Funke Mediengruppe: Vom Kahlschläger in der Presselandschaft zum „Faktenchecker“

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24-08-20 09:00:00,

Funke Mediengruppe

Vom Kahlschläger in der Presselandschaft zum „Faktenchecker“

von Laurenz Nurk, Dortmund

journalists-at-play-Journalismus-Medienhuren-Systemhuren-presstitutes In den letzten Jahrzehnten haben sich monopolartige, private Medienkonzerne entwickelt, die teilweise von einzelnen Familien beherrscht werden und deren Meinungen auch von den angestellten Journalisten vertreten werden müssen. Ein objektiv berichtender und urteilender Journalismus kann so nicht gewährleistet werden.

Die Medienunternehmen sind Dienstleister, die Informationen bereitstellen und gleichzeitig auf Gewinn zielende Betriebe. Mit der Informationsvermittlung wird allerdings immer weniger Geld verdient. Um den möglichst größten Profit zu erzielen, setzten die Medienkonzerne in Deutschland auf Werbung, Sport und seichte Unterhaltung. Sensationsjournalismus trat an die Stelle der Berichterstattung. Jeder schreibt mittlerweile von jedem ab und kann so politische Kampagnen gegenüber Einzelpersonen, Gesellschaftsgruppen und auch Staaten initiieren. Die zunehmende Macht, Konzentration und Kommerzialisierung der Medien wurde noch einmal durch die digitalen Kommunikationssysteme gepusht.

► Kahlschlag in der Dortmunder Medienlandschaft

Der vorläufige Höhepunkt dieser Entwicklung war die Entlassung von allen 120 Redakteuren und noch einmal so vielen freien Mitarbeitern bei der ‘Westfälischen Rundschau’ (WR) durch die Geschäftsführung der ‘Funke Mediengruppe’ im Januar 2013. Seitdem erscheint die WR zwar in vielen Städten weiter – aber ohne eigene Redaktion. Den Lokalteil in Dortmund kauft die WR genauso wie die ‘Westdeutsche Allgemeine Zeitung’ (WAZ), die auch zur ‘Funke Mediengruppe‘ gehört, von der Konkurrenz, der konservativen ‘Ruhr Nachrichten’ (RN) ein. Die RN erscheint bei ‘Lensing Media‘ in Dortmund, dessen Geschäftsführer Lambert Lensing-Wolff sich gut mit Kündigungen auskennt. Im Januar 2007 kündigte er der gesamten 19-köpfigen Lokal- und Sportredaktion der Münsterschen Zeitung, die zu seinem Medienhaus gehört.

Für die von der Kündigung der ‘Funke Mediengruppe’ betroffenen Redakteure war dies ein extrem einschneidendes Ereignis. Es traf sie zu einem Zeitpunkt, als der Beruf des Journalisten schon eigenartige Veränderungen durchlaufen hatte. Der Traum von der „vierten Gewalt“ ist für viele engagierte Journalisten ausgeträumt, sie verdingen sich oft nur noch als Einzelkämpfer in den geschrumpften Redaktionen. Sie müssen mit ansehen, dass keiner mehr rausgeht, vor Ort recherchiert, eigene Berichte abliefert oder bei Pressekonferenzen nachbohrt. Sie müssen ertragen, dass die Pressetexte aus den professionellen PR-Abteilungen der Betriebe, Ministerien, Kommunen und Organisationen, die per E-Mail eingehen, eins zu eins übernommen werden.

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Funke des Widerstands | KenFM.de

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29-01-20 02:04:00,

Alternative Medien sind dringend notwendig, um die von der „Lückenpresse“ hinterlassenen Lücken zu schließen. Ein Interview mit dem AcTVism-Initiator Zain Raza.

Von Laurent Stein.

„Lügen-presse, Lügen-presse, Lügen-presse!“ hallte es im Frühjahr 2015 durch die Straßen der Bundesrepublik. Der Ausruf stammte von Demonstranten, die dem Appell der Organisation „PEGIDA“ gefolgt waren, um im wöchentlichen Rhythmus ihren Unmut über die europäische und speziell die deutsche Einwanderungspolitik kundzutun. Sie sahen und sehen in der Medienlandschaft einen Gehilfen des Establishments, der durch einseitige Berichterstattung die Bevölkerung einzuseifen und politisch auf Linie zu bringen sucht. Auch wenn diese „Ein-Wort-Medienkritik“ pauschaler nicht sein könnte, wäre es ebenfalls zu achtlos, sie mit einem nicht minder pauschalisierenden Urteil über die angeblich durch die Bank „minderbemittelten und rassistischen“ Demonstranten vom Tisch zu wischen.

Die Flüchtlingskrise hat die tiefe gesellschaftliche Spaltung hierzulande in all ihrer Grässlichkeit offenbart.

Empathie und gegenseitiges Verständnis sind zwischen den Fronten so rar geworden, dass die auf der einen Seite als „Willkommensklatscher“ Verspotteten und die auf der anderen Seite als „Nazis“ Verrufenen in vollkommener Blindheit verharren gegenüber all jenen verbindenden Elementen, die die verhärteten Fronten etwas aufzuweichen imstande wären.

