärt hat, Jens Lehrich ein Interview für den Rubikon zu geben. Es wird darin deutlich, dass er nichts von seiner geistigen Frische, seiner radikalen Denkweise, seiner grandiosen Fähigkeit, historisch, literarisch und psychologisch Zusammenhänge herzustellen, eingebüßt hat.

Er kann mühelos menschliches Verhalten und gesellschaftliche Phänomene in ihrer Komplexität darstellen. Und dennoch sind seine Botschaften sehr einfach und gehen ans Herz.

Es braucht in dieser Zeit großer Verunsicherung solche Menschen wie ihn, die zumindest versuchen, den Wahnsinn, den wir Menschen gerade auf unserer Erde veranstalten, zu erklären und die Wege aufzeigen, wie man irgendetwas Sinnvolles dagegen tun kann.

Das Interview eröffnet Jens Lehrich mit der einfachen Frage, warum eigentlich alle Frieden wollen, aber die Konflikte, beziehungsweise die Spaltungen in der Gesellschaft zunehmen.

In seinen Antworten holt Drewermann weit aus und es wird schnell klar, dass der Frieden nicht einfach so zu haben ist, nur weil er von allen gewollt ist.

Er belässt es nicht bei der massiven Kritik an den Herrschenden. Er entlässt niemanden aus der Verantwortung, einen Beitrag für eine bessere Welt zu erbringen.

Er benennt sehr klar alle unheilvollen Entwicklungen – Klimawandel, Umweltzerstörung, Ausbeutung, Gewalt, Demontage der Demokratie – und nimmt dem Zuhörer den kindlichen Glauben daran, dass es sich irgendwie schon richten wird. Aber wie schafft er es dennoch, dass man am Ende nicht mit leeren Händen dasteht? Sehen und hören Sie selbst.

Haben Sie Lust auf ein Experiment? Dann hören Sie eine Antwort Drewermanns an und stoppen Sie dann das Video. Formulieren Sie laut den Anfang des Satzes: Ja, aber…

Auf diese Weise hören Sie sich durch das ganze Interview und es wird etwas passieren.

Vielleicht öffnet sich eine Tür, von der sie selber noch nicht wussten, dass es sie gibt. Bestimmte Erkenntnisse entziehen sich einfach rationalen Überlegungen. Rational lässt sich schon lange nicht mehr erfassen,

 » Lees verder