Dabei gäbe es da in Wahrheit so einige, würde man sich beidseitig nur auf einen Blick über den Horizont des eigenen Feindbildes hinaus einlassen. Schließlich regen uns an „den anderen“ zumeist gerade die Dinge am meisten auf, von denen wir wissen, dass sie zu einem gewissen Grad auch in uns selbst schlummern.

Ein wahrhaftiges Aufeinander-Einlassen könnte dafür sorgen, dass das Amüsement über die „tölpelhaften“ Lügenpresserufe der „ewiggestrigen Nationalkonservativen“ und der Ärger über die im wahrsten Sinne des Wortes „grenzenlose Naivität“ der „Refugees-Welcome-Hoodie tragenden Gutmenschen“ einer wichtigen Sache weichen: einer gemeinsamen, fundierten Medienkritik. Denn die Unzufriedenheit über die Berichterstattung in den hiesigen Medienanstalten beschränkt sich schließlich beileibe nicht auf PEGIDA-Kreise.

Eine 2015 im Auftrag der ZEIT von infratest dimap durchgeführte repräsentative Umfrage kam zu dem Ergebnis, dass 60 Prozent aller Befragten wenig bis gar kein Vertrauen in die mediale Berichterstattung haben. Ein ähnliches Bild ergab auch eine 2016 vom Bayerischen Rundfunk durchgeführte Umfrage, wonach 60 Prozent der Befragten den Eindruck haben, dass den Medien hierzulande vorgegeben würde, worüber und auf welche Art sie zu berichten hätten. Zwar haben sich mit dem medialen Abebben der Ukrainekrise diese Werte wieder etwas verbessert,

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Funke des Widerstands

funke-des-widerstands

23-01-20 11:57:00,

„Lügen-presse, Lügen-presse, Lügen-presse!“ hallte es im Frühjahr 2015 durch die Straßen der Bundesrepublik. Der Ausruf stammte von Demonstranten, die dem Appell der Organisation „PEGIDA“ gefolgt waren, um im wöchentlichen Rhythmus ihren Unmut über die europäische und speziell die deutsche Einwanderungspolitik kundzutun. Sie sahen und sehen in der Medienlandschaft einen Gehilfen des Establishments, der durch einseitige Berichterstattung die Bevölkerung einzuseifen und politisch auf Linie zu bringen sucht. Auch wenn diese „Ein-Wort-Medienkritik“ pauschaler nicht sein könnte, wäre es ebenfalls zu achtlos, sie mit einem nicht minder pauschalisierenden Urteil über die angeblich durch die Bank „minderbemittelten und rassistischen“ Demonstranten vom Tisch zu wischen.

Die Flüchtlingskrise hat die tiefe gesellschaftliche Spaltung hierzulande in all ihrer Grässlichkeit offenbart.

Empathie und gegenseitiges Verständnis sind zwischen den Fronten so rar geworden, dass die auf der einen Seite als „Willkommensklatscher“ Verspotteten und die auf der anderen Seite als „Nazis“ Verrufenen in vollkommener Blindheit verharren gegenüber all jenen verbindenden Elementen, die die verhärteten Fronten etwas aufzuweichen imstande wären.

Dabei gäbe es da in Wahrheit so einige, würde man sich beidseitig nur auf einen Blick über den Horizont des eigenen Feindbildes hinaus einlassen. Schließlich regen uns an „den anderen“ zumeist gerade die Dinge am meisten auf, von denen wir wissen, dass sie zu einem gewissen Grad auch in uns selbst schlummern.

Ein wahrhaftiges Aufeinander-Einlassen könnte dafür sorgen, dass das Amüsement über die „tölpelhaften“ Lügenpresserufe der „ewiggestrigen Nationalkonservativen“ und der Ärger über die im wahrsten Sinne des Wortes „grenzenlose Naivität“ der „Refugees-Welcome-Hoodie tragenden Gutmenschen“ einer wichtigen Sache weichen: einer gemeinsamen, fundierten Medienkritik. Denn die Unzufriedenheit über die Berichterstattung in den hiesigen Medienanstalten beschränkt sich schließlich beileibe nicht auf PEGIDA-Kreise.

Eine 2015 im Auftrag der ZEIT von infratest dimap durchgeführte repräsentative Umfrage kam zu dem Ergebnis, dass 60 Prozent aller Befragten wenig bis gar kein Vertrauen in die mediale Berichterstattung haben. Ein ähnliches Bild ergab auch eine 2016 vom Bayerischen Rundfunk durchgeführte Umfrage, wonach 60 Prozent der Befragten den Eindruck haben, dass den Medien hierzulande vorgegeben würde, worüber und auf welche Art sie zu berichten hätten. Zwar haben sich mit dem medialen Abebben der Ukrainekrise diese Werte wieder etwas verbessert, doch bleibt aus dieser Zeit die Erkenntnis, dass das Wort „Lügenpresse“ eher Symptom einer Krankheit als die Krankheit selbst ist.

Doch woher kommt diese nun seit einigen Jahren aufkeimende gesellschaftliche Unzufriedenheit über die Zustände in den großen Medienanstalten hierzulande?

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